#421

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 17:56
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
Da ich weder bei der NVA noch bei den GT gedient habe, habe ich zum Threadthema folgende, für mich, Verständigungsfrage.

Jedes Land, lassen wir das politische System mal außen vor, behält sich vor wie es seine Grenzen gegen einen ungesetzlichen Grenzübertritt schützt. Von Innen nach Außen und von Außen nach Innen.
In diesem Regular ist doch irgendwo der Gebrauch der "Mittel" festgehalten um solch einen Durchbruch zu vereiteln.

Der Schutz von militärischem Gebiet im Land ist doch so ähnlich aufgebaut oder irre ich hier?

Nun meine direkte Frage:
In welchem Gesetz, in welcher Verordnung der DDR ist der immer wieder kolportierte rücksichtslose Schußwaffengebrauch der DDR Grenzer festgehalten, gar befohlen worden, um Grenzverletzer aufzuhalten und sie letztendlich "abzuknallen".

Der in Magdeburg aufgetauchte, nicht weiter verifizierbare Durchschlag eines angeblichen Schießbefehls braucht hier nicht als "Beweis" aufgeführt werden. Dieses Stück Papier ist mir bekannt.

Danke
Nostalgiker



tja.Das ist das Problem...Es konnte nichts gefunden werden


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#422

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 18:14
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zum Thema Schießbefehl folgendes.


als Beleg für den so genannten „Schießbefehl“ an der Staatsgrenze wird immer wieder die 45. Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR am 3.Mai 1974 angeführt.

Auch der Spiegel 26/1991 Seite 79 bezieht sich unter der Schlagzeile „Einwandfreies Schußfelld“ auf diese Sitzung mit dem Hinweis: „In der Aussprache legte Genosse Erich Honecker folgende Punkte dar „Nach wie vor muss bei Grenzdurchbrüchen rücksichtslos von der Schusswaffe gebrauch gemacht werden und es sind die Genossen , die die Schusswaffe erfolgreich angewandt haben, zu belobigen“

Als „kleine Überschrift“ im genannten Spiegel ist mit zu lesen „ Das Protokoll der Strausberger Schießbefehl – Konferenz“

Was war mit der Sitzung des NVR ?

Wie kommt der Spiegel zu einem Protokoll, obwohl kein Protokoll angefertigt wurde ? Was möchte man dem Leser aufzeigen?

Es gibt, eine „Niederschrift“ über die am 03.05.1974 durchgeführte Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates“ mit der Nummer GKdos ( Geheime Kommandosache ) – Nr. 19 / 74 , in zwei Ausfertigungen, mit jeweils 15 Blatt.

Was hatte es mit Niederschrift und Protokoll auf sich ?

Von 1971 bis 1985 wurde keine Sitzung des NVR durchgeführt, wenn nicht der Minister für Nationale Verteidigung Armeegeneral Heinz Hoffmann anwesend war.

1974 war Armeegeneral Hoffmann jedoch länger erkrankt.

In Vorbereitung der Sitzung wurden Minister Hoffmann vom Sekretär des NVR General Streletz - , alle Tagungsunterlagen vorgelegt und Minister Hoffmann erklärte sich einverstanden, diese Sitzung ohne ihn durchzuführen.

Gleichzeitig wurde von Minister Hoffmann dem Sekretär des NVR befohlen,
für ihn eine Aktennotiz mit dem wichtigsten Inhalt der Diskussionen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten zu fertigen und diese ihm anschließend vorzulegen. In einem persönlichen Gespräch sollten noch offene Punkte geklärt werden.

Am 03.Mai 1974 begann um 10.00 Uhr die Sitzung des NVR. 8 Mitglieder waren anwesend, 6 Mitglieder fehlten entschuldigt, weitere 6 Personen wurden zur Sitzung hinzugezogen.

Es gab sechs Tagesordnungspunkte, TOP vier beschäftigte sich mit dem „Bericht über die Lage an der Staatsgrenze der DDR zur BRD, zu Westberlin und an der Seegrenze“.

Zu Beginn gab Generaloberst Keßler einen Bericht von 15 Minuten.

Anschließend folgte eine Aussprache, in der der Vorsitzende des NVR Honecker nach den Aufzeichnungen u.a. darlegte “überall muss ein einwandfreies Schussfeld gewährleistet werden“. Dies wird vom Spiegel als Äußerung von Gen. Honecker dargestellt. Aber war dies auch so ?

Diese Erklärung beruhte auf den Erfahrungen, dass der tatsächliche Verlauf der Staatsgrenze HÄUFIG KEIN EINWANDFREIES Sicht – und Schussfeld darstellte mit der Folge, dass ein verantwortungsvoller Schusswaffeneinsatz nicht immer gewährleistet war.

Nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen durfte die Schusswaffe
nur zum Zwecke der Festnahme oder zur Abwendung eines Angriffes als letztes Mittel eingesetzt werden.

Es war daher im Ausnahmefall als letztes Mittel immer nur ein gezielter Schuss zulässig durch den die Flucht oder die Angriffsfähigkeit des Grenzverletzers verhindert werden sollte. Ein „erschießen“ war nie das gesetzte Ziel.

Zweck war es offentsichtlich, den Verteidigungsminister auf diesen Umstand nochmals hinzuweisen.

Zum Punkt „nach wie vor muss bei Grenzdurchbruchsversuchen von der Schusswaffe rücksichtslos Gebrauch gemacht werden, und es sind die Genossen, die die Schusswaffe erfolgreich angewandt haben zu belobigen“.

Hier fehlt im schriftlichen Text die Voraussetzung unter der diese „Aussage“ stand.

Bei der Niederschrift handelte es sich eben nicht um ein Wortprotokoll der über 2 Stunden dauernden Sitzung, sondern nur um eine auf 10 Seiten inhaltliche Zusammenfassung der einzelnen Diskussionsbeiträge.

Sonst hätte die Niederschrift – dann besser Protokoll oder Wortprotokoll- mindestens 30 bis 40 Seiten umfassen müssen.

Rücksichtslos sollte von der Schusswaffe nur dann Gebrauch gemacht werden, im Falle eines bewaffneten Angriffes auf den Grenzposten bzw. eines Angriffes auf die Staatsgrenze mit schwerer, speziell vorbereiteter Technik, wie LKW oder Traktoren, die für solche Grenzdurchbrüche vorbereitet waren. ( Was in den in den Jahren zuvor eingetreten war )

Die Belobigung sollte dann vorgenommen werden, wenn der Grenzposten unter Einsatz seines Lebens, die ihm übertragene Aufgabe zum Schutz der Staatsgrenze erfüllt hat.

Aus den Ausführungen von E. Honecker war klar ersichtlich, dass sich an den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen über den Schusswaffengebrauch nichts ändern sollte.
Denn im nachfolgenden Satz der Niederschrift ist zu lesen „an den jetzigen Bestimmungen wird sich diesbezüglich weder heute noch in Zukunft etwas ändern.“
Von Seiten der Justiz und in den Medien wurde - und wird noch heute-, immer wieder hervorgehoben, dass diese Sitzung Ausgangspunkt für eine neue Aufgabenstellung für den Schusswaffengebrauch gewesen sein soll.

Dann wäre es zwingend notwendig gewesen, einen neuen Beschluss des NVR vorzubereiten und diesen dem Vorsitzenden des NVR nach Rücksprache mit dem Minister für Nationale Verteidigung zur Unterzeichnung vorzulegen. Es können alle Unterlagen zu dieser Sitzung eingesehen werden, es wurde kein „Schießbefehl“ erörtert , geschweige denn verabschiedet.

Nochmals zur Niederschrift.

Bei der Niederschrift handelt es sich weder um einen Beschluss des NVR, noch um eine Anordnung oder einen Befehl des NVR.
Die Ausführungen von E. Honecker die in der Niederschrift festgehalten sind, waren sein persönlicher „Diskussionsbeitrag“, kein Befehl, keine Weisung o.ä..

Aus dem amtlichen, bestätigten Protokoll über die 45. Sitzung ist klar ersichtlich, dass kein Beschluss über einen verstärkten Schusswaffeneinsatz an der Staatsgrenze gefasst wurde.

Die Niederschrift selbst war, entgegen der Meinung der Staatsanwaltschaft – im so genannten Honecker – Prozess niemals Bestandteil des bestätigten Protokolls.
Die Niederschrift hatte eine eigene GKdos Nr. und wurde so auch auf der VS – Stelle des NVR gesondert gelagert.

Auch wenn einige – besseren Wissens ? – anderes behaupten :

Auf Grund des Beschlusses des NVR auf seiner 45. Sitzung am 3.Mai 1974 ist keine Weisung, kein Befehl und keine Anordnung weder mündlich, noch schriftlich ergangen, die einen verschärften Einsatz der Schusswaffe an der Staatsgrenze zur folge gehabt hätten.

All dies geschriebene, ist in den Dokumenten nachzulesen.

Dann gab es noch Hinweise auf das Grenzgesetz und den Befehl 101.


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#423

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 18:35
von turtle | 6.961 Beiträge

Frage an Radio Eriwan: "Ich kann zu einer Tagung in den Westen fahren. Soll ich die Reise unternehmen, obwohl ich die hohen Fahrtkosten selbst tragen muss?" - "Im Prinzip ja, sie brauchen ja keine Rückfahrkarte zu kaufen.

Ja wenn das so einfach gewesen wäre.


Von Nostalgiker,

" Jedes Land, lassen wir das politische System mal außen vor, behält sich vor wie es seine Grenzen gegen einen ungesetzlichen Grenzübertritt schützt. Von Innen nach Außen und von Außen nach Innen.
In diesem Regular ist doch irgendwo der Gebrauch der "Mittel" festgehalten um solch einen Durchbruch zu vereiteln.

Der Schutz von militärischem Gebiet im Land ist doch so ähnlich aufgebaut oder irre ich hier?


Natürlich kann man das miteinander vergleichen, für mich hinkt dieser Vergleich aber.
Wer in ein militärisches Gebiet im Land eindringt möchte wahrscheinlich etwas entwenden, einen Anschlag verüben oder ähnliches. Hier habe ich größtes Verständnis für die Schutzmaßnahmen gegen ein Eindringen von Außen.

Wer in die DDR Grenzanlagen eindrang hatte in der Regel vor diese schnellstens zu überwinden, da er keinen anderen Weg sah die DDR zu verlassen. Ich schreibe hier von meiner Zeit des Durchbruchs 1968. Damals gab es noch keinen Ausreiseantrag! Es kann nicht rechtens sein jemanden daran zu hintern seinen Wohnsitz frei zu wählen. Ihn mit allen Mitteln daran zu hintern war Unrecht. Wie die Sicherung der Grenze aufgebaut war, konnte man sehen dass es nicht um die Sicherung von Außen ging. Kein Wessi musste diesen Weg wählen um in die DDR zu kommen. Hier lag die Priorität eindeutig darin DDR Bürger zu hindern das Land zu verlassen. Auch weiter streiten Schießbefehl ja oder nein liegt an der Betrachtungsweise. Wenn von vernichten des Sperrbrechers die Rede ist ,ist das für mich ein Schießbefehl.
SM70 oder Minen sprechen eine deutliche Sprache was das Leben eines Flüchtlings Wert war!
Das ist meine Sicht auf den Vergleich vom Schutz militärischem Gebiet in der DDR.

Jetzt bitte nicht den Fall Gartenschläger als Beispiel eines Angriffs von Außen bringen!


zuletzt bearbeitet 19.07.2011 18:43 | nach oben springen

#424

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 18:38
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Hallo Alfred,

danke für Deinen Beitrag.
Damit wird für mich einiges klarer.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#425

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 18:54
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Turtle,

es ist Deine Sicht und Dein Leben.
Auf eines möchte ich Dich trotzdem hinweisen, 1968 gab es kein Recht sich den Wohnort auf der Welt frei zu wählen! In keinem Land dieser Erde.
Besuche, Ferienaufenthalte sind etwas ganz anderes und haben nichts aber auch nichts mit Wohnortwahl zu tun.
Selbst heute kann ich nicht als Wohnort New York wählen wenn ich dort meinen Lebensunterhalt verdienen muß. Habe ich genug Vermögen sieht das ein wenig anders aus.

Das die Grenzsicherungen der DDR Grenze nicht dazu gedacht waren um einen Massenansturm von Westeuropäern abzuhalten weiß sogar ich.
Wenn es dem "Staat" gefällt seine Grenze bezüglich Sicherung in eine Hochsicherheitszone zu verwandeln ist es in erster Linie eine Entscheidung dieses Staates.
Die Grenze DDR/BRD war und ist nicht die einzige Hochsicherheitsgrenze auf dieser Welt.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#426

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 18:56
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Alfred
Zum Thema Schießbefehl folgendes.

Es gibt, eine „Niederschrift“ über die am 03.05.1974 durchgeführte Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates“ mit der Nummer GKdos ( Geheime Kommandosache ) – Nr. 19 / 74 , in zwei Ausfertigungen, mit jeweils 15 Blatt.





Es gibt auch das Protokoll der Sitzungen im Netz:
http://www.bundesarchiv.de/fb_daofind/Zdaofind_DVW1_NVR/
(45. Sitzung des NVR, Seiten 176 bis 207)
Theo


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#427

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 20:33
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl
@Wosch wenn du möchtest, daß wir jetzt alles, was wir im Team beschließen vor Dir rechtfertigen, dann stell dazu bitte einen Antrag... wir stimmen dann im Team ab

VG

P.S. so und weiter zum Thema......



..................................................................................................................................................................

Nein @exgakl, ich erwarte nicht von Euch, daß Ihr Euch vor mir rechtfertigt, soweit geht die "Freundschaft" denn nun wirklich nicht.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 19.07.2011 20:34 | nach oben springen

#428

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 22:20
von gmei | 44 Beiträge

Ich bin gerade dabei mich ein wenig einzulesen und ich habe zu diesem Thema eine Frage an die User die schreiben, es hätte keinen Schießbefehl gegeben:
Wenn es diesen Befehl also nicht gegeben hat, dann hieße es ja, daß die Grenzsoldaten ohne Befehl und Not ihren eigenen Landsleuten in den Rücken geschossen haben und sie getötet oder verletzt haben.
Das wiederum kann ich nicht glauben denn es waren sicherlich genauso Menschen wie Du und ich. Wieso aber schossen sie, wenn es keinen Befehl gab?
Welchen Druck oder Repressalien gab es, das sie gegen ihr Gewissen und gegen die Menschlichkeit handelten?


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#429

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 22:28
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gmei,

wenn Du alles gelesen hast, sollten diese Fragen eigentlich nicht mehr kommen.


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#430

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 22:37
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

@gmai: Ich blicke auch nicht durch. Es gibt so vieles im Netz..
http://www.igfm.de/DDR-Schiessbefehl-Am-...rlas.955.0.html
Theo


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#431

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 22:57
von gmei | 44 Beiträge

Zitat von Alfred
Gmei,

wenn Du alles gelesen hast, sollten diese Fragen eigentlich nicht mehr kommen.



Alfred ich bin noch des Lesens mächtig und habe in den Beiträgen zu diesem Thema gelesen, daß der Schießbefehl von Usern bestritten wird ! Wenn Du die Existenz nicht bestreitest, mußt Du Dich nicht angesprochen fühlen.


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#432

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 23:00
von Alfred | 6.841 Beiträge

Schau einfach mal ins Grenzgesetz § 27.oder den Befehl 101 des MfNV.

Dies wurde u.a. auch als "Schießbefehl" ausgelegt.

So kompliziert kann dies doch nicht sein.


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#433

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 23:03
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
@gmai: Ich blicke auch nicht durch. Es gibt so vieles im Netz..
http://www.igfm.de/DDR-Schiessbefehl-Am-...rlas.955.0.html
Theo



Theo das Ding ist doch getürkt....1961 hat in der DDR doch keiner mehr von der Demarkationslinie gesprochen...und Angehörige der bewaffneten Organe beim überschreiten dieser zu erschießen....was soll das denn? Echt übelste Propaganda


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#434

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 23:03
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Kannst Du ihn vorlegen?

Für die von Dir geforderte Rechtfertigung der Anwendung der Schusswaffe wurden hier bereits genug Rechtsvorschriften benannt, insofern war Alfreds Einwurf berechtigt. Deine Frage hätte sich eigentlich bei der Auseinandersetzung mit dem von Dir gelesenen von selbst beantworten müssen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.07.2011 23:04 | nach oben springen

#435

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 23:13
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von gmei
Ich bin gerade dabei mich ein wenig einzulesen und ich habe zu diesem Thema eine Frage an die User die schreiben, es hätte keinen Schießbefehl gegeben:
Wenn es diesen Befehl also nicht gegeben hat, dann hieße es ja, daß die Grenzsoldaten ohne Befehl und Not ihren eigenen Landsleuten in den Rücken geschossen haben und sie getötet oder verletzt haben.
Das wiederum kann ich nicht glauben denn es waren sicherlich genauso Menschen wie Du und ich. Wieso aber schossen sie, wenn es keinen Befehl gab?
Welchen Druck oder Repressalien gab es, das sie gegen ihr Gewissen und gegen die Menschlichkeit handelten?


- Ein Staat richtet ein eingezäuntes Sperrgebiet ein, welches nicht betreten werden darf. Verbotsschild samt Warnung vor Schußwaffengebrauch am Zaun.
- Vom Staat beauftragte, bewaffnete Personen haben den Auftrag unbefugt eingedrungene Personen festzunehmen.
- Entzieht sich die unbefugte Person der Festnahme, wird sie angerufen stehen zu bleiben. Dann Warnschuß. Danach gezielter Schuß.

Wird in vielen Staaten so praktiziert. Entweder besteht in diesen Staaten nach wie vor ein "Schießbefehl" oder es gibt diesen nicht.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#436

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.07.2011 23:16
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
@gmai: Ich blicke auch nicht durch. Es gibt so vieles im Netz..
http://www.igfm.de/DDR-Schiessbefehl-Am-...rlas.955.0.html
Theo




Ein Bekannter sagte immer:"Ich glaub auch Lügen, aber wahr müssen sie sein!"

Theo 85/2


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#437

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.07.2011 10:03
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von GZB1
@glasi

bitte von den Erlebnissen von Einzelnen nicht immer auf die Allgemeinheit schließen!
(Bsp. sicher gibt es Menschen "die von einem Blitz getroffen werden", allerdings längst nicht alle)

Es war wie überall, es gab Leute mit merkwürdig überspitzten Ansichten über ihren Dienst, und viele Andere, die hatten eine normale, weniger übertrieben engagierte Einstellung dazu!
da hast du recht GZB 1. es geht mir auch nicht um denn kleinen grenzsoldat, sondern um diesen kommandeur. ich wüßte gerne was der heute macht. ich hoffe nichts militärisches. lg glasi





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#438

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.07.2011 18:23
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Kannst Du ihn vorlegen?

Für die von Dir geforderte Rechtfertigung der Anwendung der Schusswaffe wurden hier bereits genug Rechtsvorschriften benannt, insofern war Alfreds Einwurf berechtigt. Deine Frage hätte sich eigentlich bei der Auseinandersetzung mit dem von Dir gelesenen von selbst beantworten müssen.





Der berühmte Äpfel mit Birnen Vergleich.


TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#439

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.07.2011 18:36
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Alfred
Schau einfach mal ins Grenzgesetz § 27.oder den Befehl 101 des MfNV.

Dies wurde u.a. auch als "Schießbefehl" ausgelegt.

So kompliziert kann dies doch nicht sein.




Wenns so einfach wäre, wie du es darstellt, Grenzgesetz und 101er, dann machste es dir, wei immer sehr leicht.

Das Thema ist wesentlich komplexer und komplizierter.
Und fängt auch nicht mit den 101er Befehlen oder dem § 27 Grenzgesetz der DDR an, das ist selbst Dir bekannt Alfred.

Die ersten Regelungen zum Gebrauch der Schusswaffe an der Grenze gabs bereits mit der Direktive Nr. 16 des Kontrollrat, vom 06.11.1945. Bewaffnung der Polizei in den einzelen Zonen (Polizei, Gendarmerie und Grenzpolizei).
Befehl 0208 vom 04.12.1946.
Hierin wurde auf den Schutz der Grenzen des BL Sachsen zu Polen und zur Tschechoslowakei hingewiesen.

Richtlinien für die Organe der dt. Polizei zum Schutz der Demarkationslinie in der sowjetsichen Okkupationszone Deutschlands, vom 23.08.1947.

Fortsetzung siehe beigefügten Lin (nur mit Anmeldung).
http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=7686

Für einen kurzen Zeitraum gab es für die eingesetzten Kräfte an der Grenze eine konkrete Verpflichtung.

Ab den 60er Jahren kommt noch hinzu die Vergatterung in Form eines Befehls. Diese wurde selbst nach der Einführung des Grenzgesetztes bis weit in die 80er Jahre beibehalten.

Dies in kurzen Ansätzen.
Um diese Materie zu erfassen muß man schon sehr tief einsteigen.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#440

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.07.2011 18:40
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat Alfred:
Zum Punkt;
„nach wie vor muss bei Grenzdurchbruchsversuchen von der Schusswaffe rücksichtslos Gebrauch gemacht werden, und es sind die Genossen, die die Schusswaffe erfolgreich angewandt haben zu belobigen“.

Hier muß der Zusammenhang mit dem Befehl 76/61 vom 06. Oktober 1961.
Schusswaffengebrauchsbestimmungen für das Kdo-Grenze der NVA.

hergestellt werden.
Erst dann ergibt die von EH gemachten Aussage einen Sinn.
Ebenso wie die Antwort des Verteidigungsministers darauf.


Zitat Alfred:
Von Seiten der Justiz und in den Medien wurde - und wird noch heute-, immer wieder hervorgehoben, dass diese Sitzung Ausgangspunkt für eine neue Aufgabenstellung für den Schusswaffengebrauch gewesen sein soll.


Alfred,
lies nochmal die Urteile und Begründungen zu den Prozessen:
Mitglieder des Politbüros und des NVR.

Wimre wird dort ein Bezug zw. 1961 (Befehl 76/61) und der Sitzung des NVR in 1974 hergestellt.

TH.

P.S.: Wimre: In den 101er Befehlen taucht der Begriff "vernichten" ab 1976 nicht mehr auf.
Wimre:Ebenfalls seitens der Justiz in den Verfahren festgestellt.

P.P.S.: Das Grenzgesetz vom 25. März 1982 und die für die GT geltenden DV´s waren für den Einsatz der Grenzposten gültig.
Dazu noch der Befehl zur Vergatterung.

Interessant dass durch Befehl/-e auch die Schusswaffengebrauchbestimmungen einschließlich dem § 27 Grenzgesetz bei besondern Lagen/bestimmten Anlässen (Staatsbesuche westlicher Regierungen in der DDR bzw. der Staatsführung der DDR im Nicht-sozialistischen Ausland, etc.) ausgesetzt wurden.
Aufgrund dieser Befehle durfte die Waffe nur in Notwehr, bei Fahnenflucht und bei Verwendung Schwerer Technik eingesetzt werden.

Und wie Du schon selbst festgestellt hast, nicht alles wurde schriftlich fixiert.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 20.07.2011 18:56 | nach oben springen


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