#1

Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 21:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#2

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 21:17
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

den Artikel gab es heute auch in der SVZ.eine ganze Seite...Unglaublich was alles so möglich war.Nur hat man nicht geschrieben ,ob er seine wohl mehr als gerechte Strafe auch wirklich absitzten mußte.Und war mit der Rückzahlung?

aber sicher ist er jetzt auch ein "Opfer"


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#3

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 21:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#4

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 21:42
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

ja gert ,aber auch kleinvieh macht mist.auch die vielen kleinen diebstähle(oder mitbringsel)mit denen sich hier mal jemand rühmte.konnten enormen schaden anrichten


zuletzt bearbeitet 14.12.2010 21:43 | nach oben springen

#5

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 21:53
von werner | 1.591 Beiträge

Rückzahlung - Wie wurden Schadenersatzforderungen beim Umtausch in DM bewertet, wie Kredite mit 1:2?
Und seine Abnehmer werden sich vermutlich 1989 in den Hintern gekniffen haben ob des gewaltigen Verlustes . . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#6

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 22:14
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat:Rückzahlung - Wie wurden Schadenersatzforderungen beim Umtausch in DM bewertet, wie Kredite mit 1:2?
Und seine Abnehmer werden sich vermutlich 1989 in den Hintern gekniffen haben ob des gewaltigen Verlustes . . .


zu 1) keine Ahnung, wurden sie überhaupt verfolgt, wenn der Betrieb wie Sachsenring abgewickelt wurde ?
zu 2) davon kann man ausgehen, wie sagt der Volksmund " Unrecht Gut gedeiht nicht ", oder es gibt auf der Welt so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit, man trifft sich immer 2 x im Leben.

Gruß Gert


.
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#7

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 22:16
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Pitti53
ja gert ,aber auch kleinvieh macht mist.auch die vielen kleinen diebstähle(oder mitbringsel)mit denen sich hier mal jemand rühmte.konnten enormen schaden anrichten




da hast du wohl recht Pitti.

Gruß Gert


.
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Mahatma Gandhi
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#8

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 14.12.2010 22:22
von moreau | 384 Beiträge

Hallo Gert Mal eine kleine Geschichte oder besser Witz in den Zusammenhang.
Da verlässt einer jeden Tag zum Arbeitsschluß sein Betrieb mit einer Schubkarre mit irgendwelchen Zeugs. Die Pförtner mißtrauisch geworden kontrollieren ihn und filzen ihn täglich und gründlich. Kommen aber nicht dahinter was er schmuggelt. Eines Tages fragt ihn der Pörtner was er denn aus den Betrieb herausschafft . Sie wüsten zwar das er was herausschafft ,aber nicht was. Da antwortet er ihnen "Es ist ganz einfach. Ich schmuggel Schubkarren !"

Tschja! Was ist die Lehre aus dieser Geschichte. Je dreister und unverfrorener, umso erfolgreicher ist so ein"Abzweigen" Da hat selbst die schärfste Kontrolle ein Problem.

Gruß
Moreau


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#9

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 07:11
von Pit 59 | 10.134 Beiträge

Moreau
Deine Geschichte war ja ein Witz,aber mit Sicherheit war vieles so,.je dreister desto besser.


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#10

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 12:01
von Blanco (gelöscht)
avatar

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Denkste, Gert!
Ich erinnere mich, dass einem in Rüsselsheim am Main gelegenen Werk eines großen Automobilherstellers (fängt mit "O" an) vor etlichen Jahren ähnliches passiert ist. Diebe hatten fabrikneue Autos vom Werksgelände stibitzt und über den im Winter zugefrorenen Main weg gefahren.


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#11

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 18:37
von Rabe (gelöscht)
avatar

Hallo.

25 Autos klauen ist die eine Sache. Die Autos auf dem Schwarzmarkt zu verticken ist eine andere Sache. Mich würde interessieren, wie
die Käufer ihre Fahrzeuge zulassen konnten?

Rabe


zuletzt bearbeitet 15.12.2010 18:37 | nach oben springen

#12

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 19:08
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo Rabe, einfache Antwort. Garnicht! Benutzt wurden schon zugelassene Trabbis, es wurde nur die Fahrgestellnummer 'umgeflext'.

Ich zitiere mal aus dem Artikel (Link beim Startpost von FED)
So einfach wie der Diebstahl gestaltet sich auch der Verkauf. Bachmann sucht sich seine Abnehmer unter Besitzern älterer Trabis. Dann trennt er die Fahrgestellnummer des gestohlenen Trabis heraus und ersetzt sie durch jene des bereits seit Jahren zugelassenen Fahrzeuges. Die Abnehmer fahren nun einen neuen Trabi mit alten Papieren. Bei abweichender Farbe wird einfach eine Legende für die neue Lackierung erfunden.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 15.12.2010 19:48 | nach oben springen

#13

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 19:11
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von 94
Hallo Rabe, einfache Antwort. Garnicht! Benutzt wurden schon zugelassene Trabbis, es wurde nur die Fahrgestellnummer 'umgeflext'.


und wo blieben dann die alten? ersatzteilversorgung?

irgendwie hinterläßt dieser artikel viele fragen.schlecht recherchiert


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#14

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 19:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Pitti53
und wo blieben dann die alten? ersatzteilversorgung?



Genau, ist auch heute noch gängige Praxis. Wird jetzt zwar bissel oT, aber mal ein Beispiel auf die Schnelle, nur andersrum, weil sonst illegal *grins*. An diesem Sprinter ist ja nun nix mehr dran. Ich zitiere: 'Ohne Motor, Achse hinten und Auspuffanlage.' Und ich bin mir sicher, Getriebe ist auch schon weg, wenn man telefonisch rückfragt. Schrottpreis für eine Tonne Mischschrott aktuell 144€. Achso, dieser Verkauf ist natürlich NICHT illegal! Und der aufgerufene Preis ist billig!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#15

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 22:39
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#16

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 22:53
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von ABV


Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe



Klär uns doch mal auf - hatten die Teile dann eine Zollnummer? Von fabrikneuen Fahrzeugen kannte ich das noch nicht - nur das sie bei uns aus nem Carport geklaut und in FFO gewissermassen aufgegriffen wurden.

Gruss

icke



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#17

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 15.12.2010 23:20
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von icke46

Zitat von ABV


Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe



Klär uns doch mal auf - hatten die Teile dann eine Zollnummer? Von fabrikneuen Fahrzeugen kannte ich das noch nicht - nur das sie bei uns aus nem Carport geklaut und in FFO gewissermassen aufgegriffen wurden.

Gruss

icke




Nee die hatten keine Zollnummer, ich denke mal du meinst ein Ausfuhrkennzeichen. Die waren tatsächlich gewissermaßen gerade "vom Band" gekommen. So etwas ist aber eher die Ausnahme. In aller Regel stammen die Fahrzeuge tatsächlich aus Carports und ähnlichem

Viele Grüße von der polnischen Grenze
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#18

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 16.12.2010 13:50
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ABV

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe




Uwe ich kann nicht das Gegenteil beweisen, halte das aber für sehr unwahrscheinlich. Bei VW habe ich noch keine Auto abgeholt, aber in einem Werk in Sindelfingen. Bevor ich meinen neuen Wagen da raus hatte, lief eine Menge Bürokratie und Kontrolle über die Bühne. Auch sehe ich das Problem bei geklauten Autos mit den Fahrzeugpapieren. Wie soll man ein solches Auto in den Verkehr bringen ? Der Fahrzeugbrief wird ja wohl kaum auf dem Beifahrersitz des Autos liegen. Es macht irgendwie keinen Sinn.

Gruß Gert


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
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Mahatma Gandhi
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#19

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 16.12.2010 14:14
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von ABV

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe




Uwe ich kann nicht das Gegenteil beweisen, halte das aber für sehr unwahrscheinlich. Bei VW habe ich noch keine Auto abgeholt, aber in einem Werk in Sindelfingen. Bevor ich meinen neuen Wagen da raus hatte, lief eine Menge Bürokratie und Kontrolle über die Bühne. Auch sehe ich das Problem bei geklauten Autos mit den Fahrzeugpapieren. Wie soll man ein solches Auto in den Verkehr bringen ? Der Fahrzeugbrief wird ja wohl kaum auf dem Beifahrersitz des Autos liegen. Es macht irgendwie keinen Sinn.

Gruß Gert




...............moin @Gert. Ob der VW nun direkt in Wolfsburg oder in Sindelfingen entwendet wurde - entzieht sich meiner Kenntnis. Aus eigener Erfahrung ( 1992/1993 Grenzschutzstelle Schmilka und Frankfurt/Oder Autobahn), dass durchaus fabrikneue Fahrzeuge der Marken VW, Opel, Mercedes u.a. mit teilweise ge- oder verfälschten amtlichen Kennzeichen aus der BR Deutschland verbracht werden sollten. Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass die Fahrzeuge teilweise direkt aus den Auslieferungsgelände der jeweiligen Werke/Händler bzw. von Umladestationen (Straße/Schiene z.B.) entwendet wurden. Mitgeführte Fahrzeugscheine (heute Zulassungsbescheinigung Teil II) waren teilweise ge- oder überwiegend verfälscht (mechanisch manipuliert). Ohne im Detail auf den Modus Operandi ein zu gehen..................der oder die Tatverdächtigen, änderten an den Fahrzeugen auch teilweise die Fahrgestellnummer (FIN). Beliebt und oft praktiziert war auch der s.g. Schrott-Trick. Zur Ausreise erschienen in diesen Fällen, Fahrzeuge mit Anhänger - auf welchen sich dem Anschein nach Schrottfahrzeuge befanden. Bei genauer Augenscheinsnahme, konnte festgestellt werden dass diese Fahrzeuge nur an leicht auszuwechselnen Fahrzeugteilen beschädigt waren. Entweder bei den Tatverdächtigen selber oder in dem Fahrzeug, konnten teilweise die originalen Fahrzeugschlüssel aufgefunden und sichergestellt werden.
...............so bevor ich weiter vom Thema abweiche.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
KAMÜ hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 16.12.2010 14:20
von westsachse | 464 Beiträge

Hallo Leute,

wollte blos mal anmerken, daß die meisten Eigentumsdelikte in der DDR nicht durchgeführt wurden um sich zu bereichern oder das Gemeinwesen zu schädigen, sondern schlicht und einfach weil man das Zeug brauchte und es nichts zu kaufen gab. Das ging bei Autos bzw. Gehilfen los und hörte bei Heimwerkersachen oder Baumaterial noch lange nicht auf. Der DDR-interne Fachbegriff hies "sozialistisch umlagern".

Zum Thema VW: Dieser Laden hat mit Kapitalismus nichts zu tun. Das ist einer der besten VEB's weltweit. Karl Marx oder auch Erich Honecker würden stehend Beifall klatschen wenn sie heute sehen könnten wie ihre Visionen vom Kommunismus hier verwirklicht werden. Natürlich nur unter den Festangestellten.

Gruß

westsachse


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