#21

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 03.12.2010 18:12
von Zkom IV | 323 Beiträge

@ Eumel:

Dank für Deine weiteren Hinweise. Das mit dem Grüßen muß ja unheimlich wichtig gewesen sein. Wahrscheinlich habe ich als völlig "Ungedienter" (als Westberliner war ich ja vom Wehrdienst befreit und die Bundeszollverwaltung legte immer größten Wert auf ihren Status als "zivile Behörde) den damaligen Kommandanten der GÜSt Kleinmachnow nicht richtig gegrüßt, woraufhin der natürlich sauer war und mich des "Feldes" verwiesen hat.

Gruß Frank



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#22

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 03.12.2010 19:06
von Eumel | 139 Beiträge

Zitat von Zkom IV
@ Eumel:
Dank für Deine weiteren Hinweise. Das mit dem Grüßen muß ja unheimlich wichtig gewesen sein. Wahrscheinlich habe ich als völlig "Ungedienter" (als Westberliner war ich ja vom Wehrdienst befreit und die Bundeszollverwaltung legte immer größten Wert auf ihren Status als "zivile Behörde) den damaligen Kommandanten der GÜSt Kleinmachnow nicht richtig gegrüßt, woraufhin der natürlich sauer war und mich des "Feldes" verwiesen hat.
Gruß Frank



Hehe ... sicher war es nicht so. Bei der Armee war es nun mal üblich, ordentlich Grußerweisung zu machen. Bei der PKE hat es da etwas an Schliff gefehlt. Der Kommandant als Oberst der GT legte da aber (mit Recht) Wert drauf.

Die Angehörigen vom Wachregiment "Friedrich Engels" (das waren die, welche z. B. am Mahnmal Unter den Linden standen) waren da wesentlich korrekter drauf. Falls man da auf der Straße einen Offizier begegnete (man selbst in Uniform), haben die auch mal niedere Dienstgrade wegen unvorschriftsmäßigen Grüßen zurückgepfiffen Auf dem Weg zum Mittag konnte man da bei uns häufig mal sehen, wie man korrekt Grußerweisung zu machen hat


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#23

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 03.12.2010 20:31
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Rabe
@Pitti53 Hallo

Von solchen Kontroversen, wie Du es nennst, habe ich keine Kenntnis. Wirklich nicht. Ich hätte so etwas auch nicht geduldet.
Wenn ich mal kontrolliert wurde ( sehr selten ), war es immer korrekt.

Rabe


aber es gab sie @rabe...habe es in den 9 jahren selbst erlebt.auch sentry berichtete hier schon ähnliches


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#24

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 03.12.2010 21:07
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Sehr interessante Ausführungen, besonders auch die über die Passausweisauskontrolle. Eine Frage, die mich immer interessiert hat, ist die: Wie ist man vorgegangen, wenn zwar der Ausweis zweifellos echt war, aber nicht eindeutig klar war, dass das Foto im Ausweis wirklich das des Inhabers war? Gab es da Spezialisten am Grenzübergang, z.B. Physiognomen?
Theo


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#25

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 00:16
von Eumel | 139 Beiträge

Identitätsprüfung war eines der wichtigsten Ausbildungsschritte. Bevor du in der Abfertigung warst, gab es da (zu meiner Zeit) viele Tests anhand von ... sagen wir Testtafeln oder Katalogen. Beliebt waren da Zwillinge. Es gab immer zwei Bilder und du musstest da identisch oder nicht identisch erkennen. Waren auch wirkliche Vorkommnisse eingebaut. Für jeden Mitarbeiter gab es auch ein kleines "Handbuch". Glaub, dass war auch im Buch von PKE mit drin. Das Ohr mit seinen vielen Unterschieden war wichtig. Deswegen auch die Lästereien wegen "Ohr frei machen" ;) ... Wenn du so willst, dann waren alle in der Passkontrolle "Physiognomen".

Edit flüsterte mir noch zu den Tests ein: Gerade wegen Altersunterschieden und krankheitsbedingten Veränderungen waren solche Fotos sehr beliebt. Kann allerdings heute nicht mehr sagen, wie viele unveränderliche Merkmale man erkennen sollte. Vielleicht weiss da PKE oder Rabe mehr dazu.

Es gab allerdings natürlich Spezialisten die bei Verdacht auch noch mal geschaut haben. Und hattest du den Verdacht, dann solltest du auch dringend den Spezialisten anfordern. Da hat (bei uns) keiner was gesagt. Das sollte aber im Normalfall auch nicht offen passieren. Kam aber auch vor.

In der Praxis kann man aber auch nicht so dumm denken, wie es manchmal kommt ... Da es auch ständig Leistungsdruck gab und bei machen Personengruppen "ja nichts passieren konnte", wurde da auch manchmal geschlampt. So gab es eben auch eine Schleusung, oder besser in diesem Fall einen ungesetzlichen Grenzübertritt, ohne die mindeste Ähnlichkeit, da ein DDR-Bürger einer betrunkenen Studentengruppe einen Pass entführt und sich dieser einfach angeschlossen hatte. Der Student im vorherigem Koma traf verspätet ein und meldete seinen Passverlust. Muss wohl alles schlüssig gewesen sein ... paar Tage später durfte er nach Hause. Für mich war es ein bleibendes Erlebnis, da es meine erste Zuführung zur Vernehmung war und viele Überstunden dran hingen.


zuletzt bearbeitet 04.12.2010 00:22 | nach oben springen

#26

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 01:11
von Möwe (gelöscht)
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Moin @Rabe.Keine Kontroversen?Ich habe genug Schichten am PP A5 geschoben um dieser Aussage nicht ganz zustimmen zu können.Man hatte doch immer irgendwie das Gefühl, dass die vom PKE nur darau warten, einem etwas anhängen zu können.Und so wurden sie halt jedes Mal kontrolliert,auch wenn sie 10x hintereinander in die Güst fuhren.Pgh. Grüsse vom verschneitem Wittow Möwe


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#27

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 14:44
von Rabe (gelöscht)
avatar

Hallo,

ich könnte die von einigen Usern geschilderten " Spannungen " zwischen den Angehörigen der SIK und den Mitarbeitern der Paß-
trolle einfach so sthehen lassen. Ich kann damit durchaus leben. Es ist Geschichte. Es ist auch nichts ungewöhnliches, daß es bei
allen Streitkräften der Welt, so auch in der DDR, zwischen den Angehörigen der Teilstreitkräfte und den verschiedenen Waffen-
gattungen ernste und weniger ernste " Zwistigkeiten " gab und immer geben wird.
Ich selber habe 18 Monate meiner Dienstzeit als " Wachposten " abgeleistet. Ich kenne also die Befindlichkeiten eines Posten
am Tage und in der Nacht, im Sommer und im Winter, bei Regen und bei Schnee.
Als Angehöriger der Paßkontrolle habe ich an verschiedenen Grenzübergangsstellen Dienst versehen. An der Güst Oebisfelde gab
keinerlei dienstliche Kontakte, auch nicht beim Betreten der Güst, zu Angehörigen der SIK. Dies trifft auch für die Güst Salzwedel
zu. Die Einfahrt in den " rückwärtigen Raum " der Güst Marienborn/A. war durch ein Postenpaar der SIK gesichert. Diesen
Postenbereich habe ich und 95 % der Mitarbeiter der Paßkontrolleinheit arbeitstäglich 2 Mal in einem Linien - KOM passiert.
In 10 Jahren hochgerechnet mindestens 6000 Mal. Der Bus ist nicht ein einziges Mal von dem Posten kontrolliert worden.
Ich glaube es nicht, daß ein Mitarbeiter der Paßkontrolle aus dem Bus heraus eine " lange Nase " gemacht hat.
Relativ selten bin ich zu Fuß oder mit einem KfZ durch den Postenbereich zum Objekt Harbke, Ortsteil Marienborn/A. gelaufen
bzw. gefahren. Wenn ich kontrolliert wurde, war es korrekt. Dabei bleibe ich.
Nun hab ich jedoch noch eine Frage: Welche Dokumente hat der Posten der SIK eigentlich von einem Mitarbeiter der Paßkontrolle kontrollieren müssen?

Rabe


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#28

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 15:15
von sentry | 1.106 Beiträge

Den Dienstausweis und ggf. die Genehmigung, ein Kfz mit hinein zu nehmen. An eine Anreise der PKE per KOM kann ich mich nicht erinnern bzw. dass ein Linienbus in die GÜSt fuhr (87/88).
Übrigens habe ich erst durch diese Ausweiskontrollen realisiert, dass Passkontrolleure MfS-Angehörige waren. Das war auch in der DDR kein Allgemeinwissen.


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#29

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 15:26
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von sentry

Naturgemäß verteidige ich natürlich meine Kameraden, aber man muss auch ganz klar zugeben, dass wir als Soldaten unsere kleine Machtposition an den Kontrollpunkten oder auch als Gehilfe des DHO/Eisenbahn schamlos ausnutzten. Es war uns natürlich regelmäßig ein innerer Abgang, wenn man einen Offizier (der Stasi) ein bisschen schikanieren konnte, einfach in dem man sich besonders vorschriftengetreu verhielt oder die persönlichen Möglichkeiten ausnutzte, um ihn ein bisschen zum Kochen zu bringen. Auch dazu könnte ich viele kleine Anekdötchen erzählen.



na dann mal los @sentry, gerade die anekdoten sind doch die würze eines forums...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#30

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 15:43
von sentry | 1.106 Beiträge

Ich hacke hier bloß auf meinem ipod rum und ich glaube, ich habe auch schon mal ein paar Geschichtchen geschrieben. Aber wenn ich wieder eine richtige Tastatur vor mir habe, wärme ich nochmal was auf.


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#31

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 16:39
von Rabe (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von sentry

Naturgemäß verteidige ich natürlich meine Kameraden, aber man muss auch ganz klar zugeben, dass wir als Soldaten unsere kleine Machtposition an den Kontrollpunkten oder auch als Gehilfe des DHO/Eisenbahn schamlos ausnutzten. Es war uns natürlich regelmäßig ein innerer Abgang, wenn man einen Offizier (der Stasi) ein bisschen schikanieren konnte, einfach in dem man sich besonders vorschriftengetreu verhielt oder die persönlichen Möglichkeiten ausnutzte, um ihn ein bisschen zum Kochen zu bringen. Auch dazu könnte ich viele kleine Anekdötchen erzählen.



na dann mal los @sentry, gerade die anekdoten sind doch die würze eines forums...





@ sentry

sentry, ich bitte Dich. Die abgelaufenen Spielchen waren denn aber nicht im Sinne von Partei und Regierung!

Sag bitte, sprechen wir von unterschiedlichen Postenbereichen?
Zu jeder Ablösung der Dienstschichten in Marienborn/A. sind mindestens 2 PKE - Linienbusse und ein Linienbus des GZA
gefahren. Die Busse haben die Leute zum Dienst auf die Güst gebracht und sind wieder runter gefahren und haben die
abgelöste Schicht nach 50 Minuten wieder abgeholt. Also haben bei jedem Dienstwechsel den Posten 6 Busse passiert. Und dies
dreimal am Tag. Von der sogenannten Stabslinie 7.45 Uhr bzw. 17.20 Uhr rede ich gar nicht. Manno, wo hast Du gestanden?

Rabe


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#32

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 17:42
von Drewitz | 356 Beiträge

Nur ganz kurz von mir:wir sind zum Schichtwechsel mit dem Bus zur Güst gefahren-ohne Kontrolle.Wenn ich mit dem Moped zum Dienst kam-kurze Kontrolle des Dienstausweises,freundlicher Gruß und das war es.
Ansonsten bei Begegnung mit den Kollegen vom Zoll -freundlicher Tagesgruß´-ein Lächeln oder Grinsen je nach Dienstalter des anderen.
Der militärische Gruß viel immer seeehr salopp aus-aber mich hat nie einer zurückgepfiffen.Wahrscheinlich hat man mir angesehen,daß ich es nicht besser konnte.
Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#33

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 18:26
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Rabe

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von sentry

Naturgemäß verteidige ich natürlich meine Kameraden, aber man muss auch ganz klar zugeben, dass wir als Soldaten unsere kleine Machtposition an den Kontrollpunkten oder auch als Gehilfe des DHO/Eisenbahn schamlos ausnutzten. Es war uns natürlich regelmäßig ein innerer Abgang, wenn man einen Offizier (der Stasi) ein bisschen schikanieren konnte, einfach in dem man sich besonders vorschriftengetreu verhielt oder die persönlichen Möglichkeiten ausnutzte, um ihn ein bisschen zum Kochen zu bringen. Auch dazu könnte ich viele kleine Anekdötchen erzählen.



na dann mal los @sentry, gerade die anekdoten sind doch die würze eines forums...





@ sentry

sentry, ich bitte Dich. Die abgelaufenen Spielchen waren denn aber nicht im Sinne von Partei und Regierung!

Sag bitte, sprechen wir von unterschiedlichen Postenbereichen?
Zu jeder Ablösung der Dienstschichten in Marienborn/A. sind mindestens 2 PKE - Linienbusse und ein Linienbus des GZA
gefahren. Die Busse haben die Leute zum Dienst auf die Güst gebracht und sind wieder runter gefahren und haben die
abgelöste Schicht nach 50 Minuten wieder abgeholt. Also haben bei jedem Dienstwechsel den Posten 6 Busse passiert. Und dies
dreimal am Tag. Von der sogenannten Stabslinie 7.45 Uhr bzw. 17.20 Uhr rede ich gar nicht. Manno, wo hast Du gestanden?

Rabe




ist so korrekt @rabe. die PKE und Zoll wurden meist von Wefensleben mit dem Bus gefahren zur Güst Autobahn.Sicher ist dann die Güst Eisenbahn gemeint.dort wurde wohl nicht mit dem Bus eingefahren.Kamen nicht auch einzelne PKE leute mit krad oder Auto zur Güst?


zuletzt bearbeitet 04.12.2010 18:26 | nach oben springen

#34

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 18:33
von Rabe (gelöscht)
avatar

@ nur für interessierte User ( ansonsten ist es langweilig ) - Identitätskontrolle -

Die Identitätskontrolle ist letztlich der Abschluß der Kontrolle durch die Paßkontrolleinheit. Der Paßkontrolleur gestattet die Weiter-
fahrt des Reisenden. Schulung, Ausbildung und Übung sind unerläßlich.
Die theoretische Grundlage der Identitätskontrolle stellt die Signalementslehre dar. Auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgt die Be-
schreibung verhältnismäßig stabiler Merkmale einer Person. Unter Identität einer Person versteht man die völlige Übereinstimmung
der Merkmale mit den Merkmalen eines Abbildes.
Hier jetzt eine Kostprobe einer wissenschaftlichen Beschreibung von Merkmalen:
" Von stark kennzeichnendem Wert sind die Augenabstände von Pupille zu Pupille im Verhältnis zur Mundspalte, besonders, ob die
Waagerechte oder die Horizontale betont ist. Auch ist das Größenverhältnis der Ohrmuschel zur Nase bedeutungsvoll. " ( MdI der DDR,
aus der Reihe: Bezeichne-beschreibe richtig - Personen, 1970 ) leicht verständlich, oder?
Bei der Identifizierung von Personen hat, neben dem Fingerabdruck, das menschliche Ohr einen vergleichbaren Stellenwert.
Wie es keinen Fingerabdruck zweimal geben soll, gibt es auch kein menschliches Ohr, selbst bei Zwillingen nicht, doppelt.
Das Ohr bietet sage und schreibe 64 Unterscheidungsmerkmale. An einem warmen Winterabend mal an euren Ohr nachzählen. Ich kann nicht sagen, wie viele Kombinationsgrößen möglich sind.
Jeder gute Fotograf auf dieser Welt, der ein Paßbild anfertigt, trägt dem Rechnung und auf dem Bild ist das rechte Ohr möglichst
gut zu erkennen ( Wieder mal die Stasi auf der ganzen Welt ?).
Zur Praxis: Wurde bei einem Reisenden die Identität angezweifelt, war folgendes Prozedere vorgesehen. Der für den Abfertigungsbereich
zuständige Vorgesetzte erhielt von der Beanstandung der Indentität unverzüglich Kenntnis. Er löste das Fahrzeug aus dem Reisestrom und dem Reisenden wurde erklärt, daß der Paßkontrolleur ihn nicht erkennen kann. Der Vorgesetzte prüfte nochmals und fragte gegebenenfalls noch nach den Führerschein und dem Personalausweis. War die Beanstandung ungerechtfertigt, konnte der Reisende
weiterfahren. War der Zweifel nicht ausgeräumt, kammen unabhängig voneinander zwei Spezialisten zum Einsatz. In jeder Dienstschicht
gab es ein nichtstruktuelles Spezialistenaktiv für Identitätskontrolle ( 4-5 Mitarbeiter). Die Spezialisten analysierten die äußerlichen Merkmale des Reisenden. Die Ergebnisse wurden auf einen Vordruck dokumentiert. Nun stand die Entscheidung an: Weiterfahrt oder Rückweisung. Die Anzweifelung einer Identität war in jedem Fall meldepflichtig.
Wie eingangs geschrieben, für Interessierte bestimmt. Sonst abhaken und vergessen! Löschen oder verschieben ist auch denkbar!

Rabe


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#35

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 18:54
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Rabe
@ nur für interessierte User ( ansonsten ist es langweilig ) - Identitätskontrolle -

Die Identitätskontrolle ist letztlich der Abschluß der Kontrolle durch die Paßkontrolleinheit. Der Paßkontrolleur gestattet die Weiter-
fahrt des Reisenden. Schulung, Ausbildung und Übung sind unerläßlich.
Die theoretische Grundlage der Identitätskontrolle stellt die Signalementslehre dar. Auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgt die Be-
schreibung verhältnismäßig stabiler Merkmale einer Person. Unter Identität einer Person versteht man die völlige Übereinstimmung
der Merkmale mit den Merkmalen eines Abbildes.
Hier jetzt eine Kostprobe einer wissenschaftlichen Beschreibung von Merkmalen:
" Von stark kennzeichnendem Wert sind die Augenabstände von Pupille zu Pupille im Verhältnis zur Mundspalte, besonders, ob die
Waagerechte oder die Horizontale betont ist. Auch ist das Größenverhältnis der Ohrmuschel zur Nase bedeutungsvoll. " ( MdI der DDR,
aus der Reihe: Bezeichne-beschreibe richtig - Personen, 1970 ) leicht verständlich, oder?
Bei der Identifizierung von Personen hat, neben dem Fingerabdruck, das menschliche Ohr einen vergleichbaren Stellenwert.
Wie es keinen Fingerabdruck zweimal geben soll, gibt es auch kein menschliches Ohr, selbst bei Zwillingen nicht, doppelt.
Das Ohr bietet sage und schreibe 64 Unterscheidungsmerkmale. An einem warmen Winterabend mal an euren Ohr nachzählen. Ich kann nicht sagen, wie viele Kombinationsgrößen möglich sind.
Jeder gute Fotograf auf dieser Welt, der ein Paßbild anfertigt, trägt dem Rechnung und auf dem Bild ist das rechte Ohr möglichst
gut zu erkennen ( Wieder mal die Stasi auf der ganzen Welt ?).
Zur Praxis: Wurde bei einem Reisenden die Identität angezweifelt, war folgendes Prozedere vorgesehen. Der für den Abfertigungsbereich
zuständige Vorgesetzte erhielt von der Beanstandung der Indentität unverzüglich Kenntnis. Er löste das Fahrzeug aus dem Reisestrom und dem Reisenden wurde erklärt, daß der Paßkontrolleur ihn nicht erkennen kann. Der Vorgesetzte prüfte nochmals und fragte gegebenenfalls noch nach den Führerschein und dem Personalausweis. War die Beanstandung ungerechtfertigt, konnte der Reisende
weiterfahren. War der Zweifel nicht ausgeräumt, kammen unabhängig voneinander zwei Spezialisten zum Einsatz. In jeder Dienstschicht
gab es ein nichtstruktuelles Spezialistenaktiv für Identitätskontrolle ( 4-5 Mitarbeiter). Die Spezialisten analysierten die äußerlichen Merkmale des Reisenden. Die Ergebnisse wurden auf einen Vordruck dokumentiert. Nun stand die Entscheidung an: Weiterfahrt oder Rückweisung. Die Anzweifelung einer Identität war in jedem Fall meldepflichtig.
Wie eingangs geschrieben, für Interessierte bestimmt. Sonst abhaken und vergessen! Löschen oder verschieben ist auch denkbar!

Rabe





..............das wird bei diesem qualifizierten Beitrag mit Sicherheit nicht geschehen!!!!!!


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#36

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 21:01
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Ein Arbeitskollege von mir ist finnisch-schweizer Doppelbürger. Und hat mir gesagt, dass zwischen der DDR und Finnland "visafreier Verkehr" vereinbart war. Wenn er jetzt mit seinem finnischen Pass (ohne weitere Dokumente) am Grenzübergang aufgetaucht wäre? Die ganzen Kontrollmassnahmen im Zusammenhang mit dem Visum wie Vorkontrolle bei der Antragsstellung, Berechtigungsschein zum Erhalt eines Einreisevisums, Einreisevisum, polizeiliche Anmeldung auf dem VP Kreisamt mit Überprüfung der Bankquittung (Mindestumtausch), Aufenthaltsvisum, polizeiliche Abmeldung und Ausstellung des Ausreisevisums, Kontrolle bei des Ausreisevisums bei der Ausreise. All das war ja nicht möglich. Sicherheitstechnisch ein Super GAU. Oder doch nicht?
Theo
(etwas offtopic)


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#37

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 21:31
von Rabe (gelöscht)
avatar

@ eisenringtheo

Eigentlich kein Gau und kein Problem. Einreihen, Paß abgegen, Paßkontrollstempel im Paß bewundern, den Paßkontrolleur bei der
Identitätskontrolle anlächeln und los. Ob Zählkarte, kann ich nicht aus der Erinnerung sagen. Sorry!
Es gab eine Paßkontrollordnung, in der stand, wer , wie und was bekam. Da waren alle Konsularverträge eingearbeitet.

Rabe


zuletzt bearbeitet 04.12.2010 21:34 | nach oben springen

#38

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 22:01
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Rabe

Jeder gute Fotograf auf dieser Welt, der ein Paßbild anfertigt, trägt dem Rechnung und auf dem Bild ist das rechte Ohr möglichst
gut zu erkennen ( Wieder mal die Stasi auf der ganzen Welt ?).




Vielleicht die Zeitschiene beachten: Meiner Meinung nach trifft das Gesagte heute nicht mehr zu: Wenn man die Vorgaben auf

http://www.bundesdruckerei.de/de/service..._epassMstr.html

ansieht sowie die Musterbilder, dürfte es mit der Ohr-Erkennung nicht mehr so weit her sein.

Wenn ich schon dabei bin, mal eine andere Frage, auch wenn @rabe vielleicht nicht der richtige Adressat ist: Ich habe jahrelang im Transit nach West-Berlin die Güst Marienborn/A. genutzt, und während des Wartens in der Schlange kam regelmässig einer vom Zoll mit der Standardfrage: Führen Sie Waffen, Munition, Funkgeräte mit sich? Die Frage wurde natürlich immer verneint, nur tauchte natürlich die Frage auf, was passiert, wenn man sagt: ja, habe eine Kiste NATO-Sturmgewehre im Kofferraum. Aber ernsthaft: Kann ja durchaus ein Sportschütze unterwegs sein, der diese Frage mit gutem Grund bejahen kann - wie wäre in diesem Fall weiter verfahren worden?

Gruss

icke



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#39

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 22:31
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

ganz einfach die Antwort:das hätte eine seeehr tietgründige Kontrolle ergeben


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#40

RE: GT der DDR und Paßkontrolle an der GÜST Mbn./A.

in Grenztruppen der DDR 04.12.2010 22:36
von icke46 | 2.593 Beiträge

@pitti: bei der ersten Antwort ist das schon klar - nur, was war, wenn jemand - wie im Beispiel ein Sportschütze - wohl berechtigt war, seine Waffen von einem Wettkampf wieder nach Hause zu befördern. Gabs da eine wie auch immer geartete Verplombung der Behälter oder sowas?

Gruss

icke



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