#1

Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 10:45
von Angelo | 12.391 Beiträge

Kannst du dich noch an deinen 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR erinnern ? Wie war dieser Tag für dich? Mit welchen Erwartungen hast du deinen Deinst angetreten. War es eine Ehre für dich bei den Grenztruppen zu dienen oder war es mehr das "muß" ähnlich wie unser Wehrdienst bei der Bundeswehr war. Und als dein 1. Dienst fertig war mit welchen Gefühlen bist du wieder nach Hause gegangen ? Hast du es dir so vorgestellt oder warst du eher enttäuscht? Oder warst du vielleicht sogar Angenehm überrascht ? Vielleicht ist deine Erinnerung an der 1. Tag bei den Grenztruppen bei dir noch vorhanden ? Freu mich auch eure Geschichten


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#2

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 11:55
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Hallo Angelo,

für mich ein zeitliches Muß, zwischen 4 Monate nach der Berufsausbildung und bevor das Studium anfängt. Freunde, die schon bei der Armee waren gaben "gute Tipps" ab. Mit 18/19 Jahren hatte man zwar Wohnheim-Erfahrung in der Berufsausbildung, war aber das erste Mal länger von zu Hause weg.
Ich glaube der erste Tag war geprägt von "immer beschäftigt sein" nach der Anreise, weil man bekam einen haufen Klamotten und wurde mehrfach abgefragt ob man alles hatte, wie "Hosenträger extra stark -vorzeigen!!"
Der Musterspind, das Musterbett und das 10 Mann Zimmer waren schon sehr überraschend und gewöhnungsbedürftig.
Die laute Stiime mit Trillerpfeige des noch unbekannten UvD/GuvD waren keine Sinfonie für die Ohren. Diese Klamotten-Unterwäsche lang im Winter aber auch im Sommer(sollten wir später erfahren), Kragenbinde einknöpfen und diese komischen Witze über 500 grad (soll die Tage heißen die wir hatten, derlei Witze über Tage, Tagedrücken-wie auch begriffe wie Dachs-für den neuen Soldaten, Vize für das 2. Dienshalbjahr und EKfür das 3.DH... waren erstmal sehr neu...

Gott sein dank blieb mir die "Erziehung" älterer Diensthalbjahre durch Musikbox,Schildkröte etc. erspart bzw gab es nicht bei uns, dafür dank meiner anfänglichen großen Klappe, ständig zum normalen Revierreinigen das Revier Waschraum/Toiletten dazu und man wurde immer ruhiger und leiser!!??

Gruß aus Porta
von Thomas -früher Thüringen


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#3

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 11:56
von SanGefr | 218 Beiträge

Wer konnte schon nach dem 1. Dienst, mit welchen Gefühlen und Eindrücken auch immer, nach Hause gehen? Das gabs noch nicht einmal bei uns bei der Bundeswehr. Bei der Bundeswehr war in der Grundausbildung um punkt 22 Uhr Nachtruhe angesagt - und zwar in der Kaserne und nicht zuhause, ausgenommen waren die dienstfreien Wochenenden. Ich nehme an, das es in der DDR nicht viel anders gewesen ist. Auf der Stube, im Bett, vor dem Einschlafen, konnte man (jeder) also ganz für sich allein darüber nachdenken.

@ Thomas Porta

Meinst Du Porta-Westfalica? Ganz in meiner Nähe!


zuletzt bearbeitet 05.04.2011 12:02 | nach oben springen

#4

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 12:08
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Zitat von SanGefr
Wer konnte schon nach dem 1. Dienst, mit welchen Gefühlen und Eindrücken auch immer, nach Hause gehen? Das gabs noch nicht einmal bei uns bei der Bundeswehr. Bei der Bundeswehr war in der Grundausbildung um punkt 22 Uhr Nachtruhe angesagt - und zwar in der Kaserne und nicht zuhause, ausgenommen waren die dienstfreien Wochenenden. Ich nehme an, das es in der DDR nicht viel anders gewesen ist. Auf der Stube, im Bett, vor dem Einschlafen, konnte man (jeder) also ganz für sich allein darüber nachdenken.



Hallo Jürgen,

meinen erster Tag siehe Text, aber es waren Tage bzw Wochen,Ausgang erst nach Wochen und der erste Urlaub nach 2 Monaten
(also wenn du November eingezogen wurdest, vieleicht Weinachten, veleicht Silvester)
Ansonsten waren die ersten und weitere Tage nicht nur von 6 Uhr wecken bis 18uhr, Abends noch Gespräche, Polituntericht, und abends
endlos Revierreinigen(dein Zimmer, vieleicht die Zimmer der EK, vieleicht zur Strafe ein Revier extra... und dann Nachtruhe
Auf Urlaub hatt man sich sehr lange freuen müssen (bei 2 mal im Halbjahr) und der Ausgang war später bei den Randberlinern nicht angenehm, wenn diese zivilen Anwohner den grünen Streifen mit GT der DDR um die Jacke bzw Mantel gesehen haben...


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#5

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 13:02
von SanGefr | 218 Beiträge

Hallo Thomas
Ich wohne teils in Hannover und teils im angrenzenden Landkreis Schaumburg auf niedersächsischer Seite.

An meinen ersten Tag kann ich mich auch noch gut erinnern, obwohl schon fast 35 Jahre ins Land gegangen sind. Ich lag in der Grundausbildung auf einer 6-Mann Stube. (Pech gehabt) Das war die größte Stube. Alle anderen waren mit 3 oder 4 Mann belegt. An die Stuben- und Revierreinigung kann ich mich auch noch erinnern. Unsere Gruppe (3 Stuben) hatte die Treppe im Flur vom Erdgeschoß bis zur 1. Etage. Da war abwechselnd aus unserer Gruppe jeden Tag ein anderer dran. Somit war man alle 12 Tage zum Revierreinigen verdonnert. Stubendienst bei einer 6-Mann-Stube alle 6 Tage sowie Meldung nach 22 Uhr beim Stubendurchgang an den UvD. Der GvD kam nie, denn das war ja nach ca. 2 Wochen, einer von uns Wehrdienstleistenden - der hätte (früher oder später) eine "reingekriegt".
Einmal im Monat Stuben- und Revierreinigung der gesamten Kompanie mit (mehr oder weniger genauer) Kontrolle, je nachdem welcher Uffz/StUffz/Fw/OFw anschließend kontrolliert hat. Am 1., 2., 7. + 9. Wochenende war samstags, ich glaube bis zum Mittagessen oder ab 14 Uhr, Dienst. Anschl. ausnahmsweise bis Sonntag nacht 24.00 Uhr, (weil viele einen weiteren Anreiseweg hatten, so auch ich) dienstfrei. Ob der UvD nach 24 Uhr noch kontrollierte und eine Meldung wollte, kann ich nicht mehr sagen. Zumindest hat er sich von der Belegung der Betten überzeugt. Sonntags war grundsätzlich kein Dienst; es sei denn, meine Gruppe hatte Bereitschaft (hatte ich einmal während der Grundi). GvD hatten samstags oder sonntags nur die Jungs, die in der Stadt oder im näheren Umkreis wohnten und quasi in Puschen von der Kaserne bis nach Hause gehen konnten und davon gabs ne ganze Menge. Dieser Kelch ging an mir vorbei. Die vollständige Einkleidung hatte sich auch ziemlich hingezogen. Solange liefen wir halt im Trainingsanzug durch die Gegend. Urlaub hatte wir, ich glaube 4 Wochen, hinzu kam evtl. noch Bereitschafts-Sonderurlaub etc. den ich erst den ganzen Oktober über in Anspruch nahm. Nach meiner Rückkehr hatte ich noch gut 6 Wochen, bevor man uns am 23. Dezember 1977, natürlich nicht ohne Entlassungsgeld, den Wehrsold bis zum 31.12. und das zusätzliche Weihnachtsgeld, in den Allerwertesten getreten hatte. Die restliche Dienstzeit bis zum 31 Dezember hatte man uns erlassen.


zuletzt bearbeitet 05.04.2011 18:36 | nach oben springen

#6

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 13:51
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Am ersten Tag im Ausbildungsregiment haben sie uns gleich ganz schön Rund gemacht,ganzen Tag Schwarzkombi,und nur Arbeiten.Das ging dann das ganze halbe Jahr so.Dann war es eigentlich geschafft.Das Jahr an der grünen Grenze war Astrein,gutes Essen,wie bei Muttern,und so nah wie Nie am Westen.Dort haben sie uns in Ruhe gelassen,vo allen der Sommer war schön.Man wusste ja von Hören und sagen was einen erwartet.Sonst war ich immer nur im Intershop,jetzt hätte man 5 min laufen müssen bis zum nächsten Laden,aber nichts wars.


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#7

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 19:01
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Am 5.Mai1970 fuhren wir mit der S-Bahn vom Ostbahnhof nach Wilhelmshagen.
Wir durften aber nicht in Wilhelmshagen aussteigen, sondern fuhren durch bis Erkner. Von dort ging es im Gleichschritt, bepackt mit Koffern und Taschen zurück nach Wilhelmshagen in die "Ho Chi Minh Kaserne". Da wir auf der Zugfahrt tüchtig gebechert hatten und unsere Getränke schon vor der Ankunft in Berlin aufgebraucht waren hatten wir natürlich einen riesigen Brand. In der S-Bahn nach Wilhelmshagen hatte jemand im Vollrausch eine Flasche Kirschlikör auf die Sitzbank geschüttet. Da ich auch schon etwas zu viel gebechert hatte, hatte ich das nicht bemerkt und mich voll reingesetzt. Mit einer weißen Manchesterhose! Und so marschierte ich als "Rotarsch" im wahrsten Sinne des Wortes, in Wilhelmshagen ein. Das erste war ein Appell, wo wir aufgeteilt wurden. Das schien kein Ende zu nehmen. Das einzige, an das ich dachte, war ein Wasserhahn und schönes kühles Wasser. Es schienen Stunden über Stunden zu vergehen, bis ich endlich an der Wasserleitung hing. Die nächsten Tage vergingen mit Bekleidung empfangen, Bettenbau und Spindeinräumen, wieder und immer wieder. Ich hatte die Sch... gestrichen voll. So begann meine Dienstzeit bei den Grenztruppen.
Übrigens, wir hatten keine Unteroffiziere, das waren Unterwachtmeister und der Spieß war Hauptwachtmeister. Wir waren keine Soldaten, sondern Kanoniere. Wir fühlten uns als etwas besseres, als die gewöhnlichen Soldaten.
Aber geschliffen wurden wir natürlich genau so, wie alle anderen auch.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#8

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 19:24
von stutz | 568 Beiträge

Meinen ersten Tag bei den Grenztruppen habe ich wie ein Jukie erlebt. Durch die vielen Spritzen hat mein Immunsystem so verrückt gespielt, dass ich gar keinen richtigen Gedanken fassen konnte.
Von Überall her wurde mir gesagt, dass man mit einem richtigen Haarschnitt zur Fahne kommen sollte. Ich zum Friseur und erwähnt das ich zum Militär muss. Das hätte ich aber nicht tun sollen. Der Friseur der mich in die Mangel genommen hat, hat wahrscheinlich auch schon den Soldaten der Wehrmacht einen zünftigen Haarschnitt verpasst.
Alle Rekruten mussten zum Friseur. Als der Spiess mich gesehen hat, hat er mich zum Friseur kommandiert und ich musste Modell sitzen. Ich hatte nichts dagegen, konnte ich doch so meine Unpässlichkeit auskurieren.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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#9

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 19:51
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Ich mache es kurz und schmerzlos-Erinnere mich noch,das ich 3/8 auf den Kessel hatte.Als ich am 4.5.1974 im GRA in Glöwen durchs Tor marschierte Und der letzte Tag,nach der Entpflichtung und in Rostock wieder angekommen.Ging es gleich in die Mitropa,erst mal ein paar Bier zischen.


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#10

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 21:31
von Barny (gelöscht)
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ja mein erster Tag bei den GT.Lange Anreise Schwarzkombi Duschen ,Haare schneiden,Gebrüll,keine Pause nur Druck. Nach einem halben Jahr viel besser ,Grenzkompanie essen wie zu Hause.Kein Druck mehr .Mit einer Diode Radio hören .Aber wenig Urlaub 2 mal im Halbjahr ,keinen Frühsport. Es gibt noch viel mehr schöne Sachen,und auch schlechte Sachen.EK78/2


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#11

RE: Dein 1.Tag bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 05.04.2011 22:39
von Annakin | 524 Beiträge

Hallo

Der erste Tag bei den Grenztruppen verlief für mich folgender maßen. Früh Treffpunkt am Wehrkreiskomanndo, danach mit den Zug über Pritzwalk nach Perleberg. Dort angekommen wurden wir schon in Empfang genommen. Anschließend ging es in Marschformation in Richtung Kaserne. Nach Eintreffen war erst mal warten am KDP 1 angesagt. So nach und nach wurde dann jeder abgeholt und in seine zukünftige Einheit gebracht. In dieser erstmal Begrüßung durch den Zug - und Gruppenführer, anschließend persönliches Gespräch zwecks Westverwandschaft usw, usw. Danach erst mal auf das Zimmer. Bekanntmachen mit den schon anwesenden, die restlichen kamen dann abends, meistens alle auf den Süden der Republik. Die ersten zwei Tage sind wir noch in Zivil rumgelaufen. Am dritten gab es erst mal nur den Trainingsanzug. 2 Tage später dann die komplette Einkleidung. darauf folgten nervige BA - Appelle. Dann ging es auch mit der Ausbildung los, volles Programm und Stress pur.

Gruß Annakin


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