#1

An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 19:32
von teddie (gelöscht)
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Habe es ja eigentlich schon in meiner Neuvorstellung angekündigt, dass ich mich u.a. für die östliche Seite der DDR-grenze interessiere.
Da ich nicht in den Grenzeinheiten gedient habe, könnte ich mir vorstellen, dass es zum vermeintlichen "Waffenbruder" anders aussah mit der eigentlichen Organisation und mit dem Ablauf vorort?
Kann man das so feststellen?
Könnte mir vorstellen, dass die Grenzbegehungsfrequentierung bestimmt um einiges gegenüber der innerdeutschen Begrenzung herabgesetzt war?
Von der Zeit, sage mal 1946 oder 1949 oder 1959 und dann ab 1961 und später werden da eventuell auch Unterschiede sein?


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#2

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 19:37
von teddie (gelöscht)
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Achso, ganz vergessen - bin ich hier überhaupt richtig mit diesem Thema?
Wenn nich, einfach verschieben - danke


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#3

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 19:44
von exgakl | 7.237 Beiträge

Hallo Teddie,

es gibt zwar schon einige Beiträge zur Grenze Polen und CSFR aber wir lassen das mal hier stehen.
Wie es in den Anfangsjahren nach dem 2.WK dort in den Bereichen war kann ich Dir nicht sagen. Später gab es an den beiden Grenzen eine sogenannte Grenzüberwachung. Diese wurde durch Berufsoldaten durchgeführt die auch am Standort wohnten (Grenzabschnitssbevollmächtigter) Du kannst Dir die ähnlich wie einen ABV vorstellen und der ist ja nun dem gelernten DDR-Bürger hinlänglich bekannt.
In aller Regel waren die Grenzer dort mit einem Dienst-Kfz. und persönlicher Bewaffnung ausgestattet. Zusätzliche Einheiten wie an der Westgrenze gab es iin den Abschnitten nicht.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#4

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 19:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von exgakl
Zusätzliche Einheiten wie an der Westgrenze gab es iin den Abschnitten nicht.



Bis zum Spätsommer '89 ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#5

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 20:23
von SET800 | 3.104 Beiträge

Etwas off topic:

Im späten Frühling 1991 war ich mit dem Fahrrad bei den Polen/Tschechen im Riesengebirge dicht unter der Schneekoppe.
Es war der Feiertag, Fronleichnam, in Polen damals schon wieder wichtig. Auffahrt über Kirche Wang und Rübezahls
"Rodelbahn"!

Aber direkt an der Grenze oben auf dem Kamm nähe der Risesenbaude(?), Grenzdienst von je 2 Polen und
Tschechen in Uniform, die Grenze nicht übertreten, schön auf der richtigen Seite bleiben...

Aber zusammen auf dem Grenzstein Karten spielen, das war ein schöner friedlicher Anblick.
Dann ist die Welt in Ordnung!
Ob das Issraelis und Syrer je hinbekommen werden?



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#6

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 20:52
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Aber zusammen auf dem Grenzstein Karten spielen, das war ein schöner friedlicher Anblick.
Dann ist die Welt in Ordnung!
Ob das Issraelis und Syrer je hinbekommen werden?[/quote]


-------
Eher nicht - Kartenspielen und Moslem

Mike59


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#7

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 23:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich war Angehöriger der 6.GBK. Nach meiner Grundausbildung in Greifswald von Mai - Juli 1963 war ich anschließend 2 Monate in Ahlbeck auf der Insel Usedom um Grenzdienst zu machen. Wir liefen Doppelposten von Ahlbeck bis Kamminke und zurück an unserer Ostgrenze zu Polen auf der Insel. Grenzsicherungsanlagen wie an der Westgrenze gab es auf unserer Seite nicht. Aber die Polen hatten einen K 10, einen Stacheldrahtzaun, Signaleinrichtungen ( vermutlich Lichtschranken, wenn ich das richtig erinnere ) und natürlich bewaffnete Posten.

Sie hatten damals, 18 Jahre nach Kriegsende , offenbar noch großen Respekt vor uns.


Viele Grüße aus dem Rheinland an die Oder


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#8

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 13.12.2010 23:36
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Gert
Ich war Angehöriger der 6.GBK. Nach meiner Grundausbildung in Greifswald von Mai - Juli 1963 war ich anschließend 2 Monate in Ahlbeck auf der Insel Usedom um Grenzdienst zu machen. Wir liefen Doppelposten von Ahlbeck bis Kamminke und zurück an unserer Ostgrenze zu Polen auf der Insel. Grenzsicherungsanlagen wie an der Westgrenze gab es auf unserer Seite nicht. Aber die Polen hatten einen K 10, einen Stacheldrahtzaun, Signaleinrichtungen ( vermutlich Lichtschranken, wenn ich das richtig erinnere ) und natürlich bewaffnete Posten.

Sie hatten damals, 18 Jahre nach Kriegsende , offenbar noch großen Respekt vor uns.


Viele Grüße aus dem Rheinland an die Oder


-----------------------------------
Hallo Gert,

Die Signalanlagen haben sie heute noch - sicher modernere, aber es gibt sie noch. Ich hatte letztens (vor 1-2 Monaten) Dienst mit einem Kollegen der dort oben normalerweise Dienst verrichtet. Seine Aussage war ungefähr so: Die Polen haben bei uns angerufen und uns mitgeteilt das im Nordabschnitt Ihre Anlage ausgelöst hat. Wir also los in den Nordabschnitt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir gemerkt haben das die uns verarschen. Wenn wir im Nordabschnitt waren sind die illegalen im Südabschnitt rüber. Also wenn der Pole dann Bewegung im Nordabschnitt gemeldet hat sind wir nach Süden und hatten jedes mal die Bude voll.



Gruß aus der Rhön, habe schon -8°C und noch sternenklarer Himmel

Mike59


zuletzt bearbeitet 13.12.2010 23:37 | nach oben springen

#9

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 09:05
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von Gert
Ich war Angehöriger der 6.GBK. Nach meiner Grundausbildung in Greifswald von Mai - Juli 1963 war ich anschließend 2 Monate in Ahlbeck auf der Insel Usedom um Grenzdienst zu machen. Wir liefen Doppelposten von Ahlbeck bis Kamminke und zurück an unserer Ostgrenze zu Polen auf der Insel. Grenzsicherungsanlagen wie an der Westgrenze gab es auf unserer Seite nicht. Aber die Polen hatten einen K 10, einen Stacheldrahtzaun, Signaleinrichtungen ( vermutlich Lichtschranken, wenn ich das richtig erinnere ) und natürlich bewaffnete Posten.

Sie hatten damals, 18 Jahre nach Kriegsende , offenbar noch großen Respekt vor uns.


Viele Grüße aus dem Rheinland an die Oder


-----------------------------------
Hallo Gert,

Die Signalanlagen haben sie heute noch - sicher modernere, aber es gibt sie noch. Ich hatte letztens (vor 1-2 Monaten) Dienst mit einem Kollegen der dort oben normalerweise Dienst verrichtet. Seine Aussage war ungefähr so: Die Polen haben bei uns angerufen und uns mitgeteilt das im Nordabschnitt Ihre Anlage ausgelöst hat. Wir also los in den Nordabschnitt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir gemerkt haben das die uns verarschen. Wenn wir im Nordabschnitt waren sind die illegalen im Südabschnitt rüber. Also wenn der Pole dann Bewegung im Nordabschnitt gemeldet hat sind wir nach Süden und hatten jedes mal die Bude voll.



Gruß aus der Rhön, habe schon -8°C und noch sternenklarer Himmel

Mike59





Hallo Mike, das überrascht mich aber, dass an der polnischen Grenze noch solche Anlagen stehen. Ich denke wir handeln nach dem Schengen Abkommen. das gilt doch auch für Polen oder ?

Viele Grüße aus dem verschneiten Rheinland


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#10

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 10:59
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Mike59

Zitat von Gert
Ich war Angehöriger der 6.GBK. Nach meiner Grundausbildung in Greifswald von Mai - Juli 1963 war ich anschließend 2 Monate in Ahlbeck auf der Insel Usedom um Grenzdienst zu machen. Wir liefen Doppelposten von Ahlbeck bis Kamminke und zurück an unserer Ostgrenze zu Polen auf der Insel. Grenzsicherungsanlagen wie an der Westgrenze gab es auf unserer Seite nicht. Aber die Polen hatten einen K 10, einen Stacheldrahtzaun, Signaleinrichtungen ( vermutlich Lichtschranken, wenn ich das richtig erinnere ) und natürlich bewaffnete Posten.

Sie hatten damals, 18 Jahre nach Kriegsende , offenbar noch großen Respekt vor uns.


Viele Grüße aus dem Rheinland an die Oder


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Hallo Gert,

Die Signalanlagen haben sie heute noch - sicher modernere, aber es gibt sie noch. Ich hatte letztens (vor 1-2 Monaten) Dienst mit einem Kollegen der dort oben normalerweise Dienst verrichtet. Seine Aussage war ungefähr so: Die Polen haben bei uns angerufen und uns mitgeteilt das im Nordabschnitt Ihre Anlage ausgelöst hat. Wir also los in den Nordabschnitt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir gemerkt haben das die uns verarschen. Wenn wir im Nordabschnitt waren sind die illegalen im Südabschnitt rüber. Also wenn der Pole dann Bewegung im Nordabschnitt gemeldet hat sind wir nach Süden und hatten jedes mal die Bude voll.



Gruß aus der Rhön, habe schon -8°C und noch sternenklarer Himmel

Mike59





Hallo Mike, das überrascht mich aber, dass an der polnischen Grenze noch solche Anlagen stehen. Ich denke wir handeln nach dem Schengen Abkommen. das gilt doch auch für Polen oder ?

Viele Grüße aus dem verschneiten Rheinland



------------------------------------------------------------------------------------
Was sagt den das Schengener Abkommen? Wegfall der stationären Personen Kontrollen an den Schengen Innengrenzen. Mal ganz grob vereinfacht.
D.h. doch nicht das jegliche Kontrollen aufgehoben sind. Das Thema ist etwas komplexer.

Mike59


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#11

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 11:22
von teddie (gelöscht)
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Zitat von Gert
Ich war Angehöriger der 6.GBK. Nach meiner Grundausbildung in Greifswald von Mai - Juli 1963 war ich anschließend 2 Monate in Ahlbeck auf der Insel Usedom um Grenzdienst zu machen. Wir liefen Doppelposten von Ahlbeck bis Kamminke und zurück an unserer Ostgrenze zu Polen auf der Insel. Grenzsicherungsanlagen wie an der Westgrenze gab es auf unserer Seite nicht. Aber die Polen hatten einen K 10, einen Stacheldrahtzaun, Signaleinrichtungen ( vermutlich Lichtschranken, wenn ich das richtig erinnere ) und natürlich bewaffnete Posten.Sie hatten damals, 18 Jahre nach Kriegsende , offenbar noch großen Respekt vor uns.
Viele Grüße aus dem Rheinland an die Oder



Danke Gert.
Was für ein Zufall - mein "Besuch" in Kamminke war etwa 10 Jahre später - hatte was mit Bau-Pionier-Ausbildung zutun, aber für die LSK/LV in Garz. Im Kamminker Gelände hatten wir mehrere "Veranstaltungen".
Nehme mal an "GBK" heißt Grenzbrigade Küste?
Wo war die Unterkunft?
Und Doppelposten - irgendwo abgesetzt oder nach System an einem jeweiligen Grenzabschnitt? Ging es direkt am Oderhaff los?
Noch eine spezielle Frage: Habe vor kurzem gelesen, das wegen des FP in Garz ein Flugfeuer oder sowas Ähnliches dort auf polnischem Gebiet existierte - seit ihr da auch vorbei gekommen? Gab es auf DDR-Seite befestigte Bauwerke an der Grenze, auch aus alten dt. Zeiten?

bis dann
gruss teddie


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#12

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 11:27
von teddie (gelöscht)
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Zitat von exgakl
Hallo Teddie,es gibt zwar schon einige Beiträge zur Grenze Polen und CSFR aber wir lassen das mal hier stehen.
Wie es in den Anfangsjahren nach dem 2.WK dort in den Bereichen war kann ich Dir nicht sagen. Später gab es an den beiden Grenzen eine sogenannte Grenzüberwachung. Diese wurde durch Berufsoldaten durchgeführt die auch am Standort wohnten (Grenzabschnitssbevollmächtigter) Du kannst Dir die ähnlich wie einen ABV vorstellen und der ist ja nun dem gelernten DDR-Bürger hinlänglich bekannt.In aller Regel waren die Grenzer dort mit einem Dienst-Kfz. und persönlicher Bewaffnung ausgestattet. Zusätzliche Einheiten wie an der Westgrenze gab es iin den Abschnitten nicht.VG exgakl



Hallo @exgakl
das ist ja interessant - hatte ich jetzt so nicht gewußt.
Aber wie war die Aufteilung - z.B. könnte ich mir vorstellen, dass es in FfO mehrere dieser "GABV´s" gab, als vielleicht in Guben oder anderen kleineren Orten?


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#13

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 11:34
von exgakl | 7.237 Beiträge

Hallo Teddie,

wie die Kräfteeinteilung an der Grenze zu Polen war kann ich Dir auch nicht sagen. Sicherlich macht es Sinn, dass z.B. in Frankfurt/Oder mehr AGT waren als Beispielsweise in irgendeinem kleine Kaff. Vielleicht findet sich ja mal ein ehemaliger Grenzabschnittsbevollmächtigter hier im Forum ein und kann genaueres zu seiner Dienstzeit sagen.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#14

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 14:35
von Gert | 12.354 Beiträge

@teddie Ja, GBK = Grenzbrigade Küste. Unsere Unterkunft war in Ahlbeck ziemlich nahe bei dem Punkt wo die Landgrenze in die Ostsee mündet. Den Flugplatz Garz kenne ich auch noch. Ich habe hier ( im Rheinland) einen Bekannten, der mietet sich öfters ein kleines Flugzeug und fliegt mit der Familie nach Garz, um dort Urlaub zu machen. Die Piste ist auch heute noch in Betrieb.
Grenzbefestigungen unserseits und aus Vorkriegszeit gab es nicht. Aus Vorkriegszeit kann es keine gegeben haben, weil da keine Grenze war. Diese Grenze ist ein Ergebnis unserer glorreichen Niederlage im Weltkrieg II. Das Gebiet war Vorstadtgebiet von Swinemünde einer größeren Hafenstand auf Usedom, liegt östlich von Ahlbeck. Naher der Grenze, aber auf polnischer Seite, ist ein großer Berg, der Golm, dort liegen Tausende Tote begraben, Opfer eines verheerenden Bombenangriffs aus dem Frühjahr 1945.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#15

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 15:13
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von Gert
@teddie Ja, GBK = Grenzbrigade Küste. Unsere Unterkunft war in Ahlbeck ziemlich nahe bei dem Punkt wo die Landgrenze in die Ostsee mündet. Den Flugplatz Garz kenne ich auch noch. Ich habe hier ( im Rheinland) einen Bekannten, der mietet sich öfters ein kleines Flugzeug und fliegt mit der Familie nach Garz, um dort Urlaub zu machen. Die Piste ist auch heute noch in Betrieb.
Grenzbefestigungen unserseits und aus Vorkriegszeit gab es nicht. Aus Vorkriegszeit kann es keine gegeben haben, weil da keine Grenze war. Diese Grenze ist ein Ergebnis unserer glorreichen Niederlage im Weltkrieg II. Das Gebiet war Vorstadtgebiet von Swinemünde einer größeren Hafenstand auf Usedom, liegt östlich von Ahlbeck. Naher der Grenze, aber auf polnischer Seite, ist ein großer Berg, der Golm, dort liegen Tausende Tote begraben, Opfer eines verheerenden Bombenangriffs aus dem Frühjahr 1945.

Viele Grüße aus dem Rheinland




Hallo Gert,
kleine Korrektur, die Krigsgräberstätte Golm befindet sich auf deutschem Teritorium,sie Link

http://www.insel-usedom-wollin.de/kamminke/gedenkgolm.html

Der Flugplatz läuft jetzt unter der Bezeichnung Heringsdorf

http://www.flughafen-heringsdorf.de/

übrigens habe ich auch einen Grund für dich gefunden ,die Insel Usedom mal wieder zu besuchen in Zinnowitz und Karlshagen findet im Juli ein Seniorentennisturnier statt, es gibt wieder 12000 $ Preisgeld zu gewinnen,bei einer Teilnehmerzahl von 200 Senioren und Seniorinnen doch bestimmt interessant
Gruß mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
zuletzt bearbeitet 14.12.2010 15:32 | nach oben springen

#16

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 15:44
von ABV | 4.202 Beiträge

Also ich bezweifele, dass es an der polnischen Grenze noch irgendwelche intakten Grenzsperren gibt! Wir leben schließlich seit drei Jahren gemeinsam im "Schengenland"! Kontrollen gibt es tatsächlich noch und zwar in einem Umkreis von dreißig Kilometern hinter der Staatsgrenze. Dort führt der polnische Grenzschutz, genau wie in Deutschland die Bundespolizei, stichprobenartige Kontrollen durch. Diese sind auch, auf beiden Seiten der Grenze, dringend notwendig! An der Oder gibt es noch einen Beobachtungsturm auf polnischer Seite, der aber schon viele Jahre vor "Schengen", nicht mehr besetzt wurde. Die Sicherung der Grenze zur DDR erfolgte durch die WOP, das bedeutet soviel wie Militärischer Grenzschutz. Im Gegensatz zur DDR, kamen hier auch Wehrpflichtige zum Einsatz. Die Posten und Streifendichte des polnischen Grenzschutzes war aber sehr gering. Sperranlagen, Signalzäune und ähnliches gab es meines Wissens an der Oder nirgendwo. Zumindestens nach 1961 war das so. In den ersten Jahren herrschte auch an der polnischen Grenze ein weitaus strengeres Regime . Dort gab es auch auf der DDR-Seite Grenzkompanien, die aber nach 1961 aufgelöst wurden. Bei der Großlage im Herbst 1989, war ich selbst wochenlang im Einsatz. Falls es dazu Fragen gibt, stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#17

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 16:00
von teddie (gelöscht)
avatar

Zitat von ABV
Also ich bezweifele, dass es an der polnischen Grenze noch irgendwelche intakten Grenzsperren gibt! Wir leben schließlich seit drei Jahren gemeinsam im "Schengenland"! Kontrollen gibt es tatsächlich noch und zwar in einem Umkreis von dreißig Kilometern hinter der Staatsgrenze. Dort führt der polnische Grenzschutz, genau wie in Deutschland die Bundespolizei, stichprobenartige Kontrollen durch. Diese sind auch, auf beiden Seiten der Grenze, dringend notwendig! An der Oder gibt es noch einen Beobachtungsturm auf polnischer Seite, der aber schon viele Jahre vor "Schengen", nicht mehr besetzt wurde. Die Sicherung der Grenze zur DDR erfolgte durch die WOP, das bedeutet soviel wie Militärischer Grenzschutz. Im Gegensatz zur DDR, kamen hier auch Wehrpflichtige zum Einsatz. Die Posten und Streifendichte des polnischen Grenzschutzes war aber sehr gering. Sperranlagen, Signalzäune und ähnliches gab es meines Wissens an der Oder nirgendwo. Zumindestens nach 1961 war das so. In den ersten Jahren herrschte auch an der polnischen Grenze ein weitaus strengeres Regime . Dort gab es auch auf der DDR-Seite Grenzkompanien, die aber nach 1961 aufgelöst wurden. Bei der Großlage im Herbst 1989, war ich selbst wochenlang im Einsatz. Falls es dazu Fragen gibt, stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruß an alle
Uwe




Hallo Uwe, danke für die Infos.
Also mich hat noch kein Pole angehalten - bin nämlich desöfteren wegen der dt. bef. Anlagen dort unterwegs

Aber ich glaube, die Polen vergessen immer Einiges abzubauen, deswegen findet man auch später häufig noch etwas, wo in Deutschland nix mehr vorhanden ist - wir sind eben gründlich

Zwei Fragen stellen sich jetzt für mich:

Gibt es eine Aufstellung über diese Grenzabschnitte an der Oder vor und nach 1961?
Und wer kannte sich dort im Bereich um Fürstenberg an der Oder, später Stalinstadt - heute Eisenhüttenstadt aus?


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#18

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 16:06
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von ABV
... Die Sicherung der Grenze zur DDR erfolgte durch die WOP, das bedeutet soviel wie Militärischer Grenzschutz. Im Gegensatz zur DDR, kamen hier auch Wehrpflichtige zum Einsatz. ...

Gruß an alle
Uwe



Auch bei den DDR-Grenztruppen kamen seit Einführung der Wehrpflicht 1962 bei den Soldatendienstgraden nur Wehrpflichtige zum Einsatz!

Du meinst sicher die Grenzüberwachung zu DDR-Zeiten an der polnischen und tschechischen Grenze, dort waren hauptsächlich Berufssoldaten in Einsatz.


zuletzt bearbeitet 14.12.2010 16:16 | nach oben springen

#19

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 14.12.2010 16:37
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von GZB1

Zitat von ABV
... Die Sicherung der Grenze zur DDR erfolgte durch die WOP, das bedeutet soviel wie Militärischer Grenzschutz. Im Gegensatz zur DDR, kamen hier auch Wehrpflichtige zum Einsatz. ...

Gruß an alle
Uwe



Auch bei den DDR-Grenztruppen kamen seit Einführung der Wehrpflicht 1962 bei den Soldatendienstgraden nur Wehrpflichtige zum Einsatz!

Du meinst sicher die Grenzüberwachung zu DDR-Zeiten an der polnischen und tschechischen Grenze, dort waren hauptsächlich Berufssoldaten in Einsatz.




Ja genau, so meinte ich das. Da hatte ich mich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt. Mir ist, mit Ausnahme des Herbstes 1989, nie ein Soldat an der Oder begegnet. Auch 1989 kamen nicht überall Wehrpflichtige zum Einsatz, dass geschah nur an ausgewählten Abschnitten. Ich weiß zum Beispiel, dass im Bereich Lebus, nördlich von Frankfurt (Oder), von der Westgrenze abgezogene Soldaten zum Einsatz kamen. In dem genannten Bereich kam es damals täglich zu mehreren versuchten und auch geglückten Grenzübertritten. An anderen Abschnitten wirkten verstärkt Bereitschaftspolizisten unter der Leitung von richtigen Polizisten. Na gut, auch bei den Bereitschaftspolizisten handelte es sich ja um Wehrpflichtige. Aber Wehrpflichtige Grenzsoldaten kamen tatsächlich nur an besonders stark "frequentierten! Abschnitten zum Einsatz.
Noch ein Wort zu den Grenzabschnittsposten: Im Prinzip waren sie doch nichts anderes als eine besondere Form von Grenzaufklärern. Ihre Aufgaben ähnelten doch denen ihrer Kollegen an der Berliner Mauer bzw. Westgrenze in etwa.
Übrigens durften die Grenzabschnittsposten bei der Verfolgung eines Strafttäters bis zu 10 km tief in das polnische Hoheitsgebiet nacheilen. Damit hatten die DDR und Polen beinahe schon so etwas wie einen gewissen "Schengenstandart" erreicht.

Gruß an alle
Uwe


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zuletzt bearbeitet 14.12.2010 16:40 | nach oben springen

#20

RE: An der deutschen Oder

in Grenztruppen der DDR 20.12.2010 20:49
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von

Zitat von ABV
Also ich bezweifele, dass es an der polnischen Grenze noch irgendwelche intakten Grenzsperren gibt! Wir leben schließlich seit drei Jahren gemeinsam im "Schengenland"! Kontrollen gibt es tatsächlich noch und zwar in einem Umkreis von dreißig Kilometern hinter der Staatsgrenze. Dort führt der polnische Grenzschutz, genau wie in Deutschland die Bundespolizei, stichprobenartige Kontrollen durch. Diese sind auch, auf beiden Seiten der Grenze, dringend notwendig! An der Oder gibt es noch einen Beobachtungsturm auf polnischer Seite, der aber schon viele Jahre vor "Schengen", nicht mehr besetzt wurde. Die Sicherung der Grenze zur DDR erfolgte durch die WOP, das bedeutet soviel wie Militärischer Grenzschutz. Im Gegensatz zur DDR, kamen hier auch Wehrpflichtige zum Einsatz. Die Posten und Streifendichte des polnischen Grenzschutzes war aber sehr gering. Sperranlagen, Signalzäune und ähnliches gab es meines Wissens an der Oder nirgendwo. Zumindestens nach 1961 war das so. In den ersten Jahren herrschte auch an der polnischen Grenze ein weitaus strengeres Regime . Dort gab es auch auf der DDR-Seite Grenzkompanien, die aber nach 1961 aufgelöst wurden. Bei der Großlage im Herbst 1989, war ich selbst wochenlang im Einsatz. Falls es dazu Fragen gibt, stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruß an alle
Uwe




Hallo Uwe, danke für die Infos.
Also mich hat noch kein Pole angehalten - bin nämlich desöfteren wegen der dt. bef. Anlagen dort unterwegs

Aber ich glaube, die Polen vergessen immer Einiges abzubauen, deswegen findet man auch später häufig noch etwas, wo in Deutschland nix mehr vorhanden ist - wir sind eben gründlich

Zwei Fragen stellen sich jetzt für mich:

Gibt es eine Aufstellung über diese Grenzabschnitte an der Oder vor und nach 1961?
Und wer kannte sich dort im Bereich um Fürstenberg an der Oder, später Stalinstadt - heute Eisenhüttenstadt aus?




Hallo!
Ist dir zufällig das heutige Kinderheim in Kunitz Loose, direkt am Oderdamm, bekannt? Dort war bis 1961 eine Grenzkompanie untergebracht. Danach diente das Objekt der BdVP Frankfurt (Oder) als Schulungs und Ausbildungsobjekt. Ich habe da auch einige Wochen verbracht. In Fürstenberg bzw. Eisenhüttenstadt, hat es meines Wissen nach auch eine Grenzkompanie gegeben. Die Führung der für die polnische Grenze zuständigen Grenztruppen, erfolgte vom Grenzabschnittskommando Frankfurt (Oder) . Diese Dienststelle befand sich in der Kopernikusstraße und verfügte über einige Kasernengebäude, welche wahrscheinlich noch aus der Vorkriegszeit stammen. Nach 1990 zog dort das Bundesgrenzschutzamt Frankfurt (Oder) und nach dem Schengenbeitritt Polens, die Bundespolizeiinspektion Frankfurt (Oder) ein.
Im Grenzabschnittskommando gab es eine Führungsstelle, welche die vor Ort handelnden GAP (Grenzabschnittsposten) in ihren Bereichen führte. Das war allerdings nicht so einfach, da, außer in Frankfurt (Oder), kein GAP über ein Funkgerät verfügte. Im Herbst 1989 wurden die GAP auch in den anderen Abschnitten mit Handfunksprechgeräten ausgerüstet. Ich kann mich noch deutlich an den genervten Grenzer erinnern, als er aus den empfangen Wortfetzen eine nachvollziehbare Anweisung seitens der Führungsstelle "konstruieren" musste. Die Empfangs und Sendeleistungen der damaligen Geräte liessen einen Einsatz über eine Entfernung von ca. 35 km eigentlich nicht auch nicht zu.
Meines Wissens nach meldete sich der GAP vor und nach seiner geplanten Streife in seiner Führungsstelle, zwischenzeitlich war er dann nicht erreichbar. Was die Grenzabschnitte nach 1961 angeht, kann ich nur für den Altkreis Seelow sprechen. Dort gab es die Abschnitte Lebus, Reitwein, Kietz, Genschmar, Kienitz und Groß Neuendorf. Grenzkompanien gab es vor 1961 unter anderem in Kienitz und in Kietz. In Letschin gab es ein Grenzkommando, an das sich allerdings vor Ort niemand mehr erinnern kann.

Gruß an alle
Uwe


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