#1

Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 17.04.2009 21:46
von Angelo | 12.391 Beiträge

Vor fast 20 Jahren fiel die Berliner Mauer. Viele Legenden ranken sich um den 9. November 1989. So auch die um die Frage auf einer Pressekonferenz, die zum berühmten Verspecher Günter Schabowskis und der Öffnung der Grenze führte. Jetzt behauptet der Journalist, der die Frage stellte: Alles war fingiert. Der Saal im Internationalen Pressezentrum in Ost-Berlin ist restlos überfüllt am frühen Abend des 9.November 1989. Günter Schabowski, der Sprecher des SED-Politbüros, stellt sich den Journalisten. Die Pressekonferenz neigt sich ihrem Ende zu, als um 18.53 Uhr Riccardo Ehrman zu Wort kommt.„Herr Schabowski, Sie haben von Fehler gesprochen. Glauben Sie nicht, dass es war ein großer Fehler, diesen Reisegesetzentwurf, das Sie haben jetzt vorgestellt vor wenigen Tagen?“, fragt der 60-jährige Chefkorrespondent der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in gebrochenem Deutsch.

Schabowski, offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt, setzt unsicher zu einer Antwort an. Nach allgemeinen Sätzen über die Massenflucht aus der DDR aber verkündet er, dass auf Empfehlung des Politbüros ein überarbeitetes Reisegesetz in Kraft treten werde, das die ständige Ausreise und Privatreisen „ohne Vorliegen von Voraussetzungen“ gestatte.

Auf die Nachfrage, ab wann das gelte, sagt Schabowski zögerlich: „Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich ...“ Auf diese live im DDR-Fernsehen übertragenen Sätze hin beginnen Ost-Berliner scharenweise an die Grenzübergänge zu strömen.

Dies ist die bekannte Geschichte von der entscheidenden Pressekonferenz, auf der Schabowski versehentlich die Öffnung der Berliner Mauer verkündete. Seit vorgestern aber soll alles ganz anders gewesen sein. Denn Riccardo Ehrman, inzwischen fast 80 Jahre alt, gab dem MDR ein Interview.

Seine Frage nach dem DDR-Reisegesetz sei „kein Zufall“ gewesen, sagte Ehrman dem TV-Magazin „artour“. Er habe vorher einen mysteriösen Anruf eines ihm bekannten SED-Spitzenfunktionärs erhalten, aus dem „U-Boot“, wie der fensterlose Konferenzraum der DDR-Nachrichtenagentur ADN unter Journalisten hieß. Dieser Funktionär habe ihm geraten, in der Pressekonferenz „unbedingt nach dem Reisegesetz zu fragen“.

Am Donnerstag verbreiteten Nachrichtenagenturen dieses Bekenntnis und sorgten für erhebliches Aufsehen – die ARD nahm daraufhin kurzfristig den Beitrag bis auf eine knapp zweiminütige Sequenz aus dem Kulturmagazin seines Regionalprogramms und will das vollständige Interview am kommenden Sonntag in der Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“ im Ersten ausstrahlen. Offenbar ist die ARD überzeugt, eine Sensation präsentieren zu können. Muss also die Geschichte des Mauerfalls umgeschrieben werden? Stand hinter Günter Schabowskis Versprecher eventuell doch ein Plan? Behauptet worden ist das oft. Auch von Schabowski selbst, der sich Anfang der 90er-Jahre gegen den Vorwurf wehrte, er habe am 9. November 1989 aus Unachtsamkeit den Satz „Ab sofort!“ vorgelesen, der erst am Morgen des 10. November richtig gewesen wäre.

Später hat er die Version vertreten, er habe die Reiseregelung bewusst als „Extraknüller“ und „Weltnachricht“ verkaufen wollen. In seinem neuesten Buch „Wir haben fast alles falsch gemacht“ findet sich abermals eine modifizierte Begründung. Nun will Schabowski die Verkündung der Reiseregelung bewusst ans Ende der Pressekonferenz gestellt haben, damit „nur wenig Zeit für peinliche Fragen der Journalisten“ blieb. Auch sein gehetzter, vernuschelter Vortrag des kurzen Textes sei Taktik gewesen: „Ich habe diese Formulierung in schnellem Tempo vorgelesen, weil ich vor der Öffentlichkeit nicht auch noch betonen wollte, dass das ein Schritt aus der Bedrängnis war.“

Weiter lesen bitte hier !
http://www.welt.de/vermischtes/article35...en-der-SED.html


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#2

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 18.04.2009 15:56
von S51 | 3.733 Beiträge

Ach wer weiß. Nach 20 Jahren verschwimmen die Erinnerungen und werden gar nicht so selten durch den Wunsch als Vater des Gedankens verfälscht.
In diesem Falle war es wohl Gedankenlosigkeit, die nur glücklicherweise und durch bei Militärs gar nicht so ohne weiteres vorauszusetzenden gesunden Menschenverstand statt Befehlsgehorsam nicht zur Katastophe und eher zum Glücksfall für uns Deutsche wurde.
Aber man wäre ja so gerne der heimliche Grö..., der alles schon schön gemacht hat.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#3

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 11.02.2010 14:23
von Gelöschtes Mitglied
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Ein Versehen war lediglich das Vorlesen von Schaboski, es war nur für ein paar Stunden später geplant, damit es geregelt durchgeführt wird. Gerade die Militärs haben gut Reagiert und zeigten somit ihre hohe Bildung.


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#4

Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 15:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Für mich ist das eigentliche 'Versehen' das Genehmigen von Reiseanlagen für Ungarn im Frühjahr/Sommer 1989. Nachdem Anfang Mai die Ungarn von Grenzsicherung auf Grenzüberwachung umgestellt hatten, hätte es nach meinem damaligen DDR-Verständniss tabu sein müssen. Ab dann war der Rest ein Selbstläufer, wenn auch mit der einen oder anderen Überraschung.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#5

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 15:22
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Wir sollten auf die offizielle Version von Dan Brown warten. Aus bestens unterrichteten Kreisen und von noch besser unterrichteten Greisen wurde bereits verlautbart, dass die Veröffentlichung des jetzt schon als Bestseller gehandelten Buches "The Schabowski Code" (deutsch: "Der Schabowski Kot") in wenigen Monaten erfolgen könnte. Die Filmrechte sind auch schon vergeben. Quentin Tarantino plant im Film mit dem Arbeitstitel "The socialist bastard" (Hauptrolle als Schabowski: Brad Pitt) ein Ende, in dem der Held (G.S.) das gesamte Politbüro des ZK der SED mit cineastisch eindrucksvollen Handfeuerwaffen eliminiert und zum König von Ostdeutschland ausgerufen wird.

Mir bibbern schon die Oberbeene vor Schbannung!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Harsberg hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.02.2010 15:25 | nach oben springen

#6

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 15:28
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

rainmann hör auf...ich kann nicht mehr


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#7

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 15:41
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Rainman2
Wir sollten auf die offizielle Version von Dan Brown warten. Aus bestens unterrichteten Kreisen und von noch besser unterrichteten Greisen wurde bereits verlautbart, dass die Veröffentlichung des jetzt schon als Bestseller gehandelten Buches "The Schabowski Code" (deutsch: "Der Schabowski Kot") in wenigen Monaten erfolgen könnte. Die Filmrechte sind auch schon vergeben. Quentin Tarantino plant im Film mit dem Arbeitstitel "The socialist bastard" (Hauptrolle als Schabowski: Brad Pitt) ein Ende, in dem der Held (G.S.) das gesamte Politbüro des ZK der SED mit cineastisch eindrucksvollen Handfeuerwaffen eliminiert und zum König von Ostdeutschland ausgerufen wird.

Mir bibbern schon die Oberbeene vor Schbannung!

ciao Rainman






Gibt es die dann auch auf BlueRay???


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 23.02.2010 15:42 | nach oben springen

#8

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 17:19
von exgakl (gelöscht)
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bisher erschien mir Rainman immer recht clean.....

Aber trotzdem meine Hochachtung, da muss man erstmal drauf kommen. Hilfe ick brauche Tempos


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#9

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 17:36
von Mongibella (gelöscht)
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Die ganze DDR-Geschichte ist voll Stoff für Quentin-Tarantino-Filme....


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#10

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 19:06
von Affi976 (gelöscht)
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Klaus-Peter,
jetzt iss der Schluck Bier gerade auf meiner Tastatur gelandet!
Mannnn, mannn, einfach herrrrrlich!
VG Affi


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#11

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 22:41
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Ich entschuldige mich hiermit offiziell für den kleinen Scherz. Ich wollte weder Tastaturen zerstören, noch die junge Diskussion im Keim ersticken. Aber ich hab nochmal bei Universal angerufen, ob das mit dem Film stimmt. Ja - die wollen als Filmmusik die Puhdys verpflichten. Die gewünschten Songs:
- ZK-Szenen: "Wenn ein Mensch zu lange Zeit lebt"
- Schabowskis Gang zur Pressekonferenz: "Geh zu ihr und lass Deinen Korken steigen"

Sorry, aber das musste ich noch loswerden.

ciao Rainman


PS: Ich verrate nicht, was ich genommen habe!


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 23.02.2010 22:42 | nach oben springen

#12

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 22:45
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Rainman2

PS: Ich verrate nicht, was ich genommen habe!



Egal, aber hebe mir davon mal ne' Schachtel auf.....
AZ


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#13

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.02.2010 23:03
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Ohne jetzt den Spass auf die Spitze zu treiben, aber mein persönliches Empfinden ist, sollte diese unsere heutige Gesellschaft so weitermachen wie bisher, wird es in absehbarer Zeit Komödien, so richtige Lustspiele über die Zeit der innerdeutschen Grenze geben.
Wir werden uns also totlachen, wenn da einer vorne am Zaun I....ich möchte das jetzt nicht weiter ausbauen.
So wird es kommen, da bin ich mir sicher und mein Bauchgefühl hat mich selten verlassen.

R-M-R


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#14

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 24.02.2010 17:58
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

So wird es kommen, da bin ich mir sicher und mein Bauchgefühl hat mich selten verlassen.
R-M-R



Sag mal Rainer, wie war das mit dem Bauchgefühl 1989? Nur mal so, würde mich echt interessieren.
Jörg


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#15

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 24.02.2010 18:04
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

So wird es kommen, da bin ich mir sicher und mein Bauchgefühl hat mich selten verlassen.
R-M-R



Sag mal Rainer, wie war das mit dem Bauchgefühl 1989? Nur mal so, würde mich echt interessieren.
Jörg




Nix Bauchgefühl,eher Bauchschmerzen, glaube bis Heute,
Gruß aus Berlin


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#16

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 24.02.2010 19:52
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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dein 1945, der Rainer-Maria und Bauchschmerzen, die hatte ich vor X Jahren tatsächlich einmal, aber da war es der kleine Wurmfortsatz am Blinddarm.
Ich bin ein humorvoller Mensch, frag Jörg, der wird es dir bestätigen, natürlich auch streitbar, das gebe ich ehrlich zu. Was ich wollte, bekam ich, als Kind,obwohl meine Mutter eine sehr harte Hand führte, als Jugendlicher und danach und meine Frau kann ein Lied davon singen, aber sie wäre nicht schon 33Jahre meine Frau, um in guten und schlechten Zeiten....aber den schönen Satz kennst du bestimmt.
Mein Bauchgefühl, Jörg, in dieser Zeit 1989, sagte mir nur, so kann es mit der DDR nicht weitergehen, aber ich lebte etwas neben der Spur, war also nie, und das hatte ich schön öfters geschrieben, an diesem Ring am Montagabend, obwohl ich geborener Leipziger bin.
Die ganze Entwicklung hatte also im Endeffekt auch mich überrollt.
Ich hoffe doch, dein 1945, das du in mir nicht Karl Eduard Schni siehst, denn da würdest du vollkommen auf dem falschen Dampfer mitfahren.

R-M-R


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#17

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 24.02.2010 21:57
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zum Thema!
Ob die Maueöffnung nun durch ein Versehen vorschnell oder fingiert schnell, ausgelöst wurde, ist eigentlich völlig egal.
Fakt ist: Seit der Öffnung der Grenzen und der ungehinderten Ausreise in die BRD über die CSSR seit 1.11.89 war die Maueröffnung nur eine Frage der Zeit. Auch wenn User 94 Recht hat und meint, die Grenzöffnung in Ungarn hätte zu Reaktionen Richtung Abschottung führen müssen, so frage ich mich ernsthaft, auch wenn dies passiert wäre und kein DDR-Bürger wäre mehr nach Ungarn gekommen- wie lange wäre das Volk in der DDR dann ruhig geblieben? Ich bin sicher, dass bereits ab Sommer nichts mehr aufzuhalten war, militärische Lösungen hätten sehr blutig sein müssen, damit sie Bestand gehabt hätten.
Das ist Fakt.
AZ


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#18

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 31.05.2010 19:06
von Mike59 | 7.941 Beiträge

Offensichtlich war es wirklich ein Versehen mit der Grenzöffnung, in der vergangenen Woche konnten Vorbereitungen für eine Schließung der Grenze zwischen Hessen und Thüringen beobachtet werden.

Ob auch Sperrelemente wiedererrichtet werden ist noch nicht ganz klar, offensichtlich jedoch wird die GGSi vorbereitet.
Es kann sich auch um Vorbereitungen zum 13.08.2011 handeln oder
aber die Aussetzung des Schengenvertrages wegen des G 20 Treffens in Kanada ende Juni.
Wer weis

Gruß Mike59

Angefügte Bilder:
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#19

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 31.05.2010 19:19
von fire-wr | 138 Beiträge

lach.... wie geil ist das denn??



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#20

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 31.05.2010 21:02
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von Angelo
Vor fast 20 Jahren fiel die Berliner Mauer. Viele Legenden ranken sich um den 9. November 1989. So auch die um die Frage auf einer Pressekonferenz, die zum berühmten Verspecher Günter Schabowskis und der Öffnung der Grenze führte. Jetzt behauptet der Journalist, der die Frage stellte: Alles war fingiert. Der Saal im Internationalen Pressezentrum in Ost-Berlin ist restlos überfüllt am frühen Abend des 9.November 1989. Günter Schabowski, der Sprecher des SED-Politbüros, stellt sich den Journalisten. Die Pressekonferenz neigt sich ihrem Ende zu, als um 18.53 Uhr Riccardo Ehrman zu Wort kommt.„Herr Schabowski, Sie haben von Fehler gesprochen. Glauben Sie nicht, dass es war ein großer Fehler, diesen Reisegesetzentwurf, das Sie haben jetzt vorgestellt vor wenigen Tagen?“, fragt der 60-jährige Chefkorrespondent der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in gebrochenem Deutsch.

Schabowski, offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt, setzt unsicher zu einer Antwort an. Nach allgemeinen Sätzen über die Massenflucht aus der DDR aber verkündet er, dass auf Empfehlung des Politbüros ein überarbeitetes Reisegesetz in Kraft treten werde, das die ständige Ausreise und Privatreisen „ohne Vorliegen von Voraussetzungen“ gestatte.

Auf die Nachfrage, ab wann das gelte, sagt Schabowski zögerlich: „Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich ...“ Auf diese live im DDR-Fernsehen übertragenen Sätze hin beginnen Ost-Berliner scharenweise an die Grenzübergänge zu strömen.

Dies ist die bekannte Geschichte von der entscheidenden Pressekonferenz, auf der Schabowski versehentlich die Öffnung der Berliner Mauer verkündete. Seit vorgestern aber soll alles ganz anders gewesen sein. Denn Riccardo Ehrman, inzwischen fast 80 Jahre alt, gab dem MDR ein Interview.

Seine Frage nach dem DDR-Reisegesetz sei „kein Zufall“ gewesen, sagte Ehrman dem TV-Magazin „artour“. Er habe vorher einen mysteriösen Anruf eines ihm bekannten SED-Spitzenfunktionärs erhalten, aus dem „U-Boot“, wie der fensterlose Konferenzraum der DDR-Nachrichtenagentur ADN unter Journalisten hieß. Dieser Funktionär habe ihm geraten, in der Pressekonferenz „unbedingt nach dem Reisegesetz zu fragen“.

Am Donnerstag verbreiteten Nachrichtenagenturen dieses Bekenntnis und sorgten für erhebliches Aufsehen – die ARD nahm daraufhin kurzfristig den Beitrag bis auf eine knapp zweiminütige Sequenz aus dem Kulturmagazin seines Regionalprogramms und will das vollständige Interview am kommenden Sonntag in der Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“ im Ersten ausstrahlen. Offenbar ist die ARD überzeugt, eine Sensation präsentieren zu können. Muss also die Geschichte des Mauerfalls umgeschrieben werden? Stand hinter Günter Schabowskis Versprecher eventuell doch ein Plan? Behauptet worden ist das oft. Auch von Schabowski selbst, der sich Anfang der 90er-Jahre gegen den Vorwurf wehrte, er habe am 9. November 1989 aus Unachtsamkeit den Satz „Ab sofort!“ vorgelesen, der erst am Morgen des 10. November richtig gewesen wäre.

Später hat er die Version vertreten, er habe die Reiseregelung bewusst als „Extraknüller“ und „Weltnachricht“ verkaufen wollen. In seinem neuesten Buch „Wir haben fast alles falsch gemacht“ findet sich abermals eine modifizierte Begründung. Nun will Schabowski die Verkündung der Reiseregelung bewusst ans Ende der Pressekonferenz gestellt haben, damit „nur wenig Zeit für peinliche Fragen der Journalisten“ blieb. Auch sein gehetzter, vernuschelter Vortrag des kurzen Textes sei Taktik gewesen: „Ich habe diese Formulierung in schnellem Tempo vorgelesen, weil ich vor der Öffentlichkeit nicht auch noch betonen wollte, dass das ein Schritt aus der Bedrängnis war.“

Weiter lesen bitte hier !
http://www.welt.de/vermischtes/article35...en-der-SED.html


hallo Teilnehmer,
lies "die Erinnerungen zum Herbst 89" von Egon Krenz, er beschreibt diesen Vorgang sehr genau.
mfG torpedoschlosser


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