#1

Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 14:37
von Baumi (gelöscht)
avatar

Hallo, und danke für den freundlichen Empfang!

Nachdem ich ja gerade selber eine Wohnung in Berlin gesucht habe, hab' ich gemerkt, dass ich überhaupt keine Vorstellung davon habe, wie so etwas in er DDR vor sich ging. Ich hoffe mal, dass das hier das richtige Forum dafür ist.

M.W. gab es zwar Wohnungseigentum, aber die Mieten waren staatlich festgelegt, oder liege ich da schon falsch? Und wie lief das dann, wenn man eine neue Wohnung wollte? Musste man über offizielle Kanäle gehen oder konnte man das mit Vormietern oder Eigentümern direkt regeln? Und waren ordentliche Wohnungen ähnlich schwierig zu bekommen wie Autos?

Ihr seht: Viele Fragen, wenig Ahnung. Ich würde mich freuen, wenn ihr Licht ins Dunkel brächtet.

Danke!

Jens


nach oben springen

#2

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 15:41
von Gohrbi | 566 Beiträge

Hier läufts schon

Wohnberechtigungsschein


nach oben springen

#3

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 17:38
von Pit 59 | 10.122 Beiträge

Also man lief zum Amt holte sich guckst Du bei Gohrbi,dann lief man zur Wohnung,und wenn es dann gut lief,lief man dann jeden Tag dahin.


nach oben springen

#4

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 17:50
von Baumi (gelöscht)
avatar

Danke - da hab' ich, als ich die Überschrift gelesen hab', nur das West-Konzept vom WBS im Kopf gehabt und es nicht angeklickt... :-/


nach oben springen

#5

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 17:53
von Gohrbi | 566 Beiträge

Zitat von Baumi
Danke - da hab' ich, als ich die Überschrift gelesen hab', nur das West-Konzept vom WBS im Kopf gehabt und es nicht angeklickt... :-/



Hier in diesem Forum kannst du ALLES anklicken.


nach oben springen

#6

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 19:15
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Baumi
Hallo, und danke für den freundlichen Empfang!

Nachdem ich ja gerade selber eine Wohnung in Berlin gesucht habe, hab' ich gemerkt, dass ich überhaupt keine Vorstellung davon habe, wie so etwas in er DDR vor sich ging. Ich hoffe mal, dass das hier das richtige Forum dafür ist.

M.W. gab es zwar Wohnungseigentum, aber die Mieten waren staatlich festgelegt, oder liege ich da schon falsch? Und wie lief das dann, wenn man eine neue Wohnung wollte? Musste man über offizielle Kanäle gehen oder konnte man das mit Vormietern oder Eigentümern direkt regeln? Und waren ordentliche Wohnungen ähnlich schwierig zu bekommen wie Autos?

Ihr seht: Viele Fragen, wenig Ahnung. Ich würde mich freuen, wenn ihr Licht ins Dunkel brächtet.

Danke!

Jens



Hallo Baumi,schau mal in Wohnberechtigungsschein wegen Wohnraum
In der DDR,war eine Autoanmeldung,8-10 Jahre.Wer Geld hatte,der konnte sich schon ein Auto kaufenfür den 8Jahre alten Wagen,locker den Neupreis.
Greso


nach oben springen

#7

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 20:16
von wosch (gelöscht)
avatar

Hallo Baumi, in der DDR herschte zeitweise ein sehr großer Wohnungsmangel und man heiratete oft nur weil man damit die Möglichkeit vergrößerte, eine Wohnung zu bekommen. Wohnungsprobleme wurden auch oft durch einen "Wohnungstausch" bewerkstelligt, außerdem hatten viele Kombinate Wohnheime. Da ich mich aber schon 1962 aus der DDR "verabschiedet" hatte, sollten Dir Andere hier im Forum noch bessere Auskünfte geben können. Zur Not kannst Du auch im Internet fündig werden, brauchst dafür bei Google nur die richtigen Stichworte eingeben, etwa wie "DDR2 und "Wohnungsnot". Da müßte eigentlich etwas herauskommen. Mit dem Versprechen einer Wohnungsvergabe wurde m.E. auch viel Schindluder getrieben und "Vitamin B" zu haben, war oft auch von Vorteil.
Achönen Gruß aus Kassel.


nach oben springen

#8

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 20:48
von eisenringtheo | 9.155 Beiträge

1985: Die Lausitzer Rundschau war voll von Wohnungstausch- und -suchannoncen. Nur mit viel Bargeld war es möglich, an eine bessere Wohnung zu kommen (haben meine Bekannten gemacht: Weil sie noch lange aufs Auto warten mussten, haben sie ihre Wohnung gegen eine weniger zentrale auf dem Lande getauscht und mit dem Geld eine Occasion gekauft). Letztlich war das dann doch eine gute Idee. Sie hatten nach der Wende eine Art Vorkaufsrecht, das sie ausgeübt haben (und bei der "Platte" nicht genutzt hätten).
Theo


nach oben springen

#9

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 21:22
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Baumi
Hallo, und danke für den freundlichen Empfang!

Nachdem ich ja gerade selber eine Wohnung in Berlin gesucht habe, hab' ich gemerkt, dass ich überhaupt keine Vorstellung davon habe, wie so etwas in er DDR vor sich ging. Ich hoffe mal, dass das hier das richtige Forum dafür ist.

M.W. gab es zwar Wohnungseigentum, aber die Mieten waren staatlich festgelegt, oder liege ich da schon falsch? Und wie lief das dann, wenn man eine neue Wohnung wollte? Musste man über offizielle Kanäle gehen oder konnte man das mit Vormietern oder Eigentümern direkt regeln? Und waren ordentliche Wohnungen ähnlich schwierig zu bekommen wie Autos?

Ihr seht: Viele Fragen, wenig Ahnung. Ich würde mich freuen, wenn ihr Licht ins Dunkel brächtet.

Danke!

Jens



baumi,
die wohnungsnot war vorhanden und eher künstlich erzeugt.bei mieten von zb.74 mark warmmiete inklusive wasser warm für ca 74 qm zog keiner mehr aus.heist 4 personen hatten 4 räume und waren die kinder aus dem haus blieb man wohnen,so brauchte man immer neue große wohnungen.es gab auch viele wohnungen im prenzlauer berg mit außen wc,da wollte keiner hin.hätte die ddr damals nicht das wohnungsbauprogramm gemacht,hätten wir heute in berlin eine wohnungsnot ohne gleichen.
es gab auch ein gesetz das jeder person ein wohnraum mit mindestens 6 qm zusteht,auf dieser grundlage machte ich nach 6 jahre anmeldung auf eine wohnung meine mehrseitige eingabe an das zk.erfolg war das ich sofort eine wohnung bekam und gleichzeitig eine einberufung zum reservistendienst den ich überlebte wie man sieht.
heute bekommt man wohnungen ohne ende,aber wer soll sie bezahlen?.

gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 16.01.2011 21:50 | nach oben springen

#10

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 22:26
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von EK 82/2

Zitat von Baumi
Hallo, und danke für den freundlichen Empfang!

Nachdem ich ja gerade selber eine Wohnung in Berlin gesucht habe, hab' ich gemerkt, dass ich überhaupt keine Vorstellung davon habe, wie so etwas in er DDR vor sich ging. Ich hoffe mal, dass das hier das richtige Forum dafür ist.

M.W. gab es zwar Wohnungseigentum, aber die Mieten waren staatlich festgelegt, oder liege ich da schon falsch? Und wie lief das dann, wenn man eine neue Wohnung wollte? Musste man über offizielle Kanäle gehen oder konnte man das mit Vormietern oder Eigentümern direkt regeln? Und waren ordentliche Wohnungen ähnlich schwierig zu bekommen wie Autos?

Ihr seht: Viele Fragen, wenig Ahnung. Ich würde mich freuen, wenn ihr Licht ins Dunkel brächtet.

Danke!

Jens



baumi,
die wohnungsnot war vorhanden und eher künstlich erzeugt.bei mieten von zb.74 mark warmmiete inklusive wasser warm für ca 74 qm zog keiner mehr aus.heist 4 personen hatten 4 räume und waren die kinder aus dem haus blieb man wohnen,so brauchte man immer neue große wohnungen.es gab auch viele wohnungen im prenzlauer berg mit außen wc,da wollte keiner hin.hätte die ddr damals nicht das wohnungsbauprogramm gemacht,hätten wir heute in berlin eine wohnungsnot ohne gleichen.
es gab auch ein gesetz das jeder person ein wohnraum mit mindestens 6 qm zusteht,auf dieser grundlage machte ich nach 6 jahre anmeldung auf eine wohnung meine mehrseitige eingabe an das zk.erfolg war das ich sofort eine wohnung bekam und gleichzeitig eine einberufung zum reservistendienst den ich überlebte wie man sieht.
heute bekommt man wohnungen ohne ende,aber wer soll sie bezahlen?.

gruß andy





Nun denn, wenn ich mir vorstelle daß in 6 qm jedemenge Legehennen reingepaßt hätten, könnte man diesen rechtlich verbuchten Wohnraum für einen Menschen schon fast als komfortabel bezeichnen.
Ich hoffe den ironischen Zwischentun wird Jeder bemerkt haben, nicht daß ich noch für diesen Satz Beifall bekomme. 6 Personen= 36 qm = 2 Zimmer a 18 qm, wo bleibt da die Küche, Bad oder Dusche und Klo, vom Flur ganz zu schweigen
Andy, so ein Gesetz wie Du es anführst, war das Eine der sozialistische Errungenschaften? Das hört sich ja eher an Gerhard Hauptmanns "Die Weber" an. Ich will es nicht abstreiten, aber kannst Du mir mal die Paragraphen aus dem von Dir angesprochenen Gesetz deutlich machen, bzw. einen Link dahin im Internet.
Schönen Dank für Deine Mühe und viele Grüße aus Kassel.


nach oben springen

#11

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 16.01.2011 22:36
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

@wosch zu den paragraphen müste ich suchen,ich weis nicht ob es im internet steht.ich kenne es von meiner zeit beim wohnungsbau und die 6 qm waren ohne küche,bad und flur.das gehörte natürlich zusätzlich dazu.es war auch nicht auf die hauptwohnräume fixiert,sondern auf familien mit kleinkinder.heute gibt es gar kein gesetz,sonst könnte jeder einen wohnraum einklagen der auf der strasse leben muß.immer beidseitig sehen bitte.

gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
nach oben springen

#12

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 01:48
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von EK 82/2
@wosch zu den paragraphen müste ich suchen,ich weis nicht ob es im internet steht.ich kenne es von meiner zeit beim wohnungsbau und die 6 qm waren ohne küche,bad und flur.das gehörte natürlich zusätzlich dazu.es war auch nicht auf die hauptwohnräume fixiert,sondern auf familien mit kleinkinder.heute gibt es gar kein gesetz,sonst könnte jeder einen wohnraum einklagen der auf der strasse leben muß.immer beidseitig sehen bitte.

gruß andy




OK Andy, ich werd dann mal selber "Gurgeln" es sei denn, es würde jemand Anderes zu diese Pargraphen beitragen.
Also so weit ich das aus heutiger Sicht weiß, sind die Kommunenin der BRD verpflichtet, den Obdachlosen, Wohnungslosen und sogar den wegen Mietschulden aus ihren Wohnungen herausgeklagten Bürgern, ein Dach über den Kopf zu bieten, den Mittelosen und Denen die in den "Genuß"(ironisch gemeint) der Grundsicherung kommen oder auch schon in deren "Genuß" (ironisch gemeint) sind, eine der Größe der Familie entsprechende Wohnung zu bezahlen, bei Einzelpersonen gibt es auch ein Limit in der Quadratmeterzahl und der Miethöhe.
Alles allerdings nur wenn die betroffenen Bürger damit einverstanden sind. Den Eltern mit Kindern, die auf der "Straße, wohnen, wird man in so einem Falle sicher die Kinder "wegnehmen" und in staatliche Fürsorge nehmen, was aber glaube ich, nicht sehr oft vorkommen wird.
Andy, ich denke mal, auf der "Straße" leben muß Keiner hier in der BRD, es sei denn, er will keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Das ist mein Wissensstand, wobei ich zugeben muß, daß ich damit nicht den Anspruch auf die alleinige Wahrheit erheben möchte.

Schönen Gruß aus Kassel.


nach oben springen

#13

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 09:22
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

@ wosch,
einer deiner besten kommentare ebend.warum schreibst du nicht immer so?die brd bietet obdach und grundnahrung,erfrieren und verhungern braucht keiner das stimmt.aber sicher würden viele selber für ihr einkommen sorgen um eine wohnung ihrer wahl zu mieten(je gehaltsklasse) wenn sie die möglichkeit eines gerecht bezahlten jobs hätten.
nicht jeder hat heute lust auf arbeit,das liegt meiner meinung am noch zu großen sozialsystem und lohne die trotzdem zum amt zwingen.
aus heutiger sicht ist es besser 4-8 jahre auf eine wohnung zu warten(denn meist reichte die der eltern aus)und sich dann mit geld sich voll einzurichten,als gleich eine wohnung zu haben mit der ungewissheit die miete ewig alleine tragen zu können.
auch ich erhebe nicht ein recht alles zu wissen,wir drücken nur unsere meinung aus damit andere sich aus mehreren meinungen eine eigene bilden können.
zusatz:vieles stand im buch von e.honecker"aus meinem leben"auch das mit wohnraum.ob die 6 qm da erwähnt wurden oder ich es wo anders her habe weis ich heute nicht mehr.
gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 17.01.2011 09:35 | nach oben springen

#14

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 11:30
von Corres | 271 Beiträge

Lausitzer Rundschau vom 12.01.2011

Familie sucht dringend eine neue Bleibe

Altdöbern. Wie soll es nur weitergehen? Diese Frage belastet Familie Franz. Seit die Kündigung ihrer Wohnung im Altdöberner Ortszentrum auf dem Tisch liegt, ist Alexander Franz auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Doch die Vermieter ziehen ihre Angebote zurück. Die Familie lebt mit einer Privatinsolvenz.

17.01.2011
»Es kann doch nicht sein, dass wir beide arbeiten gehen, ein Einkommen haben, und trotzdem keine Wohnung bekommen«, sagt Alexander Franz verärgert. Sein Vermieter hat ihm am 30. November wegen Eigenbedarfs zum 28. Februar gekündigt. Seitdem sucht der Familienvater eine Wohnung, in der er mit seiner Frau und Sohn Felix leben kann.

»Wenn die Vermieter hören, dass wir eine Privatinsolvenz haben, dann bekommen wir die Wohnung nicht«, erzählt er. Umgehört habe er sich in Altdöbern und auch in Großräschen. Die Familie möchte in der Gegend bleiben, denn Felix geht in Großräschen zur Schule und in Altdöbern zur Feuerwehr. »Wir wollen ihn da nicht wieder rausreißen«, sagt Alexander Franz.

Enttäuscht ist er, dass auch Wohnungsunternehmen erst die Schufa-Auskunft haben wollen. So sei es ihm in Großräschen gegangen. Ebenso mit der Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS) in Altdöbern habe er gesprochen. »Da wurde mir gesagt, dass unser Einkommen von 2000 Euro nicht für die Miete reicht. 1500 Euro ist das Geld, das für unseren Lebensunterhalt berechnet wird«, sagt Alexander Franz.

Nun wandte er sich ans Ordnungsamt, denn das Amt Altdöbern ist zuständig, wenn es darum geht, Obdachlosigkeit zu verhindern. Doch die Auskunft dort enttäuscht ihn wieder. »Bei uns handelt es sich um eine Kündigung wegen Eigenbedarfs. Das Amt kann nur bei Zwangsräumungen helfen«, erzählt er.

»Normalerweise werden wir vom Gerichtsvollzieher informiert, dass eine Zwangsräumung ansteht. Dann prüfen wir, ob die Gefahr der Obdachlosigkeit besteht«, erklärt Amtsdirektor Detlef Höhl (SPD). »Wir müssen offiziell Kenntnis von der Räumung haben, dann können wir einschreiten.«

Das ist bei Alexander und Beate Franz nicht so. Fallen sie durch alle Raster? Wer kann nun noch helfen? Das Sozialamt des Landkreises in Senftenberg? Auf Nachfrage erklärt Dunja Matschke, dass Jobcenter und Sozialamt eigentlich nicht zuständig sind, doch sich die Mitarbeiter bemüht haben, zu helfen. Sie gibt die Empfehlung, dass sich Familie Franz noch einmal an die WiS als kommunalen Vermieter wenden soll.

Auch die RUNDSCHAU fragt bei der WiS nach. »Wenn die erste angebotene Wohnung zu teuer war, schauen wir nach einer anderen«, sichert Geschäftsführer Michael Jakobs zu. Allein die Privatinsolvenz sei kein Grund, ein Mietverhältnis zu verweigern.

Die WiS habe Mitarbeiter, die auch andere Mieter in dieser Lebenslage betreuen. Alexander Franz versichert, seine Miete immer zu zahlen - das will er auch künftig tun.


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


nach oben springen

#15

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 12:08
von Büdinger | 1.502 Beiträge

Wenn der Familie nur bei Zwangsräumung geholfen werden kann (?), bleibt nur,
die Kündigung zu ignorieren, in der Wohnung zu verbleiben und auf den gerichtlichen
Zwangsräumungsbescheid zu warten.



Einfach toll.

Tschüß

PS: In diesem Beitrag steckt sehr viel Ironie.


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
nach oben springen

#16

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 16:44
von utkieker | 2.912 Beiträge

Über Mindestanforderungen im Wohnungsbau der DDR gab seiner Zeit die TGL 9552 Auskunft, sie war seit 1983? verbindliches Recht. Im Buch "Baukonstruktionen des Wohnungsbaus" von Leopold Wiel wurde auf die wichtigsten Parameter der Bemessungsgrundlage eingegangen. Ich hätte schwören können, daß ich das Buch noch bei mir habe, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es bei mir nicht unauffindbar, gerade dann, wenn man mit Fachwissen glänzen könnte. Ich selbst halte 6 m² allerdings für zu klein für eine Wohnung und zu einer Wohnung gehört ebend auch ein Koch- und Sanitärbereich. Eigentlich weiß ich noch soviel das der Wohnbereich mindestens eine Ausrichtung nach Ost, West oder Süd haben muß und die lichte Höhe mindestens 2,40 sein soll. Gerade bei Wohnungen mit Ofenheizungen und/ oder Gasfeuerstellen gab es zu dem auch ein mindest Luftraumvolumen. Ich selbst kann mir nicht vorstellen, daß 14,4 m³ Luftraumvolumen ausreichend sind, eine Gasfeuerstelle ( Gasherd ) zu installieren. Leider wurde bei der Wohnraumlenkung bei Mindeststandards keine Rücksicht genommen, frei nach dem Motto wo kein Kläger auch kein Richter wurde so mancher Mieter über's Ohr gehauen zu mal er seine formalen Rechte noch nicht einmal kannte.


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 17.01.2011 16:46 | nach oben springen

#17

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 18:01
von nimmnix | 196 Beiträge

Meine erste Wohnung bestand aus Küche mit Kochmaschine (ein mit Kohle beheizter Backofen und ein Kochfeld bestehend aus einer Gußeisernen Stahlplatte )eingelassen in der Wand mit Schamottsteinen und Kacheln zum beheizen der Küche .Dann einer großen Wohnstube mit Kachelofen und Balkon sowie aus einem in der Abstellkammer eingebautem WC mit kleinem Waschbecken und Kaltwasserhahn .Die Wohnung befand sich in Berlin Friedrichshain ,Hinterhof ,eine Treppe .Kohlenverbrauch für ein Winter betrug
ca 5 Tonnen (ca 500 Mark der DDR ,je nachdem was man haben wollte Record Kohlen(ganze ) oder Brikett (halbe Kohlen ) )
und die Miete betrug 25.50 Mark der DDR .Mein Verdienst betrug zu der Zeit ,1984 , 590 Mark der DDR im Monat .
Raumhöhe betrug überall wie im Altbau in Berlin üblich 3,60 m .
Bekommen habe ich die Wohnung nur weil der Vormieter ein guter Bekannter war der zu seiner Freundin ziehen wollte .
Ich habe mich polizeilich und bei der Wohnungsgenossenschaft als Untermieter angemeldet und nach einem halben Jahr hat er sich als Mieter der Wohnung abgemeldet .Und den Untermieter durfte man ja nicht auf die Strasse setzen ,solange wie er seine Miete bezahlt war es der Wohnungsgesellschaft auch egal .Und just ein Jahr später hatte der Untermieter dann nach Prüfung durch die Staatlichen Stellen den Mietvertrag als Hauptmieter in der Tasche .


nach oben springen

#18

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:18
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von nimmnix
Meine erste Wohnung bestand aus Küche mit Kochmaschine (ein mit Kohle beheizter Backofen und ein Kochfeld bestehend aus einer Gußeisernen Stahlplatte )eingelassen in der Wand mit Schamottsteinen und Kacheln zum beheizen der Küche .Dann einer großen Wohnstube mit Kachelofen und Balkon sowie aus einem in der Abstellkammer eingebautem WC mit kleinem Waschbecken und Kaltwasserhahn .Die Wohnung befand sich in Berlin Friedrichshain ,Hinterhof ,eine Treppe .Kohlenverbrauch für ein Winter betrug
ca 5 Tonnen (ca 500 Mark der DDR ,je nachdem was man haben wollte Record Kohlen(ganze ) oder Brikett (halbe Kohlen ) )
und die Miete betrug 25.50 Mark der DDR .Mein Verdienst betrug zu der Zeit ,1984 , 590 Mark der DDR im Monat .
Raumhöhe betrug überall wie im Altbau in Berlin üblich 3,60 m .
Bekommen habe ich die Wohnung nur weil der Vormieter ein guter Bekannter war der zu seiner Freundin ziehen wollte .
Ich habe mich polizeilich und bei der Wohnungsgenossenschaft als Untermieter angemeldet und nach einem halben Jahr hat er sich als Mieter der Wohnung abgemeldet .Und den Untermieter durfte man ja nicht auf die Strasse setzen ,solange wie er seine Miete bezahlt war es der Wohnungsgesellschaft auch egal .Und just ein Jahr später hatte der Untermieter dann nach Prüfung durch die Staatlichen Stellen den Mietvertrag als Hauptmieter in der Tasche .




Ja,so war das..Greso


nach oben springen

#19

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 01.12.2012 21:14
von Harra318 | 2.514 Beiträge

genauso wie mit allem, es wurde geschoben, gehandelt und zugesteckt. Meine erste Wohnung bekam ich 1984. Also ca. 1 1/2 Jahre nach meiner Entlassung von der Armee. Ich hatte gleich nach dem ich wieder meine Arbeit in den alten Betrieb aufgenommen habe einen Antrag auf Wohnung gestellt. Mir ist aber damals gleich wenig Hoffnung gemacht worden, auf Aussicht auf eigenen Wohnraum. Warum? Meine Eltern besaßen eine 120 m² große Mietwohnung. Mein so genanntes Zimmer war ein Durchgangszimmer, dahinter war das Bad eingerichtet. Die Toilette, WC, befand sich eine halbe Etage tiefer. Mit meinen nun 21 Jahren hatte ich auch das Bedürfnis auf eigenen Füßen zu stehen. Durch das diskutieren mit den Arbeitskollegen hat sich herausgestellt, dass ein Kollege seine Wohnung aufgibt und in eine andere Stadt zieht. Ich habe mich gleich kundig gemacht was mit dem in Zukunft freiwerdenden Wohnraum geschehen soll. Da die Wohnung eine Dachgeschosswohnung war und schräge Wände aufweiste, war die Nachfrage nach der Wohnung nicht vorhanden. Ich allerdings war froh gewesen diese Wohnung zu bekommen. Es machte sich erst im nach hinein bemerkbar das ich mir die Katze im Sack geholt habe. Es kam der Winter. Der Automatikofen der in der Wohnstube stand war ein Toplader. Somit bei jedem Kohle nachlegen ein Qualm in der Bude. Das Schlafzimmer auch schräg(die Frontwände) und das Fenster verquollen. Mir wurde zwar beim Einzug zugesagt, dass das Fenster ausgetauscht wird, ist aber bis zu meinem Auszug nicht eingetreten. Der Winter kam und hat sich hartnäckig gezeigt. Von innen das Fenster, voller Eisblumen und ich konnte es nicht mehr richtig verriegelten, habe es mit Gummi und Bindfaden zugehalten. Nach diesem Wintererlebnis habe ich mich erneut auf den Weg gemacht zur Stadtverwaltung und einen weiteren Antrag auf Wohnraum gestellt. Wir schrieben das Jahr anno 1986. Von der Partei und Staatsführung wurde zum damaligen Zeitpunkt prophezeit,“wir lösen das Problem bis 1990“. Darauf habe ich mich berufen, denn auf den“ Werbeplakaten“die hier und da angeschlagen waren in der Stadt, stand.“Was die Partei beschließt wird sein!“
So habe ich mich als Nichtgenosse auf den Weg gemacht zur SED Kreisleitung unserer Stadt und habe mein Anliegen den Genossen beigebracht. Am darauf folgenden Tag bin ich von meinem Abteilungsleiter in sein Büro gerufen worden. Er hat mir unmissverständlich beigebracht das ich mir nochmal so eine Aktion nicht erlauben dürfte und was man überhaupt durch den Kopf ging. Ich habe es ihm erklärt und er bekam Einsicht. Es wurde mir auch beigebracht das ich mich in Zukunft bei solchen Anliegen an den Vertrauensmann zuwenden habe, vom Kollektiv. Im darauf folgenden Jahr waren Wahlen angesagt. Ich machte es in unserer Abteilung publik, dass ich nicht zur Wahl gehen werde. Die Zeit verging, es hat sich nichts gravierendes in meinen damaligen Lebensablauf getan. Von meinen Nachbar wurde mir nach ca. einem halben Jahr ans Herz gelegt, dass ich mich doch an der Wahl beteiligen soll. Mir war es unklar gewesen das er wusste das ich nicht zur Wahl gehen wollte. Wie es damals ebenso war mit den Nachbar hat man hier und da mal ein Schwätzchen gemacht, nebenbei auch mal ein Bierchen getrunken. Er hat mich eben mehr und mehr davon überzeugt das sich zur Wahl gehe. Im Spätsommer des Jahres ist ein neues Stadtteil errichtet worden und im früher sind die ersten Wohnungen vergeben worden. Ich war auch einer von den glücklichen die eine Wohnung im Erstbezug erhalten haben. Es war eine 1 Raum Wohnung. Ich war damals verdammt glücklich. Doch die politische und wirtschaftliche Situation die sich in unserem Staat immer mehr zugespitzt hat zwang mich dazu einen Antrag auf "ständige Ausreise aus der DDR" zu stellen.Somit habe ich aber auch einen Beitrag geleistet damit das Problem gelöst wird.()
Doch später dazu mehr bei einem passenden Thema
Harra 318


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#20

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 01.12.2012 21:55
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von EK 82/2 im Beitrag #13
@ wosch,
einer deiner besten kommentare ebend.warum schreibst du nicht immer so?die brd bietet obdach und grundnahrung,erfrieren und verhungern braucht keiner das stimmt.aber sicher würden viele selber für ihr einkommen sorgen um eine wohnung ihrer wahl zu mieten(je gehaltsklasse) wenn sie die möglichkeit eines gerecht bezahlten jobs hätten.
nicht jeder hat heute lust auf arbeit,das liegt meiner meinung am noch zu großen sozialsystem und lohne die trotzdem zum amt zwingen.
aus heutiger sicht ist es besser 4-8 jahre auf eine wohnung zu warten(denn meist reichte die der eltern aus)und sich dann mit geld sich voll einzurichten,als gleich eine wohnung zu haben mit der ungewissheit die miete ewig alleine tragen zu können.
auch ich erhebe nicht ein recht alles zu wissen,wir drücken nur unsere meinung aus damit andere sich aus mehreren meinungen eine eigene bilden können.
zusatz:vieles stand im buch von e.honecker"aus meinem leben"auch das mit wohnraum.ob die 6 qm da erwähnt wurden oder ich es wo anders her habe weis ich heute nicht mehr.
gruß andy


fragwürdig ??? meiner meinung nach !!! wieso sterben jedes jahr obdachlose in der all zu 'reichen' bundesrepublick ??? freitot oder von der gesellschaft im stich gelassen ???



nach oben springen



Besucher
25 Mitglieder und 62 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: rtde
Besucherzähler
Heute waren 2881 Gäste und 172 Mitglieder, gestern 3912 Gäste und 213 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556880 Beiträge.

Heute waren 172 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen