#1

wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 01.06.2011 22:51
von Hans55 | 762 Beiträge

Hallo,miteinander! Während meiner Ausbildungszeit,sind wir ja des öfteren zum schießen gefahren! Mit der AK-47,bin ich eigentlich immer gut zurechtgekommen,aber manchmal ist das" Stehaufmännchen" umgefallen,ohne das ich abgedrückt habe! Es war auch kein starker Wind,ich denke heute noch,da wollte einer "erfüllt" nach oben melden,oder! Hans55


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#2

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 02.06.2011 00:30
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von Hans55
Hallo,miteinander! Während meiner Ausbildungszeit,sind wir ja des öfteren zum schießen gefahren! Mit der AK-47,bin ich eigentlich immer gut zurechtgekommen,aber manchmal ist das" Stehaufmännchen" umgefallen,ohne das ich abgedrückt habe! Es war auch kein starker Wind,ich denke heute noch,da wollte einer "erfüllt" nach oben melden,oder! Hans55



jo Hans .So was soll es geben haben.Links und rechts lagen gute Schützen,die für Nachhilfe sorgten


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#3

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 02.06.2011 00:40
von S51 | 3.733 Beiträge

Das war gar nicht so unüblich. Als einzige Ausnahme würde ich das Ausschießen der Schützenschnur bezeichnen. Auch das SWD. Da lag jeder für sich im Rennen. Ansonsten aber hat der GF bzw. der Ausbilder die Treffen so zusammengestellt, dass immer gute neben vielleicht nicht so guten Schützen lagen. Wenn die eigene Übung dann erfüllt war, wurde auf die Nachbarscheibe gehalten. Wichtig war, dass beim angesagten Einsatz von Leuchtspurmunition der Mix so eingeteilt wurde, dass die Mumpeln für die Nachbarscheiben eben nur einfache Stahlkern waren. Also meinetwegen gleich am Anfang 1:1 (statt 2:1 oder später gar 3:1 - zwei bzw. drei Stahlkern auf eine Leuchtspur im Magazin)) und die verbleibenden zwei oder drei Stahlkern dann als Reserve auf die Scheiben nebenan.
In den Zug- und Gruppengefechtsschießen war es sogar so, dass die guten Schützen den Löwenanteil der Munition bekamen und die anderen nur eben so viel, dass es nicht auffiel. Das war während der Uffz-Schule so und ich habe es in der kurzen Zeit als GF mit meinen Leuten auch nicht anders gehalten. Es gab in meiner Gruppe drei gute Schützen, die habe ich so verteilt, dass immer alle Scheiben gefallen sind. Da wurde auch schon mal der LMG-Schütze ausgetauscht und umbenannt, weil dieses Eisen bei mir gut eingestellt war. So war eben der sozialistische Wettbewerb. Wie war egal, Hauptsache erfüllt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 02.06.2011 01:16 | nach oben springen

#4

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 02.06.2011 11:09
von Büdinger | 1.503 Beiträge

Hallo S51 ,

richtig, so war es.

Immer daran denken: Erfolge müssen organisiert werden. Und das war nicht nur beim Schießen so. Schwachstellen in der Einheit wurden eben nicht zugelassen. Schließlich hingen ja auch Bestentitel dran: Gruppe, Zug, Kompanie.
Und der 'Alte' wollte ja auch 'Bester' werden. Wenn du dem das versaut hast, war dein Leben anschließend nicht einfacher.
An den Bestentiteln hing ja auch eine Gratifikation, die dann in unterschiedlichster Form verteilt wurde: Auszahlung oder auf andere Art und Weise. Zu beachten gab es noch, dass wenn du als Vorgesetzter selbst 'Bester' werden wolltest, musste als eine der Voraussetzungen der Titel für deine Einheit her.

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#5

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 14:40
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Wir haben auch immer auf die Scheiben derer, die nicht so gute Schützen waren, geballert.
War in unserer Kompanie üblich und Murmeln hatten wir ja genug.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
zuletzt bearbeitet 03.06.2011 14:41 | nach oben springen

#6

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 15:37
von Polter (gelöscht)
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So richtig kann ich mir die Nachhilfe nicht vorstellen. Es haben, wenn ich es richtig verstanden habe, mindestens zwei Soldaten auf
eine Scheibe geschossen. Jeder z.B. 5 Schuß. Dann hätte ja praktisch, da brauch ich keinen Taschenrechner, ein schlechter Soldat auf
seiner Scheibe z.B. 7 Löcher haben können. Der gute Soldat hingegen nur 3. Und diese Nachhilfe war scheinbar überall üblich. Das
sowas nicht bemerkt wurde.


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#7

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 15:50
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von Polter
So richtig kann ich mir die Nachhilfe nicht vorstellen. Es haben, wenn ich es richtig verstanden habe, mindestens zwei Soldaten auf
eine Scheibe geschossen. Jeder z.B. 5 Schuß. Dann hätte ja praktisch, da brauch ich keinen Taschenrechner, ein schlechter Soldat auf
seiner Scheibe z.B. 7 Löcher haben können. Der gute Soldat hingegen nur 3. Und diese Nachhilfe war scheinbar überall üblich. Das
sowas nicht bemerkt wurde.



ach Polter

es ging um das Schießen auf Klappscheiben.Die Dinger waren so durchlöchert,da hat keiner gezählt


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#8

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 17:51
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Pitti53

Zitat von Polter
So richtig kann ich mir die Nachhilfe nicht vorstellen. Es haben, wenn ich es richtig verstanden habe, mindestens zwei Soldaten auf
eine Scheibe geschossen. Jeder z.B. 5 Schuß. Dann hätte ja praktisch, da brauch ich keinen Taschenrechner, ein schlechter Soldat auf
seiner Scheibe z.B. 7 Löcher haben können. Der gute Soldat hingegen nur 3. Und diese Nachhilfe war scheinbar überall üblich. Das
sowas nicht bemerkt wurde.



ach Polter

es ging um das Schießen auf Klappscheiben.Die Dinger waren so durchlöchert,da hat keiner gezählt




Durchlöchert? Nun, ich will es glauben.

Aber richtige Scheiben, ich meine so mit Bildern:

/link http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,766500,00.html

da gibt sich der Soldat doch Mühe!


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#9

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 20:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Polter
[...

Aber richtige Scheiben, ich meine so mit Bildern:

/link http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,766500,00.html

da gibt sich der Soldat doch Mühe!



Auf "richtige Scheiben", sprich Ringscheiben mit abzählbaren Treffern habe ich bei GT als Uffz-Schüler und später Uffz nur für die Schützenschnur bzw. Vorbereitung darauf, mit dem SWD und der Pistole geschossen. Selbst die Übung für die Schützenschnur wurde irgendwann so um 1984 auf Klappscheiben (150 m laufende Scheibe mindestens vier von fünf, glaube ich) reduziert.
Deshalb auch meine Einschränkung weiter oben. Das normale Schießen, ob Einzelübung, Gruppen- oder Zugübung lief auf Klappscheiben und bei den Dingern war es ziemlich egal, aus welcher Richtung und wie sie getroffen wurden. Wie sie ausgelöst haben, ob mit Schallgeber oder Erschütterungsgeber, weiß ich, da kein Waffen-Uffz, nicht (mehr). Es ist mir tatsächlich entfallen. Sie bestanden aus Metall/Blech und waren aber tatsächlich oft so durchlöchert, dass ich mich gefragt habe, womit die wohl auf´s Umkippen überrredet wurden. Da muss schon so manche Murmel ohne Aufenthalt einfach durch sein.
Jedoch selbst bei den Ringscheiben wurde gemauschelt. Während der Uffz-Schule habe ich es durchaus erlebt, dass bei einem guten Schützen nur vier Treffer drauf waren (hat bei 9 und gar 10 dicke gereicht) aber beim Nachbarschützen sechs oder sogar mal sieben Löcher waren. Ist besonders beim Pistolenschießen gerne passiert. Man musste eine bestimmte Ringzahl erreichen (Vorschriftenkenner, bitte: waren es acht oder zwölf Ringe?) und wenn man "sicher" war, hat man eben auf die Nachbarscheibe gesemmelt. Meistens die links daneben, weil das weniger auffiel. Wenn der das nicht mitschnitt, konnten schon mal ulkig viele Löcher drauf sein. Kein Problem, es zählten ja immer die höheren Ringzahlen und vielleicht hatte ja mal jemand etwas nicht richtig abgeklebt? Die Grunderfüllung war aber wichtig, weil man sonst als GAK nicht mehr mit der Pistole rausgedurft hätte. Das galt für die Standortstreife meines Wissens auch. Hieß es zumindest. Da hat man sich schon mal geholfen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 03.06.2011 20:33 | nach oben springen

#10

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 21:48
von Commander | 1.055 Beiträge

Hallo,Ich mußte,da RPG 7-Schütze,auch mit Pistole schießen.Wimre waren es drei Entfernungen,die meterzahl weiß ich heute nicht mehr,nur,daß bei "Fahrkarten"diese verkürzt wurde.Es war durchaus üblich,auf die Nachbarscheibe zu schießen,wenn die eigene schon gefallen war,es war auch so gewollt,damit das Endergebniss stimmt.Das gilt für die Ausbildung und beim halbjährlichen Schießen in der GK.



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#11

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 22:38
von Andi (gelöscht)
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#12

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 22:43
von Andi (gelöscht)
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Hallo, ich kenne das auch. Ich habe als Waffen Uffz meine Schützenschnur und Qualliespange 3 und 2 gemacht. Wenn wir zum Schießen draußen waren gab es immer ein paar Blindpesen. Also haben wir nachgeholfen und beim Nachbarn raufgeschossen.


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#13

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 22:50
von Andi (gelöscht)
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Zitat von Commander
Hallo,Ich mußte,da RPG 7-Schütze,auch mit Pistole schießen.Wimre waren es drei Entfernungen,die meterzahl weiß ich heute nicht mehr,nur,daß bei "Fahrkarten"diese verkürzt wurde.Es war durchaus üblich,auf die Nachbarscheibe zu schießen,wenn die eigene schon gefallen war,es war auch so gewollt,damit das Endergebniss stimmt.Das gilt für die Ausbildung und beim halbjährlichen Schießen in der GK.




RPG Schützen au au. Ich hatte als Ausbilder und Waffen Uffz. einen beim Schießen der hat sich während der Übung umgedreht und melde mir einen Klemmer an seiner Pistole. Da gab es gleich mal eine rein.
Sorry


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#14

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 22:54
von Commander | 1.055 Beiträge

Ich wars aber nicht!!



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#15

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 23:02
von Andi (gelöscht)
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Zitat von Commander
Ich wars aber nicht!!



Dein Glück.
Mir ist damals das Herz in die Hose gerutscht.


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#16

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 23:10
von Commander | 1.055 Beiträge

Kann ich mir vorstellen,wäre mir auch so gegangen.Mir kam auch noch zugute,daß ich bei der GST Sportschütze war und eine gewisse "Vorbildung"hatte um solche waghalsigen Sachen zu unterlassen.Der Waffi unserer GK war immer gut drauf,den durfte man doch nicht gefährden!



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#17

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 03.06.2011 23:16
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von Andi

Zitat von Commander
Hallo,Ich mußte,da RPG 7-Schütze,auch mit Pistole schießen.Wimre waren es drei Entfernungen,die meterzahl weiß ich heute nicht mehr,nur,daß bei "Fahrkarten"diese verkürzt wurde.Es war durchaus üblich,auf die Nachbarscheibe zu schießen,wenn die eigene schon gefallen war,es war auch so gewollt,damit das Endergebniss stimmt.Das gilt für die Ausbildung und beim halbjährlichen Schießen in der GK.




RPG Schützen au au. Ich hatte als Ausbilder und Waffen Uffz. einen beim Schießen der hat sich während der Übung umgedreht und melde mir einen Klemmer an seiner Pistole. Da gab es gleich mal eine rein.
Sorry



nicht schlimm. das gefühl kannte ich auch. auch das beim schießen nachgeholfen wurden ist kenn ich. so verschieden waren unsere beiden armeen doch nicht. lg glasi



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#18

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 04.06.2011 00:21
von Bongo (gelöscht)
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Kenn ich von den Grennies 78/79 nicht, dass auf Nachbarscheiben geschossen wurde und wir waren oft schießen.
Wenn es zu lange dauerte - v.a. beim Nachtschießen - haben vieeellleicht mal die Jungs in der Trefferauswertung bei den Ringen etwas optimistischer hingeschaut und ein entsprechend "leicht geschöntes Ergebnis" zum Eintrag in die Kladde gemeldet.

Bongo


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#19

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 04.06.2011 18:10
von Pit 59 | 10.132 Beiträge

Scheiben mit Ringen gab es nicht bei uns.waren alles "Feinde" in Verschiedener Entfernung und die fielen bei Treffer um,ob da eine Murmel oder 20 getroffen haben konnte man nicht Feststellen,war auch nicht Wichtig.Beim Postengefechtsschiessen konnte man nach dem Munitionsempfang die Patronen so laden wie man wollte also z.B. 1 Normal 1 Leuchtspur oder 4 Normal 3 Leuchtspur,also das war Rille.


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#20

RE: wurde etwas "nachgeholfen"?

in Grenztruppen der DDR 06.06.2011 18:09
von sortca52 (gelöscht)
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Nachgeholfen wurde zum Zwecke der Wettbewerbserfüllung oder sonstiger Sachen immer und überall, denke ich mal. Quer durch alle Waffengattungen und nicht nur beim Schießen mit Handfeuerwaffen.
Kann mich da noch dunkel an ein Wirkungsschießen mit 122mm SFL Haubitze 1981 auf dem sog. Klietzer Acker erinnern. Unter Anwesenheit des Chefs LaSK.
Lief alles soweit ganz gut bis dem Chef einfiel mal zu testen was passiert wenn eine Besatzung plötzlich ein bewegliches Ziel im direkten Richten "bekämpfen" muß.Und zwar eine willkürlich von ihm festgelegte Besatzung. Auaua, das war ja nun garnicht so das Ding der "altgedienten" Artilleristen. Keiner der Jungs hatten sowas schonmal gemacht, blamieren wollte man sich aber auch nicht. Also mußte man das Kunststück fertig kriegen einen eher zufällig anwesenden jungen Leutnant, von dem man wußte das man dem sowas beigebracht hatte, innerhalb von 2 min in die vom Chef festgelegte Maschine zu kriegen ;-))) ungesehen natürlich.


Nun der, ohnehin schon schrottiger, SIL platzte nach dem ersten Schuß auseinander, der strukurmäßig K1 bekam seine Belobigung und alle waren zufrieden.
Soviel zum Thema "Nachhilfeunterricht" ;-)


zuletzt bearbeitet 06.06.2011 18:10 | nach oben springen



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