#201

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 22.05.2011 22:39
von vs1 (gelöscht)
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Zitat von Ameisenferdinand
Ich war von 1977 bis 1979 in der StVE Naumburg inhaftiert. Im Dezember 1979 auf Grund der damaligen Amnestie ein halbes Jahr vorzeitig aus der Haft entlassen. Grund der Haft war Verstoss gegen §213 (Versuchte Republiksflucht). Zu dieser Zeit waren dort relativ viel Republiksflüchtlinge inhaftiert. Die Haftbedingungen waren den Umständen entsprechend, man durfte monatlich einmal Besuch empfangen, 4 Briefe schreiben ( die ungeschlossen übergeben werden mussten) Post bekam man auch geöffnet. Es bestand eine Einkaufsmöglichkeit im Haus, das Geld dafür musste man sich erarbeiten. Ich hab in der "Metallwaren Naumburg" gearbeitet, das war ein sogenanntes Aussenkommando, wir sind jeden Morgen mit einem vergitterten Bus rausgefahren und abends zurück. Vom tatsächlichen Arbeitslohn bekam man 18%, das ging in drei Teile, ein Teil für Schuldenzahlung, ein Teil als Rücklage für die Entlassung und ein drittel zum Einkauf. Fernsehen und Kino waren Vergünstigungen und mussten beantragt und genehmigt werden. Bücher und Tageszeitungen bekam man, das Essen war ausreichend, wenn man nicht gerade im Arrest war. Im allgemeinen waren etwa 12 Gefangene in einem Verwarraum ( so wurden die Zellen genannt). Tagsüber waren die Zellen offen, man konnte sich frei im Haus bewegen. Direkte Misshandlungen hab ich einige Male erlebt aber nur durch andere Strafgefangene, nie direkt durch die StVE- Angehörigen.Das wars erst mal, wenn jemand Fragen hat bin ich jederzeit bereit diese zu beantworten.

Andreas




hallo Andreas,

mit welchen "nachwehen" lebst du noch heute?
hast du probleme mit diesen erlebnissen und dieser zeit?

gruß vs

ps : da hat der Andreas ne minute zu früh geschrieben.


zuletzt bearbeitet 22.05.2011 22:44 | nach oben springen

#202

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 22.05.2011 22:43
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Zitat von vs1

Zitat von Ameisenferdinand
Ich war von 1977 bis 1979 in der StVE Naumburg inhaftiert. Im Dezember 1979 auf Grund der damaligen Amnestie ein halbes Jahr vorzeitig aus der Haft entlassen. Grund der Haft war Verstoss gegen §213 (Versuchte Republiksflucht). Zu dieser Zeit waren dort relativ viel Republiksflüchtlinge inhaftiert. Die Haftbedingungen waren den Umständen entsprechend, man durfte monatlich einmal Besuch empfangen, 4 Briefe schreiben ( die ungeschlossen übergeben werden mussten) Post bekam man auch geöffnet. Es bestand eine Einkaufsmöglichkeit im Haus, das Geld dafür musste man sich erarbeiten. Ich hab in der "Metallwaren Naumburg" gearbeitet, das war ein sogenanntes Aussenkommando, wir sind jeden Morgen mit einem vergitterten Bus rausgefahren und abends zurück. Vom tatsächlichen Arbeitslohn bekam man 18%, das ging in drei Teile, ein Teil für Schuldenzahlung, ein Teil als Rücklage für die Entlassung und ein drittel zum Einkauf. Fernsehen und Kino waren Vergünstigungen und mussten beantragt und genehmigt werden. Bücher und Tageszeitungen bekam man, das Essen war ausreichend, wenn man nicht gerade im Arrest war. Im allgemeinen waren etwa 12 Gefangene in einem Verwarraum ( so wurden die Zellen genannt). Tagsüber waren die Zellen offen, man konnte sich frei im Haus bewegen. Direkte Misshandlungen hab ich einige Male erlebt aber nur durch andere Strafgefangene, nie direkt durch die StVE- Angehörigen.Das wars erst mal, wenn jemand Fragen hat bin ich jederzeit bereit diese zu beantworten.

Andreas




hallo Andreas,

mit welchen "nachwehen" lebst du noch heute?
hast du probleme mit diesen erlebnissen und dieser zeit?

gruß vs




Siehe Posting von mir davor, du hast schneller geantwortet als ich.

Andreas


http://kaube-blog.de/


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#203

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 22.05.2011 22:46
von EK86II (gelöscht)
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Zitat von Gert


Nun aber steht der Personalbestand des MfS 1989/90 mit etwa 91.000 Mitarbeitern hauptamtliche ohne Im's in den Büchern. 91.000 ./. 2100 Mitarbeiter HVA macht nach Adam Riese 88.900 Mitarbeiter, die nicht mit Spionageabwehr, Spionage und ähnlichem zu tun hatten. Was haben diese Leute im MfS gemacht ? Das ist meine Frage?

Gruß Gert



Hallo Gert,
auch ohne ein Internetprofi zu sein kann man mit ein wenig googlen die exakte Anatomie dieser Behörde erfahren. Daher stellt sich für mich die Frage wer hier eigentlich "herum trollt"!

Peter


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#204

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 22.05.2011 22:50
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert
Zitat Nostalgiker: [i]Mein Eindruck ist das es auch Heute politisch so gewollt ist das sich der Fokus bei der Beschäftigung mit dem MfS genau auf diesen Bereich XX richtet.[/i]

Nun nachdem du fast ein Buch geschrieben hast , um die Heldentaten des MfS zu verklären , mal ein paar Zahlen gegooglet, müßten aber ungefähr stimmen.
Die Leute die dem MfS immer die Verklärung ihrer Arbeit das Wort geredet haben, schieben den Teil des MfS in den Vordergrund, der mit Auslandsaufklärung zu tun hatte. OK.
Diese Abt. hiess HVA ( Hauptverwaltung Aufklärung ) Personalbestand etwa 2100 Mitarbeiter ( am Ende 1990 )
Das entspr. Pendant in der Bundesrepublik hiess und heisst BND und hat einen Personalbestand von etwa 6000 Mitarbeitern (in 2005)
Die Verhältniszahl zwischen beiden Geheimdiensten also etwa 1:3, diese Zahl entspricht auch der Verhältniszahl der Bevölkerung der beiden deutschen Staaten. Also bis dahin plausibel und OK. Diese genannten Leute haben wohl diesen Job gemacht.

Nun aber steht der Personalbestand des MfS 1989/90 mit etwa 91.000 Mitarbeitern hauptamtliche ohne Im's in den Büchern. 91.000 ./. 2100 Mitarbeiter HVA macht nach Adam Riese 88.900 Mitarbeiter, die nicht mit Spionageabwehr, Spionage und ähnlichem zu tun hatten. Was haben diese Leute im MfS gemacht ? Das ist meine Frage?

Gruß Gert



@Gert,

da Dir schon von anderer Seite hier dringendst empfohlen wurde Dich endlich mal mit dem Aufbau und der Struktur des MfS zu beschäftigen möchte ich diese Bitte nur unterstützen und nicht weiter ausführen.

Ansonsten möchte ich gerne von Dir wissen wo ich Deiner Ansicht nach versucht habe "die Heldentaten des MfS zu verklären".
Gelinde gesagt finde ich diese für mich persönliche Unterstellung ziemlich grenzwertig.
Tipp von mir an Dich persönlich. Wenn Du nicht sachlich diskutieren kannst; lass es einfach bleiben.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#205

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 22.05.2011 22:54
von vs1 (gelöscht)
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Zitat von Ameisenferdinand
@vs, mir macht die Zeit damals wirklich nichts mehr aus, ich hab auch danach nie vom Knast geträumt, ich kann auch ohne Probleme darüber reden. Es war keine schöne Zeit, das ist klar. Und ich hege keinen Groll gegen damalige Täter. Mir geht es relativ gut, sowohl privat und finanziell, ich bin nicht reich aber das Geld reicht zum Leben. Ich sag mir immer das ich hätte schlechter haben können so wie es vielen Opfern geht. Das liegt vielleicht an meiner Grundeinstellung zum Leben insgesamt.
Als ich mich damals zur Flucht entschlossen hab, wusste ich genau was auf mich zukommt wenn ich scheitere und ich hab das eben mit einkalkuliert. Wärend der Haftzeit bin ich dann in eine Art innere Emigration gegangen. Ich hab auch versucht mir keinerlei Gefühlsregungen anmerken zu lassen. Denn Gefühle machen mich angreifbar. Und so hab ich auch die Vorzeitige Haftentlassung abgelehnt weil ich dafür IM werden sollte. Und das liegt auch in meiner persönlichen Eistellung, mit Druck kann man bei mir gar nichts erreichen und mit dem Gegenteil auch nicht. Ich weiss das mir niemand etwas schenkt. Meine Loyalität basiert nur auf meinen eigenen Moralischen Grundsätzen und lässt sich nicht erkaufen. Auch wenn ich dadurch Nachteile in Kauf nehmen muss aber ich hab dann wenigstens vor mir selbst ein reines Gewissen. Für mich ist eigentlich das wichtigste, das ich im Nachhinein richtig gehandelt habe.

Andreas



danke Andreas,

solche busse gab es auch in meiner gegend und keiner wollte darin sitzen.
wofür zahlte man schulden vom lohn????
wem hast du denn irgendwas geschuldet?
welche arbeiten musstet ihr dort verrichten?

gruß vs


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#206

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 23.05.2011 10:46
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo vs,
Ich hatte ja geschrieben vergessen geht nicht, Es hinter sich zu lassen schon. Schmerzhafte Erinnerungen daran ist für mich kein Widerspruch, sie dienen für mich mehr dem nicht vergessen! Wir befinden uns in einem ewigen Lernprozess. Ich wollte das Kapitel DDR und Haft damals bereits mit der Einsicht in meine Stasiunterlagen 2004 abschließen. Doch da kamen zu viele Emotionen hoch. Hass und Rachegedanken welche in mir waren nagten an meiner Seele. Hass frisst die Seele auf, und ohne Vergebung geht es nun einmal nicht es abzubauen. Mit meinem Nachbarn einem Pastor im Ruhestand diskutiere ich oft über Gott und die Welt. über die Bibel, den Koran .Muslime und Juden. Nein er versucht mir nicht den christlichen Glauben aufzudrängen und doch sprachen wir über meine Vergangenheit und ob ich meinen Peinigern vergeben habe.
Ich verneinte es. Jesus hat vergeben und der Papst seinem Attentäter und mit Hass im Herzen werde ich keinen Frieden finden. Das leuchtete mir ein. Auf unseren Forentreffen lernte ich viele Ex Grenzer kennen. Ohne Vorurteile sprachen wir über alles was uns bewegte und trennte. Wie ich schon schrieb mit dem Lernprozess ,ich lernte den Menschen zu sehen der dahinter stand und sie lernten den Sperrbrecher als Menschen zu sehen. Nun war es der Grenzer sich nicht zu den Grenztruppen gedrängt hatte, der genauso Angst hatte einen Sperrbrecher zu begegnen. Der oft mit so einer Situation überfordert war, der einsah das die meisten Sperrbrecher keine Verbrecher waren und nicht bewaffnet. Auf einander zugehen ist wichtig, miteinander reden . Schau Dir nur einmal die Fotos von unseren Forum Treffen an . Da wirst Du zwischen mir und den Ex –Grenzer sehen das wir uns verstanden haben. Sogar sehr gute Freundschaften sind entstanden. Ich habe seit langen nicht mehr von der Haft geträumt. Und zuletzt noch ja ich bin so gelassen wie möglich. Klar das manchmal bei einigen Beiträgen hier im Forum auch mir bald der Kragen platzt und mich wütend macht. Das ist die Gegenwart und eben nicht mehr meine Vergangenheit! Ob jetzt jemand schreibt,wem willst Du vergeben? Ich habe nur nach unseren Gesetzen gehandelt,und wer dagegen verstoßen hatte war selber Schuld. Auch diese Sicht vergebe ich.
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 23.05.2011 11:25 | nach oben springen

#207

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 23.05.2011 22:29
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

@vs, die Schulden waren Gerichtskosten, Anwaltskosten etc, die meisten Inhaftierten hatten wohl nicht genug Geld das alles gleich zu begleichen so wurde ein Teil des Geldes dafür einbehalten. Ich hatte genug Geld bei mir so das ich keine Schulden hatte und diesen Betrag bei der Haftentlassung mit der Rücklage bekam. Arbeiten musste ich in einem Metallbearbeitungsbetrieb, dort wurden Metallteile für Möbel hergestellt. Ich hab dort Fußteile für Sessel geschweisst, Teleskopschienen für Schubladen montiert, Drehgestelle für Sessel montiert.........
Mein monatliches Einkommen zum Einkauf waren so etwa zwischen 190,00 bis 210 Mark. Alerdings bekamen wir kein richtiges Geld sondern Anstaltseigene Einkaufsgutscheine. Die gab es in Werten von 1 Pfennig bis 50 Mark. Mit diesem "Einkommen" gehörte ich zu den Spitzenverdienern in Naumburg.
Ich durfte auch mehrmals im Jahr Pakete empfangen und zum Besuch durften die Angehörigen auch kleine Geschenke im Wert von 20 Mark glaub ich mitbringen. Also ging es mir materiell im Verhältniss zu anderen Gefangenen relativ gut.

Andreas


http://kaube-blog.de/


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#208

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 23.05.2011 23:20
von Major Tom | 855 Beiträge

Ja, das Thema Arbeit hatte ich noch garnicht erwähnt. Wir mussten in Halle damals Metallwerkzeugkoffer zusammenlöten, welche dann in den Westen verkauft wurden. Diese Koffer habe ich später immer wieder in Baumärkten gesehen. Die Arbeit war im Akkord, es gab Normen welche eingehalten werden mussten. Ich sowie andere Strafgefangene haben anfangs die Arbeit verweigert bis uns mit "Zuschlag" gedroht wurde. Gearbeitet wurde im wechselnden 3-Schichtsystem, Früh, Spät, Nacht, so kam etwas Abwechslung in den Alltag. Und für die Nachtschichtler gab es sogar manchmal richtig leckeres Essen anstatt die eklige Schweineborste. Besuche durfte ich empfangen, diese fanden im Besucherraum 1, 2 oder 3 statt. Im Besucherraum 1 saß man mit seinem Besucher an einem gedeckten Tisch, man konnte Kaffe und Kuchen bestellen und Geschenke entgegen nehmen. Besucherraum 2 war wie in Raum 1 aber ohne Getränke und Speisen und ohne Geschenke. Im Besucherraum 3 hatte man nur über einem breiten Tisch unter Bewachung Kontakt zum Besucher. Obwohl ich während der Arbeit immer wieder betonte diesen Staat durch meine Arbeit nicht zu unterstützen durfte ich meine Besucher immer wieder im Besucherraum 1 begrüssen.

Die Strafgefangenen, welche vom MfS nach Karl-Marx-Stadt gebracht wurden holte man immer mitten in der Nacht aus den Zellen, allerdings war das ganze Haus dann wach, jeder wusste was los war. Zelle auf, jeder hofft dann dass sein Name aufgerufen wird, mehrere Zivilisten kamen rein "Herr XX, mitkommen" Im Erdgeschoss wurde man vom Arzt befragt ob man transporttauglich sei und dann ging es ab in den zivilen Barkas (gefesselt) auf die Fahrt nach Karl-Marx-Stadt. Es wurde natürlich keinem Strafgefangenen gesagt dass es dorthin ging, aber wo sollte es sonst hingegen. In Karl-Marx-Stadt angekommen öffnete sich die Zellentür des Barkas und ich dachte im ersten Moment dass man mich schon zu einem Grenzübergang gebracht hätte, denn die Leute liefen mit einer Art Grenzeruniform herum. Wenig später war mir klar dass dies die Stasiuniform ist. Der weitere Ablauf ist glaube ich bekannt, einen Haufen Papiere mussten unterschrieben werden (keine Schulden usw.) die Staatsbürgerschaft wurde schon fast feierlich aberkannt (mit Urkunde), das restliche Geld musste bis auf den letzen Pfennig im Gefängnis Delikat Laden ausgegeben werden und dann gang es nach einer Woche auf Fahrt. Die Kekse, Schokolade und das ganze Zeug was wir im Delikat Laden kaufen mussten flog auf der Fahrt in den Westen aus den Fenstern, das wollte nun wirklich keiner mitnehmen.

Gruß aus Costa Rica

Tom


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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zuletzt bearbeitet 23.05.2011 23:25 | nach oben springen

#209

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 23.05.2011 23:29
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Also ich kenne den Strafvollzug aus der DDR nur so--hab fast 17 Jahre auf der Warnowwerft in Warnemünde gearbeitet.Neben der Werft,gab es einen Strafvollzug.Die Inhaftierten arbeiteten auf der Werft als Schweißer Sektion Doppelboden und in der Entrostung-letzteres war Knochenarbeit.Habe öfters gesehen--das die Strafgefangenen das gleiche Kantinenessen bekamen wie wir Werftarbeiter--ausgeschlossen war das Wahlesses.Wenn man mit den Strafgefangenen unmittelbar in nächster Nähe zusammen arbeitete--steckte man ihnen Zigaretten zu--das war ganz Normal nur man durfte sich nicht erwischen lassen.Bewacht wurden die Strafgefangenen von einen Uniformierten und von 3.ehemaligen Werftarbeitern die kurz vor der Rente standen.Es kam auch vor--das so eine Kolonne ohne Bewachung anrückte zu Arbeit.Klar wird so mancher nun ins Grübeln kommen --aber das gab es. Ich sagte immer--das sind leichte Fälle,die nur ne alte Oma die Handtasche geklaut haben.Gruß Rostocker
PS: OK das hat nun nichts mit den Politischen Gefangenen zu tun--Politische Gefangene hat doch fast jeder Staat--selbst Demokratieren sperren ihre Gegner weg-die anders Denken-siehe Guatamno auf Kuba--ein illegales Gefangenlager der USA wo keine völkerrechtlichen Gesetze bestehen sondern nur Folter und das Wegsperren Gruß Rostocker


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#210

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 04:34
von Gelöschtes Mitglied
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> korrigierter Text
Meine Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht.
Einmal erreichen wir alle unsere Grenzen im Leben, es scheint inDeutschland geht es nicht ohne Grenzen ab. Diese hier mutet fuer mich an heute, genauso als ich 1988 im Niemandsland lag in Eis und Schnee, so schlecht geht es mir. Will ich doch denen am Ende eine kleine Freude bereiten durch diese Aussage bei denen ich 'Minuspunkte' gemacht habe, wie mir mitgeteilt wurde. Heute Abend war der Punkt erreicht nach einem Email vor Stunden, vor dem ich mich noch nicht wieder erholt habe. Und wenn der vermeintliche Freund mir solche Unterstellungen macht, wie soll ich dem wirklichen Gegner gegenuebertreten? Was soll ich noch mitteilen, um mich verstaendlich zu machen? da nuetzen auch keine korrigierten Texte mehr etwas fuerchte ich. Ich moechte mich bedanken bei denen, die am Sonnabend zum Thema Politische Gefangene in Der DDR, psychisch krank, sich in PNs, Emails aeusserten und auch offen. Ich habe mich ueber die Briefe sehr gefreut. Es waren viele dabei, die unter dem Ministerium fuer Staatssicherheit in politischer Haft waren, die mir bestaetigten, dass sie meine Ausfuehrungen sehr wohl verstanden haben. So rieten mir sowohl Genossen als auch Ex-Gegner zu bleiben. Das ist meine letzte Erklaerung dazu: Auch wenn diese wiederum nicht richtig verstanden wird. Ich werde ueber das nachstehende nicht mehr diskutieren. Das von mir erwaehnte 'Stasi-Syndrom' wird mich wohl als Synonym begleiten, obwohl wie ich eine deutliche Erklaerung abgab, dass ich es so nicht gemeint habe. Ich beobachte immer mehr, dass gerade die, die eine Sonderstellung in der Gesellschaft fuer sich als selbstverstaendlich beanspruchen, den anderen nicht zu Wort kommen lassen, schon gar nicht den Andersdenkenden, das gilt jedoch fuer beide Seiten.Damit meine ich nicht die, die inhaftiert waren. Moegen noch so nette Floskeln geschrieben werden. Diese wollen weder aufklaeren, noch Diskussion betreiben, nicht mit dem Gegner von einst sprechen, sie wollen nur anklagen. Selbst sind diese dann schnell dabei aus der Haut zu fahren, wenn man, auch noch so vorsichtig mit Worten umgeht. Ich wuenschte ich koennte Euch alle eine blau getoente Brille schenken, die dann die rote Aura um mich z.B. in eine lila aura verwandeln wuerde. Unter Umstaenden koennten einige besser zuhoeren, bei anderen schliesse ich das auch bei dieser Brille vollkommen aus, so sehr sind diese hassgesteuert. Ich habe mir Muehe gegeben, aber der Hass und auch die Dinge, die Unrecht waren, sind scheinbar irreparabel. Wir hatten es wieder mit Obszoenitaeten zu tun, die mir zu denken geben, dass ich anderswo weitaus mehr Verstaendnis erreichen kann und wo ich doch Ergebnisse erzielen kann. Ob man das rote Geschwuer genannt wird, oder ob es einem 'zusteht wie Bin Laden, Schuss in den Kopf und ab in den Teich'. Manchmal handelt es sich sogar um einen Freund, der nicht erkennen kann, was man ihm versucht zu sagen, es wird die Ideologie dann beschimpft - das ist mir heute sehr nahegeangen, weil all das alles zusammen eine Mauer ergibt,die zehnmal hoeher und dicker ist als die Berliner jemals war, und, diese muss ich nicht mehr erklimmen. Da stehe ich am Fusse dieser Mauer und muss aufgeben, wenn anonyme Subjekte ihre braue Jacke aus dem Kleiderschrank holen, wo diese gepflegt hing. 'Euch Roten werden wir zeigen was in Deutschland los ist.' Kein Kommentar dazu. ALLE haben mit der Mauer gelebt, ich habe besonders viel und besonders schwer daran zu tragen gehabt,wie andere auch. Meine Angelegenheit ist das nach wie vor, die ich niemanden nachtrage, und niemanden jemals in die Schuhe schieben werde, ich bekam ebenso wenig Menschlichkeit und wie ich lernen musste erneut, steht es mir bis heute nicht zu. Jedem dem Unrecht widerfahren ist moechte ich sagen, dass es mich NIE Muehe gekostet hat, immer wieder die Hand zu reichen. Und, dass ich diese Menschen verstehe, besonders die, die in politischer Haft sassen. Ich weiss was das bedeutet. Allerdings bin ich jetzt an einem Punkt angelangt wo ich nichts mehr zu sagen habe. Und wenn die Leute behaupten sie haetten keinen Hass mehr, ist das eine glatte Luege. Sie hassen in sich, sie wollen nicht vergessen, sie koennen teilweise nicht. Das steht ihnen zu, sie duerfen so handeln und denken.Andererseits habe ich es satt, getreten zu werden. Ich habe meine Strafe abgessen, wurde nachdem in Deutschland wie eine Aussaetzige behandelt. Ich wurde so behandelt, wie ich es noch nie einem Menschen angetan habe. Im Gegenteil, ich war weiterhin immer offen fuer die, die von der anderen Seite kamen und mir ihre Geschichte erzaehlten. Insofern, koennen einige hier mich vielleicht etwas verstehen. Vieles was hier von beiden Seiten geschrieben wurde stimmt. Man muss nur dem anderen zuhoeren. ich habe nur das Gefuehl es werden diese Floskeln immer wiederholt und es kommt nix dabei heraus. Setzt Euch auseinander wie es sich fuer gescheite und anstaendige Menschen gehoert.
Ich glaubte, ich haette deutlich erklaert, was ich gemeint habe zum Stasi-Syndrom. Nun werde ich auch noch beschuldigt, mit dem SET800 auf einer Schiene zu fahren und solidarisch mit ihm zu sein! Das schmerzt mir unendlich, dass ich nicht verstanden werde und mir Dinge unterstellt werden, die jeder Grundlage entbehren. Da ich nicht weiss, wie diese Aussage sich ausweiten wird, ziehe ich mich zurueck. Larissa


zuletzt bearbeitet 24.05.2011 04:37 | nach oben springen

#211

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 08:49
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von Gert
Ja, Merkur da stimmen wir weitgehend überein. Nun gibt es aber noch einen Punkt der hierbei überhaupt nicht zur Sprache kam. Das ist der Teil des MfS, den ich mal als den Unterdrückungsapparat des Volkes nenne. Ich glaube inhaltlich verstehst du mich, ob diese Abt. nun 4711 hieß oder wie auch immer, ist eh wurscht. Dieser Teil des MfS war in Wirklichkeit aber der aktivste und nach innen wirksamste mit all seinen Facetten. Wenn man nun mal eine Gewichtung vornimmt, so buche ich mal 70 % des Gesamtbeschäftigungsvolumens auf diesen Teil, während ich die Punkte 1 -5 aus den vorigen Posts auf die restlichen 30 % verbuche. Gehst du da mit mir ?



Nein Gert, hier stimme ich nicht mit Dir überein. Die Arbeit der Linie XX (PiD und PUT) machte nicht die Dimension aus, die Du dir vorstellst.





Nun Merkur, ist auch egal ob 70% oder 30% oder was auch immer, jedenfalls war dieser Teil ( PiD und PUT) des Unterdrückungsapparates derjenige, der in der öffentlichen Wahrnehmung am meisten "punktete". Natürlich kann ich mir ein Organigramm des MfS besorgen und dann hinter jede Abt. Bezeichnung schreiben, wie ich sie heute einschätze, mit welchen Anteilen. Aber was soll das heute noch ? Wichtig ist mir die Darstellung der Wirkung des MfS und die war negativ in jeder Hinsicht. Solche Einrichtungen braucht kein Staat.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#212

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 09:49
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Zitat von Gert
Zitat Nostalgiker: [i]Mein Eindruck ist das es auch Heute politisch so gewollt ist das sich der Fokus bei der Beschäftigung mit dem MfS genau auf diesen Bereich XX richtet.[/i]

Nun nachdem du fast ein Buch geschrieben hast , um die Heldentaten des MfS zu verklären , mal ein paar Zahlen gegooglet, müßten aber ungefähr stimmen.
Die Leute die dem MfS immer die Verklärung ihrer Arbeit das Wort geredet haben, schieben den Teil des MfS in den Vordergrund, der mit Auslandsaufklärung zu tun hatte. OK.
Diese Abt. hiess HVA ( Hauptverwaltung Aufklärung ) Personalbestand etwa 2100 Mitarbeiter ( am Ende 1990 )
Das entspr. Pendant in der Bundesrepublik hiess und heisst BND und hat einen Personalbestand von etwa 6000 Mitarbeitern (in 2005)
Die Verhältniszahl zwischen beiden Geheimdiensten also etwa 1:3, diese Zahl entspricht auch der Verhältniszahl der Bevölkerung der beiden deutschen Staaten. Also bis dahin plausibel und OK. Diese genannten Leute haben wohl diesen Job gemacht.

Nun aber steht der Personalbestand des MfS 1989/90 mit etwa 91.000 Mitarbeitern hauptamtliche ohne Im's in den Büchern. 91.000 ./. 2100 Mitarbeiter HVA macht nach Adam Riese 88.900 Mitarbeiter, die nicht mit Spionageabwehr, Spionage und ähnlichem zu tun hatten. Was haben diese Leute im MfS gemacht ? Das ist meine Frage?

Gruß Gert



@Gert,

da Dir schon von anderer Seite hier dringendst empfohlen wurde Dich endlich mal mit dem Aufbau und der Struktur des MfS zu beschäftigen möchte ich diese Bitte nur unterstützen und nicht weiter ausführen.

Ansonsten möchte ich gerne von Dir wissen wo ich Deiner Ansicht nach versucht habe "die Heldentaten des MfS zu verklären".
Gelinde gesagt finde ich diese für mich persönliche Unterstellung ziemlich grenzwertig.
Tipp von mir an Dich persönlich. Wenn Du nicht sachlich diskutieren kannst; lass es einfach bleiben.

Gruß
Nostalgiker




Nostalgiker, der Aufbau dieses Unterdrückungsapparates interessiert mich einen Sch.... Dreck. Und die Methode, mich als Unwissenden darzustellen, haben auch schon andere hier versucht. Ich sage dir etwas, auch das geht mir irgendwo an etwas vorbei.
Mir geht es darum, das MfS als das anzuprangern was es war. Ein Instrument der herrschenden Klasse, die sich Arbeiterklasse nannte, in Wirklichkeit so gut wie nie Handarbeit gemacht haben und tatsächlich eine kommunistische Funktionärskaste darstellte.Sie sind aber intensiv geschult worden, angefangen bei Stalin im Hotel Lux in Moskau bis hin zur Kaderschmiede der Unterdrückungsknechte in Potsdam, wie man ein Volk unterdrückt. Und noch etwas, das was ich hier schreibe ist nicht gegen das Volk, das in diesem Staate lebte, gerichtet. Diese Menschen habe fleißig und ordentlich gearbeitet und gelebt und sind dafür von der Staatspitze belogen und betrogen worden ( ich zitiere nur ein Beispiel "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen").

Gruß vom Rhein


.
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#213

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 10:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Kaderschmiede der Unterdrückungsknechte in Potsdam @Gert

Gert ohne jetzt auf die Forenregeln zu verweisen nur eine kleine Frage, meinst Du einem halbwegs normalen Miteinander und einer damit einhergehenden Diskussionskultur sind solche Äußerungen zuträglich? Es könnte durchaus Personen hier geben, die sich von solchen Sätzen beleidigt fühlen könnten.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#214

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 10:56
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert,

wäre es nicht besser wenn Du Dir erst einmal Wissen über das aneignest was Du meinst so vehement anprangern zu müßen?
Deine Gebetsmühlenartig wiederholten Behauptungen machen auch nach der x-ten Wiederholung aus diesen keine Tatsachen.
Etwas mehr Sachlichkeit wäre dienlich.
Diese drögen, pauschalisierten Aussagen helfen keinem weiter.

"Offiziell" und formal waren die Haftanstalten in der DDR dem MdI unterstellt. Inwieweit es Verflechtungen mit dem MfS gab steht auf einem anderen Blatt und wäre durchaus einer detaillierten Betrachtung wert.
Allgemein bekannt ist das "Bautzen II" faktisch vom MfS kontrolliert wurde da dort eine hohe Konzentration von Inhaftierten gab welche im 'internen' Sprachgebrauch als "Gegner der DDR" tituliert wurden.
Das MfS unterhielt Untersuchungshaftanstalten, den Umgangssprachlich bekannten "Abschiebeknast" in Karl-Marx-Stadt und war wie gesagt in Bautzen II ziemlich aktiv.

Die Berichte derjenigen die hier von ihren eigenen Erfahrungen in den Haftanstalten der DDR und dem Umgang mit diesen geschrieben haben sind von sehr viel mehr Sachlichkeit und Objektivität geprägt wie Deine Attacken welche genau diese Attribute schmerzlich vermissen lassen.

Wenn ich schon die Regierungsform der DDR betrachte so hat sie durchaus absolutistische Züge.
Es herrschte eben nicht die SED oder gar die Funktionärskaste, wenn überhaupt übte das Politbüro der SED die Macht aus und dort wiederum auch wieder diejenigen welche vom "Chef" mit entsprechenden Machtbefugnissen ausgestattet wurden.
Alle Anderen im 'Machtapparat' waren um es ganz simpel auszudrücken Handlanger welcher mit einer differenzierten Form von Begünstigungen, Vorteilen und der Androhung von Verlust selbiger bei der Stange gehalten worden sind.

Jede Staatsform ist auch eine Machtform und je nach Eigenverständnis formt sie sich genau die Strukturen welche ihren Machterhalt garantieren sollen und wendet sie auch an.

Wer zu dieser Machtform auf Konfrontation geht, aus welchem Grund auch immer, bekommt diese Macht zu spüren. Auch wenn es zynisch klingt und im Einzelfall tragisch ist, es ist so.

Gruß
Nostagiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#215

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 11:24
von turtle | 6.961 Beiträge

Das war das eigentliche Thema:

Berlin/Bonn (dpa) - Alpträume, Schlafstörungen, Existenznöte: Viele der rund 200 000 ehemaligen politischen DDR-Häftlinge leiden noch heute unter körperlichen und seelischen Traumata. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Sozialwissenschaftlerin Sibylle Plogstedt, die das Schicksal von mehr als 800 Ex-Inhaftierten untersucht hat. «20 Jahre nach der Deutschen Einheit sind die Häftlinge noch nicht zur Ruhe gekommen», sagte Plogstedt der Nachrichtenagentur dpa. Die Folgen teils jahrelanger Pein reichten bis hin zu Selbstmordgedanken.

Die Studienergebnisse sind in Plogstedts Buch «Knastmauke. Das Schicksal von politischen Häftlingen der DDR nach der deutschen Wiedervereinigung» nachzulesen. Die Autorin kritisierte auch die Rentenhöhe von 250 Euro für Opfer des SED-Regimes. «Die Opfer des Nazi-Regimes bekommen 750 Euro. Das ist eine sehr erhebliche Opferhierarchie.»

Quelle:
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/reg...-oft-krank.html

Gebracht hat es wie immer sobald das Wort Stasi auftaucht Zoff ! Einen Rausschmiss ,einen Austritt und jede Menge Emotionen brachte dieser Thread auch noch!
Dabei war im Ursprungsbeitrag das Wort Stasi nicht einmal vorhanden. Mit dem ursprünglichem Beitrag haben die Letzten Antworten nichts mehr zu tun. Wie so oft hat sich etwas in eine andere Richtung bewegt. Kann man das nicht abkoppeln? Dann kann es weitergehen mit dem pro und kontra. ,freue mich schon darauf wenn dann Wosch wieder mitmischt. Langweilig wird es bestimmt nie .
Allein das Wort Stasi elektrisiert !
Gruß Peter(turtle)


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#216

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 12:04
von turtle | 6.961 Beiträge

Der Link funktioniert nicht! Einfach auf den Ursprungsbeitrag von Angelo gehen. Der Link funktioniert!


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#217

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 12:08
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wie Recht Du hast @Peter und eins noch als Ergänzung zu Deiner Feststellung, das MfS brachte der Beitrag #9 ins Spiel. Bis dahin ging es noch allein um den wissenschaftlichen Gehalt dieser "Studie".


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#218

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 12:16
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Die Berichte derjenigen die hier von ihren eigenen Erfahrungen in den Haftanstalten der DDR und dem Umgang mit diesen geschrieben haben sind von sehr viel mehr Sachlichkeit und Objektivität geprägt wie Deine Attacken welche genau diese Attribute schmerzlich vermissen lassen.



auch mir ist das aufgefallen und würde meine these stützen, dass die eigentlichen betroffenen am sachlichsten darüber reden... wenn man in diesem tread den ganzen sing-sang (und "schaum-vor-dem-mund" gequatsche) löschen würde, hätte man hochinteressante sachliche berichte von "augenzeugen".


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#219

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 12:24
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Hallo Turtle,

gut das Du auf den ursprünglichen Ausgangspunkt dieses Thread verwiesen hast.
Auch mir geht dieses anspringen auf das Wort 'Stasi' gehörig daneben. Genug davon, jedenfalls in diesem Thread (Hoffentlich)

Wie gesagt ich habe dieses Buch nicht gelesen weil ich darin, mit verlaub, einen politisch/ideologischen Grundtenor vermute welcher wie folgt in einer Besprechung des Buches in der Welt vom 12. Feb. 2011 nachzulesen ist. (Steht auf der Amazonseite des Buches.)
Hier ein Auszug:
Mit Recht wird in der Studie davon ausgegangen, dass die wiedergewonnene Einheit Deutschlands in erster Linie auf den Widerstand der DDR-Bevölkerung zurückzuführen ist. Zu diesen Widerständigen gehören auch die politischen Häftlinge, auch und gerade dann, wenn die Taten, deretwegen sie verurteilt wurden, von ihnen gar nicht begangen waren oder in zivilisierten Staaten nicht strafwürdig sind; so etwa der Versuch, den Staat zu verlassen, eine angeblich asoziale Lebensführung oder kritische Äußerungen über die herrschende Politik. Gerade die Tatsache, dass das überhaupt und zudem mit unverhältnismäßig harten Strafen verfolgt wurde, dass also das Wesen dieser Staatsform in Repression bestand, macht die Verurteilten auch dann zu Widerständigen, wenn sie selbst Widerstand gar nicht beabsichtigt hatten.

Ich lass das zitierte mal so stehen.
Nur soviel, eine zeitlang hatte ich beruflich mit Menschen zu tun; nicht gewollt; die 'eine angebliche asoziale Lebensführung' hatten.
Das solche Leute, wenn sie wegen dieser 'Lebensführung' in der DDR verurteilt wurden nachträglich zu Widerständlern hochstilisiert werden empfinde ich als Schlag ins Gesicht derer die aus wirklichen politischen Gründen in der DDR im Gefängnis gesessen haben.

Übrigens habe ich um diese ganze Problematik besser zu verstehen einige wirklich gute Veröffentlichungen von Betroffenen gelesen.
Erstaunlich für mich war das ich zwar im Fokus der Bobachtung stand aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen trotzdem verschont blieb.
Denn einiges was bei ihnen der Anlass für Verhaftung und Verurteilung war habe ich auch getan.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#220

RE: Politische frühere DDR-Häftlinge oft krank

in Themen vom Tage 24.05.2011 12:32
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
@Gert,

wäre es nicht besser wenn Du Dir erst einmal Wissen über das aneignest was Du meinst so vehement anprangern zu müßen?
Deine Gebetsmühlenartig wiederholten Behauptungen machen auch nach der x-ten Wiederholung aus diesen keine Tatsachen.
Etwas mehr Sachlichkeit wäre dienlich.
Diese drögen, pauschalisierten Aussagen helfen keinem weiter.

"Offiziell" und formal waren die Haftanstalten in der DDR dem MdI unterstellt. Inwieweit es Verflechtungen mit dem MfS gab steht auf einem anderen Blatt und wäre durchaus einer detaillierten Betrachtung wert.
Allgemein bekannt ist das "Bautzen II" faktisch vom MfS kontrolliert wurde da dort eine hohe Konzentration von Inhaftierten gab welche im 'internen' Sprachgebrauch als "Gegner der DDR" tituliert wurden.
Das MfS unterhielt Untersuchungshaftanstalten, den Umgangssprachlich bekannten "Abschiebeknast" in Karl-Marx-Stadt und war wie gesagt in Bautzen II ziemlich aktiv.

Die Berichte derjenigen die hier von ihren eigenen Erfahrungen in den Haftanstalten der DDR und dem Umgang mit diesen geschrieben haben sind von sehr viel mehr Sachlichkeit und Objektivität geprägt wie Deine Attacken welche genau diese Attribute schmerzlich vermissen lassen.

Wenn ich schon die Regierungsform der DDR betrachte so hat sie durchaus absolutistische Züge.
Es herrschte eben nicht die SED oder gar die Funktionärskaste, wenn überhaupt übte das Politbüro der SED die Macht aus und dort wiederum auch wieder diejenigen welche vom "Chef" mit entsprechenden Machtbefugnissen ausgestattet wurden.
Alle Anderen im 'Machtapparat' waren um es ganz simpel auszudrücken Handlanger welcher mit einer differenzierten Form von Begünstigungen, Vorteilen und der Androhung von Verlust selbiger bei der Stange gehalten worden sind.

Jede Staatsform ist auch eine Machtform und je nach Eigenverständnis formt sie sich genau die Strukturen welche ihren Machterhalt garantieren sollen und wendet sie auch an.

Wer zu dieser Machtform auf Konfrontation geht, aus welchem Grund auch immer, bekommt diese Macht zu spüren. Auch wenn es zynisch klingt und im Einzelfall tragisch ist, es ist so.

Gruß
Nostagiker




@Nostalgiker
Also, wenn ich dich richtig verstehe, so war Erich Honecker der einzig Verantwortliche und Schuldige? Er hat die Macht an die ihm Unterstehenden "verliehen" zu den von dir genannten Bedingungen ? Wenn das so stimmt, dann widerspreche ich all denen, die da sagen, Geschichte wiederholt sich nicht. Ich kann mich erinnern, schon einen solchen Hyperverantwortlichen in der deutschen Geschichte kennen gelernt zu haben. Die Millionen Parteigänger damals waren auch nur in der Partei, weil sie "mussten". Alles schon mal dagewesen.


Gruß Gert


.
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