#1

Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 18:44
von Franky | 31 Beiträge

Hallo zusammen,

habe mal eine Frage. In meiner Zeit als Grenzer wurden die Minenfelder geräumt und durch den Metallgitterzaun ersetzt. Die Räumung erfolgte durch Personal in Tarnanzügen ohne Rangabzeichen, die auf dem Bauch liegend (mit Gesichtsschutz) mit rot/weißen Vermessungsstangen nach alten russischen Holzkastenminen stokerten. Dabei gab es auch etliche Schwerverletzte. Mich würde einmal interessieren, welche Leute da herangezogen wurden. Wir hatten die Vermutung, dass es sich eventuell um Strafgefangene handeln könnte.

Gruß Franky



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#2

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 18:49
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Franky
Hallo zusammen,

habe mal eine Frage. In meiner Zeit als Grenzer wurden die Minenfelder geräumt und durch den Metallgitterzaun ersetzt. Die Räumung erfolgte durch Personal in Tarnanzügen ohne Rangabzeichen, die auf dem Bauch liegend (mit Gesichtsschutz) mit rot/weißen Vermessungsstangen nach alten russischen Holzkastenminen stokerten. Dabei gab es auch etliche Schwerverletzte. Mich würde einmal interessieren, welche Leute da herangezogen wurden. Wir hatten die Vermutung, dass es sich eventuell um Strafgefangene handeln könnte.

Gruß Franky


---------------------------------------------
Wie kommst du denn zu dieser Vermutung, wegen der vielen Sicherungsposten oder was? *kopfschütteln*
Mike59


Feuerwerker1948 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 18:56
von Franky | 31 Beiträge

Hallo Mike59,

weil sich jemand freiwillig so etwas nicht antut.



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#4

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:02
von Landeposten (gelöscht)
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Hallo,ich als laie könnte mir vorstellen,daß spätestens nach--wenn nicht sogar vor-- dem ersten Schwerverletzten die weiteren Minen mit technischen Hilfsmitteln wie zb.Räumpanzer beseitigt wurden.Diese Art von Dir beschriebenes Himmelfahrtskomando kann ich mir nicht vorstellen.
Strafgefangene hatten ausserhalb an ihrer Kleidung immer einen gelben Streifen auf dem Rücken und an den Seiten.


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 19:04 | nach oben springen

#5

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:19
von Corres | 271 Beiträge

Zitat von Franky
Hallo Mike59,

weil sich jemand freiwillig so etwas nicht antut.



Ich dachte bisher immer, dass es beim Militär Befehle gab/gibt?
Heutzutage wird ja auf freiwilliger Basis sogar Krieg geführt, wo
es dort bedeutend gefährlicher zugeht, als beim Infanterie-Minen räumen -
zu deren Durchführung es einschlägige Vorschriften gibt, die strikt befolgt ein Risiko
ausschließen.
Im Jahr 1972 haben wir im Bereich Henneberg (dort wurde danach der Grenzübergang Meiningen
gebaut/eröffnet) Holzkastenminen gesprengt, die an einem Hang jahrelang durch Regenwasser an den Streckmetallzaun
gespült wurden. Da nicht feststellbar war von welcher Stelle laut Verlegeplan die Minen stammten, musste per
Flächensprengung geräumt werden. Auf Grund des starken Bewuchses hätte per Hand dort nicht geräumt werden können.

Gruß Corres


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


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#6

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:23
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Franky
Hallo Mike59,

weil sich jemand freiwillig so etwas nicht antut.



Was ist denn eigentlich der Job von einem Pionier? und ich meine nicht die mit dem roten oder blauen Halstüchern. Das wurde durch die Pio Kompanien erledigt. Ich weiß jetzt nicht ob jedes Grenzregiment eine solche hatte, glaube aber ja. Für mich wäre es auch nichts gewesen, bei dem Job gibts kaum eine Wiederholung und bei mir funktioniert es meist erst beim zweiten mal.
Übrigens, Minenräumen und Strafgefangene ?!? Wurde ja viel Mist in der DDR gemacht, aber das kenne ich nur von den Dänen nach dem WKII und ist rechtlich wohl nicht erlaubt. Internationales Recht !

Mike59


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#7

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:27
von eisenringtheo | 9.187 Beiträge

http://www.youtube.com/watch?v=vo2XHLfKON8
Sieht schon etwas gefährlich aus...
Theo


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#8

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:27
von marc | 577 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von Franky
Hallo Mike59,

weil sich jemand freiwillig so etwas nicht antut.



Wurde ja viel Mist in der DDR gemacht, aber das kenne ich nur von den Dänen nach dem WKII und ist rechtlich wohl nicht erlaubt. Internationales Recht !

Mike59




Auch bei den Franzosen, durch dt. Kriegsgefangene an der Atlantikküste.



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#9

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:29
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Franky
Hallo zusammen,

habe mal eine Frage. In meiner Zeit als Grenzer wurden die Minenfelder geräumt und durch den Metallgitterzaun ersetzt. Die Räumung erfolgte durch Personal in Tarnanzügen ohne Rangabzeichen, die auf dem Bauch liegend (mit Gesichtsschutz) mit rot/weißen Vermessungsstangen nach alten russischen Holzkastenminen stokerten. Dabei gab es auch etliche Schwerverletzte. Mich würde einmal interessieren, welche Leute da herangezogen wurden. Wir hatten die Vermutung, dass es sich eventuell um Strafgefangene handeln könnte.

Gruß Franky


Du meinst,man hat bewusst in Kauf genommen Strafgefangene zu "verheizen"....in der Zeit von 33-45 vorstellbar,aber zu dieser Zeit..?



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#10

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:38
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

da zu meiner zeit 81/82 die letzten minen in unserem abschnitt geräumt wurden und ich leider die räumung nicht sah,aber den ausbau des GZ kann ich auch von erzählungen sagen das hier keine strafgefangenen eingesetzt wurden sondern pioniereinheiten der GT.diese wurden beim ausbau besonders bewacht wobei ich sogar mal festgenommen wurde mit einem Mkf wegen einem fehler(aber das ist ein anderes thema).meines wissens bauten nur pioniere der GT an der grenze und räumten,dazu hatte unser stab auch bagger und baumatrealien.
gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#11

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:39
von eisenringtheo | 9.187 Beiträge


Quelle: http://www.grenze-lübeck.de/13707.html (Website des auch hier postenden "Krelle".
Es gab natürlich spezielle Fahrzeuge, offenbar zu wenige(?)
Theo


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 19:41 | nach oben springen

#12

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:44
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Quelle: http://www.grenze-lübeck.de/13707.html (Website des auch hier postenden "Krelle".
Es gab natürlich spezielle Fahrzeuge, offenbar zu wenige(?)
Theo


------------------------
Na ich glaube die Technik konnte auch nicht überall eingesetzt werden - im Norden bestimmt einfacher - Auf alle Fälle waren keine Strafgefangene im Einsatz und das war die Frage.

Mike59


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#13

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:56
von SET800 | 3.104 Beiträge

Wenn schwere Räumtechnik und alle anderen Mittel auch wie Flächensprengung ohne Zeitdruck eingesetzt werden konnten, wie zuverlässig war das Ergebnis, welche Zeit wurde benötigt um ( Beispiel ) auf 2500m² zuverlässig "Baufreiheit" herzustellen?

War das Ergenis dann so daß die Beteiligten ( und die Befehtslgeber ) auf dem Gelände freiwillig Volleyball gespielt hätten?



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#14

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:56
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Franky
Hallo zusammen,

habe mal eine Frage. In meiner Zeit als Grenzer wurden die Minenfelder geräumt und durch den Metallgitterzaun ersetzt. Die Räumung erfolgte durch Personal in Tarnanzügen ohne Rangabzeichen, die auf dem Bauch liegend (mit Gesichtsschutz) mit rot/weißen Vermessungsstangen nach alten russischen Holzkastenminen stokerten. Dabei gab es auch etliche Schwerverletzte. Mich würde einmal interessieren, welche Leute da herangezogen wurden. Wir hatten die Vermutung, dass es sich eventuell um Strafgefangene handeln könnte.

Gruß Franky




Definitiv NEIN.

Es kamen Pionierkräfte der NVA, NVA-Kdo Grenze bzw. GT hier zum Einsatz.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 26.02.2011 19:56 | nach oben springen

#15

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 19:59
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von SET800
Wenn schwere Räumtechnik und alle anderen Mittel auch wie Flächensprengung ohne Zeitdruck eingesetzt werden konnten, wie zuverlässig war das Ergebnis, welche Zeit wurde benötigt um ( Beispiel ) auf 2500m² zuverlässig "Baufreiheit" herzustellen?

War das Ergenis dann so daß die Beteiligten ( und die Befehtslgeber ) auf dem Gelände freiwillig Volleyball gespielt hätten?




Nein!

Räumtechnik konnte, wie Mike59 schon geschrieben hat, nicht überall zum Einsatz kommen. Selbst dort wo diese Technik eingesetzt wurde mußte
eine Nachkontrolle erfolgen.
Eine 100 % Sicherheit gab/gibt es weder beim Räumen von Hand noch mit Räumtechnik.
Auch in der heutigen Zeit nicht.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 26.02.2011 20:00 | nach oben springen

#16

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 20:03
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von SET800
Wenn schwere Räumtechnik und alle anderen Mittel auch wie Flächensprengung ohne Zeitdruck eingesetzt werden konnten, wie zuverlässig war das Ergebnis, welche Zeit wurde benötigt um ( Beispiel ) auf 2500m² zuverlässig "Baufreiheit" herzustellen?

War das Ergenis dann so daß die Beteiligten ( und die Befehtslgeber ) auf dem Gelände freiwillig Volleyball gespielt hätten?


-------------------------------
Volleyball
Warst doch bestimmt beim Bund? Bist du schon mal über ein geräumtes Minenfeld gegangen - da spielst du nicht mal Schach oder Mikado.

Nachtrag: eventuell Mundharmonika

Mike59


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 20:06 | nach oben springen

#17

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 20:07
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von marc
[quote="Mike59"]
Auch bei den Franzosen, durch dt. Kriegsgefangene an der Atlantikküste.



Ja leider, die französische Regierung wollte das Gelände aber nicht nur minenfrei bekommen sondern die Minen für ihren imperialistischen Krieg in Vietnam wiederverwenden können!

Minenräumung und Blindgängerentschärfung ist ja nur "sinnvoll" dort wo eine Sprengung wegen der Umgebung vermieden werden soll UND die erfolgreiche Entschärfung mit hoher Quote erreicht wird. Im WW-2 KZler als nicht ausgebildete Feuerwerker einzusetzen wäre dumm gewesen, die armen Männer extra hinzuführen, Werkzeug in die Hand drücken, dann tat es auch eine Handgranate.

Gefangende, primitiv ausgebildete Soldaten oder fanatisierte Gläubige zu "verheizen" ist ja allenfalls operativ militärisch sinnvoll während Offensiven in dem die Todeskandidaten den hochqualifizierten Truppen schnell den Weg freimachen....



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#18

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 20:08
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Also echt mal gesagt--das mit den Strafgefangenen ist absoluter Blödsinn.Es waren Pioniereinheiten die in solchen Sachen wie ebend das Minenräumen ausgebildet wurden. Und solche Einheiten gibt es in jeder Armee dieser Welt.
Stellt Euch mal vor,ich würde behaupten die Bundeswehr hat Strafgefangene mit nach Afganistan genommen --um Mine zu Räumen --die von den Taliban gelegt worden sind. Man dann wäre hier was los.
Also nun den letzten Absatz nicht gleich Wörtlich nehmen.
Gruß Rostocker


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#20

RE: Räumung der Minenfelder

in Mein Grenzer Tagebuch 26.02.2011 20:11
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von SET800

Zitat von marc
[quote="Mike59"]
Auch bei den Franzosen, durch dt. Kriegsgefangene an der Atlantikküste.



Ja leider, die französische Regierung wollte das Gelände aber nicht nur minenfrei bekommen sondern die Minen für ihren imperialistischen Krieg in Vietnam wiederverwenden können!

Minenräumung und Blindgängerentschärfung ist ja nur "sinnvoll" dort wo eine Sprengung wegen der Umgebung vermieden werden soll UND die erfolgreiche Entschärfung mit hoher Quote erreicht wird. Im WW-2 KZler als nicht ausgebildete Feuerwerker einzusetzen wäre dumm gewesen, die armen Männer extra hinzuführen, Werkzeug in die Hand drücken, dann tat es auch eine Handgranate.

Gefangende, primitiv ausgebildete Soldaten oder fanatisierte Gläubige zu "verheizen" ist ja allenfalls operativ militärisch sinnvoll während Offensiven in dem die Todeskandidaten den hochqualifizierten Truppen schnell den Weg freimachen....





Aber sonst paßt noch Alles?
Mach Dich doch erst mal Schlau bevor solch ein M... rauskommt.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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