#241

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 16:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Tobeck

Zitat von Fritz

Zitat von eisenringtheo

Die stabilen Preise und die sicheren Arbeitsstellen wurde in den Medien immer in den Vordergrund gerückt, wenn es um Vergleiche mit der BRD ging.



Ja, die Preise für Lebensmittel waren stabil, dass sie manchmal teurer waren als im Westen wurde verschwiegen. In der DDR galt vieles als sicher. Dabei war die Sicherheit nur eine Illusion. Hat man wirklich noch 1988 fest geglaubt, dass es so immer weitergehen könnte? Eine Arbeitststelle konnte doch nicht sicher sein, wenn man für die Sicherheit weder eine wirtschaftliche noch finanzielle Basis hatte.
Einige wenige wussten wohl um den Zustand, taten aber nichts. Aus Resignation, aus Angst, oder warum nicht?
Fritz




Ja, der Eindruck, dass die Lebensmittel alle billiger waren, täuscht. Wenn man die Preise vergleichen will, geht das nicht über irgendwelche Umrechnungskurse - egal ob offiziell oder am Schwarzmarkt - sondern nur über die zum Kauf erforderliche Arbeitszeit, gerechnet mit Durchschnittslöhnen. Denn so wird tatsächlich die Kaufkraft ersichtlich.

Bei Lebensmitteln waren Anfang der achtziger Jahre - andere Daten habe ich im Moment nicht - Brot (halb so teuer) und Kartoffeln die einzigen Lebensmittel, die im Osten günstiger waren als im Westen. Besonders teuer waren im Osten Eier (5 mal), warum auch immer. Und besonders groß war der Unterschied natürlich bei Genußmitteln - Schokolade (11 mal), Kaffee (12 mal so teuer).

Eisenbahnfahrten, Omnibus- und Straßenbahnfahrten waren, da diese hier schon angesprochen wurden, nur ein Drittel bis ein Halb mal so teuer wie im Westen. Ein Farbfernseher wiederum war etwa zehn mal so teuer wie im Westen - immer in benötigter Arbeitszeit berechnet.

Die Durchschnittsmiete war im Westen etwa 4,5 mal so teuer. Dagegen war im Osten Kleidung (4 - 6 mal), und Haushaltsgeräte, wie Staubsauer (5 mal), Kühlschränke (10 mal) und Waschmaschinen (10 mal) besonders teuer.




Was ich so ohne Zahlen zum Teil schon angesprochen habe, hast du hier sehr konkret mit Zahlen untermauert, sehr gut Tobeck.. Insgesamt sieht das Bild für die DDR nicht gut aus in dem Vergleich, wobei man dabei noch gar nicht die Qualität der Waren unter die Lupe genommen hat ( seid mir nicht böse aber ich kann mir nicht vorstellen 1980 einen Trabbi gekauft zu haben .
Bei diesem letzteren Vergleich kam ja auch nicht viel zu Gunsten der DDR heraus. Damit ich nicht falsch verstanden werde, mir geht es nicht darum Recht zu behalten , sondern mir ist wichtig heruaszuarbeiten, dass die hilflosen Versuche von einigen Forumsmitgliedern, das alles schön zu reden, absurd sind. Das weiss doch heute jedes Kind, wo die Unterschiede lagen. Man kann zusammenfassend sagen, dass die DDR die einfachsten Lebensbedingungen den Bürgern garantierten, das wars dann aber auch schon. Das gleiche kann man heute von Hartz IV behaupten und die davon betroffen sind, müssen dafür noch nicht mal einen Handschlag tun. Es ist aber ein ebenso wenig befriedigender Zustand wie damals in der DDR.


Gruß Gert


.
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#242

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 17:04
von turtle | 6.961 Beiträge

Meine Erinnerungen daran sind etwas älter. Bewusst wurden Grundnahrungsmittel subventioniert.
Also in etwa das was zum Leben wichtig war. Fahrpreise oder Karten für öffentliche Veranstaltungen (Sport, Kino, Theater, Eintrittspreise in Museen ja auch schon angesprochen Urlaub vom FDGB z:B. gehörten dazu. Kindergärten .Kindergrippe, kostenlose ärztliche Versorgung. Billiger Wohnraum . Billige Kinderkleidung ,Kredit welcher mit der Zahl der Kinder getilgt werden konnte. Ja man tat schon was um die Bevölkerungszahlen zu erhöhen.
Gab es nicht auch für die Rentner diese Einrichtungen in die sie gehen konnten und kulturell mit versorgt wurden? (Altenstützpunkt??) Klingt doch alles super, ja wenn die Kehrseite nicht wäre. Alles was unter Luxus zählte dazu gehörte eben auch der Fernseher, die Waschmasche PKW etc. war total überteuert. Kann mich noch gut erinnern wie man Mitte der 70er Jahre mit diesen billigen Taschenrechnern und Digital Armbanduhren Geschäfte machen konnte. Gute Klamotten konnte sich nicht jeder in Exquisit kaufen. Und üppig waren die Renten bei den Meisten nicht. Zum Wohlfühlen gehört eben mehr dazu als billige Grundnahrungsmittel etc.
Klar musste man versuchen irgendwie die Subventionen wieder auszugleichen doch hier fehlte meiner Meinung nach die Ausgewogenheit. Erinnert Euch nur an die Fassaden der Häuser. Die so genannte Mangel oder Bückware waren ein Kapitel für sich. Produzieren für die BRD (Neckermann .Quelle etwa) war kein Problem nur es auch im eigenen Land kaufen, das war das Problem Diese obskuren Tauschgeschäfte mit PKW Ersatzteilen. Diebstahl von Volkseigentum weil es Gewünschtes nicht gab! .Ich schreibe das jetzt bewusst von mir um die Menschen welche in der DDR ihre Heimat sahen und sich wohl fühlten nicht mit mir gleichzusetzen. Ich fühlte mich Unwohl, für mich war es keine Freiheit. Eher wie Maulkorb und Zwangsjacke! Daran änderte auch nicht das ich das ich billig Brot kaufen konnte, wenig Miete zahlen musste und bei Lokomotive 2.10 M für die Karte zahlte. Das ich heute wieder viel zu meckern hätte in der BRD ist logisch ,fange damit nicht erst an . Es würde den Rahmen sprengen. Aber mit Sicherheit wäre die Aufzählung eine Andere!


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#243

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 17:11
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von turtle

...Gab es nicht auch für die Rentner diese Einrichtungen in die sie gehen konnten und kulturell mit versorgt wurden? (Altenstützpunkt??)...

...Ja man tat schon was um die Bevölkerungszahlen zu erhöhen....




Club der Volkssolidarität.

Müßte man heute auch wieder tun,
aber ausländische "Fachkräfte" mit "guter Ausbildung" sind ja günstiger zu haben und die zahlen ja auch "gut" in die Sozial- und Steuerkassen ein.

@ gert,
ich finde es ist besser, einen Menschen für angemessenes Geld arbeiten zu lassen als ihn für´s Nichts-Tun (Hartz4) zu bezahlen. Das ist für die Gesellschaft sowie das Selbstwertgefühl dieses Menschen und auch als Vorbildwirkung für seine Kinder wesentlich besser!


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 17:25 | nach oben springen

#244

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 17:20
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von GZB1

Zitat von turtle
...Ja man tat schon was um die Bevölkerungszahlen zu erhöhen.
Gab es nicht auch für die Rentner diese Einrichtungen in die sie gehen konnten und kulturell mit versorgt wurden? (Altenstützpunkt??)...

...Ja man tat schon was um die Bevölkerungszahlen zu erhöhen....




Club der Volkssolidarität.

Müßte man heute auch wieder tun,
aber ausländische "Fachkräfte" mit "guter Ausbildung" sind ja günstiger zu haben und die zahlen ja auch "gut" in die Sozial- und Steuerkassen ein.




die Klub's gibt es heute noch


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#245

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 17:44
von EK87II | 109 Beiträge

Speziell Artikel, die nicht für den täglichen Grundbedarf bestimmt waren, wurden überteuert verkauft. Die Verantwortlichen hofften damit die Nachfrage gering zu halten und die nie ausreichende Stückzahl der angebotenen Waren in den Griff zu bekommen. Gerade bei Autoersatzteilen kann ich mich erinnern, dass alles gekauft wurde was es gerade gab um es später gegen andere wichtige Dinge zu tauschen. so kam es schon oft vor, dass jemand gleich zwei Auspuffanlagen im Keller stehen hatte, obwohl er sie gar nicht brauchte.


Gruß
EK87II
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#246

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 17:51
von Sachsendreier (gelöscht)
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Nach 13 Seiten - "Wie war es wirklich" ....bin ich so klug wie zu vor

Ja wie wars denn nun wirklich....?
Bei aller Eingeschränkheit , die ich sicherlich nicht bestreite ( z.B ich hatte weder Verwandtschaft im Westen , noch durfte ich dorthin fahren, auch auf meinen Trabi mußte ich lange warten) gibts doch immer eine persönliche Sicht auf die Dinge und wie ich sie empfunden habe.
Sicherlich kann ich mit.....@Gert... seinen Reisen, Leben im Eigenheim, "dicken" Auto, Milch und Honig im Überfluss nicht mithalten.

Es hat mich trotzdem nicht abgehalten Reisen (auch auf eigene Faust) tief in den Osten hinein zu machen, mich in die Schlange beim Konsum anzustellen, zu weinen und zu lachen und über manchen Blödsinn den Kopf zu schütteln. Kameraden, Freunde, Genossen, Herr Nachbar....vielleicht haben wir auch anders gelebt ????? Sicherlich gab es eine gewisse Unzufriedenheit....gabs die Im Westen nicht??...gibst heut keine ?
Nach zwanzig Jahren erfolgt von einigen eine Gegenüberstellung / Aufarbeitung der "Wirklichkeit" , die in der Aussage endet "insgesamt sieht das Bild für die DDR nicht gut aus in dem Vergleich".
Vergleichen mit was ?....mit dem Westen ?.....also Äpfel mit Birnen ?.......ich glaube , da kommen wir ins hinken.
Soll ich nun meine, Dank Anschluß, geschenkte "Reisfreiheit" und die hat mich bisher in viele Länder dieser Welt geführt, mit meinen Reisen nach Polen, CSSR, Sibirien...und ...und wirklich vergleichen...was meint ihr was da rauskommt ???


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#247

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 19:25
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von Sachsendreier

Soll ich nun meine, Dank Anschluß, geschenkte "Reisfreiheit" und die hat mich bisher in viele Länder dieser Welt geführt, mit meinen Reisen nach Polen, CSSR, Sibirien...und ...und wirklich vergleichen...was meint ihr was da rauskommt ???



Eine Frage Sachsendreier, wie kam man nach Sibirien? Das ging doch nur über eine Gruppenreise, oder? Fritz


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#248

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 19:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Oder mit einem guten politischem Witz *grins*
tschuldschung, das war jetzt aber och 'ne Steilvorlage.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#249

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 19:31
von Sachsendreier (gelöscht)
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........Oder mit einem guten politischem Witz *grins*

Na für die Steilvorlage mußte aber och eenen zum besten geben......muß aber für Sibirien reichen !!!


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#250

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 19:41
von Sachsendreier (gelöscht)
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@Fritz........Das ging doch nur über eine Gruppenreise, oder?

Was verstehst du unter Gruppenreisen ?
Wir waren immer 6 Personen , naja is schon ne Gruppe, aber eben privat.
"Deutsch - Sowjetische" Freundschaft nannte man das bei uns, die im wahrsten Sinne des Wortes eben auch gelebt wurde.


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#251

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 20:49
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Sachsendreier
Nach 13 Seiten - "Wie war es wirklich" ....bin ich so klug wie zu vor

Ja wie wars denn nun wirklich....?
Bei aller Eingeschränkheit , die ich sicherlich nicht bestreite ( z.B ich hatte weder Verwandtschaft im Westen , noch durfte ich dorthin fahren, auch auf meinen Trabi mußte ich lange warten) gibts doch immer eine persönliche Sicht auf die Dinge und wie ich sie empfunden habe.
Sicherlich kann ich mit.....@Gert... seinen Reisen, Leben im Eigenheim, "dicken" Auto, Milch und Honig im Überfluss nicht mithalten.

Es hat mich trotzdem nicht abgehalten Reisen (auch auf eigene Faust) tief in den Osten hinein zu machen, mich in die Schlange beim Konsum anzustellen, zu weinen und zu lachen und über manchen Blödsinn den Kopf zu schütteln. Kameraden, Freunde, Genossen, Herr Nachbar....vielleicht haben wir auch anders gelebt ????? Sicherlich gab es eine gewisse Unzufriedenheit....gabs die Im Westen nicht??...gibst heut keine ?
Nach zwanzig Jahren erfolgt von einigen eine Gegenüberstellung / Aufarbeitung der "Wirklichkeit" , die in der Aussage endet "insgesamt sieht das Bild für die DDR nicht gut aus in dem Vergleich".
Vergleichen mit was ?....mit dem Westen ?.....also Äpfel mit Birnen ?.......ich glaube , da kommen wir ins hinken.
Soll ich nun meine, Dank Anschluß, geschenkte "Reisfreiheit" und die hat mich bisher in viele Länder dieser Welt geführt, mit meinen Reisen nach Polen, CSSR, Sibirien...und ...und wirklich vergleichen...was meint ihr was da rauskommt ???




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Hallo Wieland!
Wenn Du selbst nach über den 22 Jahrén, welche Du Zeit hattest Dich auch anderweitig zu informieren und Schlauzumachen, als durch die Rotlichtberieselung Deiner Vorgesetzten, dann ist es selbst mir klar, daß diese 13 Seiten "Wie es wirklich war" bei Dir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben können. Wenn man nach über 20 Jahren immer noch nicht begriffen hat, daß es einem sehr gr0ßen Teil, ja ich behaupte mal dem größten Teil der DDR-Bevölkerung gar nicht darum ging daß es ihm genauso gut-oder schlecht ging wie seinem Gegenüber im westlichen Teil Deutschlands oder daß er in der Welt rumreisen konnte, wie "Hans Guck in die Luft", dann ist es manchmal besser daß man sich mit dem Lösen von Kreuzworträtseln befaßt. Da hat man zumindestens am nächsten Tag die Möglichkeit in der Folgzeitung immer die richtige Lösung zu erhaschen. Trotzt der 13 Seiten dieses Threads ist es scheinbar bei Die noch nicht durchgesickert, daß es hier nicht um "Brötchenpreise und zugeteilte FDGB-Reisen" ging, sondern um die elementarsten Menschenrechte, wie die Möglichkeit sein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu gestalten, ohne daß man von selbsternannten sogenannten Führern der Arbeiterbewegung und deren Organen auf das "Normalmaß" zurechtgestutzt wurde! Wenn es nach den Plakaten und den Transparenten gegangen wäre die die Jugend zu den Massenveranstaltungen ihren Führern vorbei tragen mußte und wenn man sich auch noch an die Losungen erinnert, die die ´"Errungenschaften" der Wirtschaft nur in den höchsten Tönen lobten, ist es mir eh gesagt, nicht nachvollziehbar, wie man den Untergang dieses Staates anders beurteilen kann, als daß das Volk in seiner Gesamtheit nicht hinter ihm stand.
Sie trugen die Fahnen, aber sie sehnten sich nach Freiheit, sie wollten nicht nach Bulgarien, ihnen reichte schon die Nordsee!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#252

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 21:11
von Major Tom | 848 Beiträge

Zitat von wosch

Sie trugen die Fahnen, aber sie sehnten sich nach Freiheit, sie wollten nicht nach Bulgarien, ihnen reichte schon die Nordsee!
Schönen Gruß aus Kassel.



Der Spruch ist gut. Zum Wannsee hätte ich damals mit dem Fahrrad fahren können.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
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#253

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 22:01
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von wosch
Hallo Wieland!
Wenn Du selbst nach über den 22 Jahrén, welche Du Zeit hattest Dich auch anderweitig zu informieren und Schlauzumachen, als durch die Rotlichtberieselung Deiner Vorgesetzten, dann ist es selbst mir klar, daß diese 13 Seiten "Wie es wirklich war" bei Dir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben können. Wenn man nach über 20 Jahren immer noch nicht begriffen hat, daß es einem sehr gr0ßen Teil, ja ich behaupte mal dem größten Teil der DDR-Bevölkerung gar nicht darum ging daß es ihm genauso gut-oder schlecht ging wie seinem Gegenüber im westlichen Teil Deutschlands oder daß er in der Welt rumreisen konnte, wie "Hans Guck in die Luft", dann ist es manchmal besser daß man sich mit dem Lösen von Kreuzworträtseln befaßt. Da hat man zumindestens am nächsten Tag die Möglichkeit in der Folgzeitung immer die richtige Lösung zu erhaschen. Trotzt der 13 Seiten dieses Threads ist es scheinbar bei Die noch nicht durchgesickert, daß es hier nicht um "Brötchenpreise und zugeteilte FDGB-Reisen" ging, sondern um die elementarsten Menschenrechte, wie die Möglichkeit sein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu gestalten, ohne daß man von selbsternannten sogenannten Führern der Arbeiterbewegung und deren Organen auf das "Normalmaß" zurechtgestutzt wurde! Wenn es nach den Plakaten und den Transparenten gegangen wäre die die Jugend zu den Massenveranstaltungen ihren Führern vorbei tragen mußte und wenn man sich auch noch an die Losungen erinnert, die die ´"Errungenschaften" der Wirtschaft nur in den höchsten Tönen lobten, ist es mir eh gesagt, nicht nachvollziehbar, wie man den Untergang dieses Staates anders beurteilen kann, als daß das Volk in seiner Gesamtheit nicht hinter ihm stand.
Sie trugen die Fahnen, aber sie sehnten sich nach Freiheit, sie wollten nicht nach Bulgarien, ihnen reichte schon die Nordsee!
Schönen Gruß aus Kassel.



Hallo wosch,

es gibt aber auch durchaus die Meinung, dass in erster Linie nicht der Wunsch nach Freiheit und Demokratie sondern nach wirtschaftlichem Wohlstand der Hauptgrund für den Untergang der DDR war. In dieser Untersuchung wird auf Seite 49 (pdf-Seite 51) auf diese Ursache verwiesen. Auch nach den ersten freien Wahlen im März 1990 hielt die Abwanderung nach Westdeutschland an. Das soll nicht bedeuten, dass Meinungs- und Reisefreiheit keine Rolle gespielt hätten, aber vielleicht nicht die dominierende. In den fünfziger und sechziger Jahren kann es aufrund der stärkeren Repression durchaus so gewesen sein, dass die Unfreiheit und Unterdrückung für viele damals ein wichtigeres Fluchtmotiv als wirtschaftliche Verbesserungen waren.

Viele Beobachter gehen z.B. davon aus, dass auch die Unruhen in der arabischen Welt ihren Hauptgrund in der hohen Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren und den hohen Lebensmittelpreisen haben und erst in zweiter Linie in der Unfreiheit und fehlenden Demokratie. Auch die vielen Afrikaner die nach Europa kommen, geben bei Interviews auf Lampedusa in erster Linie ein "besseres Leben" als Grund für ihre Flucht an.


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 22:15 | nach oben springen

#254

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 22:16
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von Sachsendreier
@Fritz........Das ging doch nur über eine Gruppenreise, oder?

Was verstehst du unter Gruppenreisen ?
Wir waren immer 6 Personen , naja is schon ne Gruppe, aber eben privat.
"Deutsch - Sowjetische" Freundschaft nannte man das bei uns, die im wahrsten Sinne des Wortes eben auch gelebt wurde.



Man konnte nur auf Einladung privat nach Sibiriren fahren. Wie das als Gruppe ging würd mich interessieren.
Fritz


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 22:18 | nach oben springen

#255

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 22:21
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Tobeck

Zitat von wosch
Hallo Wieland!
Wenn Du selbst nach über den 22 Jahrén, welche Du Zeit hattest Dich auch anderweitig zu informieren und Schlauzumachen, als durch die Rotlichtberieselung Deiner Vorgesetzten, dann ist es selbst mir klar, daß diese 13 Seiten "Wie es wirklich war" bei Dir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben können. Wenn man nach über 20 Jahren immer noch nicht begriffen hat, daß es einem sehr gr0ßen Teil, ja ich behaupte mal dem größten Teil der DDR-Bevölkerung gar nicht darum ging daß es ihm genauso gut-oder schlecht ging wie seinem Gegenüber im westlichen Teil Deutschlands oder daß er in der Welt rumreisen konnte, wie "Hans Guck in die Luft", dann ist es manchmal besser daß man sich mit dem Lösen von Kreuzworträtseln befaßt. Da hat man zumindestens am nächsten Tag die Möglichkeit in der Folgzeitung immer die richtige Lösung zu erhaschen. Trotzt der 13 Seiten dieses Threads ist es scheinbar bei Die noch nicht durchgesickert, daß es hier nicht um "Brötchenpreise und zugeteilte FDGB-Reisen" ging, sondern um die elementarsten Menschenrechte, wie die Möglichkeit sein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu gestalten, ohne daß man von selbsternannten sogenannten Führern der Arbeiterbewegung und deren Organen auf das "Normalmaß" zurechtgestutzt wurde! Wenn es nach den Plakaten und den Transparenten gegangen wäre die die Jugend zu den Massenveranstaltungen ihren Führern vorbei tragen mußte und wenn man sich auch noch an die Losungen erinnert, die die ´"Errungenschaften" der Wirtschaft nur in den höchsten Tönen lobten, ist es mir eh gesagt, nicht nachvollziehbar, wie man den Untergang dieses Staates anders beurteilen kann, als daß das Volk in seiner Gesamtheit nicht hinter ihm stand.
Sie trugen die Fahnen, aber sie sehnten sich nach Freiheit, sie wollten nicht nach Bulgarien, ihnen reichte schon die Nordsee!
Schönen Gruß aus Kassel.



Hallo wosch,

es gibt aber auch durchaus die Meinung, dass in erster Linie nicht der Wunsch nach Freiheit und Demokratie sondern nach wirtschaftlichem Wohlstand der Hauptgrund für den Untergang der DDR war. In dieser Untersuchung wird auf Seite 49 (pdf-Seite 51) auf diese Ursache verwiesen. Auch nach den ersten freien Wahlen im März 1990 hielt die Abwanderung nach Westdeutschland an. Das soll nicht bedeuten, dass Meinungs- und Reisefreiheit keine Rolle gespielt hätten, aber vielleicht nicht die dominierende.

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Also mein Lieber, bei mir spielten die Meinungs-und Redefreiheit die einzig bedeutende Rollen. Und Diejenigen die ich im Notaufnahmelager kennengelernt hatte, denen ging es meies Erachtens auch nicht um "Bananen", Wie sollte man auch etwas hinterher laufen, daß man so gut wie nuíe zu Gesicht bekommen hatte?

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Viele Beobachter gehen z.B. davon aus, dass auch die Unruhen in der arabischen Welt ihren Hauptgrund in der hohen Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren und den hohen Lebensmittelpreisen haben und erst in zweiter Linie in der Unfreiheit und fehlenden Demokratie. Auch die vielen Afrikaner die nach Europa kommen, geben bei Interviews auf Lampedusa in erster Linie ein "besseres Leben" als Grund für ihre Flucht an.





.....................................................................................................................................................................................

Nun bleibe aber mal mit der Kirche im Dorf, wir waren wenn ich mich recht erinnere bei der DDR!!
In der DDR gab es doch keine Arbeitslosigkeit, da ging es doch um die Befreieung von der sozialistischen Bevormundung, oder??
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 22:24 | nach oben springen

#256

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 22:30
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Fritz

Zitat von Sachsendreier
@Fritz........Das ging doch nur über eine Gruppenreise, oder?

Was verstehst du unter Gruppenreisen ?
Wir waren immer 6 Personen , naja is schon ne Gruppe, aber eben privat.
"Deutsch - Sowjetische" Freundschaft nannte man das bei uns, die im wahrsten Sinne des Wortes eben auch gelebt wurde.



Man konnte nur auf Einladung privat nach Sibiriren fahren. Wie das als Gruppe ging würd mich interessieren.
Fritz




Operation UDF. Unerkannt durch Freundesland.
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...h-Sibirien.html
Das dort zitierte Buch schildert einen Fluchtversuch nach Alaska USA) via Udssr. Warum einfach, wenn es auch kompliziert gehen könnte.
Theo


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 22:36 | nach oben springen

#257

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 23:20
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Fritz

Zitat von Sachsendreier
@Fritz........Das ging doch nur über eine Gruppenreise, oder?

Was verstehst du unter Gruppenreisen ?
Wir waren immer 6 Personen , naja is schon ne Gruppe, aber eben privat.
"Deutsch - Sowjetische" Freundschaft nannte man das bei uns, die im wahrsten Sinne des Wortes eben auch gelebt wurde.



Man konnte nur auf Einladung privat nach Sibiriren fahren. Wie das als Gruppe ging würd mich interessieren.
Fritz




Operation UDF. Unerkannt durch Freundesland.
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...h-Sibirien.html
Das dort zitierte Buch schildert einen Fluchtversuch nach Alaska USA) via Udssr. Warum einfach, wenn es auch kompliziert gehen könnte.
Theo




Theo, ich danke dir für die hilfreiche Information. Per Transit nach Rumänien und dann nach Alaska. Unvorstellbar. Dann muss Sachsendreier diesen Weg genommen haben? In einer Gruppe? Klingt nicht unbedingt plausibel. Fritz


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#258

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 23:35
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von wosch

Also mein Lieber, bei mir spielten die Meinungs-und Redefreiheit die einzig bedeutende Rollen. Und Diejenigen die ich im Notaufnahmelager kennengelernt hatte, denen ging es meies Erachtens auch nicht um "Bananen", Wie sollte man auch etwas hinterher laufen, daß man so gut wie nuíe zu Gesicht bekommen hatte?



Hallo Wosch,

vielleicht hattest Du das nicht von mir gelesen:

Zitat
In den fünfziger und sechziger Jahren kann es aufrund der stärkeren Repression durchaus so gewesen sein, dass die Unfreiheit und Unterdrückung für viele damals ein wichtigeres Fluchtmotiv als wirtschaftliche Verbesserungen waren.



Ich habe zwischen zwei Epochen unterschieden, für "Deine" Epoche habe ich das ja gar nicht ausgeschlossen, aber mein Beitrag bezog sich auf den Untergang der DDR, also Ende der achtziger Jahre.

Zitat von wosch

Nun bleibe aber mal mit der Kirche im Dorf, wir waren wenn ich mich recht erinnere bei der DDR!!
In der DDR gab es doch keine Arbeitslosigkeit, da ging es doch um die Befreieung von der sozialistischen Bevormundung, oder??
Schönen Gruß aus Kassel.



Ich bezog mich auf schlecht empfundene Lebensbedingungen, ob Arbeitslosigkeit oder Mangelwirtschaft dafür der Grund ist, ist doch unwichtig. Aber es ist in beiden Fällen ein wichtiges Fluchtmotiv.


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#259

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.04.2011 17:20
von Sachsendreier (gelöscht)
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@wosch.............wie die Möglichkeit sein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu gestalten........

Ich stell doch nicht in Abrede, daß es Dinge gegeben hat, die hintereinander aufgezählt die DDR als Horro-Staat erscheinen lassen (müssen, sollen ? )
Dieser Denkweise und Analyse schliesse ich mich aber nicht an. Hier muß ich schon tiefer loten und die Entwicklung mit Ende des WK II , einschl. der" Teilung "der BRD / DDR (und bitte in dieser Reihenfolge ) mit einschliessen. In jedem Fall Zusammenhänge erkennen - Warum , weshalb , wieso ???
Das "strapazierte" Wort Freiheit, bedarf dabei sicherlich nochmal einer eigenen Bedrachtung und Definition.
"Freiheit die ich meine........" - von Schenkendorf, Juliane Werding oder der "Münchner Freiheit" , positive oder negative Freiheit ?
Gibts überhaupt ein "Leben in Freiheit" ??? Frei von was ????, von welcher redet oder meint der Einzelne ?


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#260

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.04.2011 19:21
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von Sachsendreier

Gibts überhaupt ein "Leben in Freiheit" ??? Frei von was ????, von welcher redet oder meint der Einzelne ?



Hallo sachsendreier, ist dir immer noch nicht klar ist, welche Freiheit die Menschen in der DDR vermisst haben? Dahin zu fahren, wohin man möchte, dort zu wohnen wo man möchte, offen zu sagen was einen nicht passt etc. Schau dir dazu folgendes Video an, besser die Sprüche, ich finde es gut gemacht::
http://www.youtube.com/watch?v=Y4B8IyQmBQ8

Du musst darauf nicht antworten, tue es doch aber bitte auf meine Frage (15.4; 23:20). Danke vorab. Fritz


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