#21

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.02.2011 17:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#22

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.02.2011 19:59
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Backe
Mir ist auch ein solcher Fall bekannt. Ein straffällig gewordener Kollege(Diebstahl)hat eine mildere Strafe in Aussicht gestellt bekommen,wenn er als IM tätig werde.Als junger Bengel und aus Angst hat er unterschrieben.
Meiner Meinung nach, jeder der irgendwie erpressbar war konnte zum IM werden.
VG aus Brandenburg



1. Zwang war immer die schlechteste Basis für eine Zusammenarbeit und wurde daher auch nicht als Ziel verfolgt.
2. Wenn ich einen Diebstahl begehe, dann muss ich auch meine gerechte Strafe erwarten. Wird mir eine Wiedergutmachung an der Gesellschaft angeboten und dafür die ursprüngliche Strafe reduziert, dann ist dies ein Angebot und keine Erpressung. Dieses kann ich annehmen, wenn ich meinen Fehler und auch meine Schuld eingestehe, und ehrlich einer inoffizielle Tätigkeit für das MfS nachgehen, oder ich lehne diese ab und nehme dann meine gerechte Strafe (und nur diese und keine höhere) an. Erpressung wäre die Androhung von Nachteilen oder Strafe ohne einen Grund, dies war ja hier nicht gegeben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#23

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.02.2011 20:09
von 94 | 10.792 Beiträge

FED, jetzt mal 'ne blöde Frage? Warst Du selbst in die Rekrutierung von IMs involviert? Also deine Haltung in allen Ehren und ich für meine Person sehe es ähnlich, ABER Tit for Tat ist wohl doch die erfolgreichere Strategie, leider(?).


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#24

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.02.2011 20:21
von Backe | 480 Beiträge

Dann formuliere ich das mal anders:Jeder der eine Wiedergutmachung an der Gesellschaft hatte,konnte zum IM werden.
Was is angenehmer? in den Knast zu wandern,oder Bewährung zu bekommen durch Wiedergutmachung
Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. VG aus Brandenburg
Machs wieder Gut


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
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#25

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.02.2011 20:50
von Alfred | 6.857 Beiträge

Zitat von Backe
Dann formuliere ich das mal anders:Jeder der eine Wiedergutmachung an der Gesellschaft hatte,konnte zum IM werden.
Was is angenehmer? in den Knast zu wandern,oder Bewährung zu bekommen durch Wiedergutmachung
Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. VG aus Brandenburg
Machs wieder Gut



Hallo,

"Jeder IM", nein, das war wohl nicht so.

Wie dargestellt, ging es darum Personen zu finden, die die notwendige Aufgabe lösen konnten. Es war ja bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht möglich, sich als IM zu bewerben und der Begriff IM war den Personen sowieso nicht bekannt.

Und "Wiedergutmachung" ,dass war auch keine Eigenheit der DDR, denn sonst dürfte man ja in der ganzen Welt erkannte Spione nicht "umdrehen


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#26

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 07:07
von Sachsendreier (gelöscht)
avatar

........wenn wir uns schon mit dem Thema beschäftigen, sollte man sich nicht focusieren auf straffällig gewordene Personen, denn dazu ist dieser Prozeß doch ein wenig komplizierter. Denn letztendlich könnte man den Eindruck gewinnen, daß alle Straffälligen angeworben wurden.
Der Gewinnungsprozeß stand/steht doch in erster Linie immer im Zusammenhang der zu lösenden Aufgabe - welche Persönlichkeit (sage ich bewußt) brauche ich dazu - und damit beginnt die Suche / Auswahl / Aufklärung und Überprüfung und Kontaktierung der Person, abgesehen von ad hoc Werbungen ist dieser Prozeß so umfangreich und zeitintensiv und man sich lösen sollte von Vorstellungen "heute ziehen die Werber los , uns fehlen noch IM"
Vom Thema her vermiss ich eigentlich, mal abgesehen von "F", was waren denn nun für jemand Beweggründe, sprich Motive, für eine Zusammenarbeit ? Mein Motiv war klar, auch brauchte jemand, m i t dem ich die Aufgabe lösen muß !
Wenn jemand glaubt , daß das mit Zwang und Druck über lange Jahre am besten gelingt, muß ich dem entschieden widersprechen.


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#27

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 07:46
von ABV | 4.203 Beiträge

Es gab ganz sicher noch einen wichtigen Beweggrund für eine IM-Tätigkeit, nämlich das Vetrauen zum MfS. Es gab ja nicht wenige Bürger in der DDR, welche an den Verhältnissen verzweifelten. Die ganze Schlamperei in den Betrieben, das ewige "in die Tasche lügen" und die Zerstörung der Umwelt. Die meisten glaubten ja damals, dass die Führung nicht über die wirkliche Lage in der DDR informiert war. Da gab es schon den Beweggrund sich an das MfS zu wenden, weil man glaubte auf diese Art und Weise die Mißstände beseitigen zu können. Das MfS konnte ja einiges bewegen, so glaube jedenfalls der Normalbürger. Wer konnte denn auch ahnen, dass die SED-Führung sogar die Berichte des MfS ignorierte und eigentlich bestens über die ganzen Sauerein im Bilde war?

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 12.02.2011 07:46 | nach oben springen

#28

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 08:19
von eisenringtheo | 9.187 Beiträge

Zitat von ABV
(...).Die meisten glaubten ja damals, dass die Führung nicht über die wirkliche Lage in der DDR informiert war. Uwe


Das ist doch immer so. Schon die griechische Mythologie besagt, dass der Überbringer schlechter Botschaft geköpft wird.
http://www.gavagai.de/zitat/HHC192.htm
Deshalb werden die Berichte, die ganz unten abgehen auf dem Dienstweg solange gefiltert, bis nur noch das Gute oben ankommt. Der Preis der Macht ist, dass man die Übersicht verliert und keine Ahnung mehr hat, wie es wirklich ist.


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#29

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 14:30
von Alfred | 6.857 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von ABV
(...).Die meisten glaubten ja damals, dass die Führung nicht über die wirkliche Lage in der DDR informiert war. Uwe


Das ist doch immer so. Schon die griechische Mythologie besagt, dass der Überbringer schlechter Botschaft geköpft wird.
http://www.gavagai.de/zitat/HHC192.htm
Deshalb werden die Berichte, die ganz unten abgehen auf dem Dienstweg solange gefiltert, bis nur noch das Gute oben ankommt. Der Preis der Macht ist, dass man die Übersicht verliert und keine Ahnung mehr hat, wie es wirklich ist.




Falsch,

es gibt heute genügend Informationen wo nachgelesen werder kann, das Informationen ungefiltert bei der DDR - Regierung ankamen.

Wie reagiert wurde, ist eine ganz andere Frage.


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#30

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 15:15
von eisenringtheo | 9.187 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von eisenringtheo

Zitat von ABV
(...).Die meisten glaubten ja damals, dass die Führung nicht über die wirkliche Lage in der DDR informiert war. Uwe


Das ist doch immer so. Schon die griechische Mythologie besagt, dass der Überbringer schlechter Botschaft geköpft wird.
http://www.gavagai.de/zitat/HHC192.htm
Deshalb werden die Berichte, die ganz unten abgehen auf dem Dienstweg solange gefiltert, bis nur noch das Gute oben ankommt. Der Preis der Macht ist, dass man die Übersicht verliert und keine Ahnung mehr hat, wie es wirklich ist.




Falsch,

es gibt heute genügend Informationen wo nachgelesen werder kann, das Informationen ungefiltert bei der DDR - Regierung ankamen.

Wie reagiert wurde, ist eine ganz andere Frage.




http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593924/page/8
Die Meldung an den "Werten Genossen Honecker" ist schon nicht sehr ergiebig.
(etwa in der Mitte anklicken).
Theo


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#31

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 15:54
von Sachsendreier (gelöscht)
avatar

....und was hat jetzt die Information des Stadtkommendanten Poppe an E.H. mit dem Thema zu tun?


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#32

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 15:56
von Alfred | 6.857 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Alfred

Zitat von eisenringtheo

Zitat von ABV
(...).Die meisten glaubten ja damals, dass die Führung nicht über die wirkliche Lage in der DDR informiert war. Uwe


Das ist doch immer so. Schon die griechische Mythologie besagt, dass der Überbringer schlechter Botschaft geköpft wird.
http://www.gavagai.de/zitat/HHC192.htm
Deshalb werden die Berichte, die ganz unten abgehen auf dem Dienstweg solange gefiltert, bis nur noch das Gute oben ankommt. Der Preis der Macht ist, dass man die Übersicht verliert und keine Ahnung mehr hat, wie es wirklich ist.




Falsch,

es gibt heute genügend Informationen wo nachgelesen werder kann, das Informationen ungefiltert bei der DDR - Regierung ankamen.

Wie reagiert wurde, ist eine ganz andere Frage.





Theo,

man sollte von einer Info. nicht auf ein Prinzip schließen.
Es ist ja auch nicht gesagt, ob Honecker zu dem Sachverhalt noch weitere Informationen - ausführlicher- erhalten hat.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593924/page/8
Die Meldung an den "Werten Genossen Honecker" ist schon nicht sehr ergiebig.
(etwa in der Mitte anklicken).
Theo



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#33

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 20:16
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Landeposten
Eine Chance worauf?Die Chance wurde doch schon verpasst als f. sich entschloss solch eigenartigen Satz ab nun immer unter seine Beiträge zu setzen um sich so als ganz was besonderes darzustellen.Es kann natürlich auch sein er verehrt ihn als sein Onkel,Schwager oder sonst was.Dann habe ich gern Unrecht.



BlaBlaBla habe ich doch schon längst gelöscht.

Politisch bleibe ich bis auf weiteres Neutral. Jedoch fand ich sein Leben faszinierend.


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#34

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 20:40
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Landeposten
Eine Chance worauf?



Einfach einmal hinter die eigenen Vorurteile zu blicken und die vielschichtigen Motivationen und Beweggründe für eine inoffizielle Tätigkeit für das MfS zu ergründen. Freedom stellte einen Ausreiseantrag, ging dann keiner Arbeit mehr nach, schlug sich durch. Er war also erkennbar gegen diesen Staat, machte sich eines Vergehens nach § 249 StGB schuldig und wurde dann auf Basis der Wiedergutmachung geworben.

Wenn er nun aus Gegnerschaft zum Sozialismus die DDR verlassen wollte, warum war er dann bereit als IM tätig zu werden. Nur die Angst vor Strafe kann es ja nicht gewesen sein, sonst wäre da kein Stolz und kein Gefühl eines 007 aufgekommen. Die meisten echten Feinde des Sozialismus lehnten solche Werbungen ab und nahmen lieber die Strafe in Kauf. War der Ausreiseantrag also eventuell gar nicht aus der Gegnerschaft zum Sozialismus in der DDR gestellt worden, sondern nur wegen konsumistischen Verlockungen des Westens? Eine gute Frage.

Was bringt einen ASA also dazu inoffiziell für das MfS tätig zu werden, was waren nun also für Freedom die Beweggründe für eine inoffizielle Tätigkeit für das MfS wenn er ein Systemgegner war und drittens, was waren seine Beweggründe in dem Fall, dass er die DDR lediglich der besseren Konsumaussichten wegen verlassen wollte.

Also eigentlich guter Stoff um aus diesem Thread einen gewinnbringenden Fachtread für die Allgemeinheit zu machen. Ob dieses jedoch gelingt und ob Freedom überhaupt dazu bereit ist sich diesen Fragen zu stellen darf, nach den bisherigen pauschalen Verurteilungen seiner IM Tätigkeit, bezweifelt werden.

Soviel zu den verpassten Chancen... und davon sehe ich momentan immer mehr in diesem Forum. Statt auf "Open Mind" trifft man immer öfter auf eine Wand aus Vorurteilen und festen Feindbildern, die in immer den gleichen Beiträgen unter das Volk gebracht werden.





Also wie ich schon geschrieben habe war ich zum damaligen Zeitpunkt in einer Zwangslage die die Herren (ohne Schlapphut) auszunutzen wussten. Meine Beweggründe warum ich mich dem MfS als IM anschloss war halt der Reiz irgendwie jetzt was besonderes zu sein. Ich meine damit nicht ein heranwachsender James Bond zu werden sondern eher habe ich alles zum damaligen Zeitpunkt als Einstieg in eine Agententätigkeit gesehen. Ganz klar und nur so habe ich damals gedacht. Meine Kindliche Naivität merkte ich gar nicht dass das so nicht laufen würde.
Anmerkung: Noch heute fasziniert mich das Thema Spionage und Agententätigkeit!

Wegen Konsum in den Westen zu gehen? Ja sicherlich bestimmt auch - aber nicht nur deswegen.
Sagen wir so: Mich hat es genervt das ich nicht dahin konnte was hinter der Mauer ist!

Mein Rückzieher habe ich zum damaligen Zeitpunkt somit begründet das ich mich für ein Leben hinter der Mauer entschieden habe. Auch hatte ich verdammt Angst gehabt wenn ich zu viel weiß das die dich nie ziehen lassen würden. Damit war die Zusammenarbeit für mich Geschichte. Die haben Wutentbrannt mich aus der Wohnung verwiesen.

Ich hoffe einigermaßen deine Fragen beantwortet zu haben.

PS: Heute noch mal zum Geheimdienst? Auf jedenfall.

Sven


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#35

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 20:42
von Freedom (gelöscht)
avatar

Zitat von 94
FED, jetzt mal 'ne blöde Frage? Warst Du selbst in die Rekrutierung von IMs involviert? Also deine Haltung in allen Ehren und ich für meine Person sehe es ähnlich, ABER Tit for Tat ist wohl doch die erfolgreichere Strategie, leider(?).




Nein war ich nicht.


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#36

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 20:46
von Freedom (gelöscht)
avatar

Zitat von turtle
Garantiert wurden alle Unterlagen welche dazu zur Verfügung standen überprüft. Auch warum und wie die Anwerbung zustande kam!
Ich kann mir in einem solchen Fall nicht vorstellen ,das er noch nicht Einsicht in seine Stasiunterlagen genommen hat! Wenn nicht wird es Zeit!
Wenn er die gelesen hat müsste vieles klarer sein! In seltenen Fällen wenn nachgewiesen ist ,das er unter enormen Druck keine andere Möglichkeit hatte ,und deshalb unterschrieb hat er eine Chance nicht zurückzuzahlen,nur dann! Nur darauf berufen sich alle!!!
Ich denke es ist genug zur Frage von Freedom geschrieben! Er kann sich nun erst einmal wieder äußern! Mal sehen ob er es macht?
Gruß Peter(turtle)




Nein ich habe meine Akte noch nicht in die Hände bekommen oder auch beantragt. Was sich jetzt ändern wird.


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#37

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.02.2011 20:56
von Freedom (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred

Zitat von Backe
Dann formuliere ich das mal anders:Jeder der eine Wiedergutmachung an der Gesellschaft hatte,konnte zum IM werden.
Was is angenehmer? in den Knast zu wandern,oder Bewährung zu bekommen durch Wiedergutmachung
Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. VG aus Brandenburg
Machs wieder Gut



Hallo,

"Jeder IM", nein, das war wohl nicht so.

Wie dargestellt, ging es darum Personen zu finden, die die notwendige Aufgabe lösen konnten. Es war ja bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht möglich, sich als IM zu bewerben und der Begriff IM war den Personen sowieso nicht bekannt.

Und "Wiedergutmachung" ,dass war auch keine Eigenheit der DDR, denn sonst dürfte man ja in der ganzen Welt erkannte Spione nicht "umdrehen





Nur ein Beispiel: Ich war in ein Freundeskreis der für das MfS interessant war. Und an die wollten sie ran. Sie wollten wissen wann die Familie XXXXX aus Berlin-Lichtenberg den Abflug wagt. Sie dachten das ich was wüsste was jedoch nicht der Fall war.


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#38

RE: welche Beweggründe gab es, als IM tätig zu werden

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.02.2011 03:12
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Freedom

Zitat von Feliks D.

Zitat von Landeposten
Eine Chance worauf?



Einfach einmal hinter die eigenen Vorurteile zu blicken und die vielschichtigen Motivationen und Beweggründe für eine inoffizielle Tätigkeit für das MfS zu ergründen. Freedom stellte einen Ausreiseantrag, ging dann keiner Arbeit mehr nach, schlug sich durch. Er war also erkennbar gegen diesen Staat, machte sich eines Vergehens nach § 249 StGB schuldig und wurde dann auf Basis der Wiedergutmachung geworben.

Wenn er nun aus Gegnerschaft zum Sozialismus die DDR verlassen wollte, warum war er dann bereit als IM tätig zu werden. Nur die Angst vor Strafe kann es ja nicht gewesen sein, sonst wäre da kein Stolz und kein Gefühl eines 007 aufgekommen. Die meisten echten Feinde des Sozialismus lehnten solche Werbungen ab und nahmen lieber die Strafe in Kauf. War der Ausreiseantrag also eventuell gar nicht aus der Gegnerschaft zum Sozialismus in der DDR gestellt worden, sondern nur wegen konsumistischen Verlockungen des Westens? Eine gute Frage.

Was bringt einen ASA also dazu inoffiziell für das MfS tätig zu werden, was waren nun also für Freedom die Beweggründe für eine inoffizielle Tätigkeit für das MfS wenn er ein Systemgegner war und drittens, was waren seine Beweggründe in dem Fall, dass er die DDR lediglich der besseren Konsumaussichten wegen verlassen wollte.

Also eigentlich guter Stoff um aus diesem Thread einen gewinnbringenden Fachtread für die Allgemeinheit zu machen. Ob dieses jedoch gelingt und ob Freedom überhaupt dazu bereit ist sich diesen Fragen zu stellen darf, nach den bisherigen pauschalen Verurteilungen seiner IM Tätigkeit, bezweifelt werden.

Soviel zu den verpassten Chancen... und davon sehe ich momentan immer mehr in diesem Forum. Statt auf "Open Mind" trifft man immer öfter auf eine Wand aus Vorurteilen und festen Feindbildern, die in immer den gleichen Beiträgen unter das Volk gebracht werden.





Also wie ich schon geschrieben habe war ich zum damaligen Zeitpunkt in einer Zwangslage die die Herren (ohne Schlapphut) auszunutzen wussten. Meine Beweggründe warum ich mich dem MfS als IM anschloss war halt der Reiz irgendwie jetzt was besonderes zu sein. Ich meine damit nicht ein heranwachsender James Bond zu werden sondern eher habe ich alles zum damaligen Zeitpunkt als Einstieg in eine Agententätigkeit gesehen. Ganz klar und nur so habe ich damals gedacht. Meine Kindliche Naivität merkte ich gar nicht dass das so nicht laufen würde.
Anmerkung: Noch heute fasziniert mich das Thema Spionage und Agententätigkeit!

Wegen Konsum in den Westen zu gehen? Ja sicherlich bestimmt auch - aber nicht nur deswegen.
Sagen wir so: Mich hat es genervt das ich nicht dahin konnte was hinter der Mauer ist!

Mein Rückzieher habe ich zum damaligen Zeitpunkt somit begründet das ich mich für ein Leben hinter der Mauer entschieden habe. Auch hatte ich verdammt Angst gehabt wenn ich zu viel weiß das die dich nie ziehen lassen würden. Damit war die Zusammenarbeit für mich Geschichte. Die haben Wutentbrannt mich aus der Wohnung verwiesen.

Ich hoffe einigermaßen deine Fragen beantwortet zu haben.

PS: Heute noch mal zum Geheimdienst? Auf jedenfall.

Sven




Nun Sven, wenns denn auch eine Nummer kleiner geht, so gibt es tatsächlich jede Menge Aufträge für Spione jeglicher Art, was nicht in jedem Falle eine verwerfliche Tätigkeit ist, auch wenn es landläufig so gesehen wird.
Wenn man bedenkt, wie viele Parasiten man heute noch so durchschleift, allein schon wenn man berufstätig ist und für notorische Krankfeierer das Geld mitverdienen muß, so hat Spitzeltätigkeit bis zu einem gewissen Grade eine ethische Basis.
Nachweislich gibt es dieses Gesindel auch in meinem Umfeld, das rauszukriegen bedarf es nicht mal Abhörgeräten oder Mikrokameras, da reicht ein Strohmann bei Facebook um an die Partybilder zu kommen, die Koll. X zeigen zu der Zeit als Hackel dessen Zug nach Basel gefahren hatte, während X seinen grippalen Infekt ausgelebt hat.
Wenn man solche Vorkommnisse auf die Gesamtwirtschaft hochrechnet, so sind das Jahr für Jahr Milliardenschäden und nicht nur für die Kollegen, die das Geld solcher Simulanten mitverdienen müssen, nein das ist auch relevant für die Sozialkassen und somit ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Nicht immer müssen Agenten spektakuläre Truppenbewegungen oder die neuesten Waffentechniken erforschen, vielmehr wären sie in den Niederungen des Wirtschaftslebens ebenso sinnvoll.
Übrigens hätte ich persönlich kein Problem damit zu wissen, daß mir im Falle einer eigenen Krankmeldung möglicherweise auch nachgestellt würde, da hab ich nichts zu verbergen.
Vor solchen Spitzeln hätte ich genauso wenig Angst wie vor den IM, die vielleicht irgendwann mal um mich herum geschwirrt sind.



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