#21

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 18:20
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von SET800
Es mag DDR-Reisen von BGS- oder BW-soldaten gegeben haben, dann aber bestimmt sehr genau handverlsesende Leute oder "ganz kleine Lichter"!




Haben wir hier im Forum auch, inkl. Zoll.... aber Handverlesen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#22

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 18:28
von S51 | 3.733 Beiträge

Um Personen über die Grenze zu bringen, die jene offiziell nie betreten haben oder zu dieser Zeit jedenfalls gar "nicht dort" waren. Nicht nur Agenten sondern auch Personen, die direkt oder indirekt damit zu tun hatten oder aus irgendwelchen politischen Gründen offiziell diese Linie nicht passieren konnten. Verwandte von solchen Personen beispielsweise auch.
Geschleust wurde nicht nur drunter durch. Wobei das am einfachsten war. Es wurde auch mal einfach nur der Zaun aufgeschraubt, wenn die betreffende Person zwar diesen Weg nehmen mußte aber von der Sache an sich oder den Besonderheiten gar nichts wissen durfte.
Beteiligte hatten keine Ahnung (so weit ich weiß jedenfalls), um wen es sich handelte oder warum. Nur, dass man zu einer bestimmten Zeit da und dort sein musste, jemanden traf und ihn oder sie von A nach B zu bringen hatte. Da alle FDU trugen und meist auch noch den Regenumhang und oft keine Schulterstücke zu erkennen waren, offensichtlich auch Perücken getragen wurden, konnte man sich hin und wieder sein Teil denken, Wissen jedoch ist etwas grundsätzlich anderes. Fragen hat man sich verkniffen.
Mitunter hat man dann nach einiger Zeit die FDU und den Umhang oder sonstige Sachen wieder eingesammelt und zurück genommen.
Man selbst war offiziell, damit meine ich den Dienstplan, auch gar nicht in dieser Gegend. So hat man offiziell zum Beispiel im Eckerloch oder auf dem Königsberg Posten in der Nacht geschoben, während tatsächlich jemand von Schneewittchen für einen dort geblockt und auch Meldungen abgesetzt hat.
Es handelte sich auch nicht immer um Personen. Manchmal wurden Gegenstände feindwärts aufgenommen (Dosen, Streichholzschachteln, Zigarettenschachteln), die an einem vereinbarten Ort gelegen hatten. Dann nach freundwärts mitgenommen und an einem wieder vereinbarten Ort hinterlegt. Manchmal auch umgekehrt. Keine Ahnung, was darin war. Nachschauen war verboten und so dumm, nicht mit Tests zu rechnen, war man nicht.


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#23

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 18:45
von Stabsfeld | 69 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von Stabsfeld
Hallo !
Bei einer Wanderung ( Kontrolle Grenzmarkierung ) Zwischen der Güst Probstzella und Lehesten über die Füst Sattel bin ich an solch einer Agentenschleuse vorbeigekommen. Im Anhang mal 3 Fotos davon.


----------------------
Also für mich ist das ein 08/15 Gassentor im Grenzzaun I. Ich will ja nicht ausschließen das da mal der eine oder andere "Agent" durchgelaufen ist. Aber die Gassen gab es im Zaun immer wieder an den verschiedensten Stellen. Eine Agentenschleuse ist für mich eine Schleuse die als solche nicht zu erkennen ist. Ob einsehbar durch die GÜO der BRD oder nicht ist da eher nebensächlich.

Mike59





Naja, 08/15 kann aber auch wie eine gute Täuschung sein.



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#24

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 18:52
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Stabsfeld
... Eine Agentenschleuse ist für mich eine Schleuse die als solche nicht zu erkennen ist. Ob einsehbar durch die GÜO der BRD oder nicht ist da eher nebensächlich.

Mike59




Naja, 08/15 kann aber auch wie eine gute Täuschung sein.[/quote]

Also reguläre Gassen, ob die großen Tore, die auch mit Technik feindwärts benutzt werden konnten, oder die kleinen GAK-Gassen, die von den regulären 13/81 benutzt wurden, waren in dieser Verwendung wohl eher die Ausnahme. Aber keineswegs unmöglich. "Schleusung" bedeutet doch, dass der Zweck der Sache für Betrachter und manchmal sogar den Betreffenden nicht erkennbar sein sollte. Eine ganz offizielle Passage von augenscheinlich ganz standartgemäßen Grenzern ist eben auch eine Art Tarnung. Wer hier an "Schema F" glaubt, liegt falsch, ganz falsch.


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#25

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 22:25
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Zum Thema, Schleusungsstellen, Übertrittsstellen, wurfschleusen gibts auch hier Input.
http://www.geschichtsspuren.de/forum/vie...r=asc&&start=70


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#26

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 22:36
von Landeposten (gelöscht)
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"Schleusung" bedeutet doch, dass der Zweck der Sache für Betrachter und manchmal sogar den Betreffenden nicht erkennbar sein sollte.

Hallo,verstehe ich nicht ganz.Soll das bedeuten,daß der geschleuste manchmal nicht wußte das er geschleust wird?


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#27

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 19.01.2011 23:34
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Landeposten
...daß der geschleuste manchmal nicht wußte das er geschleust wird?



Dass schon aber nicht wo, wo durch und wie und nicht die Abfolgen. Keine Kenntnis über den Grenzabschnitt an sich. Und im Extremfall vielleicht auch nicht "dass". Wäre denkbar.

Ich habe irgendwo irgendwann mal geschrieben, dass es sich keinesfalls immer um "Agenten" gehandelt hat. Auch so manche politische Unterredung hat diesen Beginn genommen. So mancher Fahnenflüchtige, der durchaus freiwillig wieder zurück kam. So mancher Verwandte von anderen hat sich so mit Verwandten getroffen wo das eigentlich politisch so absolut unmöglich sein sollte.
Diese Welt kannte nicht nur schwarz und weiß.


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zuletzt bearbeitet 19.01.2011 23:50 | nach oben springen

#28

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 02:16
von S51 | 3.733 Beiträge

[quote="eisenringtheo... Mit speziellen MFS Gakl (Reisekader) das Gebiet der BRD in einem Radius von 30 km um den Schleusungspunkt konspirativ sichern (damit nich BGS, BRD-Zoll) im falschen Moment auftaucht)?
Theo[/quote]

Jau, 30 km! Die würden sich heute noch suchen bzw. gesucht werden. Oder es müßten Völkerschaaren unterwegs gewesen sein.
Selbst 3 km würde ich für arg übertrieben halten. Auf Schwerpunkten vielleicht aber die Kommunikation lief doch normalerweise ohne Funk. Den hätten sonst die Amis oder Briten sehr schnell aufgeklärt. Oder auch der VVS. Nur durch Zeichen oder dadurch, dass man sich bewegte oder eben meistens nicht. Auch 300 m kommen mir rein entfernungsmäßig noch viel vor aber machbar.
5 Stunden vorher und nachher als Zeitraum für die Absicherung erscheinen da als realistisch aber ohne sich nun genau auf die Zahl festlegen zu wollen.
Thunder und co. wären über einen MfS-GAK Reisekader vor Freude wohl glatt aus dem Häuschen gewesen doch realiter halte ich es für äußerst selten, dass jemand in Uniform und unter Waffen die Linie überschritten hat. Den Blaumann betrachte ich mal nicht als Uniform obwohl es Schlaue gegeben haben soll, die darin wirklich rüber sind. Das passierte in Zivil und auf der anderen Seite waren auch nur Zivilisten.
BGS und Zoll hatten oft sehr eingefahrene Gewohnheiten, was Streifenzeiten und -Bewegungen betraf. Sehr zahlreich waren sie auch nicht. Wenn es da im Ablauf auch nur die geringste Änderung gab, galt die Sache eigentlich als erledigt und wurde auf ein ander Mal verschoben.
Trotzdem, wenn man Thunders Beiträge liest, haben sie wohl einige Vorgänge aufgeklärt. Oder anders: Aus Dummsdorf waren sie auch nicht.
Und spannend? Zu dem Thema sind sicher die SIK-er oder jene von Schneewittchen am aussagefähigsten. Wobei ich da irgendwie so gar nichts lese und höre. Immer noch. Stundenlang im Busch hocken, dann irgendwann "Kopf runter" und schließlich noch mal stundenlang im Busch hocken bleiben. Dazwischen alles melden, was in der Regel zu dieser Zeit sowieso nicht kam. Ich meine damit die nächtliche Streifenfahrt des BGS, den abendlichen Zoll oder die Morgenstreife. Und dazwischen Spannung pur. Hauptsache, der Kaffee hat gereicht. Damit die Augen offen blieben.
Und wehe, man kriegte den Gitterrahmen am Rohr nicht mehr richtig eingesetzt. das Ding hatte die Neigung, vor Sonnenaufgang zu verkanten. Da hat wohl mancher in Gedanken den Tierpark hoch und runter zitiert. Musste nämlich ganz ohne Licht gehen und es gab einen solchen Rahmen sowohl feindwärts wie auch freundwärts. 1,50 x 1,50 störrisches Blech! Kein Wunder, das Mechanikerberufe dort üblicher waren als alles andere. Dazu freundwärts beinahe unter dem Kolonnenweg noch die Signalgeräte, die zu spannen waren. Ohne Scheppern natürlich, denn wie hätte man das erklären sollen? Zu meiner Zeit gab es noch keine Signalleitung zur Füst. Die gingen also strikt nach Zeit. Und pünktlich eine halbe Stunde vor Ablösung musste man wieder am alten Ort sein.
Und wenn dann die normale Grenzstreife am frühen Morgen die erste KS machte, mußte alles so sein, wie es ja sowieso immer war.


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zuletzt bearbeitet 20.01.2011 02:46 | nach oben springen

#29

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 16:30
von Bunki (gelöscht)
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Danke euch erstma für diese vielen Infos!!! ich würde mir ja gerne mal eine Persönlich anschauen ... dazu muss aber das Wetter erstmal mitmachen ... wenn möglich kann ich ja Bilder machen ...


Bunki


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#30

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 17:58
von Kulmbachpolier | 34 Beiträge

Zitat von Stabsfeld
Hallo !
Bei einer Wanderung ( Kontrolle Grenzmarkierung ) Zwischen der Güst Probstzella und Lehesten über die Füst Sattel bin ich an solch einer Agentenschleuse vorbeigekommen. Im Anhang mal 3 Fotos davon.



Hallo alle miteinander,

Da ich genau in diesem Abschnitt war, glaube ich, dass dort Schleusungen wahrscheinlich (sage aber niemals nie ) nicht stattfanden.
Nach Kontrolle Grenzmarkierung war dort die "Rückkehr" möglich, weil dort auch die Trennstelle zweier Grenzkompanien war, diese Trennstelle war auch gleich die Trennungslinie zwischen GR-15 und GR-10.
Zu meiner Zeit erfolgte die Anmeldung der Aufklärung des Mfs telefonisch, mit der Forderung das Tor 104 um eine bestimmte Zeit zu öffnen und alle Posten aus dem betroffenen Abschnitt (hier Grossgeschwendaer Schlucht) abzuziehen. Die Posten, welche das Tor geöffnet haben, haben gesagt der Uaz der in den Grenzabschnitt eingefahren ist, war komplett bis auf die Fahrerseite zu gehangen mit Sichtschutz. Das Ausfahren erfolgte analog, die Zeit wurde bei dem Telefongespräch ebenfalls gleich genannt.
Ein Angehöriger der Bayerischen Grenzpolizei hat mir übrigens auch bestätigt, das auf dem Gebiet der Bundesrepublik in bestimmten Abschnitten Uniformen und Uniformteile der GT gefunden wurden. Er sagte, dort war dann Nachtdienst mit Nachtsichtgerät fällig, teilweise auch nächtelang, aber meist erfolglos.
Kulmbachpolier


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#31

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Bunki
Danke euch erstma für diese vielen Infos!!! ich würde mir ja gerne mal eine Persönlich anschauen ... dazu muss aber das Wetter erstmal mitmachen ... wenn möglich kann ich ja Bilder machen ...


Bunki



Da ist nicht mehr viel zu sehen. Die Röhre ist noch da und auch die zweite, kleinere, die das Regenwasser umgeleitet hat. Die Metallrahmen, in welche früher die Gitter eingesetzt und festgeschraubt oder, später, mit Vorhängeschlössern gesichert wurden, sind komplett weg. Teilweise sehr grob abgebaut. Von den Signalkabeln sind nur noch Reste am Kolonnenweg übrig.
Für den, der es nicht weiß, ist das Ding heute so unauffällig wie nur irgendwas. Und auch früher konnte man drauf stehen und sah doch nichts.


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#32

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:05
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von S51
. Es wurde auch mal einfach nur der Zaun aufgeschraubt,



Ich sehe das Verhältnis eher umgekehrt. In der Masse der realisierten (Personen-) Schleusungen wurde ein präpariertes Stück Streckmetallzaun oder Mauerstück benutzt und Schleusungen durch Tunnel usw. waren eher selten.
Bei Gräben und Tunneln gab es immer den Nachteil, dass sie starr und durch Ein-/Ausstiege leichter zu entdecken waren. Die erfolgreiche Nutzung Schleusen basierte darauf, dass sie unter keinen Umständen erkannt werden durften. Es wurde immer davon ausgegangen, dass die westlichen GÜO von der Nutzung der Schleusen wussten, ihnen aber konkrete Anhaltspunkte zu den aktiv genutzten Schleusen fehlten.



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#33

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:08
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Kulmbachpolier
...haben gesagt der Uaz der in den Grenzabschnitt eingefahren ist, war komplett bis auf die Fahrerseite zu gehangen mit Sichtschutz. ...
Ein Angehöriger der Bayerischen Grenzpolizei hat mir übrigens auch bestätigt, das auf dem Gebiet der Bundesrepublik in bestimmten Abschnitten Uniformen und Uniformteile der GT gefunden wurden. Er sagte, dort war dann Nachtdienst mit Nachtsichtgerät fällig, teilweise auch nächtelang, aber meist erfolglos.
Kulmbachpolier



Auch an der Beifahrerseite waren vorne keine Gardinen.
Uniformteile der GT auf bundesdeutschem Gebiet? Autsch. Jetzt beginne ich zu verstehen, warum über den Bereich Süd mitunter so gelästert wurde.
Wenn alles vorbei war, konnten sie ruhig anrücken. Dann war sowieso erst mal längere Zeit Ruhe.


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#34

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:18
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Merkur
[..Ich sehe das Verhältnis eher umgekehrt. In der Masse der realisierten (Personen-) Schleusungen wurde ein präpariertes Stück Streckmetallzaun oder Mauerstück benutzt und Schleusungen durch Tunnel usw. waren eher selten.
....



"Präpariert" ist gut, Merkur! Da wurde einfach das untere Feld aufgeschraubt. Nötig waren ein Maulschlüssel (besser Ringschlüssel) 19 mm und 22 mm. Und Handschuhe. Mehr war nicht nötig.


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#35

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:21
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von S51
Auf Schwerpunkten vielleicht aber die Kommunikation lief doch normalerweise ohne Funk. Den hätten sonst die Amis oder Briten sehr schnell aufgeklärt. Oder auch der VVS. Nur durch Zeichen oder dadurch, dass man sich bewegte oder eben meistens nicht.

Und spannend? Zu dem Thema sind sicher die SIK-er oder jene von Schneewittchen am aussagefähigsten. Wobei ich da irgendwie so gar nichts lese und höre. Immer noch.



Zur Realiserung von Schleusungen gab es schon entsprechende (sichere) Technik. Einerseits drahtgebunden zur Kommunikation der im Gelände eingesetzten Sicherungskräfte und andererseits zur Übermittlung von Warnsignalen an Kräfte, die sich aus westlicher Richtung der Grenze näherten (hier erfolgte die Übertragung von Funkimpulsen, die im Empfänger gespeichert und angezeigt wurden).

Die wenigsten SiKer werden zur Schleusung etwas sagen können, da es nicht ihre Aufgabe war, diese abzusichern. Es wäre viel zu viel Aufwand gewesen, diese Kräfte anzufordern, sie an den entsprechenden Ort zu bringen usw. Außerdem hätte sich der Kreis der "Wissenden" unnötig erweitert.



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#36

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:28
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von S51
"Präpariert" ist gut, Merkur! Da wurde einfach das untere Feld aufgeschraubt. Nötig waren ein Maulschlüssel (besser Ringschlüssel) 19 mm und 22 mm. Und Handschuhe. Mehr war nicht nötig.



Beim Streckmetallzaun magst Du ja durchaus Recht haben. Aber es gab, wie ich bereits andeutete, auch Schleusen in der Grenzmauer (Bereich GKM).



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#37

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:42
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Merkur
[... Aber es gab, wie ich bereits andeutete, auch Schleusen in der Grenzmauer (Bereich GKM).



Du meinst aber nicht die kleinen Türen in den Ecken? Die haben wir GAK benutzt, um die Mauer immer mal wieder weiß zu streichen. Sie waren nach unserer Meinung unter Dauerbeobachtung der Gegenseite.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#38

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:46
von Gert | 12.354 Beiträge

also ich habe mir mal die ganzen Posts über die Schleuse durchgelesen. Ist ja auf den ersten Blick ganz interessant zu lesen, so bischen wie eine Mischung aus Karl May und James Bond. Frage, die sich mir stellt : Wem nützte das alles ? Ich mein das hat ja auch eine Menge Geld gekostet, die die Steuerzahler der DDR erwirtschaften mussten und es stellt sich die Frage, was haben sie davon gehabt ?

Die gleiche Frage stelle ich aber auch über die Schlapphütte vom BND.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#39

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:48
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von S51


Du meinst aber nicht die kleinen Türen in den Ecken? Die haben wir GAK benutzt, um die Mauer immer mal wieder weiß zu streichen. Sie waren nach unserer Meinung unter Dauerbeobachtung der Gegenseite.



Natürlich meine ich keine kleinen Türen.
Es gab in der Grenzmauer 75 herausnehmbare/klappbare Elemente.



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#40

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:56
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Merkur
In der Masse der realisierten (Personen-) Schleusungen wurde ein präpariertes Stück Streckmetallzaun oder Mauerstück benutzt und Schleusungen durch Tunnel usw. waren eher selten.



Yepp, zumal die Wasserdurchlässe mit dem Ausbau der 80er-Anlage mit Gittern gesichert und diese von der FÜSt aus mit überwacht wurden. Mir sind vom Bereich Gansberg auch Schleusungen mit Leiter bekannt. Hatte als KGSi mal den Feldarbeiter-Posten 'vergessen' Bescheid zu geben. Dieser war allerdings blickig genug, nicht dem Schneewittchen in die Arme zu tappen. Auch mit dem Herstellen der alten Lage war Schneewitchen einigemale etwas 'schlampig'. In Erinnerung habe ich noch frische Schrauben auf angerostetem Streckmetall oder auch auffallend frische Spurensicherheit auf dem K6.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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