#101

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 10:34
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #100
Was ich gelesen und gehört habe, muss das sowjetische Straflager Buchenwald ähnlich brutal gewesen sein, wie in der Nazizeit. Überhaupt nicht verständlich ist die übergroße Instinktlosigkeit der SMAD, genau dieses Lager für ähnliche Zwecke wiederzuverwenden. Abschließend : gehört zum Thema .




edit:Fehler


Als Instinktlosigkeit würde ich das nicht unbedingt bezeichnen. Es hat doch aus der Sicht der SMAD eine gewisse Logik, die von ihr den Tätern aus der NS-Zeit zugeordneten dort unterzubringen, wo vorher die Opfer untergebracht wurden. Wohlgemerkt: Täter aus der Sicht der SMAD - dass da auch viele dabei waren, die keine Täter waren, ist heute ja bekannt.

Nur noch ein Wort zu Buchenwald: Ich würde es gut finden, wenn die Geschichte des Lagers wirklich unvoreingenommen komplett dargestellt würde, von der Gründung 1937 bis zur Auflösung 1950. Im Moment habe ich ein bisschen den Eindruck, dass die Gewichtung stärker auf die Jahre 1945 bis 1950 gelegt wird. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Hätten die Deutschen das Lager 1937 nicht gebaut, hätten die Russen es 1945 nicht übernommen - einfach deshalb, weil sie dann gar nicht im Land gewesen wären.

Gruss

icke



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#102

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 11:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #99
Bei Besuchen oder Führungen des KZ Buchenwald zu DDR zeiten wurde das auch nicht erwähnt.

Stimmt so nicht ganz, man mußte aber schon DDR-typisch zwischen den Zeilen zuhören. Als OS besuchten wir Anfang 87 das Lager und bekammen, so zumindest mein Eindruck, auch eine etwas 'exklusivere' Führung. In dem einleitenden Vortrag erwähnte der Referent in einem Nebensatz, das 45 nach der Übernahme von den Amis die Bewacher und die Bewachten unter Koljas Anleitung die Rollen tauschten.

Übrigens schön mal wieder was von Larissa zu lesen, anderenorts wurdest Du ja auch schon arg gemißt. Aber dann gleich mit Schaum vor dem Mund und wieso schließt Du mit der Aussage Was haben wir gelernt aus der Geschichte, nichts. von Dir auf alle?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#103

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 12:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #102
Zitat von Pit 59 im Beitrag #99
Bei Besuchen oder Führungen des KZ Buchenwald zu DDR zeiten wurde das auch nicht erwähnt.


Übrigens schön mal wieder was von Larissa zu lesen, anderenorts wurdest Du ja auch schon arg gemißt. Aber dann gleich mit Schaum vor dem Mund und wieso schließt Du mit der Aussage Was haben wir gelernt aus der Geschichte, nichts. von Dir auf alle?


Gut auch von Dir wieder zu hoeren 94. Zieh Dir bitte oder andere den Schuh nicht an, aus der Geschichte nichts gelernt, gemeint waren die Verantwortlichen und Politiker, das sind wir hier alle nicht......... wir muessen uns nur die heutigen Kriege und das Leben anschauen und nachtraeglich die sogenannte Verarbeitung.
Ich moechte noch etwas hinzufuegen zu diesem Thema. Dann muss ich mich wieder verabschieden, ich schreibe noch dazu.
Ein Waffenstillstand, wie hier erwaehnt wurde, ist ein 'vorlaeufiges' Niederlegen der Waffen.
1945 gab es nach dem totalen Krieg, die totale Niederlage und damit verbunden und von Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet, die bedingungslose Kapitulation.
Auf dem Weg nach Berlin im grossdeutschen Reich, veruebten Soldaten der Roten Armee bereits laengst vor Kriegsende diese Untaten, indem sie unbeaufsichtigt und aggressiv zurueckzahlten, was die Soldaten der Wehrmacht waehrend des Ueberfalls 'Barbarossa' auf die SU veruebt hatten. Nach der Kapitulation,leider zu spaet, wurden diese Verbrechen streng untersagt und auch schwer geahndet und zwar von der Sowjetarmee.
Menschen ihrer Behausung zu rauben, den Menschen die Kornkammern niederzubrennen, vor einem herannahenden russischen Winter, das war ebenfalls ein unmenschlicher Akt. Es kamen hunderttausende Frauen und Kinder um. Es kann nicht das eine gegen das andere aufgewogen werden, jedoch, muss, das kann ich nur immer wiederholen, ALLES in Betracht gezogen werden.
Waehrend die Russen und die Deutschen diese Taten veruebten, verhungerten in noch auf deutschen Boden befindliche Camps, (hoert sich doch besser an als KZs oder?) viele tausend Soldaten der Wehrmacht unter grausamen Bedingungen: Diese Wehrmachtsoldaten waren mit Sicherheit nicht alle Nazis, genau wie nicht alle Russen Vergewaltiger waren....und dieses passierte zu einer Zeit als ganz schnell die USA Verantwortlichen sich prominenter Nazis (beileibe nicht nur W.v.Braun) bemaechtigten, die sie im Eigeninteresse nuetzlich einsetzten, und gleichzeitig ueber diese Personen und ueber die Nazivergangenheit dieser, ein Mantel des Schweigens deckten, bis heute. Verarbeitung auf beiden Seiten des Atlantiks: gleich null.
Gruss, Larissa
PS: bin schon am Packen wieder und schreibe Info heute noch.


seaman, eisenringtheo, Damals87 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 12:54
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #100
Zu DDR Zeiten habe ich nie etwas davon gehört, dass die Russen im Lager Buchenwald die noch "warmen Betten der Nazis" gehüpft sind. Zu DDR Zeiten kann man also das Schweigen erklären, nicht verstehen. Warum es nach der Wende kaum Gegenstand von Diskussionen war, ich vermute es interessierte nicht mehr viele Leute ( zeitlicher Abstand) und die ehemaligen Genossen hatten ohnehin Grund genug, das Thema unter der Decke zu halten. Was ich gelesen und gehört habe, muss das sowjetische Straflager Buchenwald ähnlich brutal gewesen sein, wie in der Nazizeit. Überhaupt nicht verständlich ist die übergroße Instinktlosigkeit der SMAD, genau dieses Lager für ähnliche Zwecke wiederzuverwenden. Abschließend : gehört zum Thema .



ja, ja @gert und seine ddr...
natürlich wusstest du auch nicht, dass die rote armee 1945 in ehem. wehrmachtskasernen zog, anstatt auf freiem feld zu nächtigen. du wusstest sicherlich auch nicht, dass die rote armee die unterkunftshäuser der ss- wachmannschaften im ehemaligen kz sachsenhausen und kz ravensbrück belegte und und und.... sicherlich wird dir auch nie aufgefallen sein, dass teile der ehem. kz´s bis 1992 als kasernen der gssd genutzt wurden und dadurch für die öffentlichkeit viel kleiner waren. und vom großen heinrich george (vater von götz george) und seinem ende haben dir deine altvorderen auch nie erzählt...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#105

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 13:17
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #104
Zitat von Gert im Beitrag #100
Zu DDR Zeiten habe ich nie etwas davon gehört, dass die Russen im Lager Buchenwald die noch "warmen Betten der Nazis" gehüpft sind. Zu DDR Zeiten kann man also das Schweigen erklären, nicht verstehen. Warum es nach der Wende kaum Gegenstand von Diskussionen war, ich vermute es interessierte nicht mehr viele Leute ( zeitlicher Abstand) und die ehemaligen Genossen hatten ohnehin Grund genug, das Thema unter der Decke zu halten. Was ich gelesen und gehört habe, muss das sowjetische Straflager Buchenwald ähnlich brutal gewesen sein, wie in der Nazizeit. Überhaupt nicht verständlich ist die übergroße Instinktlosigkeit der SMAD, genau dieses Lager für ähnliche Zwecke wiederzuverwenden. Abschließend : gehört zum Thema .



ja, ja @gert und seine ddr...
natürlich wusstest du auch nicht, dass die rote armee 1945 in ehem. wehrmachtskasernen zog, anstatt auf freiem feld zu nächtigen. du wusstest sicherlich auch nicht, dass die rote armee die unterkunftshäuser der ss- wachmannschaften im ehemaligen kz sachsenhausen und kz ravensbrück belegte und und und.... sicherlich wird dir auch nie aufgefallen sein, dass teile der ehem. kz´s bis 1992 als kasernen der gssd genutzt wurden und dadurch für die öffentlichkeit viel kleiner waren. und vom großen heinrich george (vater von götz george) und seinem ende haben dir deine altvorderen auch nie erzählt...



... und was haben die Kasernen bitte schön, mit der furchtbaren Symbolik dieser Nazilager zu tun ? Überhaupt finde ich es immer wieder erstaunlich, Gilbert, wie du ( und manchmal auch andere hier mit der entsprechenden Ausrichtung )aus ein paar Zeilen, die ich schreibe, bei mir ein angebliches Nichtvorhandensein von Wissen ableitest.
Damit ist es aber nun auch gut, das angesprochene Thema ist allseits hinlänglich bekannt und ich sehe da keinen weiteren Diskussionsbedarf, zumal ja von den Betroffenen schon fast keiner mehr lebt.


.
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#106

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 14:50
von Polter (gelöscht)
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Ist zwar am Thema vorbei, aber hinsichtlich der Nutzung der KL der Nazis interessant. Googlet man unter KL Dachau z. B. findet man fast nicht`s.
Gibt man jedoch Internierungslager Dachau ein, dann erhält man Aufklärung über die Verwaltung und Nutzung durch die Amerikaner bis 1948.
Soll keine Ablenkung sein. Nur ein Hinweis.


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#107

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 14:58
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #94

Gert, mal ne Frage. Haben Dir Deine Eltern auch erzählt,was in Ausschwitz abging,von den Massenerschießungen in Rußland von der Ausrottung der Juden,von hundertausenden verhungerten Einwohnern der Stadt Leningrads wärend der deutschen Blockade und der Vernichtung von hunderten von Dörfern und Städten in Russland und man könnte noch so viel aufzählen.Aber sicherlich haben sie Dir nichts davon erzählt--weil sie ja von nichts wussten.Aber es ist die Wahrheit- Auch Deutsche haben sich in Russland benommen wie Tiere und in großen Stil gemordet.Morde an Unschuldigen--was den Vorstellungen an unmenschlichkeit weitaus übertraf. Aber von so manchen User,kann man nicht erwarten,das er davon schreiben kann.


Rostocker das ist doch ermüdend, was du da schreibst, ist doch alles bekannt. Nein meine Eltern haben mir nichts von den Lagern erzählt, weil sie offenbar nichts genaues davon wussten und weil sie gottseidank auch nicht dabei waren, so sagten sie mir jedenfalls. Mein (Stief) -vater hat als Pilot eines Nachtjägers fast den ganzen Krieg auf der Insel Sizilien gedient und sich mit den Engländern über dem Mittelmeer herumgekloppt. Ich habe mir das Wissen selbst angeeignet. Vielleicht kennst du das Buch von Eugen Kogon, der SS Staat. Da kannst du sehr gut nachlesen, was meine Generation Eltern und Großeltern angerichtet haben. Lies das mal, dann bist du im Bilde. Ist schon seit den 50er Jahren auf dem Markt..

Nun zu deiner Reaktion . Das Thema lautete meine ersten Erlebnisse mit den Russen ( in der Nachkriegszeit ). Noch Fragen, ?




@Gert, es ist schon erstaunlich, über alles wußten Deine Eltern nicht Bescheid aber was in Buchgenwald nach 1945 geschah das wußten sie ganz genau! Sag mal glaubst Du wirklich an das was Du da so schreibst?

Auch sehr niedlich vvon Dir: So etwas haben die Amerikaner nicht gemacht.

Die Amerikaner haben genau wie die Briten die Konzentrationslager nach 1945 zur Internierung von Nazis und angeblichen Nazis genutzt.
Und es waren ebenfalls die Amrikaner welche 1948 ! eine Gruppe von Migliedern des "Wehrwolfes" wegen vielfachen Mordes zum Tode und zu lebenslangen Zuchthausstrafen verurteilte.
Das diese Urteile unmittelbar nach Gründung der Bundesrepublik aufgehoben wurden und alle Verurteilten im Zeitraum von 1950 bis 1956 frei kamen steht auf einem anderen Blatt.
Es waren nachgewiesene Morde. am Ort des Geschehens findet auch Heute noch eine jährliche Gedenkveranstaltung für die Ofer statt.

Es ist auch nicht exakt hier zu schreiben das nach der Kapitulation hauptsächlich durch die Russen "Massenvergewaltigungen" stattgefunden haben. Während der Kriegshandlungen gab es diese Vorfälle, danach wurden diese Täter ebenso bestraft wie jeder andere Vergewaltiger.....

Einseitigkeit kann so etwas schönes sein, leider gerät damit so manchen aus der Balance und das Blickfeld wird schief.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#108

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 16:05
von Fritze (gelöscht)
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Zur Nutzung von Dachau nach dem Krieg hat Polter ja schon hingewiesen.Da gab es dann noch ein Lager in einer grossen Rheinschleife(heute RHPF)
dort waren ca 300.000 deutsche Gefangene unter freiem Himmel hinter Stacheldraht von den Amerikanern gefangen gehalten.Da sind nicht wenige ,welche nicht nach Hause gekommen sind. "Aber sowas haben die Amerikaner nicht getan ! "
Ich denke mal ,wenn man Geschichte aufarbeiten will,sollte man zuerst die Scheuklappen abnehmen !


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#109

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 16:40
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Auch in der westlichen Besatzungszone gab es Internierungslager,wo kräftig deutsche Kriegsgefangene durch die Amerikaner gefoltert wurden.Naja das Foltern haben sie ja bis heute in ihren Kriegsgebieten nicht verlernt. Hier mal ein Tip--einfach mal bei --You Tube--eingeben--Über Galgen wächst kein Gras
Natürlich wird hier jemand--wohl schreiben--das ist nicht das Thema aber man sollte auch mal die andere Seite sehen.


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#110

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 16:44
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #107
Zitat von Gert im Beitrag #94

Gert, mal ne Frage. Haben Dir Deine Eltern auch erzählt,was in Ausschwitz abging,von den Massenerschießungen in Rußland von der Ausrottung der Juden,von hundertausenden verhungerten Einwohnern der Stadt Leningrads wärend der deutschen Blockade und der Vernichtung von hunderten von Dörfern und Städten in Russland und man könnte noch so viel aufzählen.Aber sicherlich haben sie Dir nichts davon erzählt--weil sie ja von nichts wussten.Aber es ist die Wahrheit- Auch Deutsche haben sich in Russland benommen wie Tiere und in großen Stil gemordet.Morde an Unschuldigen--was den Vorstellungen an unmenschlichkeit weitaus übertraf. Aber von so manchen User,kann man nicht erwarten,das er davon schreiben kann[/gruen].


Rostocker das ist doch ermüdend, was du da schreibst, ist doch alles bekannt. Nein meine Eltern haben mir nichts von den Lagern erzählt, weil sie offenbar nichts genaues davon wussten und weil sie gottseidank auch nicht dabei waren, so sagten sie mir jedenfalls. Mein (Stief) -vater hat als Pilot eines Nachtjägers fast den ganzen Krieg auf der Insel Sizilien gedient und sich mit den Engländern über dem Mittelmeer herumgekloppt. Ich habe mir das Wissen selbst angeeignet. Vielleicht kennst du das Buch von Eugen Kogon, der SS Staat. Da kannst du sehr gut nachlesen, was meine Generation Eltern und Großeltern angerichtet haben. Lies das mal, dann bist du im Bilde. Ist schon seit den 50er Jahren auf dem Markt..

Nun zu deiner Reaktion . Das Thema lautete meine ersten Erlebnisse mit den Russen ( in der Nachkriegszeit ). Noch Fragen, ?




@Gert, es ist schon erstaunlich, über alles wußten Deine Eltern nicht Bescheid aber was in Buchgenwald nach 1945 geschah das wußten sie ganz genau! Sag mal glaubst Du wirklich an das was Du da so schreibst?

Auch sehr niedlich vvon Dir:So etwas haben die Amerikaner nicht gemacht.

Die Amerikaner haben genau wie die Briten die Konzentrationslager nach 1945 zur Internierung von Nazis und angeblichen Nazis genutzt.[/gruen]
Und es waren ebenfalls die Amrikaner welche 1948 ! eine Gruppe von Migliedern des "Wehrwolfes" wegen vielfachen Mordes zum Tode und zu lebenslangen Zuchthausstrafen verurteilte.
Das diese Urteile unmittelbar nach Gründung der Bundesrepublik aufgehoben wurden und alle Verurteilten im Zeitraum von 1950 bis 1956 frei kamen steht auf einem anderen Blatt.
Es waren nachgewiesene Morde. am Ort des Geschehens findet auch Heute noch eine jährliche Gedenkveranstaltung für die Ofer statt.

Es ist auch nicht exakt hier zu schreiben das nach der Kapitulation hauptsächlich durch die Russen "Massenvergewaltigungen" stattgefunden haben. Während der Kriegshandlungen gab es diese Vorfälle, danach wurden diese Täter ebenso bestraft wie jeder andere Vergewaltiger.....

Einseitigkeit kann so etwas schönes sein, leider gerät damit so manchen aus der Balance und das Blickfeld wird schief.

Gruß
Nostalgiker



rot markiert .So, wo habe ich das denn geschrieben ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#111

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 16:52
von LO-Wahnsinn | 3.496 Beiträge

Zitat von erkoe im Beitrag #87
Die Kollegen von CA hatten nicht weit von unserer Crossstrecke eine Waschanlage für Panzer und Großgeräte. Das war vielleicht ne Sauerei. Von Umweltschutz keine Spur.

Aber wir hatten immer was zu Gurgeln im Beutel.


Ja ich kenne einige Plätze der Roten Armee, auch Zeitz, durch meine Arbeit 86-87 für die Sowjettruppe, da sah es nicht immer gut aus.
Aber naja, der Umweltschutz war ja fast überall östlich der Elbe dem Wort nicht gerecht.

Und das Zitat mit dem Gurgeln ist aber sehr zweideutig.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
zuletzt bearbeitet 30.08.2012 17:09 | nach oben springen

#112

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 17:05
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Nach dem Studium dieses Themas sind die Erzählungen meines Vaters (Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion 1943 bis 1953), meiner Großmutter und meiner Tanten (Flucht zu Fuß aus Ostpreußen nebst Beschuß der Frauen, Kinder und Alten von sowjetischen Tieffliegern), allesamt Makulatur.
Die Westalliirten haben es also den deutschen mit gleicher Intensität heimgezahlt wie die Rote Armee.
Man lernt halt nie aus.


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#113

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 17:05
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #106
Ist zwar am Thema vorbei, aber hinsichtlich der Nutzung der KL der Nazis interessant. Googlet man unter KL Dachau z. B. findet man fast nicht`s.
Gibt man jedoch Internierungslager Dachau ein, dann erhält man Aufklärung über die Verwaltung und Nutzung durch die Amerikaner bis 1948.
Soll keine Ablenkung sein. Nur ein Hinweis.


Polter
Ist richtig was du schriebst. Dann musst du aber auch mal untersuchen und vergleichen, welche Insassen mit welchen Zielen in Dachau und Buchenwald von den Amis resp. Russen gefangen gehalten wurden, unter welchen Bedingungen sie leben mussten usw. Erst das gibt ein Bild, was eine ordentliche und gerechte Aufarbeitung der Naziwelt betrifft..
http://de.wikipedia.org/wiki/Speziallager_Nr._2_Buchenwald
http://de.wikipedia.org/wiki/Internierungslager_Dachau


.
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Mahatma Gandhi
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#114

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 17:33
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #113
Zitat von Polter im Beitrag #106
Ist zwar am Thema vorbei, aber hinsichtlich der Nutzung der KL der Nazis interessant. Googlet man unter KL Dachau z. B. findet man fast nicht`s.
Gibt man jedoch Internierungslager Dachau ein, dann erhält man Aufklärung über die Verwaltung und Nutzung durch die Amerikaner bis 1948.
Soll keine Ablenkung sein. Nur ein Hinweis.


Polter
Ist richtig was du schriebst. Dann musst du aber auch mal untersuchen und vergleichen, welche Insassen mit welchen Zielen in Dachau und Buchenwald von den Amis resp. Russen gefangen gehalten wurden, unter welchen Bedingungen sie leben mussten usw. Erst das gibt ein Bild, was eine ordentliche und gerechte Aufarbeitung der Naziwelt betrifft..
http://de.wikipedia.org/wiki/Speziallager_Nr._2_Buchenwald
http://de.wikipedia.org/wiki/Internierungslager_Dachau




Na Gert,dann fange doch mal mit der Vorgeschichte dieser Lager an--warum und weshalb dort Insassen gefangen gehalten wurden und zu Millionenfach vernichtet wurden.Das gehört doch sicherlich auch zu ordentlichen und gerechten Aufarbeitung der Naziswelt. Du tust ja gerade so,als ob die Russen nur alles Unschuldige interniert haben. Und die lieben und braven Amerikaner haben natürlich nur die bösen Nazis interniert.Ja es ist schon schwierig,wenn man seine Haustür zwei Schritte Richtung Osten verläst und nur das Böse sieht,dann sollte man die Hintertür nehmen und das Gute suchen.
Das grün Markierte -- Bitte nicht als Vorwurf auffassen.


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#115

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 17:43
von Alfred | 6.861 Beiträge

Gert,

hast Du dich mal informiert, welche Befehle nach 1945 Geltung hatten ?

Die waren für GANZ Deutschland sehr weit gefasst, aus guten Gründen.

Und wovon sollten denn die Russen die Gefangenen ernähren ? Jahre lang hat Deutschland Russland in die Knie gezwungen, Millionen Menschen ermordert und das Land geplündert. Vergleiche bitte mal, wie viele Bomben auf die USA fielen und wie dies in der Sowjetunion aussah.


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#116

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 18:00
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Es ist doch immer wieder erstaunlich,wie bei solchen Themen ganze Völker über einen Tisch gezogen werden.Wie zum Beispiel: Die Russen oder die Amerikaner--die haben getan.Aber man stelle sich mal vor.Jemand schreibt,die Deutschen haben Millionen von Europäern vergast und bei Massenerschießungen getötet. Da würde doch hier ein Aufschrei kommen,in der Form---das waren nicht die Deutschen das waren doch die Nazis. Keiner schreibt,das aber die Nazis durch dieses deutsche Volk und den Industriellen an die Macht gekommen ist.

Sicher nicht leicht zu verstehen--das Wort ---Die


turtle, 94 und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.08.2012 18:04 | nach oben springen

#117

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 18:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich kann nicht verstehen, wie ein bisher normaler unbescholtener Bürger als Soldat in einen Krieg verrohen kann. Zu was da mancher fähig ist ,ist bekannt. Das war in allen Kriegen so, und ist heute genauso aktuell! Ich kann nicht beurteilen wodurch der Schalter im Kopf umgestellt wird, und ein Mensch zur Bestie ohne Skrupel werden kann.
Ich denke da gehört mehr wie Propaganda und Hass dazu, die den normalen Menschenverstand ausschalten. Ja die Psyche des Menschen ! Es ist allerdings nicht verwunderlich wer Wind sät bekommt Sturm zurück. 1939 brachte Nazideutschland Sturm über die Völker, zurück kam ein Orkan. Wer mit dem Feuer spielt……………
Genauso ist es für mich nicht zu verstehen wie die Propaganda der Nazis so schnell Früchte trug, und so viele Menschen zum willigen Werkzeug machte!


zuletzt bearbeitet 30.08.2012 19:13 | nach oben springen

#118

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 22:19
von stutz | 568 Beiträge

Erst wenn man ein einzelnes Schiksal aus der Anonymität herausholt und ihm ein Gesicht und einen Namen gibt, versteht man die Verhältnisse besser und kann eventuell objektiver urteilen.
Am 28. April 1985 hatte ich in der Wekstatt unseres Betriebes zu tun, als sich mir ein älterer Kollege unauffällig näherte und mir im Vorbeigehen sagte: "Heute vor 40 Jahren, um die Zeit, war ich baden."
Ich muss wohl sehr dumm aus der Wäsche geguckt haben, denn ausser dienstlichen Dingen hatten wir uns noch nie grossartig unterhalten, zumal der Kollege sehr wortkarg war und mir immer ein bißchen in sich gekehrt erschien.
Er fing dann von allein wieder an zu erzählen, dass er in einem Wassergraben, das Wasser bis zur Brust, etwa 8 Kilometer entlang gelaufen ist, ehe er sich an sicherer Stelle wieder heraus gewagt hat.
Mittlerweile waren andere Schlosser hinzu gekommen und begannen Maulaffenfeil zu halten. Unter einem Vorwand habe ich ihn dann gebeten, dass wir ein Stückchen mit dem Diensttrabbie fahren und er mir dann dabei alles erzählen könne.
Dann erklärte er mir, dass er das gar nicht erzählen dürfte, weil er unterschrieben hat, niemals uber sein Erlebtes zu berichten.
Hier also die Geschnisse, wobei ich die Ich-Form wähle;
Wir waren 4 HJler im Alter von 14 Jahren und erhielten den Auftrag die Panzerspitze der Russen, die sich aus Richtung Calau näherte. aufzuhalten. Zur Ausrüstung bekamen jeder einen Karabiner 98K mit 60 Schuss, 2 Panzerfäuste und einen Militärmantel um uns als reguläre Soldaten auszuweisen. So ausstaffiert, fuhren wir dem Feind etwa 10 Kilometer mit dem Fahrrad entgegen.
Kurz vor der Ortschaft S. sahen wir den 1. Panzer aus dem Dorf kommen. Wir warfen uns an die Böschung des besagten Grabens und ich begann automatisch das ganze Wissen, dass wir bei der vormilitärischen Ausbildung erhalten hatten, abzuspulen.
Die Visiereinrichtung der Panzerfaust hochklappen, den Panzer auf's Korn nehmen und Schuss, er brannte sofort. Der nächste Panzer versuchte den brennenden von der Strasse zu schieben und stand für kurze Zeit still. Den schoss ich dann mit meiner 2. Panzerfaust ab.
Jetzt brach ein Inferno los, weil wir mittlerweile entdeckt waren und Alles auf uns schoss. Der tiefe Wassergraben hat uns vor den Geschossen geschützt und so sind wir im Wasser gelaufen bis wir dachten, dass wir in Sicherheit wären.
Das dicke Ende ist dann 3 Tage später gekommen. Die Russen haben herausbekommen, dass ich der Jenige war, der ihren Vormarsch kurzzeitig zum Stehen gebracht hat.
Ich bin dann ins Internierungslager nach Buchenwald verbracht worden und habe da bis zu seiner Auflösung 1949 und dann im DDR-Gefängnis bis 1952 für meine Tat büßen müssen. Das schlimmste im Lager war der Hunger, vornehmlich das Jahr 1947 und die katastrophalen hygienischen Bedingungen. Ein älterer Mithäftling, der erfahren hatte, dass ich aus dem Nachbarort stammte, hatte mich dann unter seine Fittiche genommen und mir über diese schwere Zeit geholfen. Ohne diese Hilfe des alten Mannes, der mir öfters mal was zusteckte, wäre ich heute nicht mehr am Leben.
Ganz besonders kann ich mich an meinen 18. Geburtstag erinnern. Irgendwie ist er bei den Russen an ein Brot und Marmelade gekommen. Daraus hat er mir eine Torte gebastelt. Ich werde es nicht vergessen.
Wir haben dann noch eine Weile schweigend im Auto gesessen. Bis heute weiss ich nicht warum er grade mir gegegenüber sein Schweigen gebrochen hat. Zur damaligen Zeit hätte es für ihn bestimmt noch Kosequenzen gehabt oder musste er sich das Ganze mal von der Seele reden. Er ist dann nicht sehr alt geworden, wohl auch die Auswirkung des in seiner Jugend erlebten.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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#119

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 22:56
von LO-Wahnsinn | 3.496 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #112

Nach dem Studium dieses Themas sind die Erzählungen meines Vaters (Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion 1943 bis 1953), meiner Großmutter und meiner Tanten (Flucht zu Fuß aus Ostpreußen nebst Beschuß der Frauen, Kinder und Alten von sowjetischen Tieffliegern), allesamt Makulatur.
Die Westalliirten haben es also den deutschen mit gleicher Intensität heimgezahlt wie die Rote Armee.
Man lernt halt nie aus.



Du musst die Zeitleiste betrachten, wann traten die Westalilierten in den Krieg ein und wann begann die Offensive der Russen.
Wenn man das prozentual gegeneinander aufwiegt und sich mit dem 2.WK, nicht nur ostseitig, beschäftigt, sollte man zu dem Schluss kommen, dass die Westaliierten auch keine Engel waren.
Man brauch sich nur mal die Bombardierungen deutscher Städte durch die Westaliierten, nach der Kapitulation, vor Augen halten, allein die sprechen schon Bände über die angeblichen Unschuldsengel.

Makulatur ist das erlebte unserer Vorfahren natürlich nicht @Grenzwolf62, denn die geschichtlichen Ereignisse sind nunmal geschrieben.
An den Kriegsverbrechen der Deutschen und der Russen ist nichts zu beschönigen und das ist auch mit nichts zu entschuldigen.

Fakt ist aber, und vor dessen darf man die Augen nicht verschliessen wenn man die Geschichte fair aufarbeiten möchte, dass auch die Amerikaner Kriegsverbrechen begangen haben, und das obwohl der Krieg nicht auf ihren Boden war.
Man darf sich also Gedanken darüber machen, wen man, abseits jeglicher Entschuldbarkeit, mehr Rache zugestehn möchte.

Fakt ist auch, dass es bis heute rund 800.000 - 1 Million Vermisste deutsche Soldaten gibt.
Tatsache ist auch, dass in Russland die Hauptkriegsschauplätze abgegrast sind wie auch viele Archive, die Russen führten Buch.
Man darf also davon ausgehn, davon gehn mittlerweile Historiker wie auch die Verbände aus, dass ein nicht unerheblicher Teil der Vermissten westlich der Oder zu finden ist.
Fritze sprach die Rheinwiesenlager schon an, allerdings ist der momentane Wissensstand wohl so, dass die 300.000 Gefangenen nicht reichen.
Die Amerikaner, haben nach momentanen Kenntnisstand keine Aufzeichnungen hinterlassen, oder/und sie halten sie noch heute unter Verschluss, wo zum Vergleich in Russland die Archive einsehbar sind.
Ich frage mich also, als Nachfahre meines bis heute vermissten Onkels, wo er geblieben ist, und meine Frage stelle ich bewusst nach Westen über den Teich.
Das Kapitel der Kriegsverbrechen der Amerikaner steht heute noch nichtmal am Anfang.
Es wird Zeit offen darüber zu reden, und dabei MUSS jeder seine rosarote Brille absetzen, auch die, die einen grundlegenden Hass auf alles haben, was aus dem Osten und von noch weiter östlich kommt.

Geschichtliche Aufarbeitung geht nur, wenn sich alle an einen Tisch setzen und jeder gewillt ist dem anderen zuzuhören.
Aber auch weit über 60 Jahre nach dem Krieg ist man leider noch nicht überall reif dafür.

Aber um wieder zu den Russen zu kommen, denn wir sind weit ab vom Thema, in Russland gehen schon seit Jahren Russen und Deutsche ZUSAMMEN auf Kriegsgräbersuche und graben gemeinsam die Überreste von russischen und deutschen Soldaten aus, werten Achive aus etc.pp..

Was passiert im Westen? NICHTS!?
Im Gegenteil, dass Graben wurde einem sogar per Denkmalschutzauflage verboten als er Knochenreste auf seinem Grundstück fand, dass früher zum Rheinwiesenlager gehörte.
Da wird geschwiegen, vertuscht und gelogen was das Zeug hält und das finde ich eine Sauerrei.
Bei allen Verdiensten der Amerikaner, egal ob es um die Befreiung geht und die Hilfe nach dem Krieg im Westen Deutschlands, aber dieses Kapitel muss endlich mal aufgeschlagen werden, doch leider scheint das in der Politik kein zu interessieren, oder man traut sich nicht und kriecht weiter aus scheinheiliger Dankbarkeit auf den Knien herum.

Die Russen haben uns längst verziehen, dass weis ich von meinen Besuchen in Russland und die ehemalige DDR, samt seiner Bürger, hat daran einen grossen Anteil, ja sie sagen sogar, schaut nach vorn duckt euch nicht, ihr habt Grund Stolz zu sein auf das was ihr nach dem Krieg geschaffen habt.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#120

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 30.08.2012 23:11
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von stutz im Beitrag #118
Erst wenn man ein einzelnes Schiksal aus der Anonymität herausholt und ihm ein Gesicht und einen Namen gibt, versteht man die Verhältnisse besser und kann eventuell objektiver urteilen.
Am 28. April 1985 hatte ich in der Wekstatt unseres Betriebes zu tun, als sich mir ein älterer Kollege unauffällig näherte und mir im Vorbeigehen sagte: "Heute vor 40 Jahren, um die Zeit, war ich baden."
Ich muss wohl sehr dumm aus der Wäsche geguckt haben, denn ausser dienstlichen Dingen hatten wir uns noch nie grossartig unterhalten, zumal der Kollege sehr wortkarg war und mir immer ein bißchen in sich gekehrt erschien.
Er fing dann von allein wieder an zu erzählen, dass er in einem Wassergraben, das Wasser bis zur Brust, etwa 8 Kilometer entlang gelaufen ist, ehe er sich an sicherer Stelle wieder heraus gewagt hat.
Mittlerweile waren andere Schlosser hinzu gekommen und begannen Maulaffenfeil zu halten. Unter einem Vorwand habe ich ihn dann gebeten, dass wir ein Stückchen mit dem Diensttrabbie fahren und er mir dann dabei alles erzählen könne.
Dann erklärte er mir, dass er das gar nicht erzählen dürfte, weil er unterschrieben hat, niemals uber sein Erlebtes zu berichten.
Hier also die Geschnisse, wobei ich die Ich-Form wähle;
Wir waren 4 HJler im Alter von 14 Jahren und erhielten den Auftrag die Panzerspitze der Russen, die sich aus Richtung Calau näherte. aufzuhalten. Zur Ausrüstung bekamen jeder einen Karabiner 98K mit 60 Schuss, 2 Panzerfäuste und einen Militärmantel um uns als reguläre Soldaten auszuweisen. So ausstaffiert, fuhren wir dem Feind etwa 10 Kilometer mit dem Fahrrad entgegen.
Kurz vor der Ortschaft S. sahen wir den 1. Panzer aus dem Dorf kommen. Wir warfen uns an die Böschung des besagten Grabens und ich begann automatisch das ganze Wissen, dass wir bei der vormilitärischen Ausbildung erhalten hatten, abzuspulen.
Die Visiereinrichtung der Panzerfaust hochklappen, den Panzer auf's Korn nehmen und Schuss, er brannte sofort. Der nächste Panzer versuchte den brennenden von der Strasse zu schieben und stand für kurze Zeit still. Den schoss ich dann mit meiner 2. Panzerfaust ab.
Jetzt brach ein Inferno los, weil wir mittlerweile entdeckt waren und Alles auf uns schoss. Der tiefe Wassergraben hat uns vor den Geschossen geschützt und so sind wir im Wasser gelaufen bis wir dachten, dass wir in Sicherheit wären.
Das dicke Ende ist dann 3 Tage später gekommen. Die Russen haben herausbekommen, dass ich der Jenige war, der ihren Vormarsch kurzzeitig zum Stehen gebracht hat.
Ich bin dann ins Internierungslager nach Buchenwald verbracht worden und habe da bis zu seiner Auflösung 1949 und dann im DDR-Gefängnis bis 1952 für meine Tat büßen müssen. Das schlimmste im Lager war der Hunger, vornehmlich das Jahr 1947 und die katastrophalen hygienischen Bedingungen. Ein älterer Mithäftling, der erfahren hatte, dass ich aus dem Nachbarort stammte, hatte mich dann unter seine Fittiche genommen und mir über diese schwere Zeit geholfen. Ohne diese Hilfe des alten Mannes, der mir öfters mal was zusteckte, wäre ich heute nicht mehr am Leben.
Ganz besonders kann ich mich an meinen 18. Geburtstag erinnern. Irgendwie ist er bei den Russen an ein Brot und Marmelade gekommen. Daraus hat er mir eine Torte gebastelt. Ich werde es nicht vergessen.
Wir haben dann noch eine Weile schweigend im Auto gesessen. Bis heute weiss ich nicht warum er grade mir gegegenüber sein Schweigen gebrochen hat. Zur damaligen Zeit hätte es für ihn bestimmt noch Kosequenzen gehabt oder musste er sich das Ganze mal von der Seele reden. Er ist dann nicht sehr alt geworden, wohl auch die Auswirkung des in seiner Jugend erlebten.


Ja Stutz--eine nachdenkliche Erzählung-Danke.Und nun stellt man sich die Frage.Wie wäre es einen russischen Jungen in den gleichen Alter ergangen,der bei den Partisanen gekämpft hat und eine ähnliche Aktion durchgeführt hätte.Gegen die deutsche Besatzungsmacht.Wer er in einen Lager (KZ)zu vernichtung gekommen oder hätte man ihm gleich am nächsten Baum aufgehangen?


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