#61

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 10.03.2011 05:47
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von werner
Lese Deine Abhandlungen mit größtem Vergnügen und finde mich, wie auch schon von Gilbert angemerkt, über weite Strecken wieder, wenn auch aus anderer Perspektive. Die kleinen, scheinbaren Nebenepisoden, machen das Lesen zum Genuss. Wirklich köstlich! Muss ich jetzt ne Nummer ziehen, um auch ein signiertes Exemplar zu erstehen?



Danke für deine lobenden Worte, Werner!
Eine Nummer ziehen brauchst du noch nicht. Noch ist der Kreis ja überschaubar

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#62

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 10.03.2011 08:03
von ABV | 4.202 Beiträge

und das nächste update gleich hinterher

Viel Spaß damit,
euer Uwe



Die nächsten Tage streifte ich unermüdlich durch den Abschnitt. Die Bevölkerung zeigte sich erstaunt, über die häufige Anwesenheit der Polizei. Manche brachten das sofort mit der politischen Lage in Verbindung, was in diesem Falle nicht zutraf. „ Neue Besen kehren gut“, dieses Sprichwort traf auch auf meine Person zu. Leider oder vielleicht auch Gott sei Dank, blieb mir die Erfahrung nicht erspart, dass blinder Eifer und Unerfahrenheit keine besonders gute Mischung darstellt. Geradezu besessen ging ich fortan jeden noch so kleinen Hinweis auf ein mögliches kriminelles Delikt nach. Die Bürgermeisterin von Libbenichen erzählte mir hinter vorgehaltener Hand, dass ein älterer Herr ständig vor Kindern onanieren soll. Na gut, die Dame hatte ein anderes Wort für onanieren verwendet, aber das spielt ja nun keine Rolle. Der besagte ältere Mann galt als geistig zurückgeblieben. Er lebte allein in seiner Wohnung und war als harmlos bekannt. Dennoch musste der Angelegenheit natürlich nachgegangen werden. Der von mir umgehend informierte Kriminaloberleutnant Peter Vogel lauschte meinen Bericht mit einer Mischung aus Interesse und gesunder Skepsis. „ Hast du die Kinder schon befragt?“, erkundigte er sich. „ Nein, ich wollte das ganze erst mit euch absprechen“, erwiderte ich. Was denn nun, ich denke ohne Einverständnis der Kriminalpolizei darf ein ABV nichts unternehmen? , fragte ich mich im Stillen. Vogel zeigte sich pragmatisch. Er versprach mir mich bei den Ermittlungen zu unterstützen, dafür sollte ich mich erst mal in dieser Angelegenheit zurückhalten. Die Namen der betreffenden Kinder waren natürlich bereits bekannt In einem Dorf wie Libbenichen kennt schließlich jeder jeden. Die vermeintliche Sexualstraftat erwies sich rasch als Dorfklatsch. Bei den Befragungen stellte sich heraus, dass die angeblichen Zeugen nur gehört hatten, dass irgendjemand, irgendwann den bedauernswerten Tropf in seinem Haus beim onanieren beobachtet haben wollte. Der geistige Urheber dieses Gerüchts war natürlich niemanden bekannt, so dass die Ermittlungen sang und klanglos eingestellt wurden. Die Mutter eines der Kinder, nahm mir die Tatsache das ausgerechnet ihr Sohn von der Kriminalpolizei befragt wurde, persönlich übel. Ihr armer Sohn wäre völlig verstört gewesen, meinte sie jedenfalls.
Kurze Zeit später geriet ich, ebenfalls in Libbenichen, zwischen die Fronten eines seit langem anhaltenden Nachbarschaftsstreits. Während eines Streifengangs berichtete mir eine der beteiligten Protagonisten mit bebender Stimme von ihren Nöten. „ Schön das wir jetzt einen neuen ABV haben, ich hoffe das Sie uns endlich helfen“, flötete die Frau mit samtener Stimme. So etwas war natürlich Musik in meinen Ohren, dass ging so richtig runter wie Öl.
„ Wann immer Sie meine Hilfe benötigen, rufen Sie an!“, schmetterte ich mit geschwellter Brust. Genau diesen Satz sollte ich später noch verfluchen, denn die Frau sollte mich beim Wort nehmen! Aber darauf komme ich später noch einmal zurück.
Die beste Möglichkeit für einen Polizisten um ganz sicher unbeliebt zu werden, sind seit jeher permanente Verkehrskontrollen. Wie auf dem Lande üblich, führte kaum jemand seinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere mit sich. Das änderte sich schlagartig, nach einem Obolus von 10 Mark in die gebeutelte Staatskasse und einer dementsprechenden Belehrung. Besonders Uneinsichtige mussten sogar ihr Fahrzeug stehen lassen und ihre Papiere von Zuhause holen. Von dem erzieherischen Wert einmal abgesehen, wirkten solche Aktionen natürlich kontraproduktiv. Ein guter Schutzpolizist ist nicht unbedingt auch ein guter Abschnittsbevollmächtigter! Diese alte Regel wurde leider nur allzu oft missachtet! Ich war beileibe nicht der einzige Heißsporn, welcher sich erst seine Hörner abstoßen musste. Mein damaliges Alter, ich war erst fünfundzwanzig Jahre und die damit verbundene geringe Lebenserfahrung taten ihr übriges dazu.
In den letzten Augusttagen wurde die stetig anschwellende Ausreisewelle nun auch ein Thema für die monatliche Parteiversammlung. Hauptmann Heinz H., der Leiter der Abteilung Pass & Meldewesen, sprach in seinem diesbezüglichen Referat allerdings noch immer von „ einer gegen den Sozialismus gerichteten Kampagne des Gegners. Aber es wird ihnen nicht gelingen, diese Kampagne erfolgreich abzuschließen“, verkündete er im Brustton der Überzeugung. Trotz der allgemeinen Zustimmung, waren auch leise Töne der Kritik zu vernehmen. Die Partei muss sich wieder verstärkt dem Volk zuwenden und hat die Initiative zu sehr den „negativen Kräften“ überlassen. So lautete jedenfalls der offizielle Grundtenor. Auch die Seelower Volkspolizisten hatten längst erkannt, dass nicht allein der imaginäre „Gegner“ die Schuld an der Massenflucht trug. Aber in diesen Tagen hatte man noch, die völlig abwegige Hoffnung, dass auch die SED-Führung endlich die wirklichen Ursachen erkennt und Abhilfe schafft.
Auch ich wurde von den Einwohnern meines Abschnitts ständig über die Situation angesprochen. Der anhaltende Exodus machte die Menschen ratlos und betroffen. Eine Antwort auf die drängenden Fragen, blieb ich leider schuldig. „Es muss sich bei uns etwas ändern, die Führung ist zu alt“, äußerte eine Dolgeliner LPG-Bäuerin. Ich wollte und konnte diesen offenen Worten nichts entgegenbringen. Argumentative Unterstützung bekam ich in jenen Tagen vom FDJ-Sekretär der Dolgeliner LPG. Kurioserweise trug er den selben Familiennamen wie ein gewisser ständig lächelnder bekannter SED-Politiker. Sein Spitzname. Egon, kam also nicht von ungefähr. Für „Egon“ waren die Flüchtlinge nichts weiter als Verräter. Immerhin hatten sie auf Kosten des Staates einen Beruf erlernt, oder sogar studiert. „Egon“ hätte seinem berühmten Namensvetter alle Ehre gemacht, wenn die Mauer nicht gefallen wäre. Schon bei seinem ersten Besuch beim „Klassenfeind“ wurde „Egon“ schwach und nach seinen eigenen Worten, zum Verräter. Sein Onkel hatte ihm eine lukrative Stelle besorgt, die er Angesichts seines ohnehin nicht mehr benötigten Jobs als FDJ-Sekretär, dankend annahm. So sind wir Menschen nun einmal! Wenn das Schiff des Lebens zu sinken droht, werden überkommene Ideale wie Ballast über Bord geworfen. Es gab damals nicht nur einen „Egon“.


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zuletzt bearbeitet 10.03.2011 08:04 | nach oben springen

#63

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 10.03.2011 08:19
von Gert | 12.354 Beiträge

sehr schön Uwe, wie immer, eine wunderbare Morgenlektüre für mich nach dem Frühstück. Für mich als Großstadtmensch ist es sehr amüsant zu lesen, wie es auf dem platten Lande zugeht. Ich freue mich auf weitere Texte.

Einen schönen Gruß an die Oder vom "Vater" Rhein , Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
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#64

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 10.03.2011 10:29
von Svenni1980 | 672 Beiträge

Super Uwe,

Deine Berichte lassen sich gut lesen und sind auch noch höchst interessant zu lesen.

Weiter so!


Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!
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#65

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 20.03.2011 20:20
von ABV | 4.202 Beiträge

Und hier das nächste Update
Viel Spaß beim Lesen und kommentieren.

euer Uwe



Die DDR misstraute an durchschnittlich dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr ihrer Bevölkerung. Dazwischen gab es Tage, an denen sich das „normale“ Misstrauen bis an die Grenze zur Paranoia steigerte. Der 01. September gehörte regelmäßig dazu. Wie allgemein bekannt, brach einst an diesem Tage der Zweite Weltkrieg aus. Anlässlich dieses Datums könnten negative Kräfte die im Oderland zahlreich vorhandenen sowjetischen Ehrenmäler schänden, fürchtete man in der Seelower SED-Kreisleitung. Natürlich kümmerten sich die Genossen nicht selbst um den Schutz der „Heiligtümer“. So etwas überließ man den Sicherheitsorganen, allen voran der Volkspolizei. Auch im Territorium des Gruppenposten Süd“ gab es, angefangen vom sowjetischen Ehrenfriedhof in Reitwein bis zum schlichten Gedenkstein in Friedersdorf, einiges zu beschützen. Bei der mondtäglichen Dienstberatung im Gruppenposten, „beglückte“ uns Hauptmann B. mit dem Auftrag, für die Nacht vom 01.-02. September einen durchgehenden Wachdienst zu organisieren. Für solch „niedere“ Aufgaben waren in aller Regel die VP-Helfer zuständig. Theoretisch gab es davon eine ganze Menge. Aber die wenigsten von ihnen waren tatsächlich aktiv. Obermeister L. hatte mir verraten, dass es sich bei ungefähr achtzig Prozent des Bestandes der in meinem Abschnitt registrierten „Hilfssheriffs“, lediglich um „Karteileichen“ handelte. Die wirklich einsatzbereiten VP-Helfer konnte man mit den Fingern einer Hand abzählen. Dennoch durfte sich kein ABV von inaktiven Helfern trennen! Erst wenn für den „Faulpelz“ Ersatz gefunden wurde, konnte dieses beim Leiter der Schutzpolizei beantragt werden. Um den „schönen Schein zu wahren“, schreckte man nicht einmal vor offenkundigen Betrug zurück. Jeder Abschnittsbevollmächtigte musste die Tätigkeiten seiner VP-Helfer im Voraus planen und anschließend im so genannten „Helferjournaille“ dokumentieren. Wenn zum Beispiel der VP-Helfer Willi X. am 08.03. 1989 in Dolgelin drei Stunden Streife gelaufen war, wurde dieses ordentlich eingetragen. Natürlich lief ein ordentlicher VP-Helfer nicht nur blindlings Streife, er stellte auch Mängel und Ordnungswidrigkeiten fest. Dieses meldete er gleichfalls seinem Abschnittsbevollmächtigten, zur weiteren Bearbeitung. So weit die Theorie! In der Praxis war es üblich, dass die eingetragenen Streifendienste niemals geleistet wurden. Die angeblich festgestellten Ordnungswidrigkeiten war vom Helfer, mittels einer Belehrung, praktischerweise gleich selbst erledigt worden. Bei dieser Art von „Buchführung“ blieben auch makabere Ereignisse nicht aus. Horst P. aus Libbenichen gehörte zu den wirklich aktiven VP-Helfern! Egal ob es sich um eine Verkehrskontrolle oder einen Streifengang handelte, auf Horst war Verlass. Da verwunderte es natürlich niemand, dass Horst im Juli 1989 auf seinen Streifengängen sieben „Sünder“ zur Raison brachte. Bei solchem Fleiß konnte durchaus über eine Prämie oder gar einen Orden nachgedacht werden. Bloß gut das Horst P. einst mein Nachbar war. Sonst hätte ich womöglich auch nicht gewusst, dass er bereits Anfang 1989 an einem Krebsleiden verstorben war. Auf Grund seiner Krankheit dürften sich seine Tätigkeiten als VP-Helfer bereits lange Zeit vorher auf das notwendigste beschränkt haben. Wenn man den Einträgen Glauben schenkt, hat er aber noch einem halben Jahr nach seinem Tod, die Bürger zur Ordnung gerufen! Von dem erzieherischen Wert einer Belehrung aus dem Jenseits mal abgesehen, so wörtlich sollte der Begriff „Karteileiche“ nun aber wirklich nicht genommen werden!
Hauptmann B. war lange genug dabei, um nicht zu wissen, wie seine Abschnittsbevollmächtigten über den Auftrag dachten. „ Das ist doch jedes Jahr die selbe die selbe Scheiße. Wenn irgend einer was mit den Denkmälern vorhat, wird er sich doch nicht ausgerechnet diese eine Nacht dafür aussuchen“, stöhnte Hauptmann Günther L. Der für den Abschnitt Falkenhagen verantwortliche, immer etwas kränkliche Offizier, sprach das aus, was insgeheim alle dachten. „ Bis jetzt ist doch noch nie etwas passiert. Mit solchen Aktionen bringen wir höchstens noch diesen oder jenen auf blöde Ideen“, gab der ABV von Lebus, Leutnant Winfried S., zu Bedenken. Hauptmann B. schnitt die aufkommende Diskussion mit einer Handbewegung ab. „ Leute, wir können hier nicht über den Sinn oder Unsinn der Maßnahme diskutieren. Die Arbeit muss erledigt werden, soviel steht nun einmal fest. Außerdem beobachten die „Freunde“ im Kommando Wünsdorf momentan ganz genau was in der DDR geschieht. Ich glaube nicht das sie sehr erfreut darüber sind, wenn irgendjemanden ihre Denkmäler verschandelt.“
Wer wollte wohl dagegen widersprechen? Aber was hätten die „Freunde in Wünsdorf“ im Fall des Falles anders tun können, als nicht erfreut zu sein? Etwa eine Neuauflage der „Schlacht bei den Seelower Höhen?“ Die Sowjets wären ganz sicher weit entspannter mit Vorkommnissen umgegangen, als wir Deutschen.
Für mich bedeutete der Auftrag, dass ich nun in drei Dörfern meines Abschnitts ausreichend „Wachposten“ finden musste. Für einen Zeitraum von immerhin acht Stunden, bedeutete das einen Kräfteansatz von immerhin vier Helfern pro Dorf und Stein. So kompliziert hatte ich mir mein Dasein als Abschnittsbevollmächtigter aber nicht vorgestellt. Immerhin bot mir Hauptmann B. seine Hilfe an. Er wusste schließlich, auf wem man bei solchen Anlässen zurückgreifen konnte.
So kompliziert wie die ganze Angelegenheit zuerst aussah, war sie am Ende überhaupt nicht.
B., diesem alten Fuchs, gelang es tatsächlich seine Beziehungen spielen zu lassen. In Friedersdorf übernahm die örtliche Feuerwehr den Wachdienst. B. brauchte nur bei der Sekretärin vom Leiter der Abteilung Feuerwehr im VPKA anzurufen, schon war ich eine Sorge los. Die besagte Sekretärin wohnte selbst in Friedersdorf und war mit einem der freiwilligen Feuerwehrleute verheirat. Schon am nächsten Tag lag die Zusage nebst des Wachdienstplanes vor!
Der VP-Helfer Alois F. aus Sachsendorf sollte sich ebenfalls als absoluter Glücksfall erweisen. War er doch bis vor einem knappen Jahr, dem Zeitpunkt seiner Berentung, selbst Abschnittsbevollmächtigter gewesen. Nach dem sowohl Alois als auch der benachbarte Dolgeliner Amtskollege zeitgleich ihre Uniformen „an den Nagel hängten“, wurden die beiden einst selbstständigen Abschnitte aus Effektivitätsgründen zusammengelegt. Alois verfügte noch immer über ausreichend Autorität, um den Wachdienst zu organisieren. In Alt Mahlisch gestaltete sich die Angelegenheit etwas schwieriger. Es fanden sich nur drei Freiwillige, so dass ich die letzte Wache, von 03.00 Uhr- 05:00 Uhr, am Ende selbst übernehmen musste. Immerhin stand vor dem Alt Mahlischer Ehrenmal ein geräumiger Bauwagen von dem der Postenbereich bequem überschaut werden konnte.
„ Da kannst du mal sehen wie wichtig gute Kontakte für einen ABV sind! Das ist ein ständiges geben und nehmen. Die Leute müssen dich nicht nur als Polizisten respektieren, sondern auch als Menschen achten.“ Nachdenklich nickte ich mit dem Kopf. Schon meldeten sich wieder inneren Zweifel, den Aufgaben gewachsen zu sein. Hauptmann B. war vor seiner Berufung als Gruppenpostenleiter, Abschnittsbevollmächtigter in Alt Zeschdorf. Er galt dort noch immer als Institution! B. war jemand, dem auch der größte Halunke noch mit Respekt begegnete. Das lag an seiner Art auf Menschen zuzugehen, mit ihnen zu reden und auch zu lachen. Männer wie Hauptmann B., die so gar nicht in das Klischee des „ sturen, humorlosen VoPos“ passen wollten, waren für mich Vorbild und unerreichbares Ideal zu gleich.


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#66

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 21.03.2011 09:25
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Dagibt`s nicht viel zu kommentieren!

Einfach nur Gut!


Gruß
Theo 85/2


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#67

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 21.03.2011 09:52
von Gert | 12.354 Beiträge

Uwe sehr schön, wie die vorherigen Beiträge.

Lieben Gruß vom Rhein an die Oder


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#68

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 22.03.2011 17:32
von ABV | 4.202 Beiträge

Danke @ all
Na dann werde ich mich mal an die Fortsetzung machen.

Viele Grüße aus dem sonnigen Oderland
Uwe


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#69

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 23.03.2011 03:01
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hi Uwe,

wieder zwei tolle Berichte. Besonders die Story mit dem bereits verstorbenen VP Helfer, der immer noch, selbst aus dem Jenseits, für Ordnung sorgte, hat mich besonders zum Lachen gebracht.
Das ist so typisch deutsche Bürokratie.

Mach weiter. Bin schon auf die nächsten Beiträge gespannt.


Gruß aus dem nächtlichen Berlin-Schöneberg
Frank



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#70

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 25.03.2011 22:26
von ABV | 4.202 Beiträge

Danke an alle Kommentatoren und natürlich auch an die übrigen Leser

Und nun kommt das nächste update
Folgt mir in die DDR, des Jahres 1989


viel Spaß beim Lesen,
euer Uwe

Zwischenzeitlich hatte ich mich noch einer weiteren, ungewohnten Aufgabe stellen, der Kontrolle eines entlassenen Strafgefangenen. Der § 48 des Strafgesetzbuches erlaubte, dass ein Haftentlassener trotz verbüßter Strafe, mit teilweise erheblichen Einschränkungen seiner Freiheit rechnen musste. Die bereitgefächerte Palette der staatlichen Kontrollmaßnahmen reichte von der wöchentlichen Meldefrist beim zuständigen Abschnittsbevollmächtigten, bis hin zum Umgangsverbot mit bestimmten Personen. Des Weiteren musste der „48-er“, so wurden diese Leute polizeiintern genannt, dem Abschnittsbevollmächtigten zu jeder Zeit in die Wohnung lassen und auch sonst ständig Rechenschaft über sein Leben abgeben. Mein „Schützling“ hatte die Auflage bekommen, sich jeden Dienstag um 17:30 Uhr in meinem Büro zu melden. Da der Meldetermin in meine öffentliche Sprechzeit fiel, entstand mir dadurch keine Unannehmlichkeiten. Die Zeit vor unserem ersten Gespräch nutzte ich mit dem intensiven Studium seiner Akte, die mir der „Offizier für Wiedereingliederung“ übergeben hatte. Auf der ersten Seite befand sich ein Passfoto und eine Art „ persönlicher Werdegang“ des Delinquenten. In umfangreichen Protokollen war jedes Detail seiner Straftaten, inklusive der Vernehmungsprotokolle und auch das Gerichtsurteil, dokumentiert. Bei dem Mann handelte es sich um einen mehrfachen Kaufhalleneinbrecher. Seine Straftaten hatte er überwiegend im Raum Potsdam begangen. Um ihn aus seinem offensichtlich kriminellen Umfeld zu lösen, hatte man ihn in Dolgelin sowohl Arbeit als auch eine Wohnung zugewiesen. Und damit unter die Fittiche eines jungen, dynamischen Abschnittsbevollmächtigten gestellt, nämlich mich! Pünktlich zur angegebenen Zeit erschien der Mann, nennen wir ihn der Einfachheit halber Holger Z., in meinem Dienstzimmer. Z. war nur wenige Jahre älter als ich. Wer ihn nicht kannte, hätte ihn seines ordentlichen Kurzhaarschnittes wegen auch für einen Berufssoldaten halten können. Ich spürte geradezu körperlich seine abschätzenden Blicke. Wahrscheinlich war er überrascht, keinen grauhaarigen, sondern einen beinahe gleichaltrigen „Dorfsheriff“ anzutreffen. Krampfhaft um Autorität bemüht, bot ich Z. einen Stuhl. Zögernd und ein wenig ungelenk, versuchte ich so etwas wie eine Konversation zwischen uns herzustellen. „ Wie gefällt es ihnen denn in Dolgelin?“, erkundigte ich mich? Bei dieser Frage huschte ein Schatten über das Gesicht meines Gegenübers. „ Hier ist es nicht schlecht. Sie wollen sicher auch wissen, wie ich auf Arbeit klar komme. Die Kollegen geben sich alle Mühe mit mir und sind freundlich. Aber ich wäre trotzdem lieber Zuhause in meinem Heimatdorf. Die Arbeit in der Landwirtschaft liegt mir nicht so, aber ich mache das beste daraus.“ Z. wirkte, als hätte er diese Sätze vorher Zuhause vor dem Spiegel eingeübt. So als bemühe er sich, genau das zu sagen was ich seiner Meinung nach unbedingt hören wollte.
Irgend etwas sagte mir, dass mir dieser Mann nur etwas vorgaukelte, im Grunde seiner Seele aber tief unglücklich war. Seine dunklen, etwas verträumt und traurig wirkenden Augen, die so gar nicht zu einem vorbestraften Kriminellen passen wollten, sagten etwas anderes aus.
Ob das so eine kluge Idee war, den Mann fernab von seiner Familie anzusiedeln? Z. sah mich hilfesuchend an, so als ob er von mir eine Abänderung erwartete. Vielleicht bildete ich es mir aber in meinem übersteigerten Eifer auch nur ein? „Sie können jederzeit zu mir kommen, wenn es Probleme mit der Arbeit oder ihrer Wohnung gibt“, verkündete ich forsch.
Bei dem Wort „Wohnung“, bekam Z. große Augen. „ Ich habe keine Wohnung, sondern nur ein möbliertes Zimmer. Die Gemeinde hat mich bei einer alten Dame einquartiert“ antwortete er schmerzlich lächelnd. „ Die Frau ist sehr nett, aber auf die Dauer wird es mir wohl etwas langweilig werden. Viel Abwechslung gibt es ja in Dolgelin eh nicht.“ Bei diesen Worten kam mir der spontane Einfall, den Wohnraum des Herrn Z. persönlich in Augenschein zu nehmen. Meine Sprechstunde war mittlerweile ohnehin zu Ende, ohne dass jemand erschienen war. Das Haus in dem Z. die nächsten Jahre seines Lebens verbringen sollte, befand sich nur gute zweihundert Meter von meinem Büro entfernt. Seinem äußeren Zustand nach zu urteilen, hatte es seine beste Zeit bereits hinter sich. Ich folgte Z. über die knarrenden Holztreppen hinauf in seine wahrlich bescheidene Bleibe. Wohnen, Essen und Schlafen, die gesamte Freizeit von Holger Z. spielten sich auf sage und schreibe zehn Quadratmetern ab. Die geblümte, leicht vergilbte Tapete an der Wand schien noch aus der Zeit zu stammen, als Walter Ulbricht die Geschicke der DDR lenkte. Einzig ein Poster der Gruppe „Karat“, verlieh dem Zimmer wenigstens etwas Farbe.
In der Mitte des Raumes gruppierten sich zwei mit braunem Stoff bezogene Sessel um einen klapprigen Holztisch. Die ebenfalls braune Couch diente Z. als Schlafgelegenheit, während ein kleiner schwarzer Dauerbrenner im Winter Wärme spenden sollte. „ Hier kann man doch nicht leben“, stellte ich mit leichtem Schrecken fest. „ Warum nicht? Für mich alleine reicht es.“ Z. schien sich tatsächlich in das Unvermeidliche seines Schicksals zu fügen. „ Aber hier ist ja nicht einmal Platz für einen Fernseher“, entgegnete ich. Z. winkte ab, dabei erschien wieder dieses für ihn irgendwie typische traurige Lächeln auf seinem schmalen Gesicht. „ Fernsehen kann ich bei meiner Vermieterin. Die alte Dame ist in Ordnung! Außerdem ist sie froh, wenn ihr mal jemand Gesellschaft leistet.“ Ich glaubte diesem Z. kein Wort. Er konnte doch nicht wirklich mit dieser Situation zufrieden sein? „ Ich rede gleich morgen mit dem Bürgermeister. Das wäre doch gelacht, wenn wir nicht eine bessere Wohnung finden.“ Mein ungebremster Ehrgeiz schien Z. insgeheim zu belustigen. „ Ich glaube zwar nicht, dass Sie etwas für mich erreichen können. Aber ich bin ihnen trotzdem sehr dankbar.“ Sein Lächeln hatte für Sekunden die besagte Traurigkeit verloren. „ Darf ich am Wochenende meinen Vater in Potsdam besuchen?“, wurde ich plötzlich abrupt gefragt. „ Ja natürlich“ antworte ich überrascht. Natürlich würde ich diese Frage und auch die von mir erteilte Erlaubnis in der Meldeakte eintragen müssen. Ordnung muss schließlich sein! Gleich verabschiedeten wir uns. Schon während der Fahrt nach Hause, konnte ich an nichts anderes denken als an das morgendliche Gespräch mit dem Bürgermeister. Wie soll ein Mensch wie Z. wieder auf den richtigen Lebensweg zurückfinden, wenn man ihn dermaßen herzlos behandelt? Man hatte ihn abgestellt wie einen alten Koffer. Über kurz oder lang würde er wieder auf die „schiefe Bahn“ geraten. Und das wollte ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern. Das war eine Aufgabe, ganz nach meinem Geschmack. Hier galt es eine Ungerechtigkeit zu beseitigen, genau die richtige Aufgabe für einen Idealisten wie mich.
Am nächsten Vormittag trabte ich umgehend in das in der Nähe des Dorfteiches gelegene Dolgeliner Gemeindebüro. Ich traf den Bürgermeister, einen schlanken sympathisch wirkenden Mittdreißiger, hinter seinem Schreibtisch an. Er hatte den Posten von seinem unlängst verstorbenen Vater übernommen, während seine Ehefrau als Bürgermeisterin im benachbarten Libbenichen agierte. Bei soviel familiärer Vorbelastung, konnte doch wohl etwas mehr soziale Kompetenz erwartet werden!
Der Bürgermeister hörte sich meinen Bericht stirnrunzelnd an. Wieder so einer, der die Welt einreißen will, aber letztlich keine Ahnung hat, schien er zu denken. „ Hast du schon einmal etwas von einem Wohnungskontingent gehört?“ Mit dieser Frage überraschte er mich, als Laien, natürlich auf „ dem falschen Fuß“. „Woher auch?“, nahm er mir die Antwort ab. Der Bürgermeister nahm eine gespannte Körperhaltung an, so als wolle er jeden Augenblick aufspringen. Seine Hände pressten sich gegen die Sessellehnen, während er mir eine Lektion erteilte, die meinem überbordenden Ehrgeiz erneut einem Dämpfer versetzte. „ Wir sind hier auf dem Dorf, mein lieber ABV Bräuning. Das bedeutet unter anderem, dass mir nur ein äußerst begrenztes Kontingent an Wohnungen zur Verfügung steht. Hier gibt es junge Familien mit Kindern, die bereits zwei oder mehr Jahre in auch nicht besseren Verhältnissen wie Herr Z., leben müssen. Z. ist immer allein und mehr Wohnraum steht ihm hier nicht zu. Selbst wenn ich wollte, in Dolgelin ist nichts frei. Hier werden auch in den nächsten Jahren keine Wohnblöcke entstehen. Deshalb muss jeder mit dem zufrieden sein, was da ist.“
Da fehlten mir natürlich die Worte! Mein gesamte, so wunderbar zurechtgebastelte Argumentationskette, zerschellte an der Realität des Lebens. In Gedanken leistete ich dem Bürgermeister Abbitte. Der Mann hatte es sich mit Holger Z. ganz sicher nicht so einfach gemacht, wie ich anfangs dachte. Die Schuld lag möglicherweise bei denen, die Z. in die „Verbannung“ geschickt hatten. Es gab schon damals Polizisten, die den Sinn dieser „staatlichen Kontrollmaßnahmen“ anzweifelten. Die damit einhergehenden Einschränkungen der persönlichen Freiheiten, dürften die Kluft zwischen der „Kontrollperson“ und der Volkspolizei in vielen Fällen noch weiter verstärkt haben. Zu jenem Zeitpunkt sah ich das freilich noch etwas anders. Mir fehlten sowohl die menschliche, als auch die berufliche Reife. Was wiederum aber auch aber auch zu einer zwangsläufigen Überforderung meiner Person führen musste. Ohne jegliche Vorbereitung, hatte man mich buchstäblich ins "kalte Wasser geworfen." Die Streichung des § 48 aus dem Gesetzbuch der DDR, war eine logische Konsequenz der verfehlten Wiedereingliederung von Strafgefangenen.


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zuletzt bearbeitet 26.03.2011 09:59 | nach oben springen

#71

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 26.03.2011 10:23
von teemann | 8 Beiträge

Hallo Uwe,
finde mich mit Deinen Berichten in diese Zeit versetzt u. kann inhaltlich Deine Gedanken gut nachvollziehen, weil ähnliches erlebt wurde.
War zu dieser Zeit ebenfalls Angehöriger der DVP - Abt. Kriminalpolizei - in einem Landkreis in Sachsen.
Danke vorerst - mach weiter so
bis bald
Frank


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#72

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 26.03.2011 14:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Uwe , musste sehr schmunzeln. Deine Beschreibungen sind sehr erfrischend, wenn ich auch zu diesen Dingen kein eigenes Erleben und keine Erfahrungen mehr habe, weil ich 1989 schon 24 Jahre nicht mehr in der DDR lebte. Aber trotzdem kann ich mich ganz gut hineindenken..


LG vom Vater Rhein an die Oder Gert


.
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#73

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 27.03.2011 14:36
von ABV | 4.202 Beiträge

Herzlichen Dank an die Kommentatoren und an alle anderen Interessenten meiner "Memoiren"

Mit eurer Hilfe laufe ich noch zur Höchstform auf

so und nun das nächste update
Viel Spaß damit
euer Uwe


Die Nacht vom 31. August zum 01. September verlief wie erwartet, ohne besondere Vorkommnisse. Was aber nicht heißen soll, dass die besagte Nacht keinerlei stressige Momente für mich bereithielt! Meine größte Sorge bestand darin, eines der Denkmäler ohne entsprechenden Schutz vorzufinden. Hauptmann B. hatte mich am Vormittag aufgesucht und eingehend darauf aufmerksam gemacht, dass die Verantwortung für die Sicherheit der Denkmäler im Abschnitt, ausschließlich auf meinen Schultern lastet. Im Falle eines Falles würde man nicht den VP-Helfer, sondern mich bestrafen. Abhängig vom Schweregrad des Vorkommnisses, wären Konsequenzen für meine weitere berufliche Laufbahn nicht auszuschließen! Dementsprechend „ motiviert“, verließ ich mit leichtem Bauchgrimmen, meine Wohnung. Es war einer jener herrlichen, für das Oderbruch typischen, Sommerabende.
Das Licht der untergehenden Sonne tauchte den weiten Himmel in ein schier unbeschreibliches Purpurrot, so als stünde der westliche Horizont komplett in Flammen. In der Ferne erhoben sich die das umgebene flache Land wie ein Wall umgebenden „Seelower Höhen.“ Im Dämmerlicht des scheidenden Tages wirkte der Höhenzug ungleich gewaltiger, als er doch in Wirklich ist. Die noch immer angenehm warme Luft war erfüllt von jenem eigentümlichen Gemisch aus geschnittenem Gras und frischem Grillfleisch, dass mich jedes Mal aufs Neue an meine Kindheit erinnerte.
So nun aber genug des Kitsches! Für mich stand nun einmal, auch an solch einem Abend, ungeachtet aller Schönheiten der Natur, die Pflichterfüllung im Vordergrund. Ich gebe ja zu, dass solch ein Satz nicht minder kitschig klingen mag, als die vorangegangene Schilderung des Sonnenuntergangs. Aber er beschreibt auch treffend meine damalige Situation. Was blieb mir also anderes übrig, als klaglos auf meinem Moped in den zitierten Sonnenuntergang „zu reiten“?
Der Gedenkstein für die in und um Sachsendorf gefallenen Sowjetsoldaten befand sich zwischen Gemeindebüro und Pfarrhaus. Konnte es einen besseren Platz für einen Gedenkstein geben, als im Blickpunkt von „weltlicher“ und „geistlicher“ Macht?
Zu meinem Entsetzen konnte ich den von Alois zur ersten Wache eingeteilten Helfer Sch. nirgends entdecken. Vielleicht patrouillierte er ja irgendwo im nahen Umfeld? Aber meine Augen konnten auf der Dorfstraße nur einen einsamen „Stubentiger“ entdecken. Da war guter Rat teuer! Ich entschloss mich diese unschöne Tatsache bei der anstehenden telefonischen Meldung an den „ Operativen Diensthabenden“ zu unterschlagen. Genau wie in Dolgelin, hatte man einst auch den Sachsendorfer Abschnittsbevollmächtigten im LPG-Büro einquartiert. Durch die Zusammenlegung der beiden Abschnitte, verfügte der ABV nun über zwei „Operationsbasen“. In Anbetracht des Mangels an modernen Kommunikationsgeräten, erwies sich der Umstand im Notfall über zwei Telefone zu verfügen, als unschätzbarer Vorteil.
Im Anschluss an meine obligatorische Meldung, begab ich mich sofort zurück zum noch immer verwaisten Schutzobjekt. Ich wollte gerade zurück in mein Büro um Alois Zuhause anzurufen, als Hauptmann B. auf seiner blauen „ MZ 250“ über das Pflaster ratterte. Auch das noch! Ich hatte natürlich damit gerechnet, dass B. im Bereich seines Gruppenpostens unterwegs sein würde. Während die ihm unterstehenden Abschnittsbevollmächtigten aufpassten, dass die VP-Helfer auch schön auf die Gedenksteine aufpassten, passte B. auf die Abschnittsbevollmächtigten auf. Natürlich waren in dieser Nacht auch noch andere Aufpasser unterwegs, die auf Aufpasser wie Hauptmann B. aufpassten. Bei soviel Aufpasserei musste man aufpassen, dass einem nicht schwindlig wird. An die Wessis unter meinen Lesern:
„ so funktionierte Arbeitsbeschaffung in der DDR“.
Auf ein „ Greenhorn“ wie mich, musste B. natürlich besonders aufpassen. Als er mich so mutterseelenallein vor dem Gedenkstein sah, schwante ihm ganz sicher nichts Gutes.
„ Sag mal Uwe, bewachst du das Ehrenmal hier etwa selbst?“ Ich witterte in der Frage sofort einen versteckten Vorwurf. „ Nein, eigentlich sollte ja VP-Helfer Sch. hier stehen. Aber der ist bisher leider nicht erschienen.“ In diesem Augenblick fühlte ich eine unbändige Wut über diesen pflichtvergessenen VP-Helfer in meinem Innern aufsteigen. Immerhin musste ich mich jetzt wegen dieses Kerls vor meinem Vorgesetzten verantworten. Und wer tut so etwas schon gern? „ Sag mal hast du deine Helfer nicht im Griff?“ Diesmal war der Vorwurf nicht mehr zu überhören. Wie sollte ich die VP-Helfer „ im Griff haben“, wo mir die meisten bisher doch kaum bekannt waren? Politikern räumt man doch schließlich zum Beginn ihrer Amtszeit auch eine hunderttägige „Schonfrist“ ein. Warum sollte das nicht auch für einen jungen Abschnittsbevollmächigten gelten? Hauptmann B. überkamen indes düstere Visionen, was den weiteren Verlauf der Nacht betraf. „ Ach du Scheiße, ich darf gar nicht daran denken was passiert, wenn hier eine Kontrolle der BdVP auftaucht. Oder der S-Leiter, der ist bestimmt auch auf Tour. Mensch der „Alte“ reißt mir am Montag den Arsch auf.“ B. war ein feiner Mensch und dufter Kumpel, aber sein Hang die Dinge unnötig zu dramatisieren, konnte durchaus auch nervtötend wirken. Aber wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo VP-Helfer Sch. daher. „ Ick dachte det jeht erst um zehne los“, entschuldigte sich Sch. in der hiesigen Mundart. Umständlich kramte er die rote Armbinde, Zeichen der ihm verliehenen begrenzten Autorität, aus der Tasche seiner braunen Cordhose. Leider verfügte der gute Mann nicht nur über eine Armbinde, sondern auch über eine „Fahne“. Eine „Bierfahne“ wohlgemerkt, was ihn eigentlich für die ihm übertragene Aufgabe „disqualifizierte“. Meine anfängliche Erleichterung drohte erneut in Frust umzuschlagen.
Hauptmann B., dem der Zustand des VP-Helfers ebenfalls nicht entgangen sein konnte, reagierte bemerkenswert pragmatisch. Mit den Augen signalisierte er mir, den nicht ganz diensttauglichen Zustand des VP-Helfers zu ignorieren. Ich verstand, lieber ein nicht ganz nüchterner Posten, als überhaupt keiner! Außerdem, solange ein Oderbrüchler noch stehen kann, hat er gefälligst als nüchtern zu gelten. Immerhin verfügte doch der relativ kleine Kreis Seelow, über den höchsten „ Pro-Kopf-Verbrauch“ an Alkohol in der gesamten DDR. Da dürften doch schon von Hause aus ganz andere Maßstäbe gelten, als im Rest der Republik.
Ob das wohl die Kontrolloffiziere aus Frankfurt (Oder) genauso sahen? Egal, wir mussten das Risiko wohl eingehen. Zumal Sch. in einer Stunde von einem anderen, hoffentlich nüchternen, VP-Helfer, abgelöst wird.
Wie bei angetrunkenen Zeitgenossen üblich, verspürte auch VP-Helfer ein offensichtlich starkes Redebedürfnis. Und über was sprach man im Spätsommer 1989? Natürlich über die eingetretene politische Lage!
Zwischen Hauptmann B. und Sch. entwickelte sich rasch eine angeregte Unterhaltung. Der dreiundvierzigjährige Offizier war anscheinend in seinen Augen ein kompetenterer Gesprächspartner, als so ein junger Spund wie ich.
Sch. schien die Situation der DDR größere Sorgen zu bereiten, als dem offiziell noch immer „schweigenden“ Politbüro.
Wo soll das noch hinführen? Das sind doch alles junge Menschen, die sollen doch eigentlich mal die Rente für uns verdienen? Die Kinder der Cousine meiner Frau hocken auch in Budapest“, erzählte Sch. mit einem leichten Unterton der Verzweiflung. B. kramte eine Schachtel „Cabinet“ aus der Innentasche seiner grünen Kradkombi. Mit nachdenklichen Gesicht hielt er Sch. die bereits halbleere Packung hin. „ Rauch erst mal eine“, sagte er aufmunternd. Sch. inhalierte den blauen Rauch tief und gierig, so als müsste er die nächste Zeit auf diesen Genuss verzichten. Aber auch das Nikotin konnte ihn nicht mehr beruhigen. „ Aber es ist ja auch kein Wunder wenn die alle abhauen. Wisst ihr wer auch weg ist? Der Schauspieler Walter Plathe. Der, der immer die größten Kommunistenrollen gespielt hat. Und jetzt ist er in den Westen gegangen.“ Bei diesen Worten hatte ich das Gefühl, als würde der Boden unter mir schwanken. Der charismatische Plathe gehörte zu meinen Lieblingsschauspielern im DDR-Fernsehen. Solange ein Mann wie Walter Plathe noch zur DDR und ihrer Politik steht, ist mir um unseren Staat nicht bange, hatte ich noch vor kurzem gedacht. Aber jetzt war auch er gegangen! So albern wie es jetzt auch klingen mag, ich fühlte mich in diesem Augenblick regelrecht verlassen. So als wenn sich ein guter Freund mit dem man durch „dick und dünn“ gegangen ist, plötzlich von einem abwendet.
Vorbei die Zeit, als er im „Treffpunkt Flughafen“ als smarter Mitarbeiter der „Interflug“ spannende Abenteuer erlebte. Würde er jetzt auch zur „ Unperson“ werden und in „Vergessenheit“ geraten, wie viele andere vor ihm auch? Der hat sich also auch mit Westmark „kaufen lassen, dachte ich angewidert. Woher sollte ich auch wissen, dass der vermeintliche „Vorzeigekommunist“ bereits lange vor seinem Weggang offen auf Distanz zur Politik der DDR gegangen war. Der Auslöser war eine staatliche Ehrung für den rumänischen Staatschef Ceausecu, den Plathe schon damals als „faschistoid“ empfand. Dass er sich dafür schämte, hatte er sogar den Parteioberen ins Gesicht gesagt. Dafür nahm er sogar in Kauf, dass diesen darüber die altersstarren Gesichtszüge entgleisten und ihn als Künstler „kaltstellten“. So etwas blieb uns an der „Basis“ freilich verborgen, was so manche ungerechtfertige Verwünschung nach sich zog.
Auch an Hauptmann B. war die Mitteilung über diesen wahrhaft kulturellen Verlust, nicht ganz spurlos vorüber gegangen. „ Die Partei darf unsere Künstler nicht so einengen und bevormunden. Die Leute brauchen einfach mehr Freiräume, dann bleiben sie auch bei uns. Mensch, selbst ein Manne Krug wäre nicht abgehauen, wenn die ihm damals nicht ständig auf den Sack gegangen wären.“ „Meinst du es ändert sich was?“, erkundigte sich Sch. mit leichtem Zweifel. „ Na sicher wird sich was ändern. Ich bin mir sicher, dass Erichs Berater schon an einer Lösung aus der Misere basteln. Aber vor dem 40.Jahrestag wird da wohl nichts passieren.“ Hauptmann B. hielt mit seiner Meinung selten hinter dem Berg, so offen hatte ich ihn allerdings noch nie erlebt. Bei einer Parteiversammlung hätte ihm solch eine Meinungsäußerung zumindest den Unmut des Parteisekretärs eingebracht.
Mittlerweile wurde es 23:00 Uhr. Die Ablösung von Sch. erschien pünktlich und tatsächlich nüchtern, so dass ich dem Rest der Nacht mit Optimismus entgegensah. Hauptmann B. verabschiedete sich von mir, um von hier aus nach Reitwein zu fahren. Auch für ihm würde es eine lange Nacht werden, es gab eine Menge zu beschützende Ehrenmäler im Bereich des „Gruppenposten Süd.“
Jetzt konnte ich mich der Kontrolle des zweiten Ehrenmals, in Friedersdorf, widmen.
Um dorthin zu gelangen, musste ich sieben Kilometer mit meinem Moped durch das nächtliche Oderland düsen. Der kürzeste Weg führte von Sachsendorf hinauf in die „Höhe“ nach Dolgelin und von dort aus immer die Fernverkehrsstraße 167 entlang. Nur wenige wissen, dass es sich bei dieser Trasse um einen Abschnitt der früheren so genannten „Heerstraße“ handelt. Angesichts der vielen Schlaglöcher, speziell zwischen Sachsendorf und Dolgelin, könnte durchaus der Eindruck entstehen das hier bereits Feldherr Hanniball mit seinen Elefanten vorbeigekommen ist. Natürlich ist er das nicht, aber Preußens „ Glanz und Gloria“ inklusive Friedrich des Großen hat diese Strasse ganz sicher „gesehen“.
In dieser Nacht war ich allerdings der einzige Uniformierte weit und breit, der hier seine Kreise zog. Auf der Fernverkehrsstraße 167 herrschte etwas mehr Verkehr, so dass ich diesmal die Fahrbahn nicht ganz für mich allein hatte. Die imposante Kirche am Ortseingang von Friedersdorf hatte schon Theodor Fontane begeistert. In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ widmete er nicht nur der im 17. Jahrhundert erbauten Kirche, sondern dem gesamten Ort, nebst Schloss und der Adelsfamilie von der Marwitz, ein eigenes Kapitel. An das Schloss und die besagte Adelsfamilie, übrigens eine der verdienstvollsten im früheren Preußen, erinnerte im Friedersdorf des Jahres 1989 kaum etwas. Adlige konnten die DDR-Oberen nun einmal nicht ausstehen. Mit Ausnahme von Karl-Eduard von Schnitzler. Aber dafür konnte den der zahlenmäßig weitaus größere Teil der Bevölkerung nicht leiden. Wäre diesem „Blaublütler“ in der DDR jemals ein Denkmal errichtet worden, dann hätte dieses tatsächlich Tag und Nacht bewacht werden müssen.
Auf dem Friedhof unmittelbar vor dem Eingang der Kirche, gammelten weitgehend unbeachtet die Grabsteine derer von der Marwitz vor sich hin. Es war als hätte man hinter dem Eisentor nicht nur die Mitglieder Familie von der Marwitz, sondern die gesamte geschichtliche Bedeutung dieses Ortes verbuddelt. Vor dem Tor, hinter einem Gebüsch verborgen, befand sich die Friedersdorfer Variante eines sowjetischen Ehrenmals. Im Gegensatz zu den benachbarten Grabdenkmälern preußischer Generäle und Landräte, erfreute sich dieser Stein in dieser Nacht einiger Aufmerksamkeit. Die Kameraden der örtlichen Feuerwehr hatten tatsächlich Wort gehalten und Posten bezogen. Meine Dankesworte quittierte der „wachhabende“ Feuerwehrmann mit einer lässigen Handbewegung. „ Das haben wir doch unserer Edith versprochen. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Meister.“ Für nicht eingeweihte, bei der besagten Edith handelte es sich um die in Friedersdorf wohnende Sekretärin des Kreisfeuerwehrchefs. Der Posten saß auf einer Bank und rauchte gemütlich eine Zigarette. Von hier aus konnte man direkt auf den Dorfteich sehen, in dessen Wasser sich die Lichter der Straßenlaternen spiegelten. In der nahen Bushaltestelle befand sich für den unwahrscheinlichen „Ernstfall“, ein Münzfernsprecher. Gemächlichen Schrittes ging ich noch Runde durch das im tiefen Schlaf liegende Dorf, um danach ganz entspannt meine Inspektion in Alt Mahlisch fortzusetzen. Die restlichen Nachtstunden verliefen ruhig und ohne Vorkommnisse.
Um fünf Uhr erstattete ich dem „Operativen Diensthabenden“ ein letztes Mal Bericht: „ Die Ehrenmäler Alt Mahlisch, Friedersdorf und Sachsendorf sind in Ordnung.“ „ Wie ist sonst die Lage in ihrem Abschnitt, Genosse Hauptwachtmeister?“
„ Ausgesprochen ruhig, Genosse Hauptmann.“ „ Na dann wollen wir mal hoffen, dass das nicht die große Ruhe vor dem Sturm ist“, antwortete der Diensthabende prophetisch.


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#74

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 27.03.2011 14:56
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Hallo, ABV!

Wie immer klasse!
Setz mich bitte auf die Warteliste für ein handsigniertes (hoffentlich erscheinendes) Exemplar Deines Buches.
Weiter so !

Schönen Sonntag noch
Theo 85/2


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#75

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 28.03.2011 20:20
von ABV | 4.202 Beiträge

Du bist in die Liste aufgenommen, Theo

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#76

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 29.03.2011 08:58
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Guten Morgen oderbruchfotografierender ABV Uwe,
habe gerade den letzten Teil Deiner Erlebnisse in mein Schreibprogramm kopiert. Ist, wie die vorigen Teile auch, wiedermal Klasse geschieben. Sind inzwischen schon 21 Seiten geworden.
Peter, der Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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#77

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 29.03.2011 09:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Zaunkönig

habe gerade den letzten Teil Deiner Erlebnisse in mein Schreibprogramm kopiert. Ist, wie die vorigen Teile auch, wiedermal Klasse geschieben. Sind inzwischen schon 21 Seiten geworden.



Dann sind wir schon 2 die sich das so sichern allerdings sind es bei mir schon 26 Seiten da ich ie Texte der besseren lesbarkeit wegen mit Absaätzen versehe.

Wird wohl Zeit für das Buch


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 29.03.2011 09:08 | nach oben springen

#78

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 29.03.2011 09:36
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@uwe, an deinem letzten beitrag ist nüscht rumzumaulen , aber eine frage hätte ich: die moped´s die viele abv´s fuhren, waren doch "schwalben". waren das dienst- moped´s oder musste man sich jeder "dorf-sheriff" den fahrbaren untersatz privat zulegen? warum hat man sich als "dorf-sheriff" freiwillig auf so eine gurke gesetzt und sich nicht stattdessen eine 250´er mz geholt? wie ich lesen konnte, hat dein dich kontrollierender hauptmann auch eine 250´er mz gefahren. oder gab es eher ein internes ranking ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#79

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 29.03.2011 13:06
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Gilbert!
Die Dienstfahrzeuge wurden uns zugeteilt. Der Gruppenpostenleiter war ja quasi für den halben Landkreis zuständig, daher bekam er ein Motorrad. Die ABV mussten mit einem Moped vorlieb nehmen, wobei die meisten doch lieber den privaten PKW nutzten. Wir mussten auch ein Fahrtenbuch führen und uns extra vom Schirrmeister Tankgutscheine holen. Übrigens hatten sich die ersten nach der Wende als Berater zu uns gekommenen "Altbundis" regelrecht nach diesen "Gurken" gerissen. Da haben einige Schwalben Preise erzielt, von denen 1989 noch niemand zu träumen gewagt hätte.
War halt nicht alles schlecht in der DDR

Sonnige Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


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#80

RE: Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist

in Mythos DDR und Grenze 29.03.2011 13:09
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Zaunkönig

habe gerade den letzten Teil Deiner Erlebnisse in mein Schreibprogramm kopiert. Ist, wie die vorigen Teile auch, wiedermal Klasse geschieben. Sind inzwischen schon 21 Seiten geworden.



Dann sind wir schon 2 die sich das so sichern allerdings sind es bei mir schon 26 Seiten da ich ie Texte der besseren lesbarkeit wegen mit Absaätzen versehe.

Wird wohl Zeit für das Buch




Hi Felix!
Du bist natürlich auch in meiner Liste. Die Texte müssen natürlich noch überarbeitet und /oder ergänzt werden. Das ist jetzt quasi die halbfertige Rohfassung.

Viele Grüße aus dem sonnigen Oderland
Uwe


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