#1

per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 02.06.2011 20:03
von utkieker | 2.918 Beiträge

Ein VKU (Verlängerter Kurzurlaub) war schnell vorbei, der Erholungswert gleich Null. Um Zeit zu gewinnen, haben sich manche Soldaten entschlossen per Anhalter an den Urlaubsort zu gelangen oder zu mindestens den nächsten Bahnhof. Als ich später meinen "Wartburg" hatte, habe ich schon mal einen Soldaten mitgenommen. Ich selbst bin als Soldat nie getrampt.
Habt ihr Erfahrungen mit trampen?

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#2

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 02.06.2011 20:14
von Commander | 1.055 Beiträge

Drei-o.Viermal hatte ich in Gößnitz keinen Anschluß nach Hause(6Km),da bin ich zu Fuß los,man wars ja gewöhnt.Ich wurde jedesmal von jemanden mitgenommen.Einer sagte mal,daß er bei GWD-lern immer anhält.So habe ich beim Trampen ca.1 Std.gespart.



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#3

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 02.06.2011 22:07
von Hans55 | 762 Beiträge

Kann ich nur bestätigen,in Uniform hat "trampen "immer geklappt!


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#4

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 02.06.2011 23:41
von S51 | 3.733 Beiträge

In Schierke haben wir uns mehrfach zu dritt oder viert ein Taxi (Wink....) organisiert, um damit bis Halle zu kommen.
Später, als Selbstfahrer habe ich öfter Anhalter mit der Seitenwagenmaschine mitgenommen. Zwar war das Fahren mit den Öffentlichen billig, weil üblicherweise eine Dienstfahrkarte mitgegeben wurde aber es kostete meist einen Tag. Wer gegen 14:00 Uhr aus der Einheit wegtreten konnte, der war selten vor 21:00 Uhr zu Hause. Wer Mitternacht oder auch 06:00 Uhr früh da sein musste, der ist oft Mittag schon losgefahren. Man hat ja meist weit weg von zu Hause gedient. Per Anhalter zu reisen war nicht gern gesehen, wegen der Geheimhaltung aber eher unproblematisch, weil man in Uniform gewissermaßen einen Vertrauensbonus hatte. Nach dem Motto: Der tut mir nichts...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#5

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 03.06.2011 14:52
von Pit 59 | 10.132 Beiträge

Klar das war Ehrensache,einen Uniformierten GT oder NVA hat man Mitgenommen.


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#6

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 03.06.2011 22:08
von schweinegefreiter (gelöscht)
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in berlin war das schwieriger da hat mann uns nicht gerade mit blumen beworfen


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#7

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 04.06.2011 00:22
von Bongo (gelöscht)
avatar

auch bei der BW hat längst nicht jeder ein Auto und die Züge fuhren auch nicht immer optimal.
Aber als Bw-ler wurde man auch meist schnell mitgenommen. Uns hat man auch ohne Uniform am Wäschesack erkannt, wenn wir in unser wohlverdientes Wocheende fuhren.
Nur am 1. Weihnachtsfeiertag 78 kam ich morgens nach der Nachtverstärkung Mun.Lagerwache nicht so flott weg. Züge fuhren nach Sonntagfahrplan und Autofahrer waren um diese Zeit am Feiertagmorgen fast keine unterwegs.

Bongo


zuletzt bearbeitet 04.06.2011 00:26 | nach oben springen

#8

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 04.06.2011 17:09
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Haben damals auch immer mal wieder jemanden mitgenommen wenn es sich ergab und uns ein Späßchen gemacht. War recht lustig die Gesichter zu sehen und derjenige hat sicher noch Wochen daran gedacht. War aber harmlos und der betreffende hatte sich oft Stunden des Wartens erspart.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#9

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 04.06.2011 17:14
von Pit 59 | 10.132 Beiträge

War recht lustig die Gesichter zu sehen @Feliks

Wie jetzt Feliks als Sie erfahren haben wer sie Mitgenommen hat ?
Haste auch mal am Strassenrand gestanden in Uniform,und den Daumen Hoch? Mussteste aber bestimmt warten bis Gilbert mal Vorbei kommt.


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#10

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 05.06.2011 12:29
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Pit 59
Klar das war Ehrensache,einen Uniformierten GT oder NVA hat man Mitgenommen.



..............ja ja und die Kameraden der VP-Bereitschaften hat man stehen lassen?


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#11

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 05.06.2011 13:32
von Commander | 1.055 Beiträge

Einerseits sahen die Uniformen denen der VP sehr ähnlich,welcher Zivilist konnte das auseinanderhalten?
Andererseits,wenn einer in grüner Uniform den Arm hob,bremste manch einer doch vor Schreck,was habe ich jetzt falsch gemacht?



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#12

RE: per Daumen in den Urlaub

in DDR Staat und Regime 05.06.2011 13:47
von Funki | 40 Beiträge

Vom GR in Hildburghausen nach Suhl zum Zuganschluss wurde immer getrampt im Jahre 1969. Es waren vom Empfang des Urlaubscheines(nach dem Mittagessen) bis zum Einstieg in den Zug ca 2 Stunden Zeit. Wir sind immer so vier Leute gewesen die auf der Straße dann standen. Es dauerte nicht allzulange und ein Auto nahm schon drei von uns mit. So nun war ich allein und mußte mich einige Zeit gedulden, da der Verkehr zu der damaligen Zeit sehr gering war. Ein Motorradfahrer nahm mich mit bis nach Schleusingen. Die erste Etappe war nun schon geschafft aber die Zeit wurde immer knapper. Dann wurde wieder der Daumen hochgehalten aber es wollte keiner anhalten. Von weiten sah ich dann ein VP-Auto und dachte, den kannst du nicht anhalten dann bekommst du vielleicht noch Ärger, also blieb der Daumen unten. Der Fahrer hielt an und fragte wo ich hin wollte, er forderte mich auf einzusteigen was ich auch tat. Auf der Fahrt nach Suhl unterhielten wir uns und er fuhr mich sogar noch bis zum Bahnhof, weil die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges sehr knapp war.
Das Trampen als Grundwehrdienstler war in dieser Gegend sehr verbreitet und hat auch immer gut geklappt, besser als im Binnenland.

Gruß Funki


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