#21

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 21:06
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Corres
Einen Kommentar zu vorhergegangenen Beiträgen erspare ich mir.
Zahlen und Fakten bei Wikipedia und der Film mit deutscher Starbesetzung zur Leningrader Blockade durch die deutsche und finnische Militärmaschinerie:

http://webcache.googleusercontent.com/se...e=www.google.de

Leningrad-Die Blockade Teil 1
http://www.youtube.com/watch?v=GZ5p3HHu2rk&feature=related
Leningrad-Die Blockade Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=GZ5p3HHu2rk
Leningrad-Die Blockade Teil 3
http://www.youtube.com/watch?v=gkWHdpM6kjw&feature=related
Leningrad-Die Blockade Teil 4
http://www.youtube.com/watch?v=dfwYlSGMS1Q&feature=related
Leningrad-Die Blockade Teil 5
http://www.youtube.com/watch?v=cOHAXxDYGAA&NR=1

Nicht vergessen, was das faschistische Deutschland dem sowjetischen Volk angetan hat - 20 Millionen Tote!!

Corres




..................................................Nun @Corres, es ist ja ehrenwert von Dir uns hier im Forum mit dem Setzen Deiner Links Nachhilfe in Geschichte geben zu wollen, allerdings heißt das Thema dieses Thread´s Erste Erlebnisse mit den "Russen" und das dann wohl auch in der DDR! Es steht ja wohl außer Zweifel, daß die Rote Armee auf Grund des von den Deutschen verlorenen Krieges sich den Ostteil Deutschlands unter den "Nagel gerissen" hatte. Das war hier aber überhaupt nicht die Frage und ich kann deswegen überhaupt nicht verstehen, was Dein "Ablenkungsmanöver" anders zu bedeuten hat als , wie wurde mir hier doch des öfteren von ehemaligen MA des MfS so gerne vorgeworfen, eine andere "Baustelle" eröffnen zu wollen. Statt dessen eröffne doch einen eigenen Thread für das Thema "Belagerung von Leningrad" und wegen mir auch "wer weiß was noch", aber laß uns hier von den Russen reden, von Denen, die sich nach dem Krieg bei uns in Deutschland aufgehalten hatten!!
Schönen gruß aus Kassel.


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#22

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 21:14
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

wosch irgendwie hast du den Eröffnungsthread von Turtle wohl nicht verstanden?

Geh zurück auf Anfang ,denke nach und komme nach einer Bedenkpause eventuell wieder


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#23

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 21:29
von Corres | 271 Beiträge

Lieber Wosch,
wäre es theoretisch möglich, dass die Familie des Soldaten, auf
dessen Schoß Du saßest und von ihm Weißbrot mit Zucker gefüttert bekamst,
in Leningrad in den Jahren 1941 bis 1944 verhungert sein könnte?

Vielleicht erkennst Du jetzt den Zusammenhang zu meinem vorherigen Thread -
und wenn nicht versuch es mit Nachdenken!


Corres


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 21:31 | nach oben springen

#24

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 21:40
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von PF75
zitat gert

"Hätte man doch auf Churchill gehört, der da vorgeschlagen hatte das Abkommen von Jalta zu brechen und die Westalliierten an der Elbe stehen zu lassen. Uns in Thüringen wäre viel erspart geblieben."

meinste du nicht auch das dann die kampfhandlungen auf deutschem boden weiter gegangen wären ?
Wäre das für die bevölkerung besser gewesen,wo möglicht wäre es auch zum kernwaffeneinsatz in deutschland gekommen(hätten sich alle sicherlich gefreut)

@PF 75 es hätte mitnichten Kampfhandlungen auf thüringer und sächsischem Boden gegeben. Die USA hatten das Kernwaffenmonopol zu dieser Zeit ( die erste russische Atombombe explodierte erst 1949 ) Stalin war ein Machtmensch und er hätte sicher akzeptiert , dass die Allierten an der Elbe verharrten. Mit der Uckermark, Meck Pomm und Berlin hätte es keinen deutschen Staat unter sowj. Flagge gegeben. Dieses Restgebiet wäre nicht lebensfähig gewesen.(Der alte Fritz nannte es schon als die Streusandbüchse Preussens) Die deutsche Nachkriegsgeschichte wäre anders gelaufen.

@ turtle

wieder ein super beitrag von dir,solch eine einstellung gegenüber der Geschichte wünsche ich mir von mehr user,so könnte man sich auch mal in angenehmer atmosphäre übber die geschenisse der letzten 56-60 Jahre austauschen und auch streiten.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#25

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 21:50
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GZB1
Man sollte auch nicht die Grundursache solcher Geschichten vergessen, welche 1933 in Dt. begann!!!




@ GZB 1 den Hinweis versteh ich nicht ganz. Das Verhalten der roten Armee war schon in den Bürgerkriegen Anfang der 20er Jahre in der neu gegründeten Sowjetunion barbarisch, was hat das mit 1933 zu tun? Lies mal das Schwarzbuch des Kommunismus, da gehen dir die Augen über über die Art und Weise wie Kommunisten in Russland, China und anderswo mit Menschen umgehen. Und rechne bitte nicht wieder die Verbrechen der Nazis dagegen, ich weiss davon und ich ignoriere sie auch nicht sondern verurteile sie genauso wie die Verbrechen des Kommunismus.

Gruß Gert


.
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#26

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 21:57
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von turtle

Zitat von Greso

Zitat von turtle

Zitat von GilbertWolzow
sinn deines beitrages @turtle, wurde verstanden...


p.s. 1946 kann es keine "kalaschnikow" gewesen sein, eher eine ppsh 41 bzw. ein karabiner mosin/ nagant




Na ja Gilbert,dann war es ein Schießgewehr, das ist doch über 58 Jahre her! Du hast recht es war natürlich so ein Ding



Hallo turtle,1946 warst du 1 Jahr alt
Gruß Greso




Ach Mensch nun verdreht doch nicht alles! Wo hatte ich geschrieben das meine Erlebnisse von 1946 waren? Ich schrieb das die Russen 1946 nach Leipzig kamen. Und meine Erlebnisse über 58 Jahre her sind. Also da war ich 6-7 Jahre! Alles klar!




Peter leider muss ich dich korrigieren, die Russen kamen schon am 1.Jui 1945, das war das vereinbarte Datum für die Besetzung der vereinbarten Zonen. Bis zum 30 Juni 1945 waren US Truppen in Leipzig, die zogen dann westwärts hinter die thüringisch-hessische Landesgrenze.

Gruß Gert


.
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#27

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 22:06
von vs1 (gelöscht)
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Zitat von Pitti53
wosch irgendwie hast du den Eröffnungsthread von Turtle wohl nicht verstanden?

Geh zurück auf Anfang ,denke nach und komme nach einer Bedenkpause eventuell wieder



@ Pitti53,

in der guten hoffnung, dir sei die brille verrutscht,
solltest du das zitat, auf welches @ Wosch antwortete, bemängeln, dass war definitiv OT.

gruß vs


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#28

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 22:33
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von GZB1
Man sollte auch nicht die Grundursache solcher Geschichten vergessen, welche 1933 in Dt. begann!!!




@ GZB 1 den Hinweis versteh ich nicht ganz. Das Verhalten der roten Armee war schon in den Bürgerkriegen Anfang der 20er Jahre in der neu gegründeten Sowjetunion barbarisch, was hat das mit 1933 zu tun? Lies mal das Schwarzbuch des Kommunismus, da gehen dir die Augen über über die Art und Weise wie Kommunisten in Russland, China und anderswo mit Menschen umgehen. Und rechne bitte nicht wieder die Verbrechen der Nazis dagegen, ich weiss davon und ich ignoriere sie auch nicht sondern verurteile sie genauso wie die Verbrechen des Kommunismus.

Gruß Gert




Gert, wer austeilt sollte sich nicht wundern wenn er einstecken muss, und wenn man vom Gegner solche "schlimmen Sachen" gehört hat, sollte man sich doppelt vorsehen und dreimal überlegen, ob man sich mit ihm anlegt.
(Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus)
Aber der Großdeutsche Wahnsinn seit 1933 mit seinen Herrenmenschen wollte ja 1000 Jahre über Europa herrschen.
( ach nee, "... heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt..." )

Welches Schwarzbuch müßte man heute schreiben???


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 23:14 | nach oben springen

#29

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 16.03.2011 22:40
von utkieker | 2.926 Beiträge

Das Dorf aus dem meine Mutter stammt wurde im April 1945 von den Briten befreit. Sie wohnte zur Untermiete in der Rechtsanwaltsvilla von Wolfgang Sch. bei den ihre Mutter als Haushälterin arbeitete in Bad Kleinen am Schweriner See. Wolfgang Sch. wurde erster von den Briten eingesetzter Nachkriegsbürgermeister, die Villa wurde beschlagnahmt. Meine Großmutter wollte noch bevor sie das Haus verläßt ihren Kindern auf die Schnelle noch eine Suppe kochen und wollte zu diesen Zweck noch Zutaten aus den Keller holen wurde aber von britischen Soldaten mit rüder Gewalt und Androhung von Schußwaffen davon abgehalten. Leider haben sich die Briten nicht gerade als Gentleman benommen. Porzelan wurde gestohlen, Einrichtungsgegenstände demoliert und das Geburtstagsgeschenk (Meine Mutter wurde am Tage der Befreiung Bad Kleinens 9 Jahre alt) eine wunderschöne Puppe wurde ebenso zerstört.
Nun die Briten blieben nicht lange also zog meine Großmutter wieder in die Villa ein. Aber auch das war nur eine kurze Episode, die Briten gingen und die Amerikaner zogen ein. Wiederum verließ meine Großmutter mit ihren Kindern das Haus dafür hatten die Amerikaner meine Mutter ins Herz geschlossen und gaben "Blondie" ordentlich Schokolade ab.
Als dann im August 1945 die Russen ins Dorf einzogen brauchten die Alliierten die Villa nicht mehr und zogen es vor, ein Feldlager zu errichten.

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 16.03.2011 22:43 | nach oben springen

#30

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 05:57
von Gelöschtes Mitglied
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Gesetz der Fall, dass ich etwas aus der Reihe tanze...hier haben schon einige auf den Sack welche bekommen wegen OT dann Turtle oder wer das hier angeleiert hat wird es mir verzeihen oder mir den Kopf abreissen.... es ist doch so interessant alle Geschichten zu hoeren, da kann man doch etwas ausholen oder? oder nicht? habe ich einiges zu erzahlen: ich komme dann auch unten in die DDR und zu den 'Russen' die in Leipzig einzogen. Auch in unseren Gefilden hatten wir zwar nicht mit der SU Armee, aber doch mit vielen Russen zu tun, was sicherlich nicht ganz bekannt ist. Das was Ihr hier beschreibt ist wie ein roter Faden in meinem Buch und ich muss schon sagen, wenn ich heute das hoere, auch von russischen Freunden, dann kannn ich mich nicht wundern, dass auch wieder die Zeit nach 1989 in Deutschland nicht zur vollstaendigen Verarbeitung kommt. Es sind die Zeit und Geschehnisse nach 1945 noch nicht einmal richtig verarbeitet.
Das unterschiedliche Aufwachsen unter den beiden Grossmaechten und wie die Menschen nach dem Kriege 'belehrt' wurden war ausschlaggebend und hat die Menschen gepraegt. Bereits die tatsaechlichen Erlebnisse, die hier beschrieben werden, gehen weit auseinander und sind sehr interessant.
In unserem Dorf, an der Weser gelegen, befindet sich heute noch der grosste Bunker der Welt. Hierueber gibt es heute viele Dokumentationen. Nicht nur juedische Mitbuerger, sondern auffallend viele Russen kamen ums Leben, die zum Arbeiten an diesen UBoot Bunker herangeschafft wurden. Viele von ihnen wurden nachweislich in diesen riesigen Bau einzementiert, wenn sie hinunterfielen von den Geruesten, ob sie tot waren oder nicht. Nach dem Kriege fanden Kinder in einem Erdbunker ueber 3000 weitere Leichen, alles russische KZ Insassen. Ein KZ in der Naehe und einige Friedhoefe, ein juedischer und ein russischer Friedhof wurde erst vor einigen Jahren in Ordnung gebracht. Als die Dokumentation gefertigt wurde, gab es Morddrohungen gegen die Macher.
In dem Dorf in dem ich dann wohnte Ende der 50iger wurde viel von meinen Briten erzaehlt auch, sie sind durch die Haeuser gegangen, haben Schmuck, Geschirr, Matratzen aus den Haeusern getragen. Das gleiche haben die Amerikaner getan. (Bremen wurde von den Amis besetzt) die Doerfer ringsum gehoerten zu Niedersachsen, das damals British Niedersachsen hiess. Sie haben den Menschen, die meisten waren Frauen und Kinder, die gerade ueber die Kriegsjahre gekommen waren alles aus den Kellern geschleppt, eingemachtes, die Schweine mitgenommen. Wer sich dagegen wehrte wurde abtransportiert und ins Exil in die Luneburger Heide geschickt, so auch meine Schwiegermutter. Zwei Amerikaner wurden auch wegen Vergewaltigung eines Maedchens nicht verhaftet, sondern in die USA zurueckgeschickt. Bei uns in der Umgebung gab es auffallend viele Mulattenkinder. Viele Frauen trafen sich mit Amerikaner um zu ueberleben, welche Bedeutung hatte ein Pfund Kaffee, Schokolade oder andere Dinge des taglichen Lebens, koennen sich die allerwenigsten heute noch vorstellen. Diese Frauen wurden beschimpft, ebenso wie die beschimpft wurden, die sich mit Russen einliessen in Leipzig. Der Sohn meiner Freundin wurde stets 'Russenbalg' genannt. Wer mit Amerikaner ging wurde Neger Lillie oder Amiliebchen genannt.
Meine Grossmutter kam nicht nach Berlin, wurde von Westpreussen nach Siberien verschleppt, auch die beiden Cousinen, die junge Magd ueberlebte die erste Nacht nicht. Meine Grossmutter war so uebel zugerichtet laut Zeugen, dass sie noch 1945 im Lager dort starb. Die Cousinen kamen Jahre spaeter nach Deutschland, die eine starb im Jahr darauf, die andere konnte nie Kinder bekommen.
Ich bin dahingehend erzogen wurden von meinem Vater, die Russen zu abgrundtief zu hassen, dass ich eine Art Psychose mit mir trug fuer lange Zeit. Einseitige politsche Erziehung im Kalten Krieg tat das Uebrige dazu. Ich habe spaeter mir selbst ein Bild davon gemacht, studierte und ging durch die Jahre ab 1933 bis heute. Mir war Deutschland und was tatsachlich passiert war, nicht so gelaufig wie es vielleicht den meisten Deutschen war, zumal ich aus einer englischen Familie kam, die alles was 'Deutsch war' auch abgrundtief hasste und damit gemeint war sowohl BRD als auch DDR. Fuer diese gab es nur die 'Germans'.
Zum Thema: Ich kenne viele Erzaehlungen meiner Leipziger, die grosse Angst hatten, als sie mitbekamen, dass die Amerikaner abziehen wuerden und die Russen an ihre Stelle einmarschieren sollten. Tagelang hatten diese Frauen Angst und versteckten sich und ihre Madchen. Meine Bekannte war erst 12 Jahre alt. Sie erzaehlte mir, dass die Russen dann bei denen in der Gegend ploetzlich auftauchten; Wo Panzer und Gewehre erwartet wurden, kamen dann die russichen Pferdewagen, Troikas mit Glocken teilweise, und es gab als die Russen einzogen, das erste warme Essen und Brot, auch in den Schulen. Vergehen der Soldaten wurden hart und sogar oeffentlich bestraft sagte sie.Um zu sehen wie die Russen zurueckschlugen, muss man das gesamte Bild sehen, anders geht das nicht, und wie in der Sowjetunion die Menschen litten, besonders nach Barbarossa. Welches Elend in der ohnehin kargen Welt der entlegenen Doerfer wenn zur Winterszeit alles in Brand gesetzt wurde und die Aermsten der Armen der Natur ausgesetzt waren. Mit Brandstiftung und mit dem Toeten von alten Frauen, Maennern und Kindern entfachte man eine Wut, die dann auf unbescholtene Deutsche ausgelassen wurde beim Marsch westwaerts, waehrend und nach dem Krieg.
Die Menschen hwerden die Auswuechse und die Verarbeitung dieses fuerchterlichen Krieges nie hinter sich bringen, in den einzelnen Landern sind sie nie mit der gesamten Wahrheit konfrontiert wurden. Mein russischer Uebersetzer, ein intelligenter und belesener Mann, 62 Jahre alt, fragte mich allen ernstes vor ein paar Monaten, ob ich es richtig damit meine, dass die Rote Armee/SU deutsche Frauen nach Russland verschleppt haette, er koenne sich das nicht vorstellen. Er wusste es tatsachlich nicht. Hatte keine Ahnung davon. Ebenso wie mein russischer FO mich aufgeklart hat uber Stalingrad und deutsche Vergehen. "Angst hatte ich vor Nimietzki, immer Angst im Wald" sagte er, er war damals fuenf Jahre alt und verlor seinen Vater in Stalingrad. Mein russischer 'Papa' uber 90 Jahre mittlerweile und Rotarmist hat bestatigt, dass er wusste von den Vergehen der Roten Armee, waehrend des Krieges und auch in der der DDR, vor allem in Berlin. Diese waren angewiesen worden, nichts davon zu erzaehlen. Es wurde immer nur der grosse 'Sieg ueber den Faschismus' in den Vordergrund gestellt. Dieser Krieg hat viele Menschen auf allen Seiten verwundbar gemacht und teilweise zu Bestien gemacht, die schlimmste Bestie der Sorte Mensch, die hervorgebracht werden kann. Ich habe vor vielen Jahren persoenlich aber auch in Russland gutes uber Soldaten der deutschen Wehrmacht gehoert. Die, wenn sie in den Doerfern laengere Zeit waren alles repariert und in Ordnung gebracht haben. "Stuehle repariert haben se, meinen alten Ofen repariert, den Garten gemacht" sagten einige Babuschkas, die nur voller Lob waren. "Ja, die Deutschen, wir wollten doch gerne sie bleiben hier bei uns, so schoen haben sie alles gemacht im Dorf, so sauber und alles heile." Es waren beileibe nicht alle russischen Soldat Vergewaltiger und auch nicht alle deutschen Soldaten Verbrecher. Ich denke, immer noch ist das Wissen auf allen Seiten ungleich verteilt.
Es gibt eben kein 'einfaches Bild' vom damaligen Geschehen. Es ist oftmals immer noch ein verzerrtes, schwerwiegendes Erleben der Menschen, das unser Denken gepraegt hat ueber die Dekaden und sehr tief sitzt.
schlagt zu.......Larissa


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 06:19 | nach oben springen

#31

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 07:44
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@ Larissa

danke für deine differenzierte Betrachtung zum Thema.
Manchmal ist es eben doch besser solche Dinge mit Abstand und auch aus Sicht einer anderen Nationalität zu beleuchten.

Du bist eine echte Bereicherung für das Forum.


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 07:46 | nach oben springen

#32

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 08:40
von turtle | 6.961 Beiträge

Danke Larissa,
Prima geschrieben.Ja Larissa der turtle hat das hier angeleiert.warum sollte ich Dir den Kopf abreißen? Dein Beitrag ergänzt sich doch wunderbar mit den meinen! Es ist Geschichte, die wir vermitteln,und Zeitzeugen wie wir sind so wichtig. Ich verstehe unter so einem Forum auch Aufklärung ,das tun wir gemeinsam mit so vielen anderen Usern in unseren Beiträgen!


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 08:40 | nach oben springen

#33

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 10:20
von Corres | 271 Beiträge

Ich kann mich den Beiträgen von Larissa und Turtle voll inhaltlich anschließen.
Wenn man "Ursache" mit "Wirkung" dieses Thema betreffend vergleicht, kann man neue Erkenntnisse erlangen.
Wenn man jedoch keine Zusammenhänge erkennen will (wie so manch einer hier)
werden Beiträge schnell als OT aufgefasst!
Deutsche Geschichte ist m.M.n. nur in Zusammenhängen und mit dem richtigen
Blickwinkel auf selbige verstehbar.

Gruß vom Corres


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 10:38 | nach oben springen

#34

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 11:27
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GZB1

Zitat von Gert

Zitat von GZB1
Man sollte auch nicht die Grundursache solcher Geschichten vergessen, welche 1933 in Dt. begann!!!




@ GZB 1 den Hinweis versteh ich nicht ganz. Das Verhalten der roten Armee war schon in den Bürgerkriegen Anfang der 20er Jahre in der neu gegründeten Sowjetunion barbarisch, was hat das mit 1933 zu tun? Lies mal das Schwarzbuch des Kommunismus, da gehen dir die Augen über über die Art und Weise wie Kommunisten in Russland, China und anderswo mit Menschen umgehen. Und rechne bitte nicht wieder die Verbrechen der Nazis dagegen, ich weiss davon und ich ignoriere sie auch nicht sondern verurteile sie genauso wie die Verbrechen des Kommunismus.

Gruß Gert




Gert, wer austeilt sollte sich nicht wundern wenn er einstecken muss, und wenn man vom Gegner solche "schlimmen Sachen" gehört hat, sollte man sich doppelt vorsehen und dreimal überlegen, ob man sich mit ihm anlegt.
(Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus)
Aber der Großdeutsche Wahnsinn seit 1933 mit seinen Herrenmenschen wollte ja 1000 Jahre über Europa herrschen.
( ach nee, "... heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt..." )

Welches Schwarzbuch müßte man heute schreiben???





Wen bezeichnest du hier als deinen Gegner ?

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#35

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 11:44
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Nicht dich Gert,

ich meine hier das damalige Nazi-Deutschland in Bezug auf die UdSSR!


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 11:48 | nach oben springen

#36

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 11:47
von Gert | 12.356 Beiträge

@Larissa, habe deine Schilderung aufmerksam gelesen und sie gefällt mir sehr gut, weil sie der Realität entspricht .
Ich sage immer , Gottseidank, dass ich nicht 20 Jahre früher geboren wurde, sonst hätte ich voll in dieser " Sch..." dringehangen.
Ich gehöre zu der Nachkriegsgeneration, die aus der Geschichte gelernt hat. Wir haben Reeducation erfahren und dazu beigetragen, dass das deutsche Volk mit dieser verhängnisvollen Vergangenheit abgeschlossen hat.
Deswegen verurteile ich auch vehement alle totalitären Regime auf der Welt, das schließt den Faschismus aber auch den Kommunismus mit ein. Mir braucht kein beschi... er Funktionär zu sagen, wie ich glücklich werden soll und was ich zu tun und zu lassen habe. Ich erfülle meine bürgerlichen Pflichten gegenüber dem Staat und damit hat es sich mit dem Staat, um es italienisch zu sagen, e basta.

Gruß aus dem Rheinland


.
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#37

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 11:48
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GZB1
Nicht dich Gert,

ich meine hier das damalige Nazi- Deutschland in Bezug auf die UdSSR!




OK, Gruß Gert


.
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#38

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 14:43
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Mir haben die Russen mal mein Fahrrad kaputt gemacht....die waren mal zum Kartoffelnsortieren bei uns im Dorf eingespannt und wir Knirpse liehen ihnen mal in der Pause unsere Fahrräder....jau und dann sind se da doch was rabiater mit umgegangen, dann wir erwartet haben und da war der Rahmen dann durch.....und ich war sauer.....ich hab nie wieder einen Russen mein Fahrrad geliehen.....

groetjes uit Meer/België

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#39

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 16:06
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Gert
@Larissa, habe deine Schilderung aufmerksam gelesen und sie gefällt mir sehr gut, weil sie der Realität entspricht .
Ich sage immer , Gottseidank, dass ich nicht 20 Jahre früher geboren wurde, sonst hätte ich voll in dieser " Sch..." dringehangen.
Ich gehöre zu der Nachkriegsgeneration, die aus der Geschichte gelernt hat. Wir haben Reeducation erfahren und dazu beigetragen, dass das deutsche Volk mit dieser verhängnisvollen Vergangenheit abgeschlossen hat.
Deswegen verurteile ich auch vehement alle totalitären Regime auf der Welt, das schließt den Faschismus aber auch den Kommunismus mit ein. Mir braucht kein beschi... er Funktionär zu sagen, wie ich glücklich werden soll und was ich zu tun und zu lassen habe. Ich erfülle meine bürgerlichen Pflichten gegenüber dem Staat und damit hat es sich mit dem Staat, um es italienisch zu sagen, e basta.
Gruß aus dem Rheinland




Gertchen, wenn die Politiker daraus gelernt haetten aus den vergangenen Jahrzehnten, nur,leider nicht geschehen........ zu den verschiedenen 'Ismen' Ein Bekannter sagt immer, dass er bei jeglicher Art von 'ISMUS' zusammenschreckt, dazu gehoert auch Imperialismus dann fuer mich! Ich bleibe meiner Ideologie treu. Deshalb bin ich weder ein Diktator oder ein ekelhafter Mensch, im Gegenteil. Das hat meine 'Reeducation' so mit sich gebracht......und bei den Zwiebeltuermen bin ich dann haengengeblieben. Das nur mal eingeworfen.Trotzdem freue mich, dass Du Dir die Geschichten vom Story Teller Larissa, die auch den Tatsachen entsprechen, gefallen haben. Auch wie Turtle erzaehlt, wie er es erlebt hat, mit Kinderaugen teilweise, interessanter kann es nicht sein. Wie war es noch, Kinder und Besoffene sprechen die Wahrheit. Einfach aufschreiben die Erlebnisse oder mal erinnern was die Alten erzaehlten, was auch immer. Ich denke eben, da gibet es so viel noch, dass leider nie erzaehlt wurde. Geschichtlich gesehen, haben die Deutschen eine weitaus groessere 'Verwandtschaft' zum russischen Volk und gemeinhin zum russischen Reich als Amerikaner oder Englaender jemals haben werden. Dieser furchtbare Krieg hat viel kaputtgemacht. Und Geschichte zu verfaelschen ist das Schlimmste was wir tun koennen. Nur wienn wir offen darlegen von allen Seiten, wird das Elend auch auf allen Seiten ersichtlich, es nuetzt nix sich von Hass oder von Narben den Weg diktieren zu lassen.
Gruesse aus Kentucky, larissa
(Italienisch sprichst Du auch? Bella Italia! Das erinnert mich auch geschichtlich an das roemische Reich, an diese schwarzhaarigen blauaeugigen die weit ueber das Rheinland hinaus gen Norden strebten. Habe ofter mal Ausgrabungen besucht als Hobby-Archeologin. Habe einen Schwiegersohn aus dem Rheinland, der heisst bei mir nur 'Roemer'.
Okay okay okay OT..........)


zuletzt bearbeitet 17.03.2011 16:14 | nach oben springen

#40

RE: Erste Erlebnisse mit den "Russen"

in DDR Zeiten 17.03.2011 16:28
von Sachsendreier (gelöscht)
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......@wir haben Reeducation erfahren und dazu beigetragen, dass das deutsche Volk mit dieser verhängnisvollen Vergangenheit abgeschlossen hat.

Lese ich das richtig ?...und was war das Ziel dieser Reeducation (übrigens unter massiven Einfluss der späteren CIA), daß das deutsche Volk mit der Vergangenheit abgeschlossen hat ? Hier liegt doch ein offensichtlicher Trugschluß vor.
Gegenüber den Alliierten ist Deutschland immer noch Feindstaat (Feindstaatenklausel - UN), nur mal ein Beispiel.
Diese Umerziehung/Umschulung , übrigens auf beiden Seiten (DDR bis 1990) ist doch einzuordnen in die Rolle von Siegern zu Besiegten (vorausgegangen die Konferenzen von Teheran, Jalta) und dem fortschreiten des "Kalten Kieges) und der Festigung der Militärblöcke.


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