#301

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 22:53
von icke46 | 2.593 Beiträge

Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt abgewatscht werde:

Kennt noch jemand den Spruch: Ein Volk steht auf - und geht zu Bilka?

Gruss

icke



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#302

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:07
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Hat nicht die letztlich die Schwerfälligkeit bei der Verabschiedung des Resegesetzes das Chaos produziert? Ursache waren m.E. auch die mit den Reisen zusammenhängenden Geldfragen, auf die sich Krenz und Kohl nicht einigen konnten.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 22.05.2014 23:13 | nach oben springen

#303

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:08
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von icke46 im Beitrag #301
Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt abgewatscht werde:

Kennt noch jemand den Spruch: Ein Volk steht auf - und geht zu Bilka?

Gruss

icke



Vor bilka kamen die Bananen und der Kaffee vom LKW in die Menge geworfen am 10.11.1989 . Danach der Mensch mit der blinkendenden Lederjacke am 31.12.1989 am Brandenburger Tor. Ich könnte die Reihe der Peinlichkeiten aus der Zeit fortsetzen.

LG von der Moskwitschka


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#304

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:13
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #302
Hat nicht die letztlich die Schwerfälligkeit bei der Verabschiedung des Resegesetzes das Chaos produziert? Ursache waren m.E. auch die mit den Reisen zusammenhängenden Geldfragen, auf die sich Krenz und Kohl letzlich nicht einigen konnten.

Gruß Kalubke


Die Geldfrage hat die ZK-Genossen nie sonderlich berührt !

Es war einfach das Unfassbare , das nie Ausgesprochene und doch so oft durchdachte, was die alten Betonköpfe - die mit ihren teilweise erfundenen komunistischen Heldengeschichten- so hilflos machte...

Weil nicht sein konnte - was nicht sein durfte....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#305

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:22
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Für Honecker trifft das bestimmt zu, aber ich denke der Krenz hat schon kapiert, das bei der Reisefreiheit was passieren muss. Er wollte sicherlich auch aus Prestigegründen die DDR-Bürger nicht mit leeren Taschen auf die Reise schicken, was aber dann schließlich doch passiert ist.

Gruß Kalubke



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#306

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:24
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #304


Die Geldfrage hat die ZK-Genossen nie sonderlich berührt !




Oh ja, die haben alle mit Buddelformen im Sandkasten gespielt.

Man @Ostlandritter so ein Schwachsinn. Devisen waren doch immer Dreh - und Angelpunkt.

Und genau um genau diese Frage drehte sich Anfang November 1989 - Wie stattet man 16 Millionen DDR Bürger mit Devisen aus, damit sie im goldenen Westen nicht verhungern, wenn sie den Stempel zur befristeten Ausreis bekommen sollen.

LG von der Moskwitschka


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#307

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:47
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #306
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #304


Die Geldfrage hat die ZK-Genossen nie sonderlich berührt !




Oh ja, die haben alle mit Buddelformen im Sandkasten gespielt.

Man @Ostlandritter so ein Schwachsinn. Devisen waren doch immer Dreh - und Angelpunkt.

Und genau um genau diese Frage drehte sich Anfang November 1989 - Wie stattet man 16 Millionen DDR Bürger mit Devisen aus, damit sie im goldenen Westen nicht verhungern, wenn sie den Stempel zur befristeten Ausreis bekommen sollen.

LG von der Moskwitschka



@Moskwitschka
Du wirst mir doch jetzt nicht weltfremd werden - Deine beiträge hatten bisher immer meine Hochachtung !

Die Obergenossen hat es doch jahrzehnte lang nicht gejuckt , wie die Rentner bei ihren genehmigten Besuchsreisen im Westen über die Runden kamen,-
wohl wissend - daß die Westverwandtschaft schon einspringen würde !
Nun erklär mir bitte nicht ,- das die Kommunisten plötzlich ihr Herz und ihr Mitleid mirt den devisenlosen DDR-Bürgern entdeckt hätten !

Wie die 16 Millionen DDR-ler im Westen zurechtkämen - ging diesen Wandlitz- Verwöhnten doch glatt am Arsch vorbei ,- die hat es doch50 Jahre lang nicht interessiert ,- wie ein DDR-Normalo über die Runden kam-........


....................................
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Gert, thomas 48 und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#308

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 22.05.2014 23:59
von Kalubke | 2.299 Beiträge

... ich sagte doch, Prestigegründe. Die wollten nicht wie jemand dastehen, der seine Leute ganz offiziell mit nothing in die Welt schickt. Alles andere davor waren doch nur humanitäre deutsch-deutsche Regelungen. Und da hat sich der Osten so wie Du richtig sagst finanziell immer schön auf den Westen verlassen.
Und Kohl hat natürlich ins DDR-Getriebe gegriffen und von Krenz politische Zugegeständnisse für die geforderte Finanzbeteiligung verlangt, Das wollte Krenz wieder nicht. Und darüber verging die Zeit bis zum 9.11.89.

Gruß Kalubke



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#309

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 00:06
von Moskwitschka (gelöscht)
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@Ostlandritter

Kurz vor Mitternacht verzeihe ich Dir die kurze Lobhudelei, auf die ich übrigens keinen Wert lege.

Ich habe hier über den Entwurf des Reisegesetzes vom 6.11.1989 geschrieben und es in die entsprechende Zeit eingeordnet - den November 1989. Und damals hat im ZK keiner das Herz für den DDR - Bürger entdeckt, der gerne mal Westluft schnuppern wollte. Sondern man ist davon ausgegngen, das es jeder DDR - Bürger gerne machen würde, ob nun mit Verwandschaft oder ohne - eine paar Penunsen brauchte. Das manche gleich in die Karibik wollten - soweit reichte das Vorstellungsvermögen im ZK nicht.

Wie hättest Du es geregegelt? Die Diskussion darüber hat damals nicht lange gedauert. Weil sie auch der Zeit hinterher hinkte. Drei Tage später - was waren damals 72 Stunden - holte Schabowski den neuen Plan raus. Und noch nicht mal er war mutig, sondern in meinen Augn nur verpeilt.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 23.05.2014 00:09 | nach oben springen

#310

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 01:47
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

"Schwerfälligkeit bei der Verabschiedung des Reisegesetzes"

Der erste Entwurf des Reisegesetzes (beauftragt am 19.10., im Entwurf vorliegend am 31.10.), veröffentlicht im ND am 06.11. "zur öffentlichen Diskussion", stößt auf Ablehnung. "In 30 Tagen um die Welt ohne Geld" - und ähnliches kam da.

09.11.1989 - 09:00 Uhr

Oberst Gerhard Lauter - im Innenministerium verantwortlich für Pass- und Meldewesen - wird zum Innenminister gerufen und erhält den Auftrag, zunächst einen Entwurf für den Ministerrat zur Regelung der ständigen Ausreise aus der DDR zu erarbeiten, als Auskopplung aus dem Reisegesetz, um wenigstens dieses Problem anzugehen. Der Minister wollte diesen Entwurf bis gegen Mittag haben, um ihn Egon Krenz in der Pause der ZK-Tagung vorzulegen.

Mit Oberst Lauter arbeiten 3 weitere Offiziere im Rang Oberst: Einer vom Innenministerium, der für die Ausreisen zuständig ist, zwei vom Ministerium für Staatssicherheit. Die Offiziere erkennen, dass eine sofortige ständige Ausreise, ohne dass auch Privatreisen sofort möglich sind, die Situation noch weiter eskalieren würde. Sie erweitern selbständig ihren Auftrag und schreiben in den ersten Punkt des Entwurfs, dass mit sofortiger Wirkung Privatreisen für jedermann möglich sind. Einer der Offiziere des MfS fragt bei Generalmajor Niebling, im MfS verantwortlich für das Thema Ausreisen, nach, ob das so formuliert werden könne. Dieser bindet seine Zusage an das Verfahren einer Beantragung und Genehmigung der Ausreise auch für Privatreisen. Erforderlich wäre demnach ein Reisepass und ein Visum. Das Visum wäre ohne weitere Prüfung zu erteilen durch die Pass- und Meldeämter. Einen Pass hätten viele zunächst beantragen müssen. Der Druck sollte also zunächst nicht auf die Grenze, sondern zuerst auf die Behörden gehen.

Als Zeit für die Vorbereitung auf die Umsetzung dieser Regelungen in den Pass- und Meldeämtern setzt man die Nacht vom 09.11. auf den 10.11.1989. Um zu verhindern, dass die Information zu früh rausgeht, setzt man eine (übliche) Pressesperrfrist auf 10.11.1989 04:00 Uhr. Das heißt, die Nachricht geht mit den Morgennachrichten raus und enthält in der Information auch gleich den Ablauf des Ganzen. So der Plan der Arbeitsgruppe und die Abstimmung mit General Niebling. (Quelle: Interviews mit Gerhard Lauter und Gerhard Niebling)

Gegen Mittag "sickert Richtung Westen durch", dass an diesem Tag im ZK auch eine Reiseregelung beraten werden soll. Westberlins Regierender Bürgermeister, Walter Momper, regt erste Gespräche dazu an. Bundeskanzler Helmut Kohl entscheidet, den Staatsbesuch in Warschau, trotz aller möglicher Entwicklungen in dieser Frage, wie geplant durchzuführen.

Der Entwurf geht ebenfalls gegen Mittag an das ZK (direkt zur Tagung, wo er in der Pause bereits durchgesprochen wird) und an den Ministerrat. 14:30 Uhr empfängt Egon Krenz noch Johannes Rau. 16:00 Uhr verliest er den Entwurf des Reisegesetzes im ZK (Quelle: Mitschnitt der ZK-Tagung). Nach dieser Verlesung und Abstimmung im ZK übergibt Egon Krenz den Entwurf an den DDR-Regierungssprecher Wolfgang Meyer, mit dem Auftrag, ihn zu veröffentlichen. Wolfgang Meyer erkennt zwei Probleme: 1. Es liegt noch kein Beschluss des Ministerrates vor und 2. Es gibt eine Pressesperrfrist, die ihren guten Grund hat. Somit korrigiert er selbständig den Auftrag von Egon Krenz und unterlässt zunächst die sofortige Veröffentlichung (Quelle: Interview mit Gerhard Meyer).

Egon Krenz gibt aber noch sein eigenes Exemplar des Entwurfs an Günter Schabowski, der die Pressekonferenz zur ZK-Tagung durchführen soll. Laut Krenz' eigener Aussage übergab er sie mit den Worten: "Du, das wird doch die Weltnachricht." Er ging aber, laut Aussage im gleichen Interview, davon aus, dass sich der, der die Pressekonferenz leitet, sich die Materialien auch durchliest. Dazu fehlt aber Günter Schabowski die Zeit. Er notiert in seinen Notizen zur Vorbereitung der Pressekonferenz unter dem Punkt "Kurz vor Schluß": "- Verlesen Text Reiseregelung".

18:00 Uhr beginnt die Pressekonferenz. Kurz vor 19:00 Uhr kommt Riccardo Ehrman von der ANSA zu seiner Frage (wörtliches Zitat): "Ich heiße Riccardo Ehrman. Ich vertrete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Herr Schabowski, Sie haben von Fehlern gesprochen. Glauben Sie nicht, dass es war ein großer Fehler, diesen Reisegesetzentwurf, das sie haben jetzt vorgestellt vor wenigen Tagen." Schabowski redet zunächst darüber, dass man des Bedürfnis nach Reisen und Ausreisen kenne und dass, soweit er weiß, ein Entwurf über die ständige Ausreise beraten und beschlossen wäre. Es wird unruhig im Raum. Alle, außer Schabowski, merken, dass etwas ungewöhnliches auf dieser langweiligen Pressekonferenz passiert. Es kommen die Nachfragen, ab wann das gilt, "ohne Pass?" und "ab sofort?". Schabowski schlittert: "Also Jenossen, mir iss das hier mitgeteilt worden, dass eine solche Mitteilung heute schon verbreitet worden ist. Sie müsste eigentlich in ihrem Besitz sein." ... (Das Video kann sich jeder gern nochmal bei YouTube anschauen u.a. http://youtu.be/AhKfHKTyZpU - aus Sicht der Tagesschau ).

Das sind die mir bekannten Abläufe im Telegrammstil.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#311

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 08:42
von Kalubke | 2.299 Beiträge

... Fazit also: ziemliches Chaos bei den damaligen Verantwortlichen. Jeder hat nur aus dem Blickwinkel seiner eigenen Verantwortlichkeit gehandelt. Mit der Sperrfrist hätte Krenz die Meldung eigentlich gar nicht in die Pressekonferenz geben dürfen. Er hätte doch nicht erwarten können, dass sich internationale Journalisten an irgendwelche DDR-Sperrfristen halten. In puncto Informationspolitik war doch die SED zuvor überpenibel. Meines Erachtens war der politische Druck auf Krenz schon so groß, dass er bewußt auf diesen "Medieneffekt" gesetzt hat, um noch eine Zeit lang überleben zu können. Anders kann man die Bemerkung mit der "Weltnachricht" eigentlich nicht verstehen. Hinterher war natürlich keiner für dieses Drunter und Drüber verantwortlich. Schabowski war eben einfach nur zu blöd, seine Pressemappe vorher richtig durchzulesen. Schönes Beispiel dafür, wie einfach es sich Politiker oft machen.

Gruß Kalubke



Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.05.2014 10:42 | nach oben springen

#312

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 17:09
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Kalubke im Beitrag #311
... Fazit also: ziemliches Chaos bei den damaligen Verantwortlichen. Jeder hat nur aus dem Blickwinkel seiner eigenen Verantwortlichkeit gehandelt. Mit der Sperrfrist hätte Krenz die Meldung eigentlich gar nicht in die Pressekonferenz geben dürfen. Er hätte doch nicht erwarten können, dass sich internationale Journalisten an irgendwelche DDR-Sperrfristen halten. In puncto Informationspolitik war doch die SED zuvor überpenibel. Meines Erachtens war der politische Druck auf Krenz schon so groß, dass er bewußt auf diesen "Medieneffekt" gesetzt hat, um noch eine Zeit lang überleben zu können. Anders kann man die Bemerkung mit der "Weltnachricht" eigentlich nicht verstehen. Hinterher war natürlich keiner für dieses Drunter und Drüber verantwortlich. Schabowski war eben einfach nur zu blöd, seine Pressemappe vorher richtig durchzulesen. Schönes Beispiel dafür, wie einfach es sich Politiker oft machen.

Gruß Kalubke




Er wirkte in der Pressekonferenz so, als käme er gerade vom Mond. Dabei saß er im Zentrum der Macht - und zwar voll verantwortlich. "Zu blöd" ist ein wenig milde ausgedrückt :-)
.


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#313

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 17:17
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Ein Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, .........

hatte ja bereits geschrieben, das er geistig sehr agil war.


zuletzt bearbeitet 23.05.2014 17:21 | nach oben springen

#314

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 17:25
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@Rainman

das das KGB nicht informiert war über die geplante Grenzöffnung am 10.11. ist unwahrscheinlich, schließlich hatte es seine Kontakte im ZK und Politbüro, und die Tagung des ZK war ja am 09.11.1989


zuletzt bearbeitet 23.05.2014 17:29 | nach oben springen

#315

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 17:25
von Kalubke | 2.299 Beiträge

...vieleicht sollte das die Öffentlichkeit gerade glauben, dass das Ganze vom konfusen Schabowski verbockt wurde. Wieso gibt Krenz denn sein persönliches Exemplar an Schabowski? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das immer so hemdsärmelig praktiziert wurde. Da hätte dann schon viel öfter was schiefgehen müssen.

Gruß Kalubke



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#316

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 17:27
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #312
Zitat von Kalubke im Beitrag #311
... Fazit also: ziemliches Chaos bei den damaligen Verantwortlichen. Jeder hat nur aus dem Blickwinkel seiner eigenen Verantwortlichkeit gehandelt. Mit der Sperrfrist hätte Krenz die Meldung eigentlich gar nicht in die Pressekonferenz geben dürfen. Er hätte doch nicht erwarten können, dass sich internationale Journalisten an irgendwelche DDR-Sperrfristen halten. In puncto Informationspolitik war doch die SED zuvor überpenibel. Meines Erachtens war der politische Druck auf Krenz schon so groß, dass er bewußt auf diesen "Medieneffekt" gesetzt hat, um noch eine Zeit lang überleben zu können. Anders kann man die Bemerkung mit der "Weltnachricht" eigentlich nicht verstehen. Hinterher war natürlich keiner für dieses Drunter und Drüber verantwortlich. Schabowski war eben einfach nur zu blöd, seine Pressemappe vorher richtig durchzulesen. Schönes Beispiel dafür, wie einfach es sich Politiker oft machen.

Gruß Kalubke




Er wirkte in der Pressekonferenz so, als käme er gerade vom Mond. Dabei saß er im Zentrum der Macht - und zwar voll verantwortlich. "Zu blöd" ist ein wenig milde ausgedrückt :-)
.

Ich habe diese Pressekonferenz Life verfolgt und noch gut in Erinnerung. Dass sich in Sachen Westreisen etwas tut, war mir klar. Aber dass es an diesem Abend solche Auswirkungen haben wird das habe ich mir nicht erträumt. Ich muss Barbara zustimmen, dass er wirkte, wie der Hausmeister und nicht wie ein Mann der im Zentrum der Macht sitzt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 23.05.2014 17:28 | nach oben springen

#317

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 17:51
von Kalubke | 2.299 Beiträge

m.E. war die Verlesung der Reiseregelung auf der ZK-Tagung kein offizieller TOP, sondern wurde auf Wunsch von KRENZ als außerordentlicher TOP am Schluß behandelt. Schabowski war da schon weg auf dem Weg zu seiner Pressekonferenz und hat m.E. vorher von Krenz den Wortlaut zugesteckt bekommen. Er wußte somit zunächst erstmal von nichts und hat ja dann auch ziemlich hilflos in seiner Mappe rumgeblättert.

Gruß Kalubke



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#318

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 18:00
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #314
@Rainman

das das KGB nicht informiert war über die geplante Grenzöffnung am 10.11. ist unwahrscheinlich, schließlich hatte es seine Kontakte im ZK und Politbüro, und die Tagung des ZK war ja am 09.11.1989


Über die geplante Reiseregelung war am Mittag des 09.11.1989 bereits der Westen umfassend informiert. Aber das die Grenze dann schon am 09.11.1989 aufgemacht wurde, das überraschte die Genossen vom KGB wie jeden anderen auch.

Zitat von GZB1 im Beitrag #313
Ein Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, .........

hatte ja bereits geschrieben, das er geistig sehr agil war.


Mag sein. Aber auf der Pressekonferenz war er schlecht vorbereitet und versuchte das, warum auch immer - ich unterstelle hier Eitelkeit - zu überspielen. Und anstatt wenigstens das nicht gelesene Papier wie geplant vorzulesen, stammelte er sich aus seinem Nichtwissen etwas zusammen. Das müsste man ihm nicht mal ankreiden. Aber das er die Tragweite dessen, was er sagte bzw. sagen sollte, nicht überblickte, das kreide ich ihm an. Fast alle anwesenden Journalisten reagierten auf die ersten Sätze und der Typ stammelt weiter. Ich halte ihn nicht für dumm. Aber in dem, was er da tat, war er definitiv und dokumentiert unfähig.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#319

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 18:07
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #318
Zitat von GZB1 im Beitrag #314
@Rainman

das das KGB nicht informiert war über die geplante Grenzöffnung am 10.11. ist unwahrscheinlich, schließlich hatte es seine Kontakte im ZK und Politbüro, und die Tagung des ZK war ja am 09.11.1989


Über die geplante Reiseregelung war am Mittag des 09.11.1989 bereits der Westen umfassend informiert. Aber das die Grenze dann schon am 09.11.1989 aufgemacht wurde, das überraschte die Genossen vom KGB wie jeden anderen auch.

Zitat von GZB1 im Beitrag #313
Ein Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, .........

hatte ja bereits geschrieben, das er geistig sehr agil war.


Mag sein. Aber auf der Pressekonferenz war er schlecht vorbereitet und versuchte das, warum auch immer - ich unterstelle hier Eitelkeit - zu überspielen. Und anstatt wenigstens das nicht gelesene Papier wie geplant vorzulesen, stammelte er sich aus seinem Nichtwissen etwas zusammen. Das müsste man ihm nicht mal ankreiden. Aber das er die Tragweite dessen, was er sagte bzw. sagen sollte, nicht überblickte, das kreide ich ihm an. Fast alle anwesenden Journalisten reagierten auf die ersten Sätze und der Typ stammelt weiter. Ich halte ihn nicht für dumm. Aber in dem, was er da tat, war er definitiv und dokumentiert unfähig.

ciao Rainman


Hallo
Sind wir doch froh das er unfähig war .


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#320

RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED

in Das Ende der DDR 23.05.2014 18:07
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #318
Zitat von GZB1 im Beitrag #314
@Rainman

das das KGB nicht informiert war über die geplante Grenzöffnung am 10.11. ist unwahrscheinlich, schließlich hatte es seine Kontakte im ZK und Politbüro, und die Tagung des ZK war ja am 09.11.1989


Über die geplante Reiseregelung war am Mittag des 09.11.1989 bereits der Westen umfassend informiert. Aber das die Grenze dann schon am 09.11.1989 aufgemacht wurde, das überraschte die Genossen vom KGB wie jeden anderen auch.

Zitat von GZB1 im Beitrag #313
Ein Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, .........

hatte ja bereits geschrieben, das er geistig sehr agil war.


Mag sein. Aber auf der Pressekonferenz war er schlecht vorbereitet und versuchte das, warum auch immer - ich unterstelle hier Eitelkeit - zu überspielen. Und anstatt wenigstens das nicht gelesene Papier wie geplant vorzulesen, stammelte er sich aus seinem Nichtwissen etwas zusammen. Das müsste man ihm nicht mal ankreiden. Aber das er die Tragweite dessen, was er sagte bzw. sagen sollte, nicht überblickte, das kreide ich ihm an. Fast alle anwesenden Journalisten reagierten auf die ersten Sätze und der Typ stammelt weiter. Ich halte ihn nicht für dumm. Aber in dem, was er da tat, war er definitiv und dokumentiert unfähig.

ciao Rainman


Nicht nur er, sondern die ganze letzte Regierung der DDR war schlecht vorbereitet und nur noch eine Stammeltruppe! Krenz musste ja einen Buhmann finden, den er den ganzen Mist, den der Verein verzapfte, in die Schuhe schieben konnte!!
Grüsse steffen52


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