#121

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.04.2011 21:32
von UNGEDIENTER (gelöscht)
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Zitat von VNRut
Das es nach 20 Jahren immer noch nicht zu einer Annäherung zwischen den Opferverbände und MA des MfS kommt, ist zum Teil gewollt und durch Politik und Presse gefördert. Darum wird immer wieder Benzin ins Feuer gekippt. Wie heißt es doch so schön "Wenn Zwei sich streiten - freut sich der Dritte" was soviel heißen soll, solange sich zwei Parteien streiten gibt´s keine Entschädigungen und die da oben genießen ihre Freiheiten (Diäten-Erhöhungen) und haben ihre Ruhe.

Übrigens warum regt ihr Euch so auf, werden wir durch Behörden und Institutionen wie Arbeitsämter, Finanzämter, Jobcenter, GEZ, Gema, Statistische Landesämter, Stadtverwaltungen, Bürgerbüros, LKA, BKA, MAD, Telekommunikation-firmen, Energie- und Wasserzweckverbände, Google und viele mehr nicht schon genug ausspioniert und reger Datenabgleich bzw. -verkauf betrieben. Und bei den technischen Standard heutzutage wären Mielkes IM´s glatt neidisch. Da finde ich die Post-ausspäh-Maßnahme der Bundeswehr doch recht dilettantisch.

Ich bin auch froh, das ich während meines Gwd nicht mit einen Egon Bunge oder Werner Weinhold auf den B-Turm sitzen brauchte, vielleicht auch ein Dank an diese MA, die das verhindert haben.

Gruß VN_Rut



Hallo VN_Rut,
Du vergleichst Daten die Bürger überwiegend selber den von Dir genannten Behörden nennen oder beispielsweise Bürger selber ins Internet stellen ( die Google z.B. verwertet ) mit der Datenbeschaffung des MfS durch heimliche Beschaffung von Wissen mittels Abhöranlagen, IMs und ähnlichen Dingen, die nicht mit den Menschenrechten zu vereinbaren waren. . Das nur meine Meinung zu Deinem angeführten Vergleich.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche


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#122

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.04.2011 22:27
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von VNRut

Zitat von Fritz
Vn-Rut sollte loben, wenn es begründet wär. Das MfS hätte sich diese Lorbeeren verdient, wenn Herr Bunge nicht an die Grenze gekommen wär. So trägt das MfS Schuld, alles nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Steinhauer könnte noch leben. Fritz



Hallo Fritz, so einfach kann man sich das nicht machen. Wenn alles so flächendeckend sicher wäre, dann hätte es auch keine Terror-Anschläge nach dem 11.09.2001 mehr geben dürfen. Da wurden in vielen Ländern Milliarden Dollars in Sicherheitsmaßnahmen und Personal gesteckt und passiert ist trotz dem immer wieder etwas.

http://de.wikipedia.org/wiki/Terrorismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_S...anschl%C3%A4gen

VN_Rut




Ich schrieb nie etwas von flächendeckender Überwachung. Nun war es auch keine peanuts-Überwachung. Einfach will ich es mir nicht machen. Es ging mir nur darum, dass du dich bei Feliks und Co bedankst und Feliks sich den Blumenstrauss gleich an die Brust heftet.

Ich wollte nur aufzeigen, dass das MfS mit deiner Sicherheit wenig zu tun hatte. Sie hätten dich schon vom Turm geholt, um Typen wie Bunge aufzuhalten. Ob du dich dann immer noch bedankt hättest? Fritz


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#123

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.04.2011 23:12
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Manchmal habe ich das Gefühl, dass nach 20 Jahren niemand mehr objektiv sagen kann, wie es war. Trotzdem gibt es immer wieder neue Enthüllungen und "noch bessere" Informationen. Je mehr die sichtbare innerdeutsche Grenze verschwindet, desto stärker wird der "Kampf" zwischen Befürwortern und Gegnern der DDR und deren Institutionen.
http://www.flickr.com/photos/unhcrce/5057281787
Die verfalllende GZ1 zwischen Bulgarien und der Türkei. Jedes Jahr verfällt er mehr und jährlich steigen in Zeitungsberichten die Zahlen der DDR Bürger, die von bulgarischen GT Angehörigen abgeknallt wurden. Dadurch erhielten diese GT Angehörigen angeblich individuelle Prämien von der DDR Botschaft, die in diesjährigen Berichten (50 Jahre Mauerbau!) wohl die 10'000 Mark Grenze überschreiten werden. An und für sich müsste man an einer wirklich objektiven Aufarbeitung der Geschichte interessiert sein. Das scheint immer weniger möglich zu sein. Leider.
Theo


zuletzt bearbeitet 10.04.2011 23:15 | nach oben springen

#124

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 09:21
von Rabe (gelöscht)
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@ Theo

Ich zitiere Dich: An und für sich müsste man an einer wirklich objektiven Aufarbeitung der Geschichte interessiert sein. Das scheint immer weniger möglich zu sein. Leider.
Theo

Aber warum ?
Über eine Antwort würde ich mich freuen!
Vorab Dank.

Rabe


zuletzt bearbeitet 11.04.2011 09:21 | nach oben springen

#125

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 10:07
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Rabe
@ Theo

Ich zitiere Dich: An und für sich müsste man an einer wirklich objektiven Aufarbeitung der Geschichte interessiert sein. Das scheint immer weniger möglich zu sein. Leider.
Theo

Aber warum ?
Über eine Antwort würde ich mich freuen!
Vorab Dank.

Rabe


Da der ganze Forschungsbereich "Mfs und politische Polizei in der DDR" politisch sensibel ist, meiden ihn Geschichtswissenschaftler, die seriös forschen wollen, um nicht plötzlich in eine ihnen unliebsame politische Ecke gestellt zu werden. Zurück bleiben Forscher, die schon eine vorgefasste Meinung haben und deren Forschungsergebnisse entsprechend engefärbt sind.
Dass seriöse Wissenschaftler oft Forschungsgebiete meiden, die politisch sensibel sind, ist auch andernorts festzustellen. Das könnte damit zusammenhängen, dass niemand mehr ganze Bücher liest, sondern dass herausgerissene Zitate sich im Internet und den Medien vervielfachen. So kann man als Wissenschaftler ganz schön unter die Räder kommen.
Das ist aber nur meine persönliche Meinung.
Theo


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#126

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 10:52
von werner | 1.591 Beiträge

Ja, Theo, damit liegst Du gar nicht so verkehrt, denke ich. Da werden wohl Wissenschaftler aus einer Ecke der Welt ranmüssen, die keine politischen Intentionen verfolgen. Bloß, ob die überhaupt ein Interesse an derartigen Themen haben und zum Anderen den vollen Zugang zu ALLEN Informationen bekommen, ist ja auch noch fraglich . . . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#127

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 11:00
von turtle | 6.961 Beiträge

Es ist nicht verwunderlich das viele gegenüber Ex-Mitarbeitern des MfS Abneigung empfinden. Der Ruf des MfS war nicht gerade gleichzusetzen mit dem CVJM! Vorurteile bestimmen immer noch die Einstellung zum einstigen“ Gegner“ Hier möchte ich betonen das ich hier beide Seiten auf gleicher Höhe sehe. Für die Einen ist einmal MfS immer MfS gleichzusetzen mit alle böse! Für viele Ex-der Firma bleibt ein Sperrbrecher eben ein Sperrbrecher gleichzusetzen mit vaterlandslosem Verräter und Verbrecher. So kommen wir nicht weiter .Um Vorurteile Abzubauen ist es wichtig zu versuchen zu verstehen! Leider scheitert das oft schon daran weil das Misstrauen untereinander zu groß ist. Nicht wenige der Ex –Stasi Mitarbeiter befürchten sogar eine „ Hexenjagd „ Die Methoden der Stasi waren doch oft nicht zimperlich , warum jetzt so sensibel? Dabei ist es so wichtig sachlich zu reden um die Vergangenheit aufzuarbeiten.! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen es geht durchaus sich vernünftig und sachlich an einen Tisch zu setzen um zu reden. Dazu ist es aber nötig zumindest einige Vorurteile erst einmal außer Kraft zu setzen um den Kopf für das Wesentliche frei zu haben ! Ich persönlich finde es nicht gerade taktvoll wenn hier ehemaligen Mitarbeitern des MfS wie dem Generalmajor Opitz gedacht wird. Dafür dürften sich andere Foren besser eignen! Das ist aber meine persönliche Meinung, meine Erfahrung mit der Stasi waren ja auch nicht die Besten! Verlassen haben das Forum User wegen der Stasi Präsens und Ex Mitarbeiter der Stasi wegen den Angriffen gegen Sie in Verbindung mit ihrer früheren Tätigkeit ! Machen wir so weiter dann haben wir ein Kuschelforum und haben uns alle lieb! Das wäre mir glaube ich zu langweilig! Die Würde des Menschen ist unantastbar steht doch schon im Grundgesetz ,sachlich und fair diskutieren wenn das berücksichtigt wird klappt es auch zumindest in einen gewissen Rahmen mit der Nachbarschaft! Gruß Peter(turtle)


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#128

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 11:19
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von turtle
(...)Ich persönlich finde es nicht gerade taktvoll wenn hier ehemaligen Mitarbeitern des MfS wie dem Generalmajor Opitz gedacht wird. Dafür dürften sich andere Foren besser eignen! Das ist aber meine persönliche Meinung, meine Erfahrung mit der Stasi waren ja auch nicht die Besten! Verlassen haben das Forum User wegen der Stasi Präsens und Ex Mitarbeiter der Stasi wegen den Angriffen gegen Sie in Verbindung mit ihrer früheren Tätigkeit ! Machen wir so weiter dann haben wir ein Kuschelforum und haben uns alle lieb! Das wäre mir glaube ich zu langweilig! Die Würde des Menschen ist unantastbar steht doch schon im Grundgesetz ,sachlich und fair diskutieren wenn das berücksichtigt wird klappt es auch zumindest in einen gewissen Rahmen mit der Nachbarschaft! Gruß Peter(turtle)


Dicke Bücher Contra MfS, aber auch Pro..
http://www.mfs-insider.de/SachbuchPDF/SB1.pdf
Ich habe Mühe mit Lobeshymnen auf staatliche Sicherheitsdienste. Egal ob ehemaliges MfS, BND, CIA, SWR, FSB, Mossad und wie sie alle heissen. Aber wenn es hier irgendwo eine Veranstalltung gäbe, ich würde auch hingehen, Lachsbrötchen essen und Sekt schlürfen. Einfach so aus Neugier..
Theo


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#129

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 12:09
von VNRut | 1.486 Beiträge

Wir saßen damals alle in einen Boot (DDR) und alle sangen deren Lieder. Wenn will man heute bestrafen - den Gastwirt, den Arzt, den Lehrer, den Friseur ... einfach alle - nur weil diese Personen mit andere Personen Kontakt hatten. Manche taten diese IM-Mitarbeit um zu überleben - ein eigenes Geschäft, eine Gastwirtschaft, ein Friseur-Handwerk etc. auszuüben um die Familie zu ernähren und Kreativ zu sein, um den wirtschaftlichen Desaster zu entkommen.

Sind wir nicht alle Schuld das diese Entwicklung so ablief. Warum gab es keine Stimmen und Veränderungen zu den Verhältnissen in den Betrieben - der Schluderei in der Produktion (Ausschuss-Mengen), den vielen Fehlzeiten und Krank-Schreibungen beim Personal, den Alkoholmissbrauch, den Massen-Diebstahl von Produktionsmittel und Rohstoffen etc.

Warum haben alle geschwiegen - weil es der bequemere Weg war, weil man selbst einen besseren Posten haben wollte oder nur weil einen alles Sch...ß egal war.
Warum sahen unsere Häuser so grau aus - hat wirklich immer nur die Farbe gefehlt? Musste erst ein Subbotnik her um unsere Grünanlagen zu pflegen. Fast Euch alle mal an die eigene Nase und überlegt, was ihr falsch gemacht habt.
Und wer diese Zeiten nicht selbst erlebt hat, der sollte von seinen Vorverurteilungen Abstand nehmen. Ich selbst war niemals in der Partei, doch ich hatte mein Land ...verehrt.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#130

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 12:27
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von VNRut
Wir saßen damals alle in einen Boot (DDR) und alle sangen deren Lieder. Wenn will man heute bestrafen - den Gastwirt, den Arzt, den Lehrer, den Friseur ... einfach alle - nur weil diese Personen mit andere Personen Kontakt hatten. Manche taten diese IM-Mitarbeit um zu überleben - ein eigenes Geschäft, eine Gastwirtschaft, ein Friseur-Handwerk etc. auszuüben um die Familie zu ernähren und Kreativ zu sein, um den wirtschaftlichen Desaster zu entkommen.

Sind wir nicht alle Schuld das diese Entwicklung so ablief. Warum gab es keine Stimmen und Veränderungen zu den Verhältnissen in den Betrieben - der Schluderei in der Produktion (Ausschuss-Mengen), den vielen Fehlzeiten und Krank-Schreibungen beim Personal, den Alkoholmissbrauch, den Massen-Diebstahl von Produktionsmittel und Rohstoffen etc.

Warum haben alle geschwiegen - weil es der bequemere Weg war, weil man selbst einen besseren Posten haben wollte oder nur weil einen alles Sch...ß egal war.
Warum sahen unsere Häuser so grau aus - hat wirklich immer nur die Farbe gefehlt? Musste erst ein Subbotnik her um unsere Grünanlagen zu pflegen. Fast Euch alle mal an die eigene Nase und überlegt, was ihr falsch gemacht habt.
Und wer diese Zeiten nicht selbst erlebt hat, der sollte von seinen Vorverurteilungen Abstand nehmen. Ich selbst war niemals in der Partei, doch ich hatte mein Land ...verehrt.

Gruß VN_Rut



VN Rut , es ist richtig, mit diesem Problem MfS müssen in erster Linie die Ex DDR Bürger fertig werden.Wenn es alle nicht so schlimm finden, ok dann haben sie es so verdient. Einem Westdeutschen kann das eigentlich sch..egal sein.
Die Frage sei nur erlaubt, ist es allen egal ?

Gruß aus Thüringen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#131

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 20:54
von PF75 | 3.292 Beiträge

Einem Westdeutschen kann das eigentlich sch..egal sein.

Zitat Gert

warum kommen aber die meisten vorbehalte und abfälligen meinungen von Westdeutschen (voewiegend den neuen) ?
manchmal kommt es mir so vor das leute die kaum oder garnicht mit dem MFS zu tuen hatten am lautesten schreien und angeblich am besten bescheid wissen über alle vorgänge im und um das MFS.


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#132

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 21:00
von wosch (gelöscht)
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Hallo @VNRUT, ich finde nicht, daß sich jeder der ehemaligen DDR-Bürger an die "eigene" Nase fassen sollte, weder die Älteren, noch die Jüngeren. Für was eigentlich? Daß sie ihren Staat "DDR", so wie es ihnen von staatlicher Stelle tagtäglich abverlangt wurde, hochleben lassen mußten obwohl sie am liebsten aus ihm ausgereist wären? Als ob die "freiwilligen" Subottniks an der Misere etwas geändert hätten und von der Farbe, die Du angesprochen hattest, war ja noch nicht einmal genügend für die Betriebe vorhanden. Nun mag wer sagen, ich würde wieder nur Nonsens beitragen, es gab ja noch nicht einmal für den DDR-Normalbürger ohne Beziehungen einen Sack Zement!!Die DDR war ein Staat in dem die Partei der "Arbeiterklasse" vorschrieb was man sagen durfte und was nicht! Damit Alles so lief, wie es sich die Herren "Arbeiterführer" hatten sie ihr "Schild und Schwert" und mit dem "Schild" verstanden diese Genossen trefflich umzugehen, ein Grund dafür, daß man sie im Jahre1989 dahin schickte, wo der Pfeffer wächst. Ja wer sollte dann vorher "Rückgrat" zeigem? Die die es versucht hatten sich gegen Mißwirtschaft, Bevormundung und Unterdrückung aufzulehnen, was hatte man denn mit Denen gemacht? Man hatte sie als Kriminelle bezeichnet, hängte ihnen solche Paragraphen wie "Hetze", "Verächtlichmachung", "unerlaubte Kontaktaufnahme" und ähnliche ominösen Sachen an, auf das man sie für längere Zeit in "staatliche Fürsorge" verschicken konnte.
@VNRUT. weißt Du was meine Familienangehörigen immer sagten wenn ich sie angesprochen hatte warum sie sich Alles gefallen ließen und warum sie vor den Leuten aus der Kreisleitung und vor den Tschekisten aus der Kreisdienststelle kuschten und den "Sch...z einkniffen?
"JA, WAS WILLSTE DENN MACHEN?" so war das , jedenfalls habe ich das so in Erinnerung. Es war eben nicht so einfach, ein Held zu sein!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#133

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 21:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von PF75
Einem Westdeutschen kann das eigentlich sch..egal sein.

Zitat Gert

warum kommen aber die meisten vorbehalte und abfälligen meinungen von Westdeutschen (voewiegend den neuen) ?
manchmal kommt es mir so vor das leute die kaum oder garnicht mit dem MFS zu tuen hatten am lautesten schreien und angeblich am besten bescheid wissen über alle vorgänge im und um das MFS.



So, wieviel Westdeutsche , glaubst du denn, äußern sich in der von dir beschriebenen Weise ?


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#134

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 22:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch

@VNRUT. weißt Du was meine Familienangehörigen immer sagten wenn ich sie angesprochen hatte warum sie sich Alles gefallen ließen und warum sie vor den Leuten aus der Kreisleitung und vor den Tschekisten aus der Kreisdienststelle kuschten und den "Sch...z einkniffen?
"JA, WAS WILLSTE DENN MACHEN?" so war das , jedenfalls habe ich das so in Erinnerung. Es war eben nicht so einfach, ein Held zu sein!



War weglaufen jetzt so viel mutiger, oder nicht doch auch bloß eine andere Form von "Kuschen, Schnauze halten und Schw... einziehen"?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.04.2011 22:21 | nach oben springen

#135

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 22:53
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

War weglaufen jetzt so viel mutiger, oder nicht doch auch bloß eine andere Form von "Kuschen, Schnauze halten und Schw... einziehen"?



Nein, es war die damals realistische Einschätzung der Möglichkeiten und der Alternativen. Weißt du nicht, was aus denen geworden ist, die gerade das, was du indirekt forderst, getan haben? (Nachdem was ich so gelesen haben, solltest gerade du es wissen.) Und weil das sehr viele Menschen letztlich erkannt haben, so verfahren sind, konnte sich nur etwas ändern. Fritz


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#136

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.04.2011 00:28
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von Fritz

Zitat von Feliks D.

War weglaufen jetzt so viel mutiger, oder nicht doch auch bloß eine andere Form von "Kuschen, Schnauze halten und Schw... einziehen"?



Nein, es war die damals realistische Einschätzung der Möglichkeiten und der Alternativen. Weißt du nicht, was aus denen geworden ist, die gerade das, was du indirekt forderst, getan haben? (Nachdem was ich so gelesen haben, solltest gerade du es wissen.) Und weil das sehr viele Menschen letztlich erkannt haben, so verfahren sind, konnte sich nur etwas ändern. Fritz




Nein Fritz,
es lief bestimmt nicht immer so ab, wie du es jetzt vesuchst hinzustellen. Ich bin ein Mensch,der schon immer alles offen ausgesprochen hat,was mir nicht gepasst hat, ich habe es seit meiner Jugend so gemacht und werde es auch Heute noch tun,ich kann gar nicht anders. Ich habe aber auch nie irgendwelche Nachteile dadurch gehabt, im Gegenteil, in meinem Arbeitskollektiv wurde es geachtet.Das Entscheidende für mich ist , daß nicht nur Kritisiert wird oder wurde,sondern auch Wege aufgezeigt werden, wie etwas zum besseren verändert werden kann.
Ich habe mir natürlich dadurch nicht nur Freunde gemacht. Für mich ist aber das überhaupt nicht wichtig gewesen,wichtig für mich war,daß die Kritik und die eventuellen Lösungswege gehört werden. Mit Sicherheit waren meine Vorschläge nicht immer des Weisheit letztens Schuß, aber sie zeigten zumindestens,daß man sich Gedanken um gewisse Prozesse machte. Letzendlich machte natürlich immer der Ton der Kritik die Musik,aber weggelaufen wäre ich nie .
gruß mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#137

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.04.2011 08:31
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von mannomann14

Zitat von Fritz

Zitat von Feliks D.

War weglaufen jetzt so viel mutiger, oder nicht doch auch bloß eine andere Form von "Kuschen, Schnauze halten und Schw... einziehen"?



Nein, es war die damals realistische Einschätzung der Möglichkeiten und der Alternativen. Weißt du nicht, was aus denen geworden ist, die gerade das, was du indirekt forderst, getan haben? (Nachdem was ich so gelesen haben, solltest gerade du es wissen.) Und weil das sehr viele Menschen letztlich erkannt haben, so verfahren sind, konnte sich nur etwas ändern. Fritz




Nein Fritz,
es lief bestimmt nicht immer so ab, wie du es jetzt vesuchst hinzustellen. Ich bin ein Mensch,der schon immer alles offen ausgesprochen hat,was mir nicht gepasst hat, ich habe es seit meiner Jugend so gemacht und werde es auch Heute noch tun,ich kann gar nicht anders. Ich habe aber auch nie irgendwelche Nachteile dadurch gehabt, im Gegenteil, in meinem Arbeitskollektiv wurde es geachtet.Das Entscheidende für mich ist , daß nicht nur Kritisiert wird oder wurde,sondern auch Wege aufgezeigt werden, wie etwas zum besseren verändert werden kann.
Ich habe mir natürlich dadurch nicht nur Freunde gemacht. Für mich ist aber das überhaupt nicht wichtig gewesen,wichtig für mich war,daß die Kritik und die eventuellen Lösungswege gehört werden. Mit Sicherheit waren meine Vorschläge nicht immer des Weisheit letztens Schuß, aber sie zeigten zumindestens,daß man sich Gedanken um gewisse Prozesse machte. Letzendlich machte natürlich immer der Ton der Kritik die Musik,aber weggelaufen wäre ich nie .
gruß mannomann




Ja, mannomann- das gab es auch. Ausschließlich war nichts. Aber wodurch hat sich wesentlich etwas geändert? Durch deine kritischen Vorschläge? Oder doch auch durch den Druck der Weggehenden? Fritz


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#138

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.04.2011 09:14
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Fritz
(...)Durch deine kritischen Vorschläge? Oder doch auch durch den Druck der Weggehenden? Fritz


Um mich jetzt auch den Spekulationen zu beteiligen: Die Änderungen im Jahre 1989/90 ergaben sich vor allem dadurch, dass die Entschlossenheit der sozialistischen Staaten verloren gegangen ist, den Machtblock zu halten. 1953, 1956 (Ungarn), 1968 (CSSR) hatten die bürgerlich-revolutionären Kräfte gegen die Armeen keine Chance. Im Vergleich zu revolutionären Aufständen ist der Einfluss einiger Weggehenden auf eine Regierung zu vernachlässigen. Wenn es zu viele geworden wäre, hätte man einfach mehr Gastarbeiter in die DDR geholt.
Theo


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#139

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.04.2011 12:08
von turtle | 6.961 Beiträge

Von Feliks: War weglaufen jetzt so viel mutiger, oder nicht doch auch bloß eine andere Form von "Kuschen, Schnauze halten und Schw... einziehen

Wäre es nicht mutig gewesen auch gegen die Parteidisziplin beizeiten Änderungen einzuleiten um zu retten was zu retten ist.
Das MfS war doch immer bestens informiert über die Unzufriedenheit!
Wie mit System Kritikern umgegangen wurde die mutig genug waren ist doch bekannt! ,Da wollten einige überhaupt nicht weg und mussten doch.


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#140

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.04.2011 20:06
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch

@VNRUT. weißt Du was meine Familienangehörigen immer sagten wenn ich sie angesprochen hatte warum sie sich Alles gefallen ließen und warum sie vor den Leuten aus der Kreisleitung und vor den Tschekisten aus der Kreisdienststelle kuschten und den "Sch...z einkniffen?
"JA, WAS WILLSTE DENN MACHEN?" so war das , jedenfalls habe ich das so in Erinnerung. Es war eben nicht so einfach, ein Held zu sein!



War weglaufen jetzt so viel mutiger, oder nicht doch auch bloß eine andere Form von "Kuschen, Schnauze halten und Schw... einziehen"?





....................................................................................................................................................................

Wenn Du, lieber Feliks, damit auf mein "Weglaufen" hindeuten willst, so muß ich Dir ehrlicherweise gestehen, daß ich mein "Weglaufen" damals nicht als besonders mutigen Schritt angsehen hatte, sondern eher als eine Reaktion der Angst davor, daß ich den Rest meines Lebens unter einer sochen Diktatur zubringen müßte wie sie von Euch Tschekisten am Leben erhalten wurde. Insofern hast Du sogar recht, wenn Du es als eine Form des "Kuschens, Schnauzehaltens und des Dingens einziehen" bezeichnen magst. Daß ich aber für diese Art von "Feigheit" nachträglich immer noch stolz sein kann ohne mir in Bezug auf meine DDR-Mitbürger ein schlechtes Gewissen einreden zu müssen, läßt mich die Schmach der selbsteingestandenen Feigheit erhobenen Hauptes wegstecken.
Weißt Du lieber Feliks, wieviele solche "Feiglinge" es in der Republik gegeben hätte, wenn ihr Sie durch die Maßnahmen vom 13. August 1961 nicht am "feigen" Weglaufen gehindert hätte? Und sage mir einen Grund, wieso man sich "freiwillig" einsperren hätte lassen sollen und Dem, der Einen das Recht auf Freizügigkeit in Bezug auf die Freiheit des Wortes und der Wahl des Wohnsitzes beschnitt, auch noch selber finanziell besonders vergüten sollte? Dann müßte man ja schon etwas masochistisch veranlagt sein, ich hoffe majn nimmt es mir nicht allzu übel, daß ich dann lieber "Feige" war und die Freiheit wählte. Apropos "Wahl", ich brauchte, Gott sei Dank, diese Theaterveranstalung" nur einmal mitmachen, hatte sich also doppelt gelohnt, mein "feiges" Weglaufen.
Schönen Gruß aus Kassel.


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