#1

Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 09:32
von joachim-wolter | 107 Beiträge

Bei uns in der "FREIEN PRESSE" am jetzigen Wochenende erschienen. Es geht um einen alten Traditionsbetrieb, der Elektroinstallation Annaberg. Dieser Arbeitgeber war einmal mit der Größte im Kreis Annaberg. Er wurde "Preisgünstig aufgekauft und soll nun platt gemacht werden. Weil es sich in Ungarn billiger produzieren läßt.

Traditionsbetrieb EIA schließt seine Tore
Annaberg (fp). Die Beschäftigten der M. Schneider GmbH sind frustriert. Die in Annaberg nur als EIA bekannte Firma wird bis Ende 2012 nach Ungarn verlagert. Der Traditionsbetrieb EIA steht vor dem Aus.
Geschäftsführer Falko Heinrich und Standort-Manager Andreas Altenhuber haben die Verlagerung der Produktion von elektronischen Sicherungen nach Ungarn gestern bestätigt.

EIA-Aus: Im Rathaus herrscht Empörung
Beschlossene Verlagerung nach Ungarn wird als inakzeptabel bezeichnet
Annaberg (fp). Die beschlossene Verlagerung des EIA-Produktionsstandorts in Annaberg-Buchholz lässt auch die Stadtverwaltung nicht kalt. Im Gegenteil, die Entscheidung durch die Firma Mersen wird als "völlig inakzeptabel" bezeichnet.
"Das habe ich Manager und Geschäftsführer Ende März sowie dem Direktor des Mutterkonzerns Mersen France SB, Marc Vinet, Anfang April auf der Hannovermesse auch gesagt", meinte gestern Thomas Proksch. Für den Wirtschaftsbürgermeister der Kreisstadt ist dabei nicht allein der Verlust von 80 Arbeitsplätzen und die Gefährdung weiterer 48 Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich des Lebenshilfewerkes ausschlaggebend, sondern auch die Geschichte des Werkes in einem wichtigen Branchenzweig der Stadt.

Die Geschichte des Elektroinstallationswerkes Annaberg (EIA) im Zeitraffer
Annaberg (fp). 1924: Grundsteinlegung als AEG. 1927/28: Aufnahme der Produktion von Elektromaterial mit annähernd 400 Mitarbeitern. 1928: Betrieb erhält Gleisanschluss an die "obere Bahn".
1948: Enteignung per Befehl der sowjetischen Militärs und Umwandlung zum Volkseigenen Betrieb (VEB).
1948: Der Betrieb wird verschiedenen Kombinaten der DDR zugeordnet.

Danach Produktion weltweit von Sicherungsautomaten und Schmelzeinsätzen für alle Bereiche.
Hier zeigt sich wieder einmal der Werdegang der "Deutschen Einheit". Erst Super billig einheimsen, ausnutzen und weil es woanders noch billiger geht, platt machen. Der Beispiele sind zahllos.

oder wie ist Eure Meinung?
Schreibt doch einmal wie es in Eurer Gegend so aussieht.
Gruß Joachim
Im Anhang das Bild des Hauptverantwortlichen. Herrn Andreas Altenhuber
Quelle: Freie Presse Kreis Annaberg-Buchholz vom 06.05.11 und 07.05.11

Angefügte Bilder:
Neokolonialist Andreas Altenhuber.jpg

zuletzt bearbeitet 08.05.2011 09:42 | nach oben springen

#2

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 11:33
von Gert | 12.356 Beiträge

@joachim wolter
zitat:Hier zeigt sich wieder einmal der Werdegang der "Deutschen Einheit". Erst Super billig einheimsen, ausnutzen und weil es woanders noch billiger geht, platt machen. Der Beispiele sind zahllos.

Joachim das ist sicher eine sehr traurige Nachricht und vor allem für die betroffenen Arbeitnehmer sehr bitter.
Aber deiner Wertung (rot markiert ) kann ich mich nicht anschliessen. Immerhin ist eine Zeitspanne von 21 Jahren Geschäftstätigkeit nach der Einheit vergangen. Da kann man nicht mehr von Auswirkungen der Einheit oder gar der Treuhand reden. Das Ereignis ist nach meiner Einschätzung der sog. Globalisierung zu verdanken. Dieser Unternehmer wird in Ungarn ein günstigeres Lohnniveau antreffen und vermutlich von der EU in Brüssel noch einen attraktiven Geldbetrag hinterhergeworfen bekommen, dafür dass er in Ungarn Arbeitsplätze "schafft"( man kann auch von Verlagerung sprechen )Solche Betriebsverlagerungen haben wir doch auch in den alten Bundesländern. Klassisches Beispiel hier in NRW die Fa. Nokia in Bochum , Verlust 4000 Arbeitsplätze nach Rumänien.
Wenn die" billigen" Arbeiter nicht zu uns kommen, gehen die Unternehmer zu denen nach Hause. Ist ein Sch e..ßspiel aber eben die Auswirkung der EU.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#3

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 11:51
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Für Betroffene ist es immer schwer zu Akzeptieren,wenn der Unternehmer seine Produktion verlagert,das ist auch absolut Verständlich,und auch Traurig.Sich in die Lage der Unternehmer zu versetzen ist nicht leicht,aber würden wir es denn nicht genau so machen wenn uns die EU die Möglichkeit dazu gibt? Beispiele vor allem aus dem Grenznahen raum gibt es zur genüge.Da wird Wäsch aus den Kliniken in Polen gereinigt und, und, und.Traurig aber leider wahr.


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#4

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 12:49
von Tobeck | 488 Beiträge

Diesen Prozeß gibt es in Westdeutschland schon seit den siebziger Jahren - Textilindustrie, Schuhindustrie, Lederindustrie, Elektroindustrie, Werften, Montanindustrie (Stahl und Kohle) und weitere Industriebranchen. In allen diesen Industrien wurden die Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagert, zuerst nach Südostasien und Lateinamerika, seit 1990 nach Osteuropa. Es waren vor allem die einfachen Tätigkeiten, die verlagert wurden - "unqualifizierte" Arbeitsplätze, wie z.B. das Nähen von Kleidung an Nähmaschinen, einfache Fließbandarbeiten, Montage. Geblieben sind "qualifizierte" Arbeitsplätze in der Verwaltung, Forschung- und Entwicklung, Ingenieurstätigkeiten, Design u.s.w., sowie nicht verlagerbare Tätigkeiten wie z.B. den Vertrieb vor Ort und Kundendienst. Mittlerweile hat aber auch die Verlagerung von verlagerbaren "qualifizierten" Tätigkeiten in Niedriglohnländer wie Indien begonnen.

Eine ähnliche Entwicklung gab es auch in anderen Industriestaaten wie Japan, USA, Frankreich, Großbritannien u.s.w.. Dabei "wanderte" die Industrie immer weiter. Irgendwann in den sechziger Jahren wurden einfache Tätigkeiten, z.B. der Textil- und Elektroindustrie aus Japan in die damaligen Entwicklungsländer Südkorea und Taiwan verlagert. Als sich diese Länder weiter entwickelten und dort auch höherwertige Industriegüter hergestellt wurden und das allgemeine Lohnniveau stieg, begann die Abwanderung der einfachen Tätigkeiten in Länder wie China. Nun hat bereits eine dritte Wanderungsbewegung von China aus begonnen, nachdem die Löhne dort angestiegen sind. Arbeitsplätze wandern von China in Länder wie Vietnam und Laos. In Ostdeutschland wurde diese Entwicklung nach der Wiedervereinigung im Zeitraffertempo nachgeholt.

Diese ganze Entwicklung bleibt für die Industrieländer nicht ohne große Folgen. Die USA und Großbritannien haben durch diese Prozesse große Teile ihrer Industrie nach Asien verloren, die Deindustrialisierung war noch stärker als in Deutschland. Der Dienstleistungssektor konnte den Verlust an Arbeitsplätzen in der Industrie nicht kompensieren. Dadurch steigt die Verschuldung der Industriestaaten und der Privathaushalte immer weiter, die öffentliche Infrastruktur wird schlechter. Weitere Folgen sind noch nicht vorhersehbar.


zuletzt bearbeitet 08.05.2011 16:42 | nach oben springen

#5

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 12:57
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Habe ich ein Problem mit irgendwas, dann rufe ich eine Hotline an. Dann komme ich telefonische nach Irland, Polen oder Indien, egal ob das die Hotline einer schweizer oder deutschen Firma ist.....
http://www.merkur-online.de/nachrichten/...che-163473.html
Theo


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#6

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 15:48
von Sachsendreier (gelöscht)
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@Tobeck..........Diesen Prozeß gibt es in Westdeutschland schon seit den siebziger Jahren


Na, ja gut....kann ja auch nicht anders sein, diesen Prozeß gibt es seit es den kapitalismus gibt !!!
Da gibts een schönes Buch K.M. "Das Kapital" ....dort steht eigentlich dazu alles drin.

schönen Sonntag noch


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#7

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 17:02
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Sachsendreier
@Tobeck..........Diesen Prozeß gibt es in Westdeutschland schon seit den siebziger Jahren


Na, ja gut....kann ja auch nicht anders sein, diesen Prozeß gibt es seit es den kapitalismus gibt !!!
Da gibts een schönes Buch K.M. "Das Kapital" ....dort steht eigentlich dazu alles drin.

schönen Sonntag noch



Mit "Prozeß" meinte ich konkret den verstärkten Prozeß der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer seit etwa 40 Jahren. Das ist seit Beginn der Industrialisierung vor vielleicht 200 Jahren ein relativ neues Phänomen. Davor waren die Staaten und deren Arbeitsmärkte stärker abgeschottet. Was das Drücken von Löhnen betrifft, ist dieses Phänomen so alt wie der Kapitalismus, da hast Du Recht.

Ich wünsche Dir ebenfalls einen schönen (Rest-)Sonntag.


zuletzt bearbeitet 08.05.2011 17:29 | nach oben springen

#8

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 18:21
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Habe ich ein Problem mit irgendwas, dann rufe ich eine Hotline an. Dann komme ich telefonische nach Irland, Polen oder Indien, egal ob das die Hotline einer schweizer oder deutschen Firma ist.....
http://www.merkur-online.de/nachrichten/...che-163473.html
Theo



Hallo Theo, dieser Artikel, der in den höchsten Tönen von diesem wunderbaren Land Irland schwärmt ist ein bischen veraltet. Zur Zeit hängen sie mächtig am Fliegenfänger als Staat. Damals warben sie noch mit diesen Vorteilen Zitat aus deinem Link :Gleichzeitig aber können sich Deutsche auf ein günstigeres Steuerrecht freuen. Die Belastungen für Arbeitnehmer sind in der Regel um bis zu 60 Prozent geringer als in Deutschland: So zahlen Alleinverdiener kaum mehr als 15 Prozent Abgaben, Familien sogar unter zehn Prozent.

Und wer zahlt die Zeche ? Hauptsächlich wir Deutsche mit unseren Steuergeldern in Form von Staatsgarantien und Krediten. Die Iren sind nämlich genauso "schlau" wie die Griechen, weil sie immer noch glauben, man könne einen 100 €uroschein 2 x ausgeben.
Ich frage mich wie lange unsere Regierung das noch in der EU zulässt , das andere Staaten auf Lau bzw. Kosten anderer leben wollen?

Gruß Gert


.
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#9

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 18:30
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Sachsendreier
@Tobeck..........Diesen Prozeß gibt es in Westdeutschland schon seit den siebziger Jahren


Na, ja gut....kann ja auch nicht anders sein, diesen Prozeß gibt es seit es den kapitalismus gibt !!!
Da gibts een schönes Buch K.M. "Das Kapital" ....dort steht eigentlich dazu alles drin.

schönen Sonntag noch



Und wie sieht es mit der Solidarität der Arbeiterklasse nach K.Marx aus ? Ich frag das mal ganz scheinheilig, war die DDR nicht auch mal ein Billiglohnland ? Haben die Genossen im Aussenhandel der DDR nicht auch Abschlüsse mit z.B. Neckermann und Quelle gemacht, wo Artikel zu Preisen geliefert wurden, dass die westdeutschen Kapitalisten die Schnappatmung bekamen? Das hat hier in der BRD Arbeitsplätze gekostet, mein lieber Sachsendreier, da sind Leute arbeitslos geworden. Du siehst, wenns ums Fressen geht ist die Ideologie im A..., entschuldige meine etwas grobe Sprache, habe ich gewählt um das Problem und den Widerspruch zu verdeutlichen.
Da hat der Genosse Aussenhandelsminister am Ende bestimmt keine schlaflosen Nächte gehabt, da war er ganz Kapitalist und Unternehmer, wenn die Großaufträge der gen. Versandhäuser kamen.

Gruß Gert


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#10

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 18:56
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ tobeck

wenn es hier mit den löhnen so weiter geht kommt die ganze Arbeit bald wieder hierher,dann sind wir hier die billiglöhner


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#11

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 19:07
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von eisenringtheo
Habe ich ein Problem mit irgendwas, dann rufe ich eine Hotline an. Dann komme ich telefonische nach Irland, Polen oder Indien, egal ob das die Hotline einer schweizer oder deutschen Firma ist.....
http://www.merkur-online.de/nachrichten/...che-163473.html
Theo



Hallo Theo, dieser Artikel, der in den höchsten Tönen von diesem wunderbaren Land Irland schwärmt ist ein bischen veraltet. Zur Zeit hängen sie mächtig am Fliegenfänger als Staat. Damals warben sie noch mit diesen Vorteilen Zitat aus deinem Link :Gleichzeitig aber können sich Deutsche auf ein günstigeres Steuerrecht freuen. Die Belastungen für Arbeitnehmer sind in der Regel um bis zu 60 Prozent geringer als in Deutschland: So zahlen Alleinverdiener kaum mehr als 15 Prozent Abgaben, Familien sogar unter zehn Prozent.

Und wer zahlt die Zeche ? Hauptsächlich wir Deutsche mit unseren Steuergeldern in Form von Staatsgarantien und Krediten. Die Iren sind nämlich genauso "schlau" wie die Griechen, weil sie immer noch glauben, man könne einen 100 €uroschein 2 x ausgeben.
Ich frage mich wie lange unsere Regierung das noch in der EU zulässt , das andere Staaten auf Lau bzw. Kosten anderer leben wollen?

Gruß Gert




da hier sehr viele sind, die schon in der Schule marxistisch geschult wurden, fasse ich mich kurz: Mehrwerttheorie von Karl Marx! (allerdings ganz gewaltig vereinfacht): Der Mehrwert der Arbeit fliesst in die Taschen der Konzerne, die ihren Hauptsitz in der Schweiz, in Deutschland und anderen Ländern haben. Die Billiglohnländer verarmen. Soweit es EU Länder sind, werden sie aus der Staatskasse der reichen Länder aufgepäppelt und der Prozess der Mehrwertabschöpfung kann endlos weitergehen.
Theo


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#12

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 08.05.2011 21:10
von Huf (gelöscht)
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Zwar voll OT, aber ich wusste garnicht, dass wir im Forum soviel Experten betreffs der ökonomischen Wissenschaften haben.

Aber Spaß beiseite, um die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zusammenhaänge erklären zu wollen, bedarf es wohl etwas mehr als Karl Marx, dessen "Kapital" übrigens nicht nur aus einem Buch bestand, und mit dessen herausgepickten Aussagen Generationen von DDR-Studenten "gequält" wurden, nur um den Studenten die Vorteile der soz. Planwirtschaft einzubläuen.
Das Ergebnis kennt jeder.

Und nun wieder für mich!

VG Huf


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#13

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 04:47
von Major Tom | 855 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Habe ich ein Problem mit irgendwas, dann rufe ich eine Hotline an. Dann komme ich telefonische nach Irland, Polen oder Indien, egal ob das die Hotline einer schweizer oder deutschen Firma ist.....
http://www.merkur-online.de/nachrichten/...che-163473.html
Theo




Ich hatte mal die Service-Rufnummer von HP Deutschland angerufen und hatte einen total gutgelaunten und lustigen Mitarbeiter an der Strippe. Nach einigen Bemerkungen sagte er von ganz alleine dass ich gerade mit einem Callcenter in England telefoniere. Ich habe nicht schlecht gestaunt.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
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#14

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 09:00
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Huf
Zwar voll OT, aber ich wusste garnicht, dass wir im Forum soviel Experten betreffs der ökonomischen Wissenschaften haben.

Aber Spaß beiseite, um die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zusammenhaänge erklären zu wollen, bedarf es wohl etwas mehr als Karl Marx, dessen "Kapital" übrigens nicht nur aus einem Buch bestand, und mit dessen herausgepickten Aussagen Generationen von DDR-Studenten "gequält" wurden, nur um den Studenten die Vorteile der soz. Planwirtschaft einzubläuen.
Das Ergebnis kennt jeder.

Und nun wieder für mich!

VG Huf



Jeder, der ein Portmonee sein Eigen nennt und darüber verfügen darf, ist ein Ökonom. Man spricht im Allgemeinen ja nicht umsonst
von Privat- bzw. Staatshaushalt.
Übrigens hatte der K. Marx am 5.5. Geburtstag. In einer Fernsehsendung wurde er als hervorragender Wissenschaftler, Journalist und Rechtsanwalt beschrieben. Zu den" herausgepickten Aussagen " eine Frage. Waren die Aussagen falsch ? Oder warum haben die Studenten es nicht gepackt?


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#15

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 09:30
von Sachsendreier (gelöscht)
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@Huf......... mit dessen herausgepickten Aussagen Generationen von DDR-Studenten "gequält" wurden, nur um den Studenten die Vorteile der soz. Planwirtschaft einzubläuen.........dessen "Kapital" übrigens nicht nur aus einem Buch bestand

Die Kritik der pol. Ökonomie , als Analyse und Kritik der kap. Gesellschaft.........was hat Marx mit soz Planwirtschaft zu tun ? Das Bedarf sicherlich einer Erklärung.
Nee in een Buch geht das auch nich alles rein....selbst d i e"Bibel" hat mehrere Bücher.

@Gert.....Solidarität der AK ? ...geht`s hier nicht um das Wesen des Kapitalismus ?
Die spezielle deutsch/deutsche Situation hat natürlich wirtschaftliche Besonderheiten hervorgebracht von denen beide partizipierten.


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#16

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 09:42
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Sachsendreier
@Huf......... mit dessen herausgepickten Aussagen Generationen von DDR-Studenten "gequält" wurden, nur um den Studenten die Vorteile der soz. Planwirtschaft einzubläuen.........dessen "Kapital" übrigens nicht nur aus einem Buch bestand

Die Kritik der pol. Ökonomie , als Analyse und Kritik der kap. Gesellschaft.........was hat Marx mit soz Planwirtschaft zu tun ? Das Bedarf sicherlich einer Erklärung.
Nee in een Buch geht das auch nich alles rein....selbst d i e"Bibel" hat mehrere Bücher.

@Gert.....Solidarität der AK ? ...geht`s hier nicht um das Wesen des Kapitalismus ?
Die spezielle deutsch/deutsche Situation hat natürlich wirtschaftliche Besonderheiten hervorgebracht von denen beide partizipierten.



Du weichst meiner Frage aus und ergehst dich wieder in Phraseologien!

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#17

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 10:45
von Sachsendreier (gelöscht)
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@Gert.......Du weichst meiner Frage aus und ergehst dich wieder in Phraseologien!

Ausweichen gibt`s nich.
Nur...für wen war denn die DDR " Billiglohnland".
Kapital hat sich doch noch nie um Ideologie geschert. (.....Waffen werden nach wie vor an "Freund und Feind" verkauft !!!)
...und seit wann hat AK das Kapital ???
Oder meintest du jetzt der DDR-Arbeiter sollte "aus Solidarität" nicht für euch produzieren, um eure Arbeitsplätze zu erhalten, weil eure "Kapitalisten" in der DDR produzieren liesen???? Da biste am Ausgangspunkt....warum liesen sie in der DDR produzieren, aus "Menschenfreundlichkeit" , zur "Profitsteigerung" oder weil es "die DDR" so wollte ??? Da geb ich mal dei vor....


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#18

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 11:47
von diego (gelöscht)
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zur Profitsteigerung !!!

Genaugenommen hat sich die Arbeiterklasse selbst ausgebeutet !!!

Grüße

Diego


zuletzt bearbeitet 09.05.2011 11:49 | nach oben springen

#19

RE: Ist das Neokolonialismus über den Euro?

in Themen vom Tage 09.05.2011 15:28
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Gert

Und wie sieht es mit der Solidarität der Arbeiterklasse nach K.Marx aus ? Ich frag das mal ganz scheinheilig, war die DDR nicht auch mal ein Billiglohnland ? Haben die Genossen im Aussenhandel der DDR nicht auch Abschlüsse mit z.B. Neckermann und Quelle gemacht, wo Artikel zu Preisen geliefert wurden, dass die westdeutschen Kapitalisten die Schnappatmung bekamen? Das hat hier in der BRD Arbeitsplätze gekostet, mein lieber Sachsendreier, da sind Leute arbeitslos geworden. Du siehst, wenns ums Fressen geht ist die Ideologie im A..., entschuldige meine etwas grobe Sprache, habe ich gewählt um das Problem und den Widerspruch zu verdeutlichen.
Da hat der Genosse Aussenhandelsminister am Ende bestimmt keine schlaflosen Nächte gehabt, da war er ganz Kapitalist und Unternehmer, wenn die Großaufträge der gen. Versandhäuser kamen.

Gruß Gert



Dein Einwand ist berechtigt. Südkoreanische Konzerne wie Hyundai machen das im Moment so ähnlich, aber noch intensiver. Die haben in der nordkoreanischen Sonderwirtschaftszone Kaesong Unternehmen angesiedelt, 100.000 Nordkoreaner arbeiten in 300 Exportunternehmen und stellen Textilien, Schuhe, Kabel, Elektroartikel oder Küchenutensilien her.

Zitat
(...)Nordkorea liefert billige Arbeitskräfte und Boden. Von Südkorea kommen Planung und Design, Kapital, Produktionstechnologien, Rohstoffe, Energie und private Investoren. 16 000 Hektar Brachland und Hügel um die Stadt Kaesong, die vor 600 Jahren der blühende Sitz eines Königreichs war, verpachtete Nordkorea an Hyundai.

Der Konzern lässt das Gebiet seither im Schnellgang mit gigantischen Zielen entwickeln: Bis 2020 sollen hier 2000 Unternehmen 350 000 Nordkoreaner beschäftigen. Kaesong soll auch Freizeitparadies mit Hotels und Golfplätzen werden. Die Interessen der drei Partner sind unterschiedlich: Pjöngjang hofft auf Devisen, Arbeitsplätze und Industrieentwicklung. Hyundai sieht lukrative Geschäfte und baut seine Marktführerschaft aus. Südkoreas Regierung hofft auf den Abbau von Spannungen und auf weitere Sonderwirtschaftszonen.

1,2 Mrd. Dollar soll Hyundai, dessen ehemaliger Konzernchef Chung Ju-yung den Grundstein für den Komplex legte, bisher investiert haben. Die Regierung in Seoul beteiligt sich mit 280 Mio. Dollar für Straßenanbindungen, Telefonnetze und Energieversorgung. Präsident Roh Moo-hyan kündigte an, mehr zu investieren, sobald Nordkorea den Atomabrüstungsprozess beginnt. Jede Förderung der Zone sei "eine Investition in die Wiedervereinigung".

(...)In einer langgestreckten Fabrikhalle arbeiten 880 Nordkoreaner und acht südkoreanische Manager. Hwang zahlt für eine 48 Stunden-Woche den staatlichen Einheitslohn von 57,50 Dollar pro Monat. Das Geld erhält ein Verwaltungskomitee. Nach Abzügen von 30 Prozent sogenannter Sozial- und Krankheitsvorsorge bleiben den Arbeiterinnen 42,5 Dollar. Sie erhalten sie in koreanischer Währung zum Bankkurs, der bei kaum fünf Prozent des Schwarzmarktkurses liegt.

Den Arbeitern bleibt soviel wie einem mittleren Verwaltungsfunktionär in der Provinz. Zudem stellt die südkoreanische Fabrik Kleidung und Essen. Eine über Dolmetscher befragte Arbeiterin sagt, dass der Lohn für sie und ihre Familie in Kaesong ausreiche.

In Südkorea müsse er einer Näherin das zehn bis 15fache zahlen, sagt Hwang. In China käme er auf mehr als 65 Dollar pro Kopf. Der Textilverband in Seoul schätzt, dass die Kosten in Kaesong nur ein Drittel der Kosten in China ausmacht. Mittlere und kleine südkoreanische Unternehmer, die arbeitsintensive Produkte herstellen, sehen daher in der Sonderzone ihre Chance, im Wettbewerb mit China, Vietnam oder Indonesien zu bestehen. In Kaesong häufen sich die Anfragen. Allein 50 Textilunternehmen sind darunter.

http://www.welt.de/welt_print/article950...pitalismus.html



"Das ist unsere Form der Wiedervereinigung" sagt einer der Südkoreaner. Dieses Modell hätte der alternative Weg in Deutschland sein können. Die Südkoreaner haben aus der deutschen Wiedervereinigung gelernt und ersparen sich auf diese Weise enorme Wiedervereinigungskosten, indem der Prozeß viel langsamer verläuft.

Auch wenn die nordkoreanischen Arbeiter von dem Lohn von 42 Dollar im Monat angeblich leben können, sieht man, daß die nordkoreanischen Sozialisten keinerlei Skrupel haben, ihre Arbeiter für solche niedrigen Löhne arbeiten zu lassen.


zuletzt bearbeitet 09.05.2011 15:33 | nach oben springen



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