#261

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 19:35
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...
Ist nicht gerade lange. Waren denn Mauern so viel teurer (oder Streckmetall so viel billiger)?
Theo



Das Streckmetall hielt nicht viel aus. Sicher mit die billigste Zaunvariante. Praktisch handelte es sich hierbei ja nur um ein vorgelochtes und auseinandergezogenes Metallfeld. Eigentlich war somit jedes "Loch" schon eine Sollbruchstelle mit zwei Schwachstellen. Wenn als Widerlager ein Pfeiler verwendet wurde, wäre es schnell durchgewesen. Das wußte bloß keiner.
Die Grenzanlagen waren sündhaft teuer und wurden so billig gebaut, wie eben möglich. Hat trotzdem funktioniert.



----------------------------
Das kannst du so nicht sagen (siehe rot) Das Streckmetall war schon sehr Wiederstandsfähig. Es war nur auch sehr Spröde - eine bessere Beschreibung fällt mir gerade nicht ein. Ich glaube einfach mit dem Auto dagegen hätte nicht all zu viel gebracht. Aber wie schon beschrieben - mit einem Beil, ging das ratz fatz, musste beim Mienenbergetrupp auch geübt werden, da gab es sicher auch eine Normzeit, aber gelöscht.

Mike59


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#262

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 19:38
von werner | 1.591 Beiträge

Danke S51,

"wozu braucht man das schon . . ." lässt ja auch alles an Mutmaßungen zu. . . Für einen Posten auch nicht wirklich entspannend.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#263

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 19:51
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von werner
...
Wie wurde mit dem Passus - ich verkürze mal: Kein Waffeneinsatz, wenn Waffenwirkung außerhalb des Hoheitsgebietes der DDR eintreten kann - umgegangen? Die Umsetzung stelle ich mir schwierig vor . . .




Wenn man damit rechnen musste (oder konnte...) dass Querschläger rüber gingen, blieb der Finger gerade. In so einer Situation bei allem Adrenalin noch denkend handeln zu können, war das Schwierige. Man musste die Begründung nur durchhalten. Das vor allem war das Problem. Man muss auch mal verlieren können und durfte eben dies nicht sagen.
Allerdings habe ich erlebt, dass der Militärstaatsanwalt mir in dem Fall eben jene Begründung geradezu in den Mund gelegt. hat. Sie stimmte da auch und war auch tatsächlich der Grund für unterlassenes Handeln aber ich kam im Regiment gar nicht dazu, nach der Meldung auch nur noch einen Pieps von mir zu geben. Sinngemäß sagte er im Frühsommer 1983/84 seinerzeit "Nicht wahr, sie haben nicht geschossen, weil die Gefahr bestand, Unbeteiligte oder das Gebiet der BRD zu treffen!" So in etwa. Ich wäre blöd gewesen, da noch etwas anderes zu sagen und ich war ziemlich erleichtert. Wusste ich doch nun, dass ich davonkommen würde.
Wobei dem da auch tatsächlich so war. Wir kannten ja unsere Eisen und die Neigung der M 43 zu Querschlägern. Wir hätten parallel zur Grenze bergauf feuern müssen. Mit dem besetzten B-Turm SAL links und dem Wurmberg mit allen Urlaubern rechts als "Kugelfang". Das in diesem steinigen Gelände. Den Leuten vom B-Turm ging es genauso, nur eben entgegengesetzt. Bis zum Durchbruchsort waren es vom Turm um die 200 Meter, von uns noch viel weiter. Die GV hatten nur rund 30 Meter bergauf zu laufen. Da haben wir alle drei entschieden, die Waffen nicht mal von den Schultern zu nehmen. So sind sie eben durch. Was soll´s. Besser, als irgend jemand anders noch daneben zu legen. Heute kann man sich deswegen wohlfeil auf die Brust klopfen, damals fand man die Situation schon nicht allzu prickelnd.
Hat mir einige Wochen in der Produktion eingebracht beim Bau von Turmstativen im Rahmen der Neurerbewegung in Ilsenburg und die eigentlich fällige Beförderung um einige Monate verschoben. Das hat mich schon etwas geärgert. Wenn auf dem Tableau Ufw .... steht und du läufst trotzdem noch ein gutes dreiviertel Jahr als Uffz rum. Egal. Besser, so zu verlieren.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#264

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 20:06
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von werner
Danke S51,

"wozu braucht man das schon . . ." lässt ja auch alles an Mutmaßungen zu. . . Für einen Posten auch nicht wirklich entspannend.



Der "Flattermann" kommt erst später. Wenn alles vorbei ist und man bei der nächsten Schicht noch mal am selben Ort steht. Die aufgehende Sonne (oder diesen komischen Fleck im Morgennebel) sieht, merkt, wie allein man eigentlich war und dann realisiert, wie schief auch alles hätte gehen können.
Irgendwann kommt auch so etwas wie Routine.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#265

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 20:07
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...
Ist nicht gerade lange. Waren denn Mauern so viel teurer (oder Streckmetall so viel billiger)?
Theo



Das Streckmetall hielt nicht viel aus. Sicher mit die billigste Zaunvariante. Praktisch handelte es sich hierbei ja nur um ein vorgelochtes und auseinandergezogenes Metallfeld. Eigentlich war somit jedes "Loch" schon eine Sollbruchstelle mit zwei Schwachstellen. Wenn als Widerlager ein Pfeiler verwendet wurde, wäre es schnell durchgewesen. Das wußte bloß keiner.
Die Grenzanlagen waren sündhaft teuer und wurden so billig gebaut, wie eben möglich. Hat trotzdem funktioniert.



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Das kannst du so nicht sagen (siehe rot) Das Streckmetall war schon sehr Wiederstandsfähig. Es war nur auch sehr Spröde - eine bessere Beschreibung fällt mir gerade nicht ein. Ich glaube einfach mit dem Auto dagegen hätte nicht all zu viel gebracht. Aber wie schon beschrieben - mit einem Beil, ging das ratz fatz, musste beim Mienenbergetrupp auch geübt werden, da gab es sicher auch eine Normzeit, aber gelöscht.

Mike59




Schien schon eher billige Qualität zu sein:

Theo


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#266

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 20:17
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Mike59

Zitat von S51

Zitat von eisenringtheo
...
Ist nicht gerade lange. Waren denn Mauern so viel teurer (oder Streckmetall so viel billiger)?
Theo



Das Streckmetall hielt nicht viel aus. Sicher mit die billigste Zaunvariante. Praktisch handelte es sich hierbei ja nur um ein vorgelochtes und auseinandergezogenes Metallfeld. Eigentlich war somit jedes "Loch" schon eine Sollbruchstelle mit zwei Schwachstellen. Wenn als Widerlager ein Pfeiler verwendet wurde, wäre es schnell durchgewesen. Das wußte bloß keiner.
Die Grenzanlagen waren sündhaft teuer und wurden so billig gebaut, wie eben möglich. Hat trotzdem funktioniert.



----------------------------
Das kannst du so nicht sagen (siehe rot) Das Streckmetall war schon sehr Wiederstandsfähig. Es war nur auch sehr Spröde - eine bessere Beschreibung fällt mir gerade nicht ein. Ich glaube einfach mit dem Auto dagegen hätte nicht all zu viel gebracht. Aber wie schon beschrieben - mit einem Beil, ging das ratz fatz, musste beim Mienenbergetrupp auch geübt werden, da gab es sicher auch eine Normzeit, aber gelöscht.

Mike59




Schien schon eher billige Qualität zu sein:
<iframe title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/xIlJ81VNjwo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
Theo



------------------------------
naja die haben ja die Schrauben entfernt

Mike59


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#267

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 21:02
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Schien schon eher billige Qualität zu sein:

Theo




Na Theo, dass mit der Qualität is nu aber een Kalauer.
Mal die Muttern abgedreht und mit Fußtritten an die Matten die Bolzen aus den Betonsäulen gezogen.
Plumps fiel dass Zeugs runter.
Von wegen gebrochen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#268

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 21:10
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von S51
[Waffen waren Messer, Handbeil (Campingbeil) und in einem Fall bei zwei Personen scharf geschliffene Schraubenzieher.



Nur um das einmal festzuhalten....




Na Felix, was willste damit festhalten, gesehen auf die Gesamtzahl der Flüchtlinge bzw. Grenzverletzer!


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#269

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 21:34
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Feliks D.

Zitat von S51
[Waffen waren Messer, Handbeil (Campingbeil) und in einem Fall bei zwei Personen scharf geschliffene Schraubenzieher.



Nur um das einmal festzuhalten....




Na Felix, was willste damit festhalten, gesehen auf die Gesamtzahl der Flüchtlinge bzw. Grenzverletzer!





.................................................Schraubenzieher, Taschenmesser und Campingbeilchen, standen die nicht auch auf der Kriegswaffenliste? Ironie aus"" Eine Frage: wie oft ist zu blutigen Zwischenfällen mit den drei genannten "Mordwaffen" gekommen und wieviel Grenzer ließen dabei ihr Leben?
Schönen Gruß aus Kassel.


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#270

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 21:42
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von GZB1


Die Anfänge waren ja auch 1946 bei der Deutschen Grenzpolizei. Im Prinzip sind es die GT ja auch immer geblieben wenn man die Ausrüstung mit dem BGS vergleicht. (Ausnahme Ausrüstung in Berlin)

Auch international galten die GT bei den Wiener Abrüstungsverhandlungen nie als Streikräfte der DDR, sondern als Grenzschutztruppe/ Polizei. Deshalb wurden sie auch aus der NVA wieder ausgegeliedert. Auch wenn sie im Rahmen eines Ernstfalles wie jede kasernierte "Polizei"truppe Kombattanten-Status gehabt hätten.



Echt?

Hintergrund:
Am 10. Februar 1973 beschloß der Ministerrat die Umbennenung in Grenztruppen der DDR.
Zum Jahreswechsel 1973/1974 kam es zur Umbenennung der Genzsicherungskräfte
der DDR, sie hießen nun nicht mehr „Grenztruppen der NVA“, sondern „Grenztruppen der DDR“

Damit fielen diese, da nicht mehr als Teil der NVA geführt (Direkt unterstellt), bei den Verhandlungen zu Mutual Balanced Force Reductions (MBFR) in Wien aus dem Verhandlungspotential der DDR raus.

Dass ganze war eine Wortspielerei wegen der Abrüstungsverhandlungen zur Truppenreduzierung.

Bereits bis 1973 wurden die GT als eigenständiger Zweig der NVA (eben dem NVA Kommando Grenze) geführt.
Ab 1974 dann die Umbennung, weiterhin dem Minister für NV unterstellt, und geführt durch den Stellvertreter des Ministers und Chef der GT.
Wie schrieb Baumgarten:
Die GT waren ein militärisches Machtorgan.

Und dass nochmal zur Erinnerung:
Chef GT war Stellv. des Minister für Nationale Verteidigung gleichzeitig Mitglied des Kollegiums für NV (Baumgarten von 1979 - 1990 davor Peter von 1972 - 1979).
Die Position wurde erst 1972 für den Chef GT eingeführt.

Dazu:
Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR über den aktiven Wehrdienst in der NVA (Dienstlaufbahnverordnung - NVA)
vom 10. Dezember 1973
Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR über den aktiven Wehrdienst in den Grenztruppen der DDR vom 10. Dezember 1973.

Im übrigen gibts Parallelen zu den Grenzorganen der damaligen CSSR:
PS - Pohranicni Straz, unterstand vom 01.01.1966 bis zum 31.12.1971 dem Verteidigungsministerium.
Zum 01.01.1972 wieder dem Innenministerium unterstellt. (Die CSSR war da einen Schritt weiter).
Grund, die Abrüstungsverhandlungen, Reduzierung der Truppenstärke.
Ferner gab es in der CSSR den Oddeleni Pasove Kontroly = OPK (Paßkontrolldienst), ebenfalls wie die PS, Teil der Hauptverwaltung der Grenzwache und des Schutzes der Staatsgrenze, dem Innenministerium unterstellt.
Und das Sbor Narodni Bezpcnosti = SNB, Korps der nationalen Sicherheit (Innenmisnterium), davon waren aber nur bestimmte Einheiten an der Grenze eingesetzt.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 08.03.2011 22:11 | nach oben springen

#271

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 21:57
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Also ich verstehe nur Bahnhof, wenn ich solche Urteile lese...
http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv095096.html
http://www.servat.unibe.ch/dfr/bs047100.html
http://www.servat.unibe.ch/dfr/bs045270.html
Na ja...
Theo




Dann brauchts auch keinen Wundern, wenn hier soviele Sachbeiträge kommen.
Theo, dass liest sich doch ganz geschmeidig.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#272

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 22:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
... Mutual Balanced Force Reductions (MBFR) ...


Ähm, Mutual and Balanced Force Reductions *wink*
Ansonsten mal sehr schön erklärt, zumindest OHNE Verweise in andere Foren. Geht doch!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.03.2011 22:19 | nach oben springen

#273

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 22:26
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von Thunderhorse
... Mutual Balanced Force Reductions (MBFR) ...


Ähm, Mutual and Balanced Force Reductions *wink*
Ansonsten mal sehr schön erklärt, zumindest OHNE Verweise in andere Foren. Geht doch!





Ahem, Wiki ist nicht die Welt.
http://www.worldlingo.com/ma/dewiki/de/M...orce_Reductions
http://www.heritage.org/research/reports...ction-in-europe
http://hansard.millbanksystems.com/commo...orce-reductions
http://books.google.de/books?id=EtdBaj2I...uctions&f=false

Gehts dann eben nicht, Klug...!
Grins.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 08.03.2011 22:29 | nach oben springen

#274

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 22:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun kenn ich jetzt Deine 'prefered Searchengine', hmm auch nicht schlecht. Und die 'Mutual AND Balanced Forces Reduzierer' haben auch über den Schießbefehl verhandelt? Na jetzt bin ich aber gespannt!

P.S. Die Quellen übrigens sind richtig gut! So stelle ich mir 'Content' vor, danke! Jetzt aber N8, CTRL-Z and logoff


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.03.2011 22:35 | nach oben springen

#275

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 22:38
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von 94
Nun kenn ich jetzt Deine 'prefered Searchengine', hmm auch nicht schlecht. Und die 'Mutual AND Balanced Forces Reduzierer' haben auch über den Schießbefehl verhandelt? Na jetzt bin ich aber gespannt!



zu Rot:
Wenn Du meinst.
Da lass ich Dich mal gerne im Glauben um Dein Wissen.
Grins.

zu Orange:
Na da fragste bei GZB1 an.

Und nu darfste wieder alleine Spielen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 08.03.2011 22:38 | nach oben springen

#276

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 22:58
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Th, deine Darstellung widerspricht meiner nicht, dass die GT international als Grenzschutztruppe/ -polizei anerkannt wurden und nicht zahlenmäßig den militärischen Streikräften der DDR zugeordnet wurden. Eine bloße Namensumbenennung hätte dafür bei den Wiener Abrüstungsverhandlungen sicher nicht ausgereicht, da kennst du die Diplomaten und verhandelnden Militärs schlecht. Da wurde doch um jeden einzelnen Panzer gefeilscht!

Übrigens wurde auch Wehrdienst in den Einheiten der Bereitschaftspolizei und im Wachregiment FED geleistet, auch dafür gab es gesetzliche Regelungen.


zuletzt bearbeitet 08.03.2011 23:52 | nach oben springen

#277

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 23:13
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von GZB1


Die Anfänge waren ja auch 1946 bei der Deutschen Grenzpolizei. Im Prinzip sind es die GT ja auch immer geblieben wenn man die Ausrüstung mit dem BGS vergleicht. (Ausnahme Ausrüstung in Berlin)

Auch international galten die GT bei den Wiener Abrüstungsverhandlungen nie als Streikräfte der DDR, sondern als Grenzschutztruppe/ Polizei. Deshalb wurden sie auch aus der NVA wieder ausgegeliedert. Auch wenn sie im Rahmen eines Ernstfalles wie jede kasernierte "Polizei"truppe Kombattanten-Status gehabt hätten.



Echt?

Hintergrund:
Am 10. Februar 1973 beschloß der Ministerrat die Umbennenung in Grenztruppen der DDR.
Zum Jahreswechsel 1973/1974 kam es zur Umbenennung der Genzsicherungskräfte
der DDR, sie hießen nun nicht mehr „Grenztruppen der NVA“, sondern „Grenztruppen der DDR“

Damit fielen diese, da nicht mehr als Teil der NVA geführt (Direkt unterstellt), bei den Verhandlungen zu Mutual Balanced Force Reductions (MBFR) in Wien aus dem Verhandlungspotential der DDR raus.

Dass ganze war eine Wortspielerei wegen der Abrüstungsverhandlungen zur Truppenreduzierung.

Bereits bis 1973 wurden die GT als eigenständiger Zweig der NVA (eben dem NVA Kommando Grenze) geführt.
Ab 1974 dann die Umbennung, weiterhin dem Minister für NV unterstellt, und geführt durch den Stellvertreter des Ministers und Chef der GT.
Wie schrieb Baumgarten:
Die GT waren ein militärisches Machtorgan.

Und dass nochmal zur Erinnerung:
Chef GT war Stellv. des Minister für Nationale Verteidigung gleichzeitig Mitglied des Kollegiums für NV (Baumgarten von 1979 - 1990 davor Peter von 1972 - 1979).
Die Position wurde erst 1972 für den Chef GT eingeführt.

Dazu:
Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR über den aktiven Wehrdienst in der NVA (Dienstlaufbahnverordnung - NVA)
vom 10. Dezember 1973
Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR über den aktiven Wehrdienst in den Grenztruppen der DDR vom 10. Dezember 1973.

Im übrigen gibts Parallelen zu den Grenzorganen der damaligen CSSR:
PS - Pohranicni Straz, unterstand vom 01.01.1966 bis zum 31.12.1971 dem Verteidigungsministerium.
Zum 01.01.1972 wieder dem Innenministerium unterstellt. (Die CSSR war da einen Schritt weiter).
Grund, die Abrüstungsverhandlungen, Reduzierung der Truppenstärke.
Ferner gab es in der CSSR den Oddeleni Pasove Kontroly = OPK (Paßkontrolldienst), ebenfalls wie die PS, Teil der Hauptverwaltung der Grenzwache und des Schutzes der Staatsgrenze, dem Innenministerium unterstellt.
Und das Sbor Narodni Bezpcnosti = SNB, Korps der nationalen Sicherheit (Innenmisnterium), davon waren aber nur bestimmte Einheiten an der Grenze eingesetzt.






Stimmt so.Irgendwie wurde uns diese Begründung so auch mal voller Stolz geliefert...

aber wurde es so anerkannt?


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#278

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.03.2011 23:17
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Thunderhorse


...Hintergrund:
Am 10. Februar 1973 beschloß der Ministerrat die Umbennenung in Grenztruppen der DDR.
Zum Jahreswechsel 1973/1974 kam es zur Umbenennung der Genzsicherungskräfte
der DDR, sie hießen nun nicht mehr „Grenztruppen der NVA“, sondern „Grenztruppen der DDR“

Damit fielen diese, da nicht mehr als Teil der NVA geführt (Direkt unterstellt), bei den Verhandlungen zu Mutual Balanced Force Reductions (MBFR) in Wien aus dem Verhandlungspotential der DDR raus.

Dass ganze war eine Wortspielerei wegen der Abrüstungsverhandlungen zur Truppenreduzierung.

Bereits bis 1973 wurden die GT als eigenständiger Zweig der NVA (eben dem NVA Kommando Grenze) geführt.
Ab 1974 dann die Umbennung, weiterhin dem Minister für NV unterstellt, und geführt durch den Stellvertreter des Ministers und Chef der GT.
Und dass nochmal zur Erinnerung:
Chef GT war Stellv. des Minister für Nationale Verteidigung gleichzeitig Mitglied des Kollegiums für NV (Baumgarten von 1979 - 1990 davor Peter von 1972 - 1979).
Die Position wurde erst 1972 für den Chef GT eingeführt...





@ TH, die rot gekennzeichnete Argumentation widerspricht sich! Was also ist international gesehen richtig?


zuletzt bearbeitet 08.03.2011 23:54 | nach oben springen

#279

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.03.2011 06:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von GZB1

@ TH, die rot gekennzeichnete Argumentation widerspricht sich!



Da widerspricht sich nichts! Nur weil die GT ebenso wie die NVA dem MfNV unterstellt war, waren sie noch lange kein Teil dieser, sondern neben dieser lediglich ein weiteres dem MfNV untertelltes Organ.

Kleines Beispiel aus der heutigen Zeit... das BKA ist kein Teil der BPOL, trotzdem sind beide dem BMI unterstellt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#280

RE: Schießbefehl Ja -Nein?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.03.2011 10:38
von wosch (gelöscht)
avatar

Was sagt Ihr denn hierzu:

http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...nical/year/1961

???????????????????????????????????????????????
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 09.03.2011 10:59 | nach oben springen


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