#21

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.05.2009 07:44
von S51 | 3.733 Beiträge

1. Ja, natürlich nicht offiziell. Die KS hat es an dem Morgen gemerkt, als feindwärts des GSZ an der Haarnadelkurfe die Schaltkästen offen standen. Nachfrage beim Bataillion ergab, das die dort nicht gearbeitet hatten. Unmittelbar danach ging die Lage los. Absperrung oben am Zaun, Sandbrinkstraße und am GSZ. Dann mußten alle GAK ihre Hunde zurückbringen und ohne Hunde an der Sandbrinkstr. in Riegelstellung gehen. Gleich danach kam der Hundechef vom Bataillion mit der Hundemeute, die in den abgesperrten Bereich geschickt wurde. Der Spurlaut ging etwa 200 m in das Tal, dann Standlaut. Gleich darauf fuhr am Wurmberg der BGS auf aber nicht die 5. Hundertschaft, sondern Kommando Nord. Das ging noch bis etwa Mittag, dann kamen auf unserer Seite zwei GAZ (Schneewittchen), fuhren in den abgesperrten Bereich und nach etwa 1 Stunde verdunkelt wieder hinaus. Über das Bataillion hieß es später (unter der Hand), das wären drei BGS-Beamte gewesen, die später übergeben worden wären. Keine Schüsse. Es gab einige Zeit später eine Aktion durch Schneewittchen am Dreieckigen Pfahl. Das könnte also stimmen, auch, weil "STRONG" kurze Zeit später diese Bemerkung ("wie in Afrika") fallen ließ.
Etwa eine Woche später war der Grenzdurchbruch am Wurmberg/Winterberg. Wir haben damals vermutet, es hätte sich um Leute des BGS gehandelt, die etwas "vergessen" hatten. Das ist aber hierfür ausdrücklich nur eine Vermutung weil die Nachsuche mit Hund etwas anderes ergab.
Auch sonst war bekannt, das freilich sehr selten solche Aktionen vorkamen. Und noch seltener von uns unterbunden wurden. Militärische Aufklärung hat viele Seiten.
- Ich weiß nicht präzise, ob die Leute von "Schneewittchen" Grenzer oder MfS waren. Selbst wir GAK haben Weisungen von beiden Seiten ausgeführt. Für unseren Bereich war eine Kompanie aus der Nähe von Halberstadt zuständig. "Schneewittchen" war eine grenzinterne Bezeichnung für diese Truppe, die sich auch Grenzaufklärer nannten. Weil sie so rein, unschuldig (und außerordentlich dienstbeflissen)waren.
Nach der Wende erst habe ich erfahren, dass diese Leute wohl Angehörige einer Sicherungskompanie des MfS gewesen sein können. Wir hatten kaum Kontakt mit ihnen. Sie haben unsere Bereiche übernommen und wir haben uns dann zurückgezogen, bis über Funk oder GMN das Auflösungswort kam. Selten ist es an der Brockenstraße passiert, dass wir bis zum eigentlichen Einsatz (verbotenerweise) wegen der besseren Ortskenntnis zusammen geblieben sind. Dann hat man sich auch (verbotenerweise) unterhalten. So habe ich erfahren, was damals bei Gartenschläger wirklich gelaufen sein soll. Manches andere auch. Aber ob es stimmte?
- Cloak and Dagger? Den Begriff kenne ich. Den hat "STRONG" immer gebraucht, wenn er seinen Soldaten erklärt hat, was für nette Typen wir GAK waren. Dann fühlte ich mich an das Messer in meiner rechten Beintasche erinnert. Aber man sollte vielleicht Action a´la Hollywood nicht alzu sehr mit der eher bürokratischen Praxis am Kanten verwechseln. Den Dagger kann man anwendungsmäßig eher vergessen, das mit dem Schleier stimmt sicherlich.
- HVA von Markus Wolf war die Hauptverwaltung Aufklärung. Das waren Agenten bzw. ihre Führer, die im Westen gearbeitet haben. Schlichte Spionage, mit Grenztruppen hatte das gar nichts zu tun (na ja, vielleicht mit besonderen Lagen...).

2. Glorreich ist immer die Theorie, die Praxis muss sich handhaben lassen. Ja, solche Agreements kamen vor. Man hat einfach die Klappe gehalten und entsprechend gehandelt. Es durfte nur nicht beweisbar sein.
- "Provoziert" hat jeder, der die Grenzer einfach nur mal ärgern wollte, irgendwas beschädigen wollte und ähnlich praktisch eher belanglose Dinge mehr. Rein rechtlich zählte jede rechtswidrige Handlung (ich weiß, das rechtswidrig heutzutage eher was Anderes ist, meine unsere damalige Rechtsgrundlage) von Zivilisten oder Nichtzivilisten gegen die Grenze damals als Provokation, egal, was da im einzelnen passiert ist (auch Maibirke absägen).
- Wir GAK selbst haben die Funksignale nicht aufgeklärt aber zur Grenzaufklärung zählte auch die NVA-Funkaufklärung zum Beispiel auf dem Brocken. Die haben den Funkverkehr überwacht und uns über Regiment und Bataillion Informationen übermittelt.
- Platzpatronen waren in Signalgeräte verladen. Die sollten nur Krach machen und anzeigen, das dort etwas passierte. Wir hatten als Signalgeräte noch umgebaute Moisingewehrschlösser (SP1). Den Druck hätten sie ausgehalten aber sie hatten keinen Lauf. Auf dem Brockenmuseum war mal die Rede von "Selbstschußanlagen" doch das waren sie nie. Es gab auch Signalgeräte, die per Einsatz eine Leuchtrakete aufnehmen konnten (RG?), doch das war wegen Brandgefahr im Wald ein Unding. Auch zu gefährlich. Man stelle sich vor: Grenzer X beugt sich nach 12 Stunden Nachtschicht zur Kontrolle über das Gerät und die Ladung geht los...
Alle Signalgeräte waren mit der Ausblasöffnung nach unten angebracht und wurden durch Signalleinen ausgelöst, die den Abzugshebel bewegten.

3. Klar, blöd aber es gibt auch Leute, die besoffen Auto fahren, S-Bahn surfen und derlei Dinge mehr. Das liegt wohl in der menschlichen Natur.
Und es gab Leute, die für die Lösung ihrer privaten Probleme keine andere Alternative fanden, denen es das Risiko wert war.

4. Wir haben nicht "gemeinsam" mit der BRD versucht, Verbrecher dingfest zu machen. Es durfte aber auch nicht sein, dass ein Verbrecher die Grenze überschreitet und womöglich Asyl von uns will oder Schutz. Die DDR war im Umgang mit Kriminellen sehr viel härter, als die Bundesrepublik und wollte vorne keineswegs wegen einer solchen Person vorgeführt werden. Also wurden solche Leute so demonstrativ abgedrängt das der BGS schon mächtig blind und taub hätte sein müssen, um die Chance nicht zu ergreifen. So einer sollte nicht noch mehr Schaden anrichten können. Das passierte also gewissermaßen nebeneinander.
- Zusammenarbeit gab es offiziell über ein Telefon zwischen Regiment und Goslar. Dann auch noch bei Handlungen im Rahmen der gemeinsamen Grenzkommission. Alles, was wir darüber hinaus hin und wieder hatten, war illegal und hätte uns, wäre es herausgekommen, für lange Zeit nach Schwedt (Militärgefängnis) gebracht. Aber natürlich kannte man sich mit der Zeit und dann war schon mal dies und jenes möglich.
Es durfte nur nicht herauskommen.

5. Schwierige Frage. Nein, wir haben uns rausgehalten. In diesem Geschäft gibt es die Regel möglichst nicht zu viel zu wissen. Sorry, kann dazu nichts sagen oder schreiben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#22

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 02:16
von Berliner (gelöscht)
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S51, wieder, vielen Dank.

Zitat von S51
auch, weil "STRONG" kurze Zeit später diese Bemerkung ("wie in Afrika") fallen ließ.


Ich habe gegoogelt, "Strong like in Africa", auch andere Zusammentstellungen und fand nichts.
Ich gehe davon aus, dass Strong der damalige Leiter der US-Streitkraefte die dort an der Grenze stationiert war (Point Alpha ?) ?

Ich habe den Spruch "Strong like Africa" immer noch nicht begriffen. Was wollte er damit zum Ausdruck bringen ?

Zitat von S51
Glorreich ist immer die Theorie, die Praxis muss sich handhaben lassen. Ja, solche Agreements kamen vor.


Und darunter sind auch die Kommentare von Rainman dass es aus Terrain-bedingten Gruenden, nicht immer eine durchgehende Grenze, bzw. Zaun gab, richtig ?

Zitat von S51
Platzpatronen waren in Signalgeräte verladen. Die sollten nur Krach machen und anzeigen, das dort etwas passierte.


OK, also das waren Vorrichtungen absichtlich so entworfen nur um zu signalisieren. Die kannte ich auch (Leuchtraketen) zum ersten Mal durch die eingebetteten Videos oben. Das war, also, Absicht.

Ich habe mir auch versucht vorzustellen die Mosin-Gewehre ohne Lauf und wie das gehen sollte.
Vielleichte eine geniale Idee diese Relikte einzusetzen, aber ohne Lauf wurde die Patrone einfach explodieren. Oder das war ja die Idee, also Platzpatronen die nur Geraeusch machten ?

S51, mir kommt immer ein bisschen das Kribbeln im Bauch wenn die "Cold War" Geschichten erzaehlt werden. Es ist sehr interessant, besonders weil Ihr da wart und das miterlebt habt.

Nochmals vielen herzlichen Dank,

Berliner


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#23

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 06:03
von S51 | 3.733 Beiträge
"STRONG" war ein Verbindungsoffizier der Britischen Rheinarmee. Ich glaube Oberstleutnant (auf unsere Verhältnisse umgerechnet) Er hieß meines Wissens nicht wirklich so und gehörte wohl auch nicht nur zur BAOR, denn ich habe ihn Jahre später in Berlin unter ganz anderen Verhältnissen kurz wieder gesehen. Offizielle Aufgabe dieser Offiziere war das Halten der Verbindung zwischen bundesdeutschen Behörden und der BAOR, Abstimmung und Führung von Einsätzen. Sie haben aber auch ihre Leute vorne an der Grenze eingewiesen und dann bekamen wir miteinander zu tun. Immer höflich aber stark unterkühlt, hat er aber mitunter eine "Schote" abgelassen, die abhängig von den Verhältnissen auch Bedeutung hatte. Er hat nur (zu seinen Leuten) gesagt "wie in Afrika". Nun hat mein Vater im WKII dort gekämpft und ich wußte daher, dass dort der Umgang mit Gefangenen sehr viel lässiger und fairer war, als zu dieser Zeit anderswo. Angesichts der Ereignisse damals 1984 bei uns hatte diese Äußerung ihre ganz eigene Bedeutung.
Diese SP1 waren schlichte, blanke Gewehrschlösser ohne eingeschraubten Lauf mit zugeschweißten Magazinansatz und Abblaseöffnung dort, wo früher der Lauf war. An Stelle des Abzuges hatten diese Dinger einen mit Haken ausgeststteten Hebel, an dem die Auslöseschnur befestigt wurde. Sehr zuverlässige Dinger aber sie sollten tatsächlich nur Krach machen.
Ach der Kalte Krieg - es gab immer mal etwas Besonderes aber im Wesentlichen war es ein langweiliges, meist ödes gegenseitiges Belauern unter immer gleichen, automatisierten Abläufen. Normalerweise passierte nichts, nichts,... Und das war nicht das Schlechteste, was da passieren konnte. Wenn wir uns hier über so ein paar kleine Vorkommnisse oder Details unterhalten, dann vergisst man leicht, dass diese Dinge ja nur Ausnahmen waren.

GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 01.06.2009 06:18 | nach oben springen

#24

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 25.08.2009 14:33
von Merkur | 1.018 Beiträge

Mal ein paar Bemerkungen von meiner Seite zu den Strukturen des MfS bezogen auf die Grenze.
Der Leiter der HA I des MfS (Verwaltung 2000) verfügte über einen Stellvertreter beim Kommando Grenztruppen (KGT). Hier gab es einen Bereich Abwehr und einen Bereich Aufklärung sowie die Abteilung Grenzsicherheit.
In den Grenzkommandos Nord, Mitte und Süd gab Abteilungen Abwehr und Aufklärung mit Unterabteilungen Abwehr und Aufklärung bei den Grenzregimentern.
Die Abwehr hatte u. a. die personelle und funktionelle Stabilität der GT zu gewährleisten, Fahnenfluchten und Militärspionage zu verhindern.
Neben der Grenzaufklärung der GT verfügte auch das MfS über eine Grenzaufklärung. Die Grenzaufklärung des MfS hatte schwerpunktmäßig folgende Aufgaben zu realisieren:
- Aufklärung der Grenzüberwachungsorgane der Bundesrepublik und Westberlins
- Aufklärung militärischer Kräfte der Bundeswehr und der Alliierten im 30 km Streifen (bis 1981 50 km Streifen) und Westberlin
- Aufklärung und Untersuchung von Angriffen und operativ-bedeutsamen Störungen von den Territorien der Bundesrepublik und Westberlins gegen die Staatsgrenze der DDR
- Sicherung des Verbindungswesens über operative Grenzschleusen
- Befragung von Personen, die wegen ungesetzlichen Grenzübertritts aus Richtung Bundesrepublik bzw. Westberlin festgenommen wurden.

Zur Realisierung militärisch-operativer Maßnahmnen an der Grenze verfügte die HA I des MfS in der Abt. Äußere Abwehr über eine Einsatzkompanie. Weiterhin unterstand dem Stv. des Leiters der HA I beim KGT die Sicherungskompanie der HA I. Auch die GT verfügten über eigene Sicherungskompanien.
Die HV A hatte mit der Grenze direkt nur durch ihre AG Grenze zu tun, die in Zusammenarbeit mit den Aufklärungsdiensteinheiten der HA I/KGT Personen- und Materialschleusungen realisierte.



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.08.2009 16:36
von westsachse | 464 Beiträge

Zu dem Thema zwei Erlebnisse.
1. Winter 84/85- ich Posten auf der Führungsstelle. K6-Streife meldet aus dem Gerstunger Forst Spuren im Schnee von West nach Ost. Führungskraft greift zum Telefon und ruft - ich vermute im Bataillon - an. Das Gespräch dauert keine Minute. Anschließend kommt der Befehl an die K6-Streife:"Nehmt euch mal 'nen Ast und macht die Spuren weg!!!" Die Streife hat natürlich gekot... weil sie erstmal ein paar km zurücklaufen mussten. Im Gerstunger Forst gab es nicht so viele GMN-Dosen. Ich habe zur Führungskraft nur gesagt:"Da wurde wohl ein Agent zurückgeschleust?" und habe selbstverständlich keine Antwort erhalten. In Neustadt befand sich eine SiK!!!

2. Sommer 1985. Ich sitze als PF auf dem BT am rechten Ortsrand Lauchröden und werde von der Füst. angehupt (ca. 23.00 Uhr). Wir sollten doch unsere Aufmerksamkeit auf das vorgelagerte Gebiet konzentrieren. Gegen 21.00 Uhr hatte ein offensichtlich angetrunkener Gast in einer Kneipe im Westen beim Verlassen dieser erklärt, er wolle jetzt in den Osten abhauen. Anschließend kam eine 1a Personenbeschreibung mit Bekleidung usw. Egal ob sich jener einen Gag gemacht hat, wie eine Falschmeldung zur Erhöhung unserer Aufmerksamkeit erschien es mir nicht. Wir haben uns nur gewundert, wie schnell die Infos. zwischen den ach so verfeindeten Blöcken fliessen. Vielleicht können unsere Mitglieder vom BGS etwas dazu sagen.

Gruss

westsachse


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#26

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 11:41
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Einige Fragen S51 zu Deinem Beitrag vom 30.05.2009 10:49

Zu 1.
Wie soll diese bewaffnete Aufklärung seitens des BGS/BAOR auf DDR-Gebeit ausgesehen haben und wurden dabei die Sperranlagen überwunden?
Insbesondere die angebliche Festnahme von, richtig verstanden, 3 BGS Angehörigen im Frühjahr 1984????
Schneewittchen nimmt fest und tauscht dann auch noch aus?
wo, an der grünen Grenze, unter der Hand?
Schon seltsam. Die DDR-Seite nutzt diesen Angriff auf die Staatsgrenze nicht für gezielte Maßnahmen auf politischer Ebene?

Zu 4.
Wie soll dass demonstrative abdrängen ausgesehen haben?
Da wurde dann unverschlüsselt über Funk gesprochen?
Chance für den BGS!

Kannst Du zu "Schneewwittchen" näheres berichten?
Muß eine große Einheit gewesen sein, wenn die ständig und überall vor Ort waren!

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 03.09.2009 12:01 | nach oben springen

#27

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 13:16
von S51 | 3.733 Beiträge

Zu 1. Die Antwort ist schwierig. Man könnte mit Allgemeinplätzen antworten. Demzufolge gehörten zu den Aufgaben der militärischen Aufklärung der DDR, der Fernspäher der Bundeswehr, der Aufklärer der BAOR (Britische Rheinarmee) entsprechende Maßnahmen bis in eine Tiefe von etwa 20 bis 50 Kilometern des potenziell gegnerischen Territoriums.
Politisch korrekt, wie ich schon immer war, würde ich sagen, das passierte mit Ferngläsern, aus Hubschraubern und Flugzeugen, eventuell auch funktechnischer Aufklärung und ähnlich statischer Dinge. Aber es gibt in Publikationen über militärische Aufklärung von allen Seiten immer den Passus über Einsätze von Personen, der dann regelmäßig nicht näher erörtert wird.
Praktisch kam es schon mal vor, dass sich uniformierte und nicht uniformierte Kräfte unter schwierigen Bedingungen (in der Nacht zum Beispiel) zu Fuß im Verlauf der Grenze geirrt haben und ein bischen abgeschweift sind... Das könnte dann auch über Stock und Stein gegangen sein.
Das war sehr selten und es musste irgendetwas schwer schiefgehen, damit es öffentlich wurde.
Im Bereich der Grenzkompanie Schierke war dies, da von einem regulären Ausbau der Sperranlagen wie immer öffentlich gezeigt, keine Rede sein konnte, recht problemlos möglich...
Für alles, was mit solchen Fällen zu tun hatte, waren grundsätzlich die SiKo, sprich "Schneewittchen", zuständig. Die regulären Kräfte der Kompanie haben dann nur in einigem Abstand gesichert.
Ob die drei Mann im Frühjahr 1984 wirklich BGS-Angehörige waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe sie nicht aus der Nähe gesehen. Es könnten auch Briten gewesen sein. Die Anwesenheit vom Kommando Nord des BGS an diesem Tage deutet aber darauf hin. Das war sonst keinesweg üblich.
Solche Vorfälle hat es natürlich von keiner Seite je gegeben. Akten sind nicht zugänglich. Da ich solche Situtionen als nicht einseitig bezeichnen würde, ist mit Aussagen durch irgendwen nicht zu rechnen. Ich werde mich kaum weiter aus dem Fenster lehnen.
Zu 2. Wurde eine solche Person (nicht im Sinne oben, sondern unerwünschte Personen an der Linie) angetroffen, dann wurde geklärt, ob sie nicht legendiert ist. Also doch hier her gehört. Ist es nicht so und soll der Betreffende nicht über die Linie, dann wird er lauthals abgewiesen. Auch unter Einsatz einfacher körperlicher Gewalt (Abdrängen). Da solche Vorgänge vorne sowieso gehört werden, erfolgt die Funkmeldung offen oder nur teilverschlüsselt. Und man sollte die Funkaufklärung von BGS oder Briten nicht unterschätzen.
Zu 3. "Schneewittchen" - darüber steht hier im Forum schon einiges. Die Kollegen haben diese Bezeichnung nur sehr ungern gehört. Sie war aber GT-intern üblich. Schneewittchen ist im Märchen ja immer so rein, unschuldig und dienstbeflissen... Die Kollegen konnten ordentlich sauer werden, wenn sie "Schneewittchen" hörten. Zum meiner Zeit waren es wohl Einsatzkompanien des MfS, die später aber von der GT gestellt wurden. Sie nannten sich auch Grenzaufklärer wie wir, hatten aber nicht einzelne Kompanien oder Bataillione sondern das ganze Regiment oder sogar Kommando als Einsatzbereich. Ihre Standorte waren uns unbekannt aber wohl weit genug weg, um nicht so einfach aufgeklärt zu werden wie wir in der Kompanie vor Ort. Sie kamen immer dann zum Einsatz, wenn verdeckte Aktionen irgendeiner Art gelaufen sind. Ich denke, es ging darum, nicht etwa durch Zufall irgend etwas an die öffentlichkeit dringen zu lassen, was diese nicht erfahren sollte.
Meist haben wir unsere Bereiche geräumt, wenn "Schneewittchen" kam. Die Truppe hat dann mit unserem Rufzeichen dort weiter agiert und wenn sie fertig waren, kamen wir zurück und haben unsere Abschnitte neu übernommen. Selten, sehr selten haben wir zusammen gehandelt. Etwa, wenn bei deren eingesetzten Kräften die erforderliche Ortskenntnis nicht so vorhanden war.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#28

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 13:34
von karl143 (gelöscht)
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Hallo S51,
du schreibst in deinem Beitrag >1. Bewaffnete Aufklärung durch zentrale BGS-Einheiten oder Aufklärer der BAOR auf DDR-Gebiet:
Das kam immer dann mal vor, wenn sich an unseren Anlagen etwas wesentliches geändert hat (Übergang auf andere Versorgungsspannungen, neuer GSZ, neue Meldeanlagen). Daran waren unseres Wissens nie die lokalen einsatzhundertschaften des BGS beteiligt (Bei uns die 5). Wurden sie festgestellt, was ja ab und an vorkam und auch durch die Funkaufklärung möglich war, dann haben wir sie nur eingekreist.<

Meines Wissens hat es nie eine bewaffnete oder unbewaffnete Aufklärung auf DDR Gebiet gegeben. Dazu gab es auch rechtlich garkeine Voraussetzung.

Über die 3 Personen in den 80ern Jahren die festgenommen wurden - da nehme ich auch an, das es sich um Briten gehandelt hat. Mir ist da nämlich nichts in Erinnerung bezüglich BGS. Ich kann mich an die 70er Jahre erinnern. Damals war eine BGS Streife auf DDR Gebiet geraten und erst nach ein paar Tagen wieder in den Westen abgeschoben worden.

Außerdem schreibst du >Die Anwesenheit vom Kommando Nord des BGS an diesem Tage deutet aber darauf hin.< Was verstehst du unter "Kommando Nord des BGS". Der Begriff GSK Nord war eine reine Verwaltungsbezeichnung für einen bestimmten Teil der BGS Kräfte. Untergliedert in GSG und dann in Abteilungen. Eigene Kräfte hatte das GSK Nord in Hannover, Möckernstraße eigentlich nur für die Verwaltung, bzw. Leitung und Aufsicht.


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#29

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 13:44
von S51 | 3.733 Beiträge

Ich war an dem Tag zu dieser Zeit nicht am Schanzenauslauf auf dem Winterberg gegenüber dem Wurmberg, sondern in der Riegelstellung an der Sandbrinkstraße. Wir haben über GMN gehört, dass dort Fahrzeuge von Nord ohne das Zeichen der 5. aufgefahren sind, die durch den 1/S eingewiesen wurden. Das war auch nicht gerade üblich. Die Fahrzeuge blieben ungefähr ebenso lange dort, bis unsere Lage beendet war.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#30

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 15:57
von Bergmensch (gelöscht)
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Hallo S51,
meinst du 1. den Beobachtungsunterschlupf als getarnte Holzbanse Feindwärts am Schanzenauslauf.
Und 2. Den Unterschlupf Feindwärts am Dreickigen Pfahl mit an der Sandbrikstraße.
Entschuldige bitte meine Unkenntnisse bei Euern Fachausdrücken. Ich möchte eigentlich nur für mich feststellen ob meine Beobachtungen so richtig oder falsch sind. Ich habe unmittelbar nach Grenzöffnung nämlich von westlicher Seite aus sehr viel an der Grenze ausgekundschaftet, so das ich meine mich ein wenig dort im Oberharz auszukennen.


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#31

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 16:32
von S51 | 3.733 Beiträge

Ich meine die B-Stelle am Schanzenauslauf, ja. Aber die Meldung kam vom B-Turm schräg gegenüber am Kolonnenweg.
An den beiden B-Stellen sowohl am Schanzenauslauf wie auch am dreieckigen Pfahl habe ich auch mitgebaut. Die wurden immer mal wieder neu gemacht. Schade, dass ich davon keine Fotos behalten habe. Inzwischen ist natürlich nichts mehr zu sehen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#32

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2009 19:38
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ich habe noch ein Foto S51,sag mir noch mal Bescheid,muss gleich hier raus.



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#33

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 17:04
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von S51
Zu 1. Die Antwort ist schwierig. Man könnte mit Allgemeinplätzen antworten. Demzufolge gehörten zu den Aufgaben der militärischen Aufklärung der DDR, der Fernspäher der Bundeswehr, der Aufklärer der BAOR (Britische Rheinarmee) entsprechende Maßnahmen bis in eine Tiefe von etwa 20 bis 50 Kilometern des potenziell gegnerischen Territoriums.
Politisch korrekt, wie ich schon immer war, würde ich sagen, das passierte mit Ferngläsern, aus Hubschraubern und Flugzeugen, eventuell auch funktechnischer Aufklärung und ähnlich statischer Dinge. Aber es gibt in Publikationen über militärische Aufklärung von allen Seiten immer den Passus über Einsätze von Personen, der dann regelmäßig nicht näher erörtert wird.
Praktisch kam es schon mal vor, dass sich uniformierte und nicht uniformierte Kräfte unter schwierigen Bedingungen (in der Nacht zum Beispiel) zu Fuß im Verlauf der Grenze geirrt haben und ein bischen abgeschweift sind... Das könnte dann auch über Stock und Stein gegangen sein.
Das war sehr selten und es musste irgendetwas schwer schiefgehen, damit es öffentlich wurde.
Im Bereich der Grenzkompanie Schierke war dies, da von einem regulären Ausbau der Sperranlagen wie immer öffentlich gezeigt, keine Rede sein konnte, recht problemlos möglich...
Für alles, was mit solchen Fällen zu tun hatte, waren grundsätzlich die SiKo, sprich "Schneewittchen", zuständig. Die regulären Kräfte der Kompanie haben dann nur in einigem Abstand gesichert.
Ob die drei Mann im Frühjahr 1984 wirklich BGS-Angehörige waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe sie nicht aus der Nähe gesehen. Es könnten auch Briten gewesen sein. Die Anwesenheit vom Kommando Nord des BGS an diesem Tage deutet aber darauf hin. Das war sonst keinesweg üblich.
Solche Vorfälle hat es natürlich von keiner Seite je gegeben. Akten sind nicht zugänglich. Da ich solche Situtionen als nicht einseitig bezeichnen würde, ist mit Aussagen durch irgendwen nicht zu rechnen. Ich werde mich kaum weiter aus dem Fenster lehnen.
Zu 2. Wurde eine solche Person (nicht im Sinne oben, sondern unerwünschte Personen an der Linie) angetroffen, dann wurde geklärt, ob sie nicht legendiert ist. Also doch hier her gehört. Ist es nicht so und soll der Betreffende nicht über die Linie, dann wird er lauthals abgewiesen. Auch unter Einsatz einfacher körperlicher Gewalt (Abdrängen). Da solche Vorgänge vorne sowieso gehört werden, erfolgt die Funkmeldung offen oder nur teilverschlüsselt. Und man sollte die Funkaufklärung von BGS oder Briten nicht unterschätzen.
Zu 3. "Schneewittchen" - darüber steht hier im Forum schon einiges. Die Kollegen haben diese Bezeichnung nur sehr ungern gehört. Sie war aber GT-intern üblich. Schneewittchen ist im Märchen ja immer so rein, unschuldig und dienstbeflissen... Die Kollegen konnten ordentlich sauer werden, wenn sie "Schneewittchen" hörten. Zum meiner Zeit waren es wohl Einsatzkompanien des MfS, die später aber von der GT gestellt wurden. Sie nannten sich auch Grenzaufklärer wie wir, hatten aber nicht einzelne Kompanien oder Bataillione sondern das ganze Regiment oder sogar Kommando als Einsatzbereich. Ihre Standorte waren uns unbekannt aber wohl weit genug weg, um nicht so einfach aufgeklärt zu werden wie wir in der Kompanie vor Ort. Sie kamen immer dann zum Einsatz, wenn verdeckte Aktionen irgendeiner Art gelaufen sind. Ich denke, es ging darum, nicht etwa durch Zufall irgend etwas an die öffentlichkeit dringen zu lassen, was diese nicht erfahren sollte.
Meist haben wir unsere Bereiche geräumt, wenn "Schneewittchen" kam. Die Truppe hat dann mit unserem Rufzeichen dort weiter agiert und wenn sie fertig waren, kamen wir zurück und haben unsere Abschnitte neu übernommen. Selten, sehr selten haben wir zusammen gehandelt. Etwa, wenn bei deren eingesetzten Kräften die erforderliche Ortskenntnis nicht so vorhanden war.




Hi S51.

Zu 1,

für mich eine mehr als schwammige Antwort.
Fernspäher der BW??

Effektive Aufklärung mit optischen Geräten (Ferngläsern, selbst Kreiselstabilisiert) - Síchtlinie - aus Hubschraubern etwa 10- 15 km, je nach Wetterlage.
Mit Flugzeugen und entsprechender Technik, auch größere Aufklärungstiefe.
Stichwort:
OV-1 Mohawk mit SLAR

Zitat:
Aber es gibt in Publikationen über militärische Aufklärung von allen Seiten immer den Passus über Einsätze von Personen, der dann regelmäßig nicht näher erörtert wird.

Welchen Publikationen?

Zitat:
Praktisch kam es schon mal vor, dass sich uniformierte und nicht uniformierte Kräfte unter schwierigen Bedingungen (in der Nacht zum Beispiel) zu Fuß im Verlauf der Grenze geirrt haben und ein bischen abgeschweift sind... Das könnte dann auch über Stock und Stein gegangen sein.
Das war sehr selten und es musste irgendetwas schwer schiefgehen, damit es öffentlich wurde.

Jede bekannt gewordene Verletzung des Grenzverlaufs wurde gemeldet.
Spätestens mit der Aufnahme der Tätigkeit der gemeinsamen Grenzkommission wurden diese Vorfälle bei jeder Sitzung zur Srache gebracht.
Vorher gabs seitens der BRD Proteste vor Ort (auch durch die DDR), per Fernschreiben (durch die Kdr. der zuständigen BGS-Kommandos) oder auf politischen Wegen (beide Seiten).

Schneewittchen war sicherlich nicht ständig vor Ort, bei ca. 1393 km Grenze zur BRD.
Ich gehe davon aus, dass die Bezeichnungen SIK 25, 26, 27 bekannt sind!
Die gabs bereits zu deiner Zeit am Kanten.

Bezüglich der vermuteten 3 Personen (BGS - Briten), die angeblich auf DDR-Gebiet festgenommen wurden, eine Rücküberstellung (Austausch schon gar nicht und auch nicht an der grünen Grenze und gegen wenn oder was?) wäre an einem der zugelassenen Übergänge erfolgt.
Für die Briten in Helmstedt (OP Alpha) oder an der Glienicker Brücke.
Hier wäre übrigens BRIXMIS und die Botschaft der Briten in Ost-Berlin mit im Boot gewesen.

Es wurden für den von Dir genannten Zeitraum, auch im gesamten Jahr 1984, keine 3 Angehörigen des BGS oder der BAOR ,rücküberstellt.
Jedoch immer weider einzelne Zivilisten (deutsche Staatsangehörige).

In deinem ersten Beitrag schriebst Du, die Festnahme war Dir bekannt, in der Antwort vom 03.09.09,
du hast die Personen nicht aus der Nähe gesehen. Ja, was Nun?

Übrigens, dass Fahrzeuge des BGS, von übergeordneten Dienststellen (hier GSK Nord) oder Dienststellen z.B. des GSK West (auch vom Kommando) ebenfalls ab und an an der einstigen Grenze unterwegs waren, ist kein Indiz, dass es irgendwelche Vorfälle gegeben hat.

Eine Wiederholung meinerseits.
Schon seltsam. Die DDR-Seite nutzt diese/-n Angriff auf die Staatsgrenze nicht für gezielte Maßnahmen auf politischer Ebene?

Na, die Kurve haste ja gekriegt, mit nicht weiter aus dem Fenster legen.

Zu 2.

Wenn ich mich nicht täusche, sollte seitens der GT möglichst wenig gefunkt werden!!!
Und im Abschnitt der GK Schierke wurde dies immer wieder mißachtet!
Auch die GAK, bei Postierung feindwärts hatten meist eine Drahtverbindung zur nächsten GMN-Säule freudwärts bzw. war es auch üblich, dass sich weitere Kräfte freundwärts des Grenzzaun aufhielten, zur Absicherung.

Das am Grenzverlauf (Linie) eine Überprüfung der "Legendierung" erfolgte, glaubts Du doch selbst nicht!
Im übrigen gab es in der DV 718/0/008, Abschnitt IV, Ziffer 49, die klare Anweisung, wie mit Personen auf dem vorgelagerten Hoheitsgebiet der DDR zu verfahren ist.
Von abdrägen mittels einfacher körperlicher Gewalt ist dabei keine Rede.
Konkrete Fälle würden mich interessieren!!!
Wurde der wiederholten Aufforderung zum Verlassen des Territoriums der DDR nicht Folge geleistet, ist die Person/-en festzunehmen.
Einzig bei Kindern gab es eine Ausnahme.

Zu 3.

Siehe Hinweis auf die SIK 25, 26, 27.
Diese kamen an entsprechenden Schwerpunkttagen, in Schwerpunktabschnitten und bei der Absicherung von Arbeiten feindwärts, zusammen mit Kräften des jeweiligen GR oder auch nur im eigenen Bestand zum Einsatz.
Das Internet gibt dazu auch einige Hinweise.

Zur bewaffneten Aufklärung oder unbewaffneten auf DDR Gebiet hat karl143 schon was geschrieben.

TH

P.S.: Märchen sind in solchen Foren sicherlich nicht angebracht.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 05.09.2009 17:08 | nach oben springen

#34

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 19:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Das ist Theorie.
In der Praxis war vieles anders. Die Bezeichnungen der SiK wurden im Dienst nicht verwendet und waren uns offiziell auch nicht bekannt. Diese Truppen wurden im Bereich der Posten, ob nun GAK oder Andere eben doch nur als "Schneewittchen" bezeichnet. Diese Titulierung war unerwünscht aber Standart. Die Leute waren nicht ständig vor Ort aber immer bei besonderen Lagen.
Ich war seinerzeit bei der Festnahme nicht vor Ort im Tal aber in der Stellung an der Sandbrinkstraße. Die Wagen mit den Personen darin sind an uns vorbeigefahren. Entfernung ca. 2 Meter. Zwar waren die Gardinen zugezogen aber sie haben ordentlich gewackelt. Man hatte nicht alles zu wissen aber neugierig war man schon.
GMN gab es feindwärts nur an den Gassen und dort auch nur, wenn das Kabel bei der Passage durchgereicht wurde. Ansonsten blieb in diesem Bereich nur der Funk. In der GK Schierke konnte man also gar nicht anders, als gegebenenfalls zu funken.
Wenn wir jeden, der die Grenze überschritten hat und nicht gleich beim ersten Anruf wieder retour lief, festgenommen hätten, dann hätte es an den Gassen einen Busbahnhof gebraucht. Cirka 40 Zurückweisungen/Aufforderungen am Tag waren normal, dies hat sich nach dem Bau der Barierren nur wenig verändert aber an bestimmten Stellen konzentriert. Festnahmen waren aber nicht erwünscht, weil sie die Gefahr der Eskalation und Aufklärung in sich bargen. Die Theorie 13/81 und die DV war dort einfach nicht praktikabel.
"Legendiert" ist eine Umschreibung für eine bestimmte Formulierung, die eine solche Person gebrauchen konnte, um sich zu legitimieren. Je nach Dienstauftrag konnte dies auch an der Linie passieren.
Übergaben sind immer nur als "Zivilisten" erfolgt. In allen anderen Fällen hätte es den großen Bahnhof erfordert und genau das war eben in solchen Fällen weder beabsichtigt noch erwünscht.
Publikationen? Da wären zum Beispiel die Namen Bodo Wegmann, Heinz Kabus, Hr. Fuhrer zu nennen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 05.09.2009 19:47 | nach oben springen

#35

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 20:38
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von S51
Das ist Theorie.
In der Praxis war vieles anders. Die Bezeichnungen der SiK wurden im Dienst nicht verwendet und waren uns offiziell auch nicht bekannt. Diese Truppen wurden im Bereich der Posten, ob nun GAK oder Andere eben doch nur als "Schneewittchen" bezeichnet. Diese Titulierung war unerwünscht aber Standart. Die Leute waren nicht ständig vor Ort aber immer bei besonderen Lagen.
Ich war seinerzeit bei der Festnahme nicht vor Ort im Tal aber in der Stellung an der Sandbrinkstraße. Die Wagen mit den Personen darin sind an uns vorbeigefahren. Entfernung ca. 2 Meter. Zwar waren die Gardinen zugezogen aber sie haben ordentlich gewackelt. Man hatte nicht alles zu wissen aber neugierig war man schon.
GMN gab es feindwärts nur an den Gassen und dort auch nur, wenn das Kabel bei der Passage durchgereicht wurde. Ansonsten blieb in diesem Bereich nur der Funk. In der GK Schierke konnte man also gar nicht anders, als gegebenenfalls zu funken.
Wenn wir jeden, der die Grenze überschritten hat und nicht gleich beim ersten Anruf wieder retour lief, festgenommen hätten, dann hätte es an den Gassen einen Busbahnhof gebraucht. Cirka 40 Zurückweisungen/Aufforderungen am Tag waren normal, dies hat sich nach dem Bau der Barierren nur wenig verändert aber an bestimmten Stellen konzentriert. Festnahmen waren aber nicht erwünscht, weil sie die Gefahr der Eskalation und Aufklärung in sich bargen. Die Theorie 13/81 und die DV war dort einfach nicht praktikabel.
"Legendiert" ist eine Umschreibung für eine bestimmte Formulierung, die eine solche Person gebrauchen konnte, um sich zu legitimieren. Je nach Dienstauftrag konnte dies auch an der Linie passieren.
Übergaben sind immer nur als "Zivilisten" erfolgt. In allen anderen Fällen hätte es den großen Bahnhof erfordert und genau das war eben in solchen Fällen weder beabsichtigt noch erwünscht.
Publikationen? Da wären zum Beispiel die Namen Bodo Wegmann, Heinz Kabus, Hr. Fuhrer zu nennen.



In der Praxis war sicherlich manches anders, aber nicht die große Masse.

Du vertauscht hier nicht zufällig die Beobachtung mit einer Schleusung?
Legendierung kommt aus diesem Bereich!
Zu den Dienstaufträgen und der Kontaktaufnahme am Grenzverlauf:
Wenn man nicht Sicher sein konnte, dass man unbeobachtet war, ging das auch nach Hinten los!
Welche Dienstaufträge könnten das aus deiner Sicht gewesen sein?
Immerhin habt Ihr ja die Personen zwecks Legendierung angesprochen oder umgekehrt und mußtet somit Kenntnis von gewissen Dingen haben!

Zitat:
In deinem ersten Beitrag schreibst Du, die Festnahme war Dir bekannt, in der Antwort vom 03.09.09,
Du hast die Personen nicht aus der Nähe gesehen. Ja, was Nun?

Nun hast Du das Fahrzeug in 2 Metern Abstand an Dir vorbeifahren sehen.
Immerhin waren die Gardinen zugezogen.
Auch das deutet wieder auf eine Schleusung hin!


Ihr konntet also im Bereich der GK Schierke per Funk machen, was Ihr wolltet!
Mal Vertarnen, dann wieder nicht!
Interessant!
Zum GMN, da wurde wohl etwas gschlampert in der GK.

Zu den SIK:
Komisch, dass in anderen GK die Bezeichnungen für die SIK offiziell bekannt waren und auch verwendet wurden.


Seltsam und zugleich wieder interessant, dass bei diesem hohen Aufkommen von Grenzübertritten West- Ost, zumindest zeitweise, keine Kräfte von westlicher Seite vor Ort waren.
Auch der BRD war nicht daran gelegen, dass es zu Zwischenfällen hätte kommen können.

Es müßte sich demnach um einen Besucherschwerpunkt gehandelt haben.
Oder täusche ich mich?
Und dort wurden durch die westlichen Grenzüberwachungsbehörden regelmäßig Schwerpunktstreifen eingesetzt.


Deine Vorschrift haste auch nicht gekannt oder wurde diese bewußt missachtet?
Mit einer Aufforderung war es nicht getan.
Lt. DV erfolgte eine Festnahme erst nach wiederholter Aufforderung zum Verlassen des Territoriums der DDR, und der entsprechenden Nichtbefolgung.
Andere Verfahrensweisen sind mir nicht bekannt.

Zitat:
Von abdrängen mittels einfacher körperlicher Gewalt ist dabei keine Rede.
Nochmal der Hinweis!
Konkrete Fälle würden mich interessieren!!!

Zur Übergabe/Rücküberstellung, es wurden auch Militärangehörige überstellt.
Kannste vielleicht nicht Wissen.

Den großen Bahnhof gabs auf diplomatischer Ebene, dann auf der Glienicker Brücke.

Wo genau in Bodo Wegmann sollen solche Fälle, Dein Hinweis auf Publikationen, geschildert sein?

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 05.09.2009 20:46 | nach oben springen

#36

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 21:05
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

[quote="S51
- Zusammenarbeit gab es offiziell über ein Telefon zwischen Regiment und Goslar. Dann auch noch bei Handlungen im Rahmen der gemeinsamen Grenzkommission. Alles, was wir darüber hinaus hin und wieder hatten, war illegal und hätte uns, wäre es herausgekommen, für lange Zeit nach Schwedt (Militärgefängnis) gebracht. Aber natürlich kannte man sich mit der Zeit und dann war schon mal dies und jenes möglich.

[/quote]

Es gab hier eine direkte Leitung zwischen dem Grenzregiment und dem BGS-Standort Goslar?

Wenn dann gab es den GIP (Grenzinformationspunkt für Schadensfälle), für den Bereich Harz der GIP 7 Herzberg - Ellrich.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#37

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 21:20
von Mike59 | 7.959 Beiträge

@S51

Eine Direktleitung zwischen GSA und GR ? Sehr abenteuerliche Behauptung. Und der Begriff SiK war in unserem Bereich jedenfalls allgemein bekannt. Wenn auch nicht die Nr., wie bei uns die SiK 27.


Mike59


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#38

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 21:49
von S51 | 3.733 Beiträge

Der Weg mittels einer Legende über die Grenzlinie war für solche Personen nicht immer vorhersehbar. Das konnte passieren, war aber auch für uns nicht immer im Voraus detailliert bekannt. Und natürlich hätte es sein können, dass so jemand dann schon unter einer anderen Legende von den Behörden der BRD gesucht würde. Eine solche Person abzuweisen wäre eine tolle Pleite gewesen. Wir wussten für solche Fälle, was geschehen konnte, gesagt werden konnte und wie weiter zu handeln war. Damit schreibe ich ausdrücklich nicht, dass es zu solch einem Ereignis kam.
Zu dieser Festnahme 1984 bleibt nur zu schreiben, was ich schon angeführt habe: Es wurde am GSZ feindwärts manipuliert, die Kontakte, die das verhindern sollten, waren gebrückt bzw. durch Magneten manipuliert. Die Schaltkästen waren offen. Durch die Hundemeute wurden Leute gestellt. Es war uns bekannt, dass eine Festnahme erfolgt ist. Wir durften die betreffenden Personen nur blockieren, nicht aber selbst festnehmen. Das passierte durch die anderen Truppen. Die sind aber auf dem Hin- und Rückweg an uns vorbeigefahren.
Wenn ich jemanden eintüte, stehe ich ihm/ihnen gegenüber. Das war hier nicht der Fall. Wir haben nur für wenige Augenblicke gesehen, dass da in den Wagen jemand war, der weder unsere noch sowjetische Uniform trug und es wurde später erzählt, dies wären BGS-Angehörige gewesen. Es gab einige Zeit später dann tatsächlich wohl eine Schleusung oder Übergabe (denn woher wussten das dann die Briten?) am Dreieckigen Pfahl. Der Rest ist Spekulation, was ich deutlich geschrieben habe.
Gegenüber dem Abschnitt der GK Schierke lagen der Wurmberg und andere Wanderziele. Das waren durchaus Bereiche, die man als Besucherschwerpunkte bezeichnen kann, wo an schönen Tagen hunderte Besucher unterwegs waren und natürlich waren dort BGS und Zoll aktiv. Jedoch nicht ununterbrochen und wer mal ein bischen provozieren wollte, tat dies nicht, wenn der Beamte neben ihm stand. Da gab es dann ein bis zwei Streifen für ca. 5 Kilometer Grenzlinie. Selbst wenn, ist ihm außer einem moderaten Anpfiff nichts passiert. Jedenfalls nicht in unserer Gegenwart. Und auch wir haben nicht etwa die Leute ständig "zurückgeprügelt", sondern in der Regel nur dokumentiert. Provokateure wurden gegebenenfalls durch demonstrativen Ansatz vertrieben. Dieses Abdrängen durch direkten körperlichen nahen Einsatz hätte es nur in speziellen Fällen gegeben, die im Befehl dann ausdrücklich benannt wurden. Etwa, um Dinge, die weiter unten in Ilsenburg wohl mit tragischen Folgen passiert sind, zu vermeiden. Solche Aktionen waren kein Standart und sind nicht durch die DV erfaßt. Dafür war der Harz eben der Harz und seine Bewohner ein stolzes zänkisches Bergvolk - dreimal Entschuldigung in alle Himmelsrichtungen.
Mit dem Funk ist das so eine Sache. Wenn man feindwärts ist und das, was man tut von der Gegenseite deutlich zu sehen ist oder etwas zu melden ist, was die Gegenseite gerade macht, dann wäre es militärischer Schwachsinn, solch eine Meldung verschlüsselt abzusetzen. Dann könnte man das Schlüsselbuch auch gleich rüberreichen. Solche Meldungen waren also immer unverschlüsselt, damit hiervon keine Rückschlüsse möglich waren. Und natürlich hat dies sowohl die Truppe vom Brocken (die haben immer gejubelt, kannten ja den Sachverhalt nicht, Etappe eben) wie auch Amis vom NATO-Turm, die Briten und die bundesdeutsche Seite abgehört.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#39

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 22:49
von S51 | 3.733 Beiträge

[quote="Thunderhorse[/quote]

Es gab hier eine direkte Leitung zwischen dem Grenzregiment und dem BGS-Standort Goslar?

Wenn dann gab es den GIP (Grenzinformationspunkt für Schadensfälle), für den Bereich Harz der GIP 7 Herzberg - Ellrich.

TH[/quote]

Uns war nicht bekannt, ob diese Leitung der GIP oder etwas anderes war. Es war nur bekannt, dass es da auf Ebene des Regimentes oder höher im Raum Harz eine Verbindung gab. Details kannten wir nicht. Nicht vergessen, ich schreibe vom Standpunkt eines GAK auf Kompanieebene. Einzelheiten, die unsere Ebene weit überstiegen, kannten wir nicht. Es genügte zu wissen, dass es für Notfälle eine Möglichkeit, Nachrichten zu übermitteln gab. Das wäre in Katastrophenfällen wie Waldbränden wichtig gewesen. Es war bekannt, dass die Hürden, so etwas zu nutzen, hoch waren aber im Extremfall erreichbar. Für den dienstlichen Alltag spielte es kaum eine Rolle.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#40

RE: illegal von West nach Ost über die grüne Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2009 22:50
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von S51
Der Weg mittels einer Legende über die Grenzlinie war für solche Personen nicht immer vorhersehbar. Das konnte passieren, war aber auch für uns nicht immer im Voraus detailliert bekannt. Und natürlich hätte es sein können, dass so jemand dann schon unter einer anderen Legende von den Behörden der BRD gesucht würde. Eine solche Person abzuweisen wäre eine tolle Pleite gewesen. Wir wussten für solche Fälle, was geschehen konnte, gesagt werden konnte und wie weiter zu handeln war. Damit schreibe ich ausdrücklich nicht, dass es zu solch einem Ereignis kam.
Zu dieser Festnahme 1984 bleibt nur zu schreiben, was ich schon angeführt habe: Es wurde am GSZ feindwärts manipuliert, die Kontakte, die das verhindern sollten, waren gebrückt bzw. durch Magneten manipuliert. Die Schaltkästen waren offen. Durch die Hundemeute wurden Leute gestellt. Es war uns bekannt, dass eine Festnahme erfolgt ist. Wir durften die betreffenden Personen nur blockieren, nicht aber selbst festnehmen. Das passierte durch die anderen Truppen. Die sind aber auf dem Hin- und Rückweg an uns vorbeigefahren.
Wenn ich jemanden eintüte, stehe ich ihm/ihnen gegenüber. Das war hier nicht der Fall. Wir haben nur für wenige Augenblicke gesehen, dass da in den Wagen jemand war, der weder unsere noch sowjetische Uniform trug und es wurde später erzählt, dies wären BGS-Angehörige gewesen. Es gab einige Zeit später dann tatsächlich wohl eine Schleusung oder Übergabe (denn woher wussten das dann die Briten?) am Dreieckigen Pfahl. Der Rest ist Spekulation, was ich deutlich geschrieben habe.
Gegenüber dem Abschnitt der GK Schierke lagen der Wurmberg und andere Wanderziele. Das waren durchaus Bereiche, die man als Besucherschwerpunkte bezeichnen kann, wo an schönen Tagen hunderte Besucher unterwegs waren und natürlich waren dort BGS und Zoll aktiv. Jedoch nicht ununterbrochen und wer mal ein bischen provozieren wollte, tat dies nicht, wenn der Beamte neben ihm stand. Da gab es dann ein bis zwei Streifen für ca. 5 Kilometer Grenzlinie. Selbst wenn, ist ihm außer einem moderaten Anpfiff nichts passiert. Jedenfalls nicht in unserer Gegenwart. Und auch wir haben nicht etwa die Leute ständig "zurückgeprügelt", sondern in der Regel nur dokumentiert. Provokateure wurden gegebenenfalls durch demonstrativen Ansatz vertrieben. Dieses Abdrängen durch direkten körperlichen nahen Einsatz hätte es nur in speziellen Fällen gegeben, die im Befehl dann ausdrücklich benannt wurden. Etwa, um Dinge, die weiter unten in Ilsenburg wohl mit tragischen Folgen passiert sind, zu vermeiden. Solche Aktionen waren kein Standart und sind nicht durch die DV erfaßt. Dafür war der Harz eben der Harz und seine Bewohner ein stolzes zänkisches Bergvolk - dreimal Entschuldigung in alle Himmelsrichtungen.
Mit dem Funk ist das so eine Sache. Wenn man feindwärts ist und das, was man tut von der Gegenseite deutlich zu sehen ist oder etwas zu melden ist, was die Gegenseite gerade macht, dann wäre es militärischer Schwachsinn, solch eine Meldung verschlüsselt abzusetzen. Dann könnte man das Schlüsselbuch auch gleich rüberreichen. Solche Meldungen waren also immer unverschlüsselt, damit hiervon keine Rückschlüsse möglich waren. Und natürlich hat dies sowohl die Truppe vom Brocken (die haben immer gejubelt, kannten ja den Sachverhalt nicht, Etappe eben) wie auch Amis vom NATO-Turm, die Briten und die bundesdeutsche Seite abgehört.



Zu der Legendierung:
Nun schreibst Du nach dem Motto, hätte, könnte, wäre....!
In den anderen Beiträgen liest es sich, wie wenn es so passiert ist!
Die Verfahrensweise für solche Personen (Sammelbegriff: Agenten) bei Gefahr war anders geregelt.
Dazu gibt es in entsprechenden Foren genügend Informationen.
Mußte mal suchen.
Mit Links hat man es hier nicht so.
Diese wären nicht an die GT herangetreten und hätten sich Neudeutsch "geoutet"!

Zum GSSZ:
Hier nun die Variante, der Hinterlandzaun wurde zusätzlich manipuliert und die Kästen standen offen.
Das Kästen offen standen, konnte auch andere Gründe haben!
War sicherlich nicht das erste Mal. Vielleicht aber für diesen Regimentsabschnitt.

Zur Festnahme:
Jetzt auch die Variante, die trugen keine Uniformen der GSSD bzw. der GT.
Kurz vorher noch die Aussage, die Vorhänge waren zugezogen!!!!
Wir haben nichts gesehen.

Verarschen kann ich mich Selbst!!!

Das geschleußt wurde, war auch im Westen bekannt.
Das ein Engländer die Aussage tätig oder auch nicht:
"Wie in Afrika"
läßt diesbezüglich sicherlich keine Rückschlüsse zu.

Zu den Schleusungen ein Hinweis.
So perfekt waren diese nicht immer. Es gab Fälle, da wurden Unifomteile der GT auf Bundesgebiet gefunden.
Bzw. auch Schleusungen West - Ost beobachtet.
Und es wurden geschleußte Personen auf Bundesgebiet aufgegriffen.


Zu den Besucherschwerpunkten:

So die Leute waren dann so "Blöd", wenn GAK oder Kräfte der SIK feindwärts waren, das Gebiet der DDR zu betreten.
Nun, einzelne Fälle gab es, aber nicht in der von Dir geschilderten Masse.
Und auch hier gabs die entsprechenden Weisungen.

Der geschilderte körperliche Einsatz wird nunmehr als eine Möglichkeit dargestellt.
Man hätte im Voraus gewußt, wann dies erforderlich geworden wäre.
Zitat: (..die im Befehl aus ausdrücklich benannt...).
Klasse.

Doch noch eine Frage:
Zitat:
Provokateure wurden gegebenenfalls durch demonstrativen Ansatz vertrieben.

Wie sah dies aus?

Und warum ein "Mister Strong" auch mal in Berlin tätig sein konnte, beim westlichen Militär gab es auch Versetzungen.
Wenn Mister Strong eine Uniform der Royal Navy zu jener Zeit trug und regelmäßig oder öfter an der Grenze auftauchte, gehörte er mit großer Wahrscheinlichkeit zum BFS.
British Frontier Service dürfte bekannt gewesen sein.
Personen aus diesen Dienstbereichen waren unter anderem für die MLMs entsprechend qualifiziertes Personal.
Könnte eine Möglichkeit der Verwendung gewesen sein.


TH

P.S.:
Für mich zuviele Widersprüche in Deinen Beiträgen.





"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 05.09.2009 23:17 | nach oben springen



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