#1

Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 17:59
von Major Tom | 854 Beiträge

Zu meiner Zeit, als ich in Potsdam, Babelsberg, Berlin und Umgebung mir heimlich die Grenzanlagen angeschaut habe um eine Möglichkeit zum finden zu fliehen hatte ich natürlich keine Ahnung von den nahezu perfekten Einrichtungen, von den flächendeckenden Kontrollen noch weit vor der Grenze und Internet mit seinen überquellenden Informationen gab es natürlich auch nicht. Man wusste halt nur das was man sah oder im Westfunk hörte und das war sehr wenig. Ich hatte Freunde in Berlin-West welche mir gutgemeinte Tips gaben "Da müsste es klappen" oder Freunde welche im Babelsberger Sperrgebiet wohnten. Ich war damals ein excelenter Schwimmer und versuchte es mit meinen Schwimmflossen in der Babelsberger Enge (dort lag ein Schiff quer in der Flusslinie). zum Glück für mich war das Wasser eiskalt, vieleicht 50 Meter vor dem Schiff musste ich umkehren. Heute weiß man ja dass sich dort Gitter unter der Wasseroberfläche befanden.
Gefasst wurde ich schlussendlich in einem Zug nach Halberstadt, ohne Wissen über die Grenzanlagen in dieser Gegend und nicht ahnend dass dieTrapo diese Züge in Richtung Grenze besonders kontrollierten. Ich hätte abstreiten können, leugnen ... ich wollte einfach nicht mehr, ich wollte nur noch rüber. Meine Verwandschaft im Westen wusste was im Fall der Fälle zu tun ist und welche westdeutsche Behörde zu informieren war, so fügte ich mich meinem Schicksal, erhielt wegen versuchter Republikflucht 16 Monate und bekam schon in der Untersuchungshaftanstalt Potsdam Besuch von einem Vertreter des Rechtsanwaltes Vogel. Mir wurde nur die Frage gestellt "Wollen Sie rüber, wenn ja dann hier unterschreiben" So war ich 8 Monate nach meiner Festnahme im Westen. Vieleicht schreibe ich mal bei Gelegenheit über die letzten Tage vor meiner Fahrt in den Westen im MfS-Gefängnis Karl-Marx-Stadt, die 7 Tage waren teilweise schon recht lustig. Ok, ich war damals gerade mal 21 ...

Ok, um zur eigentlichen Frage zurückzukommen:

Hier tummeln sich ja viele Insider, ehemalige Grenzsoldaten, MfS und ich habe auch schon Sachen gelesen wie: "Wenn hier ein Flüchtling gekommen wäre der hätte es locker geschafft" oder dass es teilweise am Brocken nur einen Zaun gab. Wo hätte eine Flucht geklappt oder wäre evntl. mit etwas Ortskenntnis wahrscheinlich gewesen?

Sonnige Grüße Major Tom

Edit: Ich sehe gerade dass sich diese Beitrag im Bereich "Berliner Mauer" befindet. Meine Frage "Wo hätte es geklappt" bezieht sich natürlich auch auf die Grenze zur Bundesrepublik.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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zuletzt bearbeitet 26.01.2011 18:07 | nach oben springen

#2

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 18:07
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Major Tom
... wäre evntl. mit etwas Ortskenntnis wahrscheinlich gewesen?



Und Geschwindigkeit! Gegen einen Insider eigentlich kaum eine Chance, zumindest an der Grünen Grenze.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#3

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 18:16
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Wo hätte eine Flucht geklappt oder wäre evntl. mit etwas Ortskenntnis wahrscheinlich gewesen?
------------------------------------------------------------
Eigentlich nahezu Überall.

Mike59


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#4

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 18:21
von Chaymos | 314 Beiträge

also wie du schon erwähntest wäre es am Brocken am möglichsten gewesen ,nach vorheriger aufklärung natürlich .Vergessen sollte man aber nicht die Leute der Polizei und auch die Jäger im Grenzbereich zum Brocken die waren auch gut aufgestellt,aber für mich am ehesten Erfolgreich ,siehe unsere Grenzdurchbrüche 3 mal im Jahr 88,und alle ohne das wir das geringste mitbekommen haben .Konnten dann nur die Anzeichen dafür feststellen ,also wenn man sich gut vorbereitet hat ,kein problem-


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
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#5

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 19:12
von 94 | 10.792 Beiträge

Blöde Frage mal an der Stelle, gab es einen Grenzabschnitt der KEINEN Durchbruch/Fahnenflucht hatte?

P.S. @TH vielleicht *liebfrag*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:12 | nach oben springen

#6

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 19:16
von Chaymos | 314 Beiträge

möglich ,aber eher unwarscheinlich ,überall gab es Menschen die mit dem system nicht zu frieden waren und die sagten sich auch warum soll ich wo anders es versuchen wenn ich es hier in der nähe kann ?


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
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01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
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#7

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 19:19
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von 94
Blöde Frage mal an der Stelle, gab es einen Grenzabschnitt der KEINEN Durchbruch/Fahnenflucht hatte?

P.S. @TH vielleicht *liebfrag*



90 % der Grenze? Oder sogar mehr? Ich hatte mal einen Kollegen, der hat in seiner aktiven Laufbahn von über 25 Jahren nicht einen GV erlebt. Geschweige denn eine Festnahme, gar einen Durchbruch. Auch nicht einen VGO. Allenfalls mal Rehe und Wildschweine auf dem K 6 oder entsprechende Auslösungen am GSZ. Das war allerdings einer jener Bereiche, die auch immer mal im Fernsehen zu sehen waren. Mit ordentlichem Ausbau nach DV.
Als er nach über 20 Jahren in mein Album gesehen hat und meine Kladde durchlesen konnte, meinte er, dass dies eine andere Grenze gewesen sein müsse. Ein bischen hatte er ja recht aber es war die gleiche Linie, nur eben woanders (in seinem Fall Abbenrode nordwärts).


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:23 | nach oben springen

#8

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 19:53
von 94 | 10.792 Beiträge

90% erscheint mir bissel viel, vielleicht sollte ich mal den Zeitraum bezeichnen? Sagen wir ab '61, hmm? Also im GR-1 gab es keinen Abschnitt, den es innerhalb der 28 Jahre verschont hatte.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#9

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 20:14
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Das Problem war ja erst mal bis nach "Vorne",also bis zum Schutzstreifen zu kommen.Es wartete ja zuerst die Sperrzone,da sind ja schon viele gescheitert.Wie es vorne aussah wusste man evetuell vom Westfernsehen,aber was die Sperrzone belangte...



zuletzt bearbeitet 26.01.2011 21:29 | nach oben springen

#10

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 20:24
von 94 | 10.792 Beiträge

Viele der Festnahmen, die dann dieser Kompanie zugesprochen wurden, tätigte die Trapo zwischen Gotha und Eisenach.


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#11

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 20:52
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Ja viele GV wurden schon im Vorfeld festgenommen,durch VP,Trapo und sicherlich auch durch Grenzhelfer und Grenzaufklärer.Letztere taten auch Dienst im Grenzgebiet und nicht immer Feindwärts der Sperranlagen, so war es zu meiner Zeit so 74/75.
Tom Du hast geschrieben im Zug nach Halberstadt. Da kann ich nur sagen,da ist die Trapo jedes mal durch den Zug gelaufen. Ich selber bin 2 Jahre lang alle 2 bis 3 Wochen von Rostock nach Blankenburg Harz gefahren und dann weiter nach Altenbrak,meistens mit den Nachtzug.Und jedes mal wurde ich kontrolliert, die kannten mich schon--aber immer wieder kam die Frage wo wollen sie hin und wie kommen sie dahin.
Ja die Frage--wo könnte es klappen oder wo hätte es klappen können.Aus heutiger Sicht oder aus der Sicht des damaligen Grenzer könnte man sie beantworten,weil man etwas mit der Materie vertraut war.Aber für jemanden der sich nicht auskannte war es ein Pokerspiel und wenn er es geschaft hat---dann hatte er Glück in diesen Pokerspiel. Gruß Rostocker


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#12

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 21:09
von Major Tom | 854 Beiträge

Ganz ehrlich, über die Berliner Grenze hätte ich mich nicht getraut, dass sah zumindest von Babelsberg absolut undurchdringlich aus. Gut, als ich Jahre später mir die Grenze vom sicheren Westberliner Podest anschauen konnte dachte ich so manchmal Mensch, da hätte es gehen können... Ich denke viele haben es einfach versucht ohne zu wissen was sie hinter der ersten Mauer erwartet. Und mit etwas Glück hat es geklappt.


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#13

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 21:32
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Chaymos
also wie du schon erwähntest wäre es am Brocken am möglichsten gewesen ,nach vorheriger aufklärung natürlich .Vergessen sollte man aber nicht die Leute der Polizei und auch die Jäger im Grenzbereich zum Brocken die waren auch gut aufgestellt,aber für mich am ehesten Erfolgreich ,siehe unsere Grenzdurchbrüche 3 mal im Jahr 88,und alle ohne das wir das geringste mitbekommen haben .Konnten dann nur die Anzeichen dafür feststellen ,also wenn man sich gut vorbereitet hat ,kein problem-



@ Ich war 1966 mal oben auf dem Brocken,wir sollten zwei Gewehre abholen.Als ich nach Durchbrüche fragte,sagte einer hinten am Moor,liegen die Russen mit Scharfschützen,und bis zu uns,kommt keiner hoch denn die versuchen es alle unten.
Frage,waren da oben wenige durchbrüche?
Greso


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#14

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 21:40
von Chaymos | 314 Beiträge

also wir hatten da schon ruhe ,es gab aber Angriffe bzw.Fluchtversuche ,kann mich an einen Fluchtversuch genau erinnern, wo die Person den GSZ ausgelöst hatte und die kontrollstreife mit Krad so schnell vor ort war das sie ihn am zaun haben runterspringen sehen ,leider klappte die verfolgung nicht ,man meldete und es kam sofort ein fährtenhund zum einsatz von einem GAK der dann auch 100 Meter weiter die Festnahme tätigte.
Die richtige ruhe war 88 vorbei wobei es 3 hintereianderfolgende Durchbrüche gab trotz vorherigen verbesserten Ausbau des GSZ und Zaun 1 am Brocken


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


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#15

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 21:51
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo ,am 09.09.1966 um 04.15 Uhr wollte ein Mann die Gasse der Barneberger Straße überwinden.Er hatte eine Zeichnung
wo die Gasse noch nicht mit Minen bestückt war,Der Plan war aber überholt und 6-8Wochen zuvor wurden Minen (PMK40 verlegt)
Er überwand die erste Hälfte des Doppelzauns und nach 1Meter,Detonation. Diese Stelle war nicht besetzt und der Posten von der Ziegelei,meldete und überprüfte die Sache.Dabei wurden noch zwei weitere Personen festgenommen.Innerhalb von 10 minuten,waren Leute vom Stab und der GK am Ort.Die Westseite (Offleben) war mit Menschen angesammelt und auch ein Arzt,der helfen wollte,diese Hilfe wurde unter androhung der Schußwaffe eines Maj. Le..... verhindert. Es durfte und es ging keiner in diese Minensperre rein.
Erst als ein Kommando aus Halberstadt anrollte,ging alles schnell.Der GV,versuchte mit aller Kraft,noch den Stacheldraht hochzuheben
und dabei trennte sich das Bein vom Körper. Ich hatte als GvD in der GK Dienst und mußte gleich nach der Meldung des Durchbruchversuchs mit raus und Nebeltöpfe setzen,aber der Wind war ungünstig,und es ging nach hinten .Als die Minen gezeichnet waren mußten zwei Soldaten mit einer Trage den GV rausholen und das Bein rutschte aus der Hose.Traurig die Sache.Danach in den Sanka und nach Magdeburg in ein Krankenhaus.Also er lag von der Detonation bis zum Abtransport fast 40 Minuten in der Minensperre.
Ich hatte diesen Durbruchsversuch schon einmal eingesetzt, aber fand in einem anderen Forum einen Zeitungsausschnitt mit diesem Durbruchsversuch.Ein Miglied in Beiden Foren,fragte warum bekamen die Leute aus Offleben den Mann nicht durch den Stacheldraht.
Weil ein Major mit durchgeladener MPi am Zaun stand und sagte,wer den Zaun anfasst,wird erschossen.Er hätte geschossen.
Greso


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#16

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 21:55
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Das Problem war doch, dass man sich "als Ausheimischer" nicht beliebig der Grenze nähern konnte, ohne aufzufallen. Leute, die im Sperrgebiet wohnten oder arbeiteten, hatten diesbezüglich einen Vorteil. Wenn man eines Morgens einfach loszog und nicht vorzeitig aufgehalten wurde, konnte man bei hellem Sonnenschein hier landen:

kein gröberes Problem für die Grenztruppen!
..oder bei dichtem Nebell hier ankommen:

und mal im Gebüsch versteckt einen guten Moment abwarten.
Theo


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#17

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 21:56
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Greso
[...nach Durchbrüche fragte,sagte einer hinten am Moor,liegen die Russen mit Scharfschützen,und bis zu uns,kommt keiner hoch denn die versuchen es alle unten.
Frage,waren da oben wenige durchbrüche?
Greso



1966 kann ich nicht beurteilen. Denn die Plateaumauer wurde erst später gebaut. Danach kann man in Gedanken eine Linie von vielleicht gerade mal 100, 150 m drummherum ziehen, wo wirklich kaum was war. Weil, wer den Bereich sehen konnte auch wusste, dass er selbst gesehen werden konnte.
Im weiteren Umkreis aber würde ich schon sagen, dass rund 50 % aller gelungenen Durchbrüche von daher kam. Und das waren eine Menge.
Die Jäger waren zwar in aller Regel Freiwillige Helfer der Grenztruppen und oft auch Angehörige von Polizei und MfS oder den Forstbetrieben aber sie hatten meist nichts mit, um Nachricht zu geben. Ihre Meldungen kamen, wenn, dann verspätet. Von einer Festnahme durch solche Helfer ist mir jedenfalls nichts bekannt. Eigentlich nicht mal von einer Meldung.
Scharfschützen habe ich nicht erlebt. Die Russen haben zu meiner Zeit nur ihren Bereich innerhalb des Plateaus bewacht und hatten mit der Grenze direkt gar nichts zu tun. Erzählt wurde natürlich immer viel. Wenn einer so gar "nichts" sah, musste man ja irgendwie so tun. Eigentlich war der Umkreis des Brockens selbst dann noch offen, als schon der neue GSZ gebaut wurde und davor sowieso. Für den ganzen rückwärtigen Bereich zwischen Brocken und Ilsenburg gab es nur die Posten an der oberen Kreuzung der Brockenbahn/Brockenstraße. Im Eckerloch, am eisernen Tisch und zwei GAK. Einer von Schierke aus, einer von Scharfenstein. Das klingt viel aber da lagen zwischen den Posten vor dem Bau des GSZ kilometerweit Wald und selbst danach noch rechts und links um die 300 m Wald. Und die Hundetrasse zwischen Eckerloch und oberer Kreuzung. Wer querfeldein lief, musste schon viel Pech haben, um auf Grenzer zu treffen. Nasse Füße aber bekam er mit Sicherheit.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 26.01.2011 22:00 | nach oben springen

#18

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 22:00
von Chaymos | 314 Beiträge

erzähl mal wo war der eiserne tisch @S51 ,die geländebezeichnung ist mir neu


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


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#19

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 22:14
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Chaymos
erzähl mal wo war der eiserne tisch @S51 ,die geländebezeichnung ist mir neu



Na ja, eigentlich nicht bei uns (Schierke).
Unser Abschnitt ging ab Schutzstreifen bis zur Brockenmauer. Links, also nördlich schloß sich der Abschnitt der 6. GK Scharfenstein an. Der Kolonnenweg führte nördlich vom Plateau über die Bahnlinie in Richtung Scharfenstein. Etwa 100 Meter unterhalb des Brockens (Plateau) endete die Mauer, dann begann der Wackelzaun von Scharfenstein (so genannt, weil er bei Sturm dazu neigte, umzukippen). Nach 200 Metern etwa kommt am Kolonnenweg auch heute noch rechts der Eiserne Tisch.
Das ist eine metallene Platte auf drei Stützen, von denen die zwei kleineren rechts und links schon sehr morsch sind. Alles ordentlich durchlöchert von verschiedenen Kalibern. Den Ursprung kenne ich nicht genau. Es wird erzählt, es handelte sich um Überreste einer Schutzhütte von vor dem WK II. Etwa 100 Meter weiter unten war die Gasse, um mit Fahrzeugen feindwärts zu fahren.
Feindwärts ist die Stelle noch oberhalb südlich der TL, der vorgelagerte Bereich dahinter bis zur eigentlichen Grenze war also eigentlich noch Schierke.
Praktisch haben dort die Scharfensteiner gehandelt und wir nur zur Bergabriegelung (von der Kaffeeklappe her) und für Forstarbeiten sowie zur Kontrolle der Grenzmarkierungen.
Nachtrag: Ich habe die Gegend hauptsächlich deshalb kennen gelernt, weil es eben die Aufgabe der Uffz war, in der Bataillionssicherung die KS zu machen und ich deshalb während meiner Zeit in Ilsenburg wohl drei bis vier Mal die Woche auch diese Ecke mit dem Krad oder zu Fuß abzugehen hatte. Während der Schierker Zeit habe ich diesen Bereich nur noch während der Forsteinsätze von oben betreten.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 26.01.2011 22:30 | nach oben springen

#20

RE: Wo hätte es geklappt?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.01.2011 22:32
von Major Tom | 854 Beiträge

Zitat von eisenringtheo




Ich glaube dieses Bild zeigt die Grenzanlagen Kleinglienicke-Westberlin. Wer in Kleinglienicke wohnte hatte wirklich keine Lust abzuhauen, um es mal so auszudrücken. Viele meiner Schulfreunde wohnten dort, die Eltern hatte alle ziemlich hohe Posten beim MfS oder der Polizei. Ein Normalsterblicher kam dort nur mit Einladung hin.


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