#41

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.02.2011 20:07
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Angelo
Da könnte man ja fast ein Sachsen Wiki aufmachen



Wozu? Is doch ausgestorben...

http://www.n-tv.de/wissen/Saechsischer-D...cle2632551.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#42

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.02.2011 20:14
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von Friedensfahrt
Sächchs ist ja schon Die Amtssprache
Ob es Sachsen ,,, Sachsen - Anhalt "" Thüringen ist wir wissen wen wir irgend wo in der Welt unterwegs sind wo diese Leute herkommen
an der Sprache erkennen wir alle diese Leute und immer ganz Lieb und nicht so abgedreht wie ????
Grüsse aus Sachsen



Friedensfahrt da kann ich Dir nur Recht geben - es gibt aber auch welche die das Sächsische nachmachen wollen und dabei nicht merken wie doof es klingt! Solln Sie es lieber stecken lassen!
Jede Sprache (Dialekt) ist schön auf seine Art und sollte gepflegt und erhalten werden.

Ich vermisse auch noch ein Wort : Hitsche

Grieße nach Riese


MfG
Jawa350
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#43

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 13:32
von VNRut | 1.486 Beiträge

GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 17.02.2011 13:35 | nach oben springen

#44

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 13:38
von max (gelöscht)
avatar

hallo

der humor der sachsen ist sogar besungen worden" sing mein sachse sing" muss anfang der 80 er gewesen sein

gruss max


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#45

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 15:13
von Gohrbi | 575 Beiträge

So war das:

http://www.myvideo.de/watch/2484529/Sing_mei_Sachse_sing

Sächsisch ist kein Dialekt, das ist ne Krankheit.
Auf Malle saßen mal 4 Bärschen am Bool, man oh man.
Da brauchste kein Buch mehr lesen. Oropax oder ins Meer zum schwimmen.


zuletzt bearbeitet 17.02.2011 15:16 | nach oben springen

#46

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 16:45
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Angelo
Da könnte man ja fast ein Sachsen Wiki aufmachen



Wozu? Is doch ausgestorben...

http://www.n-tv.de/wissen/Saechsischer-D...cle2632551.html





Na wenigstens die Schweizer mögen den sächsischen Dialekt, wie man in dem Artikel, den Feliks verlinkt hat, lesen kann.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#47

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 17:07
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von Friedensfahrt
Sächchs ist ja schon Die Amtssprache
Ob es Sachsen ,,, Sachsen - Anhalt "" Thüringen ist wir wissen wen wir irgend wo in der Welt unterwegs sind wo diese Leute herkommen



hier sei mir ein einspruch erlaubt! in thüringen wird südlich des rennsteigs mit sicherheit kein sächsisch oder thüringisch gesprochen!

gruss
SCORN


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#48

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 18:37
von Matscher (gelöscht)
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richtig SCORN,

dort spricht man fränkisch, hab ich beim Grenzdienst im Grabfeld sehr oft gehört. Sehr schwer zu verstehen.


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#49

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 17.02.2011 18:50
von SCORN (gelöscht)
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geht zwar hier um die sprache der sachsen aber da der dialekt im südwestlichen thüringen schon mal angesprochen wurde sei mir ein kurzer OT einwurf gestattet.
ein geographisches handbuch von 1895 bezeichnet die fränkischen dialekte südlich des rennsteigs als itzgründisch-fränkisch und fränkisch-hennebergisch. gemeinsam auch als werrafränkisch oder mainfränkisches sprachgebiet bezeichnet. die gemeinsamkeit mit ober und unterfränkischen dialekten ist sehr deutlich. sie unterscheiden sich grundsätzlich von den dialekten nördlich des rennsteigs welche besiedlungsbedingt eher einen ausgebrägten sächsischen charakter haben.

verpönt war dieser dialekt in der DDR nicht, er wurde blos im "rest der republik" ignoriert. dialekt sprachen die meisten mit dörflicher herkunft. selbst wenn sie aber "hochdeutsch" sprachen war auf grund verschiedener eingenheiten( wie das rollende R, aufweitungen von lauten und lautübergängen dehnungen etc.) die herkunft von "hinter dem wald" nicht zu leugnen. ein extremfall dürfte die gegend um sonneberg sein, dort gab und gibt es nicht wenige die dem hochdeutschen definitiv nicht mächtig sind.

auch heute wird in den dörfern der landkreise hildburghausen, schmalkalden-meinigen und sonneberg noch werrafränkisch gesprochen. eine förderung dieses dialektes in der schule, wie in anderen gegenden von deutschland, gibt es hier allerdings nicht. das mag daran liegen das die regierung in erfurt sitzt und mit den hinterwäldlern nie viel am hut hatte.

ein kurioser aspekt nach der wiedervereinigung: in den alt bundesländern glaubte man unsere DDR herkunft nicht, erstens waren die städte schleusingen, themar, suhl etc. dem normalen "wessi" nicht bekannt und zweitens stufte man uns dialektbedingt als franken ein.......und die gab es ja nunmal nicht in der DDR sondern nur sachsen, berliner und fischköppe

SCORN


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#50

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 15.09.2012 22:49
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Am Freitag Abend im MDR während der Sendung wieder einmal eine Schmähung der Sachsen:
Ein Gericht in den gebrauchten Bundesländern hat eine Person (sächsischer Dialekt) für schuldig befunden in einem Reisebüro eine telefonische Buchung
nach " Porto" getätigt zu haben.
Der Reisebüromitarbeiter (in) hatte den Ort "Porto" mit dem Ort Bordeaux (sächsisch "Bordo" oder ähnlich) verwechselt.
Der Sprecher Jan Hofer sagte nun die Sachsen sollen doch Hochdeutsch sprechen und nicht sächsisch!!

In meinen Reisebüros sind die Mitarbeiter verpflichtet sich solche telefonischen Buchungen vom Kunden mit Fax, Mail, schriftlich oder persönlich Bestätigen zu lassen!

Heute konnte man in der Sächsischen Zeitung schon den ersten Kommentar lesen - ich denke das wird nicht der letzte sein!


MfG
Jawa350
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#51

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 15.09.2012 23:01
von Duck | 1.741 Beiträge

Zu dem Thema kann ich nur sagen, während meiner Dienstzeit hatte ich mit vielen Sachsen zu tun gehabt. Ich habe "meine" Sachsen in drei Lager eingeteilt, da waren die Dresdner ( die hat man am besten verstanden), dann kamen die Leipziger und zum Schluss die Erzgebirgler ( konnte man kaum verstehen). Die Erzgebirgler wurden nur noch durch die Rhönis getoppt unsere "Einheimschen" keine Sachsen auch keine richtigen Thüringer. Wenn die sich untereinander unterhalten haben, dann hast du nix mehr verstanden.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#52

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 07:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Es ist richtig schön wenn man seinen ursprünglichen Dialekt frei heraus sprechen kann.
Wenn ich mit meiner Frau mal die 30 Kilometer ins obere Erzgebirge gefahren bin und mit meinem Arzgebirgisch loslege kommt sie aus dem Grinsen fast nicht raus.
Die 30 Kilometer wieder zurück und dann gezwungenermaßen für die Mitbewohner wieder etwas verständlicher sprechen.
Die gewaltigen sprachlichen Unterschiede bei den relativ kurzen Entfernungen sind schon erstaunlich.
Gibt es dieses Phänomen auch in anderen Gegenden?


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#53

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 07:57
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Die gewaltigen sprachlichen Unterschiede bei den relativ kurzen Entfernungen sind schon erstaunlich.
Gibt es dieses Phänomen auch in anderen Gegenden?@Grenzwolf62

Sprachunterschiede auf so kurze Entfernung kenne ich von Thüringen nicht.Unsere Sprache soll ja auch nicht die Beste sein. Ich erschrecke eigentlich immer wenn ich meine eigene auf Videoaufnahmen höre,deshalb Vermeide ich das immer.
Aber jeder Dialekt hat seine Reize,oder auch nicht.


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#54

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 08:56
von Marder | 1.413 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #52
Es ist richtig schön wenn man seinen ursprünglichen Dialekt frei heraus sprechen kann.
Wenn ich mit meiner Frau mal die 30 Kilometer ins obere Erzgebirge gefahren bin und mit meinem Arzgebirgisch loslege kommt sie aus dem Grinsen fast nicht raus.
Die 30 Kilometer wieder zurück und dann gezwungenermaßen für die Mitbewohner wieder etwas verständlicher sprechen.
Die gewaltigen sprachlichen Unterschiede bei den relativ kurzen Entfernungen sind schon erstaunlich.
Gibt es dieses Phänomen auch in anderen Gegenden?




JaJa :

Bergvölker eben.

Gibt es weiter südlich auch wieder!

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#55

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 09:27
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ja ja Porto und Bordeaux, hab ich auch in den Nachrichten gelesen. Besser als jede Komödie...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#56

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 09:54
von katerjohn | 559 Beiträge

Ein Glück ,das wir in Sachsen Anhalt Hochdeutsch sprechen und besonders in Halle a.d.Saale


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#57

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 10:12
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

der Film trifft das sächsische Problem genau.

Ich finde Dialekte toll und auch wenn Menschen sie pflegen.
Als ich 1990 nach Frankfurt kam, hatte ich auch erstmal Mühe, auch in manch anderen Bundesländern die ich dann bereiste.
Nach einigen Monaten hatte ich aber keine Probleme mehr mit dem Verständnis.

Ich finde es eher peinlich, wie manche mit Macht versuchen Hochdeutsch zu reden, oder ihre Herkunft zu verschleiern.
Besonders oft, traf ich das bei Ostdeutschen an die geflüchtet waren, oder kurz nach der Wende in den Westen sind und dann versuchten zu suggerieren, sie wären bereits vor der Wende per Flucht, Ausreise oder Freikauf in den Westen gekommen.
Lustig finde ich auch, wie Ostberliner sich als Westberliner darstellen wollen -auch heute noch- und auch Norddeutsche aus dem Osten, die sich als Westdeutsche aus dem Norden darstellen wollen -auch heute noch-.
Wer sich mit Dialekten aber etwas auskennt, wird sofort erkennen wer da mogelt und man kann sich sein Teil denken, mit wem man es zutun hat.

Ich selber spreche auch eher sächsisch, obwohl ich kein Sachse bin und in meiner Heimatstadt eher ein Thüringer Dialekt gesprochen wird.
Warum ich eher sächsisch spreche weis ich bis heute nicht.
Ich vermute es hat damit zutun, dass ich als Kind oft in Leipzig war, später meine Schwester nach Leipzig zog, wo ich oft zu Besuch war, später dann auch meine Mutter dorthin zog.

Hier wo ich jetzt wohne -in Anhalt- spricht man auch einen ganz eignen Dialekt.
Ein richtig stolzer Anhalter, möchte sich auch nicht als Sachse oder als Sachsen-Anhalter verstanden wissen denn Anhalt hat eine ganz eigne, stolze Geschichte.
Einen Anhalter als Sachsen zu bezeichnen, ist, wie wenn man einen Franken als Bayer, oder einen Baden als Schwabe bezeichnet.
Gerade unsere Westdeutschen Mitbürger, haben von Dialekten des Ostens ganz wenig Ahnung, oft hab ich auch den Eindruck, sie sind zu oberflächlich um sich damit zu beschäftigen und teilen nur in Küste, Berlin und Sachsen ein.

Hier mal ein Auszug aus dem Anhaltinischen von Hermann Wäschke, Paschlewwer Jeschichtn.
Wie hier im Thread schon angeklungen, auf dem Dorf 5 km von der Stadt, redet man oft brachialer Dialekt, so auch hier.

"Da nahmp der Franzose seine Mitze ab un machte an jroßn Diener, beinah beß uf de Äre, wiemer das vor'n Keenig machen muß. Wie'e wedder hokkam, da sade: Majeschtät, ich soll Ihn'n o an scheenes Kompelment von Mac Mahongn buschtelln, un epps nich meeglich wier, daß Fiehjenär von Sarwest austrete; denn wenn der dablebb, da wiern de Schtreitkräfte doch zu unjleiche vorteelt, un da kennemer'n doch nich zumutn, dasse unger sonne Umschtänne de Schlacht annähmp ..."


Oder ein Auszug aus folgendem Buch.

De Lieweskrankheet un ville annere Jeschichten von Kronsohn unn Herrn Pfarrn

Aus dem Vorwort:

Der Erfolg der beiden Mundartbücher "Was der Kronsohn so machte und der Pfarre so dachte" und "Mache dich dein Dreck alleene" hat mich ermuntert, nun noch ein weiteres Buch zu schreiben. Das Besondere an diesem Band ist, das nach dem Motto des Anhaltliedes: "Du schönes Land, das mich geboren, dir hab ich Treue zugeschworen. Mit Stolz mach ich es laut bekannt: Du, Anhalt, bist mein Vaterland", viele historische Begebenheiten und Personen aus Anhalt darin eine nicht unbedeutende Rolle spielen.


Leseprobe

Warum der Pfarre noch ema umstudiern mußte

Als unse Pfarre uff seine erschte Schtelle na Kleenpaschlemn kamb, ware noch so junk, dasse sich kaum een zu sahn trauete, wie old e war. Denn e hadde Angest, sonst von de Leite als Pfarre nich for voll jenommn zu werdn. Awwer so een junk sin verwechst sich je mit de Zeit, drum war das nich seine jreßte Sorje. Hä war je schließlich an studierter Mann, konnte sojar Jriechisch un Hebräisch, was sonst keen Mensch in Paschlemn konnte. Seine jreeßte Sorje derjejen war, dasse als Schtadtmensch hier als Pfarre mit de Beene nich uff de Ere kommn wirre, weile de Schprache von de Leite eenfach nich vorschtand.
Da frahden doch zun Beischpiel uff de Schtraße een kleener Junge: „Herr Pfarre, wie hok schteht denn der Sejer?“
Vellich verunsichert awwer freindlich frahde der Pfarre zuricke: „Was hast du gesagt, mein lieber Junge?“
Der Bengel awwer machte de komische Schprache von Pfarrn na un sahde: „Ich bin nicht ihr lieber Junge, ich wullte bloß ma frahn, was ihr Sejer anzeijet.“
Der Pfarre ließ den Bengel denn eenfach schtehn un murmelte beis fortjehn leise vor sich hin: „Nein, wie schlecht die Menschen hier sprechen. Mich hat, Gott sei es gedankt, meine Mutter immer ermahnt, indem sie zu sagen pflegte: „Junge, sprich anständig. Wenn de in die Schule kommst, dann mußt du Hochdeutsch schreibn un o schprechn kenn.“
Das mit den paschlewwer Jungn un seine Frae jab je den Pfarrn schon zu denkn, awwer den Ausschlak for sein Sinneswandel in Sachn vons Deitsche jab denn letzlich de Mieme Raschijn, weil die im Dorfe was zu budeiten hadde. Die juhte Seele trafn nemlich knapp ne Woche schpeter mittewäk vor de Kerche. Alse ihrn junken Herrn Pfarrn sahk, kam se querä iwwer de Schtraße, bleb kurtsch schtehn, jab n de Hand un sahde derbei: „Juhtn Tak o, Herr Pfarre“, um jlei de Frae anzuschließn: „Sahn se ma, Herr Pfarre, warum jehtn unse Tormweeser nich mäh, der junk doch dunnemals noch janz jenau.“
Der Pfarre verschtand keen Wort, machte an janz demliches Jesichte un dachte so bei sich: „Das kann doch nicht wahr sein. Du bist hier mitten in Deutschland und kannst die Leute nicht verstehen. Entweder du bittest den Kirchenpräsidenten wegen unüberwindlicher Verständigungsprobleme um deine Versetzung, oder du pfeifst auf die Ermahnungen deiner Mutter, von wegen „anständig sprechen“ un larnst irscht ma richtich Deitsch, das heeßt natierlich „Paschlewwer Deitsch“ wie es schon, Jott hab ihn selich, Hermann Wäschke schprach.
So sahk mer denn in de Foljezeit den Herrn Pfarrn oft uff de Jartnbank sitzn, wie e beis umschtudiern war un leise vor sich hinmurmelnd de „Paschlewwer Dorfjeschichtn“ von Hermann Wäschke las, um de Schprache nu o janz ins Orijinal zu schtudiern.
Un es dauerte jarnich lange, da wunnerte sich der Herr Pfarre iwwerhoopt nich mehr, wenn sein Junge uff de verwunnerte Frae seiner Mutter: „Wie kommt dieses zerknitterte Löschblatt in dein Matheheft?“ antwortete: „Ach so, das had mich eener anjedrähet!“
Un der Herr Pfarre had denn selewer janz unjeniert mit de Leite deitsch jeschprochn, weile sich sahn tat: „Wenn schon mein juhter Vater Luther n Leitn uffs Maul kuken mußte, bevor e de Biwel verdeitschen kunne, denn kann ich wo o als kleener Dorfpfarre meinn liewn Paschlewwern uffs Maul kukn, wenn ich den n das Ewanjelium predijn will.

Quelle http://www.gamus.de/shop/buecher/armin-a...eskrankheet.php


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
katerjohn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#58

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 10:37
von grenzwilli | 7 Beiträge

Ich spreche kaum Dialekt meine aber, den hat man oder auch nicht. In allen Ländern sind in der Aussprache verschiedene Dialekte vorhanden. Schämen muß man sich deshalb nicht. Im geschäftlichen Bereich der aber (Bundesländer)übergreifend vorhanden ist, sollte man schon versuchen, Hochdeutsch zu sprechen. Das kommt einfach besser an.


GK Göddeckenrode 1972 - 1974


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#59

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 11:09
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Hat sich mal einer bei jetzt drei Seiten Gedanken gemacht warum Sächsisch als Dialekt in Deutschland so dermaßen verpönt ist und mit allerlei negativem in Verbindung gebracht wird?
Ne, nicht wirklich.

Vor 1945 war es ein Dialekt von vielen in Deutschland, noch weiter in der Vergangenheit war es durchaus Vornehm sächsisch zu sprechen.

Erst mit dem Aufstieg eines Parteifunktionärs an die Parteispitze und damit an die erste Position des einen deutschen Teilstaates wurde die sehr spezielle Sprechweise und Stimmlage dieses Mannes und das alles im breitesten Sächsisch zur Steilvorlage für Häme, Spott und Lächerlich machen der Sachsen im allgemeinen und besonderen.....
Dazu kam noch die "Eroberung" von Berlin wo gefühlt in den Positionen der Macht nur Sachsen saßen.....
In Berlin hielt sich beharrlich die Meinung das es keinen Viermächtestatus der Stadt gäbe, sondern einen Fünfmächtestatus......

Die Sachsen, pfiffig bis geschickt, butterten also den Teil der bräsigen Bevölkerung anderer Landesteile unter den Tisch und haste nicht gesehen war fast alles fest in sächsischer Hand.
Das wird den Sachsen heute noch übel genommen, von denen die im östlichen Teil leben und lebten und der Westen war der irrigen Meinung, weil es meist ihre erste phonetische Begegnung der dritten Art an der Grenze war, das alle Ureinwohner dieses rätselhaften Volkes solche unverständlichen Laute absondern.

Um einen fiesen DDR Charakter in einer Film oder Fernsehproduktion darzustellen, laß ihn sächseln und alle wissen; das ist der Bösewicht von der Stasi......

Mit welchen Worten kauft ein Sachse im Ausland einen Weihnachtsbaum? Ä Dännschen blies.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#60

RE: Die Sprache der Sachsen

in DDR Zeiten 16.09.2012 13:55
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #52
Es ist richtig schön wenn man seinen ursprünglichen Dialekt frei heraus sprechen kann.
Wenn ich mit meiner Frau mal die 30 Kilometer ins obere Erzgebirge gefahren bin und mit meinem Arzgebirgisch loslege kommt sie aus dem Grinsen fast nicht raus.
Die 30 Kilometer wieder zurück und dann gezwungenermaßen für die Mitbewohner wieder etwas verständlicher sprechen.
Die gewaltigen sprachlichen Unterschiede bei den relativ kurzen Entfernungen sind schon erstaunlich.
Gibt es dieses Phänomen auch in anderen Gegenden?

Ja,gibt es.
In der Magdeburger Gegend z.B.,an der ehem. Bezirksgrenze Halle und Magdeburg.
Ganz krass bis heute ist es ,wenn man von der Stadt Calbe/S. (ehem.Bezirk Magdeburg) nach Nienburg/Bernburg/Aken/Köthen (ehem.Bezirk Halle) fährt.
Da wird dann schon ein sehr spezieller eigenartiger Dialekt gesprochen.
Oder wenn man von dem Ort Calbe/S. in die Dörfer Wispitz/Wedlitz kommt,da ist es genau so.
Und zwischen diesen Orte liegen nur 2-3 Km.

Gruß ek40


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