#161

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Haste sowas mal erlebt?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#162

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:07
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von 94
Haste sowas mal erlebt?



Nein, wurde aber angemeldet, sogar mehrfach im laufe der Jahre.

Mike59


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#163

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:10
von 94 | 10.792 Beiträge

Nur passierte dann nie was. Andererseits, Schneewitchen hatte auch manchmal äußert kurze 'Vorwarnzeiten'.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#164

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:12
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von 94
Nur passierte dann nie was. Andererseits, Schneewitchen hatte auch manchmal äußert kurze 'Vorwarnzeiten'.


-----------
Ja, mitunter sehr kurz. und alles ohne Mobiltelefone

Mike59


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#165

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:34
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Mike59
Na da kennst du aber die damaligen Bestimmungen schlecht. Eine solche Person fordert umgehend einen Vertreter des MfS zu sprechen und der Grenzposten hat alle Handlungen zu unterlassen und den Vorgesetzten zu informieren. Ende und Aus !

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass eine solcher Art geschulte Person wie ein Huhn in Panik am Zaun hoch und runter rennt und wartet bis ein Posten auftaucht. Sondern die Taucht dort auf wo ein Posten ist und spricht ihn an. Alles andere würde mich mehr wie verwundern.

Mike59



Ich kann hier @Mike 59 nur beipflichten. Die IM, die die Grenze konspirativ ohne Sicherung/Schleusung durch das MfS überschritten haben, waren genau instruiert, wie sie sich zu verhalten hatten.
1. Grenzübertritt nur bis auf das den pionier-technischen Anlagen vorgelagerte Territorium der DDR
2. "unauffälliges" Bemerkbarmachen gegenüber den AGT
3. den Aufforderungen der AGT Folge leisten
4. Verlangen, den Sicherheitsorganen der DDR zugeführt zu werden (ohne Angaben zur Person bzw. der Zusammenarbeit mit dem MfS).
Die weitere Verfahrensweise war dann zwischen dem MfS und dem Chef der Grenztruppen geregelt. So war gewährleistet, dass das MfS informiert wurde und keine Kontrolle der Personalpapiere durch die GT stattfand.



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#166

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:43
von S51 | 3.733 Beiträge

Manchmal wurde dann auch ganz schnell "umgestöpselt". Es gab eine bestimmte Formulierung für solche Fälle. Die tauchten dann nicht als Festnahme und nicht als Zurückweisung auf. Wurden nur bis nahe Kolonnenweg mitgenommen und ab da gesondert aufgenommen (durch Schneewittchen). Wenn man in seiner Kladde dussligerweise schon eine Seite angelegt hatte, wurde diese entfernt und neu geschrieben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#167

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:53
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von S51
Manchmal wurde dann auch ganz schnell "umgestöpselt". Es gab eine bestimmte Formulierung für solche Fälle. Die tauchten dann nicht als Festnahme und nicht als Zurückweisung auf. Wurden nur bis nahe Kolonnenweg mitgenommen und ab da gesondert aufgenommen (durch Schneewittchen). Wenn man in seiner Kladde dussligerweise schon eine Seite angelegt hatte, wurde diese entfernt und neu geschrieben.



---------------------
Die Begründung würde mich mal interessieren.

Mike59


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#168

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 18:58
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von S51
...Wenn man in seiner Kladde dussligerweise schon eine Seite angelegt hatte, wurde diese entfernt und neu geschrieben.



---------------------
Die Begründung würde mich mal interessieren.

Mike59




Es gab keine Begründung. Weiß, was du meinst. Die Kladde, welche du meinst (Füst, VVS) war tabu. Die Kladde, die ich meine, war eine nicht offizielle, die auch nicht jeder geführt hat. In der bei mir beispielsweise alle Feindwärtseinsätze aufgeführt sind. Ein paar Beispiele daraus habe ich hier schon abgebildet. Diese Kladden gab es eigentlich gar nicht und sie hätte mir seinerzeit sicher auch Probleme bereiten können. Besondere Dinge stehen auch dort nicht drinn. Diese Seiten existieren nicht mehr.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#169

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:01
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Mike59

Zitat von S51
...Wenn man in seiner Kladde dussligerweise schon eine Seite angelegt hatte, wurde diese entfernt und neu geschrieben.



---------------------
Die Begründung würde mich mal interessieren.

Mike59




Es gab keine Begründung. Weiß, was du meinst. Die Kladde, welche du meinst (Füst, VVS) war tabu. Die Kladde, die ich meine, war eine nicht offizielle, die auch nicht jeder geführt hat. In der bei mir beispielsweise alle Feindwärtseinsätze aufgeführt sind. Ein paar Beispiele daraus habe ich hier schon abgebildet. Diese Kladden gab es eigentlich gar nicht und sie hätte mir seinerzeit sicher auch Probleme bereiten können. Besondere Dinge stehen auch dort nicht drinn. Diese Seiten existieren nicht mehr.



-----------
Alles Klar S 51, Mal Klartext ! Quatsch mit Sosse.

Mike59


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#170

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:02
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Zoellner1974
Ablauf einer Schleusung: Die normalen Grenzer wurden komplett abgezogen. Anschließend über mehrere Stunden das Gelände observiert, ob es sicher ist, das hieß es sollten sich dort keine Personen aufhalten, deshalb mußte es auf westlicher Seite gut einsehbar sein. Erst wenn dass gegeben war wurde die zu schleusende Person herangeführt und gesichert. Schleusungen wurden in den wenigsten Fällen für Agentenaustausch genutzt, vielmehr kamen sie meist zum Einsatz, wenn ,,Kundschafter'' spontan zurückgeführt werden mußten, weil Aufdeckung drohte. Da konnte es dann auch sein, dass sie regelrecht abgeholt und zurückgeführt wurden. Dazu hatte jeder Agent einen genau vorgegebenen Punkt wo er zurückgeführt wurde. Oder aber es wurden auch Nachrichten überbracht oder abgeholt, aber auch hier meistens wenn es schnell gehen mußte. Für die Einsetzung und Pltzierung von neuen Agenten gab es wesentlich bessere und unauffälligere Möglichkeiten diesen in den Westen zu bringen, da war eine Schleusung eine schlechte Ausgangsposition. Schleusungen waren wichtig, wenn Agenten ,,verbrannt waren'' und deren Festsetzung drohte, weil dass hätte wieder zu politischen Verwicklungen geführt.

Ich hoffe, hier ein bischen geholfen zu haben, ohne Anspruch auf vollständige Richtigkeit zu erheben. Ich selbst habe in meinen 16 Jahren Grenzdienst nicht eine Situation erlebt, die auf eine Schleusung hätte schliessen lassen, obwohl es im Bereich Walkenried nachweislich welche gab.



Einige Anmerkungen @Zoellner 1974.
Auch hier werden wieder zwei Varianten vermischt, nämlich
1. die operative Grenzschleusung und
2. der konspirative Rückzug von IM über Grenzübertrittsstellen.

Ein "Agentenaustausch" wurde nie über eine Schleuse realisiert.
Eine operative Schleusung erfolgte, um Personen, die die GÜSt nicht nutzen konnten, konspirativ von West nach Ost und umgekehrt zu schleusen. Über eine operative Grenzschleuse im Sinne einer Schleuse verfügten nur ausgewählte IM. Eine Schleusung charakterisierte auch immer, dass der IM durch das MfS geschleust wurde. I. d. R. nutzte aus Gründen der Konspiration auch nur ein IM eine Schleuse und zu jeder Schleuse existierte eine Reserveschleuse. Das bedurfte einer hohen logistischen Vorbereitung.
Weitaus mehr IM im Operationsgebiet hatten für den Notfall eine ihnen bekannte Grenzübertrittsstelle, die in die Bundesrepublik aus der DDR einreisenden IM wie Kuriere, Instrukteure, Beobachter/Ermittler usw., wussten i. d. R. auch, wo sich Grenzübertrittsstellen befanden, die sie im Notfall nutzen konnten. Das betraf beispielsweise erkannte Observationen, nachdem die Verfolger abgeschüttelt waren, die Nutzung einer GÜSt für den Rückzug taktisch allerdings unzweckmäßig war. Grenzübertrittsstellen konnten im Gegensatz zu den Schleusen durch mehrere IM bei Bedarf genutzt werden. Die Nutzung der Grenzübertrittstelle charakterisierte sich i. d. R. dadurch, dass der Übertritt nicht durch das MfS realisiert/gesichert wurde.

Was ich nicht verstanden habe ist der Punkt, warum eine Schleusung für die Platzierung neuer IM eine schlechte Ausgangsposition war ??



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:04 | nach oben springen

#171

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:09
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Chaymos
[quote="SET800"

Für die Rückkehr eines Kundschafters hätte der doch sich nur 1 Meter provokativ auf DDR-Gebiet begeben müssen und auf seine "Verhaftung" durch Grenzer warten müssen.



So einfach jemanden auf dem vorgelagerten hoheitsgebiet festnehmen ist nicht einfach und zu damaliger zeit auch nicht zulässig gewesen ,wenn jemand das gebiet der DDR betrat mussten wir laut Dienstanweisung erst eine Zurückweisung durchführen,ich kenne keine Fall wo wir eine Person festnehmen durften ,zumal die sache gestellt ist und uns wer beobachtet.[/quote]
---------------------------------------------------
keine Regel ohne Ausnahme....

bei uns an der Güst Marienborn wurden in der Regel keine Zurückweisungen durchgeführt.
Wenn jemand einen Grenzübertritt durchführte wurde die Führungsstelle durch die A1 (siehe Avatar von a1otti-also 3er Posten an der Grenzlinie)informiert.
Diese Person wurde im Grenzstreckenabschnitt bis zur Füst gelassen.Zeitgleich wurde der Diensthabende der Sik alarmiert,der dann mit Blitzgeschwindigkeit zur Füst rennen durfte(ich hatte mehrfach diese "Ehre...meist noch nachts)
Nur er durfte diese Person festsetzten und die PKE informieren,die dann mit Kfz für die Abholung sorgte.

Dokumentenkontrolle oder Befragung waren verboten,es sei denn die Person machte zicken(einige waren besoffen und lärmten rum)
dann waren Maßnahmen zur ruhigstellung erlaubt

Aber jeder macht mal Fehler,meinen ersten derartigen Vorfall habe ich glatt versiebt...habe die Personaldukumente gefordert und eingesehen...

der Segen von oben am nächsten Tag war gewaltig


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:09 | nach oben springen

#172

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:14
von Chaymos | 314 Beiträge

in der hinsicht hat S51 gut protokolliert ,was er wann wo gemacht hat ,natürlich alles inoffiziell ,sicher hätte es ihn mal den kopf kosten können ,aber er war ja unser Special GAK und macht Dienst nach vorschrift


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


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#173

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:14
von stutz | 568 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von stutz
(...)
Der U-Bahnhof Bernauer Strasse war nach dem Mauerbau zum Geisterbahnhof mutiert und nur noch als Durchgangsbahnhof der U-Bahnlinie 8 aktiv.
Das Postenpaar hatte nun den leeren Bahnsteig zu beobachten. Zur damaliger Zeit konnte man das durch schmale Sichtfenster tun. Auf den Bahnsteig konnte man auch gelangen. Dazu hätte man natürlich die Schlüssel für die schwere Eisentür haben müssen.
Wenn nun mal ein Zug keine Einfahrt in den Bahnhof Gesundbrunnen hatte musste er auf unserem Bahnhof warten.Dann ist es vorgekommen, das die Leute ausgestiegen sind. Dann ist von uns ein Knopf gedrückt und dieser besagte Spruch über Mikrofon abgelassen worden.
Es war ein verhältnismässig ruhiger Posten, weil keine direkte Kontrolle möglich war.


Ruhig, so lange nichts passiert. Gesetzt der Fall, es hätte gebrannt oder ein anderer Evakuationsfall wäre eingetreten: Was hätte man gemacht so ohne Schlüssel??
Theo





Oh,Mann, Theo.....diese Variante habe ich ja noch gar nicht in Betracht gezogen. Das wäre ein Ding geworden. In dem Falle hätte der KC kommen und aufschliessen müssen. Die Fahrgäste hätten zurück zum Rosenthaler Platz oder nach vorn zur Voltastrasse laufen müssen....rette sich wer kann.
Unsere Flucht hätte am Gittertor am Eingang geendet. Dort hätten wir nach Luft schnappen können. Wir waren doch auch eingeschlossen. Vieleicht hätte uns die Kaschi gerettet, wenn wir das Schloss aufgeschossen hätten. Aber alles Spekulationen....ist nichts dergleichen passiert.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
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#174

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:19
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von Zoellner1974
Ablauf einer Schleusung: Die normalen Grenzer wurden komplett abgezogen. Anschließend über mehrere Stunden das Gelände observiert, ob es sicher ist, das hieß es sollten sich dort keine Personen aufhalten, deshalb mußte es auf westlicher Seite gut einsehbar sein. Erst wenn dass gegeben war wurde die zu schleusende Person herangeführt und gesichert. Schleusungen wurden in den wenigsten Fällen für Agentenaustausch genutzt, vielmehr kamen sie meist zum Einsatz, wenn ,,Kundschafter'' spontan zurückgeführt werden mußten, weil Aufdeckung drohte. Da konnte es dann auch sein, dass sie regelrecht abgeholt und zurückgeführt wurden. Dazu hatte jeder Agent einen genau vorgegebenen Punkt wo er zurückgeführt wurde. Oder aber es wurden auch Nachrichten überbracht oder abgeholt, aber auch hier meistens wenn es schnell gehen mußte. Für die Einsetzung und Pltzierung von neuen Agenten gab es wesentlich bessere und unauffälligere Möglichkeiten diesen in den Westen zu bringen, da war eine Schleusung eine schlechte Ausgangsposition. Schleusungen waren wichtig, wenn Agenten ,,verbrannt waren'' und deren Festsetzung drohte, weil dass hätte wieder zu politischen Verwicklungen geführt.

Ich hoffe, hier ein bischen geholfen zu haben, ohne Anspruch auf vollständige Richtigkeit zu erheben. Ich selbst habe in meinen 16 Jahren Grenzdienst nicht eine Situation erlebt, die auf eine Schleusung hätte schliessen lassen, obwohl es im Bereich Walkenried nachweislich welche gab.



Einige Anmerkungen @Zoellner 1974.
Auch hier werden wieder zwei Varianten vermischt, nämlich
1. die operative Grenzschleusung und
2. der konspirative Rückzug von IM über Grenzübertrittsstellen.

Ein "Agentenaustausch" wurde nie über eine Schleuse realisiert.
Eine operative Schleusung erfolgte, um Personen, die die GÜSt nicht nutzen konnten, konspirativ von West nach Ost und umgekehrt zu schleusen. Über eine operative Grenzschleuse im Sinne einer Schleuse verfügten nur ausgewählte IM. Eine Schleusung charakterisierte auch immer, dass der IM durch das MfS geschleust wurde. I. d. R. nutzte aus Gründen der Konspiration auch nur ein IM eine Schleuse und zu jeder Schleuse existierte eine Reserveschleuse. Das bedurfte einer hohen logistischen Vorbereitung.
Weitaus mehr IM im Operationsgebiet hatten für den Notfall eine ihnen bekannte Grenzübertrittsstelle, die in die Bundesrepublik aus der DDR einreisenden IM wie Kuriere, Instrukteure, Beobachter/Ermittler usw., wussten i. d. R. auch, wo sich Grenzübertrittsstellen befanden, die sie im Notfall nutzen konnten. Das betraf beispielsweise erkannte Observationen, nachdem die Verfolger abgeschüttelt waren, die Nutzung einer GÜSt für den Rückzug taktisch allerdings unzweckmäßig war. Grenzübertrittsstellen konnten im Gegensatz zu den Schleusen durch mehrere IM bei Bedarf genutzt werden. Die Nutzung der Grenzübertrittstelle charakterisierte sich i. d. R. dadurch, dass der Übertritt nicht durch das MfS realisiert/gesichert wurde.

Was ich nicht verstanden habe ist der Punkt, warum eine Schleusung für die Platzierung neuer IM eine schlechte Ausgangsposition war ??




in Marienborn wäre das siche realisierbar gewesen...
direkt parralell zur Grenze verlief die B1.Von dort hatte man ungehinderten Zugang auf die A24.wurde auch öfter genutzt.Die westliche Güst Helmstedt mußte also nicht passiert werden.eigentlich ideal für unsere Kundschafter auf dem Rückweg


zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:23 | nach oben springen

#175

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:21
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von Chaymos
in der hinsicht hat S51 gut protokolliert ,was er wann wo gemacht hat ,natürlich alles inoffiziell ,sicher hätte es ihn mal den kopf kosten können ,aber er war ja unser Special GAK und macht Dienst nach vorschrift


----------
Und dazu noch sein eigener VS Uffz. ! Toller Kerl.

PS: Die Erde ist eine Scheibe - eine eckige!

MIke59


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#176

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:23
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Was ist denn am Berliner Innenring am Kanten (nicht an einer Güst) geschleust worden? Gab es dort Material-Schleusungen oder anderweitigen Informationsaustausch?


zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:26 | nach oben springen

#177

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:25
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von Chaymos
in der hinsicht hat S51 gut protokolliert ,was er wann wo gemacht hat ,natürlich alles inoffiziell ,sicher hätte es ihn mal den kopf kosten können ,aber er war ja unser Special GAK und macht Dienst nach vorschrift


----------
Und dazu noch sein eigener VS Uffz. ! Toller Kerl.

PS: Die Erde ist eine Scheibe - eine eckige!

MIke59




Mike59 mach dich nicht wuschig...wir wissen doch schon,daß im Harz andere Vorschriften galten...nur wo standen die bloß?


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#178

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 19:44
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von Mike59
[quote="Chaymos"]in der hinsicht hat S51 gut protokolliert ,was er wann wo gemacht hat ,natürlich alles inoffiziell ,sicher hätte es ihn mal den kopf kosten können ,aber er war ja unser Special GAK und macht Dienst nach vorschrift


----------
....Mike59 mach dich nicht wuschig...wir wissen doch schon,daß im Harz andere Vorschriften galten...nur wo standen die bloß?




Manches stand nirgendwo, wurde eben so gehandhabt.
Diese Kladden hatten den einfachen Sinn, im Falle des Falles nicht zu nackig da zu stehen. Eben weil so manches anders lief als gelernt. Normalerweise hätte es im Falle des Falles doch mich immer als letzten in der Reihe erwischt. Ohne die geringste Chance, sich zu wehren. So hatte ich eben in Form eines Kalenders eine Art Nachweis im Hinterland und in Form von fortlaufend geschriebenen Notizbüchern auch Nachweise für Einsätze feindwärts. Dort steht drinn wann wo eingesetzt. Natürlich gekürzt, was Namen betrifft. Manchmal natürlich nur welcher Bereich von wann bis wann und ein Kürzel für die Art des Einsatzes. Dort stehen Besonderheiten drinn. Welche Kontrolle der Grenzmarkierungen beispielsweise wann mit welchem Ergebnis. Wenn Einweisungen der Gegenseite stattfanden, habe ich sie mitgeschrieben (und hier auch schon mal reingesetzt). Beobachtungen der Gegenseite stehen drinn. Alles, was ein zufälliger Finder in BGS-Grün auch wusste, steht in Klarschrift drinnen.
Nach dem Ende der Dienstzeit wurde alles vernichtet, was Namen enthielt oder sensible Sachverhalte aber alles, was Standart enthielt oder für Unbeteiligte nicht klar ersichtlich war, blieb eben aus Selbstschutz erhalten.
Heute hat das seine Vorteile. Damals war es ein Risiko, klar.
Ich habe seinerzeit, ob zu Recht oder zu Unrecht, wer will das vorher wissen(?), immer mal damit gerechnet, im Störfall abserviert zu werden. Die Wahrscheinlichkeit stieg eigentlich kontinuierlich an. Also habe ich dafür gesorgt, dass es nicht zu unbemerkt passieren konnte. Meinen Namen durch Zeitungsartikel bekannt gemacht. Für mögliche Nachfragen gesorgt und eben dafür, dass keiner einfach behaupten konnte, was nicht stimmte. Gleichzeitig aber alles so sicher gestaltet, dass es nicht die Gegenseite benutzen konnte. Denn nicht Verrat war und ist der Sinn, nur eben ein ruhiges, sicheres Leben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.01.2011 19:54 | nach oben springen

#179

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 20:02
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Pitti53

Zitat von Mike59
[quote="Chaymos"]in der hinsicht hat S51 gut protokolliert ,was er wann wo gemacht hat ,natürlich alles inoffiziell ,sicher hätte es ihn mal den kopf kosten können ,aber er war ja unser Special GAK und macht Dienst nach vorschrift


----------
....Mike59 mach dich nicht wuschig...wir wissen doch schon,daß im Harz andere Vorschriften galten...nur wo standen die bloß?




Manches stand nirgendwo, wurde eben so gehandhabt.
Diese Kladden hatten den einfachen Sinn, im Falle des Falles nicht zu nackig da zu stehen. Eben weil so manches anders lief als gelernt. Normalerweise hätte es im Falle des Falles doch mich immer als letzten in der Reihe erwischt. Ohne die geringste Chance, sich zu wehren. So hatte ich eben in Form eines Kalenders eine Art Nachweis im Hinterland und in Form von fortlaufend geschriebenen Notizbüchern auch Nachweise für Einsätze feindwärts. Dort steht drinn wann wo eingesetzt. Natürlich gekürzt, was Namen betrifft. Manchmal natürlich nur welcher Bereich von wann bis wann und ein Kürzel für die Art des Einsatzes. Dort stehen Besonderheiten drinn. Welche Kontrolle der Grenzmarkierungen beispielsweise wann mit welchem Ergebnis. Wenn Einweisungen der Gegenseite stattfanden, habe ich sie mitgeschrieben (und hier auch schon mal reingesetzt). Beobachtungen der Gegenseite stehen drinn. Alles, was ein zufälliger Finder in BGS-Grün auch wusste, steht in Klarschrift drinnen.
Nach dem Ende der Dienstzeit wurde alles vernichtet, was Namen enthielt oder sensible Sachverhalte aber alles, was Standart enthielt oder für Unbeteiligte nicht klar ersichtlich war, blieb eben aus Selbstschutz erhalten.
Heute hat das seine Vorteile. Damals war es ein Risiko, klar.



-----------------------------------
Eigentlich wollte ich mich aus diesem ******* seit dem letzten Beitrag raus halten. Der Gakl hatte ein Dienstbuch zu führen welches er am Mann hatte, in dieses kamen genau die Inhalte rein die du gerade aufgezählt hast, inklusive seiner Dienstplanung. Format ca. DIN A6 - originär von der DVP übernommen. War es voll, gab es das Nächste, alles VS NfD.

Und etwas verschleiern das die ganze Truppe kennt - wie clever ist das denn?

So mein letzter Beitrag zu diesem Unfug.

Mike59


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#180

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 26.01.2011 20:13
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Mike59
... Der Gakl hatte ein Dienstbuch zu führen welches er am Mann hatte, in dieses kamen genau die Inhalte rein die du gerade aufgezählt hast, inklusive seiner Dienstplanung. Format ca. DIN A6 - originär von der DVP übernommen. War es voll, gab es das Nächste, alles VS NfD.
...



Gab es bei uns nicht, nur bei den Gruppenführern der GAK und dort blieb es in der Kompanie. Darin wurden nur die Ausbildungsinhalte, ob tatsächlich durchgeführt oder nur geschrieben, notiert. Sonst nichts.
Dienstplanung der GAK gab es nur in den Unterlagen der Kompanie, der Füst für die jeweilige Schicht und eben am Tableau neben der Waffenkammer. Nicht bei den GAK.
Das mag bei den Berufssoldaten anders gewesen sein. Wir Uaz wurden, was solche Unterlagen betraf, genauso geführt wie jeder Soldat in der Kompanie. Auch nicht vergleichbar mit einem Gruppenführer. Keinerlei persönlich geführte Dienstunterlagen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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