#1

Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 12.02.2011 15:32
von MK1987 | 50 Beiträge

Gab es ähnlich wie in der BRD eine Art Berufsförderung bei der NVA bzw. den Grenztruppen?

Wer beim BGS war, hatte z.B. die Möglichkeit zu den Landespolizeien, zum Zoll, in ein ziviles Beamtenverhältnis zu wechseln oder er erhielt Unterstützung, wenn er sich selbstständig machen wollte usw. usf.
Bei der Bundeswehr ist es ja heute noch so, mit viel Glück kommt man zur BP oder zu den Landespolizeien, zum Zoll und so, es soll da ja ganz vielfältige Möglichkeiten geben...

Wie war das in der DDR bei der NVA und den GT? Konnte man von da aus zur VP, zum Zoll oder gar zum MfS wechseln...? Wurde der Dienstgrad, mit dem man aus der Armee ausschied bei der VP oder dem MfS weitergeführt oder musste man wieder unten beginnen?

Meinem Vater, der in den 60er Jahren bei den GT war, als diese noch zur NVA gehörten, wurde kurz vor Ender der 18 Monate das Angebot gemacht, eine Laufbahn beim Zoll einzuschlagen mit allen nur erdenklichen Möglichkeiten . Er lehnte aus moralischen Gründen ab, schließlich wollte er nicht seine Seele verkaufen und nicht den Rest seines Lebens weiterhin Uniform tragen, außerdem war er vom "System DDR" sowieso nicht überzeugt und ein Parteieintritt und was da alles hätte kommen können kam von daher nicht in Frage. Wer weiß, was da später alles gekommen wäre...wäre er vom BMF übernommen wurden und dann sogar noch Bundesbeamter geworden und jetzt mit guter Pension...? Alles Spekulation...



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#2

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 12.02.2011 17:01
von icke-ek71 (gelöscht)
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hi mk1987,mir gings genauso wie deinem vater...nach den 18monaten kamen die herren vom zoll und von der stasi zu mir nach hause..ich wohnte damals noch bei meinen eltern..und wollten mich für ihre dienste werben..ich habe mir ihre angebote nicht angehört, weil ich von der uniform sowiso die schnauze voll hatte!!ich habe genau so wie dein vater gedacht und alles an der tür abgefertigt..ich habe einen guten beruf erlernt ,der mir mein ganzes leben spaß gemacht hat!!und kann mit stolz auf alles zurückblicken!gruß von icke aus berlin


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#3

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 12.02.2011 17:19
von Backe | 480 Beiträge

Hallo icke
mir erging es 84 genau so.
Erst der Zoll und dann die Herren von der JVA Brandenburg.Die haben mich sogar eingeladen in den Knast.Nach 20 Minuten hatte sich alles erledigt. VG aus Brandenburg
Habe mir geschworen niewieder eine Uniform anzuziehen.


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
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#4

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 12.02.2011 17:53
von icke-ek71 (gelöscht)
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hi backe,das hätte sowiso niemand geschafft..das stand nach meiner entlassung fest!!nie wieder eine uniform...mußte auch nicht zur reserve!!aber einen m-befehl hatte ich dann doch..eine stunde nach mobilmachung hätte ich in fürstenwalde sein müssen!!hoffentlich wäre die s-bahn noch gefahren???dann hatte ich ne reise in den anderen teil von berlin...danach haben sie mir den m-befehl weggenommen...schade wa!!gruß nach brandenburg...von icke


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#5

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 12.02.2011 21:18
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute!
Als ich nach Beendigung des Wehrdienstes meinen Personalausweis beim VP-Kreisamt im Okt. 1979 wieder abholte, fing die Werberei
für die Polizei gleich an. Eigentlich schon in der Pik-Kompanie in Mahlow durch die Flughafenfeuerwehr Bln.Schönefeld,aber da war kein
Intressent zu finden.
Zunächst war ich ja noch standhaft aber nach vielem zureden habe ich mich dann breitkloppen lassen.Naja mein Vater hatte da einen wesentlichen Anteil, er selber ist mit 17 Jahren freiwillig zur KVP (Blaupinnen) gegangen. War später zum Offiziersstudium vorgeschlagen
worden.Aus familieren Gründen musste er später den Dienst quittieren.
Auf alle Fälle kamen der für die Werbung zuständige Obermeister nun des öfteren mit dem Funkwagen auf den Hof gefahren,das war
ja was für die Nachbarn.

Wat der wohl ausgefressen hat???
Die Ein kleidung und die Ärztliche Eignungsuntersuchung fanden in Frankfurt/Oder statt. Für den Tag hatte ich pro forma eine Vorladung
zwecks Klärung eines Sachverhaltes.Es war sowieso eigenartig die Werksleitung in meinem Betrieb wusste angeblich Bescheid.
Der Termin rückte näher ,als meinen Kollg. gegenüber erwähnte das ich ab 01. Februar1980 bei VP anfange haben die mir nen Vogel
gezeigt.Warum es solche Scherereien gab keine Ahnung? ich arbeitete als Bäcker in der Großbäckerei Bernau.

Wie gesagt wurde ich mit dem Dienstgrad Wachtmeister eingestellt und war beim Transitkommando-Schutzpolizei Bernau.
Wir waren eine extra Truppe die direkt dem Ministerium des Innern unterstellt war.Ins VPKA kamen wir nur zum tanken.
Die Dienstkleidung wurde mit weißem Koppelzeug verfeinert. Dann ging es erstmal ab auf die Protokollstrecke von olle Honecker ,praktische Anlernphase.Im Mai 1980 dann Ausbildung an der VP-Schule Potsdam. Naja ein Verhältnis mit ner Angestellten vom Verein
führte ruckzuck zum Ende der ganzen Polizeigeschichte. Aber bin auch so zurecht gekommen,stolz war man trotzdem.
Achso die Dienstgrade bei Einstellung waren nicht automatisch einen höher wie bei der Armee,habe Unter,Oberwmstr. gesehen.
Ehemalige UaZ wurden meist als Hauptwachtmeister eingestellt.

VG
der küchenbulle

VG
der küchenbulle


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#6

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 09:38
von ABV | 4.202 Beiträge

Stimmt, welchen Einstiegsdienstgrad man bei der VP bekam, hing von der Gnade der Personalabteilung ab. Ich wurde als Gefreiter entlassen und als Wachtmeister bei der VP eingestellt. Das war wohl beim Wachkommando Missionsschutz, wo ich meine Laufbahn begann, so üblich. Im VPKA Seelow gab es im Tausch für den Armeegefreiten nur den Unterwachtmeister der VP. Um gleich Hauptwachtmeister zu werden, musste man wenigstens Unterfeld, besser sogar Feldwebel, gewesen sein.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#7

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 09:46
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

wenn Du von der Armee zum MfS gewechselt bist, hast Du den Dienstgrad behalten, auch wenn es einen Wechsel vom MfS zur Armee gab.

So kenne ich diese auf jeden Fall bei den Offiziersdienstgraden.


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#8

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 09:52
von ABV | 4.202 Beiträge

Ein Kollege von mir sollte als Unterlleutnant beim MfS eíngestellt werden, hat die Bereitschaftserklärung aber kurz vor der Einstellung wieder zurückgezogen. Während seines Grundwehrdienstes war er beim Wachregiment F.D.
So viel ich weiß, hatte er es dort aber nur zum Feldwebel gebracht. Somit hätte man etliche Dienstgrade bei seiner Einstellung "übersprungen", was aber durchaus sein kann.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#9

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 10:35
von Alfred | 6.841 Beiträge

Einiges dürfte sicher auch von der Qualifizierung abhängig gewesen sein, ebenfalls Planstelle und Co.


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#10

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 13:14
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

eine Berufsförderung im weitesten Sinn gab es bei den bewaffneten Organen der DDR nicht. Es war jedoch möglich, dass z.B. Berufsunteroffiziere einen Abschluss als Industriemeister (z.B. Meister für Organisation), Fähnriche einen Fachschulabschluss (z.B. Staatswissenschaftler) und Offiziere (z.B. Diplom-Ökonom) erhielten. Diese Abschlüsse waren staatlich anerkannt und fanden bei Ausscheiden aus dem aktiven Dienst in der neuen zivilen Verwendung (in der Volkswirtschaft) ihren Niederschlag in einer entsprechend zu besetzenden Planstelle entsprechend den kaderpolitischen Anforderungen.
Ich muß jedoch betonen, dass z.B. die Ausbildung zum Meister an einer militärischen Ausbildungsstätte sich erheblich von der Ausbildung an einer zivilen Ausbildungsstätte unterschied. Die s.g. Meisterlehrgänge bei den bewaffneten Organen - hier zumindest bei den GT der DDR - dauerten in der Regel drei Monate und wurden in meisten Fällen von den Dienstgraden Unteroffizier und Unterfeldwebel absolviert. In der Regel erfolgte nach dem erfolgreichen Abschluss des Meisterlehrgangs, die Rückversetzung in das jeweilige Truppenteil. Dort absolvierte der Betreffende weiter seinen Dienst. Mit Beförderung zum Feldwebel, erfolgte dann in den meisten Fällen auch die Aushändigung der Meisterurkunde, wenn die "Wartefrist" von drei Jahren erreicht war. In den Genuss der "Meisterurkunde" gelangten jedoch nur Berufsunteroffiziere, dies obwohl - so zu mindest 1983/84 - auch Unteroffiziere auf Zeit diesen Lehrgang ( Verwendungsfachrichtung Grenzaufklärer) absolvierten.
Bei den Fähnrichen gab es zwei Ausbildungsmöglichkeiten. Ich möchte hier nur auf eine der Möglichkeiten eingehen. Berufsunteroffiziere, welche geeignet erschienen und sich bereit erklärten die Dienstzeit zu welcher sich diese verpflichtet hatten zu verlängern, wurden zu s.g. Fähnrichlehrgängen abkommandiert. Je nach Waffengattung erfolgte die ein Jahresausbildung an den unterschiedlichsten militärischen Ausbildungseinrichtungen. Bei den GT der DDR erfolgte die Ausbildung ab ca. 1984 an der Offiziershochschule der Grenztruppen "Rosa Luxemburg" in Suhl. Lehrthemen der Ausbildung waren neben militärspezifischen (hier überwiegend Grenze) auch Mathematik, Russisch, Chemie und Physik. Daneben wurde auch speziell in der Verwendung Grenzaufkärer u.a. Militärstrafrecht, Strafrecht der DDR unterrichtet. Nach erfolgreichem Abschluss, wurden die Berufsunteroffiziere zum Fähnrich ernannt. Nach der Ernennung erfolgte die Rückversetzung zum Truppenteil, wo dann die Fachschulabschlussarbeit gefertigt wurde. Diese beinhaltete in den meisten Fällen grenzdienst bezogene Themen - wie z.B. die Arbeit des Grenzaufklärers mit den örtlichen Partei- und Staatsorganen oder die Handlungsgrundsätze der BAOR an der der Staatsgrenze der DDR -. Nach ca. zwei Jahren erfolgte die Verteidigung der Fachschularbeit vor einem Prüfungsausschuss und bei erfolgreichem Abschluss die Aushändigung der Urkunde mit der Berechtigung zum tragen der jeweiligen Berufsbezeichnung. Bei den GT der DDR in der Verwendungsrichtung Grenzaufklärer war dies "Staatswissenschaftler der DDR".

Hauptproblem bei der Übernahme eines Angehörigen der NVA (alle Teilstreitkräfte) oder eines Angehörigen der GT der DDR, welcher den Dienstgrad (nicht die Dienststellung) eines Fähnrichs hatte war, dass die anderen bewaffneten Organe der DDR (mit Ausnahme WRFD ab ca. 1986) keine vergleichbaren Dienstgrade hatten. Wenn z.B. ein Angehöriger der GT der DDR entsprechend den militärischen Vorschriften aus dem aktiven Wehrdienstverhältnis ausgeschieden ist und z.B. bei der Deutschen Volkspolizei in ein Dienstverhältnis übernommen werden sollte, stand hier die Frage entweder Obermeister der Volkspolizei oder Unterleutnant der Volkspolizei. In einem mir bekannten Fall aus dem Jahr 1988, wurde ein in Ehren entlassener Oberfähnrich, bei der Volkspolizei (BdVP Berlin) als Obermeister der VP eingestellt. Nachdem dieser einen Lehrgang an der Ausbildungstätte Aschersleben (Verwendung als Abschnittsbevollmächtigter) ansolviert hatte, erfolgte die Ernennung zum Unterleutnant der VP. Die Ausbildung dauerte ca. ein halbes Jahr und war nicht in der "normalen" Ausbildung der Schutzpolizisten beinhaltet. Ca. vier Wochen nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs und der bereits erfolgten Ernennung zum Ultn. der VP, erfolgte die Beförderung zum Leutnant der VP und die Versetzung zum Transportpolizeiamt IV.
------ jetzt OT -----
Wiedergetroffen habe ich den Kameraden, als Polizeihauptwachtmeisteranwärter im Bundesgrenzschutz - und heutigem Versicherungsvertreter einer hamburger Versicherungsgesellschaft ------ wie das Leben manchmal so mitspielt.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#11

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 14:43
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

eine gewisse Förderung / Unterstützung gab es schon.

So war z.B.geregelt, wenn man aus der NVA entlassen wurde und in einen Betrieb der auf Leistung produzierte bis zu 6 Monate den Durchschnittslohn erhielt, auch wenn man die Leistung noch nicht erreichte.
Auch wurde die geleistete Dienstzeit auf die Betriebszugehörigkeit angerechnet, mit allen was damit verbunden war.
Das war sogar mit dem Grundwehrdienst so geregelt, dass Personen die Wehrdienstzeit auf das erste Arbeitsverhältnis angerechnet wurde.

Die Studierten die länger gedient haben werden sich daran erinnern, dass sie ein erhöhtes Grundstipenium von monatlich 300 Mark erhielten


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#12

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 13.02.2011 15:59
von MK1987 | 50 Beiträge

Zitat von Alfred
Das war sogar mit dem Grundwehrdienst so geregelt, dass Personen die Wehrdienstzeit auf das erste Arbeitsverhältnis angerechnet wurde.




Das ist auch heute noch so, bei der Rentenberechnung wird da kein Unterschied zwischen Bundeswehr und NVA gemacht. Das die Leute, die bei der Bundeswehr waren, aus der Dienstzeit einen höheren Anspruch haben ist ja egtl. logisch...



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#13

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 14.02.2011 17:50
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Alfred
Die Studierten die länger gedient haben werden sich daran erinnern, dass sie ein erhöhtes Grundstipenium von monatlich 300 Mark erhielten



teilweise bis 400,- mit Leistungsstip. bis zu 550,-
siehe auch Stipendienverordnung vom 11. Juni 1981


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#14

RE: Berufsförderung bei NVA/GT

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 14.02.2011 20:01
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von icke-ek71
hi mk1987,mir gings genauso wie deinem vater...nach den 18monaten kamen die herren vom zoll und von der stasi zu mir nach hause..ich wohnte damals noch bei meinen eltern..und wollten mich für ihre dienste werben..ich habe mir ihre angebote nicht angehört, weil ich von der uniform sowiso die schnauze voll hatte!!ich habe genau so wie dein vater gedacht und alles an der tür abgefertigt..ich habe einen guten beruf erlernt ,der mir mein ganzes leben spaß gemacht hat!!und kann mit stolz auf alles zurückblicken!gruß von icke aus berlin




quote="icke-ek71so war es auch bei mir,selbst der Betriebsschutz kam mit Werbern.Ich wollte auch keine Uniform wieder anziehen und erst mal mein Leben leben und Geld verdienen.
Gruß Greso


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