#141

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 16.01.2011 16:07
von Gohrbi | 575 Beiträge

Zitat von Major Tom
Ich hatte damals als Junggeselle - Baufacharbeiter - direkt nach der Lehre 1200 Mark Netto, ein Haufen Geld damals. Allerdings muss ich dass erklären: Ich hatte in der Lehre an meinem 18.Geburtstag einen Ausreiseantrag gestellt und war ab diesem Tag bei meinem Lehrmeister, einem strammen Genossen unten durch. Ich wurde schikaniert wo es nur ging, auf Baustellen eingesetzt welche stundenlange Anfahrten bedeuteten. Am Ende der Lehre bekam jeder seine Gesellenbaustelle zugewiesen, für alle aus meiner Klasse fast per Hausschuhe zu erreichen. Ich als einziger musste jeden Tag von Babelsberg zur Simulatorbaustelle der Interflug nach Schönefeld fahren, was bedeutete jeden morgen um 4:30 Uhr aufzustehen. Allderdings wurde im BMK-Ost diese damals recht lange Anfahrt sehr gut bezahlt so dass ich mit Zulagen jeden Monat besagte 1200 Mark auf dem Konto hatte. Ich verdiente mehr wie mein Lehrmeister und das direkt nach der Lehre

Meine Mutter, eine technische Zeichnerin beim VEB Grünanlagenbau Am Stern verdiente nur 600 Mark ...



Was beklagst du dich? So einen Verdienst hätte ich mal als Jungfacharbeiter haben wollen. 570.- MDN Mo -So im Schichtdienst.
Mit Zulagen war´n es 640.-. 2 Stunden mit dem Zug hin und 2 zurück. Freu dich über deine Knete.


zuletzt bearbeitet 16.01.2011 16:08 | nach oben springen

#142

RE: "Wir waren eingeschlossen"

in Leben in der DDR 16.01.2011 20:47
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von PF75
"Die in Billigjobs arbeiten haben in der schule nicht aufgepasst" .das ist in meinen Augen fast schon eine Beleidung und dann auch noch Ostprovinz(da kommt mal wieder der arrogante Wessi duch).
Was nutzt die alle Qualifikation wenn es keine entsprechenden arbeitsplätze gibt,
die wurden ja durch den so hilfsbereiten Westen schnell als konkurent aus dem Weg geräumt.
Kommt jetzt aber nicht wider mit dem Argument man kann ja auch dahin gehen wo angeblich Arbeit ist,ab einem bestimmten alter nimmt dich da auch keiner,lieber nimmt man billige Leiharbeiter aus dem Osten und ich wage zu bezweifeln ob jemand aus Bayern ,BW oder einem anderen westlichen bundesland freiwillig der Arbeit wegen n in den Osten ziehen würde,hat man ja schon an den Politikern gesehen die blieben lieber im "provinziellen " Bonn statt nach Berlin zugehen.



dem stimme ich zu,oft gehört von betroffenen.die guten facharbeiter gehen zum amt und die billigjobber werden eingestellt weil sie billiger sind als ein facharbeiter der in die gewerkschaft eintritt und seinen tariflohn einklagt nach der probezeit.darum brauchen wir ausländiche fachkräfte vor denen man weniger angst haben muß wenn man sie für 400 € basis beschäftigt.
real bedeutet dies ein absinken deutschlands langfristig gesehen.wer etwas kann und jung ist verlässt das land,wer etwas vom amt bekommt bleibt hier.der staat gab den arbeitgebern mit billigjobs und zeitarbeitsfirmen die macht in die hand und ein schritt zum mindeslohn ist somit schwerer geworden.selbst jobs gibt es fast nur noch über arbeitsvermittlungsfirmen. würde der mindestlohn wirklich kommen,verlassen die arbeitgeber das land und lassen im ausland billiger produzieren.das ganze ding geht irgendwann in die windel.
der krug geht aber nur solange zum brunnen bis er bricht und risse hat er schon gewaltige.

gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 16.01.2011 20:52 | nach oben springen

#143

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 16.01.2011 21:04
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von willie
moin , MT,
ich schreib Dir mal als ein alter aus dem "Westen"
was mich stört ist allerdings dies:
Meine Mutter, eine technische Zeichnerin beim VEB Grünanlagenbau Am Stern verdiente nur 600 Mark ...
Wenn das wirklich so war, warum stelltst Du Deinen angegebenen Verdienst so in den Vodergrund?
Ist für mich nicht ehrlich/vielleicht auch sehr traurig.
Aber vielleicht versteh ich Dich auch falsch.
Gruß Wilie



den verdienst kann ich auf dem bau bestätigen und er war zumindest ab 1977 kein angeblicher verdienst.als kranführer kam ich ohne überstunden beim wohnungsbaukombinat berlin sogar noch höher und ab 600 ostmark zahlte ich in die zusatzrente 10 prozent bis 1200 ostmark brutto ein.
mit überstunden und zuschläge war auf dem bau ein nettolohn zwischen 1300 und 1500 möglich.

gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#144

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 02:47
von wosch (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2

Zitat von willie
moin , MT,
ich schreib Dir mal als ein alter aus dem "Westen"
was mich stört ist allerdings dies:
Meine Mutter, eine technische Zeichnerin beim VEB Grünanlagenbau Am Stern verdiente nur 600 Mark ...
Wenn das wirklich so war, warum stelltst Du Deinen angegebenen Verdienst so in den Vodergrund?
Ist für mich nicht ehrlich/vielleicht auch sehr traurig.
Aber vielleicht versteh ich Dich auch falsch.
Gruß Wilie



den verdienst kann ich auf dem bau bestätigen und er war zumindest ab 1977 kein angeblicher verdienst.als kranführer kam ich ohne überstunden beim wohnungsbaukombinat berlin sogar noch höher und ab 600 ostmark zahlte ich in die zusatzrente 10 prozent bis 1200 ostmark brutto ein.
mit überstunden und zuschläge war auf dem bau ein nettolohn zwischen 1300 und 1500 möglich.

gruß andy





Andy, da konntest Du dich im Gegensatz zu mir aber mit "VON" schreiben. Also 1962, also 15 Jahre vor Deinem Beispiel, betrug der Stunden lohn für einen Maurer in der DDR ganze 1,54 MDN, Du kannst Dir sicher ausrechnen was da in der Woche nach Abzug der Steuern, Renten-Und Krankenversicherung übriggeblieben ist (ich muß allerdings richtig stellen, daß wir den Lohn Dekadenweise, also alle 10 Tage bekamen. Da man mit diesem "Hungerlohn" nicht über die Runden kommen konnte, war man notgedrungen gezwungen im Akkord (Ach "Akkord" gab es ja in der DDR nicht( Staatsslogan: Akkord ist Mord), es wurde nach Leistung bezahlt, was im Grunde genommen auf´s Selbe hinauslief.) Wenn man also im Leistungslohn arbeitete betrug der Stundenlohn sogar 3 Pfennige mehr, also statt 1,54 MDN satte 1,57 MDN und das bei 100%iger Normerfüllung. Um auf einen Stundenlohn von 3,14 MDN zu kommen mußte man schon 200 % Arbeitsleistung erbringen (Wir waren fast Alle richtige Aktivisten, aber gehabt hatten wir davon nichts weiter, Wenn wir dann mal zB: 220% Arbeitsleistung abgeliefert hatten , konnte man damals, jedenfalls in unserem Betrieb (VEB Bau(K) Ludwigslust, fest damit rechnen, daß vorgegebenen Zeiten für die zu verrichteten Arbeitsleistungen Stückchen für Stückchen verringert wurden und man mußte, um den gleichen Verdienst zu bekommen, bei der Arbeit noch mal einen Zahn zulegen. Also mein Verdienst als Geselle mit durchschnittlich 210% Normerfüllung betrug monatlich ca 560,--580,-D MDN. Das mag sich für das Jahr 1962 recht passabel anhören, aber man sollte dabei nicht vergessen, daß man dafür ca 210% der Norm erfüllen mußte. In der Zeit blieb von dem Lohn auch nichts über, denn wenn man nach Abgabe des Kostgeldes ( und glaubt bloß nicht daß die Eltern das aus Schikane genommen hatten, sie mußten auch jeden Pfennig umdrehen) das Glück hatte, ein Paar vernünftige Schuhe und etwas modisches zum Anziehen ergattert, war nicht mehr viel über und bestimmte Sachen, wie technische Geräte konnte man sich dann auch nicht mehr leisten. Ich wünschte Jedem hier im Forum mal die Zeit von damals für ein paar Tage zurück!
Schöne Grüße aus Kassel.


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#145

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 08:12
von SEG15D | 1.121 Beiträge

@wosch
Was Du beschreibst, kann ich in wesentlichen Teilen nachvollziehen, allerdings für meinen Zeitraum ca 24 Jahre später.
Bestätigen kann ich:
Zitat wosch
(Wir waren fast Alle richtige Aktivisten, aber gehabt hatten wir davon nichts weiter, Wenn wir dann mal zB: 220% Arbeitsleistung abgeliefert hatten , konnte man damals, jedenfalls in unserem Betrieb (VEB Bau(K) Ludwigslust, fest damit rechnen, daß vorgegebenen Zeiten für die zu verrichteten Arbeitsleistungen Stückchen für Stückchen verringert wurden und man mußte, um den gleichen Verdienst zu bekommen, bei der Arbeit noch mal einen Zahn zulegen.
Zitat Ende

Nicht unbedingt von den Prozentwerten, jedoch prinzipiell.
Der daraus resultierende Vorgang, auch Normung genannt, war wie ein Schreckgespenst. Vor allem für ältere Kollegen, deren Schnelligkeit nachgelassen hatte. Und man mußte ja schnell und genau sein.
Deprimierend für uns junge Kollegen, zu sehen wo das hinführt. Wir hatten die Reserv en und 200% wären zu schaffen gewesen im Einzelfall. Das bedeutete einen super Verdienst aber leider auch die o.g. Konsequenzen.
Wir haben uns damals aus kollegialen Gründen darauf geeinigt, nicht mehr als 122% zu fahren, täglich,versteht sich.
Das war knapp unter der bewußten Grenze für eine Normung...
Resultat: Wenn genügend Material vorhanden war, hatte man gegen 12:00 Uhr die Hände im Schoß und hat privat weiter gepfuscht.....
Aus diesen Gründen habe ich den Job auch noch vor 89 geschmissen, war mir dann zu blöd...

SEG15D



zuletzt bearbeitet 17.01.2011 08:13 | nach oben springen

#146

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 09:27
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von SEG15D
@wosch
Was Du beschreibst, kann ich in wesentlichen Teilen nachvollziehen, allerdings für meinen Zeitraum ca 24 Jahre später.
Bestätigen kann ich:
Zitat wosch
(Wir waren fast Alle richtige Aktivisten, aber gehabt hatten wir davon nichts weiter, Wenn wir dann mal zB: 220% Arbeitsleistung abgeliefert hatten , konnte man damals, jedenfalls in unserem Betrieb (VEB Bau(K) Ludwigslust, fest damit rechnen, daß vorgegebenen Zeiten für die zu verrichteten Arbeitsleistungen Stückchen für Stückchen verringert wurden und man mußte, um den gleichen Verdienst zu bekommen, bei der Arbeit noch mal einen Zahn zulegen.
Zitat Ende

Nicht unbedingt von den Prozentwerten, jedoch prinzipiell.
Der daraus resultierende Vorgang, auch Normung genannt, war wie ein Schreckgespenst. Vor allem für ältere Kollegen, deren Schnelligkeit nachgelassen hatte. Und man mußte ja schnell und genau sein.
Deprimierend für uns junge Kollegen, zu sehen wo das hinführt. Wir hatten die Reserv en und 200% wären zu schaffen gewesen im Einzelfall. Das bedeutete einen super Verdienst aber leider auch die o.g. Konsequenzen.
Wir haben uns damals aus kollegialen Gründen darauf geeinigt, nicht mehr als 122% zu fahren, täglich,versteht sich.
Das war knapp unter der bewußten Grenze für eine Normung...
Resultat: Wenn genügend Material vorhanden war, hatte man gegen 12:00 Uhr die Hände im Schoß und hat privat weiter gepfuscht.....
Aus diesen Gründen habe ich den Job auch noch vor 89 geschmissen, war mir dann zu blöd...

SEG15D




Willst Du damit andeuten, dass eine der Ursachen für das Produktivitätsdefizit in der DDR das Ergebnis echter Kollegialität war?
Oder um es mit J. Kuczinsky in seinem "Dialog mit meinem Urenkel" zu sagen: '1% Arbeitslosigkeit hätten der DDR gut zu Gesicht gestanden' . . .?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#147

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 10:01
von Sachsendreier (gelöscht)
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Hochachtung vor jeden Maurer und seinen Arbeitsleistungen.....aber wenn die so ins erzählen kommen...so von "früher", da wird immer biss`l was unterschlagen

- gabs da nicht Regenstunden...oder wurde im Bauwagen Karten gespielt ?
- richtig ernst wurde auch der Slogan "aus den Betrieben ist noch mehr rauszuholen" genommen
- Maurerkolonnen wurden auch gern für private Freizeitbauten gebucht und da s t i m m t e die Bezahlung

Nur mal so zu Abrundung. Soll auch in keinem Fall ein Vorwurf sein.

In diesem Sinne gesegnete Woche


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#148

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 11:24
von wosch (gelöscht)
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Hallo @exgakl!
Schönen Dank für Deinen Beitrag, in dem Du Dich mit meiner Person beschäftigt hattest. Ehrlich, ich wollte wirklich nicht mit meinem "Fettschwarz" hier Leute "anschreien" und dachte nicht, daß ich damit gegen die Forums-Regel verstoßen würde. In den Regeln steht, was die Schriftform anbelangt, lediglich etwas von "fett/bunt. Wenn es nun so ist, daß ich das "fettschwarz" nicht benutzen darf, hätte man mir von Seiten der Administratoren doch sagen können, daß "fett/bunt" "fett/schwarz" beeinhaltet. Ich werde, wenn es so von der Administration verlangt wird, mich natürlich daran halten und auch nicht mehr das (nicht von Allen) bemängelte "Fettschwarz" in meinen Beiträgen verwenden, würde mich allerdings freuen, wenn der von mir eingestellte Beitrag im Thread "Arbeiteinkommen DDR/BRD", falls er wegen "Fettschwarz" gelöscht sein sollte, in "Fettschwarzentschärfter" Form wieder eingestellt würde, weil er m.E. Ansonsten sachlich war und auch keine beleidigende Inhalte hatte.
Also was das "Fettschwarz" betrifft, ich werde mich dem "Druck" der Administration beugen und ganz normal schreiben, auch wenn es mir persönlich etwas schwerfällt, versprochen!
Und @exgakl, zu Deinen Ausführungen bezüglich den Beleidigungen anderer Mitglieder meinerseits, werde ich mich nicht äussern, ich müßte mich sonst nur wiederholen und wenn Du meinst, ich müßte mal wieder zeitweilig weggesperrt werden, dann nehme ich das zur Kenntnis, auch wenn ich den Hinweis daraufhin für überflüssig halte, ich weiß nämlich selbst, daß ihr das könnt und auch macht, wenn ihr es für nötig halten solltet.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#149

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 11:38
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von wosch
Hallo @exgakl!
Schönen Dank für Deinen Beitrag, in dem Du Dich mit meiner Person beschäftigt hattest. Ehrlich, ich wollte wirklich nicht mit meinem "Fettschwarz" hier Leute "anschreien" und dachte nicht, daß ich damit gegen die Forums-Regel verstoßen würde. In den Regeln steht, was die Schriftform anbelangt, lediglich etwas von "fett/bunt. Wenn es nun so ist, daß ich das "fettschwarz" nicht benutzen darf, hätte man mir von Seiten der Administratoren doch sagen können, daß "fett/bunt" "fett/schwarz" beeinhaltet. Ich werde, wenn es so von der Administration verlangt wird, mich natürlich daran halten und auch nicht mehr das (nicht von Allen) bemängelte "Fettschwarz" in meinen Beiträgen verwenden, würde mich allerdings freuen, wenn der von mir eingestellte Beitrag im Thread "Arbeiteinkommen DDR/BRD", falls er wegen "Fettschwarz" gelöscht sein sollte, in "Fettschwarzentschärfter" Form wieder eingestellt würde, weil er m.E. Ansonsten sachlich war und auch keine beleidigende Inhalte hatte.
Also was das "Fettschwarz" betrifft, ich werde mich dem "Druck" der Administration beugen und ganz normal schreiben, auch wenn es mir persönlich etwas schwerfällt, versprochen!
Und @exgakl, zu Deinen Ausführungen bezüglich den Beleidigungen anderer Mitglieder meinerseits, werde ich mich nicht äussern, ich müßte mich sonst nur wiederholen und wenn Du meinst, ich müßte mal wieder zeitweilig weggesperrt werden, dann nehme ich das zur Kenntnis, auch wenn ich den Hinweis daraufhin für überflüssig halte, ich weiß nämlich selbst, daß ihr das könnt und auch macht, wenn ihr es für nötig halten solltet.
Schönen Gruß aus Kassel.



@wosch, wo ist denn dieser Beitrag zu finden auf den du dich beziehst?

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#150

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 11:56
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch
weil er m.E. Ansonsten sachlich war und auch keine beleidigende Inhalte hatte.



Ausnahmsweise muss ich sagen das war wirklich zur Abwechslung einmal ein lesenwerter Beitrag der sich nicht in allgemeinen politischen Hasstriaden oder Vermutungen erging, sondern sachlich war, sich an Fakten und an dem von @wosch persönlich erlebten orientierte. Quasi ein echter Zeitzeugenbericht den ich, da aus einer Zeit vor mir stammend, interessant und lesenswert fand. Leider liest man genau solche viel zu wenige von ihm, da sich viele andere immer nur wie ein Rundumschlag anhören und daher wäre das wiederherstellen einer fettschwarz entschärften Version durchaus zu begrüßen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 17.01.2011 12:02 | nach oben springen

#151

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 13:37
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von wosch
Hallo @exgakl!
Schönen Dank für Deinen Beitrag, in dem Du Dich mit meiner Person beschäftigt hattest. Ehrlich, ich wollte wirklich nicht mit meinem "Fettschwarz" hier Leute "anschreien" und dachte nicht, daß ich damit gegen die Forums-Regel verstoßen würde. In den Regeln steht, was die Schriftform anbelangt, lediglich etwas von "fett/bunt. Wenn es nun so ist, daß ich das "fettschwarz" nicht benutzen darf, hätte man mir von Seiten der Administratoren doch sagen können, daß "fett/bunt" "fett/schwarz" beeinhaltet. Ich werde, wenn es so von der Administration verlangt wird, mich natürlich daran halten und auch nicht mehr das (nicht von Allen) bemängelte "Fettschwarz" in meinen Beiträgen verwenden, würde mich allerdings freuen, wenn der von mir eingestellte Beitrag im Thread "Arbeiteinkommen DDR/BRD", falls er wegen "Fettschwarz" gelöscht sein sollte, in "Fettschwarzentschärfter" Form wieder eingestellt würde, weil er m.E. Ansonsten sachlich war und auch keine beleidigende Inhalte hatte.
Also was das "Fettschwarz" betrifft, ich werde mich dem "Druck" der Administration beugen und ganz normal schreiben, auch wenn es mir persönlich etwas schwerfällt, versprochen!
Und @exgakl, zu Deinen Ausführungen bezüglich den Beleidigungen anderer Mitglieder meinerseits, werde ich mich nicht äussern, ich müßte mich sonst nur wiederholen und wenn Du meinst, ich müßte mal wieder zeitweilig weggesperrt werden, dann nehme ich das zur Kenntnis, auch wenn ich den Hinweis daraufhin für überflüssig halte, ich weiß nämlich selbst, daß ihr das könnt und auch macht, wenn ihr es für nötig halten solltet.
Schönen Gruß aus Kassel.



@wosch, wo ist denn dieser Beitrag zu finden auf den du dich beziehst?

Gruß Gert



Der ist zu finden unter"Beleidigung von Forenmitgliedern" in der Sperrzone.Der Thread ist aber mittlerweile dicht.Endlich.



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#152

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 13:50
von SEG15D | 1.121 Beiträge

@werner

Ich möchte gar nichts andeuten, ich beschreibe lediglich einen Sachverhalt!
Und natürlich bestand zu dieser Zeit eine wesentlich stärkere soziale Bindung zu den Kollegen únd -innen als heute.
Was ich dem System aus dieser Zeit zum Vorwurf mache ist diese Gleichmacherei!
Ein gerade Ausgelernter guter Facharbeiter im Alter von 19 Jahren ist nunmal in der Lage, Tätigkeiten wesentlich schneller und doch in der gleichen Qualität auszuführen, als ein Kollege mit 25 Jahren mehr auf der Zeitleiste.
Anstatt die Jungen machen zu lassen und zu bezahlen was geleistet wurde, kam der von mir beschriebene Notbremshebel mit der Normung...Stumpfsinn hoch 3 ...
Da kann ich als Ursache nur persönlichen Neid und Mißgunst vermuten, ökonomisch zu erklären ist diese Vorgehensweise eher nicht!

SEG15D



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#153

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 16:21
von werner | 1.591 Beiträge

@SEG15D,

genau SEG15D, Du beschreibst einen Sachverhalt, der im Effekt bedeutet, dass die erzielbare Produktivität der Unternehmen bewusst "nicht angestrebt" wurde. Leider war dies kein Einzelfall. Das erst mal vorweg.

Dass an den Zielvorgaben was nicht stimmen kann, wenn es möglich ist, regelmäßig 200% und mehr zu schaffen, ist wohl kaum zu bestreiten. Ein Unternehmer heute würde sagen, ich bezahle doch nicht vollen Lohn für halbe Leistung. Das wäre nämlich der Umkehrschluss zu dem, was Du sagst. Und keiner käme auf die Idee, diesem Menschen persönliche Motive, Neid oder Missgunst unterstellen. In einem VEB ist das aber normal, dass man für halbe Leistung vollen Lohn bekommt?

Dass es Unsinn ist, einem Menschen, der seinen Leistungszenit überschritten hat, dieselben Anforderungen aufzuerlegen, ist wohl genauso unbestritten.

Edit: Gleichmacherei hat bisher nicht wirklich Leistungen gefördert, da bin ich bei Dir.

In allen Unternehmen, in der DDR und heute auch gab und gibt es Arbeitsplätze, die ohne Leistungsvorgaben oder Normen auskommen. Heute werden die Menschen, die nicht mehr so leistungsfähig sind, regelmäßig "aus dem Arbeitsleben ausgeschlossen" (höflich formuliert), in der DDR blieben sie in den Brigaden /Kollektiven und die mögliche Produktivität wurde nicht erzielt. Ein möglicher Weg, Arbeiter über 50 aus dem Leistungslohn herauszunehmen und die Normen an die Leistungsfähigkeit anzupassen, wurde, soweit mir bekannt, nicht gegangen. Ob das je diskutiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wohnungsbau ist ein schönes Beispiel: Berlin, die Arbeiter eines WBK machen die Erfahrung, dass sie tagelang nicht druchgängig arbeiten konnten, weil das Zementwerk Lieferprobleme hatte. Als dann die Lieferfähigkeit wieder gegeben war, wurden Sonn - und Feiertagsschichten geschoben, um den Rückstand reinzuholen, natürlich gegen Sondervergütung. Dadurch konnte das WBK seine Vorgaben erfüllen, Wohnungen termingerecht übergeben, der Direktor stand gut da, alles war fein. Aus dieser Erfahrung heraus ging man ganz langsam dazu über, die Arbeit so einzuteilen, dass die Baustellen drohten nicht fertig zu werden und der Betriebsleiter die Arbeiter regelmäßig zu Sonderschichten mit den üblichen Sonderleistungen "überredete", um den Plan zu schaffen. Was natürlich prompt geschah.

Das war vielleicht nicht die Regel, aber sooo selten kam das nicht vor und schwer nachzuweisen war das ohnehin. Und über schlechtes Einkommen konnte sich diese Branche beileibe nicht beklagen, wie uns hier andere User schon berichtet haben.

Will sagen, dass die Rahmenbedingungen günstig waren für dieses Verhalten der Bereicherung bei gleichzeitiger Schädigung der Volkswirtschaft ist das Eine, ein Unrechtsgefühl bei denen, die sich so verhielten, war aber selten vorhanden.
Und diejenigen, die in den Brigaden aufmuckten und offen dieses miese Verhalten kritisierten, wurden geschnitten, umgesetzt, als nicht ins Kollektiv passend in die Mangel genommen.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 17.01.2011 16:23 | nach oben springen

#154

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 16:25
von exgakl | 7.237 Beiträge

Beitrag von Wosch!

.................Ja @Sachsendreier, ich habe tatsächlich unterschlagen, daß wir keine "Schlechtwetterregelung" wie seinerzeit im Westen hatten und daß wie auch bei 10-15 Grad Cesius auf dem Bau die Kelle schwingen durften. Eine Tonne mit heiß Wasser in der jeden Augenblick die Kelle enteist wurde und so bis zum Frühstück 2-3 Schichten Mauerwerk hingezaubert wurden, wenn wir dann nach dem Frühstück aus der Bude kamen, hatte der Frost das frische Mauerwerk krumm und schief gebogen. Nachdem selbst der blödeste Bauleiter festgestellt hatte daß das Ganze keinen Zweck hatte, durften wir den Rest der kalten Jahreszeit Pflasterarbeiten verrichten, selbst wenn es schneite und auch bei Regen wurden die Hände nicht in den Schoß gelegt. Ja, ich kann mich auch generell ans Kartenspielen während der Arbeitszeit erinnern, das geschah aber nur wenn kein Material zum Arbeiten da war. Da wir im Leistungslohn gearbeitet hatten, war das natürlich "Null" Leistung und man mußte hinterher doppelt und dreifach malochen um auf die 200 + Prozente zu kommen.
Und @Sachsendreier, wenn wir nach 8-einhalb Stunden Maloche und 1-stündiger Heimfahrt mit dem Fahrrad zu Hause angekommen waren, dann war nichts mit privater und "gut bezahlter Freizeitarbeit", dann wollte man seine Ruzhe haben, jedenfalls bei uns in Ludwigslust und füe solche Freizeitaktivitäten fehlte den potenziellen Auftraggebern übrigens seinerzeit alle dafür nötigen Materialien, angefangen vom Sack Zement bis hin zum ganz normalen Backstein. So war es, wie schon gesag,t bei uns in Ludwigslust und im Kreis sah es auch nicht anders aus!
Dann hatte ich noch unterschlagen, daß wir im Jahr zwei Mal eine "freiwillige " Nationale Aufbaustunde leisten durften, die natürlich auf die freien Sonntage fühlen und für die man nicht bezahlt wurden!
Sollte ich jetzt noch etwas "unterschlagen" haben, @Sachsendreier, mache mich bitte darauf aufmerksam, Danke.

Schönen Gruß aus Kassel.

Beitrag von Wosch.... neu eingestellt!


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 17.01.2011 16:26 | nach oben springen

#155

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:01
von SEG15D | 1.121 Beiträge

Ergänzend zu werner's und meinen Ausführungen möchte ich noch erwähnen, das sich diese Praxis durch die meisten Betriebe zog, in denen Akkordarbeit angesagt war. Also vom Zulieferer bis zum Finalproduzenten. Die ursprüngliche Norm wurde als Querschnitt der Leistungsfähigkeit innerhalb einer Brigade von Werktätigen mit dem selben Tätigkeitsprofil durchgeführt. Damit war natürlich auch ein entsprechender Altersquerschnitt vertreten. Schon dadurch war die folgende Festlegung für 100% nicht das effektiv Machbare sondern vielleicht grad mal 60% davon. Und wenn wir jungen Kerls mal aufgedreht haben in der Schicht, war dann teilweise für den Rest der Kollegen Schluß mit Erfüllung der Norm, einfach weil der Nachschub an Geräten und Material fehlte...
Will heißen, die wären dann am Monatsende mit weniger Geld nach Haus gegangen. Das war schon mal Sprengstoff für die soziale Komponente auf der Arbeit.

Gruß SEG15D



zuletzt bearbeitet 17.01.2011 20:10 | nach oben springen

#156

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:10
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl
Beitrag von Wosch!

.................Ja @Sachsendreier, ich habe tatsächlich unterschlagen, daß wir keine "Schlechtwetterregelung" wie seinerzeit im Westen hatten und daß wie auch bei minus10-15 Grad Cesius auf dem Bau die Kelle schwingen durften. Eine Tonne mit heiß Wasser in der jeden Augenblick die Kelle enteist wurde und so bis zum Frühstück 2-3 Schichten Mauerwerk hingezaubert wurden, wenn wir dann nach dem Frühstück aus der Bude kamen, hatte der Frost das frische Mauerwerk krumm und schief gebogen. Nachdem selbst der blödeste Bauleiter festgestellt hatte daß das Ganze keinen Zweck hatte, durften wir den Rest der kalten Jahreszeit Pflasterarbeiten verrichten, selbst wenn es schneite und auch bei Regen wurden die Hände nicht in den Schoß gelegt. Ja, ich kann mich auch generell ans Kartenspielen während der Arbeitszeit erinnern, das geschah aber nur wenn kein Material zum Arbeiten da war. Da wir im Leistungslohn gearbeitet hatten, war das natürlich "Null" Leistung und man mußte hinterher doppelt und dreifach malochen um auf die 200 + Prozente zu kommen.
Und @Sachsendreier, wenn wir nach 8-einhalb Stunden Maloche und 1-stündiger Heimfahrt mit dem Fahrrad zu Hause angekommen waren, dann war nichts mit privater und "gut bezahlter Freizeitarbeit", dann wollte man seine Ruzhe haben, jedenfalls bei uns in Ludwigslust und füe solche Freizeitaktivitäten fehlte den potenziellen Auftraggebern übrigens seinerzeit alle dafür nötigen Materialien, angefangen vom Sack Zement bis hin zum ganz normalen Backstein. So war es, wie schon gesag,t bei uns in Ludwigslust und im Kreis sah es auch nicht anders aus!
Dann hatte ich noch unterschlagen, daß wir im Jahr zwei Mal eine "freiwillige " Nationale Aufbaustunde leisten durften, die natürlich auf die freien Sonntage fühlen und für die man nicht bezahlt wurden!
Sollte ich jetzt noch etwas "unterschlagen" haben, @Sachsendreier, mache mich bitte darauf aufmerksam, Danke.

Schönen Gruß aus Kassel.

Beitrag von Wosch.... neu eingestellt!




..............Danke@exgakl, für das Widerreinstellen!!!


zuletzt bearbeitet 17.01.2011 20:12 | nach oben springen

#157

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:12
von GZB1 | 3.287 Beiträge

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zuletzt bearbeitet 17.01.2011 20:14 | nach oben springen

#158

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:15
von wosch (gelöscht)
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Zitat von GZB1
Wie war das nochmal mit blau



Lieber GZB1, ich habe weder die blaue Farbe gewählt, sondern nur die Zitierfunktion und danach auf Absenden. Da kannst Du mir wirklich keinen Vorwurf machen und den "Melde-Button" drücken.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#159

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:18
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Sorry wosch, deine Bemerkung in schwarz (bin ich ja eigentlich von dir nicht gewöhnt ) habe ich erst später gelesen und den Meldebutton habe ich nicht betätigt!


zuletzt bearbeitet 17.01.2011 20:19 | nach oben springen

#160

RE: Arbeiteinkommen DDR/BRD

in Leben in der DDR 17.01.2011 20:20
von exgakl | 7.237 Beiträge

gern Wosch und gib es endlich zu! So normale Schrift sieht doch irgendwie schöner aus


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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