#21

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 14:19
von erkoe | 301 Beiträge

Also ich erinnere mich besonders gern an die Kantine in der Staatsoper. Wenn Spätschicht angesagt war, sind wir regelmäßig dort eingefallen. Preiswertes und auch sehr hochwertiges Essen, eigentlich schon auf Restaurantniveau. Mit täglich wechselnden Wahlgerichten (allerdings nicht nach dem Motto: Ist du, oder ist du nicht....) Vielleicht wollte man ja so auch die DDR-Künstler bei Laune halten...

Die "Fresshütte" im PdVP haben wir gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Lieblos zusammengestelltes Essen, gehetzte Atmosphäre und sowas von laut...

Als ich nach Köpenick versetzt wurde und das erste Mal zum Frühstück aufschlug, hab ich fast einen Kulturschock bekommen. Gepflegte Runde in kleinem Kreis, sehr schöne Einrichtung, reichlich belegte, frische Schrippen, lecker Süppchen, Bockwurst und so manches ausgefallene Leckerli. Und nicht zuletzt der Kaffee. Die Mädels haben sich damals wirklich Mühe gegeben....


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


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#22

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 14:33
von Lutze | 8.027 Beiträge

wir sind damals von der PGH-Kfz zum Mittag in die benachbarte Schule essen gegangen,
war zwar einfache Kost,Nachschlag hat man auch bekommen wer wollte und das für 10 DDR-Mark die Woche
gruss Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#23

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 15:21
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Wenn es Milchreis mit Zucker und Zimt, Linsensuppe mit Blutwurst oder Hefeklöße mit heißer Heidelbeersuppe gab, habe ich mir immer Nachschlag geholt. Bei Spirelli mit Jägerschnitzel und Tomatensauce hob ich eher die Zähne, weil ich Tomatensauce nicht mag. Wir waren zwar nur ein mittelgroßer Betrieb (ca. 180 Beschäftigte am Ort) sowie einigen "Gastessern umliegender Kleinfirmen, aber eben mit eigener Küche.
Bei einer Aufräumaktion ist mir mal das Küchenbuch von etwa 1946 in die Hände gefallen. War schon interessant, was es damals gab, oder besser gesagt, nicht gab.



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#24

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 15:57
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Das beste Betriebsessen gab es in der Hochschule für Ökonomie "Bruno Leuschner" in Berlin -Karlshorst. Täglich 3 Wahlessen für einen Spottpreis vom Feinsten zur Auswahl. Das war auch sicher wegen der vielen ausländischen Studenten, ein Vorzeigeobjekt.


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#25

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 15:58
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Am Beginn jeden schlechten Essens stehen unedingt Ideen- und Lieblosigkeit in der Küche.

Genau das war die Grundbedingung. Auch in Großküchen musste das Essen nicht unbedingt schlecht sein, war es aber oft, da dort keine Ideen zugelassen wurden, was immer dazu führt, dass die Liebe schnell verblasst. An eines erinnere ich mich aber in allen Kantinen: Der typische Geruch nach dem künstlichen Soßenpulver, dass eingesetzt werden musste (sowas wird auch heute noch eingesetzt, riecht aber nicht mehr ganz so penetrant). Das war ganz markant und das bekam man, war es einmal in der Kantine, auch nie mehr raus. Um so erstaunter war ich, als ich vor ein paar Monaten in eine Berliner Kantine kam und mir original dieser Geruch entgegenschlug. Zwei Gefühlsausbrüche übermannten mich: Die Freudenträne ob der Nostalgie und der Magenkrampf ob der Abneigung gegen das Zeug.

In einem kleineren Berliner Betrieb, tief im Osten der Stadt, erlebte ich auch im Jahre 2010 noch eine Kantine, wie zu Ostzeiten. Es war ohne Kunst aber zumindest liebevoll gekochte Hausmannskost, bei der die Teller fast überliefen. Die Kommunikation mit dem Typen in der Küche war fast familiär und er beging sogar den typisch ostdeutschen markentingtechnischen Selbstmord, auch noch Deteils über Beschaffung und Zubereitung lauthals zu erzählen. Es gab auch noch zum Teil Plastegeschirr und Alubesteck, aber das war egal. Den Leuten hat es geschmeckt, der Preis war außerordnetlich moderat für heutige Zeiten und mal ehrlich, wenn man im Arbeitsanzug in eine Kantine kommt, muss es nun weiß Gott nicht aussehen, wie im Adlon. Leider, möchte man fast sagen, wurde die Kantine inzwischen renoviert.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Svenni1980 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.01.2013 16:00 | nach oben springen

#26

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 17:00
von schulzi | 1.756 Beiträge

bei uns in der spinnerei ging es auch 0,65 M für werkessen ,schüler und rentner o,50 mM.wer einen stempel auf seiner essmarke hatte bekam diätessen und wem das nicht passte der zahlte eben zu das teuerste essen 1,95 M also broiler für 1,30 M.nach der wende wurde die küche an einen catering service verpachtet und ging pleite.heute ist dort die volkssolidarität mit essen auf rädern .


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#27

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 18.01.2013 18:27
von josy95 | 4.915 Beiträge

Mit Grauen hab ich noch einige Reichsbahn- Kantinen und Mitropas in Erinnerung!

Die gegenteiligen (positiven) Ausnahmen bei der Reichsbahn incl. Mitropas waren eher das Gegenteil

Fangen wir von vorn an.

Lehre im RAW Halberstadt: Damals noch die alte Küche (Neubau war noch nicht fertig). Prädikat Gruselkabinett, Küchenfrauen habe ich aber trotzdem noch in netter Erinnerung, sie hatten es in dem heruntergekommenen Bau auch nicht einfach und Essen hat eigentlich immer geschmeckt. Nach meiner Erinnerung gab es immer 3 Essen, davon 1 mal Schonkost.

Die Küche im Bw Wernigerode war auch nicht schlecht, Kleinküche für ca. 60 Beschäftigte incl. Gäste. Nur wenigsten 1 mal die Woche gab es Grützwurst....iiiiigitt...grrrrrrrrrrrrrr! Dagegen war Herz- Nierenragout noch ein First- Class - Essen!

Unsere Frühstückskantienein der Wekstatt, da kamen die Lokpersonale eher selten hin, naja. Hier ging es mit den besser belegten Brötchen nach der Nase. Später habe ich mich mal beschwert, nachdem ich zur Antwort bekommen hatte, dies und das Brötchen mit dem und dem Belag sind nur für die Schlosser der Werkstatt.... Hat mächtig Ärger gegeben, weil ich mit meiner Beschwerde in ein Wespennest gestoßen hab.

Nach Rückkehr vom Gwd hab ich dann noch einige Reichsbahnkantinen kennengelernt, u. a. die vom Bw Nordhausen, Gruselkabinett in jeder Hinsicht, schmackhaftes Essen Fehlanzeige, Hygene äußerlich schon sichtbar unter aller Kanone. Dagegen hab ich die Kantiene des ehem. Bw Bln.- Schöneweide noch in positiver Erinnerung. Die Kantinen vom Bw Güstrow und Bw Halberstadt, na man gerade unterer Durchschnitt. Oft war man ja auch auf Mitropas angewiesen. Die Mitropas in Halberstadt, Magdeburg Bahnsteig 5/6 ...oh Gott. Ich glaube, jede Knastküche heute ist besser!
Die Mitropa in Wernigerode stand dem natürlich auch nichts nach.

Wir bekamen in Wernigerode oder Gernrode immer Essen- Wertmarken, da wir auf Mitropa- bzw- Bahnhofgaststätte und zu den dortigen Preisen angwiesen waren. Für 60 Pfennige (Gegenwert eines DDR- typischen Kantinenessens) gab es Wochentags eine Wertmarke von 2,40 Mark und am Wochenende sowie an Feiertagen eine Wertmarke von 3,60 Mark.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#28

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 12:50
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Die Mitropa in Drei Annen Hohne habe ich als gut in Erinnerung.

Zum Thema DDR-Betriebsessen:
Bei uns in West-Berlin fuhr ja bekanntlich auch die DDR-Reichsbahn, teilweise sogar mit DDR-Bürgern (zum Beispiel vom BW Magdeburg). Ich kannte aber auch ein paar sehr nette West-Berliner Reichsbahner (BW Grunewald). Am Bahnhof Lichterfelde-West (übrigens auch US-Militärbahnhof) gab es Anfang der achtziger fast mal einen Streik, weil die dortige Reichsbahn-Kantine nur noch minderwertigste, blau angelaufene "Vieh-Kartoffeln" verarbeitete. Den nächsten fast-Streik gab es dann, weil es keine Winter-Arbeitskleidung gab, keine Handschuhe und Wintermützen bei strengem Dauerfrost. Man kriegte den wirtschaftlichen DDR-Niedergang hautnah mit. Da kam bis zu Türklinken, Klopapier und Büroleim alles aus dem Osten. Die Eisenbahn-Infrastruktur (Stellwerke) war größtenteils noch aus der Kaiserzeit. Für mich als Bahnfan damals natürlich hochinteressant.


zuletzt bearbeitet 19.01.2013 13:49 | nach oben springen

#29

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 14:05
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #28
Die Mitropa in Drei Annen Hohne habe ich als gut in Erinnerung.

Zum Thema DDR-Betriebsessen:
Bei uns in West-Berlin fuhr ja bekanntlich auch die DDR-Reichsbahn, teilweise sogar mit "echten" DDR-Bürgern. Ich kannte aber auch ein paar sehr nette West-Berliner Reichsbahner. Am Bahnhof Lichterfelde-West (übrigens auch US-Militärbahnhof) gab es Anfang der achtziger fast mal einen Streik, weil die dortige Reichsbahn-Kantine nur noch minderwertigste, blau angelaufene "Vieh-Kartoffeln" verarbeitete. Den nächsten fast-Streik gab es dann, weil es keine Winter-Arbeitskleidung gab, keine Handschuhe und Wintermützen bei strengem Dauerfrost. Man kriegte den wirtschaftlichen DDR-Niedergang hautnah mit. Da kam bis zu Türklinken, Klopapier und Büroleim alles aus dem Osten. Die Eisenbahn-Infrastruktur (Stellwerke) war größtenteils noch aus der Kaiserzeit. Für mich als Bahnfan damals natürlich hochinteressant.




Das was Du beschreibst, sind wohl nur negative Momentaufnahmen, in der Regel war das Essen in den Reichsbahnkantinen o.k. und in den strengen Wintern hat man die sogar abweichend vom normalen Alltag, nachts geöffnet.
Das geschah immer dann, wenn auch die "Schneewache" zu Gange war und das selbst in unserem 500- Mitarbeiter- Dienstort.
Die Arbeitskleidung für den Winter hatte man in der Regel entweder über die Uniformversorgung entsprechend seiner Punktzahl mittelfristig zu bestellen oder aber in der Kleiderausgabe des Betriebes bekommen, so zumindest war es in den mir bekannten DDR- Standorten der Reichsbahn, allerdings hatte ich in Berlin damals noch nicht zu tun.
Fakt ist, daß es neben der Uniform auch Wattejacke und Arbeitshandschuhe auch für Lokführer gab, man mußte sich nur rechtzeitig darum kümmern und eben nicht die allgegenwärtige Mangelwirtschaft als Rechtfertigung der eigenen Faulheit im Moment des Wintereinsatzes vorschieben.
Es wurde übrigens toleriert, daß einzelne Kollegen sogar außerhalb ihrer Dienstzeit sonntags zum Essen dort aufkreuzten, manche sogar zum Duschen, das sind zwar Ausnahmefälle, aber es hat sie gegeben.
Diese 3-4 mir bekannten Kandidaten waren sowas von spottresistent, z.B. gegenüber Sprüchen "kann Deine Frau nicht kochen...?" oder "ist schon wieder das Geld alle ?" usw. , daß man sich heute noch darüber wundert.



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#30

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 14:16
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Bei mir ging es um Rangierer, die (eine Zeit lang) einfach keine Winterkleidung bekamen. Die hatten nicht vergessen zu bestellen, es war "aus".


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 16:02
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

bei uns gab es in der Betriebskantine zu Mittag immer 4 Gerichte.

- zu 0,50 M z. B. Kartoffelsuppe mit Bockwurst

- zu 0,80 M z. B. Schnitzel mit Kartoffelsalat

- zu 1,00 M z. B. Schweinbraten mit Kartoffeln und Bayrischkraut

- zu 1,20 M z. B. Entenbraten mit Rotkohl und Klößen

Hat alles immer 1 A geschmeckt !

Zum Standard gehörten Gulaschsuppe und Soljanka, jeweils mit Brötchen, zu je 0,50 M. Auch lecker !

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#32

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 16:41
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Mir hat in der Betriebskantine zum Frühstück auch immer lecker Fleischbrühe mit Eierflocken geschmeckt, haben die Küchendamen richtig aus Knochen gekocht, nicht solches Retorten-Instandzeugs.
Und natürlich die belegten Brötchen.
50 Pfennig das Stück?


erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 17:08
von didiwagi | 57 Beiträge

bei uns im betrieb gibt es auch heute noch eine betriebskantine mit guten essen für 2.50 euro .



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#34

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 17:51
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #30
Bei mir ging es um Rangierer, die (eine Zeit lang) einfach keine Winterkleidung bekamen. Die hatten nicht vergessen zu bestellen, es war "aus".


Dann war es wohl so, aber es ist trotzdem clever, sich einfach als nicht wintertauglich zu deklarieren und die Kollegen die Arbeit machen zu lassen.
Nie und nimmer steht eine komplette Brigade aus heiterem Himmel ohne Wintersachen da, schließlich sind das ja keine Einwegartikel, die jedes Jahr neu angeschafft werden.
Unvergessen übrigens auch das Anspruchsdenken dieser Schneewachen, die sich weitgehend aus den zur Winterzeit beschäftigungslosen Beschäftigten der Bahnmeisterei (Bm) des Dienstortes rekrutierten.
Man hat denen wie gesagt, nachts durchgängig geöffneten Kantinenbetrieb zugestanden und sie forderten darüber hinaus, auch dann eingeteilt zu werden, wenn gar kein Schnee lag ansonsten hätte der Chef keine Freiwilligen gefunden für diese gut bezahlten Sondereinsätze, immerhin wurde die reguläre Tagschicht auch zusätzlich bezahlt (!!).
Die sind auf 1800 Mark im Monat gekommen, die Abrechnungen hab ich selbst gesehen.
Ich selbst fuhr damals Rangierlok und vernahm an den meisten Tagen, wie zur Zeit des TV- Sendeschlusses gegen 1 Uhr der Aufenthaltsraum dunkel geschaltet wurde und alle auf Standby gingen und nur wenn mal eine Weiche nicht rum ging machten sich 2-3 Hanseln auf die Socken.
Ansonsten hatten die es schön ruhig, während ich wie jeden Tag meine 10-15 Züge auflöste....für ein Drittel dieses Lohnes.
Das war eben auch Sozialismus, der kleine Finger wurde gereicht und es war trotzdem nicht genug, eine Diktatur des Proletariats wie man sieht, nur das haben die Klassiker wahrscheinlich anders gemeint.
Übrigens ist es auch nicht seriös, die relativ niedrigen Löhne isoliert z.B. vom subventionierten Betriebsessen zu betrachten.
Zurück zum Thema muß man aber feststellen, daß unsere damalige Versorgung mit warmen Essen weitgehend vorbildlich war, der Kaffee allerdings war der Horror, ein solches Niedrigkonzentrat habe ich nie wieder danach in der Tasse gehabt.



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#35

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 18:22
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Das waren nur zwei, drei Mann, die Rangierleiter, oder wie die hießen. Die konnten nicht einfach die anderen die Arbeit machen lassen. Und da war richtig viel zu tun.


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#36

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 22:13
von Jackson | 102 Beiträge

[quote=GeMi|p116893]Hallo,

in den Leuna-Werken war das Kantinenessen sehr unterschiedlich.
Die Großkantinen waren unpersönlich, teilweise dreckig und das Essen ging so.

Kann ich nur bestätigen. Im Norden der Leuna Werke gab es eine Kantine die wurde allgemein "Zum schmutzigen Löffel" genannt. In der Mitte gab es die 109, die war etwas besser. Aber rechtzeitiges erscheinen sicherte überall, gerade zum Frühstück, das besten Essen und Plätze. Deshalb gab es vor Öffnung der Türen lange Schlangen.
In den Buna Werken war das Essen bedeutend besser und in größerer Auswahl. Mein Fazit war, je kleiner der Betrieb, um so besser war das Essen, so erlebt z.B im VEB Kaffee Halle, sowie im VEB Ammendorfer Plastwerk Halle. Preise nahmen sich meiner Erinnerung überall nicht viel.



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#37

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 19.01.2013 22:24
von Grenzverletzerin (gelöscht)
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Ich habe in einem Forschungsinstitut gearbeitet mit ca. 200 Mitarbeitern. Das Kantinenessen war geschmacklich voll in Ordnung, da die Perlen dort selbst gekocht haben und siehe 'Rainman'...mit Liebe. Als dann die Karnickel- und Nutriazucht expandierte...nun ja...da hatte ich keine Lust mehr auf die Kantine. Ständig gab es Karnickel oder Nutria und es wurde angepriesen wie Sauerbier. Was ich ganz prima fand, man konnte zum Frühstück auch Extras bestellen...z.B. zum Geburtstag mal eben 20 Brätel mit gedünsteten Zwiebeln, für 1,10 EVP/pro Person. Lecker!!


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#38

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 20.01.2013 07:37
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #37
Ich habe in einem Forschungsinstitut gearbeitet mit ca. 200 Mitarbeitern. Das Kantinenessen war geschmacklich voll in Ordnung, da die Perlen dort selbst gekocht haben und siehe 'Rainman'...mit Liebe. Als dann die Karnickel- und Nutriazucht expandierte...nun ja...da hatte ich keine Lust mehr auf die Kantine. Ständig gab es Karnickel oder Nutria und es wurde angepriesen wie Sauerbier. Was ich ganz prima fand, man konnte zum Frühstück auch Extras bestellen...z.B. zum Geburtstag mal eben 20 Brätel mit gedünsteten Zwiebeln, für 1,10 EVP/pro Person. Lecker!!



Ein Brätel für 1,10 ( EVP ? ) Mark.
Also ein Brathähnchen für 1,10 Mark, das täte mir auch gefallen. Und lecker auch noch. Da hat der Sozialismus doch geschmeckt.


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#39

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 20.01.2013 08:37
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #38
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #37
Ich habe in einem Forschungsinstitut gearbeitet mit ca. 200 Mitarbeitern. Das Kantinenessen war geschmacklich voll in Ordnung, da die Perlen dort selbst gekocht haben und siehe 'Rainman'...mit Liebe. Als dann die Karnickel- und Nutriazucht expandierte...nun ja...da hatte ich keine Lust mehr auf die Kantine. Ständig gab es Karnickel oder Nutria und es wurde angepriesen wie Sauerbier. Was ich ganz prima fand, man konnte zum Frühstück auch Extras bestellen...z.B. zum Geburtstag mal eben 20 Brätel mit gedünsteten Zwiebeln, für 1,10 EVP/pro Person. Lecker!!



Ein Brätel für 1,10 ( EVP ? ) Mark.
Also ein Brathähnchen
für 1,10 Mark, das täte mir auch gefallen. Und lecker auch noch. Da hat der Sozialismus doch geschmeckt.


Thüringer Rostbrätel wird da wohl eher gemeint sein.


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#40

RE: Gut Essen Gut Arbeiten: Betriebsessen in der DDR

in Leben in der DDR 20.01.2013 10:55
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Jackson im Beitrag #36
[q
In den Buna Werken war das Essen bedeutend besser und in größerer Auswahl. Mein Fazit war, je kleiner der Betrieb, um so besser war das Essen, so erlebt z.B im VEB Kaffee Halle, sowie im VEB Ammendorfer Plastwerk Halle. Preise nahmen sich meiner Erinnerung überall nicht viel.




Das Essen in BUNA war wirklich gut, und wie immer, ausreichend und preiswert.
Als Maschinist im Kraftwerk wurden uns das Essen ins Haus gebracht. Ich hatte eine orangenen Napf, und Besteck, und dann wurde in der Anlage gegessen. Manchmal rieselte dann der Staub ins Essen.

Das einzige was ein Problem war Brot.

Wenn unsere Freunde zum Arbeitseinsatz da waren, wollten die Brot, und nicht die von uns so geliebten DDR-Brötchen.
Wir bekamen für sie Verpflegungsbeutel, in den sich Selbstgeschlachtetes befand, Buna hatte eine eigenen Fleischerei.
Leberwurst, grob, Rotwurst und Knackwurst, und alles ganz frisch!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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