#1

BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 13:12
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Guten Tag zusammen, habe hier noch ein Foto von der Ausstiegsluke eines BT9.
Das ganze war zum Teil schon verwüstet,die Leiter noch so gerade begehrbar,hat sich aber gelohnt.

Foto ist von 1990,für einige von euch bestimmt ein gewohnter Anblick.

Angefügte Bilder:
img014.jpg


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#2

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 14:59
von nightforce (gelöscht)
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Hallo Zermatt,
klar kenne ich den Anblick, bin oft genug mit LMG da hoch und runter.
Die BT 9 waren mit LMG angenehmer zu erklimmen, als die BT 11 und wurden auch oft als Ersatz für die oft recht windanfälligen BT 11 errichtet.

Gruß nf


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#3

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 19:52
von EK89/1 | 832 Beiträge

Hallo nightforce
Wieso seid ihr mit dem LMG auf dem BT hoch?
Bei uns hatten wir solche schweren Waffen nicht
mit im Grenzdienst. Auch dierekt oben auf dem
Turm waren wir so gut wie nie. Nachts z.B. wurden
die B-Türme nicht besetzt, wir durften nicht rein
warum auch immer. Ansonsten kennt man den BT9 schon,
kann mich gut daran errinnern. wen wir oben waren und
im Abschnitt war nichts los war da oben immer KMS putzen
angesagt.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#4

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 20:13
von nightforce (gelöscht)
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Hallo EK 89/1,
du hattest Glück später rann zu müssen, ich bin 4 Jahre früher als LMG-Schütze anfangs noch mit LMG zum Grenzdienst und habe vlt den Grund geliefert, warum es das bei dir nicht mehr gab.
Das LMG war für den normalen Grenzdienst absolut ungeeignet, und das hab ich den Vorgesetzten der Grenztruppen der DDR bewiesen, war zwar bösartig provokant, aber wirksam.

Gruß nf


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#5

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 21:41
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo EK!

Dass die B-Türme nachts nicht besetzt wurden, entsprach eigentlich den normalen Einsatzgrundsätzen. Nachts sind die Posten in der Regel als Sicherungs- oder Horchposten raus. Als Sicherungsposten sollten sie normalerweise in Bewegung sein. Ein Horchposten ist am Boden mit sofortiger Handlungsmöglichkeit besser eingesetzt, als auf einem Turm. Die B-Türme waren nachts in der Regel auch noch auf größere Entfernung gut auszumachen und somit leicht zu umgehen. Ein Posteneinsatz an so einem Punkt wäre also Unfug gewesen. Am Tag als Beobachtungspunkt sah das schon etwas anders aus. Nachts wurden eventuell die B-Türme allenfalls zu Demonstrativ- oder Täuschungshandlungen eingesetzt. Die einfachste Variante war, dass der Scheinwerfer eingeschaltet wurde zur Sperrung einer bestimmten Richtung, frei nach dem Motto:
"Mit Krawall und Licht
machen wir die Grenze dicht!".

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#6

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 22:54
von EK89/1 | 832 Beiträge

Hey nightforce
Wie hast du das den bewiesen, haste das das Ding beim hochgehen leicht verbogen oder so? Wir musten auch mal schweres Gerät mit rausnehmen und das kam so:
Wir hatten ein Manöwer in und um Schierke und mein Zug war A-Zug und wills der Teufel, Auslösung!
Wir auf nen LUTZ OLAF und raus. Ich hatte die Ehre das RPG zu schleppen und zwei LMG hatten wir auch mit dabei.
Ich kann dir sagen der BGS hatt mit ihren Gläsern geschraubt, die dachten bestimmt der 3. WK brichtaus.
Ich wundere mich sowieso, sonnst haste den BGS nicht oft gesehen aber wen ne Auslösung war waren die auch gleich da.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#7

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 23:00
von EK89/1 | 832 Beiträge

Hallo Rainman2
Den coolen Spruch habe ich bei uns nie gehört.
Eingentlich sind deine Ausführungen einfach nur logisch, hätte ich auch drauf kommen können.
Wir waren aber trotzdem manschmal Nachts auf dem BT, kam drauf an wer KGSi war und wie das Wetter war aber sags keinen weiter.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
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#8

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 07.03.2009 23:24
von Rainman2 | 5.754 Beiträge
Hallo EK,

was sich auf den B-Türmen bisweilen abgespielt hat, ist mir hin und wieder zu Ohren gekommen. Eine Fundgrube für Geschichten waren die EK's vor ihrem Heimgang, die die Stories von den EK's davor endlich frei von der Leber weg erzählen konnten. Eine davon ging so:

"Genosse Leutnant, haben Sie sich nie gefragt wieso der Plattenspieler im Klubraum plötzlich kaputt war? Das war nämlich so: Gefreiter R., Parteimitglied, bester Postenführer in Serie, hat auf dem B-Turm an der 128 kurz vor dem Heimgang eine Discoschicht eingelegt. Er hat den Plattenspieler in seinem Trabi mit rausgenommen, ein paar Platten, hat sich oben Zivil angezogen, sein Posten musste Trainingsanzug anziehen, dem stand als Vize noch kein Zivil zu, und dann hat der die ganze Schicht da oben Disco gemacht. Er hat sich immer pünktlich angeblich von den befohlenen Postenpunkten gemeldet. Die Sache kam nie raus. Nur beim Runtertragen vom B-Turm ist der Tonarm vom Plattenspieler abgebrochen."

Du siehst also, ich bin da ärgere Geschichten gewöhnt. Aber versprochen, ich sag es keinem weiter.

Übrigens, beim Ausrücken mit Gefechtstechnik war bei unseren westwärtigen Kollegen immer der Mops munter. Wir sind 1983 mal mit "Stahlhelm auf" in den Grenzdienst gegangen, weil ein Soldat der Gruppe der Sowj. Streitkräfte in Deutschland mit Waffe und 60 Schuss Munition in unsere Richtung unterwegs war. Wir staunten sehr, wie viele Leute der BGS plötzlich mit einem Mal an die Grenze schicken konnte.

ciao Rainman

PS: Zu Deiner Antwort an Nightforce - für die weniger mit unserer Sprache Vertrauten im Forum:
LUTZ OLAF - (auch Lutz Otto) interne Benennung des LO 3000 - Standard-LKW in der Grenzkompanie.
RPG = RPG7 = Panzerbüchse (Im Grenzdienst eher ungewöhnlich - ihr werdet ja kaum mit den scharfen Granaten dazu raus sein, oder?)

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 07.03.2009 23:28 | nach oben springen

#9

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 08.03.2009 00:24
von EK89/1 | 832 Beiträge

richtig RPG Zwei war nicht mit drausen.
Wenn du das so erzählst mus ich sagen da waren wir ja Weisenknaben im Grenzdienst, wer weis was da so noch alles abgegangen ist.
Zum Thema GSSD haben wir da auch keine guten Erfahrungen, man kan sagen das es im Monat einmal die Meldung kam "1 oder 2 Angeh. der GSSD aus Halberstadt mit so und soviel Schuss abgännig". Da kannste dir sicher sein das da keiner im Grenzdienst gepennt hat. Das sind die Situationen wo man am Kanten richtig Angst hatte.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
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#10

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 08.03.2009 01:31
von nightforce (gelöscht)
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Hallo EK89/1,
ich hol erstmal ein wenig weiter aus, nach der Stasigeschichte war ich ja dem Regimentskomandeur und seinem Stellvertreter direkt unterstellt, man traf sich also persönlich, machte Absprachen, wo, wie und wann etwas geschehen sollte.
Ich hab den Regimenter sogar dabei erwischt, wie er statt Genosse, Kollege sagte, als ich gemeint war.
Die mir übertragenen Arbeiten habe ich immer korrekt ausgeführt, vlt war ich auch zu gut, es gab nichts mehr zu erledigen, so daß ich im letzten DHJ nach Gandow versetzt wurde um Grenzdienst zu schieben.
Er kannte mich als Mensch, und ich ihn, er vertraute mir und respektierte mich, und ich ihn auch.
Ich frage mich heute noch, warum ich dann dochnoch an den Kanten versetzt wurde, vlt sollte ich den eingeschlafenen Laden in Gandow dort mal richtig aufmischen, der Regimentskomandeur hat sicher gewußt, oder zumindest erahnt, was da abgeht, wenn ich da aufschlage.
In sofern hatte ich gewisse Narrenfreiheit, bezüglich, wenn sich ein Vorgesetzter im Regiment über mich beschweren würde, weil er kannte mich ja persönlich.
Andersherum wußte er, daß ich mich über straffen Dienst, oder bewußte Schikanen nie beschweren würde, und trotzdem meinen Dienst ernst nehmen würde.
In Gandow wurde ich von den oberen Vorgesetzten etwas unsanft empfangen.
Als Gefreiter, der kein Postenführer war, fielen schon am Eingang der Kompanie so Wörter wie Versager und Pflegefall.
Egal, ich hab mich nie darüber beschwert und hab den Grenzdienst nach Vorschrift durchgeführt.
Dumm war nur, daß ich ein LMG dort zugeteilt bekam, also nahm ich mit LMG die Dienstvorschriften ernst.
Da gab es z.B. diese, ...bei einer Buskontrolle ist die Waffe vor der Brust zu tragen. Ist dies nicht möglich, müssen Fahrgäste und gegebenen Falles auch ihr Gepäck das Fahrzeug verlassen, so daß die Tragweise durchgeführt werden kann.
Wenn ich also nen Bus kontrollierte, dann ließ ich nach Vorschrift die inneren Sitzreihen aussteigen.
Sowas spricht sich schnell rum, auch bis nach oben.
Ok, ich sollte dann nicht mehr kontrollieren, sondern nur absichern.
Auch kein Problem, denn da gab es ja diese DV;...der zu sichernde Posten hält die Waffe im Anschlag..., hab ich gemacht, Zweibein aufgeklappt und mich neben der Fahrbahn in Stellung mit Waffe im Anschlag gebracht, die Passanten dachten wir wären im Krieg.
Ok, der Schlagbaum war dann für mich gestorben, also zum Lauf und Beobachtungsdienst zwischen die Zäune, oder davor.
Dazu gehörte auch manch BT-Besteigung.
Dort hab ich aus Sicherheitsgründen nicht nach DV gehandelt, sondern den PF vorsteigen lassen, gut war es, denn sonst hätte ich vlt mit der Knarre noch nen PF erschlagen.
Wir bestiegen einen BT 11, der PF zuerst und hat oben Luke aufgemacht, mit LMG fast unmöglich, ok ich hinterhergeklettert, oben an der Luke beim Einsteigen bleib ich mit dem Zweibein in der Leiter hängen, der popelige Flachkarabinerhaken am Schaft klinkt aus, und ab geht die Fuhre, 11 m nach unten mit einem Streifaufschlag am Zwischenplateu.
Ich bin sofort wieder runter und hab sie wieder eingesammelt.
Die Ernüchterung kam beim nächsten Nachtschießen, die war krumm, merkte ich nach dem ersten Schuß Leuchtspurmuni.
Ich schoß damit auf die 2. Bahn rechts neben mir.
Das bekam natürlich auch der Schießleiter auf dem Platz mit, ein Major.
Der kam dann zu mir und sagte, ich wäre zu dumm zum Schießen, wenn nur solche Kräfte wie ich hier schießen würden, da würde er sich vorn hinstellen.
Ich erwiederte, wenn sie mit dieser Waffe schießen, dann stell ich mich auch vorn hin.
Er erwiederte, geben sie die Waffe her.
Ich gab ihm die Waffe und bewegte mich nach vorn, kam aber nur 5 m weit, ehe er mich zurückpfiff.
Er schoss sie dann auch, und merkte daß da was nicht stimmt, rief dann sofort einen Waffenmeister, der bestätigte, der Lauf ist verbogen.
Ich erklärte daraufhin, daß und wie sie mir am BT 11 abgestürzt ist, und wir konnten das nachvollziehbar reproduzieren.
Ok, der Absturz war ein Unfall, aber die anderen Sachen hab ich provozierend gemacht.
Egal, aber es gab dann eine Entscheidung.
Daraufhin wurde mir für den Grenzdienst eine sogenannte Kubakaschi ausgegeben, die mit Klappschaft nach unten, und für den Schlagbaum gab es dann eine Pistole Makarow.

Hallo Rainman,
der Lutz Otto war ein LO 2002 A, den LO 3000 gab es nicht als Allrad (glaub ich zumindest).

Gruß nf

zuletzt bearbeitet 08.03.2009 01:47 | nach oben springen

#11

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 08.03.2009 14:24
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo nightforce,

magst recht haben, ich kann mich nicht mehr erinnern, ob wir die Allradvariante LO 2002A oder den normalen 3000-er hatten. Als Kfz.-Schlosser für Dieselmaschinen (W50, Ikarus-Busse) habe ich es nicht so mit den Dingern mit Vergasermotor.

Danke für die Geschichte mit dem lMG. Die Vorgesetzten wollten sich augenscheinlich an die Vorschrift halten, dass man nur mit der Waffe auf Wache oder in den Grenzdienst ging, mit der man auch geschossen hatte. Allerdings vergaßen sie oft, dass die Schießausbildung, die den scharfen Schuss mit der persönlichen Waffe einschloss, so selten war, dass viele Soldaten zum Teil ein halbes Jahr mit einer Waffe im Grenzdienst waren, mit der sie noch nie geschossen hatten. Das Runterfallen der Waffe auf dem B-Turm hätte aber im Mindestfall dem Waffenunteroffizier mitgeteilt werden müssen. Einen derart verzogenen Lauf bzw. eine beschädigte Visiereinrichtung hätte der doch feststellen müssen. Oder wolltest Du kein "Vorkommnis" melden?

ciao Rainman


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#12

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 08.03.2009 15:02
von nightforce (gelöscht)
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Hallo Rainman,
ich hab unserem Waffenuffz freilich mitgeteilt, daß die Knarre vom Turm abgeschmiert ist, wie sollte der aber die Trefferlage überprüfen.
Augenscheinlich sah sie ja noch top aus, also keine größeren Schrammen, Korn war nicht verschoben, hat auch nix geklappert, nur mein Mündungsschoner sah arg gebeutelt aus, sowas hatte aber nicht jeder.
Ich hatte den meinigen aus Grabow mitgebracht, und hab den dann gleich am Turm noch weggeschmissen, der war ja eh hin.
Hab also zusammen mit dem Waffenuffz drübergeschaut und sie augenscheinlich, genauso wie er, für iO befunden.
So kam sie also gleich wieder in den Waffenständer.
Ich habe auch schon vorher diesen komischen Flachkarabinerhaken bemängelt und angegeben, daß der sich manchmal beim Tragen irgendwie selbst aushängt, da ist aber auch nix passiert, die wären bei Allen LMG'S so hieß es.
Geschossen hatte ich mit diesem LMG übrigens vorher keinen einzigen Schuß.
Das erste Schießen damit, war das oben beschriebene.
Ich habe in Halberstadt mit dem LMG, MPiK, RPG7, AGS17 und auch die Makarow geschossen.
In Grabow hatte ich zum Wachdienst ne MPiK und später keine Waffe mehr.
Das LMG habe ich in Gandow erst zum Grenzdienst ausgehändigt bekommen.
Ich denke der Übergabegrund war ein Anderer, aber egal.
Sie war zwar bescheiden herumzuschleppen, aber daraus hab ich mir nix gemacht, und manchmal war es auch richtig lustig sie dabeizuhaben.

Gruß nf

zuletzt bearbeitet 08.03.2009 15:21 | nach oben springen

#13

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 27.05.2009 18:21
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

auch ich war im 1.Zug der GK LMG-Schütze,mußte das Ding aber auch zum Glück nie mit zum Grenzdienst nehmen.Das wird dann wohl so 1985 abgeschafft wurden sein.Kann mir auch schlecht vorstellen mit dem sperrigen Ding auf den BT zu steigen.Wir sind nur mit KmS in den Abschnitt.

04/86-04/87 in Schierke


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#14

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 07:23
von sentry | 1.077 Beiträge

In dem Zusammenhang fällt mir ein: Wie habt Ihr denn überhaupt den ganzen Plunder auf den Turm gekriegt (Postentaschen usw.)? Welche findigen Technologien habt Ihr dafür entwickelt?


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#15

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 12:51
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo sentry,

die leichteste Methode für den Postenführer war, das alles den Posten hoch- und runterschleppen zu lassen. Dadurch ist bei uns auch mal ein Soldat die Leiter runtergefallen (3m), als er versuchte alles beim Runtersteigen mit einem mal zu tragen und auch noch die Luke zu schließen. Dadurch kam diese Praxis auch bei mir als Polit an.

ciao Rainman


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#16

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 14:24
von sentry | 1.077 Beiträge
Dass der Posten alles schleppen musste, hatte ich stillschweigend vorausgesetzt. Das galt bei uns übrigens auch nicht als verwerflich oder E-Bewegung oder so. Das war ganz einfach so. Die Frage war nur, wie der das gemacht hat.

Verlust der Postentasche beim Abstieg war kein Drama. Absoluter Cooler war das zu Beginn der Schicht, weil beim Abschäkeln der Tasche meist natürlich die Thermösen (SiK-Jargon für Thermosflasche) kaputtgingen.
Im besten Falle musste der verursachende Posten seine Thermöse dem PF überlassen und hatte die Schicht über nichts Warmes, falls nicht brüderlich geteilt wurde.
Im schlimmsten Falle war alles kaputt. Das konnte in einer Menge Missmut und einer unangenehmen Schicht enden. Am Ende war dann meist noch eine Runde Kaffee für den Aufzug oder sogar den ganzen Zug fällig, und dass bei knappem Soldateneinkommen und 8,75 M pro 125g Mocca-Fix-Kaffee - und wir hatten alle riesige Tassen, die deshalb Kameradenbetrüger genannt wurden.

zuletzt bearbeitet 28.05.2009 14:26 | nach oben springen

#17

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 17:03
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

wenn wir an den Kanten sind,dann wurde die Postentasche meist an einen Baum gehängt wo man wußte das man wieder vorbei kommt und die Tasche mußte nicht ständig mitgeschleppt zu werden.
Auf den BT ging sie auch nicht mit rauf,sondern blieb unten stehen.Außer wenn man wußte das man länger auf dem BT bleiben mußte,ja dann mußte der Posten sie mit hoch tragen.Mist war natürlich wenn die Tasche mal runterfiel,mußte nicht mal im Turm sein,die Einsätze von den Thermosflaschen gingen schnell kapput.Im Sommer hatte man ja meist ne Limo mit und keinen Tee und in Winter wurde der Tee geteilt wenn einer Pech mit seiner Thermosflasche hatte.

04/86-04/87 in Schierke


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#18

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 19:48
von EK89/1 | 832 Beiträge

Servus
Das der Posten immer die Tasche schleppen muste war bei uns nicht so, zumindest bei mir.
Da ich nie PF geworden bin, (warum auch immer) kann ich dazu sagen das ich für jüngere Diensthalbjahre die Tasche nicht die gaze Schicht geschleppt habe. Meist war es aber so das jeder mal dran war, egal ob PF oder P oder Sold. und Gefr. Mit dem ablegen der Tasche haben wir es auch so gehalten wie beim grenzgänger
Ja die Tehrmösen, ich weis nicht wie fiel ich davon kaufen muste, es waren verdamt viele. kaputt ging ja auch meistens nicht der komplette Glaskolben sonder fast immer der kleine Schniepel der vom glasblasen dran geblieben war, das merkte man dan das der Tee ruck zuck kalt war. Bei uns in der MHO gab es meist nur die häslichen gelben oder roten, dei blauen die ja dem EK zustanden gabs fast nie.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#19

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 29.05.2009 07:40
von Udo (gelöscht)
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@nightforce
Ich habe mir gerade vorgestellt, wie komisch die Frau von Major G. (Stellv Batt. und Leiter Operative) aus Mödlich geglotzt hat, als Du sie aus dem Bus komplimentiert hast. Die hat ihrem Alten aber abends Dampf gemacht. Oder hast Du in Lanz am Schlagbaum gestanden? Der war ja eigentlich selten besetzt.
Udo


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#20

RE: BT Wachturm

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 03.06.2009 17:27
von sentry | 1.077 Beiträge

In Antwort auf:
Wie habt Ihr denn überhaupt den ganzen Plunder auf den Turm gekriegt

Na vielleicht 'mal noch meine eigene Antwort auf die Frage.
Auf den großen Gittermastturm an der Autobahn in Marienborn, genannt das "Schiff" wurden die Postentaschen mit einem langen Bergsteigerseil hochgezogen. Der Transport auf der sehr steilen Treppe wäre zu gefährlich gewesen. Man sollte dort schon beide Hände am Geländer haben.

Auf der Eisenbahn-GÜSt hatten wir einen Postenpunkt auf dem Dach eines Stellwerkes, der über eine Leiter mit Schutzbügeln zu erreichen war, wie man sie manchmal an großen Schornsteinen oder auch Dachleitern sieht. Da hätte man mit Postentaschen nicht hochkriechen können, also gab's auch hier ein Seil zum Hochziehen.
Bei Nachtschichten wurde an dieses Seil oft ein Eimer mit Streusand gehakt und in den Leitertunnel gehängt. Dadurch war man vor Postenkontrollen sicher, weil die den Eimer nur mit viel Gepolter abgekriegt haben. Davon ist oben jeder aufgewacht

Für den Transport auf den BT-11 wurde die Schulterstütze eingeklappt und die Waffe mit Lauf nach oben über die Schulter gehängt. In die eingeklappte Schulterstütze konnte man ganz hervorragend die Henkel der Postentaschen einhängen und so das ganze nach oben hucken.


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