#41

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 16:21
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von sentry

Zitat von Zermatt
In der Verfassung der DDR stand folgendes(Unter Artikel 2)

Alle politische Macht in der Deutschen Demokratischen Republik wird von den Werktätigen in Stadt und Land ausgeübt.

Klingt das nach Demokratie ?



Wichtiger ist, was gleich in Artikel 1 steht: "Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei."

Hier wird die Führungsrolle einer Partei festgeschrieben, so dass demokratische Wahlen (jeder hat aktives und passives Wahlrecht) de facto nicht möglich waren. Die demokratische Abwahl der SED wäre nach diesem Text verfassungswidrig gewesen - also Mogelpackung, keine Demokratie; q.e.d.




ergo Diktatur.Wird ja auch nicht abgestritten.Es war eine Diktatur

aber was ist heute noch demokratisch?


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#42

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 16:49
von wosch (gelöscht)
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[quote="Pitti53"]

ergo Diktatur.Wird ja auch nicht abgestritten.Es war eine Diktatur


........................Also, hätte es richtigerweise heißen müssen: DDD (Deutsche Demokratische Diktatur), korrekt?
Nachdem Du lieber Pitti das selbst zugegeben hast, wird es ja auch nicht gegen die Forums-Regeln verstoßen, wenn ich jetzt behaupte, daß die Mitarbeiter des MfS und auch Du einer Diktatur gedient hatten, bzw. einem Diktator!! Danke Pitti. Täng ju werri matsch!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 22.01.2011 16:52 | nach oben springen

#43

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 17:03
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

ja wosch.und heute diene ich der Diktatur dieses Forums


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#44

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 17:15
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Pitti53
ja wosch.und heute diene ich der Diktatur dieses Forums




........................Solche Leute braucht das Land!!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#45

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 19:04
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von wosch
........................Also, hätte es richtigerweise heißen müssen: DDD (Deutsche Demokratische Diktatur), korrekt?
Nachdem Du lieber Pitti das selbst zugegeben hast, wird es ja auch nicht gegen die Forums-Regeln verstoßen, wenn ich jetzt behaupte, daß die Mitarbeiter des MfS und auch Du einer Diktatur gedient hatten, bzw. einem Diktator!!



Wolfgang, du hast Repunblik mit Diktatur ausgetauscht....na, da will ich mal eben kucken, was man bei Wikipedia zu Republik findet.....

Zitat von Wikipedia

Republik

Im engeren Sinne kennzeichnet sie einen Staat mit gewähltem, also gemeinschaftlich bestimmtem, nicht notwendigerweise demokratischem Staatsoberhaupt – in der Regel bezeichnet als Staatspräsident

Demokratische Republik

Sowohl das Staatsoberhaupt als auch die Volksvertreter werden in einer demokratischen Republik auf Zeit vom Wahlvolk gewählt. In der Regel haben demokratische Republiken ein repräsentatives demokratisches Regierungssystem. ....Ja, in der Regel.......

Diktatorische Republik

Die Regierungsform einer Republik wird Diktatur genannt, wenn das Staatsoberhaupt faktisch auf Lebenszeit regiert und die Regierung auf einer Zwangsherrschaft beruht. Häufig werden auch Volksrepubliken zu den diktatorisch regierten Republiken gezählt. Die Abgrenzung der Diktatur zur demokratischen Republik ist oft mit noch größeren Schwierigkeiten verbunden, da nahezu alle Diktatoren vorgeben, im Namen des Volkes zu handeln oder von ihm dazu legitimiert worden zu sein. Es ist – außer in einigen Volksrepubliken – bisher keine Staatsverfassung bekannt, die sich selbst offen als diktatorisch bezeichnet. Die Frage danach, ob ein Staat diktatorisch regiert wird, lässt sich daher nur aus den tatsächlichen Umständen herleiten. Da sich diese Umstände meist nur subjektiv beurteilen lassen, gehen die Meinungen über das Vorliegen einer Diktatur teilweise stark auseinander.



Und hier Wikipedia zu Diktatur

Zitat von Wikipedia
Die Diktatur (v. lat. dictatura) ist eine Regierungsform, die sich durch eine einzelne regierende Person, den Diktator (→ Führer), oder eine regierende Gruppe von Personen (z. B. Partei, Militärjunta, Familie) mit unbeschränkter Macht auszeichnet.

Konzentration der Macht

In der Diktatur wird die neuzeitliche Gewaltenteilung aufgehoben und damit der Grundrechteschutz des einzelnen Bürgers. Die Macht des Diktators, sei es eine einzelne Person oder eine Gruppe, ist unbeschränkt. Er kontrolliert – neben der Gesetzgebung – insbesondere auch die traditionellen staatlichen Zwangsmittel der Exekutive selbst: Militär, Justiz, Polizei und staatliche Behörden. Besonders das Militär wird nicht vom Parlament kontrolliert, sondern vom Diktator, und kann nicht nur zur Landesverteidigung eingesetzt werden, sondern auch im Inneren gegen eine zu Staatsfeinden erklärte Opposition. Die Justiz kann nicht mehr unabhängig urteilen, sondern folgt diktatorischer Gesetzgebung oder direkten Weisungen.

Diese Zwangsmittel reichen oft nicht zum Machterhalt aus, daher müssen weitere Bereiche der Gesellschaft kontrolliert werden. Die Diktatur unterwirft sich dann auch die wirtschaftlichen Einrichtungen, das Erziehungswesen, Presse und Medien sowie die Kommunikationsmittel wie Nachrichten- und Datenverkehr.

Im 20. Jahrhundert trat eine besonders erweiterte Form der Diktatur auf: die totalitäre Diktatur im Unterschied zur bisher üblichen autoritären Diktatur. Die autoritäre Diktatur lässt dem Einzelnen noch private Freiräume, wie zum Beispiel die Ausübung der Religion, und begnügt sich mit politischem Wohlverhalten. Zu den Charakteristika einer totalitären Diktatur dagegen gehört zu versuchen, den Einzelnen im Rahmen der permanenten politischen Mobilisierung und Organisationsstruktur völlig in Anspruch zu nehmen und kein freies Denken aufkommen zu lassen. Die historischen Beispiele sind der Stalinismus mit seinen Ablegern und der Nationalsozialismus.



Ich denk, Wikipedia hat da schon ganz recht.....

groetjes uit Binzen

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
zuletzt bearbeitet 22.01.2011 19:05 | nach oben springen

#46

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 19:30
von PF75 | 3.294 Beiträge

Diktaturen werden ja auch als demokratisch angesehen wenn sie der heutigen politik nützen,sie Golfstaate ,kasachstan und ä.
Kasachstan hat ja die nächsten 2 wahlen abgeschafft weil es ja keine alternative zum jetzigen präsidenten gibt,könnten wie hier ja auch machen es sind ja viele der meinung es gibgt keine vernünftige alternative zur dame aus brandenburg .


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#47

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 19:50
von Pzella 82 | 356 Beiträge

Moin zusammen,

also ick habe in Jeschichte jelernt, dass in der DDR die Diktatur des Proletariats herrscht. Stand, wenn ick mich nicht irre, jenauso im Lehrbuch Klasse 8 oder 9 jeschrieben. War aber in der Praxis betrachtet n Zerrbild, mal rein rationel betrachtet. Aber wie es nun mal ooch jewesen ist, der Homo sapiens ist für Macht nicht jeschaffen, weil er kein Maß kennt. Zeigt doch die Jeschichtsschreibung sehr deutlich auf.

Bis neulich
Pzella 82


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
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#48

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 19:59
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von PF75
Diktaturen werden ja auch als demokratisch angesehen wenn sie der heutigen politik nützen,sie Golfstaate ,kasachstan und ä.
Kasachstan hat ja die nächsten 2 wahlen abgeschafft weil es ja keine alternative zum jetzigen präsidenten gibt,könnten wie hier ja auch machen es sind ja viele der meinung es gibgt keine vernünftige alternative zur dame aus brandenburg .



Nun ich glaube du redest da von 2 verschiedenen Dingen. Es ist eine Sache, mit einem Staat zu reden, weil der Staat etwas bietet was der eigene Staat braucht. Beispiel : Öl , wegen Öl sprechen fast alle Staaten mit z.B. Libyen und Saudi Arabien. Keiner der Staaten würde aber auf die Idee kommen, diese Öllieferanten als demokratische Staaten zu bezeichnen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Schlussfolgerung : wenn ich mich als Staat mit solchen Staaten einlasse, so akzeptiere ich sie zunächst als Staat, aber deshalb nicht automatisch als demokratischen Staat.
Zu deinem Beispiel Kasachstan kann man eigentlich nichts sagen, weil es einfach ist.

Gruß Gert


.
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#49

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 22.01.2011 20:06
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ GERT
man bezeichnet viele dieser länder aber auch nicht offiziell als diktaturen,sie könnten das ja übel nehmen.
und zum das geht mir bei anderen leuten auch oft so.
aber man sollte doch wiedr zum eigendlichen thema zurück kehren


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#50

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 11:42
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Möglicherweise haben wir uns etwas vom Thema entfernt:
Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?
(Es geht dem TO offenbar weniger um das Verhältnis zur BRD oder ob die DDR wirklich eine Demokratie war oder nicht)
Ich habe in den DDR Buchläden immer geschmökert und viel von Demokratie gelesen - leider alles vergessen. Ich weiss nur noch, dass die DDR offenbar viel Erklärungsbedarf zu diesem Thema verspürte.
Theo



In der marxistisch-leninistischen Philosophie verstand man unter Demokratie weitgehend die Unterordnung der Minderheit unter die Interessen der Mehrheit, so weit so schlecht.
Der generelle Fehler der Arbeiter- und Bauern- Diktatur war eben leider, daß man alles was fremdartig und für sie nicht zu verstehen war erst mal instinktiv bekämpfte, so wie die Indianer einst das Feuerroß.
Nun kann man hinterher immer klug gackern, was besser gewesen wäre und es fällt heute zunehmend schwerer, sich genau wieder in das damalige Lebensgefühl zurück zu versetzen, aber mich persönlich haben damals trotz meiner ehrenamtlichen Funktion als FDJ- Vorsitzenden einer 40 Jugendliche umfassende Grundorganisation Exoten interessiert und ich kam leicht ins Gespräch mit ihnen.
Das hat meinen Horizont doch eher erweitert, da es mich wirklich interessiert hat, warum jemand Woche für Woche in der Kirche Kindergruppen betreute, die doch eigentlich im volkseigenem Kindergarten auch gut aufgehoben waren, warum jemand unbedingt wie ein Indianer leben wollte, wo doch auch in der DDR der Kampf um die Waren des täglichen Bedarfs abenteuerlich genug war usw.
Mein Anliegen war damals eben, auch solche Einzelkämpfer in die Grundorganisation zu integrieren, was nicht wirklich gelang, trotzdem blieb ich mit denen im Gespräch, sehr zum Ärger meiner damaligen Vorgesetzten.
Heute weiß ich, daß solche Vereinahmungsversuche durch und durch undemokratisch waren und daß die DDR- Demokratie vom Motto "Leben und leben lassen" leider doch sehr weit entfernt war.
Die Minderheiten, die sich damals unterzuordnen hatten, sei es der selbstständige Automechaniker, der sozial engagierte Kirchgänger und der Hobby- Viehzüchter hätten wertvolle Mitwirkende dieser Demokratie werden können, hätten die Oberen eben nicht diese hysterische Angst vor allen fremden gehabt.
Nun kann man anführen, daß dieses Politbüro sich fast durchweg aus Opfern des Naziregimes rekrutierte und sie somit zu Recht alles bürgerliche verabscheuen, weil sie daraus den Machtgewinn der Nazis schlußfolgerten, erinnert sei nur mal stellvertretend an den Postbeamten Emil Pelle (dem Politik solange gleichgültig war, bis die eigene Laubenparzelle brannte).
Nur ist das weit genug gedacht ?



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#51

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 14:31
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Hackel39
In der marxistisch-leninistischen Philosophie verstand man unter Demokratie weitgehend die Unterordnung der Minderheit unter die Interessen der Mehrheit, so weit so schlecht.(..)


Ist das nicht die faschistische (völkische) Theorie? Der einzelne muss sich dem Willen des Volkes unterordnen. Dazu hat es "Führer" auf allen Ebenen bis hin zum obersten (Hitler, Mussolini). Der einzelne ist nichts, das Volk ist alles.
Im Sozialismus hingegen geht alle Macht vom Volk aus. Um das sicherzustellen und von der bürgerlichen zur klassenlosen Gesellschaft zu gelangen, muss das Proletariat vorübergehend diktatorisch regieren (Diktatur des Proletariats), wenn es nicht anders geht (frei nach "Engels").
Theo


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zuletzt bearbeitet 23.01.2011 14:31 | nach oben springen

#52

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 14:32
von zzrain42 | 56 Beiträge

Die Frage ist wie man Demokratie definiert?
Nimmt man als Demokratiebegriff die Grundsätze unserer heutigen Verfassung kann man die Frage sicherlich verneinen. Da elementare Grundrechte (freie Meinungsäußerung, freies geheimes Wahlrecht, etc.) nicht gegeben waren.
Geht man davon aus ob Demokratie im Sinne der wörtlichen Bedeutung herrschte kann man die Frage nicht beantworten da man nicht weiß inwieweit die Bevölkerung mit dem System wirklich einverstanden war (Wahlergebnisse der SED etc.) und inwieweit man nur die SED gewählt hat um seine Ruhe vor der Stasi zu haben. Der Verlauf der Geschichte zeigt wohl eher das man sehr unzufrieden mit der Führung war und ein demokratischer Prozeß zum Umsturz führte. Ob diejenigen, welche gegen das System demonstriert haben das bekommen haben was sie wollten ist dann die nächste Frage.

Mit Grüßen aus Ulm
zzrain42


zuletzt bearbeitet 23.01.2011 14:33 | nach oben springen

#53

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 14:39
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von zzrain42
.....inwieweit man nur die SED gewählt hat um seine Ruhe vor der Stasi zu haben.



Könntest Du das näher erklären?



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#54

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 14:47
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von zzrain42
Die Frage ist wie man Demokratie definiert?
Nimmt man als Demokratiebegriff die Grundsätze unserer heutigen Verfassung kann man die Frage sicherlich verneinen. Da elementare Grundrechte (freie Meinungsäußerung, freies geheimes Wahlrecht, etc.) nicht gegeben waren.
Geht man davon aus ob Demokratie im Sinne der wörtlichen Bedeutung herrschte kann man die Frage nicht beantworten da man nicht weiß inwieweit die Bevölkerung mit dem System wirklich einverstanden war (Wahlergebnisse der SED etc.) und inwieweit man nur die SED gewählt hat um seine Ruhe vor der Stasi zu haben. Der Verlauf der Geschichte zeigt wohl eher das man sehr unzufrieden mit der Führung war und ein demokratischer Prozeß zum Umsturz führte. Ob diejenigen, welche gegen das System demonstriert haben das bekommen haben was sie wollten ist dann die nächste Frage. Mit Grüßen aus Ulm
zzrain42



genau das ist der Knackpunkt.Gewollt haben sie eigentlich was anderes


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#55

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 14:57
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Meine Bekannten, mit denen ich über die Wählerei diskutiert habe, meinten, das sei derart unwichtig, dass sich niemand dafür interessiere, wie und was man wähle. Das einzig wichtig sei, dass man früh gehe und falte. Damit der Wahlleiter alsbald nach oben melden kann, dass schon alle Bürger gewählt hätten. Und damit die armen Genossen, die im Wahlzimmer Dienst tun, schon bald Pause haben (mit Ausnahme desjenigen natürlich, der die Wahlurne bewachen muss, damit keine Manipulationen möglich sind).
Es wurde mir dann klar, wie die sensationelle Wahlzustimmung zustand kam. Wenn alle eine solche Einstellung haben...
Theo


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#56

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 15:09
von zzrain42 | 56 Beiträge

Zitat von Musiker12

Zitat von zzrain42
.....inwieweit man nur die SED gewählt hat um seine Ruhe vor der Stasi zu haben.



Könntest Du das näher erklären?




Aha, ein Zweifler im Detail.
Aber gut, nach Aussagen ehemaliger "Wahlhelfer" wurden die Wahlzettel doch alle überpruft und berichtigt, sodaß ein Wahlergenis von 99,95 % für die SED rauskam. Aber die Wähler, die auf dem Wahlzettel was anderes angekreuzt hatten als SED, deren Name ging doch schnurstracks weiter an den zuständigen Parteigenossen, der sich der "Sache" dann annahm. Und den wurde man nicht so schnell wieder los. Falls jetzt wieder jemand kommt, der wieder alles besser weiß : Meine eigene Verwandschaft lebt in Büsleben bei Gera seit 1951, und die haben nach der Öffnung des "antifaschistischen Schutzwalls" kein Blatt mehr vor den Mund genommen. In den Briefen, die sie uns all die Jahre geschickt hatten zu Zeiten der DDR, konnten sie ja darüber nichts erwähnen, denn die Briefe wurden alle geöffnet.

Ich rede hier über Dinge, die eigentlich jeder weiß. Es ist müßig, muß ich schon sagen, solche Fragen gestellt zu bekommen. Das ist so ähnlich wie....die Sonne ist sehr, sehr heiß! ...Kommt die Frage drauf.....bist du da sicher und warum ist das so ?
Das langweilt doch.


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#57

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 15:19
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von zzrain42

Zitat von Musiker12

Zitat von zzrain42
.....inwieweit man nur die SED gewählt hat um seine Ruhe vor der Stasi zu haben.



Könntest Du das näher erklären?




Aha, ein Zweifler im Detail.
Aber gut, nach Aussagen ehemaliger "Wahlhelfer" wurden die Wahlzettel doch alle überpruft und berichtigt, sodaß ein Wahlergenis von 99,95 % für die SED rauskam. Aber die Wähler, die auf dem Wahlzettel was anderes angekreuzt hatten als SED, deren Name ging doch schnurstracks weiter an den zuständigen Parteigenossen, der sich der "Sache" dann annahm. Und den wurde man nicht so schnell wieder los.




Demnach müssen also die Wahlzettel mit dem Namen des jeweiligen Wählers ausgestattes gewesen sein.

Wenn an dem nicht so ist, könntest Du bitte erklären wie die Wahlhelfer feststellen konnten von wem welcher Wahlzettel ausgefüllt wurde um dies dann ein eine zuständige Stelle des MfS (welche Stelle genau dafür zustänig war müsste dann auch noch geklärt werden) weiterzuleiten.



zuletzt bearbeitet 23.01.2011 15:20 | nach oben springen

#58

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 15:33
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Musiker12



Demnach müssen also die Wahlzettel mit dem Namen des jeweiligen Wählers ausgestattes gewesen sein.

Wenn an dem nicht so ist, könntest Du bitte erklären wie die Wahlhelfer feststellen konnten von wem welcher Wahlzettel ausgefüllt wurde um dies dann ein eine zuständige Stelle des MfS (welche Stelle genau dafür zustänig war müsste dann auch noch geklärt werden) weiterzuleiten.



Es gab doch sicher Wahlprotokolle. Es muss doch erfasst werden, wer wählt und der Wahlvorgang festgehalten werden("Wahlzettel ausgegeben", "Wahlkabine aufgesucht" "Wahlzettel" eingeworfen. Falls im Protokoll ein Häkchen fehlt, wird man dem wohl nachgehen...
Theo


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zuletzt bearbeitet 23.01.2011 15:35 | nach oben springen

#59

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 15:44
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Musiker12



Demnach müssen also die Wahlzettel mit dem Namen des jeweiligen Wählers ausgestattes gewesen sein.

Wenn an dem nicht so ist, könntest Du bitte erklären wie die Wahlhelfer feststellen konnten von wem welcher Wahlzettel ausgefüllt wurde um dies dann ein eine zuständige Stelle des MfS (welche Stelle genau dafür zustänig war müsste dann auch noch geklärt werden) weiterzuleiten.





Es gab doch sicher Wahlprotokolle. Es muss doch erfasst werden, wer wählt und der Wahlvorgang festgehalten werden("Wahlzettel ausgegeben", "Wahlkabine aufgesucht" "Wahlzettel" eingeworfen. Falls im Protokoll ein Häkchen fehlt, wird man dem wohl nachgehen...
Theo




Soweit so gut, es wurde festgestellt wer gewählt hat was allgemeine Praxis ist. Meine Frage ist jedoch wie konnte man feststellen wer was bzw. wie gewählt hat. Hier wird ja behauptet man hätte gewußt wer was gewählt hat und genau hier besteht meiner Ansicht nach Erklärungsbedarf wie die Wahlleiter das feststellen konnten.



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#60

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 23.01.2011 16:01
von Gert | 12.356 Beiträge

Also ich habe nur eine Wahl in der DDR mitgemacht und da war ich auch noch bei der NVA. Man schickte unsere Kompanie oder Zug ich weiss nicht mehr, geschlossen zur Wahl. Ich kann mich erinnern, da war ein Wahlzettel und da standen eine Reihe Namen drauf. Ich fragte dann in meinem jugendlichen Leichtsinn, was ich denn ankreuzen soll ( ich fand kein Feld für die Kreuze), da sagte man mir nur Falten, in den Umschlag und ab in die Urne. Ich war bass erstaunt, wie die Wahl ablief. Ich habe aber nichts gesagt, meine Zensurschere im Kopf warnte mich vor weiteren Äußerungen. Also ich hatte schon damals das Gefühl : das ist keine demokratische Wahl, weil es einfach nichts zu wählen gab. So etwas nennt man wohl eine Akklamation, aber nicht Wahl.
Da fand ich die Bundestagswahl im September 1965, meine erste demokratische Wahl, schon etwas prickelnder.

Gruß Gert


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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