#1

Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 25.03.2009 04:14
von Angelo | 12.396 Beiträge

Brandenburg erhält 20 Jahre nach dem Fall der Mauer als letztes neues Bundesland einen Stasi-Beauftragten. Die große Koalition hat sich nach monatelangem Gezerre darauf verständigt, noch in dieser Legislaturperiode bis Herbst die Weichen für das Amt zu stellen.
- Die Vizeministerpräsidentin Johanna Wanka (CDU) habe den ehemaligen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen von Mecklenburg-Vorpommern, Jörn Mothes, für den Posten vorgeschlagen, sagte SPD-Fraktionschef Günter Baaske nach der Fraktionssitzung. Er bestätigte damit Informationen der Berliner Morgenpost. Die SPD wolle diesem Vorschlag zustimmen.

http://www.morgenpost.de/printarchiv/bra...randenburg.html


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#2

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 25.03.2009 17:15
von Bürger (gelöscht)
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Hallo zusammen,

Wenn ich etwas zu sagen hätte, dürfte nicht eineinziger der bei der Stasi gearbeitet hat jemals wieder Geld oder Gehalt aus Öffentlichen oder Staatlichen stellen bekommen oder arbeiten dürfen. Dafür haben Sie zuviel unrecht ausgeübt in ihrem leben zu DDR Zeiten. Und keiner von denen würde von mir nur einen Cent an Rente bekommen.
Das währe deutsches Recht und ich bin kein neo oder dergleichen.


Gruß Bürger


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#3

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 06:32
von Udo (gelöscht)
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Hallo Bürger.
Ehemalige Leute von der Stasi dürfen auch nicht im öffentlichen Dienst arbeiten. Ich bin jetzt seit 12 Jahren im öffentlichen Dienst und man hat mich bereits dreimal überprüft. Hinterher, man bekommt das ja gar nicht mit, wird einem schriftlich bestätigt, dass man keine Stasivergangenheit hatte.
Gruß Udo


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#4

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 09:38
von manudave (gelöscht)
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Dem muss ich widersprechen.

Die Vorgehensweise mit ehem. Stasi-Mitarbeitern - sei es hauptamtlich oder inoffiziell - ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In einigen Bundesländern wird es relativ lax gehandhabt. Dort gibt es teilweise tausende, die weiterhin ihren Dienst ausführen - teilweise sogar in hohen Ämtern.


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#5

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 09:43
von Rainman2 | 5.762 Beiträge
Hallo Bürger,

man kann es so sehen. Aber auch hier lohnt sich, nach meiner Meinung, bisweilen ein differenzierter Blick auf die tatsächliche Schuld, die der einzelne auf sich geladen hat. In meiner Verwandschaft gab es einen bei der Stasi angestellten Mitarbeiter, der dort in der Verwaltung (Ökonom) arbeitete. Einer meiner Studienfreunde war Offizier im Wachregiment Felix Dzerzynski (Stasi). Er galt an unserer Hochschule als einer der kritischsten Köpfe. Beide haben niemanden ausspioniert oder angezeigt, zumindest nach meinem Wissensstand. Sie werden heute kein Geld im öffentlichen Dienst verdienen, das ist mir klar. Sollte ich aber über ihre persönliche Schuld sprechen, käme ich in Bedrängnis. Es gäbe da "nur" die Kollektivschuld der gesamten Stasi. Ich will die Stasi nicht schönreden. Sie ist entstanden in Anlehnung an die Tscheka, die aus den blutigen Revolutionskämpfen und dem 2. Weltkrieg aber auch aus dem brutalen Regime Stalins hervorging. Die Stasi hatte im kalten Krieg ihre notwendigen Aufgaben, wie militärische Abwehr und Auslandsaufklärung und sie hatte einen nach innen gerichteten Auftrag, der sie in der Form, wie er ausgeführt wurde, im höchsten Maße diskreditiert. Dennoch ist die Frage der "Mitarbeit" nicht immer leicht zu klären oder zu beantworten. Als kleines Beispiel lege ich hier mal einen Link zum Wikipedia-Artikel über Gerhard Gundermann, einen meiner Lieblingsliedermacher, bei. Lies mal und versuche zu entscheiden, wie man "mit so einem" heute umgehen sollte.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 26.03.2009 09:45 | nach oben springen

#6

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 11:13
von turtle | 6.961 Beiträge
Hallo,Ich denke man sollte jede Mitarbeit bei der Stasi einzeln untersuchen inwieweit wie viel Schuld jemand auf sich geladen hat. Es gab auch IM welche zur Mitarbeit erpresst wurden. Was ist mit der einfachen Sekretärin ,wenn es so was überhaupt gab? Wer gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtstaatlichkeit verstoßen oder wer in schwerwiegendem Maße seine Stellung zum eigenen Vorteil oder zum Nachteil anderer missbraucht hat, darf natürlich nicht noch belohnt werden!
Kann es da überhaupt Gerechtigkeit geben? Wenn ich an Gysi oder Stolpe denke welchen auch Stasimitarbeit vorgewurfen wird habe ich meine Zweifel. Gruß Peter (Turtle)

zuletzt bearbeitet 26.03.2009 11:15 | nach oben springen

#7

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 12:17
von manudave (gelöscht)
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Vorsicht, wenn ihr Namen der Linken im Zusammenhang mit der Stasi nennt. Das kann ganz schnell einen Zivilprozess verursachen.
Das ist kein Scherz.


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#8

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 12:50
von Bürger (gelöscht)
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Hallo Rainman,

Am Beispiel Gerhard Gundermann möchte ich nur soviel sagen, das uns die Geschichte gelehrt hat, wem der Stasi nicht passte oder wie er „1984 wurde er erneut aus der SED und im gleichen Jahr auch von der Stasi wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“ ausgeschlossen.
Der konnte damit rechnen das er bei seinem Gesunden Lebenswandel einen schleichenden tot erwartet.
Ich kann es nicht Beweisen aber wie gesagt, die Geschichte hat es uns an vielen Beispielen gezeigt. Und nicht allein deshalb habe ich so einen Hass auf die Leute die bei der Stasi waren. Ich habe viel erlebt im Staat DDR und sage Dir, ich habe Dich durch deine guten, Ehrlichen, schonungslosen und Detaierten Beiträge kennen und schätzen gelernt.
Aber mein lieber Rainman meine Meinung über die Stasi ist und bleibt so und wird sich nie ändern so lange ich noch lebe.
Ich habe auch jemand in meiner Verwandtschaft der im Wachregiment Felix Dzerzynski gedient hat und weis das alle die da waren bei der Stasi waren ohne ausnahmen. Das war das Privileg dieser Truppe. Und ich kann und will keinen Einzelnen schuldfrei sprechen. Dafür haben Sie zu viel verbrochen in der DDR.
Die Stasi hatte im kalten Krieg ihre notwendigen Aufgaben, wie militärische Abwehr und Auslandsaufklärung und sie hatte einen nach innen gerichteten Auftrag, der sie in der Form, wie er ausgeführt wurde, im höchsten Maße diskreditiert“.
Heute will keiner dabei gewesen sein, ist klar, wenn ich soviel Menschen verachtende dinge getan habe würde ich auch sagen ich war nicht dabei.
Nur mal ein Beispiel: Ich bin ein alter Bauarbeiter habe vom 14. Lebensjahr auf dem Bau gearbeitet. Wir haben mal eine Freitragende Treppe eingeschalt in einem Werk und in unserer Truppe war einer der mal bei der Polizei war. Er aber wegen Unterschlagung von Strafgeldern entlassen wurde aus den Reihen. Nun gut, er machte mir die Eimer voll mit Beton und ich zog sie nach oben um den Beton in die Schalung zu kippen. Und dieser Mann wurde bei uns „der Polizist“ genant. Nach dem zweiten Eimer, ging der Knoten auf beim hochziehen und der Eimer sauste wieder nach unten. Ich sagte dann lauthals, ein Polizist ist eben doch zu Doof ein Knoten zu machen. In dem Moment gingen zwei Streifenpolizisten an der Baustelle vorbei. Der eine von ihnen fragte mich wie ich das gemeint habe, darauf ich, genau so wie ich es gesagt habe.
Die zwei Streifenpolizisten gingen weiter, nach ungefähr einer Stunde kam mein Polier vorbei und sagte zu mir ich soll mich ganz schnell hier verpissen die suchen mich schon. Kurz darauf stand der Toniwagen schon da und man legte mir Handschellen um und zerrte mich ins Auto.
Ich wurde erst einmal zur Polizeistation gebracht und in eine Zelle geschmissen, dabei trat mir der Polizist in den Hintern und sagte mit dir Schwein werden wir auch noch fertig.
Ich hatte zu der Zeit gerade meinen Dienst an der Grenze beendet und eine kleine Familie und mir noch nie etwas zu Schulden kommen lassen.
Nach ungefähr einer Stunde ging die Zellentür auf und man warf mir einen Zettel und einen Bleistift zu und bekam gesagt, wenn du zu blöde bist zum schreiben oder wenn du dem Schreiben nicht mächtig bist ist das dein Problem sie wollten nach einer halben Stunde eine Stellungsnahme schriftlich haben.
Ich schrieb auf das Dina 4 Blatt gerade mal so groß das man es lesen konnte beide Seiten .
Nach einer halben Stunde holten sie den Zettel ab. Danach vergingen wieder so eine Stunde und ich musste zum Chef der Polizei und wurde Verhört und zum Arzt gebracht und es wurde mir Blut genommen. Zurück in der Dienststelle wurde mir gesagt das der Arbeitstag für mich heute zu Ende ist er wird mir als Blau eingetragen und ich sollte auf dem schnellsten Weg nach Hause.
Ich verließ die Wache und ging zum nächsten Telefon um meinen Chef anzurufen und Erzählte im alles. Er sagte geh zurück an deine Arbeit wir müssen weiter kommen ich übernehme das.
Nach einem halben Jahr bekam ich Post von der Dienststelle des Mfs Erfurt .
Wegen Störung Sozialistischem Zusammenlebens musste ich 396 Mark Strafgeld bezahlen und einen Eintrag in die Kaderakte.
Einer der Polizisten habe ich dann mal auf einer Baustelle im Westen wieder getroffen und er wollte sich entschuldigen für das was geschehen war. Er wurde Entlassen.
Denn diese Leute wurden Bezahlt von unserem Erarbeiteten Produkten. Sie sollten für uns da sein und nicht gegen uns.

Gruß Bürger

zuletzt bearbeitet 26.03.2009 12:53 | nach oben springen

#9

RE: Stasi-Beauftragter für Brandenburg

in Presse Artikel Grenze 26.03.2009 12:59
von nightforce (gelöscht)
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Hallo zusammen,
die Abteilung Inneres der Stasi hat die größte Schuld auf sich geladen, soviel ist fakt.
Ich verurteile auch nicht den Gefreiten mit dem Seefahrtsbuch, aber, aus welchen Gründen auch immer, er hat sich erpressen lassen, und mich bespitzelt.
Kontakt mit der Abteilung Inneres der Stasi hatte jeder Bürgermeister, jede Führungskraft in einem Betrieb, jeder, der irgendwie ein paar Leute unter sich hatte.
Manche dieser "Informanten" haben sich dort auch einen "IM" eingefangen, ohne es zu wissen, nur weil sie mal Auskunft über Wohnort, die Familienangehörigen oder Arbeitsstelle gegeben haben.
Stellt es euch so vor, ein netter Mann klingelt an eurer Tür.
Er gibt vor einen Nachbarn von euch nicht antreffen zu können und fragt euch ein wenig aus, wann er zu Hause wäre, ob da noch die Frau Müller (Name frei erfunden) mit da wohnen würde, und ihr gebt Auskunft.
Schon seid ihr vlt IM.

Gruß nf

zuletzt bearbeitet 26.03.2009 13:12 | nach oben springen



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