#21

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.05.2011 19:57
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Waren die Steuerforderungen aus Deiner Sicht etwa nicht berechtigt @Nostalgiker


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#22

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.05.2011 20:28
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Waren die Steuerforderungen aus Deiner Sicht etwa nicht berechtigt @Nostalgiker



Schlicht und ergreifend: NEIN!!!!

Wie das "Recht" gebeugt wurde; speziell zu diesem Thema; kannst Du in diesem Beitrag, Hier klicken, nachlesen.

Es geht hier nicht um das Meißner Sahnekännchen welches in Omas Buffet stand.

Ich kenne durchaus Leute welche durch Erbe und überhaupt Familie als solche im Privatbesitz von Antiquitäten waren über die genau diese Kriminalisierung hereinbrach wie eine Naturkastrophe.
Oder wie kannst Du es erklären das sie gezwungen wurden unter Anderem ein Gemälde welches sich immer im Familienbesitz befand (der Maler war ein direkter Vorfahr und Werke von ihm hängen in der Dresdner Gemäldegalerie) mit der Begründung als "nationales Kulturgut" und dem (besonders perfide) Vorbeugen der illegalen Ausfuhr in den Westen ersatzlos konfiziert wurde?
Sie hatten Glück Sie wurden nur ihr Bild los.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

zuletzt bearbeitet 17.05.2011 20:29 | nach oben springen

#23

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.05.2011 21:49
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Gert
wie seine Erben hier im Forum ungeniert mit diesem Dienst prahlen und ihn dann auch noch mit dem Mossad auf eine Stufe stellen



Zeigst Du mir die betreffende Stelle, oder darf ich diese Aussage als das bezeichnen was sie ist?




#13


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#24

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.05.2011 22:11
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Es hat schon was für sich @Nostalgiker als Erben des MfS hinzustellen. Unter Erben verstehe ich hier vielleicht ehem. MA, und von diesen zeigst Du mir diese Aussage doch bitte noch einmal.

Danke


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#25

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.05.2011 22:29
von EK86II (gelöscht)
avatar

Zitat von Gert
Es müsste dir doch wie Öl runtergehen, wie seine Erben hier im Forum ungeniert mit diesem Dienst prahlen und ihn dann auch noch mit dem Mossad auf eine Stufe stellen. Nicht sehr prickelnd......

Gruß Gert



Mossad und Stasi kann man wirklich nicht auf eine Stufe stellen. Gezielte Morde kann man der STASI wohl nicht zu ordnen, beim Mossad ist das gängige Praxis! Man komme hier bitte nicht mit dem Suff-Unfallopfer Eigendorf, oder dem Fall Gartenschläger. Bei der Effizienz kann man schon eher einen Vergleich ansetzen.

Peter


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#26

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.05.2011 22:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nun ja, der Bericht beschreibt den Vorgang recht einseitig. Wie auf der Grundlage des VStG abenteuerliche Berechnungen zu realisieren gewesen sein sollen erschließt sich mir nicht. Auch ist es doch sicher für jeden hier mehr als verständlich, eine fällige Steuerschuld schnellstmöglich einzufordern. Besonders würde mich ja die angebliche Folter in der Haft interessieren und dann gar noch ein Todesfall... bei welchem Organ soll dies vorgekommen sein und ist dies belegt? Die angeführte Sammlung von 6,5 Mio Mark hätte eine jährliche VSt von ca. 200.000 Mark nach sich gezogen, durchaus ein Bereich in dem wir also an einer ordnungsgemäßen Begleichung derselben zweifeln dürfen. Somit war ein Einzug der Vermögenswerte sicherlich mehr als gerechtfertigt.

Was Dein Beispiel der Personen mit nationalem Kulturgut betrifft, so müsste man die Akten und den Vorgang kennen. Nur so wäre eine umfassende Würdigung des Sachverhaltes möglich! Die DDR war dem von ihr unterzeichneten Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut verpflichtet. Die Übertragung in nationales Recht erfolgte durch das Gesetz zum Schutz des Kulturgutes der DDR. Auf dessen Basis und seiner Durchführungsbestimmungen war die Kunst/Kulturgutschutzkommision tätig, die sicher auch in diesem Fall die Federführung hatte. Von daher habe ich keinerlei Anlass für Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit dieser Maßnahme.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 17.05.2011 22:37 | nach oben springen

#27

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 00:21
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Felix.D
Was Dein Beispiel der Personen mit nationalem Kulturgut betrifft, so müsste man die Akten und den Vorgang kennen. Nur so wäre eine umfassende Würdigung des Sachverhaltes möglich! Die DDR war dem von ihr unterzeichneten Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut verpflichtet. Die Übertragung in nationales Recht erfolgte durch das Gesetz zum Schutz des Kulturgutes der DDR. Auf dessen Basis und seiner Durchführungsbestimmungen war die Kunst/Kulturgutschutzkommision tätig, die sicher auch in diesem Fall die Federführung hatte. Von daher habe ich keinerlei Anlass für Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit dieser Maßnahme.



Hallo Felix,

ich werde mich hüten im Web detailliertere Familieninterna breitzuwalzen.
Was die Rechtsstaatlichkeit betrifft, das bewußte Bild hing bis Anfang der 80ger Jahre völlig ahnungslos im Wohnzimmer. Es wurde im Werkskatalog des Künstlers als im Besitz der Familie aufgeführt. Es wurde für bestimmte Ausstellungen ausgeliehen und wieder an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben.
Bis 1961 wäre es kein Problem gewesen dieses Bild einem Zweig der Familie in der BRD zukommen zu lassen. Nur war in dieser Frage kein "Handlungsbedarf" von familiärer Seite.
Wieso mußte dann das Bild Anfang der Achtziger geschützt werden und vor allem vor wem?

Wie die von Dir gelobte Kunst/Kulturschutzkommission arbeite kannst Du gerne hier nachlesen.
Leider nur auszugsweise, das Buch ist aber bestimmt in der Stadtbibliothek auszuleihen um die nicht angezeigten Seiten auch zu lesen.

"Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig" heißt eine Novelle von F. Werfel.
Dies auf Deinen Beitrag bezogen, ich kann alles argumentativ so drehen das zum Schluß das Opfer zum Täter wird.

Gruß
Nostalgiker


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#28

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 07:19
von Gelöschtes Mitglied
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Koennte es sein, das dass betreffende Bild, weil es eben im Werkkatalog stand, versichert wurde, und dort der Wert eingetragen wird? Logisch, dass dann dieser Wert als gegeben genommen wird, dann hat man eben Vermögen.

Und dann werden eben Steuern erwartet. Ja, zund zahl mal heute keine Steuern......

Andererseits finde ich den Verkauf von Kunst völlig legitim. Wenn ich keine Kohle habe, wird eben das Tafelsilber vergoldet.


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#29

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 08:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo @EDGE, aus dem Beitrag von @Nostalgiker entnehme ich, dass dieses Bild für Ausstellungen von Seiten der Besitzer verliehen wurde. Daher gehe ich davon aus, dass die Möglichkeiten dieses Gemälde von der Steuer zu befreien genutzt wurden. Von einer Steuerschuld als Grund lese ich auch nichts, er bezieht sich explizit ja auf den Passus "Schutz von Kulturgut".

Familieninterna habe ich weder verlangt noch erwartet @Nostalgiker. Mir ging es nur darum allgemein darauf hinzuweisen, dass ohne die genaue Faktenlage niemand von uns eine gültige Bewertung des Falles vornehmen kann. Warum das Bild nun in den 80ern plötzlich geschützt werden muss werden wir auch nicht ergründen können, vielleicht lies der Erhaltungszustand darauf schließen, oder man war angesichts der anschwellenden Ausreisewelle aufgeschreckt. Möglichkeiten gibt es also viele.
Interessant in diesem Zusammenhang wäre jedoch zu wissen, ob es für den Einzug des Gemäldes eine Entschädigung gab und was mit dem Gemälde anschließend passierte. Wurde es in ein Museum verbracht so sehe ich keinerlei Grund an der offiziellen Begründung (Schutz von Kulturgut) zu zweifeln. Sollte es jedoch für Devisen ins NSW verbracht worden sein, so gehe ich durchaus mit dieses Vorgehen als Unrecht zu bezeichnen. Eventuell kannst Du darüber etwas berichten?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#30

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 09:01
von Polter (gelöscht)
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Ich komme noch einmal auf den Ausgangspunkt der ZDF - Sendung vom 8.11.1991 zurück. Für Hinweise zum geschilderten Fall war
eine beträchtliche Summe ausgelobt. Kann heute nachvollzogen werden, welche Erfolge die Sendung gebracht hat?
In diesem Zusammenhang ist für mich auch interessant, wie unsere Justiz mit diesen kriminellen Machenschaften ungegangen ist. Gab es denn Gerichtsverfahren?
Bei Google bzw. bei Wiki hab ich gelesen, daß der BND durch den Ubertritt eines hochrangigen Mitarbeiter des Schalkimperiums in
den Westen schon Anfang der 80er Jahre Bescheid wußte.


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#31

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 09:21
von grenzergold | 187 Beiträge

Gesetz zum Schutz des Kulturgutes der Deutschen Demokratischen Republik vom 3. Juli 1980.


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#32

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 10:01
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Felix,

Zitat
Mir ging es nur darum allgemein darauf hinzuweisen, dass ohne die genaue Faktenlage niemand von uns eine gültige Bewertung des Falles vornehmen kann.


Der Hinweis als solcher ist richtig. Ich kenne die Fakten, finde aber trotzdem das sie hier nicht publiziert werden sollten. Jedenfalls von meiner Seite. Bitte dies zu akzeptieren.

Zu Deinen weiteren Fragen
Nein, es wurde keine "Entschädigung" gezahlt.
Es wurde im Magazin des Museums eingelagert und dann "veräußert".

Zur Thematik in diesem Thread erschien Heute in der Berliner Zeitung unter Überschrift "Kunstraub ohne Gesetzesbruch" ein interessanter Artikel.
Nachstehende Aussage finde ich sehr interessant, gerade in Bezug auf die Bemerkung von Felix hin der sich nämlich fragte ' Wie auf der Grundlage des VStG abenteuerliche Berechnungen zu realisieren gewesen sein sollen erschließt sich mir nicht.'

Etwas Licht ins dunkel bringt, denke ich, folgender Abschnitt im bewußten Artikel der BZ:
"Denn mit deutscher Gründlichkeit hatten die DDR-Behörden die juristischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dem klammen SED-Staat zusätzliche Möglichkeiten der Deviseneinnahme zu schaffen. Der Trick bestand darin, das normale Vorgehen eines Sammlers, also den Tausch sowie den An- und Verkauf von Exponaten, als gewerbliche Tätigkeit einzustufen, die entsprechend besteuert wird - mit über 90 Prozent. Auch antiquarische Möbel galten nicht als steuerfreier Hausrat, sondern als Luxusgegenstände."
(Berliner Zeitung, 18. Mai 2011, Seite 27 "Kunstraub ohne Gesetzesbruch", Autor A. Förster)
Aus privater "Vermögenssteuer" wurde also eine gewerbliche "Umsatzsteuer" und letztere lag nun mal bei entsprechendem Umsatz in der DDR bei 90%.
Hier geht es zum gesamten Artikel

Ich hoffe das damit Deine Fragen hinsichtlich der "Errechnung der Steuerschuld" wenigstens in den Grundzügen beantwortet werden konnten.
Wie im o. g. Artikel bereits festgestellt geht es mehr um eine moralische Schuld denn "Raub" setzt ja einen Gesetzesbruch voraus und das geschah eben nicht wie auch der Bundesgerichtshof feststellte.
Es wurden damals geltende Rechts- und Steuervorschriften angewendet.
Wie diese von den Machthabern entsprechend ihrer "Bedürfnisse" angepasst, gestaltet und ausgelegt wurden steht auf einem anderen Blatt.

@EDGE-Henning
"Andererseits finde ich den Verkauf von Kunst völlig legitim. Wenn ich keine Kohle habe, wird eben das Tafelsilber vergoldet."
Was Du mit Deinem Privateigentum veranstaltest geht keinen etwas an.
Nur reagiere ich allergisch wenn auf einmal etwas was mir gehört dem "Staat" gehört und er meint darüber verfügen zu können.
Wenn der Staat so dringend Geld brauchte hätte er doch zum Beispiel Stücke aus der "Staatlichen Kunstsammlung Dresden" verkaufen können. Nur mal so als Gedanke.

@Polter
Frage:
Worüber wußte der BND Anfang der Achtziger bereits Bescheid?
Über einen Mord welcher 1986 verübt werden sollte oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Gruß
Nostalgiker


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#33

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 11:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo @Nostalgiker erst einmal Danke für diesen äußerst sachlichen Austausch bei doch recht konträren Ansichten, dies ist hier (leider) keine Selbstverständlichkeit.

Nach Deiner Schilderung der entschädigungslosen Einziehung (ohne Steuerschuld?) zum Zwecke des Schutzes und anschließender Veräußerung komme ich nicht umhin zuzugeben, dass es sich, sofern dies zutrifft, auch in meinen Augen um Unrecht handelt. Dafür waren wir nicht angetreten, sowas ist abzulehnen und auch bekannt zu machen. Nur so können in einer fernen(?) Zukunft ähnliche Vorgänge vermieden werden, indem man aus solchen Fehlern lernt. Dies förderte sicher nicht gerade die Zustimmung der Dir bekannten Personen zu den Zielen und Positionen unseres Staates.

Der Artikel besticht leider in erster Linie durch seine galoppierende Oberflächlichkeit, der sicher auch solch falsche Angaben wie die 90%  Umsatz- bzw. Einkommensteuer zuzuschreiben sind.
1. War 90% nur der Höchstsatz für Unternehmer und Gewerbetreibende.
2. Sprechen selbst die Beispiele in dem von Dir verlinkten Buch (S.175) nicht von 90%. Sieht man sich die Summen an so landet man bei einer durchschnittlichen Steuerschuld von 25-50%, wobei zu bedenken ist, dass diese Summe ja über viele Jahre aufgelaufen ist. Der Höchstsatz laut VStG lag meines Wissens um die 3% und rechnen wir das auf einige Jahre hoch kommen auch die Summen in den Beispielen hin. Insofern ist der Artikel äußerst unseriös recherchiert, doch für die "breite Masse" wird es sicher reichen.

Von "abenteuerlicher Steuerberechnung" also keine Spur!

Mit Deinem Einwurf, bzgl. der staatlichen Kunstsammlung, liegst Du jedoch gar nicht soweit daneben. Dort wurden regelmäßig nicht mehr benötigte, bzw. durch unzureichende technische Aufbewahrungsmöglichkeiten vom Verfall bedrohte Stücke veräußert.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#34

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 18.05.2011 15:28
von Polter (gelöscht)
avatar

@Nostalgiker

Ich hab mich nicht korrekt ausgedrückt. Sorry!
Hab noch mal bei Google geschaut. Bei dem Mann, den ich gemeint hatte, soll es sich um einen H. Schuster handeln Er war IM der
Staatssicherheit und bis 1980 Generaldirektor der Kunst und Antquitäten GmbH. 1983 soll er mit Hilfe westlicher Geheimdienste in die BRD übergetreten sein.
Echt, mich würde wirklich interessieren, was die Schlapphüte mit ihrem so gewonnen Wissen angestellt haben.


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#35

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 21.05.2011 11:35
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
@Gert,

die von mir getroffene Aussage über die Effizienz von MfS, Mossad und das beide zu den erfolgreichsten der Welt zählen stammt nicht unbedingt von mir.
Einfach informieren und Du wirst feststellen das genau diese Aussagen von Analysten westlicher Geheimdienste stammen.

Wenn Du natürlich sachliche, pragmatische Diskussionen auf Grund von Erkenntnissen ablehnst und die politisch/ideologische Polemik vorziehst, bitte; ich kann Dich nicht daran hindern.
Nur empfinde ich dann Deine Beiträge nicht gerade besonders förderlich für das jeweilige Thema.

Zum Thema ein Link: Hier klicken

Ergänzend möchte ich noch das die "Kunst und Antiquitäten GmbH" 1972 gegründet und der Antikhandel Pirna, gegründet 1974 als Firmen des Bereiches Kommerzielle Koordinierung in enger Zusammenarbeit mit dem MfS, der Zollverwaltung und der Staatsanwaltschaft die planmäßige Enteignung von Kunst- und Antiquitätenbesitzern betrieb.
Das Ziel war nicht nur die Erwirtschaftung von Devisen sondern auch die ideologisch begründete Liquidierung des Privateigentums dieser Sammlungen und damit von bürgerlichen Relikten.
Der Abteilung VII/13 des MfS Hier kicken. Ab Seite 29, Punkt 2.2.6 ist die Aufgabenbeschreibung der Abt. 13 zu finden
oblag es nun die einschlägigen Informationen zu beschaffen um dann mit Hilfe der Staatsanwaltschaft gegen die betroffenen Personen Steuer- und andere Strafverfahren einzuleiten.
Im Regelfall wurden die Sammlungen zur Begleichung der "Steuerschuld" konfisziert um sie der KoKo zur "Verwertung" zur Verfügung zu stellen.
So wurde dem Kunst- und Antiquitätenraub das Mäntelchen einer rechtlichen Maßnahme umgehängt.

Genauso verwerflich wie diese Handlungsweisen sind auch die der Kunstraubaktionen nach dem 2. WK durch die Siegermächte einzuordnen.

Gruß
Nostalgiker





Kunstraub gab es schon vor dem MfS und den Alliierten: Hermann Göring war einer der größten Räuber, dann sind ja die Herren des MfS in guter Gesellschaft gewesen mit ihren Bemühungen, die " gesellschaftlichen Verhältnisse " ihren Vorstellungen anzupassen.
Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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#36

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 21.05.2011 12:06
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert,

so langsam habe ich die Befürchtung Du möchtest oder/und kannst nicht verstehen.

Zitat von Gert
Kunstraub gab es schon vor dem MfS und den Alliierten: Hermann Göring war einer der größten Räuber, dann sind ja die Herren des MfS in guter Gesellschaft gewesen mit ihren Bemühungen, die " gesellschaftlichen Verhältnisse " ihren Vorstellungen anzupassen.



Beim Kunstraub der Alliierten; West wie Ost; und im 3.Reich ging es um Kriegsbeute. Es wurden staatliche Kunstsammlungen der überfallenen, eroberten, besetzten Länder geraubt oder große Teile davon.
Der "Zweck" dieser Aktionen war es diese Kunstgüter entweder in zu schaffenden Museen auszustellen (Weltkunstmuseum in der UdSSR; ein Plan der nicht realisiert wurde.),und/oder sie wurden als Beute zur Begleichung von Kriegschäden im eigenen Land betrachtet oder verschwanden in Privathand wie der Domschatz zu Quedlinburg in der USA.
Ein Sonderfall ist in meinen Augen die Aneignung von Kunstgütern jüdischer Bürger im Dritten Reich. Sie "erkauften" sich mit der Veräußerung ihrer Privatsammlung die Ausreise und damit ihr Leben. Jedenfalls vor Beginn des zweiten Weltkrieges!

Bei dem hier diskutiertem Thema geht es um staatlich sanktionierte Aneignung von privaten Kunstsammlungen und Einzelstücke durch Firmen der DDR einzig und allein zum Zwecke der Veräußerung selbiger gegen Valuta ins NSW.

Es ist wirklich immer wieder erstaunlich für mich mit welchen teilweisen abstrusen Zirkelschlüssen Du das mit dem Dritten Reich hinbekommst.

Ein nicht besonders amüsierter
Nostalgiker


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#37

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 21.05.2011 13:05
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
@Gert,

so langsam habe ich die Befürchtung Du möchtest oder/und kannst nicht verstehen.

Zitat von Gert
Kunstraub gab es schon vor dem MfS und den Alliierten: Hermann Göring war einer der größten Räuber, dann sind ja die Herren des MfS in guter Gesellschaft gewesen mit ihren Bemühungen, die " gesellschaftlichen Verhältnisse " ihren Vorstellungen anzupassen.



Beim Kunstraub der Alliierten; West wie Ost; und im 3.Reich ging es um Kriegsbeute. Es wurden staatliche Kunstsammlungen der überfallenen, eroberten, besetzten Länder geraubt oder große Teile davon.
Der "Zweck" dieser Aktionen war es diese Kunstgüter entweder in zu schaffenden Museen auszustellen (Weltkunstmuseum in der UdSSR; ein Plan der nicht realisiert wurde.),und/oder sie wurden als Beute zur Begleichung von Kriegschäden im eigenen Land betrachtet oder verschwanden in Privathand wie der Domschatz zu Quedlinburg in der USA.
Ein Sonderfall ist in meinen Augen die Aneignung von Kunstgütern jüdischer Bürger im Dritten Reich. Sie "erkauften" sich mit der Veräußerung ihrer Privatsammlung die Ausreise und damit ihr Leben. Jedenfalls vor Beginn des zweiten Weltkrieges!

Bei dem hier diskutiertem Thema geht es um staatlich sanktionierte Aneignung von privaten Kunstsammlungen und Einzelstücke durch Firmen der DDR einzig und allein zum Zwecke der Veräußerung selbiger gegen Valuta ins NSW.

Es ist wirklich immer wieder erstaunlich für mich mit welchen teilweisen abstrusen Zirkelschlüssen Du das mit dem Dritten Reich hinbekommst.

Ein nicht besonders amüsierter
Nostalgiker




Nun ja, es gibt da nach meiner Einschätzung schon eine gemeinsame Plattform, auf der so etwas geschieht. Das ist das Unrecht mit dem so etwas durchgeführt wird. Und mit Unrecht meine ich auch, wenn man vorher Gesetze zusammenbastelt, die das Ganze bemänteln sollen. Auch Gesetze können verbrecherisch sein. Also von Zirkelbezügen kann keine Rede sein. Die Akteure haben irgendwo einen kleinsten gemeinsamen Nenner, um es mal mathematisch zu benennen. Ich weiss wovon ich Rede, meinen inzwischen verstorbenen Vater haben sie in seiner Selbständigkeit als Goldschmied und Handwerksmeister so fertig gemacht, dass er in keinen Schuhkarton mehr passte. Ich werde es ihnen nie vergessen. Einzelheiten werde ich hier verständlicherweise nicht veröffentlichen. Ob du nun darüber amused bist oder nicht, ist nicht der Leitgedanke meines Posts.

Gruß Gert


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#38

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.07.2011 18:42
von Gert | 12.356 Beiträge

Habe gerade auf 3sat einen interessanten Film gesehen. Dort wird behauptet, dass die Stasi auf Befehl Mielkes einen Schatz, den Sophienschatz aus Dresden raubte, um ihn auf dem internationalen Kunstmarkt zu Geld zu machen. Das Geld diente der Finanzierung der Auslandsspionage. Ein großer Teil des Schatzes konnte zurückgeholt werden.
Ausführende Firma KuA ( Kunst und Antiquitätenhandel ) aus dem Imperium des Stasi Oberst A. Sch...--- Gol..........

Hier die Programmbeschreibung aus 3sat

Geheimakte Sophienschatz
Film von Birgit Tanner und Carsten Gutschmidt


Es ist der größte Kunstraub der DDR: Im September 1977 stehlen Unbekannte den bedeutendsten archäologischen Fund der sächsischen Geschichte aus dem Dresdner Stadtmuseum: den Sophienschatz. Den Dieben gelingt der Coup bei helllichtem Tag, die Täter werden nicht gefasst. Auch der Schatz bleibt verschwunden. Seit Dezember 1977 gilt der Fall als "Cold Case". Deshalb scheint er auch der einzige ungelöste Fall von Jürgen Oelsner zu bleiben. Doch im Juli 1999 meldet sich bei dem neuen Dezernatsleiter für Sonderaufgaben im sächsischen Landeskriminalamt ein Kenner der Kunstszene und behauptet, der Sophienschatz stünde in Oslo zum Verkauf. Als Käufer getarnt will Oelsner den Schatz zurückbringen. Das Vorhaben gelingt, doch die Täter bleiben unbekannt. Erst im Sommer 2008 sagt ein Insider aus, der Auftrag zum Schatzraub sei aus dem Regierungsapparat gekommen, und zwar direkt aus dem Büro von Stasi-Chef Mielke.
Film über die "Geheimakte Sophienschatz".

edit Fehler


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zuletzt bearbeitet 17.07.2011 18:44 | nach oben springen

#39

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.07.2011 18:49
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Gert das ist doch Schwachsinn, die Legenden um den Sophienschatz hatten wir doch schon öfters thematisiert.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#40

RE: Wie die DDR Kunst in den Westen verkaufte

in DDR Politik Presse 17.07.2011 18:56
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Gert das ist doch Schwachsinn, die Legenden um den Sophienschatz hatten wir doch schon öfters thematisiert.




also war es die Gestapo oder wer ?

der Polizeikommissar aus Dresden, der bis heute an dem Fall gearbeitet hat, machte weder einen schwachsinnigen noch debilen Eindruck auf mich. Er berichtete in dem Film und belegte haarklein alle Fahndungserfolge seit dem Raub, die naturgemäß erst nach 89 so richtig in Gang kamen. Vorher wurden sie vorsorglich von interessierten Stellen in der DDR sabotiert

Gruß Gert


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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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