#1

Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2011 21:46
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo ,alle zusammen! Ich weiß nicht,ob daß nur bei uns so bekloppt war, dieses ewige gegrüße war doch bescheuert! Ich glaube jeder hier in diesem Forum kennt das noch"Genosse Soldat oder Gefreiter,kommen sie sofort zurück"! Mancheglaube ich ,.konnten sich daran richtig aufgeilen! In unserem Regiment gab es auch so ein "Prachtexemplar" ein Fähnrich D.mit etwas sadistischen Einschlag. Der Kerl,hat mich etliche Male den Weg von der Kompanie zur MHO,mit Grußerweisung laufen lassen!Danach frug er mich,warum ich nicht gegrüßt habe?Da ich ja noch stinksauer war,war die Antwort dementsprechent "Ich grüße nur ,wen ich leiden kann"!Dann das übliche,er fing an zu schreien,ich in meiner Wut habe noch einen nachgelegt,wer schreit hört auf zu denken,sagte ich zu ihm. Am selben Abend durfte ich Kochgeschirr und Schwarzkombi packen und für 2.Tage einziehen.( Knast).An den Schreihals kann ich mich nach mehr als 30 Jahren noch erinnern! Überigens,wer hat mal eingesessen und warum? Ein Soldat ohne Knast,ist wie Baum ohne Ast! Hans55


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#2

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2011 22:09
von Huf (gelöscht)
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Hallo Hans,

als Ehemaliger in einem GAR kenne ich diese Spielchen auch noch. Im Laufe der Zeit (UaZ) wußte man von den Genossen, die auf korrekten Gruß achteten. Allerdings hat es mir nichts ausgemacht, jene Leute zu grüßen. Es war allemal weniger stressig, als sich zurück brüllen zu lassen.
Das Thema Arrest kann ich auch bejahen. Allerdings nicht mit Stolz. Hatte mal nach der Rückkehr vom Ausgang mit 3,8 im Turm die Kameraden belegt, die aus dem ABB aus Potsdam bei uns in Glöwen Wache hatten.
Am nächsten Tag habe ich mich tierisch geschämt und bei den Leuten, vom Sold. bis Offz. entschuldigt.

Eine unrühmliche Episode meiner Dienstzeit!


VG Huf


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#3

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 09:04
von S51 | 3.733 Beiträge

Auf US in Glöwen hatten wir diese Übung auch noch. Alles ab Uffz war zu grüßen und ich bin nicht nur einmal zurückgerufen worden.
In der Grenzkompanie wurde nur ab Stellv. KC (stellvertretender Kompaniechef) gegrüßt und das auch nur außerhalb des Gebäudes, wenn man sich am Tage das erste Mal begegnete.
Drinnen hat sich Hptm. N... das gleich ab Begrüßung verbeten und danach auch kein anderer Offizier oder gar Fähnrich darauf bestanden.
In Schierke hatten wir das Problem, dass das Battaillion auch noch auf dem Gelände war. Da konnte einem schon mal irgendein Leutnant oder so in die Quere kommen. Angestrengtes in die andere Richtung gucken half aber oft. Als Uffz hat man erst ab stellvtr. Bat-Chef gegrüßt.
Im Grenzdienst kam es auf die Umstände an. Wenn jemand vom Regiment auf Kontrolle kam, ging schon mal die Hand vorschriftsmäßig an das Käppi. Auch wenn man jemandem ab Zugführer vorne für die Gegenseite gut sichtbar irgendeine Meldung machen musste. Normalerweise war es jedoch nicht üblich.
Der Brockenkommandant konnte, wenn ein frischer Uffz doch tatsächlich grüßte, schon mal fragen, ob er da was habe. Dort war dies eigentlich unüblich.
BFSO,BGS und Zoll wurden gegrüßt, wenn sie es auch taten (was die Regel war), sobald man sich vorne am Tag das erste Mal begegnete. Offiziere und Soldaten der BAOR aber nur, wenn sie als erste grüßten. Was eh nicht die Regel war.
Zivilisten im eigenen Hinterland wurden grundsätzlich gegrüßt bevor die Papiere kontrolliert wurden, das gehörte hier zur Vorstellung.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 09:28
von Weichmolch (gelöscht)
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Da wollen wir doch gleich mal die militärischen Grundkenntnisse auffrischen. (DV 010/0/003 - Innendienst)

Erweisen der Ehrenbezeigung
19. Die Armeeangehörigen haben sich gegenseitig die Ehrenbezeigung
zu erweisen. Unterstellte und Dienstgradniedere
haben die Ehrenbezeigung zuerst zu erweisen.

20. Der Armeeangehörige hat die Ehrenbezeigung außerdem zu erweisen:
a) dem Generalsekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (SED) und Vorsitzenden des
Staatsrates der DDR, 4
b) dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR,
c) des Präsidenten der Volkskammer der DDR,
d) beim Intonieren von Nationalhymnen,
e) Ehrenposten, -wachen und -einheiten,
f) an Ehrenmalen in den nationalen Gedenkstätten der antifaschistischen
Widerstandskämpfer und Ehrenmalen der
gefallenen Helden der Sowjetarmee,
g) Trauerparaden und Kranzniederlegungen,
h) Truppenfahnen,
i) bei der Vergatterung,
k) Staats- und Dienstflaggen bei Flaggenparaden,
l) Dienstflaggen beim Betreten oder Verlassen von Schiffen
oder Booten,
m) den dienstgradgleichen und -höheren Angehörigen der anderen
bewaffneten Organe der DDR sowie der Armeen sozialistischer
Staaten,
n) beim Betreten und Verlassen von Zimmern der Vorgesetzten oder Dienstgradhöheren sowie
von Diensträumen staatlicher Organe,
o) beim Betreten und Verlassen von Gaststätten u. ä. Einrichtungen.

21. Die Grußerweisung von Angehörigen der Armeen nichtsozialistischer
Staaten ist zu erwidern. Die Festlegungen für die Angehörigen der Volksmarine und der
Grenztruppen der DDR werden davon nicht berührt.

22. (1) Nach Betreten von Räumen in Ehrenmalen sind die Grundstellung
einzunehmen, die Ehrenbezeigung zu erweisen und
die Kopfbedeckung abzunehmen. Beim Verlassen dieser Räume
ist die Kopfbedeckung aufzusetzen; die Einnahme der Grundstellung
und die Ehrenbezeigung entfallen.
(2) Beim Betreten von Räumen, in denen Trauerfeierlichkeiten stattfinden, hat der als
Trauergast teilnehmende Armeeangehörige die Kopfbedeckung abzunehmen.
(3) Die abgenommene Kopfbedeckung ist so in der linken,
herunterhängenden Hand zu halten, daß die Kokarde oder das
Emblem nach vorn zeigt und die Mützenöffnung zum Körper
gerichtet ist.

23. (1) Geschlossene Einheiten haben auf Kommando die Ehrenbezeigung
zu erweisen
a) dem Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und Vorsitzenden
des Staatsrates der DDR,
b) dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR,
c) dem Präsidenten der Volkskammer der DDR,
d) Ehrenposten, -wachen und -einheiten,
e) an Ehrenmalen in den nationalen Gedenkstätten der antifaschistischen Widerstandskämpfer
und Ehrenmalen der gefallenen Helden der Sowjetarmee,
f) Trauerparaden und Kranzniederlegungen,
g) Truppenfahnen,
h) Staats- und Dienstflaggen bei Flaggenparaden,
i) Vorgesetzten der Einheit.
(2) Erscheint eine in Absatz 1 Buchst. a bis c genannte
Persönlichkeit oder ein Vorgesetzter bei einer Einheit, die
in der Antreteordnung steht, ist die Ehrenbezeigung zu erweisen
und Meldung zu erstatten. Beispiel.: Genosse Generalleutnant!
Mot. Schützenregiment 44 auf ihren Befehl zum
Appell angetreten. Regimentskommandeur, Oberst Sprengler!'.
(3) Begegnet eine geschlossene Einheit in der Bewegung
einem Vorgesetzten oder einem Dienstgradhöheren oder begegnen
sich geschlossene Einheiten, haben nur die Kommandeure
die Ehrenbezeigung zu erweisen. Die Meldung hat in diesem
Fall zu entfallen.

24. Die in Ziffer 23 Abs. 1 Buchst. a bis c genannten Persönlichkeiten
der Partei- und Staatsführung der DDR sowie
der Minister für Nationale Verteidigung sind im Regiment
durch eine Ehrenkompanie zu empfangen.

25. (1) Während der Ausbildung, in Pausen, in Dienstzimmern
oder Unterkunftsräumen ist auf das Kommando ‚Achtung'." die Ehrenbezeigung durch
Einnahme der Grundstellung zu erweisen,
(2) Das Kommando ‚Achtung' hat der dienststellungs- oder
dienstgradhöhere Armeeangehörige zu geben. Bemerkt dieser
den zu Grüßenden nicht, ist er von den anderen Armeeangehörigen
darauf aufmerksam zu machen. Haben die anwesenden Armeeangehörigen die gleiche
Dienststellung und den gleichen
Dienstgrad, hat derjenige das Kommando zu ,geben, der den
zu Grüßenden zuerst bemerkt.
(3) Auf das Kommando ,,Achtung!“ haben sich alle Armeeangehörigen dem zu Grüßenden
zuzuwenden ,und Grundstellung einzunehmen.
(4) Ist der zu Grüßende ein Vorgesetzter, ist ihm nach dem Kommando ,,Achtung!' Meldung
zu erstatten.
(4) Das Kommando ,,Achtung!" ist nur dann zu geben. wenn 2
und mehr Armeeangehörige anwesend sind.

26. In Gegenwart eines übergeordneten Vorgesetzten oder eines
Dienstgradhöheren ist beim Eintreffen eines nachgeordneten
Vorgesetzten weder das Kommando zur Ehrenbezeigung zu geben
noch eine Meldung zu erstatten.

27. Findet die Ausbildung in Lehrklassen oder anderen geschlossenen
Räumen statt, ist beim Eintreffen des Leitenden
der Ausbildung das Kommando ,.Achtung!' zu geben und ihm
Meldung zu erstatten. Jede Ausbildungsstunde ist mit dem
Kommando ,Achtung!' zu beenden.

28. In der Öffentlichkeit ist kein Kommando zur Ehrenbezeigung zu geben. Die
Armeeangehörigen haben selbständig die Ehrenbezeigung zu erweisen.

29. (1) Beim Intonieren von Nationalhymnen hat der in der Antreteordnung stehende
Armeeangehörige ohne Kommando die Grundstellung einzunehmen. Die Kommandeure der
Einheiten ab Zugführer aufwärts haben außerdem die Hand an die Kopfbedeckung zu legen.
(2) Der sich außerhalb der Antreteordnung befindliche Armeeangehörige hat beim Intonieren
von Nationalhymnen die Grundstellung einzunehmen und bei aufgesetzter Kopfbedeckung
die Hand an die Kopfbedeckung zu legen.

30. Eine Ehrenbezeigung ist nicht zu erweisen:
a) in Demonstrationszügen,
b) von Kraft- und Radfahrern während der Fahrt,
c) in öffentlichen Verkehrsmitteln,
d) in sanitären Anlagen,
e) in Veranstaltungen gesellschaftlicher Organisationen, Fest- und Kulturveranstaltungen,
ausgenommen, wenn Nationalhymnen intoniert werden.

31. Das Kommando zur Ehrenbezeigung ist nicht zu geben:
a) bei taktischen Übungen und bei der taktischen Ausbildung,.
b) im Grenzdienst und im diensthabenden System,
c) an der Feuerlinie und in der Feuerstellung,
d) beim Waffenreinigen und beim technischen Dienst,
e) auf Flugplätzen während des Flugdienstes,
f) bei Arbeitsdienst oder Bauarbeiten, Arbeiten in Produktionsräumen,
Werkstätten, Garagen, Parks, Laboratorien,
Schreib- und Zeichenzimmern, Nachrichteneinrichtungen sowie in Umkleide- und
Garderobenräumen, Klubräumen und medizinischen Behandlungsräumen,
g) bei der militärischen körperertüchtigung (MKE) und beim Sport
h) bei der Esseneinnahme und während der Nachtruhe,
i) beim Selbststudium.

32. In den in Ziffer 31 genannten Fällen hat der Dienststellungs- oder Dienstgradhöhere dem
eingetroffenen Vorgesetzten zu melden.

33. Der Gruß des Vorgesetzten oder des Dienstgradhöheren, zum
Beispiel ,,Guten Tag, Genossen!" ist, unabhängig davon, ob
die Armeeangehörigen in der Antreteordnung stehen oder nicht,
mit ,,Guten Tag, Genosse ... (Dienstgrad)!" und bei der Verabschiedung,
zum Beispiel ,,Auf Wiedersehen, Genossen!" mit
,,Auf Wiedersehen, Genosse . ., (Dienstgrad)! zu beantworten.




Weichmolch


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#5

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 09:58
von Möwe (gelöscht)
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Passiert 84 im GAR in Halberstadt.Einige Soldaten versuchten sich doch ohne zu grüssen an unserem Haptfeld vorbei zuschleichen.Alle Mann zurück!!Nachdem er dann in ziemlicher Lautstärke unsere Kenntnisse betreffs der Grusserweisung abgefragt hatte,kam die entscheidene Frage"Und was machen sie, wenn ich von oben komme??"kurzes Überlegen,dann die Antwort eines Kameraden im besten Berlinerisch"Dann gehe ich drei Schritt zu Seite".Ein irritierter Blick und dann ein kurzes "Wegtreten".Auf der Bude haben wir uns dann vor Lachen fast weggeschmissen.Gruss Möwe


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#6

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 10:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Wie beginnt eine spannende Unterhaltung vor dem Battaillionsgebäude?
"Genosse Unterfeldwebel, haben sie nicht etwas vergessen?"
"Ich hoffe nicht, Genosse Major"


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#7

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 10:16
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Weichmolch
(...)
21. Die Grußerweisung von Angehörigen der Armeen nichtsozialistischer
Staaten ist zu erwidern. Die Festlegungen für die Angehörigen der Volksmarine und der
Grenztruppen der DDR werden davon nicht berührt.(...)

Weichmolch


Das wäre für den Grenzsoldaten sicher absolut unzumutbar gewesen, wenn auch die Volksmarine und die GT dem BGS hätte zurückgrüssen müssen...
Theo


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#8

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 10:25
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
...Das wäre für den Grenzsoldaten sicher absolut unzumutbar gewesen, wenn auch die Volksmarine und die GT dem BGS hätte zurückgrüssen müssen...



Zumindest an der grünen Grenze wurde bei uns immer zurück gegrüßt. Freilich korrekt nur mit dem militärischen Gruß (Hand ans Käppi). Wenn mal wieder richtig Knatsch angesagt war, mag dies von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt worden sein aber korrekt war es durchaus, zu grüßen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#9

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 10:29
von utkieker | 2.926 Beiträge

Hallo Hans,

Wahrscheinlich hast du nicht direkt am Kanten gedient, in einer Grenzkompanie gab es andere "Vorschriften", irgendwie war vieles familierer und wenn nicht gerade ein offizieler Anlaß (Appell zum Grenzdienst u. a.) hat man auf bestimmte Spierenzchen ganz oder teilweise verzichtet. Man hat sich meistens mit einen freundlichen guten Morgen, guten Tag oder Hallo begrüßt. Die Ehrenbezeigung durch anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung kannte ich nur von der Ausbildung oder wenn Leute vom Regimentsstab die Kaserne inspizierten.
Brüllaffen und Sadisten sind eigenartigerweise häufig bei Millitär anzutreffen, denk dir dein Teil: "Wessen Geist nicht blitzt, dessen Stimme donnert". Für wirkliche Menschenführung brauche ich vor allem soziale Intelligenz, wär sich so Ansehen, Respekt und Autorität erwirbt, bei dem bin ich auch bereit meinen Hut zu ziehen!



Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 19.02.2011 10:31 | nach oben springen

#10

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 10:43
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...Das wäre für den Grenzsoldaten sicher absolut unzumutbar gewesen, wenn auch die Volksmarine und die GT dem BGS hätte zurückgrüssen müssen...



Zumindest an der grünen Grenze wurde bei uns immer zurück gegrüßt. Freilich korrekt nur mit dem militärischen Gruß (Hand ans Käppi). Wenn mal wieder richtig Knatsch angesagt war, mag dies von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt worden sein aber korrekt war es durchaus, zu grüßen.




Frage: Wie wurde die militärische Grußerweisung durchgeführt, wenn die MPi mitgeführt wurde? Der überwiegende Teil der zum Grenzdienst eingesetzten Soldaten, führte doch hauptsächlich die AK 74 mit.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#11

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 10:54
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...Das wäre für den Grenzsoldaten sicher absolut unzumutbar gewesen, wenn auch die Volksmarine und die GT dem BGS hätte zurückgrüssen müssen...



Zumindest an der grünen Grenze wurde bei uns immer zurück gegrüßt. Freilich korrekt nur mit dem militärischen Gruß (Hand ans Käppi). Wenn mal wieder richtig Knatsch angesagt war, mag dies von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt worden sein aber korrekt war es durchaus, zu grüßen.




Frage: Wie wurde die militärische Grußerweisung durchgeführt, wenn die MPi mitgeführt wurde? Der überwiegende Teil der zum Grenzdienst eingesetzten Soldaten, führte doch hauptsächlich die AK 74 mit.




Chris da gabs bestimmt die Schierker Ausnahmeregel NUmmer 3.007/4711


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#12

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 11:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von exgakl
...Frage: Wie wurde die militärische Grußerweisung durchgeführt, wenn die MPi mitgeführt wurde? Der überwiegende Teil der zum Grenzdienst eingesetzten Soldaten, führte doch hauptsächlich die AK 74 mit.



Chris da gabs bestimmt die Schierker Ausnahmeregel NUmmer 3.007/4711[/quote]

Mir hatten keine AK 74. Bis zuletzt nicht, soweit ich weiß. 1983 wurden die letzten unserer AK nach dem Muster der KMS 72 auf die nach der Seite einklappbare Schulterstütze umgerüstet. So trug man die MPi rechts mit dem Lauf nach unten, den Gurt eingehängt hinter dem Schulterstück. Also nix mit Daumen vorschriftsmäßig unterm Gurt. So hatte man die rechte Hand frei.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#13

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 11:23
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Ja da hat man sich manchmal zum Hans Ewald gemacht,vor allem wenn man beide Hände voll hatte.Je niedriger der Dienstgrad desto schlimmer waren die Genossen Offiziere,oh Entschuldigung mein Vati war auch Offizier,ich Glaube sogar Unter-Offizier.


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#14

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 11:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Hans55
Am selben Abend durfte ich Kochgeschirr und Schwarzkombi packen und für 2.Tage einziehen.( Knast).



Hallo Hans, also deiner Schilderung entnehme ich, dass es Dir das durchaus wert war ihm gegenüber dafür einmal diese Nettigkeiten zum Ausdruck bringen zu dürfen. Richtig?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#15

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 12:07
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

dieses jeden grüssen zu müssen, konnte einen schon auf den sa... geh´n da fand ich die mir bekannte methode der gssd schon weit aus besser, dass nur grüssen müssen des unmittelbaren vorgesetzten.

als antwort auf die frage: "können sie nicht grüssen?" kam unsererseits oft: "ja gerne, nur weiss ich nicht von wem..."


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#16

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 12:23
von matloh | 1.204 Beiträge

Kann mir jemand noch kurz erklären, warum man überhaupt ein Regelwerk aufstellen musste um das Grüßen zu regeln? Noch dazu ein relativ umfangreiches wie oben von Weichmolch zitiert...?
Hat man sich da nicht ein wenig überadministriert?
War das nur um den niedrigeren Dienstgraden zeigen zu können wer der Herr im Haus ist? Um dann im Fall des Falles keine Zweifel aufkommen zu lassen wer die Befehlsgewalt hat? D.h. um die Indianer klar von den Häuptlingen zu trennen?
Um die autoritären Strukturen einer militärischen Organisation bei jeder einzelnen Begegnung unterstreichen zu könnne?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#17

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 12:25
von Ludwig | 252 Beiträge

Am bescheuerdsten fand ich die Grußerweisung ohne Mütze, in Sportklamotten oder gar im Schlafanzug. Mit diesem "Hände leicht zur Faust geballt, Blick Richtung Vorgesetzter.... damit machte man sich absolut zum Kasper.

Allerdings gab es bei uns in der GK wenige, die darauf Wert gelegt hätten. Ausnahme war ein gewisser Hptm(Mj) Eil...., den eingeweihte
nur als BRUNO kennen. Als er einmal gesehen wurde, wie er sich vor einem Spiegel selber grüßte, sagte er darauf: Wenn mich die
Soldaten nicht grüßen, muß ich es eben selber machen....."

Leider hatten wir in Probstzella noch das Bataillon dran, die waren in der Sache oft von einem anderen Kaliber, allen voran OSL Bau.... !!

Teilweise haben wir in Gegenwart eines solchen unsere Vorgesetzten pro forma gegrüßt, um denen keinen Streß zu machen.



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#18

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 12:37
von joachim-wolter | 107 Beiträge

Hallo alle zusammen,
ich hatte ja nun die Ehre in drei Gk's Dienst schieben zu dürfen. Aber in allen dreien war es üblich, wenn man den Vorgesetzten das erste mal am Tag sah, dann legte man kurz die Hand an die Kopfbedeckung und grüßte zusätzlich noch mit dem Tagesgruß und Gen. und dem Dienstgrad desjenigen. Wenn man das Dienstzimmer betreten mußte, erübrigte es sich von selbst das man aus Respekt vor dem Vorgesetzten nach dem Regelwerk verfuhr.
"Mit Militärischen Gruß"
Joachim


zuletzt bearbeitet 19.02.2011 23:42 | nach oben springen

#19

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 12:40
von YYYYYYYY (gelöscht)
avatar

da ich nur für die die bundeswehr sprechen kann, hab ich euch mal die ZDv 3/2 rausgesucht.im abschnitt 4 seite 21 kann man nachlesen wie es bei uns zulaufen hat. ich grüße grundsätzlich alles ab unteroffizier aufwärts.bei den mannschaftern ist das anders. sprich ein obergefreiter grüßt im dienst keinen hauptgefreiten .


Dateianlage:
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#20

RE: Grüßen von Vorgesetzten

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.02.2011 13:01
von stutz | 568 Beiträge

Ich denke, dass rund um den Globus in allen Armeen gegrüsst werden muss und habe es als gottgegeben hingenommen. Obwohl es manchmal lästig war sich dauernd umsehen zu müssen um nichts zu verpassen. Wenn meine Frau mich beim Sonntagsausgang in Berlin besucht hat, hat unsere damals 3 jährige Tochter aufgepasst und kräftig mit Papa mitsalutiert. Meistens mit dem Erfolg, dass dem Gegrüssten ein Anflug von Lächeln ins Gesicht gekommen ist.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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