#21

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 21:40
von Mitläufer (gelöscht)
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Zitat
Diese Jugend hat einen Klatsch an der Rübe



Und wessen Jugend bzw. wessen Kinder sind das ?


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#22

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 22:10
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Mitläufer
Eigentlich hatte ich mit dieser Zeit schon meinen Frieden gemacht. Es war halt so. Allerdings finde ich es nun doch wieder für mich wichtig nicht alle meine Erinnerungen den berühmten Bach runter gehen zu lassen.
Ich war Anfang der 80-ziger Jahre an der Grenze in Berlin. Nach der Grund- und Grenzausbildung wurde ich nach Niederschönhausen abkomantantiert . Unsere Sicherungsobjekte Bhf Friedrichstrasse und BBT ( Brandenburger Tor).
Nun etwas zum Bahnhof Friedrichstrasse. Irgendwie ein Kuriosum, im Ostteil Berlins GÜST, Transitbahnhof End- und Anfangsbahnhof der S-Bahn und Durchgangsbahnhof mit Umsteigemöglichkeit der BVG. Und dadurch sicher ein Problembahnhof für die DDR. Weil der Bahnhof zum Großteil Grenzgebiet war konnte die Trapo nicht werkeln und die Bahnpolizei der Reichsbahn (Berlin-West) hatte auch nichts zu melden.Ergo hatten wir "Bahnpolizeiliche" Aufgaben zu erfüllen. Und das mit einer Streife zu dritt. Ein Uffz und zwie Soldatendienstgrade. Wenn mehr erwünscht bitte sehr.



Frage: durfte die Bahnpolizei (DR) im Rahmen der Dienstverrichtung bis Friedrichstraße (Bstg. B)? Ich sage NEIN. Der Streifenbereich ging bis maximal Bkm 2,700 und dies war ungefähr Mitte Humbolthhafen - sprich Verlauf Staatsgrenze.

Soweit mir bekannt geworden ist, erhielten die Angehörigen der Bahnpolizei (DR) ihre Aus- und Weiterbildung im Transportpolizeiamt IV in Berlin. Zu diesem Zweck mußten diese Angehörigen in Zivil den Dienstgang zur Einreise in die DDR, im Bahnhof Friedrichstraße benutzen. Die Ausreise jedoch konnte individuell erfolgen. In mir vorliegenden Aussagen ehemaliger Bahnpolizisten, erfolgte dies in der Regel über die GÜSt Invalidenstraße. Dies wird damit begründet, dass der "Ausbildungstag" in der Jägerhütte (oder Klause), welche sich in der Invalidenstraße befand, beendet wurde und der Heimweg dann zu Fuß über Sandkrugbrücke zur Haltestelle der BVG bzw. zum lehrter Stadtbahnhof fort gesetzt wurde.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
zuletzt bearbeitet 13.08.2011 22:17 | nach oben springen

#23

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 22:29
von Mitläufer (gelöscht)
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@ Chris

Sorry,
soweit gehen meine internen Kenntnisse leider nicht.
Ich durfte nur als Posten mit auf dem Bahnhof "mitlatschen".
Es war aber auch nie langweilig. Erster Aufreger des Tages war manchmal das Zeitung lesen. Nette Bürger aus Berlin(West) warfen die "Bunte Illustrierte Lustige Druckfrische" ganz achtlos auf den Boden. Wenn sie günstig lag (außerhalb des Aufnahmebereichs der vielen Kameras) wurde das Exemplar mittels Stiefelspitzen in eine günstige Ecke geschafft und wennigstens das Deckblatt und evtuell noch die Rückseite eingehend studiert. Umblättern war schwierig da die Zeitung weiterhin auf dem Boden lag. Nur gut das die Tittelstorie immer so fett gedruckt war und ist.


zuletzt bearbeitet 13.08.2011 22:30 | nach oben springen

#24

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 22:54
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Mitläufer
@ Chris

Sorry,
soweit gehen meine internen Kenntnisse leider nicht.
Ich durfte nur als Posten mit auf dem Bahnhof "mitlatschen".
Es war aber auch nie langweilig. Erster Aufreger des Tages war manchmal das Zeitung lesen. Nette Bürger aus Berlin(West) warfen die "Bunte Illustrierte Lustige Druckfrische" ganz achtlos auf den Boden. Wenn sie günstig lag (außerhalb des Aufnahmebereichs der vielen Kameras) wurde das Exemplar mittels Stiefelspitzen in eine günstige Ecke geschafft und wennigstens das Deckblatt und evtuell noch die Rückseite eingehend studiert. Umblättern war schwierig da die Zeitung weiterhin auf dem Boden lag. Nur gut das die Tittelstorie immer so fett gedruckt war und ist.



.............danke für diesen kurzen Bericht. Muß nicht leicht gewesen sein, die "Zeitschrift" zu lesen. Wenn man bedenkt, daß im Abstand von ca. 7 Metern, eine TFK 500 angebracht war ( explizit Bstg. D auf BFRIU). Respekt..............was mich jedoch verwundert ist, dass auch Angehörige der GT der DDR, welche vermutlich auch AO 13 bestätigt waren, solchen Versuchungen nicht unterlegen waren den "Klassenfeind" zu studieren.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#25

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 23:14
von eisenringtheo | 9.181 Beiträge

Paranoid, das mit den Zeitungen. Eine "Bild" Zeitung hat mir an der Grenze eine kostenlose strafrechtliche Verwarnung und eine zivilrechtliche Beschlagnahmeverfügung mit schriftlicher Rechtsmittelbelehrung auf den Formularen und ausführlicher mündlicher Rechtsmittelbelehrung durch die Zollbeamtin eingebracht. Trotz des Ernstes der Lage konnte ich mir das Lachen kaum verkneifen. Meine Gastgeber in Cottbus, die übers örtliche Kabelfernsehen ARD, ZDF, Sat1 und RTL in ungesundem Mass konsumierten, haben sich darüber auch köstlich amüsiert.
Theo


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#26

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 23:23
von Mitläufer (gelöscht)
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Zitat
was mich jedoch verwundert ist, dass auch Angehörige der GT der DDR, welche vermutlich auch AO 13 bestätigt waren, solchen Versuchungen nicht unterlegen waren den "Klassenfeind" zu studieren.



Öhm , wie war das doch gleich ? Nur wer seinen "Feind" kennt , kann ihn auch bekämpfen.

Zu unseren Aufgaben gehöhrte es auch dafür Sorge zu tragen das die immer wieder auf dem Bahnsteigen anwesenden "Berber" (respektlos "Penner") den Bahnhof schnellst möglich verließen. Mit der S-Bahn auf Bahnsteig B kein Problem--> erste Tür im ersten Wagen auf "Penner" rein Tür zu. Wegtreten zur nächsten Runde. Lustig wurde es wenn der "Abgeschobene" noch Durst hatte und sich für kleines Geld noch ´ne Pulle am I-Shop holen wollte. Kaum das wir und weggedreht hatten ging das Brett wieder auf und olle Suffke versuchte sich zum nächsten Shop zu tasten. Nee,nee iss nicht,kehrt Marsch zur ersten Tür und eingestiegen. Das wiederholte sich manchmal mehrmals bis wir den Kanal voll hatten und dem Kutscher zu verstehen gaben dafür zu sorgen das die Türen ab sofort zu bleiben sollten. Das ging wohl irgendwie.Aber frag mich keiner wie.
Doof war dagen der U-Bahnbereich mit den BVG-Kutschern durften wir ja nicht quatschen. Das war ja unser "Feind". Allerdings war die Haltezeit auch vergleichsweise kurz.


zuletzt bearbeitet 13.08.2011 23:25 | nach oben springen

#27

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 23:31
von Mitläufer (gelöscht)
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@ Theo

Zitat
Paranoid, das mit den Zeitungen. Eine "Bild" Zeitung hat mir



Manchmal waren wir auch ganz mutig . Da wurde dann schon einmal eine Zeitung sorgfälltig zum nächsten Mülleimer getragen,um eventuellen Stolperunfällen vorzubeugen und in diesem dann gut lesbar drapiert.


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#28

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 23:38
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@Mitläufer,

Willkommen hier im Forum!

war die Dreierstreife ständig dort unten oder nur in bestimmten Schichten (ND)?

Gab es für euch einen Aufenthaltsraum dort unten oder ward ihr nur bei bestimmten Situationen auf den Bahnsteigen und sonst als A-Posten im Führungspunkt des DHO?

Es wäre auch interessant über den Dienst am BBT etwas zu erfahren! ( evtl. extra Thema)


zuletzt bearbeitet 13.08.2011 23:40 | nach oben springen

#29

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 00:01
von Mitläufer (gelöscht)
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Die Dreierstreife war ständig da nur in der Nachtzeit in der kein S- bzw U-Bahnverkehr war trollten wir un in der FP. Da war´s ím Winter schön warm. Der "Aufenthaltsraum" war neben dem FP auf der "Ostseite". Zugang über die durch die Stahlwand getrennten S-Bahnsteige.

Zur Verdeutlichung folgendes Bildzitat.

Copyrigth by dw-world.de

Durch die Kleine Tür links an der Blechwand am Postenhäuschen vorbei gelangte man auf die andere Seite der "Blechwand".


zuletzt bearbeitet 14.08.2011 00:01 | nach oben springen

#30

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 00:04
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Kein Wunder das es im FP warm war.

Ähm, bei den vielen Monitoren natürlich.

Hast du auch am Viadukt gestanden SiP 1 oder 2?

RE: GÜST Friedrichstr.


zuletzt bearbeitet 14.08.2011 00:06 | nach oben springen

#31

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 00:19
von Mitläufer (gelöscht)
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Auf dem Viadukt hatten wir nüscht verloren. Das war uns zu tristess. Nur ab und an mußte mal einer von uns mit dem Objektkomandenten Richtung Lehrter Stadtbahnhof mit. Dem erzählen nach Hartcore bis zum Strich wenige Meter vor dem Bahnsteig. "Huch der Osten marschiert ein "


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#32

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 00:41
von GZB1 | 3.287 Beiträge



naja war ja auch ne ganz schöne Strecke vom Bahnhof bis zum SiP1. D.h. es war in der SiK 1 doch getrennt, Einsatz unten im Bahnhof bzw. oben und Viadukt oder haben das die anderen SiK des 36er gemacht?


zuletzt bearbeitet 14.08.2011 00:41 | nach oben springen

#33

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 01:03
von Mitläufer (gelöscht)
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Puh. Das sind fragen.
Nach meiner Zeit bei den GT wurde doch Niederschönhausen so glaube ich aufgelöst und alles neu strukturiert.
In Niederschönhausen war es so ich meine die SiK 7 die nur für Bhf Friedrichstrasse S+U Bahn (nicht für das Fernbahngleis) und das BBT zuständig war. Es gab eine Bahnhofs und einen Tor Zug. Allerdings wurde überall eingesetzt. Zum Grenzdienst rückte nie die ganze Kompanie sondern nur ein Teil aus ( hier weckte der UvD noch persöhnlich). Trillerpfeifen waren in der obersten Etage verpönt da immer ein Teil am pennen war. Entweder die welche vom Spätdienst kamen und früh noch schlafen durften oder wenn die Nachttruppe sich in die Betten verfatzte. Belastend war es schon. Früh/Spät/Nachtund Frei und das im täglichen wechsel. Aber dafür hatten wir eigentlich unsere Ruhe.


zuletzt bearbeitet 14.08.2011 01:03 | nach oben springen

#34

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 01:13
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Das würde bestätigen, dass das Fernbahngleis und die S-Bahn oben von den anderen Sik im 36er gesichert wurden.

Zitat
Zitat von icke: "...Ja die Streife war vom GR 36 1. SIK . Selten ein BU sonst ein Uffz ein Gefreiter ein Soldat. Und es gab noch den Posten für den Diensthabenden.Alle waren A bestetigt . Erst ab 86 / 87...."
aus: Beitrag 18 dieses Themas



Mit 7. Sik im Güst-SiR 26 Niederschönhausen hast du recht!


zuletzt bearbeitet 14.08.2011 01:19 | nach oben springen

#35

RE: Streifentätigkeit am Bhf. Friedrichstraße

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 14.08.2011 20:50
von Icke | 95 Beiträge

Ja , so war das es waren unterschitliche SIK 's .Wir haben Zeitungen vom Bahnhof (ganz selten) auch mal mitgenommen .Nicht alle Bereiche waren mit Kammeras überwacht.


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