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 Das Leben an und mit der Innerdeutschen Grenze
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CaptnDelta Offline





Beiträge: 1.831


11.08.2009 07:57
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Weist du, was ich finde, Delta: heute wird viel zu wenig gelesen, vor allem die Jungen, den Mädchen sehe ich öfters mal in der S- Bahn mit dem Buch auf dem Schoß. Wenn die jungen Trottel doch wenigstens die Westernromane…. aber nicht mal die werden….Die Helden sterben aus, die Vorbilder gleich mit.

Naja, ganz Unrecht hast Du nicht. Allerdings wird auch manchmal uebersehen das es eben inzwischen auch andere Medien ausser Buechern gibt (zum Beispiel auch das Forum hier).
Aber wie gesagt, Du rennst da bei mir offenen Tueren ein.
Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Dein Text über die Urlaube und das schöne Lied, ich kam gleich ins träumen, träumte allerdings nur von Ungarn und der Ostsee.

Vielleicht schreib' ich irgendwann mal die ganzen Geschichten, die ich als Ossie in den 80ern im 'Wilden Westen' erlebt hab' hier ins Forum. Waren teilweise recht kuriose Sachen dabei, weil man eben die Welt doch teilweise mit anderen Augen gesehen hat, als die Leute um einen 'rum.

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Zu dieser Geschichte über Gorgo haben meine Frau und ich auch eine leichte Verbindung. Irgendwann in den 80er Jahren lagen wir an einem großen FKK- Strand ( Freikörperkultur) in der Nähe von Wismar, starker Wellengang, die Flagge bzw. der Ball war schon gehisst aber ansonsten ein herrliches Wetter. Meine Frau und Tochter vorn am Strand mit Ball und ich weit von ihnen in Betrachtung der vielen sportlichen knackigen Schönen beim Volleyballspiel nahe den Dünen, die Bierflasche in der Hand. Völlig abgelenkt. Der Lieblingsball meiner Tochter fällt irgendwann ins Wasser und treibt schnell ab. Meine Frau, eine sehr gute Schwimmerin hinterher und ein Wildfremder Nackter von der Wasserrettung steht ihr sofort bei, er erfasste wohl blitzschnell die Situation. Nein, nicht bei dem was du denkst, bei der Ballrettung! Sie haben ihn dann erreicht, mehrere hundert Meter weit draußen, beide völlig am Ende ihre Kräfte.
Sie war allerdings offener statt wie Frank die Geschichte seiner Nicole zu verschweigen und erzählte mir alles noch ganz außer Atem. Da dachte ich so bei mir: Während du Rindvieh deiner Lust frönst, ertrinkt fast dein geliebtes Eheweib. Ab diesem Tag habe ich stets erst einen Blick auf sie und dann erst auf die anderen Schönen….“.
Gruß dir und allen Anderen von Rainer- Maria

Nah, jetzt verschlagt's mir aber die Sprache. Du als alter Grenzer hast da Deine Frau so einfach an der Ostsee aus den Augen gelassen, und das noch bei Sturm? In Tateinheit mit dem Bademeister? Was waer den gewesen wenn die beiden nach Daenemark oder zum Timmendorfer Strand abgetrieben waeren? Wo war denn da Deine revolutionaere Wachsamkeit?



Kleiner Scherz, nix fuer Ungut, zum Glueck ist nix Schlimmes passiert.
Servus vom anderen Ende der Welt,
-Th

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"We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal,
that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights,
that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.
"

Rainer-Maria-Rohloff Offline


Beiträge: 1.955


15.08.2009 20:30
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Hallo Rainman, mein Bruder aus Sachsen oder im Geist, aber du weißt, wie ich das meine. Wenn dieser Text erscheint liege ich schon am Strand im Ostseebad Zingst und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Meine Tochter war so frei, für ihren Vater Einstelldienste zu leisten, nicht zu verwechseln mit Frondiensten. Diesmal zum angehenden Sonntag habe ich mir gedacht, schreib doch einmal eine schöne Geschichte, eine Geschichte mit biographischen Hintergrund und nimm deinen Stoff aus dem Thema „ Die Legende vom antifaschistischen Schutzwall.“ Ich lies es damals zu Beginn sein, mich einzubringen, wollte nur die Texte verfolgen, dir erst beistehen aber dann las ich deinen Text vom 14.08, den Dialog mit FSK-Veteran von selben Tag und dachte, der Banksturz in Eisenach und die durchzechten Nächte hatten doch Folgen. Geht es dir auch wirklich gut, mein Freund? Den ich mache mir Sorgen, ernsthafte Sorgen. Aber vergiss es, es war nur laut gedacht von mir. Nichtsdestotrotz, ich spinne ein wenig den Flachs zu einem goldenen Faden, wie im Märchen, weil mich Biographien interessieren . Ich nehme einfach wosch, unseren Wolfgang aus Kassel, kann dabei natürlich auch falsch liegen aber das Risiko gehe ich hier ein und lehne meine kleine Geschichte an seine Biographie soweit sie mir bekannt ist, an. Die Schriftsteller sagen immer: Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen…..oder so ähnlich…ist frei erfunden!. So soll es sein. Ich muss ganz ehrlich sagen, je länger ich hier im Forum bin fasziniert mich eine Frage; Warum ist der eine Pro und der andere Contra? Liegt das daran, wie er aufgewachsen ist, was ihm die Oma oder der Opa Abends am Bett für Geschichten erzählt haben? Wie sie das erzählt haben? Und ob sie überhaupt etwas erzählt haben oder das Menschenkind einsam im Dunkeln sich in den Schlaf zitterte?. Aber am Ende meiner Geschichte wirst du sehen, worauf ich hinaus will.

Hier beginnt meine Geschichte: Der kleine Wolf- Dieter hatte seinen Vater nie kennengelernt, den dieser blieb im Krieg. Im letzten Urlaub von der Front, es muss im Mai !941 gewesen sein, noch voller Zuversicht auf das, was kommen würde fühlte Hilde Baumann , das sie ein Kind unter dem Herzen tragen wird. Die junge Frau fragte noch am Zug; Kommst du auch wieder, Mann? Ich komme, rief er in das Pfeifen der Zugsirene mit Tränen in den Augenwinkeln.
Am 3. Juli1941 schrieb Generalstabschef Halder in sein Tagebuch ( Auszug): Im ganzen kann man also schon jetzt sagen, dass der Auftrag, die Masse des russischen Heeres vorwärts Düna und Dnjepr zu zerschlagen, erfüllt ist. Ich halte die Aussage eines gefangenen kommandierenden Generals für richtig, das wir ostwärts von Düna und Dnjepr nur noch mit Teilkräften zu rechnen haben, die allein stärkemäßig nicht in der Lage sind, die deutschen Operationen noch entscheidend zu hindern. Es ist also wohl nicht zuviel gesagt, wenn ich behaupte, dass der Feldzug gegen Russland innerhalb ( von) 14 Tagen gewonnen wurde. Natürlich ist er damit noch nicht zu Ende Die Weite des Raums und die Hartnäckigkeit des mit allen Mitteln geführten Widerstandes wird uns noch viele Wochen beanspruchen( Auszug Ende) Aber da war Walter Baumann schon tot, gefallen in den ersten Tagen der „ Operation Barbarossa“.
Die junge Mutter, jetzt alleine mit Kind hatte so ihre Schwierigkeiten mit dem wilden Sproß, die harte Hand des Vaters fehlte in der Erziehung aber die Zeit verging und der kleine Wolf-Dieter wurde mit 6 Jahren 1948/49 eingeschult. Der Junge hatte es nicht leicht, wenn seine Klassenkameraden ihn in der Pause in die Mangel nahmen, hin und her schubsten, an den Haaren zogen und leise , so das es der Lehrer nicht hören konnte riefen: „ Warte, warte noch ein Weilchen , dann kommt Hahmann auch zu dir, mit dem großen Hackebeilchen und macht Leberwurst aus dir“. Das Bild vom großen Stalin links neben der Tafel, also er hatte den Eindruck, der schaute nur auf ihn, oder auf Margot, die neben ihm saß, oder auf Egon hinter ihm? Er war sich wirklich nicht sicher und kaute wie zur Beruhigung am Bleistift. Ob er ein guter, schlechter oder mittelmäßiger Schüler war beantwortet sich in so fern, dass er die Schule so um 1955/56 mit der 7. Klasse verlassen, mit schlechter Beurteilung verlassen hatte. Der Lehrer schrieb in sein Zeugnis: „Wolf-Dieter ist nicht würdig für die Sozialistische Schule“. Wolf-Dieter wurde Maurerhelfer, ein ehrbarer Beruf mit Zielrichtung Maurer, das sollte er auf der Abendschule nachholen. „ Bau auf, Bau auf“, dieses schöne Lied hatte er ständig auf den Lippen, aber nur, um den Brigadier zu ärgern., der schon mit den Augen rollte und zu den Altgesellen rief: Kann dem Stift nicht einer mal…..und dann kam eine Kelle geflogen. Seine eigene Kelle lag öfters neben dem Maurerkübel und Wolf-Dieter saß auf der Toilette und rauchte Juno, oder Marlboro, die hatte ihm ein Freund besorgt, gute Schmuggelware von jenseits der Elbe. Das alles fiel in eine schwierige Zeit, der Staat der Arbeiter, Bauern und Intelligenz kämpfte um sein Überleben, ums nackte Überleben, brauchte junge Fachleute und Wolf-Dieter war willkommen, der junge Wilde. Aber Wolf-Dieter wollte nicht, trotzte, wollte vorher nicht in die Schule, jetzt nicht aufbauen, seine Brigade konnte nur mit dem Kopf schütteln, ja, ja, die jungen Wilden sagten die Einen. Ob das an der vielen Westpropaganda liegt, fragten die Anderen, die mit dem Bonbon ( Parteiabzeichen ) am Revers. Die Altgesellen sagten; Der braucht bloß mal eine ordentliche Tracht Prügel, der verwöhnte Bengel. Die von der Partei taten so, als ob sie das nicht gehört und Watte im Ohr haben. Wir müssen da was tun, darüber waren sie sich einig. Beschlossene Sache auf der kleinen Parteiversammlung! Nur was? Na gut, es hatte noch etwas Zeit, erst musste der große Rinderoffenstall in Ludwigslust fertig sein, dann…..Entschuldige, Bruder, jetzt bin ich eigentlich der Geschichte schon etwas vorausgeeilt, den während der nächsten Sätze ging Wolf-Dieter ja noch in die Schule, aber egal… Dieser Staat DDR, er war ja auch erst der Zweite, nach der UdSSR ( Union der sozialistischen Sowjetrepubliken), der die „ Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ auf den Misthaufen der Geschichte werfen wollte. Er wollte da was völlig Neues versuchen, hatte auch nicht so die rechte Erfahrung damit, aber der große Bruder mit Namen UdSSR half ihm, wenn auch manchmal mit etwas stalinistischem Druck und der kleine Bruder wehrte sich nicht, er nahm es hin, vertraute dieser erfahrenen UdSSR. Extra in Moskau ausgebildete Kader, ehemalige Antifaschisten kamen, um in den führenden Positionen des Landes den Aufbau zu koordinieren. Die alten Bauern flüsterten: „ Hast du schon Meiers Alfons gesehen, war der nicht früher in der Hitlerjugend? Und jetzt ist er Fahrer für den Bürgermeister!“ Und die Annegret, war sie nicht Bundschafts -Führerin im BDM ( Bund deutscher Mädchen) Und jetzt will sie die LPG….leiten! Was ihr bloß wollt, sagte der alte Michel zornig am Stammtisch, er ist ein guter Fahrer und Annegret wird es meistern, das Mädel und damit Basta, er schlug mit der Arbeiterfaust auf den Eichentisch, das die Biergläser wackelten. Sie werden Beide ihre „ Wege übers Land“ gehen, polterte er noch hinterher. Wo wart ihr den um diese Zeit, ihr Heuchler, im „ Landvolk“ mit euren Gesetzen über bäuerliches Erbhofrecht, diesen totalen Rückschritt? Ritsch, Ratsch, weg war der ganze faule Zauber, sagte der alte Michel. Und unsere Pferde auch, murmelte einer am Tisch. Ja, auch eure Pferde , sagte stolz im Brustton der Überzeugung der junge Manfred, der neben Michel saß, ein Agitator aus dem Oderbruch, der die Bauern von der Kollektivierung überzeugen sollte. Man munkelte, sein Vater kam aus dem Ruhrgebiet und leitete jetzt ein großes Stahlwerk dort in der Sandwüste, die Stadt hieß umbenannt Eisenhüttenstadt. Die Bauern schauten ganz finster, bezahlten einer nach dem Anderen und gingen leise schlurfend zur Tür hinaus. Nur der junge Wolf-Dieter blieb sitzen, schaute Michel an und fragte weil er dachte, er kann von dem Alten eine Antwort auf sein dringendes Problem bekommen. Sie mussten doch damals zur Wehrmacht, Herr Michel? Und konnten Sie da auch „ Nein“ sagen, kam hastig hinterher? Der Alte schaute prüfend auf den Blondschopf. Warum fragst du, musst wohl zur Armee? Ich kannte deinen Vater noch, Junge, ein ganz Wilder so wie du! Wollte immer der Erste sein beim Sturmangriff damals vor Mogiljow aber es hatte ihm….Er brach ab und strich Wolf-Dieter nachdenklich über den Kopf. Lass mal, die werden dich nicht gleich verheizen so wie uns damals. Hab ich Recht, Manfred, und der nickte, strich dabei mit dem Finger über die Narbe an der Stirn. Heute ist wieder eine andere Zeit, eine bessere Zeit……Es gibt da welche, Junge, die wollen das Alles nicht, die wollen noch ihre jahrtausende alte Ordnung. So wie die ollen Dössköppe gerade. Warum, fragte Wolf-Dieter neugierig? Ich will es dir erzählen, mein Junge und Michel lehnte sich gemütlich zurück. Sie sagen : „Mein ist das Eigentum, der Boden und die Höfe, die Schlösser, Gutshäuser, Betriebe und die Produktionsmittel und dir Volk ist der kümmerliche Rest“. Glaube du mal an die Freiheit, die grenzenlose Freiheit, dummer deutscher Michel! Damit bist du gut bedient! So sagen Sie, mein Junge. Aber das werden wir ihnen gründlich versalzen und die Augen des alten Michel blitzten, leuchteten auf einmal. Den wir sagen: Wer hatte den euren Boden bestellt, die Höfe, Gutshäuser und Schlösser im Schweiße seines Angesichts errichtet, in schwerer Fronarbeit errichtet, wo nebenbei kaum Zeit zum Leben blieb….der Hunger ständig mit am Tisch saß! .Unsere Großväter- und Mütter waren es, Es ist nur gerecht, wenn wir die Sache ab heute in die eigenen Hände nehmen. Er streckte seine Faust, an der drei Finger fehlten in die Höhe. Noch drei Bier und drei Lütten, Gustav, auf diesen jungen Staat , den Wolf- Dieter und den Manfred hier. Gustav, der Wirt mit dem Berliner Dialekt lächelte in sich hinein…bediente den Zapfhahn.. .Oh, Michel, dachte er, ob das mal gut geht mit eurem Sozialismus. Aber Wolf-Dieter hörte schon nicht mehr hin, was der Alte da in seinen Bart nuschelte. Das viele Bier machte ihn müde. Peter, sein Freund hatte gestern etwas von Lauenburg, der englischen Zone erzählt, sie wollten morgen beide…Der Peter hatte noch gesagt: freiwillig zwingen lassen wir uns nicht, in die NVA. Schon seine Schwester war 1957 mit dem Jungen abgehauen, er sagte mal, heute wohnt sie im amerikanischen Sektor von Berlin. Manchmal schreibt sie Briefe und er las sie vor: Darin stand, das der kleine Heinrich sich jetzt Westfrontkämpfer oder Stadtfrontkämpfer oder so ähnlich nannte, dabei immer Brot und Spielen schrie aber mit den Jungen vom Prenzlauer Berg nicht spielen wollte. Er bezeichnete sie als Sklaven, oder Slawen, oder Enklaven…. Das Wort war so undeutlich geschrieben, er verstand das nicht, der Knirps war wohl ein bisschen meschugge und aufgedreht. Brot gab es doch genug, auch hier im Osten und das mit dem Spielen, vielleicht hatte ihm mal einer von denen seine Matchboxautos geklaut?
.Und du weißt, Bruder die Westzone erließ die Wehrpflicht und setzte sie per Gesetz gnadenlos durch. Tausende junge Männer wollten auf einmal in die DDR , wollten nicht zur Bundeswehr, verließen Westdeutschland über die Aufnahmelager der Ostzone. Aber auch diese zog nach, gründete wenig später die NVA ( Nationale Volksarmee), und so verlies Wolf-Dieter mit einigen anderen Enttäuschten „ den kurzzeitigen Neu- DDR Bürgern „ sein Mecklenburg ausgerechnet über mein geliebtes Boizenburg, wo ich die 18 Grenzmonate abreißen…..
Hier endet meine kleine Geschichte und worauf will ich hinaus, Bruder, wir blieben und er ging, dieser Wolf-Dieter, es fehlt ihm somit die Bindung zu einem Land, das sich gerade erst entwickelte und es fehlt ihm somit auch jegliches Verständnis für Leute wie dich und mich, Maja, auch für Bunkerkommandant und Gilbert Wolzow, noch einige mehr, die in diesem Staat der Arbeiter, Bauern und Intelligenz gelebt geliebt, gearbeitet haben. Aber ich trenne hier ganz klar in die Turtles, Jörgs und, na sagen wir , in das Leben der Anderen. Nur manchmal habe ich den Eindruck, sie sehen uns am liebsten den Gang nach Canossa kriechen.. Du weißt, Heinrich der IV. erreichte hier 1077 durch dreitägige Buße von Papst Gregor VII. die Löschung vom Kirchenbann. ( Kanossagang: Demütigung.) Wir wollen doch nicht ins Mittelalter zurück, mein Freund. Das hatten wir doch schon weit , sehr weit in der sozialistischen Gesellschaft hinter uns gelassen. Wer hatte hier einmal diesen Quatsch geschrieben und mal sehen, ob ich es noch zusammen bekomme: „ Kapitalismus ist schon ein beschissenes System aber momentan gibt es nichts besseres!“ Oder so ähnlich! So ein Blödsinn, absoluter Blödsinn hoch drei. Da habe ich aber was Anderes erlebt, 36 Jahre gelebt. Würde ist ein sehr kostbares Gut, man sollte es nicht für einen Staat wegwerfen, der noch nicht im Mindesten seine eigenen Hausaufgaben machte, vor seiner Haustür gründlich besenrein kehrte.
Aber jetzt zu den Quellen: Für meine Geschichte entnahm ich das mit der Schulbeurteilung und dem Zwang in die NVA den Anmeldedaten von Wolfgang, du entschuldigst doch, Senior, wir hatten auch noch nicht das Vergnügen und ich muss sagen, dein letzter Text an Rainman im o.g. Thema am 14.08 hatte mich angenehm überrascht Aber da war meine kleine Geschichte schon fertig geschrieben , meine Frau startete schon den Volvo, die Enkelin auf dem Rücksitz rief nach dem Opa und Urlaub, Urlaub und ich…. Der Tagebucheintrag stammt aus dem Buch- Deutsche Chronik, 1933- 1945 von Heinz Bergschicker/ Verlag der Nation Berlin 1981.
War ich sachlich, mein junger Freund Manudave, oder unter der Gürtellinie? Habe ich jemanden persönlich angegriffen, so wosch /Wolfgang? Nein, ich habe eine Geschichte erzählt, so wie es eventuell gewesen sein könnte und sie gleich mit diesen beiden so unterschiedlichen Staaten vor 1989 verknüpft. Weil ich der Meinung bin, Geschichten erzählen das Leben , so wie es ist. Es ist das Gewürz, die Kritik, der manchmal auch raue Ton, die gegenseitige Achtung, der dieses Forum so wertvoll macht. Deswegen bin und bleibe ich hier und freue mich auf eure Texte.
Ich weiß, Captn Delta, diese verdammt langen Texte…...


Gruß Rainer- Maria und ein ruhiges Wochenende allen, eine gute Woche dazu

maja64 Offline


Beiträge: 1.269


15.08.2009 21:00
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Rainer-Maria,wünsche Dir und deiner Familie einen schönen Urlaub auf dem Fischland bzw. Darß.Erhol dich gut und komm gesund wieder zurück.
Und mach weiter so wie bisher





Viele Grüße vom Rennsteig an die Ostsee ,maja

Affi976 Offline



Beiträge: 429


15.08.2009 22:54
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

@Rainer-Maria,
auch von mir, noch unbekannter Weise, einen schönen Urlaub auf dem Darß.
Geniesse die gute Luft und die Künstlerkollonie. Viel Spaß
Affi

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Augenzeuge Online





Beiträge: 2.702


15.08.2009 23:04
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Auch von mir, lieber Rainer beste Grüße auf den Darß. Ich wünsche dir einen super Urlaub, und dir kann das nicht mehr passieren, was mir in den 80ern passiert ist. Ich wurde aus dem Ostseegebiet verwiesen weil ich einen PM 12 hatte und bin ins Inland "geflüchtet". Passiert auf dem Darß! Wollte doch nur Urlaub machen, wie du.

Gruß, Augenzeuge

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"Wenn es ein Geheimnis des Erfolges gibt, so ist es das:
Den Standpunkt des anderen verstehen und die Dinge mit seinen Augen zu betrachten."

Zermatt Offline




Beiträge: 2.211


16.08.2009 09:38
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Auch von mir einen tollen Urlaub,gutes Wetter,viel Erholung und Spass.

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wosch Online



Beiträge: 952


19.08.2009 14:37
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Hallo Rainer-Maria! Ich will hoffen, daß Du Deinen Badeurlaub auf Zingst dazu benutzen tust, Dir meine 11 zeilige Kurzbiografie noch mal zu Gute führen zu lassen und mir dann danach später mal versuchen zu erklären, wie Du meine Biografie so verhunzen konntest. Das was Du da dem kleinen und später auch dem größeren Wolf-Dieter zugeschrieben hast, hat nicht im Entferntesten etwas mit meiner Vita zu tun. Daß Du im Vorspann geschrieben hattest, daß Du dabei auch falsch liegen kannst, macht Deine Geschichte nicht besser. Es zeigt doch nur wie man mit schriftstellerischen Mitteln den Leser in seinem Sinne beeinflussen kann, wenn man es möchte. Beispiele gibt es in der Geschichte zu Hauff, besonders in Diktaturen jeglicher Couleur. DDR-Beispiele habe ich übrigens etliche bei mir rumstehen.
Rainer-Maria, etwas mehr Ernsthaftigkeit Deinerseits würde ich mit für die Zukunft wünschen, zumindestens im Umgang mit meiner Biografie. Statt aus diesen 11 Zeilen Kurzbiografie und eventuellen von mir eingestellten Beiträgen so einen Humbug zu verfassen, hättest Du lieber Details von meiner Biografie bei mir nachfragen sollen. Ein Schriftsteller hat nämlich auch die Pflicht sorgsam zu recherieren!!
Ich fühle mich durch Deinen Beitrag mit dem Beispiel "wosch-Wolf-Dieter" in keiner Weise gekränkt, beleidigt oder sonst etwas. Das Gegenteil ist der Fall, kann ich daraus doch ersehen, daß Du auch mal was von mir gelesen hast. Das gerade Du den "wosch" als den Wolf-Dieter gewählt hast, gibt mir in der Einstellung die ich im Zusammenhang "DDR-Unrecht, DDR-Grenze und DDR-Staatssicherheit" vertete recht und ich würde mich freuen, wenn Du auch weiterhin meine Beiträge lesen wirst, egal ob sie Dir gefallen oder nicht. So lang sollte es eigentlich nicht werden, aber Deine sind ja meistens noch viel länger, deshalb habe ich auch kein schlechtes Gewissen.
Ich bin übrigens öfter in Arenshoop, kann Dich deswegen gut verstehen, daß Du es Dir da oben gemütlich magst. Jetzt ist es ja auch für die normalen ehemaligen DDR-Bürger kein Problem mehr auf den Darß Urlaub zu machen und vor allen Dingen auch mal mit der Luftmatratze ins Wasser zu gehen. Bitte jetzt keine Diskussion darüber, daß man das früher auch konnte, OK??
Wenn Du an Dierhagen vorbeifährst komm nicht auf die Idee, den Egon Krenz von mir zu grüssen.
Noch viel Sonne und einen schönen Gruß aus Kassel wünscht Dir wosch und nicht Dein "Wolf-Dieter"

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Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!

Augenzeuge Online





Beiträge: 2.702


19.08.2009 17:49
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Da habe ich aber was Anderes erlebt, 36 Jahre gelebt. Würde ist ein sehr kostbares Gut, man sollte es nicht für einen Staat wegwerfen, der noch nicht im Mindesten seine eigenen Hausaufgaben machte, vor seiner Haustür gründlich besenrein kehrte.


Nur eine kurze Anmerkung dazu. "Würde" gehört dem Menschen allein, nicht irgendeinem Staat. Ein Staat kann dem Volk nicht eine Würde auferlegen, wenn er das trotzdem tut, setzt er sich über die Würde des Menschen hinweg, weil er ihnen einen Teil der Freiheit nimmt. Deshalb kann man seine Würde nicht für einen Staat wegwerfen, schon gar nicht für einen, der mit einem Grossteil seines Volkes würdelos umgegangen ist. Übrigens, das gilt auch für heute.

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Augenzeuge Online





Beiträge: 2.702


21.08.2009 18:15
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Die DDR in Bananenkisten (aus der Westfälischen Rundschau)

Alle Bücher der DDR, die zwischen 1945 und 1990 im Osten erschienen waren, werden in Merseburg gesammelt.

Man kann sicher sagen, dass in der ungenutzten Turnhalle der Albrecht-Dürer-Schule zu Merseburg weit mehr Bücher lagern als in der Stadtbücherei dort, allerdings dürfte die Schnittmenge äußerst gering sein: „Rote Reiter voran" des verdienten Sowjetmarschalls Semjon Budjonny findet sich auf den ersten Blick, aber auch Titel wie „Die Lehmbau-Fibel", „Roter Fluss und blaue Berge", „Rund ums Bier" oder „Kleine Enzyklopädie Die Frau".
Kurzum: Das Ordnungsprinzip erschließt sich nicht von selbst. Es besteht darin, dass hier nur Bücher hinkommen, die zwischen 1945 und 1990 in der sowjetischen Besatzungszone erschienen sind, von 1949 an auch bekannt als DDR; und als ironische Pointe ist all die DDR-Literatur hier ausgerechnet in Bananenkisten verpackt. Gesponsert von einem örtlichen Supermarkt. „Sachliteratur, vorsortiert" steht dann handschriftlich auf den Kisten, oder auch „Belletristik vor 1980", und daneben steht der eigentliche Kisten-Aufdruck: „Premium Bananas."
„Der Begriff DDR-Literatur macht mir Bauchschmerzen", sagt an dieser Stelle Eberhard Richter. Der heute 66-Jährige leitete früher in Gera eine medizinische Fachschule und war nach der Revolution notgedrungen als Pharmavertreter unterwegs; aber ein Bildungsbürger ist er auf jeden Fall. Und war bis vor kurzem Vorsitzender des „Vereins zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945 bis 1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur".
Allein der äußerst ungelen¬ke Name offenbart schon die ganze Problematik des Themas. Deshalb vorweg: Die Vereinsmitglieder bilden keinen sozialistischen Traditionsverein, um die Werke und das Ansehen von, sagen wir, Hermann Kant zu pflegen. Sondern sie wollen eine Phasedeutscher Literatur erhalten, die sonst unter die Räder käme - fast ist sie es schon.
„Peter-Sodann-Bibliothek" ist der Arbeitstitel des Ver¬eins, benannt nach dem Schauspieler und Vorsitzen¬den. Denn Sodann war es, der 1990 als Intendant in Halle in Sachsen-Anhalt begonnen hatte, DDR-Bücher zu sammeln. Seine Begründung: „Ich lasse mir nicht mein Leben nehmen." Man kann das natürlich auch tiefer hängen: Man schmeißt einfach keine Bücher weg.
Es war aber eine Zeit nach 1989, dass man sie zu Millionen unterpflügte, auf Müllkippen brachte, verklappte und verbrannte - sie stellten das Alte, das Schlechte dar, sie waren auch nicht mehr zu verkaufen, und aus dem Westen könne nur etwas Besseres kommen, so dachten die Leute. 80 Millionen Bücher sollen damals vernichtet worden sein, von 16 000 Bibliotheken in Ostdeutschland blieben 6000. Peter Sodann gab zuletzt 50 000 Büchern Exil in seinem „neuen theater" in Halle, bis er 2005 als Intendant abgelöst wurde. Sein Nachfolger konnte mit der Sammlung nichts anfangen, Richter bot Hilfe an, so kamen die Bücher ins 30 Kilometer entfernte Merse¬burg.
Dort vermehren sie sich zügig, ausgerechnet in der Goe¬thestraße - eine passendere Adresse für so ein Projekt kann es wohl kaum geben. Hier, im Gebäude eines früheren Kindergartens, können Menschen ihre Bücher abgeben, sie machen das immer aus Alters- oder Platzgründen, und so kamen bereits über 250 000 Bände zusammen. Angelernte Ein-Euro-Jobber sortieren und klassifizieren, registrieren und verschlagworten die ganze Bandbreite: „Unterm Rad" geht gerade diesen Weg wie auch ein „Lehrplan Zeichnen", „Mexikanische Erzähler", „Direktiven des IX. Parteitages der SED zum Fünf¬jahresplan" und „Atolle im Taifun" ...
„Wenn ich etwas aufarbeiten will wie die DDR, brauche ich die Bücher", sagt Richter: „Was haben die sich damals überlegt, was ist in den Köpfen vorgegangen?" Am Ende soll eine Präsenzbibliothek entstehen, mit begrenzter Ausleihe, die vor allem wissenschaftli¬chen Zwecken dient. Eventuell können die Bestände noch vor dem Winter umziehen aus der angeschlagenen und ei¬gentlich nicht mehr wetterfesten Turnhalle in Räume der Uni Merseburg. „Wenn das gelingt, kann man später wirklich sagen: Wir haben was gerettet", sagt Richter. „Täve. Die Autobiographie", „Mein Freund, der General", „Der kluge Hausvater" . . .

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Rainer-Maria-Rohloff Offline


Beiträge: 1.955


23.08.2009 11:37
Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Hallo Wolfgang ( wosch), dir wollte ich als erstem nach meinem KU ( Kurzurlaub) antworten und natürlich lese ich deine Texte, überhaupt von jedem Neu- hinzugekommenen hier im Forum aber ich bringe mich nicht mehr in jedem Thema ein, dazu fehlt mir einfach die Zeit. Solltest du meine Texte, erst in Elbgrenze, dann bei Kyra in der „ Zarrentin( 2000m- Zone DDR) , es steht alles unter den Oberthemen- Ich war ein DDR Grenzsoldat ( Augenzeuge) sowie – Das Leben an und mit der innerdeutschen Grenze und später in Diskussion BRD- DDR verfolgt haben, wirst du gemerkt haben, da ist einer, den ließ am Anfang hier im Forum aber auch nichts kalt. Er amüsierte sich über Kyras Schilderung der „ Menschenjagd russischer Generale auf junge Wehrpflichtige mit UAS- Jeep und Scharfschützengewehr“ denen man wie im amerikanischen Thriller im Grenzgebiet hinterherhetzte, eventuell noch 15 Minuten Vorsprung gab und er wurde zornig und hitzig bei seinem Handwerkskollegen Peter ( Transitfahrer) aus Hamburg und seinen Texten in Diskussion BRD-DDR Ich dachte mir damals, lock sie doch mal, Rainer, so wie dich jetzt mit meiner Geschichte über Wolf- Dieter am 15.08 und in ihrem Fall mit der Frage: „Jetzt stell dir mal vor, Kyra, einer dieser Soldaten hätte plötzlich vor deinem Fahrrad gestanden, mit Angst in den Augen, weil die Jäger hinter Ihm waren. Wie hättest Du, das Mädchen aus Zarrentin gehandelt?“
Kyra, meine nordische Freundin, in deren Nähe ich diese 18 Monate Wehrpflicht abgerissen habe, während du dich dort in der Gegend aus dem Staub, nein, ich verbessere der Panzerwehrpflicht entzogen hattest, antwortete mir anschließend sehr ehrlich aber lies bitte selbst darüber in den oben genannten Themen, sollte es deine Zeit hergeben. Schade, das Sie sich aus dem Forum verabschiedet hatte, meine stolze Schöne. Sie dachte wohl, es macht wenig Sinn, im Forum zu verweilen, den hier treffen sich die „ Alten Kameraden“, so wie bei der Wehrmacht und schwatzen ein wenig über ihre Erlebnisse damals 1941 am Dnepr oder Bug. Logischerweise dann von „ der schönen alten Grenze“ und allem, was damit zusammen hing. Aber das, Wolfgang wollte ich vermeiden. Schon mit meinen ersten Texten hier vermeiden und das Forum hatte sich anschließend gut entwickelt, was eigentlich Allen zu verdanken ist.
Was wollte ich mit meiner Frage erreichen? Ich wollte, das sie einmal in aller Ruhe nachdenkt über die phantastische Geschichte, die ihr im übrigen erzählt wurde, „ vom Hören Sagen aus dem Dorfkrug“, so wie sich anschließend herausstellte. Nicht das ich deine Geschichte über die Garnison der Truppen der GSSD in Ludwigslust gleich mit ihrer hinten an stellen würde, wo du im übrigen ein Kind / Jugendlicher um diese Zeit warst! Es wurde dir erzählt, das mit den Vergewaltigungen und anderem, so „ vom Hören Sagen“! Ich könnte damit wieder falsch liegen, aber das Risiko gehe ich gerne ein, Wolfgang? Und logisch, das in einer Kaserne, überhaupt in Garnisonsstädten nicht alles „ Friede, Freude, Eierkuchen ist, den das ist es bei oder besser ausgedrückt war es bei anderen Armeen auf diesem Globus auch nicht! Wie hatte Musiker einmal so schön geschrieben: „Diese Vandalen“, nein, sie haben sich benommen wie die Vandalen, eure amerikanischen Freunde!
Ich muss ganz ehrlich sagen, jeder hatte es anders erlebt und für meine ganz persönliche Erfahrung stehen da 15 Jahre Arbeit in Kasernen der Sowjetarmee in Sachsen und ich bin ein Zeitgenosse, meine Frau hatte es einmal so schön formuliert: Du bist nicht der beste Zuhörer aber du schaust um so genauer hin, es ist meine Macke, Wolfgang, das Beobachten von Menschen, dies habe ich schon als Kind gerne gemacht. Das hatte mich geformt in der Beurteilung dieses „Bürger der sozialistischen Sowjetrepubliken“, diesen ca. 69 unterschiedlichen Völkergruppen, die der Sozialismus mit harter Hand damals, vor 1989 friedlich zusammengehalten hatte. Aber lies bei Kyra in Zarrentin…und noch einmal .zurück zu ihr, ich wollte einfach, dass der Schüler, der sich hier einlinkt, diesen geschriebenen Unfug nicht für bare Münze nimmt, womöglich denkt, das war die hautnahe Realität in dieser DDR, die du so zeitig 1962 verlassen hattest..
„Über deren spätere Jahre du im übrigen so gut Bescheid weißt“, wenn ich deine Texte und die vom FSK- Veteran so lese.?
Wie ich deinen eingestellten Texten während meines Urlaubs entnahm, stammst du aus einer intakten Familie so wie ich mit Vater, Mutter und Geschwistern und das Risiko im Bezug auf die kleine Geschichte über Wolf- Dieter und diesen Vergleich eurer Biographien war wirklich nicht gnädig mit mir. Ich dichtete Wolf- Dieter eine schwierige Kindheit an, vielleicht ganz im Gegensatz zu dir?
Gut, kann ich da nur sagen, das deine Eltern so schlau waren, dem Staat der Arbeiter und Bauern die Treue zu halten, mit Bruder und Schwestern den dieser Staat DDR hatte kein Problem mit den Kindern so wie der Heutige und sein Vorgänger Westdeutschland.
Aber ich bin so sanft wie ein Lamm, Wolfgang, möchte nicht, das wir uns streiten.
Nur mag ich nicht, wenn mir einer mein gelebtes Leben in der DDR erzählen will, der schon mit 20 Jahren und jetzt entschuldige den krassen Ausdruck „ die Fliege“ gemacht hatte.
Meine Cousins im Ruhrgebiet würden sagen: „ Rainer, was fällt dir denn ein? Bekamst du die Prügel von unserem Vater, dem Bergmann, wenn es die wöchentliche Löhnung gab und er gegen Mitternacht volltrunken aus der Kneipe kam oder unsere junge Mutter und wir gleich anschließend mit! Also bitte urteile nicht über unser Leben, das wir später ganz hervorragend auch ohne den alten Saufsack in den Griff bekommen haben. Und wir sind stolz darauf!
So sagen sie, Wolfgang ! Und sie sind echte Kerle so mit Frau und Kind und Enkeln, auch meine Cousine, das zarte Lamm mit Mann aus Bitterfeld, was er mit seinen Eltern, da war er noch im zarten Babyalter, verlassen hatte. Einmal fragte ich ihn, es muss so kurz nach der Wende gewesen sein: Andreas, hast du nicht mal Lust, in deinen Geburtsort zu fahren, ihn nur einmal kennen zu lernen?
Andreas, mit der Bierflasche in der Hand, er schaute mich an, als wäre ich von einem anderen Stern! Na, den Mann Prost, sagte ich, du bist wenigstens so altmodisch wie ich, der auch nur selten seinen geliebten Osten verlässt.
Heute, so bei meinem Urlaub auf dem Darß bevölkern die „ Höma ( Hör mal) aus dem Ruhrgebiet zu 75% die Strandpromenade. Wolfgang, der Osten ist einfach zu friedlich und zu schön, was wollen sie da noch am Ballermann, wo jede Minute eine….
Dein Hinweis mit der Luftmatratze am Strand und eventuell….ich muss ganz ehrlich sagen, mein Vater war Schichtarbeiter in einem Leipziger Gummiwarenkombinat, dem VEB Elguwa, wo sie auch noch hergestellt wurden, die Dinger in X- Formen, sogar diesem Riesenformat wie heute ein modernes Futonbett und wir waren fast jedes Jahr meiner Kinderjahre an der Ostsee und dies blieb dann auch später so.
Aber Luftmatratze gleich Republikflucht, dieser Gedanke, nein, Wolfgang, ich war zu bodenständig für derartige Unwägbarkeiten bzw. Veränderungen.
Meine Geschichte über Wolf- Dieter sollte auch nur ansatzweise darlegen, warum der Eine und warum der Andere nicht. Nichts anderes. Und ich war ernsthaft in meiner Phantasie, also „Humbug“, ich bitte dich, auch wenn ich manchmal etwas Spaß eingeflochten habe. Ob nun eine direkte Beeinflussung des Lesers durch den Einsteller erfolgt, zumal was einen jungen Menschen betrifft, dessen Weltbild noch nicht so ausgeprägt ist? Ich glaube, dass wäre schon wieder eine gute Frage zum diskutieren. Gerade weil der alte Michel es so gut erklärte, das mit „ der Alten und der Neuen Ordnung“. Ist mir doch gelungen, dieser Vergleich, das musst du zugeben. Schau doch einmal in deine Familiengeschichte, also meine kamen aus dem Handwerk, die Uropas, und werden wohl die Installation der Bäder in den Schlössern, Burgen, Fabriken übernommen haben, soweit man damals davon sprechen konnte. Ob sie nun gut dafür entlohnt wurden? Ich nehme eher an , sie nahmen sich ihren Teil aus den Vorratskammern der Herrn, der Fabrikanten, Es war dieses „ Geben und Nehmen“, über das ich auch schon einmal geschrieben hatte, und was ich auch heute noch für sehr gerecht empfinde. Also wenn mich heute einer um meinen Lohn bescheißt, mich für einen Hungerlohn abspeist, entschuldige das Wort, fehlt ihm morgen etwas von seiner Betriebseinrichtung, oder von seinem Haus. Auch der alte Michel wollte Gerechtigkeit, er wollte einfach, das sich die Herren und die Knechte nicht mehr….. gegenseitig siehe das hässliche Wort oben. Einer sollte den Anderen achten, ihm ein gleichwertiger Partner sein, die „ Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ sollte Geschichte sein, so wie es der Sozialismus wollte. So einfach sehe ich das
Mein Bruder Rainman, ich gratuliere ihm hiermit zu seiner 1000sten Schreibwut und der schönen Grashalmgeschichte wird schon gewusst haben, wer dieser junge Agitator Manfred war. Aber Wolfgang, du hast aus deinem Leben etwas Positives gemacht und wir ebenfalls, nur manchmal habe ich mich hier im Forum schon ertappt, in etwas ironischer Form über euch herzuziehen, wovon mich Susanne, so in einem Falle dann mit dem Nudelholz umgehend kurierte. Sie ist so groß und stark, das Mädel und hatte damals ordentlich zugeschlagen.
Dafür war ich ihr dankbar, den sie hatte dem Spötter in mir seine Grenzen gezeigt! Klingt gut, was „ seine Grenzen“, und das hier im Forum über die Grenze.
Aber um einmal auf den großen Stalin und seine Mitstreiter, späteren Gegner und alle die du einmal hier in einem Text an Rainman aufgelistet hattest, zu kommen siehe „ Wolf- Dieter und das Bild von Stalin im Klassenzimmer“, wo er anschließend am Bleistift kaute. .Manchmal habe ich den Eindruck, die junge Kriegs / Nachkriegsgeneration so wie du entwickeln so eine Art Paranoia, wenn dieser Name fällt. Das ist mir völlig unverständlich und ich kann es schlecht nachvollziehen. Sehe ich folgendes falsch? Dann berichtige mich bitte. A) Die Sowjetunion zusammen mit ihren damaligen Verbündeten waren die Sieger über Nazideutschland. B) Wir wurden vom Faschismus befreit C) Dieser Stalin war der Vater, zusammen im Verbund mit hervorragenden Heerführern, so der Marschalle Shukow und Konew des Sieges im großen vaterländischen Krieg der UdSSR mit alleine 20 Millionen in ihrem eigenen Land!
Du warst zu diesem Zeitpunkt ein Kind, zum Zeitpunkt seines Todes, das war mein Geburtsjahr 1953 warst du 11 Jahre alt. Stalins Spielchen, Intrigen, die ihm später zur Last gelegten Verbrechen hinter den Kulissen der großen Weltpolitik waren bis zu diesem Zeitpunkt nur wenigen bekannt. Die Rede seines Nachfolgers, ich bezweifle, das sie das Volk der BRD / DDR überhaupt richtig wahrgenommen hatte. Der Bürger West hetzte zu diesem Zeitpunkt im Konsumrausch von Hertie zu Kaufhof, der Bürger Ost stand Schlange am Gemüseladen, weil es gerade einmal Bananen gab.
So einfach und simpel sehe ich das heute! Eigentlich müsste doch ein positives Bild über ihn, über Stalin im Volk der DDR zum damaligen Zeitpunkt vorgeherrscht haben? Sie waren doch die Sieger, logischerweise auch nach 1945 die Besatzer, so wie der Amerikaner, Engländer, Franzose in der Westzone. Und das mit vollem Recht! Falsch oder Richtig? Oder waren unsere Väter Unschuldslämmer, dachten so wie der Stabschef Halder in meiner Geschichte und Napoleon vor 200 Jahren; „ In 14 Tagen ist dieses Riesenreich besiegt“. Stabschef Halders späteren Eintragungen in seinem Tagebuch sind eine Offenbahrung, der Mann lies sprichwörtlich anschließend „ die Hosen runter“, wurde aber auch so etwas von gründlich kuriert. Schreibe ich gerne einmal hier rein, wenn es jemanden interessiert! Das mit dem positiven Bild, also in der Westzone von der UdSSR, darüber möchte ich gar nicht schreiben, den Musiker und auch andere hier haben es schon ganz gut dargelegt, was dort in der Schule über „ Das Reich des Bösen“ gelehrt wurde! Gerade weil die alten deutschen Lehrer wieder Lehrer, die Redakteure wieder Redakteure, die Atlanten / Karten / Lexikaschreiber wieder in den alten Positionen…..Natürlich muss man unterscheiden in die 50er, 60er, 70er und 80er Jahre, die kalten Krieger und Entspannungsphasen, wie in der jüngeren und alten DDR auch.
Aber einmal ein Beispiel aus meiner Kinderzeit: Hilde Benjamin, die Frau, die Richterin mit den Schauprozessen, über die schon öfters hier geschrieben wurde. Zum Ende ihrer Amtszeit 1967 war ich gerade 14 Jahre alt. Meinst du im Ernst, Wolfgang, das mich der Name, die Frau, ihre Arbeit auch nur ansatzweise in diesem Alter interessiert haben? „ Überhaupt diese ganzen Größen, die damals im Politbüro gesessen haben. Man wurde auch nicht permanent beballert mit diesem ganzen Kram, so wie heut zu Tage., bis zum Erbrechen. Es lief alles stiller ab, überlegter, ohne Hektik.
Ich hatte es meinem Freund Peter (turtle) so in etwa schon einmal geschrieben: „ In diesem Alter gab es nur drei Dinge. Die waren ganz wichtig für mich und zwar 1) Mädchen, 2) Mädchen 3) M……..
Ihr müsst in eurem schönen Ludwigslust einfach keine Mädchen gehabt haben, und ständig liefen dort Sowjetsoldaten mit finsterem Gesicht durch die Straßen, schauten über die Bretterzäune der Garnison. Nimm es mir nicht übel, Wolfgang, Politik in diesem Alter, das war so weit weg von mir wie die Sonne vom Mond und ich denke, von dir ebenfalls.
Und ob du nun ein fleißiger Maurer warst oder so wie Wolf- Dieter mit der Juno auf der Toilette gesessen hast, ich bitte dich. So unschuldig bei dieser Schulbeurteilung warst du ganz bestimmt nicht!
Entschuldige, ich möchte die Ironie nicht auf die Spitze treiben, zumal du älter bist wie ich und meine Eltern mich ganz gut erzogen haben, was die Worte- Achtung vor dem Alter betrifft.
Jetzt habe ich wieder zuviel geschrieben, die schöne Geschichte für den Frontstadtkämpfer, so wie versprochen, die stelle ich die kommende Woche ein.

Gruß dir und einen schönen Sonntag allen.

wosch Online



Beiträge: 952


24.08.2009 02:24
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo Wolfgang ( wosch), dir wollte ich als erstem nach meinem KU ( Kurzurlaub) antworten und natürlich lese ich deine Texte, überhaupt von jedem Neu- hinzugekommenen hier im Forum aber ich bringe mich nicht mehr in jedem Thema ein, dazu fehlt mir einfach die Zeit. Solltest du meine Texte, erst in Elbgrenze, dann bei Kyra in der „ Zarrentin( 2000m- Zone DDR) , es steht alles unter den Oberthemen- Ich war ein DDR Grenzsoldat ( Augenzeuge) sowie – Das Leben an und mit der innerdeutschen Grenze und später in Diskussion BRD- DDR verfolgt haben, wirst du gemerkt haben, da ist einer, den ließ am Anfang hier im Forum aber auch nichts kalt. Er amüsierte sich über Kyras Schilderung der „ Menschenjagd russischer Generale auf junge Wehrpflichtige mit UAS- Jeep und Scharfschützengewehr“ denen man wie im amerikanischen Thriller im Grenzgebiet hinterherhetzte, eventuell noch 15 Minuten Vorsprung gab und er wurde zornig und hitzig bei seinem Handwerkskollegen Peter ( Transitfahrer) aus Hamburg und seinen Texten in Diskussion BRD-DDR Ich dachte mir damals, lock sie doch mal, Rainer, so wie dich jetzt mit meiner Geschichte über Wolf- Dieter am 15.08 und in ihrem Fall mit der Frage: „Jetzt stell dir mal vor, Kyra, einer dieser Soldaten hätte plötzlich vor deinem Fahrrad gestanden, mit Angst in den Augen, weil die Jäger hinter Ihm waren. Wie hättest Du, das Mädchen aus Zarrentin gehandelt?“
Kyra, meine nordische Freundin, in deren Nähe ich diese 18 Monate Wehrpflicht abgerissen habe, während du dich dort in der Gegend aus dem Staub, nein, ich verbessere der Panzerwehrpflicht entzogen hattest, antwortete mir anschließend sehr ehrlich aber lies bitte selbst darüber in den oben genannten Themen, sollte es deine Zeit hergeben. Schade, das Sie sich aus dem Forum verabschiedet hatte, meine stolze Schöne. Sie dachte wohl, es macht wenig Sinn, im Forum zu verweilen, den hier treffen sich die „ Alten Kameraden“, so wie bei der Wehrmacht und schwatzen ein wenig über ihre Erlebnisse damals 1941 am Dnepr oder Bug. Logischerweise dann von „ der schönen alten Grenze“ und allem, was damit zusammen hing. Aber das, Wolfgang wollte ich vermeiden. Schon mit meinen ersten Texten hier vermeiden und das Forum hatte sich anschließend gut entwickelt, was eigentlich Allen zu verdanken ist.
Was wollte ich mit meiner Frage erreichen? Ich wollte, das sie einmal in aller Ruhe nachdenkt über die phantastische Geschichte, die ihr im übrigen erzählt wurde, „ vom Hören Sagen aus dem Dorfkrug“, so wie sich anschließend herausstellte. Nicht das ich deine Geschichte über die Garnison der Truppen der GSSD in Ludwigslust gleich mit ihrer hinten an stellen würde, wo du im übrigen ein Kind / Jugendlicher um diese Zeit warst! Es wurde dir erzählt, das mit den Vergewaltigungen und anderem, so „ vom Hören Sagen“! Ich könnte damit wieder falsch liegen, aber das Risiko gehe ich gerne ein, Wolfgang? Und logisch, das in einer Kaserne, überhaupt in Garnisonsstädten nicht alles „ Friede, Freude, Eierkuchen ist, den das ist es bei oder besser ausgedrückt war es bei anderen Armeen auf diesem Globus auch nicht! Wie hatte Musiker einmal so schön geschrieben: „Diese Vandalen“, nein, sie haben sich benommen wie die Vandalen, eure amerikanischen Freunde!
Ich muss ganz ehrlich sagen, jeder hatte es anders erlebt und für meine ganz persönliche Erfahrung stehen da 15 Jahre Arbeit in Kasernen der Sowjetarmee in Sachsen und ich bin ein Zeitgenosse, meine Frau hatte es einmal so schön formuliert: Du bist nicht der beste Zuhörer aber du schaust um so genauer hin, es ist meine Macke, Wolfgang, das Beobachten von Menschen, dies habe ich schon als Kind gerne gemacht. Das hatte mich geformt in der Beurteilung dieses „Bürger der sozialistischen Sowjetrepubliken“, diesen ca. 69 unterschiedlichen Völkergruppen, die der Sozialismus mit harter Hand damals, vor 1989 friedlich zusammengehalten hatte. Aber lies bei Kyra in Zarrentin…und noch einmal .zurück zu ihr, ich wollte einfach, dass der Schüler, der sich hier einlinkt, diesen geschriebenen Unfug nicht für bare Münze nimmt, womöglich denkt, das war die hautnahe Realität in dieser DDR, die du so zeitig 1962 verlassen hattest..
„Über deren spätere Jahre du im übrigen so gut Bescheid weißt“, wenn ich deine Texte und die vom FSK- Veteran so lese.?
Wie ich deinen eingestellten Texten während meines Urlaubs entnahm, stammst du aus einer intakten Familie so wie ich mit Vater, Mutter und Geschwistern und das Risiko im Bezug auf die kleine Geschichte über Wolf- Dieter und diesen Vergleich eurer Biographien war wirklich nicht gnädig mit mir. Ich dichtete Wolf- Dieter eine schwierige Kindheit an, vielleicht ganz im Gegensatz zu dir?
Gut, kann ich da nur sagen, das deine Eltern so schlau waren, dem Staat der Arbeiter und Bauern die Treue zu halten, mit Bruder und Schwestern den dieser Staat DDR hatte kein Problem mit den Kindern so wie der Heutige und sein Vorgänger Westdeutschland.
Aber ich bin so sanft wie ein Lamm, Wolfgang, möchte nicht, das wir uns streiten.
Nur mag ich nicht, wenn mir einer mein gelebtes Leben in der DDR erzählen will, der schon mit 20 Jahren und jetzt entschuldige den krassen Ausdruck „ die Fliege“ gemacht hatte.
Meine Cousins im Ruhrgebiet würden sagen: „ Rainer, was fällt dir denn ein? Bekamst du die Prügel von unserem Vater, dem Bergmann, wenn es die wöchentliche Löhnung gab und er gegen Mitternacht volltrunken aus der Kneipe kam oder unsere junge Mutter und wir gleich anschließend mit! Also bitte urteile nicht über unser Leben, das wir später ganz hervorragend auch ohne den alten Saufsack in den Griff bekommen haben. Und wir sind stolz darauf!
So sagen sie, Wolfgang ! Und sie sind echte Kerle so mit Frau und Kind und Enkeln, auch meine Cousine, das zarte Lamm mit Mann aus Bitterfeld, was er mit seinen Eltern, da war er noch im zarten Babyalter, verlassen hatte. Einmal fragte ich ihn, es muss so kurz nach der Wende gewesen sein: Andreas, hast du nicht mal Lust, in deinen Geburtsort zu fahren, ihn nur einmal kennen zu lernen?
Andreas, mit der Bierflasche in der Hand, er schaute mich an, als wäre ich von einem anderen Stern! Na, den Mann Prost, sagte ich, du bist wenigstens so altmodisch wie ich, der auch nur selten seinen geliebten Osten verlässt.
Heute, so bei meinem Urlaub auf dem Darß bevölkern die „ Höma ( Hör mal) aus dem Ruhrgebiet zu 75% die Strandpromenade. Wolfgang, der Osten ist einfach zu friedlich und zu schön, was wollen sie da noch am Ballermann, wo jede Minute eine….
Dein Hinweis mit der Luftmatratze am Strand und eventuell….ich muss ganz ehrlich sagen, mein Vater war Schichtarbeiter in einem Leipziger Gummiwarenkombinat, dem VEB Elguwa, wo sie auch noch hergestellt wurden, die Dinger in X- Formen, sogar diesem Riesenformat wie heute ein modernes Futonbett und wir waren fast jedes Jahr meiner Kinderjahre an der Ostsee und dies blieb dann auch später so.
Aber Luftmatratze gleich Republikflucht, dieser Gedanke, nein, Wolfgang, ich war zu bodenständig für derartige Unwägbarkeiten bzw. Veränderungen.
Meine Geschichte über Wolf- Dieter sollte auch nur ansatzweise darlegen, warum der Eine und warum der Andere nicht. Nichts anderes. Und ich war ernsthaft in meiner Phantasie, also „Humbug“, ich bitte dich, auch wenn ich manchmal etwas Spaß eingeflochten habe. Ob nun eine direkte Beeinflussung des Lesers durch den Einsteller erfolgt, zumal was einen jungen Menschen betrifft, dessen Weltbild noch nicht so ausgeprägt ist? Ich glaube, dass wäre schon wieder eine gute Frage zum diskutieren. Gerade weil der alte Michel es so gut erklärte, das mit „ der Alten und der Neuen Ordnung“. Ist mir doch gelungen, dieser Vergleich, das musst du zugeben. Schau doch einmal in deine Familiengeschichte, also meine kamen aus dem Handwerk, die Uropas, und werden wohl die Installation der Bäder in den Schlössern, Burgen, Fabriken übernommen haben, soweit man damals davon sprechen konnte. Ob sie nun gut dafür entlohnt wurden? Ich nehme eher an , sie nahmen sich ihren Teil aus den Vorratskammern der Herrn, der Fabrikanten, Es war dieses „ Geben und Nehmen“, über das ich auch schon einmal geschrieben hatte, und was ich auch heute noch für sehr gerecht empfinde. Also wenn mich heute einer um meinen Lohn bescheißt, mich für einen Hungerlohn abspeist, entschuldige das Wort, fehlt ihm morgen etwas von seiner Betriebseinrichtung, oder von seinem Haus. Auch der alte Michel wollte Gerechtigkeit, er wollte einfach, das sich die Herren und die Knechte nicht mehr….. gegenseitig siehe das hässliche Wort oben. Einer sollte den Anderen achten, ihm ein gleichwertiger Partner sein, die „ Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ sollte Geschichte sein, so wie es der Sozialismus wollte. So einfach sehe ich das
Mein Bruder Rainman, ich gratuliere ihm hiermit zu seiner 1000sten Schreibwut und der schönen Grashalmgeschichte wird schon gewusst haben, wer dieser junge Agitator Manfred war. Aber Wolfgang, du hast aus deinem Leben etwas Positives gemacht und wir ebenfalls, nur manchmal habe ich mich hier im Forum schon ertappt, in etwas ironischer Form über euch herzuziehen, wovon mich Susanne, so in einem Falle dann mit dem Nudelholz umgehend kurierte. Sie ist so groß und stark, das Mädel und hatte damals ordentlich zugeschlagen.
Dafür war ich ihr dankbar, den sie hatte dem Spötter in mir seine Grenzen gezeigt! Klingt gut, was „ seine Grenzen“, und das hier im Forum über die Grenze.
Aber um einmal auf den großen Stalin und seine Mitstreiter, späteren Gegner und alle die du einmal hier in einem Text an Rainman aufgelistet hattest, zu kommen siehe „ Wolf- Dieter und das Bild von Stalin im Klassenzimmer“, wo er anschließend am Bleistift kaute. .Manchmal habe ich den Eindruck, die junge Kriegs / Nachkriegsgeneration so wie du entwickeln so eine Art Paranoia, wenn dieser Name fällt. Das ist mir völlig unverständlich und ich kann es schlecht nachvollziehen. Sehe ich folgendes falsch? Dann berichtige mich bitte. A) Die Sowjetunion zusammen mit ihren damaligen Verbündeten waren die Sieger über Nazideutschland. B) Wir wurden vom Faschismus befreit C) Dieser Stalin war der Vater, zusammen im Verbund mit hervorragenden Heerführern, so der Marschalle Shukow und Konew des Sieges im großen vaterländischen Krieg der UdSSR mit alleine 20 Millionen in ihrem eigenen Land!
Du warst zu diesem Zeitpunkt ein Kind, zum Zeitpunkt seines Todes, das war mein Geburtsjahr 1953 warst du 11 Jahre alt. Stalins Spielchen, Intrigen, die ihm später zur Last gelegten Verbrechen hinter den Kulissen der großen Weltpolitik waren bis zu diesem Zeitpunkt nur wenigen bekannt. Die Rede seines Nachfolgers, ich bezweifle, das sie das Volk der BRD / DDR überhaupt richtig wahrgenommen hatte. Der Bürger West hetzte zu diesem Zeitpunkt im Konsumrausch von Hertie zu Kaufhof, der Bürger Ost stand Schlange am Gemüseladen, weil es gerade einmal Bananen gab.
So einfach und simpel sehe ich das heute! Eigentlich müsste doch ein positives Bild über ihn, über Stalin im Volk der DDR zum damaligen Zeitpunkt vorgeherrscht haben? Sie waren doch die Sieger, logischerweise auch nach 1945 die Besatzer, so wie der Amerikaner, Engländer, Franzose in der Westzone. Und das mit vollem Recht! Falsch oder Richtig? Oder waren unsere Väter Unschuldslämmer, dachten so wie der Stabschef Halder in meiner Geschichte und Napoleon vor 200 Jahren; „ In 14 Tagen ist dieses Riesenreich besiegt“. Stabschef Halders späteren Eintragungen in seinem Tagebuch sind eine Offenbahrung, der Mann lies sprichwörtlich anschließend „ die Hosen runter“, wurde aber auch so etwas von gründlich kuriert. Schreibe ich gerne einmal hier rein, wenn es jemanden interessiert! Das mit dem positiven Bild, also in der Westzone von der UdSSR, darüber möchte ich gar nicht schreiben, den Musiker und auch andere hier haben es schon ganz gut dargelegt, was dort in der Schule über „ Das Reich des Bösen“ gelehrt wurde! Gerade weil die alten deutschen Lehrer wieder Lehrer, die Redakteure wieder Redakteure, die Atlanten / Karten / Lexikaschreiber wieder in den alten Positionen…..Natürlich muss man unterscheiden in die 50er, 60er, 70er und 80er Jahre, die kalten Krieger und Entspannungsphasen, wie in der jüngeren und alten DDR auch.
Aber einmal ein Beispiel aus meiner Kinderzeit: Hilde Benjamin, die Frau, die Richterin mit den Schauprozessen, über die schon öfters hier geschrieben wurde. Zum Ende ihrer Amtszeit 1967 war ich gerade 14 Jahre alt. Meinst du im Ernst, Wolfgang, das mich der Name, die Frau, ihre Arbeit auch nur ansatzweise in diesem Alter interessiert haben? „ Überhaupt diese ganzen Größen, die damals im Politbüro gesessen haben. Man wurde auch nicht permanent beballert mit diesem ganzen Kram, so wie heut zu Tage., bis zum Erbrechen. Es lief alles stiller ab, überlegter, ohne Hektik.
Ich hatte es meinem Freund Peter (turtle) so in etwa schon einmal geschrieben: „ In diesem Alter gab es nur drei Dinge. Die waren ganz wichtig für mich und zwar 1) Mädchen, 2) Mädchen 3) M……..
Ihr müsst in eurem schönen Ludwigslust einfach keine Mädchen gehabt haben, und ständig liefen dort Sowjetsoldaten mit finsterem Gesicht durch die Straßen, schauten über die Bretterzäune der Garnison. Nimm es mir nicht übel, Wolfgang, Politik in diesem Alter, das war so weit weg von mir wie die Sonne vom Mond und ich denke, von dir ebenfalls.
Und ob du nun ein fleißiger Maurer warst oder so wie Wolf- Dieter mit der Juno auf der Toilette gesessen hast, ich bitte dich. So unschuldig bei dieser Schulbeurteilung warst du ganz bestimmt nicht!
Entschuldige, ich möchte die Ironie nicht auf die Spitze treiben, zumal du älter bist wie ich und meine Eltern mich ganz gut erzogen haben, was die Worte- Achtung vor dem Alter betrifft.
Jetzt habe ich wieder zuviel geschrieben, die schöne Geschichte für den Frontstadtkämpfer, so wie versprochen, die stelle ich die kommende Woche ein.

Gruß dir und einen schönen Sonntag allen.



In Antwort auf Deinen Beitrag: Als erstes möchte ich klarstellen, daß ich in dem Alter,als Du Dich nur für Mädchen, Mädchen und nochmals Mädchen interessiert hattest, ich als nicht frühreifer pubertierender DDR-Bürger schon mein Hauptaugebmerk auf das Geschehen um mich herum gelegt hatte.
Um mal bei den Russen anzufangen, es ist schon ein Unterschied, ob man direkt neben den Freunden gewohnt hatte und sie 24 Stunden um sich hatte, oder ob man viele Jahre später bei ihnen in der Kaserne tagsüber Arbeiten verrichtete und wenn Feierabend war, nach Hause ging und sich ins Bett legte während in der Umgebung des Russenzaunes alle Türen, Tore und Fenster verrammelt wurden, weil man Angst vor den Besuch der Rotarmisten hatte. Das nur wenn wir hie von "eigenen Erleben" reden!!An soetwas kann ich mich zurück erinnern, bis zu einem Alter von etw 7/8 Jahren. Natürlich war ich bei etwaigen Vergewaltigungen nie dabei, jedoch in einer Kleinstadt wie der unseren blieb so etwas nie ein Geheimnis, es sprach sich schon herrum, natürlich nur hinter vorgehaltener Hand, denn man kam damals sehr schnell irgend wohin. Ein Beispiel aus Meiner Familie: Es muß etwa 1956 gewesen sein, mein Bruder (16 Jahre alt) fuhr mit seinem Fahrrad von Neustadt-Glewe nach Ludwigslust und er hatte es eilig , weil es schon dunkelte. Plötzlich stürzte er mit dem Rad über ein auf die Straße gespanntes Seil und ein paar betrunkene "Freunde" haben sich an ihm vergangen. Er hatte noch Glück im Unglück, sie haben ihm "sonst nichts" zu Leide getan und er konnte seinen Weg nach Hause, ohne Rad, fortsetzen. Meine Mutter ist daraufhin sofort zur Polizei gegangen und wurde hin und her gereicht, bis man ihr sagte, daß sich die Kommandantur um die "unwahrscheinliche, und unglaubwürdige Behauptung" kümmern würde. Meine Mutter durfte über diesen Fall, unter Androhung von besonderen Maßnahmen, in der Öffentlichkeit kein Wort verlieren, mein Bruder hatte schon aus Scham den Mund gehalten. Ich hatte das ganze Drum-Herum mit meinen 14 Jahren schon mitbekommen. Es ist von der Kommandantur auch was unternommen worden, man konnte an den außerordentlichen Fahrzeugbewegungen immer erkennen, daß etws im Busch war.
Veröffentlicht wurde in solchen Fällen niemals etwas. Ich kann mich aber auch noch an Beispiele erinnern, daß die Bevölkerung gewarnt wurde, wenn Russen ausgebüxt waren, dann war immer eine sehr angespannte Stimmung im Ort. Deine Vergleiche mit den Amerikanern in der BRD sind schlechte Vergleiche. Natürlich gab es da auch Übergriffe, aber nicht in dieser Form. Die Amis hatten im Gegensatz zu den einfachen russischen Soldaten die Möglichkeit den Kontakt mit der deutschen Bevölkerung zu pflegen. Sie hatten zu einem großen Teil deutsche Freundinnen, viele heiraten später, sie hatten ihre Lokale, Clubs außerhalb ihrer Kasernen, in denen auch Deutsche gerne verkehrten, konnten Kinos und Veranstalungen besuchen und waren obendrein ihrer Dollars wegen gern gesehene Gäste in auch rein deutsch geführten Einrichtungen. Ganz anders bei uns in Ludwigslust und es wird so auch in anderen Garnisionsstädten gewesen sein: Der einfache russische Soldat durfte zu meiner Zeit (bis Januar 1962) alleine überhaupt nicht raus. Manchmal hat man eine Gruppe von ca 10 Soldaten aber immer in Begleitung eines Offeziers und mindestens eines Feldwebels oder sowas Ähnlichem durch die Stadt gehen sehen, oder ich hatte es an anderer Stelle mal geschrieben: Ein Offizer mit einem Soldaten als Kofferträger. Der einfache Soldat konnte seine Sexualität nich ausleben, wie der US-Soldat, und deswegen wurden sie unter Alkohol-Einfluß zu tickenden Zeitbomben. Im Wissen dessen, daß sie keine Milde erwarten konnten waren sie nach Ihren Übergriffen extrm gefährlich. So Rainer, lies Dir das ruhig zweimal durch, es dürfte Dir nicht schaden. Zu dem Absatz, indem Musiker12 die US-Soldaten des Vandalismus´s bezichtigt, will ich mich nicht weiter auslassen, als daß er wahrscheinlich noch nie von Russen verlassene Raümlichkeiten gesehen hat. Zum Verständis: Ich spreche von der Zeit vor 1962. Das Kapitel "Kyra" überschlage ich einfach mal, Du brauchst mir nicht erklären, was Du damit sagen wolltest, ich kann nämlich lesen und Dir auch gedanklich folgen, wenn auch nicht unbedingt beiflichten.
Daß meine Eltern nach Deinen Worten schlau waren indem sie dem Staat DDR die Treue gehalten haben ist schon alleine durch die Aussage meines Vaters etwa 1 Jahr vor seinem Tode, widerlegt, in der er sich mir gegenüber etwa so äusserte: " Wir waren schön blöde, daß wir nach Erreichung des Rentenalters nicht rübergemacht sind.(Damit hier jeder weiß, was gemeint war " Rentner durften im Gegensatz zu arbeitsfähigen Bürgern, die DDR auf ewig verlassen, man brauchte ihnen dann nämlich die wohlverdiente nicht Rente zu bezahlen, daß übernahm dann die Bundesrepublik)
Mein Vater bekam damals in der DDReine Rente von etwa knapp 600 Mark. In dem Betrag war ein sogenannter "Intelligenzzuschlag von, ich meinte , es waren 150 Mark enthalten) der hing irgendwie mit meiner Mutter zusammen, welche Unterstufenlehrerin gewesen war. Mein Vater hätte hier in der BRD ca 3000DM Rente erhalten. Es wurde angerechnet, seine Dienstzeit im Hundertausend- Mann- Heer als Berufssoldat (Militärmusiker bei den Dragonern) mit automatischer Übernahme in die Wehrmacht,im Range eines Stabsfeldwebel, die Zeit des WK II und auch die spätere Gefangenschaft bei den Tommy´s, aus der 1946 wohlgenährt nach Hause geschickt wurde. Letzendlich sind sie nur dageblieben, weil sie noch drei andere Kinder und schon ihre Enkelkinder nicht mitnehmen konnten.
Daß es auf dem Darß schön ist, da denke ich mal, gibt es zwischen uns keine Differenzen, aber daß die Ferienplätze an der Ostseeküste für die normale Bevölkerung sehr begrenzt waren, beim FDGB konnte man nicht einfach anrufen und erfolgreich buchen. Privatquartiere waren auf Jahre im vorraus ausgebucht und der Durchschnittsbürger hatte da so gut wie gar keine Chance.
Ich habe des öfteren aus familären Gründen in Arenshoop zu tun, ich kann mich auch noch an die Beobachtungstürme entlang der Osteeküste erinnern, es waren keine von den Rettungsschwimmern. Im Alter von 14 Jahren war ich mit einer meiner Schwestern FKK zelten in Prerow. Ihr als alte Grenzer müsstet eigentlich wissen, wie weit man mit der Luftmatratze raus durfte. Es war nicht sehr weit. Daß Du dir anmaßen tust der jungen Kriegs-und Nachkriegs -Generation eine "Art-Paranoia" zumindestens teilweise anzudichten, wenn der Name Stalin fällt, ist mir wieder unverständlich. Bist Du es doch gerade, der gerne "vom eigenen Erleben" sricht. Deswegen frage ich Dich, wo ist denn in Bezug auf die Stalin-Ära Dein eigenes Erleben, wenn Du erst in dem Jahr geboren bist, in dem Josef gestorben ist. Dein Eigenes Erleben ist für micheinfach nur ein "Nachplappern von dem, wie man es Dir gelehrt hat. Du wirst schon gemerkt haben, daß ich mich ganz anders ausdrücke als Du. Mir geht es nicht um die Schönheit des Wortes, sondern um dessen Inhalt. Ich denke doch, daß es unter dem Brgriff "Die Freiheit des Wortes" abtun kannst. Dein "Vater" der 69 Volksgruppen, der mit dem Hitler-Stalin-Pakt erst die Vorraussetzungen für den Überfall auf Polen und damit den Beginn des 2. Weltkrieges geschaffen hat, der Millionen eigener Landsleute ermorden und in den Arbeitslagern sich kaputt schuften hat lassen, Dein geliebter Stalin, ein Massenmörder im Namen des Bolschewismuss´s, nur noch mit solchen Führern wie Adolf, Mao, Pol Pot, Idi Amin und noch ein paar Anderen vergleichbar. Als Stalin starb hatten die Russen nebenan bei uns geweint, das ist wahr, aber die Bevölkerung in der DDR war überwiegend froh, das kannst Du aus eigenem Erleben nicht empfunden haben, denn Du warst damals gerade erst geboren. Das schlimme ist, es gibt viele, viele junge Menschen hier bei uns im Lande, die die Stalin-Ära nicht mitbekommen haben weil sie erst später geboren sind, und dann kommst Du mit Deinen "Märchen aus eigenen (Nicht)Erleben).
Seine "Spielchen und Intrigen" waren nicht wenigen bekannt, aber man durfte zu damaligen DDR-Zeiten nicht an seinem Mythos (und wenn es auch nur ein klitzekleines Stückchen gewesen wäre) kratzen, ohne Angst um Leib und Leben zu haben!! Du versuchst doch noch aus aus dem Unmölichsten etwas herauszuholen, auch wenn es noch so absurd ist. Beispiel Dein Zitat:" Der Bürger West hetzte zu diesem Zeitpunkt im Konsumrausch von Hertie zu Kaufhof, der Bürger Ost stand Schlange am Gemüseladen, weil es gerade mal Bananen gab" Rainer, ich hatte zu meiner zeit nie Schlangen wegen Bananen gesehen, weil ich bis zu meiner Flucht nie eine Banane im Osten gesehen hatte. Ich selber mußte noch bis 1961 Donnerstags Schlange stehen, weil es dann Stumpen für meinen FVater gegeben hatte, ich mußte wegen Butter, Zucker und allen möglichen anstehen, aber Bananen, einfach Null!! Rainer, Bohnenkaffe wurde abgegeben in Mengen von 62,5 Gramm, auf deutsch: ein achtel Pfund und gemahlen, damit er nicht gehortet werden konnte. Und den gab es natürlich auch nur , wenn welcher da war, Ich mußte meiner Mutter noch Bohnenkaff(abgepackt a 5g für eine Tasse) aus dem Rostocker Hof holen. 1961 wurde in der Demokratischen Republik das Lied von Lale Andersen "Ein Schiff wird kommen" überall gepfiffen, weil ein paar Tage vor sinngemäß in der volkseigenen Presse verkündet wurde, daß man sich keine Sorgen um die Bunten Teller zu Weihnachten machen braucht, weil ein Schiff noch pünktlich vor dem Fest in Rostock anlanden wird, na mit was denn nun? Mit Apfelsinen! Und was für ein Wunder, pünktlich Heiligabend waren Sie da in unserer Kaufhalle. Man mußte für bestimmte Artikel in einem Geschäft angemeldet sein, zB. für Zigarren, rationierte Butter und noch ein paar andere Dinge. Ich also hin zu "unserer" Kaufhalle. Jeder Familie stand 1 kg zu. "Ach Wolfgang, willst wohl Eure Apfelsinen holen"? In der Tüte waren 5 Stück. Ich: Wir sind aber 6, Mutti, Vati, zwei Schwestern, ein Bruder und ich". Dann gab es "Nachschlag", ich hatte gewonnen. Rainer solche Geschichten erzähl mal hier im Forum. damit die junge Leute wissen, wie es damals nicht im Neuen Deutschland stand!! Ja es stimmt, wir wurden vom Faschismus befreit, wir sind aber auch von vielen Anderen Sachen brfreit. Das Recht des Siegers, ich will das sogar gelten lassen. Die zweiten Gleis sind abgebaut worden, auch OK, denn wir haben den Russen unendlich viel kaputtgemacht, Reparationen bis zum geht nicht mehr, die Werften mußten für die Russen bauen, Uran wurde in Sachsen für die Russen-Bombe aus dem demokratischen Boden geholt, alles OK, aber wehe du hast Dich dazu geäußert, dann ging se ab in die ruhmreiche Sowjetunion, Kolyma sagt Dir was, oder etwa nicht. Rainer, Du kannst so schöne Geschichten schreiben, wenn Du wolltest, Du kööntest es. Hilde Benjamin und die Bonzen vom Politbüro, die waren uns schon ein Brgriff, und Du willst sagen, Du hättest die so deutlich nicht gesehen. Erinner Dich doch mal ein bischen zurück, zum Beispiel bei den Maidemonstrationen. Erinnerst Du Dich nicht mehr an die übergroßen Porträts, die massenweise rumgetrgen worden sind, die hast Du doch gesehen, oder? Du schreibst, "Es wurde alles viel stiller gemacht und man wurde nicht so zugeballert" Mein lieber Rainer, mein Vater war Berufsmusiker in einem Orchester und ich vergesse nie , wie oft wir als Kinder nebenhergelaufen sind und immer waren die großen Führer dabei und zu besonderen Anlässen gab es auch die aus der Vergangenheit übernommenen Fackel-Umzüge. Ich weiß wovon ich rede, den ich war dabei. So sieht eigenes Erleben aus: Authentismus!
Übrigens Der Rauswurf wurde vom Parteisekretär der Schule in die Wege geleite, weil er sich von mir persönlich angegriffen fühlte. Nach Einberufung des "Pädagogischen Rates" wurde mir mitgeteilt, daß man mich 3 Monate im Auge behalten wolle und wenn in dieser Zeit "kein weiterer Vorfall"stattfinden sollte, würde die Sache vergessen und erldigt sein. Es ergab sich aber, daß der Kreisschulrat nach 3 Wochen in Urlaub ging, und der Stellvertreter wurde genötigt, meinen Schulverweis zu unterschreiben. Erst nach der Entlassung informierte man meiner Mutter, die übrigens eine Kollegin an einer anderen Schule. Ich war ja seinerzeit noch minderjährig, schon nicht wahr?! Übrigens der Vorwurf des Parteisekretärs bestsnd zu unrecht!! Nachdem der richtige Kreisschulrat wieder aus dem Urlaub da war, wurde die Sache geklärt und ich hätte wieder weiter zur Schule gehen können. Da es aber nicht angebracht gewesen wäre, in der gleichen Schule, mit dem gleichen Parteisekretär und mit dem gleichen Pädagogischen Rat eine weitere "Zusammenarbeit" einzugehen ließ ich es eben. Deswegen Rainer, Du machst es Dir zu einfach mit "Deiner" Wahrheit, von wegen "einer Schuld meinerseits am Rauswurf aus einer Sozialistischen Mittelschule"
Rainer, ich bin felsenfest der Meinung, daß meine Zeilen nichts an Deiner positiven Einstellung zu "Deiner " Vergangenheit verändern können. Dafür habe ich Sie auch gar nicht geschrieben. Geschrieben habe ich sie als Antwort auf Deine mich unbefriedigende Antwort in Bezug auf die
"Verhunzung2 meiner Vita für Deinen Beispiel-Held "Wolf-Dieter"
Schönen Gruß aus Kassel
































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Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!

Musiker12 Offline




Beiträge: 470


24.08.2009 02:59
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Zitat von Wosch:

In Antwort auf:
Deine Vergleiche mit den Amerikanern in der BRD sind schlechte Vergleiche. Natürlich gab es da auch Übergriffe, aber nicht in dieser Form


Ich weiß zwar nicht ob Du jemals mit den amerikanischen Streitkräten etwas zu tun hattes. Aber da muss ich Dir sagen, Du liegst etwas daneben. Auch hier werde ich nicht, so wie ich das sonst auch nicht tue, alle über einen Kamm scheren. Ich habe die amerikanischen Freunde bis zu ihrem Abzug hautnah erleben dürfen. Keine Nacht verging ohne irgendwelchen Zirkus. Übergiffe auf die weibliche Bevölkerung ohne Ende, Überfälle auf meine Kollegen waren an der Tagesordnung. Ich kann gerne ins Detail gehen wenn Dich das nicht überzeugt. Publik gemacht wurde das nicht. War eben nicht erwünscht. Verfahren gegen die amerikaner wurde eingestellt wegen Nichtinteresse der Öffentlichkeit, so bei den meisten Überfällen auf meine Kollegen. Erst wenn sie es mal übertrieben haben dann kam man nicht drumherum etwas zu unternehmen.

manudave Offline




Beiträge: 2.853


24.08.2009 06:44
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

@Musiker

Willst du "normale" menschliche Kriminalität wie sie nach Kriegsende sicherlich in den westlichen Besatzungszonen vermehrt vorkam, gleichsetzen mit Mord, Totschlag, Vertreibung und Massenvergewaltigung wie es nach Kriegsende von den Russen betrieben wurde?

Als jemand, der sich damit intensiv auseinandersetzt, kann ich dir sagen: Der Vergleich hinkt.

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Die SED war der strafende Vater und die umsorgende Mutter - beide sind verschwunden

manudave
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manudave Offline




Beiträge: 2.853


24.08.2009 06:54
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Hier mal ein guter Link dazu:

http://torweihe.de/Vae_victis.htm

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manudave
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Augenzeuge Online





Beiträge: 2.702


24.08.2009 08:23
RE: Zeitgeschichtliche Literatur 1949-89 in Ost und West Zitat · antworten

Lieber Wosch, ich danke dir für deine persönliche Geschichte. Sie widerspiegelt genau das, was ich auch schon so oft gehört habe.
Ich fand es sehr interessant zu lesen, gerade auch deshalb, weil ich keinen Zweifel an der Authentizität habe.
Gern würde ich mehr aus dieser Zeit erfahren wollen.

Gruß, Augenzeuge

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"Wenn es ein Geheimnis des Erfolges gibt, so ist es das:
Den Standpunkt des anderen verstehen und die Dinge mit seinen Augen zu betrachten."

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