#21

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 12:27
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...Fazit: Knospe war selber schuld, dass er erschossen wurde...
Theo



Auch in der Bundesrepublik wäre die Verurteilung wegen Mordes nach § 211 (2), Satz 3 in Verbindung mit §§ 1 (4), 16 (1 und 3) Wehrstrafgesetz oder auch StGB der DDR § 254 (2), Satz 2 möglich gewesen (Mord aus niederen Beweggründen zur Verdeckung einer anderen Straftat, hier der Fahnenflucht).
Ob die Behauptung, der Geschädigte hätte die Tat selbst durch in Stellung gehen mitverursacht, gestimmt hat, könnte man nur durch Ergebnisse einer Obduktion belegen (Trafen die Schüsse von vorn, der Seite oder hinten, war es wirklich Einzel- oder Dauerfeuer, aus welcher Distanz, in welcher Position befand sich der Geschädigte, als ihn die Schüsse trafen, gab es da wirklich diese Mulde). Darüber habe ich nichts gefunden. In der Sache selbst wäre das gar nicht mal wichtig gewesen.
Zwar war die Republikflucht an sich in der Bundesrepublik natürlich keine Straftat aber die Fahnenflucht als Soldat schon. Auch wenn sie die BRD stellvertretend für die DDR natürlich aus politischen Gründen nicht verfolgt hat (wie umgekehrt auch...). Die Fahnenflucht an sich ist auch heute kein Rehabilitationsgrund zur Entschädigung für eine daraus resultierende strafrechtliche Verfolgung. Zumindest ein Mordmerkmal war also erfüllt. Die anderen Behauptungen des Täters können (müssen aber nicht) genausogut Schutzbehauptungen des Täters sein, um eben eine Verurteilung als Totschläger zu erreichen. Denn immerhin ist ein in Stellung gehen ohne die Feuerbereitschaft herzustellen als Bedrohung zumindest unwahrscheinlich.
Ganz davon abgesehen hatte der Postenführer das Recht, die Fahnenflucht zu unterbinden. Über die Frage des "wie" kann man allenfalls streiten. Es ist der Politik geschuldet, wenn durch so ein Urteil quasi dem Rechtsbrecher ein "Notwehrrecht" gegen Rechtsdurchsetzung zugestanden wird. Das wäre, als ob dem Rocker, der einen Polizisten durch die Tür erschossen hat, das Recht auf Notwehr zugebilligt würde.
Nach DDR-Recht war der Schuldspruch korrekt. Alles, was nach deren Recht eine rechtswidrige Tötung aber nicht Totschlag war, war Mord. Die lebenslängliche Verurteilung entsprach analog dem bundesdeutschen Recht. Es wäre auch die Todesstrafe möglich gewesen.




rot mark.
Also diesen Vergleich finde ich aber sehr hinkend S 51. Bei deiner ganzen Betrachtung ist eine wichtiger Fakt der im Hintergund steht, nicht berücksichtigt. Das ist das sowohl für potentielle Flüchtlinge als auch für die Bewacher der Grenze einmalige,ungwöhnlich rigide Grenzregime. Es gab und gibt auf der Welt nur wenige Staaten, die das so praktizieren und auffälligerweise sind sie alle kommunistisch regiert. Wenn die Grenzüberwachung so nicht gewesen wäre, hätte diese FF nie stattgefunden. Die Verantwortlichen dafür saßen im SED Politbüro in Berlin. Dieser Grenzsoldat, der seinen Kameraden erschossen hat, hätte das in einem anderen Staat nie machen müssen. Er hätte sich nach Beendigung seines Wehrdienstes ins Auto gesetzt und wäre ins Ausland entschwunden. Was ich hier schreibe ist keine Entschuldigung für dies Tat, aber eine wichtige Ergänzung für die Umstände, die zu der Tat führten. Und bitte nicht wieder erklären dies sei die normalste Grenze der Welt, haben doch andere auch. Die Grenze war einmalig unnormal in Europa und auf der Welt, außer ihren Verlängerungslinien in den Moskauer Satellitenstaaten CSSR, Ungarn, Bulgarien.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#22

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 15:36
von heinothaino (gelöscht)
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Ein fataler Denkfehler von Klaus D.
Wie kann der waehrend des gemeinsamen Dienstes E.Knospe vor die Tatsache stellen,
dass er jetzt das Land verlaesst.
Und meint , E. laesst ihn ziehen und geht fuer D s Freiheit in den Knast.
Anscheinend hat K.D sich nicht die Muehe gemacht , E.K. abzutasten.
Dadurch befanden sich beide ab diesem Moment in einer vom System kreierten
und so gewollten Zwangssituation,
den K.D wollte nun auch nicht in den Knast.
Die Ansage war nun nicht mehr zurueckzudrehen.

Mord war sicher nicht die Loesung dafuer.

Ich kann mir vorstellen, dass K.D nach diesem
Vorfall kein gluecklicher Mensch sein wird,
selbst bei der minderen Strafe.
Er kann nicht aus seinem Geist/Koerper fluechten
und muss das bis zum Tod mit sich herumtragen.

ehrendes Gedenken an den jungen E.Knospe


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#23

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 15:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Heino das ist solchen Menschen meist egal, ich bin mir sicher nach der Haft war das Thema für ihn durch. Er erfreut sich seines egoistischen Lebens und Knospe ist tod. So einfach ist das.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#24

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 16:42
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...Fazit: Knospe war selber schuld, dass er erschossen wurde...
Theo



Auch in der Bundesrepublik wäre die Verurteilung wegen Mordes nach § 211 (2), Satz 3 in Verbindung mit §§ 1 (4), 16 (1 und 3) Wehrstrafgesetz oder auch StGB der DDR § 254 (2), Satz 2 möglich gewesen (Mord aus niederen Beweggründen zur Verdeckung einer anderen Straftat, hier der Fahnenflucht).
Ob die Behauptung, der Geschädigte hätte die Tat selbst durch in Stellung gehen mitverursacht, gestimmt hat, könnte man nur durch Ergebnisse einer Obduktion belegen (Trafen die Schüsse von vorn, der Seite oder hinten, war es wirklich Einzel- oder Dauerfeuer, aus welcher Distanz, in welcher Position befand sich der Geschädigte, als ihn die Schüsse trafen, gab es da wirklich diese Mulde). Darüber habe ich nichts gefunden. In der Sache selbst wäre das gar nicht mal wichtig gewesen.
Zwar war die Republikflucht an sich in der Bundesrepublik natürlich keine Straftat aber die Fahnenflucht als Soldat schon. Auch wenn sie die BRD stellvertretend für die DDR natürlich aus politischen Gründen nicht verfolgt hat (wie umgekehrt auch...). Die Fahnenflucht an sich ist auch heute kein Rehabilitationsgrund zur Entschädigung für eine daraus resultierende strafrechtliche Verfolgung. Zumindest ein Mordmerkmal war also erfüllt. Die anderen Behauptungen des Täters können (müssen aber nicht) genausogut Schutzbehauptungen des Täters sein, um eben eine Verurteilung als Totschläger zu erreichen. Denn immerhin ist ein in Stellung gehen ohne die Feuerbereitschaft herzustellen als Bedrohung zumindest unwahrscheinlich.
Ganz davon abgesehen hatte der Postenführer das Recht, die Fahnenflucht zu unterbinden. Über die Frage des "wie" kann man allenfalls streiten. Es ist der Politik geschuldet, wenn durch so ein Urteil quasi dem Rechtsbrecher ein "Notwehrrecht" gegen Rechtsdurchsetzung zugestanden wird. Das wäre, als ob dem Rocker, der einen Polizisten durch die Tür erschossen hat, das Recht auf Notwehr zugebilligt würde.
Nach DDR-Recht war der Schuldspruch korrekt. Alles, was nach deren Recht eine rechtswidrige Tötung aber nicht Totschlag war, war Mord. Die lebenslängliche Verurteilung entsprach analog dem bundesdeutschen Recht. Es wäre auch die Todesstrafe möglich gewesen.




rot mark.
Also diesen Vergleich finde ich aber sehr hinkend S 51. Bei deiner ganzen Betrachtung ist eine wichtiger Fakt der im Hintergund steht, nicht berücksichtigt. Das ist das sowohl für potentielle Flüchtlinge als auch für die Bewacher der Grenze einmalige,ungwöhnlich rigide Grenzregime. Es gab und gibt auf der Welt nur wenige Staaten, die das so praktizieren und auffälligerweise sind sie alle kommunistisch regiert. Wenn die Grenzüberwachung so nicht gewesen wäre, hätte diese FF nie stattgefunden. Die Verantwortlichen dafür saßen im SED Politbüro in Berlin. Dieser Grenzsoldat, der seinen Kameraden erschossen hat, hätte das in einem anderen Staat nie machen müssen. Er hätte sich nach Beendigung seines Wehrdienstes ins Auto gesetzt und wäre ins Ausland entschwunden. Was ich hier schreibe ist keine Entschuldigung für dies Tat, aber eine wichtige Ergänzung für die Umstände, die zu der Tat führten. Und bitte nicht wieder erklären dies sei die normalste Grenze der Welt, haben doch andere auch. Die Grenze war einmalig unnormal in Europa und auf der Welt, außer ihren Verlängerungslinien in den Moskauer Satellitenstaaten CSSR, Ungarn, Bulgarien.

Gruß Gert





Hallo Gert,

also der K.D. hätte auch in der DDR nicht seinen Postenführer ermorden müßen um die Flocke zu machen. Du hast selbst an der Grenze gedient und müßtest es eigentlich wissen!
Das System war sicherlich nicht das feinste, aber es rechtfertigt nicht diese Tat!

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#25

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 16:51
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Heino das ist solchen Menschen meist egal, ich bin mir sicher nach der Haft war das Thema für ihn durch. Er erfreut sich seines egoistischen Lebens und Knospe ist tod. So einfach ist das.




Feliks kennst du diesen Soldaten, dass du dich so aus dem Fenster lehnen kannst ?

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#26

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 17:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Hallo Gert,

also der K.D. hätte auch in der DDR nicht seinen Postenführer ermorden müßen um die Flocke zu machen. Du hast selbst an der Grenze gedient und müßtest es eigentlich wissen!
Das System war sicherlich nicht das feinste, aber es rechtfertigt nicht diese Tat!

VG exgakl[/quote]


Du liest offenbar nur quer, sonst hättest du sicher auch gelesen, dass mein Post keine Entschuldigung für diese furchtbare Tat sein soll. Das habe ich doch ausdrücklich geschrieben. Ich habe auch an der Grenze gedient, richtig, und für mich wäre so etwas auf keinen Fall in Frage gekommen. So ist ja auch mein Lebenslauf entsprechend anders verlaufen und ich kann ruhig schlafen. Eine solche Schuld möchte ich nicht auf dem Gewissen haben, damit könnte ich auch im Westen Deutschlands nicht leben. Was mir wichtig war, die gehörige Portion Mitverantwortung der SED und ihres Politbüros für die außerirdische Lage an der innerdeutschen Grenze hier zu dokumentieren.



Grüße aus dem Rheinland


.
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#27

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 17:09
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von Gert


Hallo Gert,

also der K.D. hätte auch in der DDR nicht seinen Postenführer ermorden müßen um die Flocke zu machen. Du hast selbst an der Grenze gedient und müßtest es eigentlich wissen!
Das System war sicherlich nicht das feinste, aber es rechtfertigt nicht diese Tat!

VG exgakl



Du liest offenbar nur quer, sonst hättest du sicher auch gelesen, dass mein Post keine Entschuldigung für diese furchtbare Tat sein soll. Das habe ich doch ausdrücklich geschrieben. Ich habe auch an der Grenze gedient, richtig, und für mich wäre so etwas auf keinen Fall in Frage gekommen. So ist ja auch mein Lebenslauf entsprechend anders verlaufen und ich kann ruhig schlafen. Eine solche Schuld möchte ich nicht auf dem Gewissen haben, damit könnte ich auch im Westen Deutschlands nicht leben. Was mir wichtig war, die gehörige Portion Mitverantwortung der SED und ihres Politbüros für die außerirdische Lage an der innerdeutschen Grenze hier zu dokumentieren.



Grüße aus dem Rheinland[/quote]

nee nee Gert, keine Sorge, ich lese nicht nur quer.... ick lese sogar kreuz und quer.
Was aber Deiner Meinung nach die Mitverantwortung der SED betrifft... sicher gab es die, aber dann kann man auch sagen das deutsche Volk trägt dafür die Verantwortung...... ab 1933, sonst hätte es diesen Staat DDR und die SED nicht gegeben!

VG aus Brandenburg


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#28

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 17:17
von jennyblo | 36 Beiträge

Zitat von exgakl
aber dann kann man auch sagen das deutsche Volk trägt dafür die Verantwortung...... ab 1933, sonst hätte es diesen Staat DDR und die SED nicht gegeben!



Hallo zusammen,

hier möchte ich gern etwas fragen. Kann man sagen, Nazideutschland war die Bedingung für die Entstehung der DDR? Das verstehe ich nicht.
Danke, Jenny



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#29

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 17:24
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von exgakl

Zitat von Gert


Hallo Gert,

also der K.D. hätte auch in der DDR nicht seinen Postenführer ermorden müßen um die Flocke zu machen. Du hast selbst an der Grenze gedient und müßtest es eigentlich wissen!
Das System war sicherlich nicht das feinste, aber es rechtfertigt nicht diese Tat!

VG exgakl



Du liest offenbar nur quer, sonst hättest du sicher auch gelesen, dass mein Post keine Entschuldigung für diese furchtbare Tat sein soll. Das habe ich doch ausdrücklich geschrieben. Ich habe auch an der Grenze gedient, richtig, und für mich wäre so etwas auf keinen Fall in Frage gekommen. So ist ja auch mein Lebenslauf entsprechend anders verlaufen und ich kann ruhig schlafen. Eine solche Schuld möchte ich nicht auf dem Gewissen haben, damit könnte ich auch im Westen Deutschlands nicht leben. Was mir wichtig war, die gehörige Portion Mitverantwortung der SED und ihres Politbüros für die außerirdische Lage an der innerdeutschen Grenze hier zu dokumentieren.



Grüße aus dem Rheinland




nee nee Gert, keine Sorge, ich lese nicht nur quer.... ick lese sogar kreuz und quer.
Was aber Deiner Meinung nach die Mitverantwortung der SED betrifft... sicher gab es die, aber dann kann man auch sagen das deutsche Volk trägt dafür die Verantwortung...... ab 1933, sonst hätte es diesen Staat DDR und die SED nicht gegeben!

VG aus Brandenburg[/quote]


und Kaiser Barbarossa auch, deswegen ist er heute noch auf dem Kyffhäuser "inhaftiert ", obwohl es die DDR schon 21 Jahre nicht mehr gibt.

Grüße aus dem Rheinland


.
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#30

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 17:25
von heinothaino (gelöscht)
avatar

Wir hatten nach unserem Auftauchen in D , nach Ueberwindung
des ,,antiimp. Schutzwalls,, eine Typen vom Verfassungsschutz
so ne Art Betreuer in Doppelfunktion.
Einerseits wurde nachtraeglich mit abgedeckt, ob man nicht als Spion herausgelassen
wurde .
Hauptsaechlich tauchte der Mann etwa alle 2 Monate unangemeldet in Wohnung
oder Arbeitsstelle auf, um herauszufinden in welcher phsychischen und materiellen
Situation der EX Grenzer sich befand.
(auch wegen eventueller Straffaelligkeit, Drogen ,Alk)
Der hatte unter anderem auch mit dem Weinhold zu tun.
Nachdem hab ich ihn naemlich gefragt.
Es gab da von ExGrenzern Suizide und SuizidVersuche ,auch Rueckkehr von (RF/FF)Taetern
die mit der Belastung nicht fertiggeworden sind.
Das wollten die VS natuerlich nicht und haben entsprechend
Vorkehrungen getroffen, Kontrollen gemacht.

Daher mein Gedanke in #22.


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#31

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 17:36
von heinothaino (gelöscht)
avatar

@Jenny
Ohne Nazideutschland kein Weltkrieg
ohne Krieg ...kein deutscher Verlierer des Krieges
ohne Dt Verlierer keine Besatzungsmaechte in D
ohne Besatzungsmaechte keine aufteilung in Sektoren
ohne Sektoren kein geteiltes Deutschland (Marshallplan , glaug ich)
ohne geteiltes Deutschland keine DDR

Gruss aus BKK


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#32

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 18:30
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von heinothaino
Wir hatten nach unserem Auftauchen in D , nach Ueberwindung
des ,,antiimp. Schutzwalls,, eine Typen vom Verfassungsschutz
so ne Art Betreuer in Doppelfunktion.
Einerseits wurde nachtraeglich mit abgedeckt, ob man nicht als Spion herausgelassen
wurde .
Hauptsaechlich tauchte der Mann etwa alle 2 Monate unangemeldet in Wohnung
oder Arbeitsstelle auf, um herauszufinden in welcher phsychischen und materiellen
Situation der EX Grenzer sich befand.
(auch wegen eventueller Straffaelligkeit, Drogen ,Alk)
Der hatte unter anderem auch mit dem Weinhold zu tun.
Nachdem hab ich ihn naemlich gefragt.
Es gab da von ExGrenzern Suizide und SuizidVersuche ,auch Rueckkehr von (RF/FF)Taetern
die mit der Belastung nicht fertiggeworden sind.
Das wollten die VS natuerlich nicht und haben entsprechend
Vorkehrungen getroffen, Kontrollen gemacht.

Daher mein Gedanke in #22.




Meinst du den Typ von der " deutschen Gesellschaft für soziale Beziehungen" ? Der hat mich auch nach meiner Flucht regelmäßig besucht und mir manch gute Hilfe und Tips gegeben. Die waren zuständig für die Betreuung ehem. NVA Soldaten. Ich war nicht von den GT stiften gegangen, sondern 1/2 Jahr nach Entlassung.
Gruß Gert

Gruß Gert


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#33

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 19:26
von heinothaino (gelöscht)
avatar

Yep...Gert
Ges fuer Sozialbeziehungen, so hiessen die offiziel
Der Typ hiess Falk. Deckname , wie er meinte.
War ganz interessant mit dem ,
Hat auch mal ein Treffen organisiert , da kam Sennewald
unter anderen.

Ich hab immer gestaunt, wie der mich gefunden hat.
Sogar in die Schweiz ist er mir noch nach 5 Jahren gefolgt ))))))

Gruss aus BKK


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#34

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 20:40
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Zitat von heinothaino
@Jenny
Ohne Nazideutschland kein Weltkrieg
ohne Krieg ...kein deutscher Verlierer des Krieges
ohne Dt Verlierer keine Besatzungsmaechte in D
ohne Besatzungsmaechte keine aufteilung in Sektoren
ohne Sektoren kein geteiltes Deutschland (Marshallplan , glaug ich)
ohne geteiltes Deutschland keine DDR

Und eins haste vergessen ohne das alles gebes keine BRD sondern ein Staat der nur Deutschland heißt.

Gruss aus BKK


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#35

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 20:43
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von heinothaino
@Jenny
Ohne Nazideutschland kein Weltkrieg
ohne Krieg ...kein deutscher Verlierer des Krieges
ohne Dt Verlierer keine Besatzungsmaechte in D
ohne Besatzungsmaechte keine aufteilung in Sektoren
ohne Sektoren kein geteiltes Deutschland (Marshallplan , glaug ich)
ohne geteiltes Deutschland keine DDR

Gruss aus BKK



Diese Diskussion ist nicht nur O.T. sondern auch nur wenig hilfreich.


zuletzt bearbeitet 07.05.2011 00:29 | nach oben springen

#36

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 21:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Kann es sein, dass ihr euch vom Gedenken an die Opfer schon mächtig weit entfernt habt?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#37

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 06.05.2011 21:41
von SEG15D | 1.119 Beiträge

Ihr seid weit weg! Vom Thema...so to speak.....
Es ist, so denke ich , nicht unbedingt ein Deutsches Thema..., aber ein Thema, was berührt..! Der eine gibt seine Absicht kund, der
andere verneint sein Ansinnen...statt den Konsens zu suchen, eskaliert die Situation...wer ist nun Schuld?!



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#38

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 07.05.2011 12:43
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich habe mich bewusst einige Tage mit meiner Antwort zu diesem Beitrag zurückgehalten.
Es war doch nichts Neues dabei. Wer nun die Schuld hatte das es so gewesen ist wurde genauso oft diskutiert. Waren es die Systeme, das Individuum? Auf welcher Seite standen wir? Welche Schranken haben wir noch in uns?
Ich bedaure natürlich jeden der an oder durch diese Grenze zu Schaden kam. Der welcher ausgesiedelt wurde tut mir leid und noch mehr welche getötet wurden. Selbstverständlich meine ich damit alle Opfer dieser Grenze . Auch Eberhard Knospe gehört dazu. Es ist völlig in Ordnung wenn ihr eurer toten Kameraden gedenkt. Der Ehrenhain ist völlig in Ordnung.
Ob alles immer wie dargestellt gewesen ist ,das weiß ich nicht. Ist nicht so wichtig für mich.
Jeder Tote war einer Zuviel. Eine Liste mit getöteten Flüchtlingen könnte ich hier genauso reinstellen. Mit etwas Pech könnte auch mein Name auf dieser Liste stehen. An ein Beispiel möchte ich aber erinnern.
http://fdhii14.homepage.t-online.de/fdhi...-bei-Sorge.html

Ja alles hat zwei Seiten! Lasst uns lieber gemeinsam verhindern, das so etwas sich nicht wiederholt. Alle Toten dieser Grenze mahnen uns!


zuletzt bearbeitet 07.05.2011 12:44 | nach oben springen

#39

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 07.05.2011 13:35
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von turtle
(..). An ein Beispiel möchte ich aber erinnern.
http://fdhii14.homepage.t-online.de/fdhi...-bei-Sorge.html
(...)


Tragischer Fall mit einer interessanten juristischen Frage: Wenn man nicht mehr feststellen, wer den tödlichen Fall abgegeben hat: Wie kann man dann beide Täter wegen Totschlages verurteilen? Mindestens einer hat sich auch aus heutiger Sicht reglementskonform verhalten.
Theo


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#40

RE: Gedenken an Eberhard Knospe

in Grenztruppen der DDR 07.05.2011 19:54
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von turtle
Ich habe mich bewusst einige Tage mit meiner Antwort zu diesem Beitrag zurückgehalten.
Es war doch nichts Neues dabei. Wer nun die Schuld hatte das es so gewesen ist wurde genauso oft diskutiert. Waren es die Systeme, das Individuum? Auf welcher Seite standen wir? Welche Schranken haben wir noch in uns?
Ich bedaure natürlich jeden der an oder durch diese Grenze zu Schaden kam. Der welcher ausgesiedelt wurde tut mir leid und noch mehr welche getötet wurden. Selbstverständlich meine ich damit alle Opfer dieser Grenze . Auch Eberhard Knospe gehört dazu. Es ist völlig in Ordnung wenn ihr eurer toten Kameraden gedenkt. Der Ehrenhain ist völlig in Ordnung.
Ob alles immer wie dargestellt gewesen ist ,das weiß ich nicht. Ist nicht so wichtig für mich.
Jeder Tote war einer Zuviel. Eine Liste mit getöteten Flüchtlingen könnte ich hier genauso reinstellen. Mit etwas Pech könnte auch mein Name auf dieser Liste stehen. An ein Beispiel möchte ich aber erinnern.
http://fdhii14.homepage.t-online.de/fdhi...-bei-Sorge.html

Ja alles hat zwei Seiten! Lasst uns lieber gemeinsam verhindern, das so etwas sich nicht wiederholt. Alle Toten dieser Grenze mahnen uns!




.....................................................................................................................

Ja so war das damals, und Alles für den "Frieden und eine "bessere" Welt, so hieß es zumindestens!
Schönen Gruß aus Kassel.


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