#1

Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 17:11
von Angelo | 12.397 Beiträge

Dieses Video vom Extremen Winter 1978 zeigt auch die Lage in der DDR inklusive dem Grenzübergang Staaken in Berlin. Gab es einer von euch der in diesem Winter an der innerdeutschen Grenze Dienst machen mußte ? Wie waren da die Kontrollen ? War es überhaupt noch möglich sein Postengebiet zu bewachen ? Schaut euch das Video mal an.....und holt mal eure Erinnerungen vor gerade die Menschen die im Bereich Meckpom Berlin Hamburg....usw gelebt haben. Ich denke das die Situation in der DDR noch schlimmer war wi im Westen und selbst da ging gar nichts mehr selbst die Bundespost hatte aufgrufen nicht mehr zu telefonieren da die Batterien in den Fermeldestellen nicht mehr aufgeladen werden können.


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#2

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 17:42
von SET800 | 3.104 Beiträge

Vor einigen Jahren zeigte mal der MDR einen Zusammenschnitt der Fernsehaufnahmen vom NDR
und dem Fernsehen der DDR, die Bilder ähnelten sehr, Schützenpanzer die Milch tranportieren, Hubschrauber die
Schwangere in kliniken flogen und junge Soldaten mit Spaten Züge freischauflend.

Mich erfreuten die Kommentare von Manschaftsdiesntgraden und Unteroffzieren der NVA und Bundeswehr,
schwere Arbeit, die Landbevölkerung denkt aber an uns ( Kaffe, Butterkuchen und Korn zum Aufwärmen ) und
WIR TUN MAL WAS WIRKLICH SINNVOLLES!



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#3

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 17:54
von bendix | 2.642 Beiträge

Ich habe zu der Zeit noch nicht gedient.
Ich habe die Katastrophe aber noch gut in Erinnerung.
Als ich am Montag nach Sylvester zur Arbeit kam,wurde bekannt gegeben das die Produktion für die nächsten 3 Tage eingestellt wird.Der Betrieb musste vom Schnee beräumt werden und es wurden Freiwillige gesucht,welche sich in die Gebiete begeben sollten um einen eingeschneiten Zug der Reichsbahn auf der Strecke zwischen Schwerin und Ludwigslust frei zu schaufeln..
Einige sind dann eine Woche weg gewesen und haben Dinge erzählt die einem im Nachhinein noch den Atem stocken ließen.
Die Eingeschlossenen haben bitterlich geweint als sie frei kamen,sind dann wohl mit Fahrzeugen der NVA zur weiteren Versorgung weggebracht worden.Über Todesfälle bei dieser Aktion ist mir nichts bekannt,es sind aber noch in den Monaten danach einige Menschen auf Äckern oder in Straßengräben in Mecklenburg gefunden worden.
Die Produktion stand dann tatsächkich 3 Wochen,weil nicht genügend Heizmaterial vorhanden war
Wenn ich mir die Schneemassen heute anschaue kommen diese Erinnerungen besonders intensiv zurück.
Hoffen wir das es nicht so schlimm kommt wie damals.



Hier noch ein paar Eindrücke von Rügen,anders sah es weiter südlich auch nicht aus.



Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 15.12.2010 17:59 | nach oben springen

#4

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 18:01
von schustervoigts (gelöscht)
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Teile der OHS Plauen wurden im Januar- März 1979 in der Braunkohleförderung Raum Leipzig eingesetzt
schustervoigts


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#5

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 18:01
von chucky | 1.213 Beiträge

Ich muss mal sagen, 78zig hab ich bei meiner Schwester in Mockau gewohnt. Ich bin Silvester in Badehose ausn Fenster da war ich 14 Jahre und lebe heute noch, lol. Also nicht ins Hösle machen.war schön eisdittschen


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#6

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 19:36
von Roland 87 | 215 Beiträge

Als ich nach den Weihnachtsferien in die Schul ging, wurden wir wieder nach Hause geschickt, weil die Heizung kaputt war. Hatten einige Wochen
im "Pionierhaus" Unterricht gehabt bis Sie wieder eine neue Heizung installiert hatten. Wenn ich mich recht erinnere hatten wir damals einige Tage keinen Strom.



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#7

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 19:53
von Holtenauer | 1.158 Beiträge

Super Film Angelo. Kommt ja meine Stadt Kiel vor.
Kann mich noch gut dran erinnern. War zwar erst 15 aber ich weiß noch, das in Kiel nicht mehr viel ging. DAs war ein Jahrhunderwinter ,bedingt aber auch durch den starken Sturm

PS. Hör grad, das morgen an allen Schulen der Unterricht ausfällt in S-H. DAbei ist noch kein Schnee in Sicht. Weiß garnicht, wann die Kinder noch was lernen wollen


Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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#8

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.12.2010 20:00
von küchenbulle | 196 Beiträge

Guten Abend zusammen !
Ab Januar 1979 war ich in der 4.GK Heinersdorf , eine Aussenkompanie vom GR42. Mein Postenbereich war zum Glück nur die Küche.
Aber die Leute am Kanten waren nicht zu beneiden.Die Temperaturen bewegten sich um die -20 Grad und jede Menge Schnee.Da wollten
sogar die Thermösen einfrieren.Die Ablösung wurde zum Teil mit Ural gefahren.Die Motorräder hinten mit rauf. Der Kolonnenweg wurde
mit einem K700 von der LPG, vom Schnee befreit.Besatzung war ein Traktorist und ein Unterleutnant in Schwarzkombi +Kalaschnikow.
Ja die Jungs waren übel dran.
Aber dieser Winter hat in allen Lebensbereichen den Menschen so manches abverlangt,kein Strom,Heizung.Ich hatte meinem Vater mal einen Kocher aus dem teil1 +Spiritustabletten im Urlaub mitgebracht das hat er sehr gut gebrauchen können,für einen heißen Kaffee
hats allemal gereicht.

VG der Küchenbulle


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#9

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.12.2010 22:23
von GeMi | 556 Beiträge

Der Winter 77/78 war auch nicht zu verachten. Wir hatten einige Schichten unter -20°C (gefühlte -40°C).
Da hatte man alles an, was im Schrank war.
Die Fahrzeuge wurden nicht mehr abgestellt und waren ständig in Bewegung. Am Tage ging es noch, aber die Nächte waren extrem.
Nach 2 - 3 Stunden war die Kälte durch und nach der Schicht tat einem der Kiefer weh, von dem Zittern und Zähne-zusammenbeißen. Erfrierungen gab es keine, aber die Fersen waren noch Stunden nach der Schicht taub.
Die Türme mit intakten Heizungen waren alle besetzt. Die Betonbunker (Eule) und die Erdlöcher waren verboten. Darin war es wie in einer Gefrierkammer. Die ganze Schicht kamen unbekannte Offiziere aus dem Stab und haben Tee gebracht und warme Worte gesprochen.
Die Ablösung war ziemlich komisch. Alle waren so dick wie die Michelin-Männchen und steifgefroren - von allein kam man nicht mehr auf den LO-1800.
Also wurde man wie ein Sack Kartoffeln vom LO-Kutscher und Beifahrer auf die Ladefläche geworfen.
Der Zug im Bereich der eigenen Kompanie ist ins Objekt gelaufen.
Der schlimmste Abschnitt war im "Döhrener Sack". Nur freies Feld und es zog wie Hechtsuppe.
Also Leute, was sind also -5°C von heute?


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#10

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.12.2010 11:38
von Huf (gelöscht)
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@GeMi, das sind die Berichte von damals, die dieses Forum so wertvoll machen. Hier wird berichtet, wie es war, wie die Jungs auch unter widrigsten Bedingungen gedient haben. Auf beiden Seiten vermutlich, nur auf unserer Seite ohne Kompromisse.
Respekt!

Danke für die Beiträge!

VG Huf


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#11

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.12.2010 11:52
von don71 (gelöscht)
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Zitat von bendix
Ich habe zu der Zeit noch nicht gedient.
Ich habe die Katastrophe aber noch gut in Erinnerung.
Als ich am Montag nach Sylvester zur Arbeit kam,wurde bekannt gegeben das die Produktion für die nächsten 3 Tage eingestellt wird.Der Betrieb musste vom Schnee beräumt werden und es wurden Freiwillige gesucht,welche sich in die Gebiete begeben sollten um einen eingeschneiten Zug der Reichsbahn auf der Strecke zwischen Schwerin und Ludwigslust frei zu schaufeln..
Einige sind dann eine Woche weg gewesen und haben Dinge erzählt die einem im Nachhinein noch den Atem stocken ließen.
Die Eingeschlossenen haben bitterlich geweint als sie frei kamen,sind dann wohl mit Fahrzeugen der NVA zur weiteren Versorgung weggebracht worden.Über Todesfälle bei dieser Aktion ist mir nichts bekannt,es sind aber noch in den Monaten danach einige Menschen auf Äckern oder in Straßengräben in Mecklenburg gefunden worden.
Die Produktion stand dann tatsächkich 3 Wochen,weil nicht genügend Heizmaterial vorhanden war
Wenn ich mir die Schneemassen heute anschaue kommen diese Erinnerungen besonders intensiv zurück.
Hoffen wir das es nicht so schlimm kommt wie damals.



Hier noch ein paar Eindrücke von Rügen,anders sah es weiter südlich auch nicht aus.



Gruß bendix


Musste damals die Heizung im Betrieb machen, mit Rohbraunkohle wurde das natürlich nichts.Andere Brennstoffe gab es nicht. Gruß Jürgen


zuletzt bearbeitet 21.12.2010 19:51 | nach oben springen

#12

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.12.2010 18:40
von PKE | 149 Beiträge

Ja das waren Zeiten, Ich finde es gut, dass sich jemand an diese Zeiten erinnert. Wir haben das aber alles gemeistert. In all den zurückliegenden Jahren denke ich bei Höchsttemperaturen im Sommer und auch jetzt, immer wieder an die Mitarbeiter an den Grenzübergangstellen, die solchen extremen Bedingungen ausgesetzt waren. Da mußten aber noch die Reisepässe kontrolliert werden und auch andere Sicherungsaufgaben durchgeführt werden. An der LInie war das auch nicht anders.
Hut ab vor solchen Leistungen.


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#13

RE: Extremer Winter 1978 an der DDR Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2011 22:11
von Hans55 | 763 Beiträge

Am 31.12.1978 hatten wir Spätdienst,normalerweise von 14-22 Uhr,darauß wurden aber 27Stunden, denn wir waren völlig eingeschneit und konnten nicht abgelöst werden. Gruß von Hans55


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