#1

Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 10:34
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo,alle zusammen! Im Sommer 1979 bekam ich die traurige Nachricht,das meine Schwester im Alter von 28Jahren an einer Lungenembolie gestorben ist! Sie war ja seid Jahren ein Pflegefall und lebte in einem Heim. Als die Nachricht in der Kaserne eintraf,wurde ich sofort vom B-Turm geholt und abgelöst.Danach bekam ich 4 Tage Sonderurlaub zur Beerdigung!Aber was danach kam,war die Härte! 14 Tage vom Grenzdienst ausgeschlossen und zum Innendienst verdonnert,was beim Grenzregiment34 einer Strafversetzung gleich kam. Unser Spieß hat mir keine Ruhe gegönnt! Auf Anfrage beim KC,warum ich keinen Grenzdienst mehr machen darf sagte er,ich müsse erst den Tod meiner Schwester verarbeiten! Nach 2 Wochen durfte ich wieder an den Kanten(weil Postenführer knapp waren). Ich frage mich heute noch manchmal" Was hatten die für ein Vertrauen zu uns? Hans55


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#2

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 10:52
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Hans55
... Ich frage mich heute noch manchmal" Was hatten die für ein Vertrauen zu uns? Hans55



Da gab es immer zwei Seiten, welche diese Entscheidungen getroffen haben.
Einmal die 2000 (HA-I), die auf Grund von Berichten der ABV aber auch anderen entschieden hat, was geht und was nicht. Die aber auch einen gewissen Druck auf die Kompanieführung ausgeübt hat "sich nicht zu irren".
Nicht unwesentlich die eigene Kompanieführung, auf deren Eindruck es ankam, was sie ihren Soldaten zutrauen konnte. Die den Hammer "gefangen" hätte, wenn der Soldat tatsächlich durchgedreht oder fahnenflüchtig geworden wäre. Und zwar massiv nach dem Motto "das hätten sie wissen müssen". Doch wie will man das wissen? Gruppenführer (weniger) aber vor allem Zugführer und Kompanieführung wären belangt worden. Das konnte die Karierre kosten. So mancher ewige KC oder Hauptmann hat diese karierremäßige Durststrecke auf solche oder ähnliche Vorfälle zurückführen können.
Niemand kann in einen hineinblicken auch unter den Bedingungen in der DDR nicht. Also gab es Karenzzeiten und wenn in dieser Zeit nichts Auffälliges passierte, war alles wieder gut. Dabei darf man aber den Neid der Kameraden nicht außer Acht lassen, der nach dem Motto "der hat es gut", für Stimmung sorgte. Eben auch bei den Vorgesetzten. Das war dann der Grund für mehr oder weniger verdeckte Schikanen. Dass sich die Katze auf diese Weise selber in den Schwanz biss hat so mancher erst zu spät begriffen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 18.03.2011 10:53 | nach oben springen

#3

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 11:00
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Ein Soldat in einer persönlichen Krisensituation gilt als Sicherheitsrisiko für die eigene Truppe. Das ist in jedem Land der Welt so. Hier gilt dann der Grundsatz: "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste."
Selbst Zivilisten, die nicht so leicht Zugang zu Waffen haben, lösen in starker seelischer Not ab und zu ein Blutbad in ihrer Umgebung an, wie die Presse immer wieder meldet.
Theo


zuletzt bearbeitet 18.03.2011 11:02 | nach oben springen

#4

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 16:40
von utkieker | 2.925 Beiträge

Mit dem Vertrauen ist es so eine Sache! Nach der Ausbildung an der Uffz.- Schule Perleberg kam ich zu meiner persönlichen Überraschung als "Salongrenzer" an die GüSt Salzwedel meine Abkommandierung kam genauso überraschend für mich. Eine Postkarte, die ich an meine Eltern geschrieben habe wurde zusätzlich mit fremder Handschrift vermerkt: "Bin versetzt". Eigentlich ein Beweis dafür, daß die Post überwacht wurde, nun ja es war zwar eine "offene" Postkarte aber der Vermerk "Bin Versetzt" aus fremder Hand ist eine Dreistigkeit. Möglicherweise hatten die bei mir Westverwandschaft ausgemacht, die mich zum Sicherheitsrisiko abstempelten. Selbst in der Grenzkompanie in Gollensdorf waren für mich lange Zeit der Abschnitt 1 tabu. Nun ich kann damit leben im Gegensatz zum "Vater Staat", dabei hatte ich nie Fluchtgedanken gehegt, ich wollte nur meine Lebensplanung verwirklichen.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#5

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 17:42
von Gert | 12.356 Beiträge

Nun, Misstrauen war doch einer der ehernen Grundsätze des Staates DDR und zwar auf allen Ebenen. Das ist mir als jungem DDR Bürger so begegnet wie auch später als Besucher der DDR. Dieses Gefühl hat einem ständig im Nacken gesessen. Das ist meine Empfindung dazu.
Ein sichtbarer Beleg hierfür sind die Aufwendungen für den Sicherheitsapparat der Partei, das MfS ( 91.000 Hauptamtliche , hab ich nachgelesen )

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#6

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 17:51
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Gert
Nun, Misstrauen war doch einer der ehernen Grundsätze des Staates DDR und zwar auf allen Ebenen. Das ist mir als jungem DDR Bürger so begegnet wie auch später als Besucher der DDR. Dieses Gefühl hat einem ständig im Nacken gesessen. Das ist meine Empfindung dazu.
Ein sichtbarer Beleg hierfür sind die Aufwendungen für den Sicherheitsapparat der Partei, das MfS ( 91.000 Hauptamtliche , hab ich nachgelesen )

Gruß Gert


-------------------------------
Mann Gert,

ist nur gut das du aus dem alltäglichen Prozess der Arbeit zwecks Lebenserhalt, sprich Geld verdienen, abgekoppelt wurdest. Ansonsten würden ein paar Fundamente deiner Erkenntnisse ins Wanken geraten. Das wäre nicht auszudenken.

Gruß Mike59


zuletzt bearbeitet 18.03.2011 17:51 | nach oben springen

#7

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 18:32
von 94 | 10.792 Beiträge

OHNE jetzt hier Öl ins Feuer kippen zu wollen, @Gert meint bestimmt die Revolutionäre Wachsamkeit. Nun, an den Spruch 'Jeder erfährt nur soviel, wie unbedingt zur Erfüllung seiner Aufgaben notwendig ist' kann sich der Eine oder Andere doch auch noch erinnern.
Um die Frage von @Hans55 zu kurz und knapp zu beantworten, KEINS.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 18.03.2011 19:28 | nach oben springen

#8

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 18:38
von Corres | 271 Beiträge

....ich frage mich heute noch manchmal" Was hatten die für ein Vertrauen zu uns? Hans55

"Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser",
sagte Doktor Schäuble und sprach sich für die Vorratsdatenspeicherung aus.
Damals war kalter Krieg und heute...?

Corres


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


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#9

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 19:47
von a1 otti | 188 Beiträge

So unterschiedlich kann das sein, wir hatten einen Gefreiten (oder war der "ewiger Soldat"?), der war, glaube ich 13 Wochen nicht zu hause, und das obwohl er bereits Vollwaise war und dann während der Dienstzeit auch noch seine einzige Verwandte, eine Tante, gestorben war. Für den gab es aber keinen Sonderurlaub!!! Im Gegenteil, er wurde für meine Begriffe verheizt, Objektwache etc. Erst, als der Regimenter (übrigens für meine Begriffe ein sehr guter Vorgesetzter, weil menschlich in seinem Auftreten) bei einem Smalltalk an der Objektwache von den Problemen des Soldaten oder Gefr. erfuhr, wurde dieser sofort ausgelöst und konnte in den Urlaub fahren. Einige SiK'ler werden sich vielleicht noch an ihn erinnern, Spitzname Karl Dall (hatte einen fast identischen Augenfehler).

Ralf



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#10

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 20:30
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von 94
OHNE jetzt hier Öl ins Feuer kippen zu wollen, @Gert meint bestimmt die Revolutionäre Wachsamkeit. Nun, an den Spruch 'Jeder erfährt nur soviel, wie unbedingt zur Erfüllung seiner Aufgaben notwendig ist' kann sich der Eine oder Andere doch auch noch erinnern.
Um die Frage von @Hans55 zu kurz und knapp zu beantworten, KEINS.


"
@94 du sagst es, in dem Sinne habe ich es gemeint. Eine solche "Wachsamkeit" ist mir in anderen Ländern und auch in der Bundesrepublik nie wieder begegnet. Ein weiterer Beweis dafür, dass meine gefühlte Unsicherheit aus diesem vorhandenen Misstrauenspotential richtig war, sind die unzähligen zu Tage geförderten Überwachungsmechanismen und Spitzelberichte des Mfs nach der Wende.


Gruß Gert


.
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#11

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 20:34
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von Gert
Nun, Misstrauen war doch einer der ehernen Grundsätze des Staates DDR und zwar auf allen Ebenen. Das ist mir als jungem DDR Bürger so begegnet wie auch später als Besucher der DDR. Dieses Gefühl hat einem ständig im Nacken gesessen. Das ist meine Empfindung dazu.
Ein sichtbarer Beleg hierfür sind die Aufwendungen für den Sicherheitsapparat der Partei, das MfS ( 91.000 Hauptamtliche , hab ich nachgelesen )

Gruß Gert


-------------------------------
Mann Gert,

ist nur gut das du aus dem alltäglichen Prozess der Arbeit zwecks Lebenserhalt, sprich Geld verdienen, abgekoppelt wurdest. Ansonsten würden ein paar Fundamente deiner Erkenntnisse ins Wanken geraten. Das wäre nicht auszudenken.

Gruß Mike59






Was willst du denn damit sagen ? Ich habe niemals im Leben einen Dechiffrierkurs besucht!

Gruß Gert


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#12

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 21:03
von 94 | 10.792 Beiträge

@Gert aber lesen kannste, odär? Aber offensichtlich biste noch nicht viel in der Welt rumgekommen. z.B. Einreise in Südafrika, da wurden Einige blaß. Oder Ein- und Ausreise in Шереме́тьево II bis so vor vier fünf Jahren. Seit 2006 nur noch Домодедово, das geht. Von Isreal, ähm Israel mal ganz zu schweigen. Aber nicht das mir noch ein OffTopic heut gelöscht wird.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#13

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 21:09
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von 94
@Gert aber lesen kannste, odär? Aber offensichtlich biste noch nicht viel in der Welt rumgekommen. z.B. Einreise in Südafrika, da wurden Einige blaß. Oder Ein- und Ausreise in Шереме́тьево II bis so vor vier fünf Jahren. Seit 2006 nur noch Домодедово, das geht. Von Isreal, ähm Israel mal ganz zu schweigen. Aber nicht das mir noch ein OffTopic heut gelöscht wird.




Och, ich habe schon Reisen gemacht, aber in der SU war ich nicht, Israel meide ich aus Prinzip, Südafrika habe ich noch auf dem Plan, ebenso evtll. Russland interessiert mich auch noch. Habe früher viel gearbeitet und Kinder groß gezogen da war nicht so viel Zeit für Fernreisen da.. Nun warte ich darauf dass meine Frau in Pension geht ( noch 1 Jahr), dann gehts los.
Ok. ist nun auch OT ich seile mich ab.

Gruß Gert


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#14

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 21:10
von VNRut | 1.486 Beiträge

Ich habe mich damals immer gewundert, warum ich nicht wie andere Gefreite und Soldaten Postenführer geworden bin. Gut, ich wollte es auch nicht unbedingt, schon gar nicht wegen der 30 Mark. Zuerst dachte ich, es läge an meinen Fragebogen den wir auszufüllen hatten. Ich wusste zwar das wir Verwandte im Westen hatten, doch ich hatte sie Jahre nicht gesehen und der Kontakt war zwischenzeitlich auch eingeschlafen, und wenn dann lief alles über meine Großeltern. Also gab ich damals "keine Verwandte" an. Erst als ich mal wieder in den Urlaub durfte, erfuhr ich das ein naher Verwandter einen Ausreiseantrag gestellt hatte, sein Antwortschreiben nicht abwarten konnte und sich mit einen Koffer frech in den Interzonenzug setzte. Es kam - was kommen musste - er wurde in Marienborn aus den Zug geholt, saß einige Monate ein und wurde dann an den Westen verkauft.

Sollte dies wirklich der wahre Grund gewesen sein, das ich ewiger Posten (FÜST-Posten) war ... nun ich bin manchmal eine kleine Plaudertasche ... aber zu Führungskräften ließ ich nie ein Ton über meine Lippen von irgendwelchen Sachen die auf unserer Kompanie abliefen. Lieber stellte ich mich in die Ecke und machte eine Schweige-Schicht ...da ich wirklich niemanden vertraute.

Erst nach der Wende als ich einen Verwandten in Hannover besuchte, erfuhr ich von ihn, dass er vor der Grenzschließung als Beamter einer ostdeutschen Behörde öfters im Westen zu tun hatte, man versuchte ihm damals anzuwerben und so verließ er über Nacht die DDR und ging in den Westen. Erstaunt war ich 1989/90 als ich ihm zum ersten Mal besuchte und wir seinen Hausgarten betraten und überall Signalgeräte ähnlich der R-67 mit Platzpatronen bestückt standen. ....vor wem hatte er wohl Angst

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#15

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.03.2011 21:48
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@VNRut

da hätteste ja, als ewiger Füst-Posten, den Abschnitt schon alleine führen können!

Für frische KSiA manchmal bestimmt nicht schlecht.


zuletzt bearbeitet 18.03.2011 21:51 | nach oben springen

#16

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.03.2011 17:50
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Zum Thema Vertrauen eine Geschichte von mir (habe ich glaube ich schon mal in einem anderen Zusammenhang zun Besten gegeben) .
Im Sommer 89 wurde ich (13/81 bestätigt) für 1 1/2 Wochen als Kraftfahrer zum Stab des 3. GB in Ilsenburg kommandiert. Offizielle Begründung: ein Instandsetzungstrupp braucht ein Fahrzeug mit Fahrer. Danach ging es wieder zurück auf die GK und alles war wie vorher, einschl. "Feindwärts"schichten. Mehrere Jahre später habe ich herausgefunden, daß zu genau dieser Zeit mein Schwiegervater zu Besuch bei Verwandten in Ostfriesland war. Ich habe es zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, "Andere" offensichtlich schon, denn an Zufall glaube ich in diesem Zusammenhang nicht.


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#17

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.03.2011 18:11
von sentry | 1.107 Beiträge

Ich schließe mich mal der recht knappen Antwort von 94 an. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Es gab zwar Situationen, die nach Vertrauen rochen, aber letztendlich waren sie wohl immer Produkt einer tiefgehenden Risikoabwägung für ein notwendiges Übel (Grenzsicherung), das mit großen Personalproblemen in den sensiblen Bereichen zu kämpfen hatte.


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#18

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.03.2011 14:03
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von GZB1
da hätteste ja, als ewiger Füst-Posten, den Abschnitt schon alleine führen können!

Ist zwar jetzt grüne Grenze, aber den Alltag, also Tor auf, Tor zu und auch mal 'nen K2 mit Paula Anton, also das war ja wohl das Mindeste was ich von einem Hüttenpaula erwarten durfte, odär? Kannte und hatte auch mal ½Jahr lang so einen Nicht-PF-Gefreiten. Eigentlich konnte der auch eine Einzelauslösung mit Wild selbstständig führen.
Ein blickiger Hüttenpaula war besonders bei komplexeren Lagen, also eigentlich alles mit Dauerauslösung, als 'Schriftführer' von unschätzbarem Wert.

P.S. Übrigens @Gert, in der SU war ich auch nie *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 21.03.2011 14:03 | nach oben springen

#19

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.03.2011 17:12
von VNRut | 1.486 Beiträge

Zitat von GZB1
@VNRut

da hätteste ja, als ewiger Füst-Posten, den Abschnitt schon alleine führen können!

Für frische KSiA manchmal bestimmt nicht schlecht.




Meinen damaligen Zugführer Sfw Th.... (Thommi) bin ich als FÜST-Posten immer mal zur Hand gegangen. Der war manchmal viel zu Lustlos (faul) die Leute im Abschnitt in Gange zu halten. Er ging lieber unsere VP-Leute und andere Kräfte mit dem Funkgerät auf dem S...k. Da er aus Magdeburg stammte und FCM-Fan war, waren wir ein gutes Gespann. Manchmal mussten wir ablachen, wenn seine "KaMa" wieder zum Vorschein trat. Soviel "Schlamm" (z.B. Einkaufen während des Grenzdienstes wenn er von einen Abschnitt zum anderen) wie er gemacht hatte, hätte durchaus auch für Schwedt gereicht und er stand immer zu seinen Leuten, notfalls nahm er´s auf seine Kappe. Er war einer unser Besten vom Führungspersonal gewesen. Und Trinkfest war er auch.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#20

RE: Eine Frage des Vertrauens?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.03.2011 18:19
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@VN_Rut von einem Abschnitt zum anderen?? Du meinst bestimmt einen geteilten Abschnitt (durch Güst o.ä.).


zuletzt bearbeitet 21.03.2011 18:19 | nach oben springen


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