#1

Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.03.2009 09:45
von nightforce (gelöscht)
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Hallo zusammen,
Als Thüringer in den Norden versetzt, da verbrachte man seinen vKU (verlängerten Kurzurlaub) in großen Teilen bei der Reichsbahn.
Als ich im 2.Diensthalbjahr nach Grabow versetzt wurde, hab ich dann von mir aus keinen Urlaub beantragt, da es ja eigendlich kein Urlaub, sondern nur Stress bedeutete.
In meinen ersten Urlaub wurde ich ja mit dem Lada gefahren (siehe Thema Stasi/ A2000), da begann meine Urlaubszeit an meinem Wohnort in Thüringen, da konnte man von einem Kurzurlaub reden, und selbst den hatte ich nicht eingereicht.
In Folge habe ich keine weiteren Urlaubsanträge eingereicht.
Nach 21 Wochen, ich war da ja schon Elektriker im Regiment, rief mich der Regimentskomandeur zu sich.
Er sagte, warum beantragst du keinen Urlaub?
Ich erklärte ihm, bei einem vKU sitz ich die meißte Zeit bei der Reichsbahn, wegen effektiv 10 Stunden am Wohnort brauch ich keinen Urlaub beantragen.
Es gab ja das Verbot der Mitfahrt in Interzonenzügen für Angehörige der Grenztruppen der DDR und generell Militärangehöriger.
Er meinte, ich muß dich auchmal auf Urlaub schicken.
Ich erwiderte, daß geht nur über Sonderurlaub, oder wenn ich die für meine Zugverbindung günstigeren Interzonenzüge benutzen durfte.
Solang ich noch in Grabow war, gab es immer Sonderurlaub dazu, nach meiner Versetzung nach Gandow bekam ich sie, die Ausnahmegenehmigung zur Mitfahrt in Interzonenzügen.
Die Militärstreifen z.B. in Berlin, Leipzig, oder Erfurt wollten mich zwar immer rausziehen, aber denen hab ich nur meine Genehmigung vor die Nase gehalten, und gut war es.
So saß ich dann als Grenzer im Zug der gefüllt war mit Menschen, die entweder aus dem Westen waren, oder dahin fahren durften (Rentner meißt).
Der Regimentskomandeur sagte mir noch bei der Verabschiedung aus Grabow, vertreten sie die Grenztruppen der DDR würdig in diesen Zügen, das hab ich gemacht.
Das war sozusagen das Abschiedsgeschenk des Regimentskomandeurs an mich, als ich aus Grabow versetzt wurde.

Gruß nf


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#2

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 14:12
von NPKCA (gelöscht)
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Hallo nightforce,
an die Bestimmungen kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Ich weiß aber, dass wir in Interzonen Zügen gefahren sind (Strecke Frankfurt/M - Berlin). Allerdings durften wir immer in Eisenach zu- bzw. aussteigen, obwohl die Züge ja bei uns beinah vorm Kasernentor gehalten haben. Ein- und Ausreise aus dem Sperrgebiet ging nur mit Regionalbahn. Hin und wieder sind auch mal welche in Richtung Frankfurt sitzen geblieben- halt besoffen eingepennt. Das gab immer ein riesen Trara, wenn die von der Passkontrolleinheit rausgefischt wurden und endete meist mit Bau.


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#3

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 16:45
von Angelo | 12.396 Beiträge

Besoffene Grenztruppen?


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#4

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 19:17
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Angelo,

nicht die Grenztruppen waren besoffen, sondern eine Menge Grenzer. Auf der Fahrt zurück zum Dienst aus dem Kurzurlaub, Verlängerten Kurzurlaub oder Erholungsurlaub war die beste Gelegenheit. Die Fahrt wurde dadurch irgendwie ... freundlicher, zumindest für einen selbst. Ich gebe allerdings zu, dass ich das eher in meiner Offiziersschülerzeit so gehandhabt habe. Aber das waren schließlich auch drei Jahre.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#5

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.05.2009 20:58
von manudave (gelöscht)
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Ein Arbeitskollege berichtete mir mal von so einer Fahrt im Westen:

Der Zug fuhr irgendwie durch Bebra und dann rüber in den Osten - welche Verbindung genau weiß ich nicht. Für den Kollegen - damals Azubi - war das der Weg nach Bebra in die Berufsschule - dort mussten auch alle aussteigen, die nicht in den Osten wollten.
Als sie eines Tages Abschlussprüfung hatten, schlief der größte Streber seiner Klasse kurz vor Bebra im Zug ein - sie haben ihn nicht geweckt.
Das übernahmen dann die Posten der DDR und die Abschlussprüfung war für ihn an diesem Tag erledigt.


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#6

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 16.05.2009 20:23
von NPKCA (gelöscht)
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Tja, die Grenzer waren halt auch nur Menschen. Wenn die paar Tage Urlaub um waren, begann der Frust aufzusteigen, weil man wusste, dass jetzt wieder mindesten 8 Wochen vegehen würden bevor es wieder Urlaub gab. Zumindest für den normalen Grundwehrdienstler. Kann sich heute wohl bei der Bundeswehr keiner mehr vorstellen. Frust wurde dann meist ordentlich ertränkt und wer es dann übertrieben hat- naja...
Gleiches galt aber übrigens auch für den Ausgang. Der war auch nicht so häufig und die Möglichkeiten im Sperrgebiet waren ziemlich begrenzt. Also ab in die Stammkeipe, was leckeres essen und alkoholische Getränke bis zum abwinken. Mancher hat da aber auch das abwinken nicht mehr geschafft.
Bier und stärke Sachen waren in der Kaserne absolut tabu- wenigstens offiziell. Das führte bei uns aber dazu, dass ausserhalb des Kasernengeländes eine schicke Grillhütte aufgestellt wurde. So eine Art Blechjurte mit Sitzgelegenheiten und Feuerstelle in der Mitte. Da war dann offiziell erlaubt Bier zu trinken, wenn man Dienstfrei hatte.


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#7

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2010 21:25
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Nightforce: "...Solang ich noch in Grabow war, gab es immer Sonderurlaub dazu, nach meiner Versetzung nach Gandow bekam ich sie, die Ausnahmegenehmigung zur Mitfahrt in Interzonenzügen.
Die Militärstreifen z.B. in Berlin, Leipzig, oder Erfurt wollten mich zwar immer rausziehen, aber denen hab ich nur meine Genehmigung vor die Nase gehalten, und gut war es.
...Der Regimentskomandeur sagte mir noch bei der Verabschiedung aus Grabow, vertreten sie die Grenztruppen der DDR würdig in diesen Zügen, das hab ich gemacht.
Das war sozusagen das Abschiedsgeschenk des Regimentskomandeurs an mich, als ich aus Grabow versetzt wurde."

Wir, oder zumindest ich hatte während meiner gesamten Dienstzeit immer dann, wenn wir mit der Bahn fahren mussten auch sinngemäß die Zeile im Urlaubsschein "berechtigt zur Nutzung von Interzonenzügen". Ich glaube jedoch, die Bezeichnung hieß anders. Da ich beileibe nicht der einzige Armist darinnen war, denke ich schon, dass dies Usus so war.
Platzkarten gab es freilich für uns nicht, man musste schon etwas Glück haben, einen freien Platz im Abteil zu erwischen. Und ein besonderer Spaß war es, obwohl unerwünscht, in diesen blauweißen Waggons Platz zu suchen. Wobei das den Nachteil hatte, dass die Polster dort entschieden härter waren als in den grünen Pendants.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#8

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2010 22:24
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von S51
Zitat von Nightforce: "...Solang ich noch in Grabow war, gab es immer Sonderurlaub dazu, nach meiner Versetzung nach Gandow bekam ich sie, die Ausnahmegenehmigung zur Mitfahrt in Interzonenzügen.
Die Militärstreifen z.B. in Berlin, Leipzig, oder Erfurt wollten mich zwar immer rausziehen, aber denen hab ich nur meine Genehmigung vor die Nase gehalten, und gut war es.
...Der Regimentskomandeur sagte mir noch bei der Verabschiedung aus Grabow, vertreten sie die Grenztruppen der DDR würdig in diesen Zügen, das hab ich gemacht.
Das war sozusagen das Abschiedsgeschenk des Regimentskomandeurs an mich, als ich aus Grabow versetzt wurde."

Wir, oder zumindest ich hatte während meiner gesamten Dienstzeit immer dann, wenn wir mit der Bahn fahren mussten auch sinngemäß die Zeile im Urlaubsschein "berechtigt zur Nutzung von Interzonenzügen". Ich glaube jedoch, die Bezeichnung hieß anders. Da ich beileibe nicht der einzige Armist darinnen war, denke ich schon, dass dies Usus so war.
Platzkarten gab es freilich für uns nicht, man musste schon etwas Glück haben, einen freien Platz im Abteil zu erwischen. Und ein besonderer Spaß war es, obwohl unerwünscht, in diesen blauweißen Waggons Platz zu suchen. Wobei das den Nachteil hatte, dass die Polster dort entschieden härter waren als in den grünen Pendants.




at S 51

I-Zug Berechtigung ...hiess der Eintrag (mit grober Streckenangabe,gemäss Fahrstrecke in Richtung Heimatort bzw.zum Dienstort)

P.S.Für die meissten AGTs war auf den Bahnhöfen vor dem Grenzgebiet allerdings Aussteigen und Umsteigen in Regionalzüge angesagt,"wer wollte denn schon auf einem Transitbahnhof in Uniform landen"
Du hast den Ausdruck "Interzonenzug"ja auch extra in Striche gesetzt,dieser Ausspruch hätte bei einer Kontrolle das Ende eines Urlaubs
bedeutet.


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#9

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2010 22:34
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Zitat von Boelleronkel



at S 51

I-Zug Berechtigung ...hiess der Eintrag (mit grober Streckenangabe,gemäss Fahrstrecke in Richtung Heimatort bzw.zum Dienstort)



wobei das "I" in "I-Zug-Berechtigung" wohl schon ziemlich bald (ab 1954) für "International" stand, denke ich.
Gruss Theo


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#10

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2010 22:39
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Boelleronkel



at S 51

I-Zug Berechtigung ...hiess der Eintrag (mit grober Streckenangabe,gemäss Fahrstrecke in Richtung Heimatort bzw.zum Dienstort)



wobei das "I" in "I-Zug-Berechtigung" wohl schon ziemlich bald (ab 1954) für "International" stand, denke ich.
Gruss Theo




Joo,
Internationaler Zug war der amtliche Sprachgebrauch...


P.S. Mumienzug kam eher inoffiziel vor..
hätte man die Zügen icht benutzen können wäre man besser gleich am Dienstort geblieben(Heimfahrt Thüringen Rostock war da schon mal eine fast Tagesreise)
Gruss BO


zuletzt bearbeitet 29.09.2010 22:42 | nach oben springen

#11

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2010 08:12
von küche69 | 428 Beiträge

Hallo!

Ich bin auch einmal aus Versehen mit dem Interzonenzug nach Leipzig gefahren, dass kam so; wenn wir in Morsleben Urlaub genehmigt bekamen, war es meistens so, dass wir 05.00 Uhr zum Bahnhof (Marienborn) laufen durften (ca 4,5 km) und um 06.30 Uhr für die S-Bahn nach Magdeburg und um 07.15 Uhr fuhr der Zug nach Leipzig un Magdeburg ab.

Jedenfalls musste man fix durch den Tunnel rennen um auf den anderen Bahnsteig zu kommen. Kurz und gut der Zug fuhr schon an und ich bin aufgesprungen. Danach habe ich schnell gemerkt das es der Interzonenzug war, meiner wäre der nächste Zug gewesen, jedenfalls waren die türen, dort wo ich eingestiegen war verschlossen und ich stand zwischen den Wagen, irgendwann kam der Schaffner hat mir eine Standpauke gehalten und mich fix durch den Zug in den ersten Wagen des Zuges geschafft, die "Westdeutschen" haben mich komisch angeschaut, aber ich kam gut nach Leipzig und hatte danach auch keinerlei Probleme!

Danach bin ich dann immer mit dem Bus über Land gefahren und war dann meistens schneller am Busbahnhof in Magdeburg und bekam dann auch meinen Zug zur richtigen Zeit!

Grüße von Küche69

__________________

"Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehn!"



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#12

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2010 22:46
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Zitat von Boelleronkel
[Joo,
Internationaler Zug war der amtliche Sprachgebrauch...


P.S. Mumienzug kam eher inoffiziel vor..
hätte man die Zügen icht benutzen können wäre man besser gleich am Dienstort geblieben(Heimfahrt Thüringen Rostock war da schon mal eine fast Tagesreise)
Gruss BO



Das Durchschnittsalter in diesen Zügen war extrem hoch. Als junger Besucher vom Westen kam ich mir wie ein Exot vor. Und die "Mumien" erklärten mir mehr mehrmals den "Tarif" für Westreisen: es gab ganz selten "dringende Familienreisen" für Jüngere, Rentner konnten grosszügiger reisen, aber es gab auch da ganz viele Ausnahmen, zum Teil erst mit siebzig oder gar nicht. Sozusagen schon bei der Berufswahl musste man sich überlegen, ob man im Alter in den Westen reisen wollte oder nicht.
Theo


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#13

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 19:39
von Roland 87 | 215 Beiträge

Ab 2.DHJ bin ich nur noch ab ESA mit dem Interzonenzug gefahren.Man brauchte nicht Umsteigen bzw.war man schneller zu Hause.Platz gab es immer.Der Zug kam aus Düsseldorf und fuhr Richtung DD.
Gruß Roland 87



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#14

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 20:06
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Roland 87
Ab 2.DHJ bin ich nur noch ab ESA mit dem Interzonenzug gefahren.Man brauchte nicht Umsteigen bzw.war man schneller zu Hause.Platz gab es immer.Der Zug kam aus Düsseldorf und fuhr Richtung DD.
Gruß Roland 87



Also ich war ja schon Anfang der 60 er bei der NVA-AGT und musste auch immer durch die halbe DDR ( von Wismar nach Erfurt) Wir fuhren immer in Uniform, ist das später mal geändert worden, konntet ihr in Zivil in Urlaub fahren ? Als meine Söhne bei der Bundeswehr waren (1990 + 97), sind sie nur in Zivil heim gekommen.

Gruß Gert


.
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#15

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 20:28
von Peter1960HH | 125 Beiträge

hallo Gert.

nein, es gabi bis kurz vor der wende da keine offizielle lockerung, was die heimfahrt für soldaten im gwd und uaz (3jahre) betraf.

was die benutzung internationaler züge betraf, war wohl auch einunterschied zu sehen, ob in richtung grenze oder von ihr weg.

im grenznahen raum (ich kenn das von meinen heimfahrten nach gotha, wurde ab erfurt mitunter schon durch die transportpolizei durchgegangen, kontrolliert aber spätestens ab fröttstedt in richtung eisenach.

kontrollen in gegenrichtung hab ich nie beobachtet.



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#16

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 21:35
von don71 (gelöscht)
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Zu meiner Zeit durften wir die I.- Züge nicht benutzen. Wann wurde das geändert. Gruß Jürgen


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#17

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 22:19
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Peter1960HH
hallo Gert.

nein, es gabi bis kurz vor der wende da keine offizielle lockerung, was die heimfahrt für soldaten im gwd und uaz (3jahre) betraf.

was die benutzung internationaler züge betraf, war wohl auch einunterschied zu sehen, ob in richtung grenze oder von ihr weg.

im grenznahen raum (ich kenn das von meinen heimfahrten nach gotha, wurde ab erfurt mitunter schon durch die transportpolizei durchgegangen, kontrolliert aber spätestens ab fröttstedt in richtung eisenach.

kontrollen in gegenrichtung hab ich nie beobachtet.


--------------------------------------
Wenn du nur bis Gotha gefahren bist, ist es schon erstaunlich, wie du über die Kontrollen ab Fröttstädt bescheid weißt. Hast wohl mal verschlafen?
Die Benutzung der I Züge war immer umstritten, das ist ein Fakt. Aber ich bin immer mit diesem Zügen gefahren, zusammen mit einem Teil meiner UaZ und auch AGT in GWD.
Die Vorbehalte sehe ich eigentlich mehr darin, dass "der Soldat auf Reisen" sehr gern dem Alkohol zugesprochen hat. Besoffen hat er es dann nicht geschafft z.B. in ESA den Zug zu verlassen, und wurde dann an der GüSt aus dem Zug entfernt!
Dort wurde er von einem Angehörigen der Stammeinheit ausgelöst.
Das hat natürlich immer als WE Meldung ein schlechtes Licht auf die Einheit geworfen.
Ansonsten habe ich nicht Feststellen können das es ausser eine gehörigen Anschiss andere Nachwehen gab.
Mike59


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#18

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 22:43
von Peter1960HH | 125 Beiträge

lach mike

ich bin privat immer wieder mal in eisenach gewesen - als gothaer nichts ungewöhnliches.

meine heimfahrten gestalteten sich um einiges komfortabler als für die wehrpflichtigen / uaz - ich durfte ja in zivil reisen und konnte von schwerin bis erfurt immer mit dem liegewagen fahren - dann lecker frühstück in der mitropa in erfurt und dann mit dem p-zug bis gotha - da war nichts mit verschlafen :-)



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#19

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.11.2010 23:48
von vs1 (gelöscht)
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ich hatte mal nacht-uvd und ein gefreiter aus dresden kam vom vku zurück.

er hinterließ mir ein prospekt aus nem interzonenzug, vom Wachtturm.
er hat es angeblich nur gefunden und gab es mir mal eben ... .
egal.
auf der füst saß ein kumpel aus meinem jahrgang und die nächte waren langweilig, für mich und für ihn.
demnach, er war genosse, doch diskussionsfähig und offen im geist, begannen wir über dirktleitung dieses prospekt zu zerpflücken.
nach ca. ner stunde war die direktleitung tot und ich versuchte es über phone, es gelang auch.
dort gab es nach ca, 30 minuten auch keine verbindung mehr und ich sagte ihm über funk, bis gleich.

er hatte gegen 23:00 feierabend, auf der füst, wurde aber direkt vom politbatallioner abgefangen.
ich hab dadurch nie nen offensichtlichen nachteil erfahren.
sein schrank wurde am nächstem gefilzt und er hatte ne bibel im schließfach.

zu seinem "glück" war sie aus leipzig und in der nachkriegszeit gedruckt.
er war nen feiner kerl und in diesem forum erfuhr ich, er wurde als gefreiter entlassen.
natürlich gab es da nen vorfall, doch wurde er aufgebauscht!

gruß vs

ps: es gibt eben eben entscheidungen, die man nicht verstehen kann. ... damals wie heute!


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#20

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2010 11:43
von Roland 87 | 215 Beiträge

Im I-Zug wurde ich nie kontrolliert (außer Schaffner), soviel ich weiß durfte die Militärstreife nicht in den Zug.
Einige von uns haben sich in ESA in Zivil umgezogen, auf der Heimfahrt, bzw. in Uniform bei der Rückfahrt.Denn im Grenzgebiet wäre das Risiko kontrolliert zu werden ohne Uniform extrem hoch.
Gruß Roland 87



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