#41

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 15:23
von Backe | 480 Beiträge

Zitat von Zermatt

Zitat von Backe
Mein erster eigener Fernseher, mit Jugendweihegeld bezahlt, war ein Junost 603.
Der existiert noch, steht im Keller.
VG aus Brandenburg



Orginell das Teil...läuft die Kiste denn noch...?



Hab ihn schon lange nicht in Betrieb gehabt, aber zuletzt funktionierte er noch.


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
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#42

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 17:30
von Gelöschtes Mitglied
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Unser erster eigen gekaufter Farbfernseher war dieser hier .Fernseher Colormat 4506 aus dem VEB Fernsehgerätewerke Friedrich Engels Staßfurt.
Wir bekamen ihn "unter der Hand" ,nachdem wir unseren ersten eigenen Hausstand in den 80zigern gründeten.
Er hatte sogar eine Fernbedienung.
Kostenpunkt: ca. "schlappe" 6500,- ( Ostmark ) oder Aluchips
Der läuft heute noch bei einem Kollegen in dessen Gartenlaube.
Die letzte Stereoanlage war eine S 3900 von RFT mit vollautomatischen Plattenspieler etc.
War damals ein "Sahnestück" im Osten.
Auch die läuft heute noch und hat einen super Klang.
Kosten damals? Ich glaube um die 3000,- Ostmark,gekauft ca.1983.

Fotoquelle Radio: http://www.rft-sammlung.de/stereo1.html

Fotoquelle Fernseher: http://www.ddr-im-www.de/action.php?acti...ype=item&id=334

Angefügte Bilder:
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#43

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 17:46
von Südharzer | 570 Beiträge

Zitat von marc
Mein Philips-Röhren-FS ist auch schon 10 Jahre alt. Mit HD-Sat-Reciever ein astreines Bild!

(der mit eingebaute Geräte-Tod wurde bei der einzigsten Reparatur vor 5 Jahren entfernt )




Mit Scart-Anschluss ein astreines Bild???
So lange man keinen Vergleich zum richtigen HD hat könnte man das denken.


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#44

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 17:51
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Südharzer

Zitat von marc
Mein Philips-Röhren-FS ist auch schon 10 Jahre alt. Mit HD-Sat-Reciever ein astreines Bild!

(der mit eingebaute Geräte-Tod wurde bei der einzigsten Reparatur vor 5 Jahren entfernt )




Mit Scart-Anschluss ein astreines Bild???
So lange man keinen Vergleich zum richtigen HD hat könnte man das denken.



1. Kann ein analoges Bild mit hoher Bandbreite durch den Sender einem Digitalbild haushoch überlegen sein.
2. Wieviel echtes HD wird gesendet? Ohne sinnloses Bezahlfernsehen?
3. Bis jetzt ist in HD nur MDR, ARD und ZDF geiles HD. MDR hat immer noch höchste Datenrate.
4. RGB ueber Scart sollte recht gut rüberkommen.

Bei Scart-Übertragung wird aber ein analoges Signal uebtragen, der Fernseher kann daraus kein digitales HD machen. Das heisst, Du guckst mit Enschränkung, wenn Du einen HD-Fernseher hast.

Aber ein HD-Empfänger schickt trotzdem ein gutes Analogsignal via Scart, das sieht auf einer Röhre richtig gut aus. Mit Sicherheit besser als die meisten Gurken unterhalb 1000 Euro.

Entäuscht war ich auch von 3-D Geräten. Sowas von hakelige Wiedergabe...


zuletzt bearbeitet 05.03.2011 17:56 | nach oben springen

#45

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 20:15
von RalphT | 878 Beiträge

@ EDGE-Henning

Zitat
1. Kann ein analoges Bild mit hoher Bandbreite durch den Sender einem Digitalbild haushoch überlegen sein.



Der Ursprung der Übertragung ist immer analog. Wenn ein super astreines Bild übertragen werden soll, dann ist auch eine analoge große Bandbreite notwendig. Theoretisch ist das möglich. Nur praktisch gibt es da Begrenzungen. Denn es müssen viele Kanäle in den Fernsehbändern I / III / IV-V übertragen werden. Damals in der analogen Zeit war die Bandbreite bei ca. bis 5 MHz. Für HD hätte das nicht ausgereicht.
Wenn ein Signal (Audio oder Bild) digital übertragen werden muss, dann muss dafür gesorgt werden, dass in sehr kurzen Abständen das Signal gemessen wird und in ein digitales Wort (bestehend aus Nullen und Einsen) gewandelt wird. Eigentlich kein Problem. Jedoch muss das digitale Signal auch analog gesendet werden. Eine hohe digitale Auflösung erfordert eine hohe Bandbreite zum Senden. Da wir die gleichen Kanäle zum Senden beibehalten haben, gibt es natürlich auch hier eine Begrenzung der Bandbreite. (DVB-T)

Die höchste Auflösung ist nur durch eine analoge Übertragung machbar. Eine Digitalisierung, die dem analogen Ursprung recht nahe kommt, erfordert einen sehr hohen technischen Aufwand.

@ Bommelmütze2

Zitat
Ihr als Grenzer seid doch viel rumgekommen im Harz. Warum haben wir "DDR1" je nach Wetter,
ganz akzeptabl S/W emfpangen können, "DDR 2" aber so gut wie nie, nur Schneebild ohne brauchbaren
Ton. Lag das an der Feq. oder war der Sender für "DDR 2" im Harz anderswo, als DDR1 Sender?



Ganz einfach: DDR 1 hatte im Harz den Kanal 6 belegt. Das ist der Bereich III im Fernsehen. DDR 2 lag auf Kanal 34, entspricht dem Bereich IV/V im Band.
Sender, die im unteren Bereich liegen, haben ein anderes Verhalten bei der Übertragung, wie Sender die im höher frequenten Bereich liegen. FFS-Sender in den unteren Bereichen sind länger bei Überreichweiten zu sehen, als die im UHF-Bereich (IV/V). Bei denen schwankte das öfters hin und her. Komischer Weise hatte DDR 1 im Harz eine Sendeleistung von nur 100 kW. DDR 2 auf Kanal 34 pustete mit 1000 kW das Signal heraus. Der Sender DDR 1 K6 lag recht nahe an dem Bereich für UKW. Der Bereich IV/V geht bis fast 1000 MHz.

Auf meiner HP habe ich viele Testbilder, die ich meistens morgens bei Überreichweiten fotografiert habe. Ich denke, für manchen kommen da alte Erinnerungen hoch.

Es sind auch einige Testbilder aus der alten DDR zu sehen. Da ich meinen Nordmende Fernseher mit einem SECAM-Modul ausgestattet hatte, sind die Bilder in Farbe.

http://www.ralph-toman.de


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#46

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 20:26
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von RalphT
@ EDGE-Henning

Zitat
1. Kann ein analoges Bild mit hoher Bandbreite durch den Sender einem Digitalbild haushoch überlegen sein.



Der Ursprung der Übertragung ist immer analog. Wenn ein super astreines Bild übertragen werden soll, dann ist auch eine analoge große Bandbreite notwendig. Theoretisch ist das möglich. Nur praktisch gibt es da Begrenzungen. Denn es müssen viele Kanäle in den Fernsehbändern I / III / IV-V übertragen werden. Damals in der analogen Zeit war die Bandbreite bei ca. bis 5 MHz. Für HD hätte das nicht ausgereicht.
Wenn ein Signal (Audio oder Bild) digital übertragen werden muss, dann muss dafür gesorgt werden, dass in sehr kurzen Abständen das Signal gemessen wird und in ein digitales Wort (bestehend aus Nullen und Einsen) gewandelt wird. Eigentlich kein Problem. Jedoch muss das digitale Signal auch analog gesendet werden. Eine hohe digitale Auflösung erfordert eine hohe Bandbreite zum Senden. Da wir die gleichen Kanäle zum Senden beibehalten haben, gibt es natürlich auch hier eine Begrenzung der Bandbreite. (DVB-T)

Die höchste Auflösung ist nur durch eine analoge Übertragung machbar. Eine Digitalisierung, die dem analogen Ursprung recht nahe kommt, erfordert einen sehr hohen technischen Aufwand.




Ja, Astra hatte eine geringe Bandbreite. Allerdings meine ich, das heute ab Studio in Digital gesendet wird.


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#47

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 20:38
von RalphT | 878 Beiträge

Zitat
Ja, Astra hatte eine geringe Bandbreite. Allerdings meine ich, das heute ab Studio in Digital gesendet wird.



Davon kann man ausgehen. Jedoch gebe ich zu bedenken, dass eine digitale Verbreitung auch beschnitten werden kann. Denke mal ein an JPG-Bild mit hoher Auflösung und hoher Dateigröße (z.B. für einen Ausdruck) und einem Bild, welches mit einem Bildbearbeitungprogramm reduziert worden ist (z. B. für eine Homepage)
In manchen Leuten geistert immer noch die Meinung, das bei einer digitalen Übertragung alles besser sei. Leider stimmt das nicht. Wenn der Aufwand recht hoch getrieben wird, dann kommt es der anlogen Übertragung recht nahe. Jedoch wird sie diese nie erreichen.


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#48

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 20:45
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von RalphT

Zitat
Ja, Astra hatte eine geringe Bandbreite. Allerdings meine ich, das heute ab Studio in Digital gesendet wird.



Davon kann man ausgehen. Jedoch gebe ich zu bedenken, dass eine digitale Verbreitung auch beschnitten werden kann. Denke mal ein an JPG-Bild mit hoher Auflösung und hoher Dateigröße (z.B. für einen Ausdruck) und einem Bild, welches mit einem Bildbearbeitungprogramm reduziert worden ist (z. B. für eine Homepage)
In manchen Leuten geistert immer noch die Meinung, das bei einer digitalen Übertragung alles besser sei. Leider stimmt das nicht. Wenn der Aufwand recht hoch getrieben wird, dann kommt es der anlogen Übertragung recht nahe. Jedoch wird sie diese nie erreichen.



Das sind wahre Worte! Denn hier liegt der Pfeffer! Youtube ist ja auch Digital, aber das ist ja auch unter aller weibliches Schwein. Nein, so ist es. Derzeit ist Qualittativ MDR der Spitzenreiter (Technisch gesehen, nicht vom Programm her!...) gefolgt von ARD und ZDF. Der Rest ist doch stark beschnitten. Bis jetzt konnte mich noch keiner zu einer Flachgurke uebereden.


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#49

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 05.03.2011 23:57
von Bommelmütze2 (gelöscht)
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Zitat von RalphT


@ Bommelmütze2

Zitat
Ihr als Grenzer seid doch viel rumgekommen im Harz. Warum haben wir "DDR1" je nach Wetter,
ganz akzeptabl S/W emfpangen können, "DDR 2" aber so gut wie nie, nur Schneebild ohne brauchbaren
Ton. Lag das an der Feq. oder war der Sender für "DDR 2" im Harz anderswo, als DDR1 Sender?



Ganz einfach: DDR 1 hatte im Harz den Kanal 6 belegt. Das ist der Bereich III im Fernsehen. DDR 2 lag auf Kanal 34, entspricht dem Bereich IV/V im Band.
Sender, die im unteren Bereich liegen, haben ein anderes Verhalten bei der Übertragung, wie Sender die im höher frequenten Bereich liegen. FFS-Sender in den unteren Bereichen sind länger bei Überreichweiten zu sehen, als die im UHF-Bereich (IV/V). Bei denen schwankte das öfters hin und her. Komischer Weise hatte DDR 1 im Harz eine Sendeleistung von nur 100 kW. DDR 2 auf Kanal 34 pustete mit 1000 kW das Signal heraus. Der Sender DDR 1 K6 lag recht nahe an dem Bereich für UKW. Der Bereich IV/V geht bis fast 1000 MHz.

Auf meiner HP habe ich viele Testbilder, die ich meistens morgens bei Überreichweiten fotografiert habe. Ich denke, für manchen kommen da alte Erinnerungen hoch.

Es sind auch einige Testbilder aus der alten DDR zu sehen. Da ich meinen Nordmende Fernseher mit einem SECAM-Modul ausgestattet hatte, sind die Bilder in Farbe.

http://www.ralph-toman.de




Hey DANKE Ralph!!!

Jetzt weiss ich endlich bescheid. Da habe ich als Kind öfters drüber nachgedacht.

Und Deine Seite hat auch gut gefallen. Hab mir sogar Deine Antenne angeschaut.
Also Deine UHF? also die für das ZDF und die Dritten, die hat schon viel mehr Elemente als unsere. Aber unsere VHF? für
ARD hatte sogar noch mehr Elemente. Trotzdem haben wir selbst die ARD nicht gut reinbekommen (viele Berge).

Aber hat mich ja umgehauen, wie viele coole Testbilder Du bekommen hast. Wahnsinn. Gefällt mir.
Darf man fragen, wo genau Du gewohnt hast? Im Harz nicht, oder? Viele Testbilder kannte ich gar nicht.
Kannte sonst nur ARD-Hessisches Regionalprogramm (Erstes) und Hessen 3. Sonst nur NDR.
Wohntest Du sehr hoch gelegen? Oder hast Du als Fachmann das Signal "nur" optimal verstärkt?


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#50

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 07:14
von RalphT | 878 Beiträge

Zitat
Aber hat mich ja umgehauen, wie viele coole Testbilder Du bekommen hast. Wahnsinn. Gefällt mir.
Darf man fragen, wo genau Du gewohnt hast? Im Harz nicht, oder? Viele Testbilder kannte ich gar nicht.
Kannte sonst nur ARD-Hessisches Regionalprogramm (Erstes) und Hessen 3. Sonst nur NDR.
Wohntest Du sehr hoch gelegen? Oder hast Du als Fachmann das Signal "nur" optimal verstärkt?



Nein, in Bremen wohnt man ca. 4 m über den Meerespiegel . Unser Haus hatte nur 2 Etagen. Den anderen Rest musste der Mast hergeben. Ich hatte mir in diesem Thread die Bilder der Häuser angesehen mit den riesigen Antennewäldern. War schon sehr beachtlich. Dagegen war meine Konstruktion doch noch recht bescheiden.

Zu den Reichweiten muss man noch folgendes wissen: Der Sender auf dem Brocken strahlt Programme aus dem Hause MDR aus. Der MDR ist für die Region Sachen-Anhalt gedacht und nicht für Niedersachsen. Also werden die Antenenfelder auf dem Sendemast so gewählt, dass der größte Teil der Leistung nach Osten geht und ein kleinerer Teil z.B. nach Westen.
Um Deine Frage zu beantworten, dass ihr schlecht die ARD oder ZDF bekommen habt. Es könnte so gewesen sein, dass diese Sendetürme kaum nach Osten ausgestrahlt haben. Denn der NDR, HR oder BR hatten einen Versorgungsauftrag für ihre Gebiete und nicht für die DDR. Also hier liegt zumindest eine Erklärung, warum im Dorf A ein schlechterr Empfang war als im Dorf B, dass näher zum Sender lag.
Natürlich trägt auch eine besondere Verstärkung dazu bei, dass die schwachen Signale besser genutzt werden können. Wie Du auf meiner Konstruktion erkennen kannst, hatte ich 2 UHF-Antennen parallel und darunter 2 Bereich-III-Antennen parallel. Was Du aber dort nicht erkenenn kannst ist, dass jeweils die beiden Leitungen auf eine spezielle Weiche geführt wurden. Dadurch hat man bessere Eigenschaften der Antennen gehabt (Richtwirkung, Nebendämpfung, Vor-Rückverhältnis)
Denn auf Kanal 6 sendeten auch noch die Holländer. Die waren hier im Bremen in recht stark vertreten. Diese mussten ausgeblendet werden. Sonst konnte man den Sudel-Ede nicht richtig verstehen.


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#51

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 07:24
von RalphT | 878 Beiträge

Um nochmal zürück zum Thema zu kommen: Mein erster Fernseher war ein Nordmende F IV. Dieses Gerät war der erste Farbfernseher ohne Röhren. Bezahlt habe ich dafür 100 DM, als Gebrauchter. Was allerdings meine Eltern damals hatten, weiß ich leider nicht mehr. Auf jeden Fall eine Kiste mit viel Röhren und schwar-weiß natürlich.
Ach übrigens hatte ich während meiner Lehrzeit den ersten DDR-Fernseher zu Gesicht bekommen. Ich glaube weiter oben hatte Wosch einen Link eingestellt. Auf dieser Seite ist der Fernseher zu erkennen. Als wir die Kiste aufgeschraubt hatten, gab es großes Staunen. Boah, was haben die denn da für Transistoren in der DDR. Und die Leiterplatten stanken stark nach Pipi!
Und die Schältpläne dazu waren der krönende Abschluss. Ich konnte diese kaum deuten, denn ich kann kein russisch. Ich nehme an, dass viele Teile von dem großen Bruder kamen. Weiß es aber nicht. Vielleicht kann ja hier jemand etwas mehr dazu sagen.


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#52

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 07:54
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von RalphT
Um nochmal zürück zum Thema zu kommen: Mein erster Fernseher war ein Nordmende F IV. Dieses Gerät war der erste Farbfernseher ohne Röhren. Bezahlt habe ich dafür 100 DM, als Gebrauchter. Was allerdings meine Eltern damals hatten, weiß ich leider nicht mehr. Auf jeden Fall eine Kiste mit viel Röhren und schwar-weiß natürlich.
Ach übrigens hatte ich während meiner Lehrzeit den ersten DDR-Fernseher zu Gesicht bekommen. Ich glaube weiter oben hatte Wosch einen Link eingestellt. Auf dieser Seite ist der Fernseher zu erkennen. Als wir die Kiste aufgeschraubt hatten, gab es großes Staunen. Boah, was haben die denn da für Transistoren in der DDR. Und die Leiterplatten stanken stark nach Pipi!
Und die Schältpläne dazu waren der krönende Abschluss. Ich konnte diese kaum deuten, denn ich kann kein russisch. Ich nehme an, dass viele Teile von dem großen Bruder kamen. Weiß es aber nicht. Vielleicht kann ja hier jemand etwas mehr dazu sagen.


Also.......
GRUNDSÄTZLICH gabs russische Schaltpläne maximal bei Exportgeräten für Russland.
Geräte die in der DDR, BRD oder sonstige Staaten mit deutscher Sprache verkauft wurden, hatten grundsätzlich deutsche Manuale.
Der Color-20 hatte uebrigens als erster Fernsehr -weltweit-eine Ausrüstung nur mit Transistoren, wenn man mal die Bildröhre vergisst.

Übrigens: Viele CD-Player, Videorecorder etc haben noch heute Röhren! Nämlich als Anzeigemodul!!!´

Die Bauelemente waren nicht größrer oder kleiner wie im Westen, denn sie entsprachen ja den Normen. So wurden Bauelemente auch in den Westen exportiert oder umgekehrt. In einem FAll war das sogar schlimm! Nämlich bei Kondensatoren (Schneemänner"). Diese Geräte haben reihenweise den Dienst versagt. Der Ausstausch dieser Elemente bringt sofortige Besserung. Auch auf westlichen Geräten.

Was Du da gesehen hast, war sicher die sowjetische Fernsehheizung "Raduga". Ein wahnsinns Atom-Ofen, der etliche Wohnungsbrände verursacht hatte. Selbst in der UdSSR war der Fernseher verpönt. Nach einer Reihe Brände, die dieses gerät verusacht hatte, wurden die Kisten Germanisiert mit deutscher Technik.

Übrigens:
Technik aus aller Welt hatte damals einen Vorteil: es war reparierbar und dadurch Resourcenschonend. Heute gibts Müll ab Werk mit eingebauter Obsol


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#53

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 08:08
von RalphT | 878 Beiträge

Zitat
Die Bauelemente waren nicht größrer oder kleiner wie im Westen, denn sie entsprachen ja den Normen.


Ok, das mag wohl sein. Für mich waren es Bauteile, die nicht aus dem Hause Siemens, Motorala o. ä. Hersteller. Es waren Bauteile, die man nicht täglich zu Gesicht bekam.
Weist Du denn, woher die Halbleiter kamen?


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#54

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 08:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat
Aber hat mich ja umgehauen, wie viele coole Testbilder Du bekommen hast. Wahnsinn. Gefällt mir.
Darf man fragen, wo genau Du gewohnt hast? Im Harz nicht, oder? Viele Testbilder kannte ich gar nicht.
Kannte sonst nur ARD-Hessisches Regionalprogramm (Erstes) und Hessen 3. Sonst nur NDR.
Wohntest Du sehr hoch gelegen? Oder hast Du als Fachmann das Signal "nur" optimal verstärkt?



Warum sind Testbilder Kühl?
Sie sind hilfreich, wenn der Fernseher kein eigenens brauchbares Testbild liefert. Und es gibts auch heute noch, ganz, ganz selten. Ich habe das vor Jahren mal gesehen, als der Sender Inselsberg Ausfälle hatte, bzw. Ausfälle auf der Zuspielseite. Aber sorry, teresstisches Fernsehen gibts ja nicht mehr, abgesehen von DVB-T, das hier in der Berg-und-Tal Landschaft nur ganz wenige Empfangen können. Und wenn, hat man bei jeder Wettereintrübung MPEG-Artefakte. Lieber ein verauschtes Bild, als Klötzchen-TV...

Aber Testbilder gibts zuhauf im Netz :-) - wen es interessiert.
Für Ralf als DXer ist das eher eine sportliche Angellegenheit.

Im Raum Eisenach war möglich: ARD, ZDF, HR-3 (wurden auch ganz offiziell ins Kabelnetz einiger Wohngebiete mit eben Kabelnetz ab so 1978 eingespeist) DDR-1 und DDR-2. Mit etwas Mühe und besseren Antennen war auch NDR-3 und BR-3 zu Empfangen. Ab etwa 1988 (?) war auch RTL und SAT-1 möglich. Auf den privat organisierten Trödelmärkten (So hiessen bei uns Märkte, wo es alles gab, nur kein Trödel) tauchten zu der Zeit auch erste Satellitenempfangsanlagen auf.


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#55

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 09:24
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von RalphT

Zitat
Die Bauelemente waren nicht größrer oder kleiner wie im Westen, denn sie entsprachen ja den Normen.


Ok, das mag wohl sein. Für mich waren es Bauteile, die nicht aus dem Hause Siemens, Motorala o. ä. Hersteller. Es waren Bauteile, die man nicht täglich zu Gesicht bekam.
Weist Du denn, woher die Halbleiter kamen?



Naklar. VEB Elektronik Erfurt, VEB Elektronische Bauelemente Teltow usw u.s.f., die meisten Firmen waren im Kombinat VEB Kombinat Halbleitertechnik Frankfurt/O integriert.

Daneben aber auch Siemens, Toshiba etc..

Ich habe eine Computerplatine, wo ein Siemens 8086 und ein Intel CoProzessor 8087 drauf ist. Müsste der PC EC-1835 gewesen sein.

In meinem SKR-700 habe ich auch Phillips auf einem IC gelesen, welcher war das blso?

Es wurde immer aus eigenen Beständen entnommen und aus dem Ausland ergänzt.

Und es wurden auch Aufträge ans Ausland vergeben. So wurde in Japan eine Taktstrasse für festplatten gekauft. Stand auf der CoCom Liste. Daher gründete mann eine Firma in Taiwan (oder war`s Hong-Kong? weiss ich grad nicht) und liess die Anlage aufbauen. Nachdem wusste, wie alles funktionierte, baute man die Anlage ueber nacht ab und verschiffte sie in die DDR. Dort baute man dann Festplatten. Was übrigens anderswo in Europa niemals geschah :-) )

Das Cassettenlaufwerk MU-300 (Eingebaut in: SKR-700/701; SKR-550/551/, KR-2000 sowie S-D3950) wurde als Modul für die Mittelklasse als Auftrag an Toshiba vergeben, währendessen das LW-600 als hochwertiges Laufwerk eine Sonneberger/Dresdner Entwicklung ist.

Die Welt war nicht schwarz oder weiss, sondern grau!

Alle Hersteller aus der Sparte wurden im Herstellerverbund RFT (Das ist kein Kombinat/Konzern, sondern lediglich ein Warenzeichenverband!) vermarktet, manchmal auch gemeinsam mit Robotron. Die meisten Firmen aus dem Verbund gehörten zum Das Kombinat Rundfunk- und Fernsehtechnik (Das ist ein Konzern/Kombinat) und später auch zu Robotron.

Technisat Thüringen in Dippach war früher RFT Elektrotechnik Eisenach (ETE) Betriebsteil Dippach und fertigte Autoradios! Ausserdem Module für andere Hersteller (Tunerplatinen für Rundfunkempfänger z.B). Heute ist das einer der großen OEM's für Autoradios (VW/Audi/Skoda..)


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#56

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 09:43
von Bommelmütze2 (gelöscht)
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Zitat von RalphT

Denn der NDR, HR oder BR hatten einen Versorgungsauftrag für ihre Gebiete und nicht für die DDR. Also hier liegt zumindest eine Erklärung, warum im Dorf A ein schlechterr Empfang war als im Dorf B, dass näher zum Sender lag.
[...]
Sonst konnte man den Sudel-Ede nicht richtig verstehen.


Ja, aber Niedersachsen liegt schon in der BRD und im Bereich NDR. Nur wußten die ARD das wohl nicht.
War vor meiner Zeit, da haben sich die Einwohner zusammengetan -was bei uns im Westen nicht selbstverständlich
war- und haben Unterschriften gesammelt, da man ja im Westen immer ordenlich GEZ bezahlen durfte.
Das Ergebnis war die Erichtung eines ?Umsetzers? in der Nähe des Dorfes. Der sah "eindrucksvoll" mit seinen
10-20 Meter Stahlgerüst aus...bis auf die lächerlich kleine VHF-Antenne oben drauf. Kaum Verbesserung, aber die
Bundespost konnte sagen "wir haben was getan"

Das nur zur Erklärung. Jetzt wieder zu Eurem fachlichen Thema. Wollte nicht ablenken. Macht schon Spass mitzulesen.
Wegen Suddel Edde hat wohl kaum einer im Westen "Antennen-Slalom" betrieben.


zuletzt bearbeitet 06.03.2011 11:40 | nach oben springen

#57

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 09:59
von RalphT | 878 Beiträge

Zitat
Wegen Suddel Edde hat wohl kaum einer im Westen "Antennen-Slalom" betrieben.


Stimmt, das war bei mir schmückendes Beiwerk. Denn, wie EDGE-Henning schon geschrieben hatte, war das Ganze hauptsächlich ein Sport für mich.
Dieses Ganze Thema fing ca. 1981 bei mir an. Gerade in diesen Jahren kamen ganz allmählich das Kabelfernsehen auf dem Markt. Hier in Bremen wurde gleich vom ersten Tag an DDR 1 und 2 ind Farbe eingestellt. Somit konnte man die beiden Programme immer sauber empfangen. Die Zuführung der Sender wurde durch terrestische Antennen entweder auf dem Sendeturm oder von einem Hochhaus realisiert.


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#58

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 10:15
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von RalphT

Zitat
Wegen Suddel Edde hat wohl kaum einer im Westen "Antennen-Slalom" betrieben.


Stimmt, das war bei mir schmückendes Beiwerk. Denn, wie EDGE-Henning schon geschrieben hatte, war das Ganze hauptsächlich ein Sport für mich.
Dieses Ganze Thema fing ca. 1981 bei mir an. Gerade in diesen Jahren kamen ganz allmählich das Kabelfernsehen auf dem Markt. Hier in Bremen wurde gleich vom ersten Tag an DDR 1 und 2 ind Farbe eingestellt. Somit konnte man die beiden Programme immer sauber empfangen. Die Zuführung der Sender wurde durch terrestische Antennen entweder auf dem Sendeturm oder von einem Hochhaus realisiert.



Ich habe übrigens auf Videocassetten auf stellen, wo keine Informationen sind, das Testbild DDR-1 drauf :-)


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#59

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 11:37
von Landeposten (gelöscht)
avatar

Zitat von EDGE-Henning

Übrigens:
Technik aus aller Welt hatte damals einen Vorteil: es war reparierbar und dadurch Resourcenschonend. Heute gibts Müll ab Werk mit eingebauter Obsol




Hallo EDGE-Henning,interessante Beiträge.
Eine Frage hätte ich da noch mal,was ist ein eingebauter Obsol?So etwas wie eine "Sollbruchstelle"in den Transistoren?


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#60

RE: Unser erster Fernseher

in Leben in der DDR 06.03.2011 11:40
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Landeposten

Zitat von EDGE-Henning

Übrigens:
Technik aus aller Welt hatte damals einen Vorteil: es war reparierbar und dadurch Resourcenschonend. Heute gibts Müll ab Werk mit eingebauter Obsol




Hallo EDGE-Henning,interessante Beiträge.
Eine Frage hätte ich da noch mal,was ist ein eingebauter Obsol?So etwas wie eine "Sollbruchstelle"in den Transistoren?



Oha.......
Ich meinte natürlich Obsoleszenz, heute sollen ja Geräte kaputt gehen.


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