#1

Grenzkontrollen und Zoll

in DDR Staat und Regime 30.01.2011 22:11
von Carolus (gelöscht)
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Hallo,
ich war von 1982 bis zur Wende beruflich mehr als mir lieb war in der DDR. Wir führten Reparatur- und Wartungsarbeiten an mobilen Hebefahrzeugen aus, die zwar in der BRD produziert wurden aber vertragsgemäß per Typenschild als "DDR-Produkt" deklariert wurde. Meine Kollegen und ich hatten Dauervisa und fest angemietete Hotelzimmer in diversen Interhotels. An den Grenzübergängen (für mich Herleshausen und Helmstadt) gab es mit den Passkontrollen überhaupt keine Probleme, Minutensache. Aber dann kam der Zoll. Vorwiegend Damen. Natürlich hatten wir Ersatzteile im Auto, mit entsprechenden Papieren (Anforderungen diverser VEB`s, Auftragsbestätigungen, Zollerklärungen etc., etc,). Alle Papiere wurden akribisch geprüft, ein Schreibfehler bedeutete z.T. stundenlanges warten, da nachts die entsprechenden Dienststellen natürlich nicht erreichbar waren. Längerdienende Kollegen gaben uns dann den Tipp (wir waren damals Greenhörner), einen 20-DM-Schein in den Pass zu legen, dass sei, auf Grund interner Dienstanweisung unserer Firma sogar bei der Reisekostenabrechnung einsetzbar. Beim ersten Mal ging mir die M..... . In den späteren Jahren war es Routine. Später erfuhr ich dann von LKW-Fahrern, dass Porno-Hefte weit höher im Kurs standen als der obligatorische 20-DM-Schein. War dieses flächendeckendes Koruptionsverhalten der Damen und Herren in Blau eigentlich (wenn auch unterschwellig) bei der anderen Truppe bekannt ?
Carolus


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#2

RE: Grenzkontrollen und Zoll

in DDR Staat und Regime 30.01.2011 22:47
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Jede Art von Devisenzufuhr war in der DDR willkommen.
Und wenn es sonst nicht viel gab, es war ein Intershop in der Nähe, wo ich Schweizer Toblerone oder Emmentaler kaufen konnte, wenn mich das Heimweh packte. Viele Leute und die meisten DDR Bürger mit Forum-Schecks. Das kam mir immer wie ein Offenbarungseid der DDR an den Westen vor.
Immerhin habe ich eine kostenlose Verwarnung erhalten, weil ich eine Bild Zeitung im Auto hatte. Die Prüfung des unerlaubten Presseerzeugnisses dauerte dreiviertel Stunden und fand ohne meine Mitwirkung im Zollgebäude durch zusätzlich vom Zollplatz abgezogene Beamte statt. Die haben bestimmt Kaffee getrunken und "Bild" gelesen.
Theo


zuletzt bearbeitet 30.01.2011 22:54 | nach oben springen



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