#1

Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 13:58
von turtle | 6.961 Beiträge

Im Juli 1945 kamen die Sowjets nach Leipzig und somit auch in unser Dorf. Da gab es eine Kaserne die nach den Deutschen von den „Russen“ genutzt wurde. Die Russen wurden immer als böse für uns Kinder hingestellt. Und wir müssen einen großen Bogen um die Kaserne machen. Der Vater meines Freundes war Ortsgruppenleiter und ein dicker Nazi. Als die Russen kamen wurde er verhaftet und kam nach Russland. (Er kam nie wieder)
Doch mein Freund vermisste seinen Papa. Er hatte ihn noch nie gesehen. Die Mutter sagte ihm „ Der ist bei den Russen“
Da dachten wir Kinder gehen wir hin und besuchen ihn. Also auf zur Russenkaserne.
Mein Freund hatte ein Foto vom Papa dabei, so richtig schön Papa in seiner schönen Nazi Uniform. Russisch verstanden wir nicht, und wunderten uns wie böse der Posten wurde als wir ihm das Foto zeigten und sagten wir suchen seinen Papa und möchten ihm besuchen.
Er schimpfte schrie was von Faschist ,Nazi oder so riss das Foto aus der Hand und trampelte darauf rum! ,und seine Kalaschnikow richtete er auf uns. Wir weinten fürchterlich und unsere Angst war riesengroß. Wie groß die Angst war sah man an der Hose meines Freundes die war nass! Ein älterer Soldat sah das alles, und kam auf uns zu . Nach einer heftigen Diskussion mit dem Posten schob er uns vorwärts in das innere der Kaserne . Mensch die hatten einen Schweinstall mit Schweinen, aha dachten wir da sind sie also die geklauten Schweine. Da hatte meine Mutter doch recht als sie sagte die haben die Russen beschlagnahmt! Wir hatten gelernt Beschlagnahmen ist wie klauen! Der alte Soldat schob uns in eine Küche, eine ältere Frau die aussah wie halb Soldatin halb Köchin gab uns einen großen Teller mit Kohlsuppe dazu zwei dicke Scheiben Brot! War das köstlich! Seit diesem Tag gingen wir noch oft Olga die Köchin besuchen. Und die Russen ? Für uns beide waren sie nicht mehr die Bösen und immer wenn von diesen Untermenschen die Rede war haben wir sie
verteidigt! Wir zweifelten an allem was uns früher über die Bolschewisten erzählt wurde. Von Vergewaltigungen ,Partisanen die Grausam und hinterhältig waren , Sicherlich wir waren Kinder und haben vieles noch nicht verstanden. Aber etwas hatten wir begriffen ,nicht alles kann stimmen was uns über die bösen Russen erzählt wurde. Es war eine schöne Zeit mit diesen Russen. Wir bekamen Essen, manchmal warfen sie eine Handgranate in den Kanal um zu fischen. Wir durften die kaputten oder kleineren Fische einsammeln. Klar wenn wir damit nach Hause kamen wurde nicht auf die Russen geschimpft. Warum schreibe ich das ? Für uns Kinder war es nicht schwer Vorurteile abzubauen ,wenn es doch so leicht als Erwachsener wäre. Ich glaube auch meine Erinnerungen an meine Kindheit haben mir geholfen der zu sein der ich heute bin. Ich habe keine Vorurteile mehr, versuche nur immer wieder zu begreifen ,was uns trennte ,warum kam es dazu, was können wir tun das sich vieles nicht wiederholt was wir Menschen uns Gegenseitig angetan haben. Versucht endlich Eure Schranken wenn sie noch da sind in Euren Köpfen abzubauen,
Gruß Peter(turtle)


stutz, andy, Diskus303, Turmwache und hardi24a haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.03.2011 23:20 | nach oben springen

#2

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 15:21
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

sinn deines beitrages @turtle, wurde verstanden...


p.s. 1946 kann es keine "kalaschnikow" gewesen sein, eher eine ppsh 41 bzw. ein karabiner mosin/ nagant


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#3

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 15:43
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
sinn deines beitrages @turtle, wurde verstanden...


p.s. 1946 kann es keine "kalaschnikow" gewesen sein, eher eine ppsh 41 bzw. ein karabiner mosin/ nagant




Na ja Gilbert,dann war es ein Schießgewehr, das ist doch über 58 Jahre her! Du hast recht es war natürlich so ein Ding

Angefügte Bilder:
300px-PPSh-41_Penry_Museum.jpg

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#4

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 15:51
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Nach dem die Amis aus Thüringen abgezogen waren, kamen die Russen als Besatzer.
Ein Arbeiter unseres Nachbarorts freute sich so sehr, dass jetzt endlich die Freunde kamen.
Er zog sein Sonntagsgewand an, nahm seine goldene Taschenuhr, setzte sich auf sein
Fahrrad und fuhr Sonntag Mittag los, um seine "Towarischtschi" zu empfangen.
Das einzige Wort, dass er sonst noch verstand, war "Druschba".
In der Nacht brachte man ihn nach Hause zurück.
Auf einem Pritschenwagen unter einer Militärdecke. Ohne Anzug,
ohne Taschenuhr und auch ohne Fahrrad. Dafür hatte er ein paar Kugeln in der Brust.
Ich sehe immer noch vor meinem geistigen Auge, wie er die Towarischtschi mit seinem "Druschba" begrüßen wollte.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#5

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 15:57
von Pit 59 | 10.125 Beiträge

Gibt es Beweise das Ihn die Russen Erschossen haben,hat es jemand gesehen ?


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#6

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 16:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Da war wohl die Freundschaft schlagartig abgekühlt.

Von den Amis in Thüringen habe ich so etwas nicht gehört. Meine Mutter erzählte mir, dass sie zwar kein Wort mit den Deutschen redeten außer dass sie Befehle erteilten. Die Begegnung meiner Mutter und mir als kleines Kind mit den amerikanischen Kampftruppen war am Ostersonntag 45 in einem Dorf nordwestlich von Erfurt. Da waren sie durch Nordhausen und Ohrdruf schon durch und hatten alle Grausamkeiten der SS in den dortigen Lagern gesehen. Trotzdem verhielten sie sich korrekt gegen die Zivilbevölkerung.
Hätte man doch auf Churchill gehört, der da vorgeschlagen hatte das Abkommen von Jalta zu brechen und die Westalliierten an der Elbe stehen zu lassen. Uns in Thüringen wäre viel erspart geblieben.

Am 1.Juli 1945 ging dann der große Terror der roten Armee in Thüringen los. Diesem fielen viele auch unschuldige Menschen zum Opfer.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#7

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 16:13
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Natürlich gibt es Beweise. Er war ein Arbeitskollege meins Großvaters.
Außerdem gibt es Berichte von Augenzeugen und die Polizeiberichte,
die den Russen nicht in die Hände gefallen sind.
Denn auch damals schon, gab es weitsichtige Bürger.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#8

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 16:35
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Zitat
Von den Amis in Thüringen habe ich so etwas nicht gehört.



Das Hauptquartier der Amis war auf dem Hof meiner Urgroßmutter.
Meine Großmutter und ihre zwei jungen Mädchen, darunter meine Mutter, wohnten auch da.
Von dem, was ich in meiner Kindheit vom Krieg und der Besatzung erfahren habe, könnte ich Bücher schreiben.
Von versteckten deutschen Fahnenflüchtlingen, von der Fairness der Amerikanischen Besatzer bis hin zu versuchter Vergewaltigung,
Zerstörungswut, Züchtigung und Diebstählen unter der Russischen Besatzung. Unter Einsatz ihres Lebens beschützte meine Größmutter ihre zwei Töchter. Allein das Denuntiantentum war so ausgeprägt. dass viele junge, unschuldige Burschen des Ortes verhaftet und lange Zeit inhaftiert wurden. Ein "Ex-Nazi" brauchte nur mir dem Finger auf jemand zu zeigen und "Werwolf" zu sagen und schon war wieder einer weg!


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#9

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 16:48
von VNRut | 1.483 Beiträge

Manchmal war man zur falschen Zeit am falschen Ort. Mein Opa erzählte mir vor Jahren seine Begebenheit mit den Russen. Er war damals aktiv in der KPD. Als er von einer Versammlung nach Hause wollte, musste er an einen russischen Standort im Ort vorbei. Der Wachposten fragte ihm "woher und wohin er gehen wolle". Mein Opa antwortete und begab sich weiter in Richtung der Wohnstätte, die durch eine dunkle Gasse führte. Ein Geistesblitz durchzuckte ihm plötzlich und er sprang hinter eine hohe Treppe. In diesen Moment flogen mehrere Projektile durch die Luft. Erst nach mehreren Minuten verließ der die Deckung und begab sich weiter nach Hause. Damals wurde unsere neue Zuckerfabrik demontiert und in die SU verschickt. Leider verloren sich die Spuren in der Weite des Landes.

Ich lernte die Russen Jahre später auch als billige Arbeitskraft ihrer Herren Offiziere kennen. Gegen Wodka und Geld wurden sie in unser örtlichen Gärtnerei zum Gräben schachten für Bewässerungsanlagen und als Bauhelfer zweckentfremdet. Oft standen tagelang bei winterlichen Temperaturen einfache russische Soldaten ohne Verpflegung auf unsere Straßenkreuzungen. Dann wurden sie von unseren Einwohnern beköstigt und mit Heizmaterial versorgt - auch eine Form des Vergebens und freundschaftlichen Miteinanders.

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
hardi24a hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 16:55
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von turtle
Im Mai 1946 kamen die Sowjets nach Leipzig und somit auch in unser Dorf. Da gab es eine Kaserne die nach den Deutschen von den „Russen“ genutzt wurde. Die Russen wurden immer als böse für uns Kinder hingestellt. Und wir müssen einen großen Bogen um die Kaserne machen. Der Vater meines Freundes war Ortsgruppenleiter und ein dicker Nazi. Als die Russen kamen wurde er verhaftet und kam nach Russland. (Er kam nie wieder)
Doch mein Freund vermisste seinen Papa. Er hatte ihn noch nie gesehen. Die Mutter sagte ihm „ Der ist bei den Russen“
Da dachten wir Kinder gehen wir hin und besuchen ihn. Also auf zur Russenkaserne.
Mein Freund hatte ein Foto vom Papa dabei, so richtig schön Papa in seiner schönen Nazi Uniform. Russisch verstanden wir nicht, und wunderten uns wie böse der Posten wurde als wir ihm das Foto zeigten und sagten wir suchen seinen Papa und möchten ihm besuchen.
Er schimpfte schrie was von Faschist ,Nazi oder so riss das Foto aus der Hand und trampelte darauf rum! ,und seine Kalaschnikow richtete er auf uns. Wir weinten fürchterlich und unsere Angst war riesengroß. Wie groß die Angst war sah man an der Hose meines Freundes die war nass! Ein älterer Soldat sah das alles, und kam auf uns zu . Nach einer heftigen Diskussion mit dem Posten schob er uns vorwärts in das innere der Kaserne . Mensch die hatten einen Schweinstall mit Schweinen, aha dachten wir da sind sie also die geklauten Schweine. Da hatte meine Mutter doch recht als sie sagte die haben die Russen beschlagnahmt! Wir hatten gelernt Beschlagnahmen ist wie klauen! Der alte Soldat schob uns in eine Küche, eine ältere Frau die aussah wie halb Soldatin halb Köchin gab uns einen großen Teller mit Kohlsuppe dazu zwei dicke Scheiben Brot! War das köstlich! Seit diesem Tag gingen wir noch oft Olga die Köchin besuchen. Und die Russen ? Für uns beide waren sie nicht mehr die Bösen und immer wenn von diesen Untermenschen die Rede war haben wir sie
verteidigt! Wir zweifelten an allem was uns früher über die Bolschewisten erzählt wurde. Von Vergewaltigungen ,Partisanen die Grausam und hinterhältig waren , Sicherlich wir waren Kinder und haben vieles noch nicht verstanden. Aber etwas hatten wir begriffen ,nicht alles kann stimmen was uns über die bösen Russen erzählt wurde. Es war eine schöne Zeit mit diesen Russen. Wir bekamen Essen, manchmal warfen sie eine Handgranate in den Kanal um zu fischen. Wir durften die kaputten oder kleineren Fische einsammeln. Klar wenn wir damit nach Hause kamen wurde nicht auf die Russen geschimpft. Warum schreibe ich das ? Für uns Kinder war es nicht schwer Vorurteile abzubauen ,wenn es doch so leicht als Erwachsener wäre. Ich glaube auch meine Erinnerungen an meine Kindheit haben mir geholfen der zu sein der ich heute bin. Ich habe keine Vorurteile mehr, versuche nur immer wieder zu begreifen ,was uns trennte ,warum kam es dazu, was können wir tun das sich vieles nicht wiederholt was wir Menschen uns Gegenseitig angetan haben. Versucht endlich Eure Schranken wenn sie noch da sind in Euren Köpfen abzubauen,
Gruß Peter(turtle)






Lieber Peter, deine Erlebnisse decken sich mit meinen, denn ich war auch ein Kind der Nachkriegszeit. Mir als Kind haben sie nichts getan und sie waren sogar freundlich zu mir und meinen Spielkameraden. Was aber meine Eltern erzählten und was ich später aus offiziellen Quellen erfuhr, das war eine andere, böse , Geschichtsschreibung der Nachkriegszeit und Besatzung durch die Russen. Sie haben, kaum befreit,z.B. Buchenwald wieder schnell gefüllt und das waren nicht nur Ex Nazis, sondern auch viele unschuldige Menschen, die dort unter unmenschlichen Bedingungen einsassen. Man sollte schon auf diese schlimmen Exzesse hinweisen aber auch vergeben und in die Zukunft schauen. Das hat mit Schranken eigentlich nichts zu tun.

Gruß Gert


.
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Mahatma Gandhi
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#11

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 17:10
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Man sollte auch nicht die Grundursache solcher Geschichten vergessen, welche 1933 in Dt. begann!!!


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 17:13 | nach oben springen

#12

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 17:23
von eisenringtheo | 9.157 Beiträge

Die "Bolschewisten" waren das Feindbild Nr. 1 der Nazis bis zum 24. August 1939 und dann wieder vom 22. Juni 1941 an. Die massive Negativ Propaganda der Deutschen hat sich in den Köpfen der Deutschen festgesetzt und die Gräueltaten der Deutschen an den Russen haben das ihre getan, dass viele von der SU nichts Gutes für die Deutschen erwarteten.
Theo


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#13

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 17:32
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@eisenringtheo

das wohl auch, aber so meinte ich es nicht. Das Pendel der grausamen dt. Kriegsführung der Nazis in der UdSSR und den anderen besetzten Gebieten schlug auf Dt. zurück und hier auf die deutsche Bevölkerung.

http://einestages.spiegel.de/static/topi..._deutschen.html


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 17:33 | nach oben springen

#14

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 17:49
von eisenringtheo | 9.157 Beiträge

Das stimmt ganz genau. Der noch nachwirkende Hass vieler Deutschen auf die Russen und der einsetzende kalte Krieg mit ähnlicher Hasspropganda der Westalliierten (Mc Carthy) gegen die SU hat die Sache allerdings nicht einfacher gemacht.
Theo


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#15

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 18:47
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von turtle

Zitat von GilbertWolzow
sinn deines beitrages @turtle, wurde verstanden...


p.s. 1946 kann es keine "kalaschnikow" gewesen sein, eher eine ppsh 41 bzw. ein karabiner mosin/ nagant




Na ja Gilbert,dann war es ein Schießgewehr, das ist doch über 58 Jahre her! Du hast recht es war natürlich so ein Ding



Hallo turtle,1946 warst du 1 Jahr alt
Gruß Greso


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#16

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 19:00
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Greso

Zitat von turtle

Zitat von GilbertWolzow
sinn deines beitrages @turtle, wurde verstanden...


p.s. 1946 kann es keine "kalaschnikow" gewesen sein, eher eine ppsh 41 bzw. ein karabiner mosin/ nagant




Na ja Gilbert,dann war es ein Schießgewehr, das ist doch über 58 Jahre her! Du hast recht es war natürlich so ein Ding



Hallo turtle,1946 warst du 1 Jahr alt
Gruß Greso




Ach Mensch nun verdreht doch nicht alles! Wo hatte ich geschrieben das meine Erlebnisse von 1946 waren? Ich schrieb das die Russen 1946 nach Leipzig kamen. Und meine Erlebnisse über 58 Jahre her sind. Also da war ich 6-7 Jahre! Alles klar!


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#17

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 19:07
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich hatte hauptsächlich von meinen Kindheits- Erinnerungen geschrieben, Das man da vieles nicht verstanden hat ist völlig Logisch. Da wir von den Russen gut behandelt wurden und dazu noch was zu essen bekamen, (Zuhause gab es Mehlsuppe, Zuckerüben Sirup oder manchmal ohne Abendbrot in das Bett! ), ließ uns zweifeln was wir alles über die Russen gehört hatten. Die Russen hatten in diesem 2.Weltkrieg sehr viel Leid durch die Deutschen erfahren. Den Hass der dadurch aufgebaut wurde, konnte ich später verstehen. Mir ging es eigentlich darum zu sagen alle über einen Kamm scheren geht nicht! Von Diebstahl, (alle Fahrräder waren in russischer Hand) Vergewaltigungen, Verschleppungen nach Russland
hörten wir ständig. Aber es gab sie auch den“ alten Soldaten „Olga die Köchin und so manchen freundlichen Soldaten, eben nicht nur die Bösen. Die viele Demontage, und ab in die Sowjetunion hat doch mit verbrannter Erde zu tun. Die Zeit war eine Andere. Mit den Schranken in den Köpfen gehört für mich auch mit dazu aus heutiger Sicht das Verhalten der Sowjets in den Nachkriegsjahren nachzuvollziehen können und teilweise zu verstehen. Politische Unrechtsprozesse, Buchenwald nach 45, Deportation nach Sibirien usw., ist ein Kapitel für sich. Die Verbrechen der Sowjets speziell im Nachkriegs Deutschland gehören genauso aufgeklärt wie die Verbrechen der Wehrmacht oder der SS in der Sowjetunion.

Ist es nicht so das wir heute auch wieder unsere Feindbilder haben. Mit allem was der DDR gedient hat und treu ergeben war? Hierzu wollte ich auch zum Nachdenken anregen.
Waren denn tatsächlich alle nur Böse? Aufklärung ja, aber nicht schon mit dem Messer in der Hand und ohne Vorverurteilung.


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#18

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 19:25
von PF75 | 3.291 Beiträge

zitat gert

"Hätte man doch auf Churchill gehört, der da vorgeschlagen hatte das Abkommen von Jalta zu brechen und die Westalliierten an der Elbe stehen zu lassen. Uns in Thüringen wäre viel erspart geblieben."

meinste du nicht auch das dann die kampfhandlungen auf deutschem boden weiter gegangen wären ?
Wäre das für die bevölkerung besser gewesen,wo möglicht wäre es auch zum kernwaffeneinsatz in deutschland gekommen(hätten sich alle sicherlich gefreut)


@ turtle

wieder ein super beitrag von dir,solch eine einstellung gegenüber der Geschichte wünsche ich mir von mehr user,so könnte man sich auch mal in angenehmer atmosphäre übber die geschenisse der letzten 56-60 Jahre austauschen und auch streiten.


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#19

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 20:09
von wosch (gelöscht)
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Wir hatten bei uns im Haus, nachdem die Amerikaner abgezogen waren und die Russen das Kommando in Parchim übernommen hatten, Einquartierung von Offizieren der Roten Armee. Einer davon hieß Nikolai, der spielte auf unserem Klavier und fütterte mich mit Weißbrot und Zucker und ich mußte oft bei ihm auf den Schoß sitzen. Nachdem der dann eines Tages weg war mußten wir innerhalb von einer Stunde das Haus verlassen und meine Mutter mußte mit uns vier Kindern sehen wo sie unterkam. Ein paar Häuser weiter, aber auch nur für ganz kurze Zeit. Innerhalb von einem Monat mußten wir 9 x solch ein "Notquartier" räumen und das immer in kürzester Frist. Am Ende hatten wir nur noch das was wir am Leib hatten und wir siedelten zu meiner Oma nach Ludwigslust, wo wir Kinder dann in einer kleinen Kammer zu viert in einem Bett schliefen. In Ludwigslust war eine große russische Garnision und es herrschten zu mindestens 1946 noch sehr schlimme Zustände. Wenn dann noch Alkohol im Spiel war war kein weibliches Wesen ab einem bestimmten Alter vor den Rotarmisten sicher, am schlimmsten waren die mit den Schlitzaugen, bei uns hießen sie generell nur die "Mongolen" auch wenn sie ganz woanders herkamen als aus der Mongolei!! Wir Jungens hatten aber eigentlich nichts zu befürchten, bei meiner 13 jährigen Schwester sah es dagegen schon anders aus, sie wurde wenn die Russen kamen immer versteckt und statt Ihrer wurde sich bei den älteren Frauen bedient, wobei das Alter nach oben keine Rolle spielte. Wieso schreibe ich das hier? Ja warum eigentlich? Vielleicht deswegen weil wir sie trotzt Allem immer nur die "Freunde" nennen mußten. Ich habe ca 10 Jahre direkt neben dem Russenzaun gewohnt, zu diesem Zeitpunkt spielte diese Vergangenheit für mich eigentlich keine große Rolle mehr, aber die einfachen "Muschki´s" haben mir nur noch leid getan. Sie zählten zwar zu den Gewinnern aber wurden in ihren Kasernen gehalten, wie der "letzte Dreck".
Schönen Gruß aus Kassel.


coldwarrior67 und hardi24a haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 20:43
von Corres | 271 Beiträge

Einen Kommentar zu vorhergegangenen Beiträgen erspare ich mir.
Zahlen und Fakten bei Wikipedia und der Film mit deutscher Starbesetzung zur Leningrader Blockade durch die deutsche und finnische Militärmaschinerie:

http://webcache.googleusercontent.com/se...e=www.google.de

Leningrad-Die Blockade Teil 1
http://www.youtube.com/watch?v=GZ5p3HHu2rk&feature=related
Leningrad-Die Blockade Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=GZ5p3HHu2rk
Leningrad-Die Blockade Teil 3
http://www.youtube.com/watch?v=gkWHdpM6kjw&feature=related
Leningrad-Die Blockade Teil 4
http://www.youtube.com/watch?v=dfwYlSGMS1Q&feature=related
Leningrad-Die Blockade Teil 5
http://www.youtube.com/watch?v=cOHAXxDYGAA&NR=1

Nicht vergessen, was das faschistische Deutschland dem sowjetischen Volk angetan hat - 20 Millionen Tote!!

Corres


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


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