#1

Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 18:24
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Am 5.Mai1970 fuhren wir mit der S-Bahn vom Ostbahnhof nach Wilhelmshagen.
Wir durften aber nicht in Wilhelmshagen aussteigen, sondern fuhren durch bis Erkner. Von dort ging es im Gleichschritt, bepackt mit Koffern und Taschen zurück nach Wilhelmshagen in die "Ho Chi Minh Kaserne". Da wir auf der Zugfahrt tüchtig gebechert hatten und unsere Getränke schon vor der Ankunft in Berlin aufgebraucht waren hatten wir natürlich einen riesigen Brand. In der S-Bahn nach Wilhelmshagen hatte jemand im Vollrausch eine Flasche Kirschlikör auf die Sitzbank geschüttet. Da ich auch schon etwas zu viel gebechert hatte, hatte ich das nicht bemerkt und mich voll reingesetzt. Mit einer weißen Manchesterhose! Und so marschierte ich als "Rotarsch" im wahrsten Sinne des Wortes, in Wilhelmshagen ein. Das erste war ein Appell, wo wir aufgeteilt wurden. Das schien kein Ende zu nehmen. Das einzige, an das ich dachte, war ein Wasserhahn und schönes kühles Wasser. Es schienen Stunden über Stunden zu vergehen, bis ich endlich an der Wasserleitung hing. Die nächsten Tage vergingen mit Bekleidung empfangen, Bettenbau und Spindeinräumen, wieder und immer wieder. Ich hatte die Sch... gestrichen voll. So begann meine Dienstzeit bei den Grenztruppen.
Übrigens, wir hatten keine Unteroffiziere, das waren Unterwachtmeister und der Spieß war Hauptwachtmeister. Wir waren keine Soldaten, sondern Kanoniere. Wir fühlten uns als etwas besseres, als die gewöhnlichen Soldaten.
Aber geschliffen wurden wir natürlich genau so, wie alle anderen auch.

Beschreibt doch auch einmal eure ersten Tage. Würde bestimmt nicht nur mich sehr interessieren.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#2

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 19:06
von stutz | 568 Beiträge

Hallo praeceptor,
das Gleiche habe ich auch erlebt. Von uns zu Hause bis Berlin sind es 80 Kilometer. Die Fahrt ging aber schon am 4. Mai 1970 Morgens um 8:00 Uhr los und ist zur Odysse ausgeartet. Erst nach Cottbus, dann quer durch die Stadt zum Bahnhof marschieren. Von da im Bummeltempo nach Frankfurt und immer welche zu geladen. Einige haben sie nur noch in den Zug geschliffen. Na und, von da dann nach Erkner, genau wie bei dir ....alle Reserven leer und Brand wie eine Bergzicke. Es war mittlerweile 19:00 Uhr und wir sind dann auf die einzelnen Regimenter aufgeteilt worden. Nach der Einkleidug und der Impfprozetur rauf auf den W 50 und ab ins Gr 33 am Kupfergraben. Das erste, was ich nach dem Absitzen gesehen habe, war der erleuchtete Fernsehturm ganz in der Nähe. Es war schon nach Mitternacht geworden und wir konnten gleich ins Bett. Am nächsten Tag ging dann das Übliche von der Bühne.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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#3

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 06.04.2011 12:39
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Hallo Stutz,
da ging es bei dir aber ziemlich schnell.
Als ich dann auf die Bude kam, war ich der Dritte. Der Rest kam erst einen Tag später.
Die Nacht verbrachten wir noch in Zivil. Die Zwei haben sich über Fluchtpläne unterhalten.
Sie hatten schon am ersten Tag die Schnauze gestrichen voll.
Die Einkleidung war erst am nächsten Tag, als alle da waren. Auch die Impfung war erst später.
Kann die Spritzen gar nicht alle aufzählen, die ich in den 18 Monaten erhalten hatte.
Den Fernsehturm hat man auch von vielen Postentürmen aus gesehen.
Am schönsten sah es aus, wenn Nachts, bei einem Gewitter, die Blitze in die Kugel und die Spitze einschlugen.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
zuletzt bearbeitet 06.04.2011 12:47 | nach oben springen

#4

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 10.04.2011 09:23
von Stoffhund 1 (gelöscht)
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Zitat von praeceptor507
Am 5.Mai1970 fuhren wir mit der S-Bahn vom Ostbahnhof nach Wilhelmshagen.
Wir durften aber nicht in Wilhelmshagen aussteigen, sondern fuhren durch bis Erkner. Von dort ging es im Gleichschritt, bepackt mit Koffern und Taschen zurück nach Wilhelmshagen in die "Ho Chi Minh Kaserne". Da wir auf der Zugfahrt tüchtig gebechert hatten und unsere Getränke schon vor der Ankunft in Berlin aufgebraucht waren hatten wir natürlich einen riesigen Brand. In der S-Bahn nach Wilhelmshagen hatte jemand im Vollrausch eine Flasche Kirschlikör auf die Sitzbank geschüttet. Da ich auch schon etwas zu viel gebechert hatte, hatte ich das nicht bemerkt und mich voll reingesetzt. Mit einer weißen Manchesterhose! Und so marschierte ich als "Rotarsch" im wahrsten Sinne des Wortes, in Wilhelmshagen ein. Das erste war ein Appell, wo wir aufgeteilt wurden. Das schien kein Ende zu nehmen. Das einzige, an das ich dachte, war ein Wasserhahn und schönes kühles Wasser. Es schienen Stunden über Stunden zu vergehen, bis ich endlich an der Wasserleitung hing. Die nächsten Tage vergingen mit Bekleidung empfangen, Bettenbau und Spindeinräumen, wieder und immer wieder. Ich hatte die Sch... gestrichen voll. So begann meine Dienstzeit bei den Grenztruppen.
Übrigens, wir hatten keine Unteroffiziere, das waren Unterwachtmeister und der Spieß war Hauptwachtmeister. Wir waren keine Soldaten, sondern Kanoniere. Wir fühlten uns als etwas besseres, als die gewöhnlichen Soldaten.
Aber geschliffen wurden wir natürlich genau so, wie alle anderen auch.

Beschreibt doch auch einmal eure ersten Tage. Würde bestimmt nicht nur mich sehr interessieren.


Wir sind am 05.05.70 von Dresden Komment über Frankfurt Oder bis Erkner mit dem Zug. In Erkner in die S Bahn bis Wilhelmshagen und dann mit Musik in die Kaserne.
Wo warst Du im GAR 39?
Gruß Stoffhund 1


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#5

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 10.04.2011 12:17
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Zitat von Stoffhund 1

Zitat von praeceptor507
Am 5.Mai1970 fuhren wir mit der S-Bahn vom Ostbahnhof nach Wilhelmshagen.
Wir durften aber nicht in Wilhelmshagen aussteigen, sondern fuhren durch bis Erkner. Von dort ging es im Gleichschritt, bepackt mit Koffern und Taschen zurück nach Wilhelmshagen in die "Ho Chi Minh Kaserne". Da wir auf der Zugfahrt tüchtig gebechert hatten und unsere Getränke schon vor der Ankunft in Berlin aufgebraucht waren hatten wir natürlich einen riesigen Brand. In der S-Bahn nach Wilhelmshagen hatte jemand im Vollrausch eine Flasche Kirschlikör auf die Sitzbank geschüttet. Da ich auch schon etwas zu viel gebechert hatte, hatte ich das nicht bemerkt und mich voll reingesetzt. Mit einer weißen Manchesterhose! Und so marschierte ich als "Rotarsch" im wahrsten Sinne des Wortes, in Wilhelmshagen ein. Das erste war ein Appell, wo wir aufgeteilt wurden. Das schien kein Ende zu nehmen. Das einzige, an das ich dachte, war ein Wasserhahn und schönes kühles Wasser. Es schienen Stunden über Stunden zu vergehen, bis ich endlich an der Wasserleitung hing. Die nächsten Tage vergingen mit Bekleidung empfangen, Bettenbau und Spindeinräumen, wieder und immer wieder. Ich hatte die Sch... gestrichen voll. So begann meine Dienstzeit bei den Grenztruppen.
Übrigens, wir hatten keine Unteroffiziere, das waren Unterwachtmeister und der Spieß war Hauptwachtmeister. Wir waren keine Soldaten, sondern Kanoniere. Wir fühlten uns als etwas besseres, als die gewöhnlichen Soldaten.
Aber geschliffen wurden wir natürlich genau so, wie alle anderen auch.

Beschreibt doch auch einmal eure ersten Tage. Würde bestimmt nicht nur mich sehr interessieren.


Wir sind am 05.05.70 von Dresden Komment über Frankfurt Oder bis Erkner mit dem Zug. In Erkner in die S Bahn bis Wilhelmshagen und dann mit Musik in die Kaserne.
Wo warst Du im GAR 39?
Gruß Stoffhund 1




Hallo Stoffhund 1
Endlich ein Leidensgenosse!
Mit Musik? Solch einen Empfang hatten wir nicht.
Nach dem Posten 1 war ich im ersten Block links, so weit ich mich erinnern kann im 3. Stock.
Ich war bei der Artillerie. Kompanie und Zug weiß ich nicht mehr, vielleicht fällt es mir aber wieder ein.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
zuletzt bearbeitet 10.04.2011 12:18 | nach oben springen

#6

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 11.04.2011 11:54
von Stoffhund 1 (gelöscht)
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Soso bei den Haubitzen. Im 3 Stock waren bei uns die Uff. BU.
Nach dem Posten 1 war ich im zweiten Block links, so weit ich mich erinnern kann im 2. Stock.
Ich war bei der 2. Artillerie Abteilung Stab 120mm Granatwerfer.
Meidest Du diesen Block?
Gruß Stoffhund 1
Bild Quelle Stoffhund 1

Angefügte Bilder:
20 05.03.11 1AA, 2AA.jpg

zuletzt bearbeitet 11.04.2011 11:54 | nach oben springen

#7

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 11.04.2011 18:28
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Zitat von Stoffhund 1
Soso bei den Haubitzen. Im 3 Stock waren bei uns die Uff. BU.
Nach dem Posten 1 war ich im zweiten Block links, so weit ich mich erinnern kann im 2. Stock.
Ich war bei der 2. Artillerie Abteilung Stab 120mm Granatwerfer.
Meidest Du diesen Block?
Gruß Stoffhund 1
Bild Quelle Stoffhund 1



Ja, ich denke ich war im ersten.
Beschwören kann ich es nicht, aber ich denke doch. Da war doch noch ein Kiosk.
Da gab es öfter mal Bananen.
Wir hatten erst die 76 mm Kanonen und ein paar Wochen später die 122 mm Haubitzen.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#8

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 11.04.2011 19:15
von stutz | 568 Beiträge

Zitat von Stoffhund 1
Soso bei den Haubitzen. Im 3 Stock waren bei uns die Uff. BU.
Nach dem Posten 1 war ich im zweiten Block links, so weit ich mich erinnern kann im 2. Stock.
Ich war bei der 2. Artillerie Abteilung Stab 120mm Granatwerfer.
Meidest Du diesen Block?
Gruß Stoffhund 1
Bild Quelle Stoffhund 1




1981 als Resi in Wilhelmshagen..... und genau der erste Eingang, der auf dem Bild zu sehen ist. Als Fahrlehrer brauchten wir keine Objektwache stehen....haben wir aber gemacht, damit die anderen Resis auch mal in den Urlaub fahren konnten.
Plötzlich der Befehl: Die Freiwache die Eingänge des besagten Trakts besetzen.....keiner rein, keiner raus. Einem " Jungen Genossen " ist eben die Digitaluhr ( zur damaligen Zeit noch was Besonderes ) im Waschraum geklaut worden. Die Untersuchungskommission rein und die Resis vor der Tür. Lange Rede kurzer Sinn, Plötzlich begehrte ein Zivilist mit Aktenkoffer nach drausen zu dürfen. Nee bei uns nicht. Der Herr zückte seinen Ausweis mit den Konsummarken.... Trotzdem bei uns nicht! Bei den beiden bulligen Typen, mit 110 kg Kampfgewicht, war kein Vorbeikommen.
Der Herr hat sich zurückgezogen und der OvD hat ihn dann persönlich abgeholt. Beim Weggehen hat er sich dann umgedreht und zum Zivilisten gesagt: Die Resis sehen aus wie die Gefechtsschlampen, aber verlassen kann man sich auf die 100%.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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#9

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 11.04.2011 21:04
von udo17 | 12 Beiträge

Ich war Februar bis August 1990 dort, hätte fast das Licht ausmachen dürfen...


Grundwehrdienst 02/1990 bis 01/1991
GT der DDR im GAR 39 Berlin - NVA - Bundeswehr
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#10

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 06:13
von Stoffhund 1 (gelöscht)
avatar

Zitat von praeceptor507

Zitat von Stoffhund 1
Soso bei den Haubitzen. Im 3 Stock waren bei uns die Uff. BU.
Nach dem Posten 1 war ich im zweiten Block links, so weit ich mich erinnern kann im 2. Stock.
Ich war bei der 2. Artillerie Abteilung Stab 120mm Granatwerfer.
Meidest Du diesen Block?
Gruß Stoffhund 1
Bild Quelle Stoffhund 1



Ja, ich denke ich war im ersten.
Beschwören kann ich es nicht, aber ich denke doch. Da war doch noch ein Kiosk.
Da gab es öfter mal Bananen.
Wir hatten erst die 76 mm Kanonen und ein paar Wochen später die 122 mm Haubitzen.



Zitat von praeceptor507

Zitat von Stoffhund 1
Soso bei den Haubitzen. Im 3 Stock waren bei uns die Uff. BU.
Nach dem Posten 1 war ich im zweiten Block links, so weit ich mich erinnern kann im 2. Stock.
Ich war bei der 2. Artillerie Abteilung Stab 120mm Granatwerfer.
Meidest Du diesen Block?
Gruß Stoffhund 1
Bild Quelle Stoffhund 1



Ja, ich denke ich war im ersten.
Beschwören kann ich es nicht, aber ich denke doch. Da war doch noch ein Kiosk.
Da gab es öfter mal Bananen.
Wir hatten erst die 76 mm Kanonen und ein paar Wochen später die 122 mm Haubitzen.




War es der Kiosk bei Posten 1.
Bild Quelle Stoffhund 1

Angefügte Bilder:
5 Wache, 1 AA, 2AA.JPG

zuletzt bearbeitet 13.04.2011 06:14 | nach oben springen

#11

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 08:43
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Danke für das Bild von der Wache und dem ersten Block. 1969/1970 eben dieser 1. Block links, Stab 1. Artillerieabteilung, Fahrer des Nachrichten LO's. Wir sind noch aus den Baracken in diese Neubauten gezogen und haben dann im alten Barackenlager geübt. Dort war zu meiner Zeit auch noch der Gefechtspark, mag sich später dann ja geändert haben.
Da kommen Erinerungen an dieses lästige und völlig bekloppte: "Kommen Sie mal zurück, Genosse Kanonier, können Sie nicht grüßen" , hoch, zum Glück gab es sich später in Johannisthal im Grenzregiment.
Rüganer


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#12

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 11:44
von skylight | 52 Beiträge

Unvergesslich dieses Dachshagen.Kam im Herbst 1988 als Resi dahin.Am zweiten Tag gab es eine Einstimmung ,um den Resis klarzumachen wo sie sind.Mit dem Satz" Sie sind hier nicht an der grünen Grenze,hier werden Grenzverletzer hinter den nächsten B-Turm gezerrt und mit Tritten und Kolbenschlägen ruhiggestellt" begann da ein Hauptmann seine Rede.Als es da eine leichte Unruhe gab,kam als Nächstes:"Wer damit ein Problem hat,kann anschließend mit mir zum Militärstaatsanwalt gehen und dort weiterdiskutieren".Dann war Ruhe im Saal.Gruss,Skylight


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#13

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 11:50
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von skylight
Unvergesslich ...begann da ein Hauptmann seine Rede...



Wieder so ein Etappe-Held !

Der kannte den Kanten wahrscheinlich nur aus seinem OS-Praktikum und seiner Phantasie.


zuletzt bearbeitet 13.04.2011 11:52 | nach oben springen

#14

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 12:00
von skylight | 52 Beiträge

Keine Ahnung was das für einer war-zwischen die Mauern durfte ich sowieso nie,konnte deshalb auch nicht feststellen ob das in Berlin wirklich so üblich war.


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#15

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 12:20
von GZB1 | 3.287 Beiträge

§ 26 Grenzgesetz
Durchsetzung von Maßnahmen der Grenztruppen der DDR
(1) Wird den Angehörigen der Grenztruppen der DDR bei der Ausübung ihrer Befugnisse Widerstand entgegengesetzt oder werden die von ihnen auf der Grundlage dieses Gesetzes oder der zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften angeordneten Maßnahmen behindert oder nicht befolgt, ist die körperliche Einwirkung zulässig, wenn andere Mittel nicht ausreichen; um ernste Auswirkungen für die Sicherheit und Ordnung im Grenzgebiet zu verhindern.
(2) Die Anwendung von Hilfsmitteln ist nur gestattet zur Abwehr von Gewalttätigkeiten, Verhinderung von Fluchtversuchen oder wenn die körperliche Einwirkung nicht zum Erfolg führt. Es sind dabei diejenigen Mittel anzuwenden, die im Verhältnis zur Art und Schwere der Rechtsverletzung und des Widerstandes stehen. Die körperliche Einwirkung und die Anwendung von Hilfsmitteln ist nur so lange zulässig, bis der Zweck der Maßnahme erreicht ist.

Einfache angemessene körperliche Gewalt (auch mit Hilfsmittel) bei Widerstand gegen Staatsbeamte ist auch heute noch ein weltweit akzeptiertes Reaktionsmittel.


zuletzt bearbeitet 13.04.2011 12:35 | nach oben springen

#16

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 12:29
von skylight | 52 Beiträge

Dem Herrn ging es aber weniger um den Widerstand des Gv,sondern darum das man die Festnahme von der Westseite aus nicht Filmen konnte.Kolbenschläge und Tritte halte ich auch nicht für angemessen,wenn ich allerdings so Nachrichten sehe über Demos...


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#17

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 12:45
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Sichtdeckung ist nichts ungesetzliches! Übrigens nicht hinterm, sondern im BT.


zuletzt bearbeitet 13.04.2011 12:45 | nach oben springen

#18

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 14:07
von skylight | 52 Beiträge

Wenn zusammenschlagen nicht ungesetzlich ist,warum dann diese Angst vor Fotos?


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#19

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 14:16
von marc | 577 Beiträge

Das frage mal die Bereitschaftspolizisten heute während der 1.Mai "Demos" in Friedrichshain-Kreuzberg!

Negative Presse wegen "polizeilicher Gewalt" macht sich auch heute nicht gut.

Außerdem kenne ich persönlich keinen Fall wo ein GV "zusammengeschlagen" wurde!



zuletzt bearbeitet 13.04.2011 14:20 | nach oben springen

#20

RE: Meine ersten Tage im Dachsbau

in Grenztruppen der DDR 13.04.2011 14:47
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von skylight
Unvergesslich dieses Dachshagen.Kam im Herbst 1988 als Resi dahin.Am zweiten Tag gab es eine Einstimmung ,um den Resis klarzumachen wo sie sind.Mit dem Satz" Sie sind hier nicht an der grünen Grenze,hier werden Grenzverletzer hinter den nächsten B-Turm gezerrt und mit Tritten und Kolbenschlägen ruhiggestellt" begann da ein Hauptmann seine Rede.Als es da eine leichte Unruhe gab,kam als Nächstes:"Wer damit ein Problem hat,kann anschließend mit mir zum Militärstaatsanwalt gehen und dort weiterdiskutieren".Dann war Ruhe im Saal.Gruss,Skylight



Frage: Gibt es Zeugen, dass noch weitere Berufssoldaten der GT d. DDR solche Äußerungen in dergleichen Art öffentlich geäußert haben? Oder war dies ein Einzelfall?

Zum Thema: Dachsbau - GAR 39. Ende August Anfang September 1990 übernahm der Grenzschutz der DDR das Objekt. Grundwehrdienstleistende waren nicht mehr anwesend. Die Wache sowie die sonstigen Dienste versahen Berufssoldaten bzw. Volkspolizisten (Berufsunterführer und Offiziere) . Ca. zwei Wochen vor dem Beitritt der ehemaligen DDR zur BRDeutschland wurde das gesamte Objekt durch das Ministerium des Innern übernommen und der gesamte Personalbestand erhielt Dienstverträge mit dem MdI. Am 03. Oktober 1990 gegen 02:00 Uhr übernahm das Bundesministerium des Innern das gesamte Objekt und der Personalbestand wurde pro forma zum damaligen Bundegrenzschutz übernommen. Bis November 1990 wurde das Objekt vom BGS genutzt, bis dann der Umzug nach Ahrensfelde Rehan (heute Blumberg) erfolgte. Noch bis ca. 91/92 wurde jedoch der ehemalige Gefechtspark des "GAR 39" genutzt um ausrangierte Technik der GT bzw. VP ab zu stellen. Die Sicherungswache wurde durch den BGS gestellt. Zu diesem Zeitpunkt exestierte auch noch die Clubgaststätte in der Hessenwinkler Straße, wo die Sicherungswache ungestört von weiterem Publikumsverkehr gemütlich zur Nahrungsaufnahme schreiten konnte. Zur gleichen Zeit diente das ehemalige GAR als Asylantenheim. Diese zogen ab 1994 in das sich neben dem Objekt befindliche ehemalige Objekt der ehemaligen GSSD (Ortslage Erkner).


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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