#41

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 00:12
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Jawa 350
Ich habe so langsam den Eindruck, das wir Grenzer von Schreiberlingen, Bücherschreibern usw. ausgenutzt werden. Manche bringen ein Buch raus oder verdienen sogar durch einen Film oder anderen Dokomentationen sehr viel Geld! Und wir haben die Zuarbeit kostenlos geleistet!
Wer so etwas gewerblich macht soll wenigstens zu einer Spende für das Forum aufgefordert werden !



Stimmt das Forum ist eine riesige Quelle an Infos ,daraus könnte viel Kapital geschlagen werden!
Aber dieses Forum klärt in erster Linie auf,und ist in seiner Zusammensetzung ungewöhnlich ,fast schon einmalig!
Für mich war es auch immer wichtig das es der Versöhnung,dem Verständnis,und der Wahrheit dienen sollte.
Schießbefehl ja oder nein, da wird es weiter hin und her gehen. Je nach dem auf welcher Seite wir standen oder von welcher Seite es wir sehen wollen. Das geschossen wurde und oftmals ohne unmittelbare Gefahr für die Grenzer ist doch wohl unbestritten. Das dafür belohnt wurde ist doch bestimmt auch nicht gelogen.Es soll sich auch niemand outen der geschossen hat,das muss er schon selber mit seinem Gewissen abmachen. Aber wie auch immer für mich war es ein Schießbefehl egal wie ihr es nennen wollt,diese Grenze war dazu da Grenzverletzer notfalls zu vernichten ob durch Minen oder SM70 ja verdammt nochmal auch durch die Waffe in der Hand!
Sicherlich war dabei mancher mit der Situation überfordert,hatte selber Angst,und ich räume auch ein sie wussten nicht wem sie vor sich haben,wie weit würde der Grenzverletzer gehen,ist er bewaffnet oder nicht! Ich bin aber nach wie vor überzeugt die Mehrheit der Flüchtlinge war nicht bewaffnet und wollten nur so schnell wie möglich diese Grenze überwinden. Jugendliche ,halbe Kinder waren ebenfalls unter den Erschossenen an dieser Grenze. Und alles ohne Schießbefehl? Da müssen aber einige Kameraden das mit der Schusswaffengebrauchsbestimmung quasi auch als Schießbefehl gesehen haben! Sonst hätte es doch weniger Erschossene geben dürfen. Oder? Wo sind die die sagen ja ich habe das als Schießbefehl gesehen,auch wenn es nicht ausdrücklich gesagt oder genauso geschrieben stand! Schuldig waren nicht die Grenzer ,schuldig war die Politik mit ihrer eingetrichterten Ideologie,dem suggestiertem Feindbild, der kalte Krieg . Aufklärung ist doch manchmal sehr schwer !
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 07.03.2011 00:18 | nach oben springen

#42

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 00:23
von student | 89 Beiträge

Da ich ebenfalls Politikwissenschaft studiere, ist es für mich sehr interessant, wie man zu der Aufgabenstellung kommt, zu einem so komplexen Thema ein Plakat anfertigen zu sollen. Wofür soll denn das Plakat genutzt werden ? Außerdem zeigt die Verwirrung, die durch nachlässiges Zitieren (und die Schußwaffengebrauchsbestimmung mit halbverbindlichen Appellen an Pseudo-Grenzer in einen Topf zu werfen ist nachlässiges Zitieren) entstanden ist, zeigt, daß der Komilitone offenbar in einiger Nähe zu adligen Nachlässig-Zitierern wandelt. Wenn man sich mit einer solchen Thematik auseinandersetzen will, dann sollte man sorgfältig zwischen tatsächlich rechtsverbindlichen Festlegungen und propagandistischem Gerede unterscheiden. Außerdem zeigen einige Zitate, daß man offenbar nicht in der Lage ist, die Schußwaffengebrauchsbestimmung bei relativ normaler Lage von den Festlegungen zur Anwendung der Schußwaffe im Verteidigungsfall abzugrenzen. Mich würde das Plakat auch interessieren (vor meinem Politikwissenschaft-Studium hab ich auch ein Studium als Grafik-Designer abgeschlossen), wahrscheinlich geht es dann in die Richtung der knochenabnagenden Bolschewisten, wie man es gerne in den Vierzigern genommen hat. Beschäftigung mit der Thematik ist legitim, aber denjenigen, dem eingefallen ist, dieses Thema auf ein Plakat zu bringen, den würde ich schon gerne mal kennenlernen.


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#43

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 00:41
von student | 89 Beiträge

Und eine notwendige Ergänzung: Die Schußwaffengebrauchsbestimmung an der Grenze unterschied sich nur marginal von der allgemeinen. Bei der Ausbildung an der Offiziersschule wurden diese Bestimmungen auch näher erläutert, und es ist typisch nicht nur für die DDR-Führung, sondern im Prinzip für alle Regimes, die auf Delegation von Gewaltanwendung beruhen (der Parlamentarismus ist so ein Regime), daß im Endeffekt der Letzte in der Befehlskette auf der Grundlage seines Verständnisses, unter Streß und in der DDR noch mit der Aussicht auf disziplinarische oder sogar strafrechtliche Verfolgung die endgültige Entscheidung zu treffen hat. Es ist auch heute typisch, daß gewählte Volksvertreter Soldaten in einen Einsatz schicken, bei dem es um Leben und Tod gehen kann, und sie anschließend von Leuten, die nie in einem solchen Einsatz gewesen sind, für ihre in Extremsituationen getroffenen Entscheidungen zur Verantwortung gezogen werden. Und das mit Vorstellungen und Begründungen, bei deren Lektüre einem die Haare zu Berge stehen. Mir wurde als Offiziersschüler beigebracht, daß die Anwendung der Schußwaffe gerechtfertigt ist, wenn ein Grenzdurchbruch mit anderen Mitteln, insbesondere Manöverhandlungen, nicht verhindert werden kann, es sei denn, es treffen die Voraussetzungen der Schußwaffengebrauchsbestimmung zu, die den Einsatz der Schußwaffe verbindlich verbieten. Und so habe ich es auch an meine Unterstellten weitergegeben. Den Vorgesetzten, der seinen Unterstellten befohlen hat, sie sollen an der Grenze auf alles ballern, was sich bewegt, wird man nicht finden – höchstens vielleicht auf dem Plakat, das da entstehen soll.


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#44

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 02:08
von student | 89 Beiträge

Und noch eine Ergänzung. Das mit dem Kommilitonen nehme ich zurück, ohne das Gymnasium geringschätzen zu wollen. Es klingt nur sehr nach "Male ein Bild und singe ein Lied dazu ..." Wenn man sich auf die Schußwaffengebrauchsbestimmung kapriziert, dann muß man der Vollständigkeit halber auch erwähnen, daß sie -jedenfalls in meiner Dienstzeit- tatsächlich einmal außer Kraft gesetzt wurde. Nach dem Abbau der SM 70 durch Gartenschläger galt bis Mai der Befehl, daß entgegen der Schußwaffengebrauchsbestimmung warnungslos auf alle Personen zu schießen sei, die sich der Anlage 501 nähern. Das führte letztlich zu dem -auch bereits erwähnten- Zwischenfall an der Straße Gadebusch - Ratzeburg, wo ein Zivilist ziemlich schwer verletzt wurde. Das als "Schießbefehl" zu bezeichnen, wäre sicher nicht verkehrt, aber er galt nur sehr begrenzte Zeit und wurde auch stets als außerordentliche Maßnahme dargestellt.


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#45

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 08:04
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Pitti53

Zitat von wosch

Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch
von mir zum Beispiel gibt es Alles kostenlos, allerdings kann ich zum Thema "Schießbefehl" wenig beitragen



Weshalb der Beitrag nicht nur kostenlos war, sondern auch umsonst....





.....................................Wenn Du meinst!
Schönen Gruß aus Kassel.





mein ich auch





...........................................Pitti, wenn es nicht so wäre, hätte es mich auch sehr gewundert!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#46

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 08:29
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Stabsfeld
Während meiner Dienstzeit von 80 - 89, habe ich diese Sätze nie gelesen oder gehört ! Bei einer Vergatterung wurde immer darauf hingewiesen, daß die Schußwaffe nur dann anzuwenden ist, wenn das Leben des Postens oder des Postenführers in Gefahr ist.
Stabsfeld


Bei wievielen Grenztoten war denn tatsächlich Gefahr für das Leben des Postenführers oder des Postens gegeben?
Z.B. Peter Fechter zählt wohl nicht dazu, oder?

Cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 07.03.2011 09:29 | nach oben springen

#47

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 11:08
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@stabsfeld,

ich weis ja nicht wo du von 1980 - 89 gedient hast, aber solche einschränkenden Festlegungen gab es ab Mitte der 80er nur bei Staatsbesuchen/ besonderen Festlichkeiten der DDR (Sicherungsperiode/ verstärkte Grenzsicherung) oder ab Anfang April 1989.
Ansonsten galt das Grenzgesetz bzw. die speziellere Dienstvorschrift DV 18/0/009 für den Grenzposten.


zuletzt bearbeitet 07.03.2011 12:15 | nach oben springen

#48

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 16:52
von Fighter3 (gelöscht)
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Hallo,

leider ist die Diskussion - wie es Angelo übrigens bereits vorausgesagt hat - völlig vom Thema abgewichen. Da ich zum Teil persönlich angegriffen wurde, sehe ich mich gezwungen dazu einmal Stellung zu nehmen:

1.) Ich habe hier mit den Recherchen zu dem Projekt angefangen, dieses ist nicht ausgereift und daher habe ich auch noch nicht in allen Bereichen Kenntnisse.
2.) Niemand kann mir erzählen, dass es an der Grenze keinen Befehl zum Schießen gab. Dieser war natürlich nie offiziell festgeschrieben und war sicher auch an bestimmte Bedingungen geknüpft - scharf geschossen wurde trotzdem. Wie sonst lassen sich die hunderte Mauertoten erklären.
3.) Ein Plakat muss nicht plakativ sein (denn dies wäre sicher nicht der richtige Weg mit dem Thema umzugehen), es kann auch nur informieren. Das man nicht alle Aspekte dieses Themas auf ein Plakat (Größe A1) fassen kann ist mir und wohl auch jedem Betrachter klar. Es soll nur ein kleiner Einblick sein, der eventuell Schüler motiviert, weiter an dem Thema dranzubleiben und sich zu informieren.

Ich würde nun darum bitten, dass die Diskussion bitte hier nicht weitergeführt wird. Gerne könnt ihr aber auf meinen Beitrag antworten, zu meiner Arbeit (bzw. den Vorstellungen davon) Stellung nehmen oder euch als Hilfe für ein Interview anbieten.


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#49

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:02
von exgakl | 7.229 Beiträge

Zitat von Fighter3
Hallo,

leider ist die Diskussion - wie es Angelo übrigens bereits vorausgesagt hat - völlig vom Thema abgewichen. Da ich zum Teil persönlich angegriffen wurde, sehe ich mich gezwungen dazu einmal Stellung zu nehmen:

1.) Ich habe hier mit den Recherchen zu dem Projekt angefangen, dieses ist nicht ausgereift und daher habe ich auch noch nicht in allen Bereichen Kenntnisse.

das ist mir mit Entsetzen aufgefallen

2.) Niemand kann mir erzählen, dass es an der Grenze keinen Befehl zum Schießen gab. Dieser war natürlich nie offiziell festgeschrieben und war sicher auch an bestimmte Bedingungen geknüpft - scharf geschossen wurde trotzdem. Wie sonst lassen sich die hunderte Mauertoten erklären.

es gab wie schon des öfteren erklärt gesetzliche Regelungen zum Umgang mit der Schußwaffe an der Grenze zur BRD und zu Berlin-West..... keinen Schießbefehl!!! wie kommt es, daß ich immer von einem "nicht festgeschriebenen Befehl höre? Wurde der durch "stille Post" übermittelt? Ja mitunter ist es schon schwer, wenn man Fragen stellt und dann nicht die Antwort bekommt, die man erwartet hat oder von der man bisher glaubte, daß es die richtige sei......
Der Herr Niemand kann Dir dazu aber auch nichts mehr sagen, da er am 1.8.1973 verstorben ist (als Anhang ein Bild vom Herrn Niemand, der hatte ja schließlich die Absicht eine Mauer zu errichten)

3.) Ein Plakat muss nicht plakativ sein (denn dies wäre sicher nicht der richtige Weg mit dem Thema umzugehen), es kann auch nur informieren. Das man nicht alle Aspekte dieses Themas auf ein Plakat (Größe A1) fassen kann ist mir und wohl auch jedem Betrachter klar. Es soll nur ein kleiner Einblick sein, der eventuell Schüler motiviert, weiter an dem Thema dranzubleiben und sich zu informieren.

Ich würde nun darum bitten, dass die Diskussion bitte hier nicht weitergeführt wird. Gerne könnt ihr aber auf meinen Beitrag antworten, zu meiner Arbeit (bzw. den Vorstellungen davon) Stellung nehmen oder euch als Hilfe für ein Interview anbieten.




Anhang: Bild vom Herrn Niemand

Angefügte Bilder:
P9150087.JPG

Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 07.03.2011 17:03 | nach oben springen

#50

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:23
von Fighter3 (gelöscht)
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Wenn ich bereits alle wüsse (oder dies denken würde), bräuchte ich hier nicht nachfragen.

Für mich ist außerdem auch eine mündliche Anweisung ein Befehl. ...und nicht nur Herr Niemand hatte die Absicht die Mauer zu errichten und im schlimmsten Falle auf Grenzflüchtige zu schießen.


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#51

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:26
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von student
Nach dem Abbau der SM 70 durch Gartenschläger galt bis Mai der Befehl, daß entgegen der Schußwaffengebrauchsbestimmung warnungslos auf alle Personen zu schießen sei, die sich der Anlage 501 nähern.



Wieweit war die Anlage 501 vomGebiet BRD entfernt, wurde der entsprechende Befehl so erläutert daß auch auf Personen dort zu schiessen war?



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#52

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:31
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nachdem sich hier in jedem 3 Beitrag auf die Formel der Vergatterung bezogen wird, wäre es doch einmal angebracht den besonderen millitärischen Charakter der Vergatterung herauszustellen.

Zitat von Fighter3
Für mich ist außerdem auch eine mündliche Anweisung ein Befehl.



Dann klärt sich auch ganz schnell, ob eine Vergatterungsformel rechtlich einen eigenen Befehlscharakter bildet.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 07.03.2011 17:40 | nach oben springen

#53

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:31
von exgakl | 7.229 Beiträge

Zitat von Fighter3
Wenn ich bereits alle wüsse (oder dies denken würde), bräuchte ich hier nicht nachfragen.

Für mich ist außerdem auch eine mündliche Anweisung ein Befehl. ...und nicht nur Herr Niemand hatte die Absicht die Mauer zu errichten und im schlimmsten Falle auf Grenzflüchtige zu schießen.



siehste.. warum stellst Du Fragen, wenn Du die Antworten nicht glaubst??? Anweisung=Befehl? Ok..... und wer hätte denn diese mündlichen Befehle 24 Stunden... jeden Tag geben sollen... angefangen vom Postenführer aufwärts?
Wie ich bereits sagte, es hat keinen Sinn Fragen zu stellen und die Antworten dann nicht zu akzeptieren.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#54

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:46
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Nachdem sich hier in jedem 3 Beitrag auf die Formel der Vergatterung bezogen wird, wäre es doch einmal angebracht den besonderen millitärischen Charakter der Vergatterung herauszustellen..



Ist nicht das besondere oder DIE Funktion der Vergatterung daß die betreffenden Soldaten für den Dienst während der Wachzeit NUR ihrem Funktionsvorgesetzten unterstellt sind, also ( vereinfacht ) ein fremder General der Luftstreitkräfte, "hohes Tier der Staatssicherheit" oder der Volksmarine NICHT einen zu beachtenden Befehl geben konnte: "nu macht mal den Zaun auf., oder abrücken....", unabhängig von Litzen, Sternen, Farben der Schulterstücke usw.



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#55

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 17:49
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

hier wird sich auf die Vergatterung bezogen.

Diese ersetzte jedoch keine bestehenden Gesetze.

Im Militärlexikon der DDR ist zu lesen: Wache -

" ... die durch die Vergatterung aus dem allgemeinen Unterstellungsverhältnis herausgelöst und zur Erfüllung einer bestimmten Gefechtsaufgabe bei gleichzeitiger Bestimmung eines neuen Vorgesetzten - und Unterstellungsverhältnisses für eine bestimmte Zeit eingesetzt wird."


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#56

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 18:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von SET800

Zitat von Feliks D.
Nachdem sich hier in jedem 3 Beitrag auf die Formel der Vergatterung bezogen wird, wäre es doch einmal angebracht den besonderen millitärischen Charakter der Vergatterung herauszustellen..

Dann klärt sich auch ganz schnell, ob eine Vergatterungsformel rechtlich einen eigenen Befehlscharakter bildet.



Ist nicht das besondere oder DIE Funktion der Vergatterung daß die betreffenden Soldaten für den Dienst während der Wachzeit NUR ihrem Funktionsvorgesetzten unterstellt sind, also ( vereinfacht ) ein fremder General der Luftstreitkräfte, "hohes Tier der Staatssicherheit" oder der Volksmarine NICHT einen zu beachtenden Befehl geben konnte: "nu macht mal den Zaun auf., oder abrücken....", unabhängig von Litzen, Sternen, Farben der Schulterstücke usw.




NEIN! Die Vergatterung ist eben nicht bloß ein reiner Akt der Unterstellung unter andere Vorgesetzte, sondern die Vergatterung ist der Beginn der Ausführung einer klaren Gefechtsaufgabe. Mithin die einzigste Gefechtsaufgabe in Friedenszeiten und dies unter Umständen auch mit scharfem Schuß !

Zitat von Prof Dr. jur. habil. Erich Buchholz / Rechtsfragen der Strafverfolgung von Hoheitsträgern der DDR durch die bundesdeutsche Justiz
Vergatterung ist — was als allgemeinkundig vorausgesetzt werden dürfte — der militärische Vorgang der Herauslösung der Soldaten, die zum Wachdienst, beziehungsweise vorliegend zum Grenzdienst, eingesetzt werden, aus dem regulären militärischen Unterstellungsverhältnis und ihre Unterordnung unter die Wachhabenden beziehungsweise Postenführer.

Bei der Vergatterung selbst, mitunter durch ein besonderes militärisches Zeremoniell unterstrichen, wird selbstverständlich an bekannte Befehle und Aufgabenstellungen erinnert (vorliegend die verfassungsrechtlich vorgegebene Aufgabe, die Unantastbarkeit der Staatsgrenze zu gewährleisten), und es werden spezifische Instruktionen für den unmittelbar bevorstehenden, räumlich und zeitlich bestimmten Wach- bzw. Grenzdienst erteilt.

Jedenfalls schafft eine Vergatterung, die von der bestehenden Befehlslage ausgeht, niemals eine eigene Befehlslage.



Somit kann auch eine Vergatterungsformel die von "Vernichten" spricht nicht, wie hier und auch bei einigen "Historikern" geschehen, als Schießbefehl ausgelegt werden! Sie begründet einfach keine neue Rechtsgrundlage für das Handeln an sich, sondern bezieht sich nur, unter einem anderen Unterstellungsverhältnis, auf bereits bestehende Befehle und Gesetze.

Damit dürfte das abschließend geklärt sein!







Analog im Übrigen auch bei der Bundeswehr...

Zitat von wiki
Der Wachauftrag wird geregelt durch verschiedene Gesetze und Verordnungen. Maßgeblich sind hierbei die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 10/6 (Der Wachdienst in der Bundeswehr), das Gesetz über die Anwendung unmittelbaren Zwanges und die Ausübung besonderer Befugnisse durch Soldaten der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte sowie zivile Wachpersonen (UZwGBw) und die Vorgesetztenverordnung (VorgV).

Der Soldat, der Wachdienst leistet, wird durch die Vergatterung für die Dauer des Wachdienstes den Wachvorgesetzten unterstellt.



Auch hier wird durch die Vergatterung die Gefechtsaufgabe "Wachdienst" mit scharfer Munition ausgelöst, jedoch, egal welche Einweisung zum Wachdienst gegeben wurde, keine neue Befehls- bzw. Rechtsgrundlage geschaffen. Die Gefechtsaufgabe "Wachdienst" wird anhand der bestehenden Befehle, Gesetze und Verordnungen, lediglich unter einem geänderten Unterstellungsverhältnis durchgeführt. Trotz des möglichen Schusswaffeneinsatz also ganz ohne Schießbefehl!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#57

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 20:27
von Stabsfeld | 69 Beiträge

[quote="GZB1"]@stabsfeld,

ich weis ja nicht wo du von 1980 - 89 gedient hast, aber solche einschränkenden Festlegungen gab es ab Mitte der 80er nur bei Staatsbesuchen/ besonderen Festlichkeiten der DDR (Sicherungsperiode/ verstärkte Grenzsicherung) oder ab Anfang April 1989.
Ansonsten galt das Grenzgesetz bzw. die speziellere Dienstvorschrift DV 18/0/009 für den Grenzposten.[/quote



Wo ich gedient habe steht in meinem Profil !



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#58

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 20:28
von Stabsfeld | 69 Beiträge

Zitat von GZB1
@stabsfeld,

ich weis ja nicht wo du von 1980 - 89 gedient hast, aber solche einschränkenden Festlegungen gab es ab Mitte der 80er nur bei Staatsbesuchen/ besonderen Festlichkeiten der DDR (Sicherungsperiode/ verstärkte Grenzsicherung) oder ab Anfang April 1989.
Ansonsten galt das Grenzgesetz bzw. die speziellere Dienstvorschrift DV 18/0/009 für den Grenzposten.





Wo ich gedient habe steht in meinem Profil !



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#59

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 20:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Das Faszinierendste in diesem Thread ist, wie die 'Abwerbung' in ein fremdes Forum (mal wieder) komentarlos übergangen wurde.
Doch nun mal eine Gegenfrage an 20jährigen Schüler. Was hat Dich, @fighter3, bewogen Dir in diesem Fach-(studium?) gerade dieses Thema herauszupicken? Und was bedeutet eigentlich Dein Nickname, hä? Übrigens 0x0000000f (ja, siebenmal die Null!) heißt, das Dein Bootsector im Nirvana weiterexistiert. Hier wäre ein HowTo, ansonsten hilft es auch die Platte in einen zweite Kiste mit gleichem OS einzuhängen und dann mal einen chkdsk laufen zu lassen, aber ist jetzt echt 'OffTopic' *grins*

Ähm, wie war jetzt noch mal die Frage!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#60

RE: Zeitzeugen für Interview zum Schießbefehl an der Grenze gesucht

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.03.2011 21:04
von Mike59 | 7.955 Beiträge

Zitat von Stabsfeld
[quote="GZB1"]@stabsfeld,

ich weis ja nicht wo du von 1980 - 89 gedient hast, aber solche einschränkenden Festlegungen gab es ab Mitte der 80er nur bei Staatsbesuchen/ besonderen Festlichkeiten der DDR (Sicherungsperiode/ verstärkte Grenzsicherung) oder ab Anfang April 1989.
Ansonsten galt das Grenzgesetz bzw. die speziellere Dienstvorschrift DV 18/0/009 für den Grenzposten.[/quote



Wo ich gedient habe steht in meinem Profil !


------------------------------------------------------------------------
Mal echt jetzt @ stabsfeld, hast du 18/009 zur Hand? Steht da was von Vergatterung drin - Ich kenne nur das die zum 24h Wachdienst gehört. Ich kenne die Texte aus der 18/9 auch nicht mehr - deswegen meine Frage. Ich persönlich habe das nicht gelehrt bekommen ,das man zum Grenzdienst vergattert wurde. Weder in Perleberg noch Suhl bzw. Nordhausen.

Der Wortlaut für eine Befehlsausgabe an einen Zug, oder vorher für eine GK muss doch da drin stehen.

Mike59


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