#21

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 20.01.2011 15:59
von wosch (gelöscht)
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Zitat von schulmeister
Und dieser Unterschied sieht wie folgt aus: Vormilitärische Ausbildung in der DDR mit dem Ziel der Rekrutierung geeigneter Kräfte zur Sicherung der Diktatur des Proletariats und Verbreitung des Weltkommunismus.
Anwerbung von Freiwilligen in Schulen durch Jugendoffiziere mit dem Ziel der Rekrutierung geeigneter Kräfte zur Sicherung und Verteidigung der Wirtschaftsinteressen der BRD im Zuge der Globalisierung. ( siehe auch der "Fall" Horst Köhler )




.........................Um mal Deinen Nick ernst zu nehmen, wie kommst Du als "Schulmeister" darauf, Erstes mit Zweitem gleichzusetzen.
Sind bei Deiner 2. Version die Jugendoffiziere auch mit den Schülern in so etwas wie "Feldlager" gezogen und haben da "Handgranatenwerfen" üben müssen, ohne das sie das verweigern konnten (war doch im regulären Unterricht der DDR Pflicht!), oder?
In diesem Thread geht es um den staatlichen Zwang, Kindern und Jugendlichen den Umgang mit der Waffe schmackhaft zu machen und darum, ob man das gut oder weniger gut findet!! Und wenn Du mich fragst, ich finde das staatlich verordnete Einstimmen auf den Umgang mit "Mordwerkzeugen" nicht gerade als eine sinnvolle Beschäftigung für die Jugend und das hat garnichts damit zu tun, daß sich ein Staat grundsätzlich eine Armee zu seiner Verteidigung leisten darf.
Da nun mittlerweile keine geeigneten Kräfte zur Sicherung der Diktatur des Proleteriats und des Weltkommunismus benötigt werden, hat sich ja schon fast Alles von Alleine geklärt und man braucht im Grunde genommen nur noch die Last abzuwerfen, die in manchen Köpfen mit herumgeschleppt werden! Da muß sich allerdings Jeder selber darüber im Klaren werden, wie schwer das Gewicht ist um das es sich dabei handelt, sonst klappt es eh nicht!!


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#22

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 20.01.2011 17:37
von Sachsendreier (gelöscht)
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@wosch.......ich finde das staatlich verordnete Einstimmen auf den Umgang mit "Mordwerkzeugen" nicht gerade als eine sinnvolle Beschäftigung für die Jugend und das hat garnichts damit zu tun, daß sich ein Staat grundsätzlich eine Armee zu seiner Verteidigung leisten darf..

Ich bin mir noch im unklarem ob du VMA überhaupt mitgemacht hast. Wie weit gingen denn Einsichten eines 14-15-16jährigen ? War da nicht auch ne Portion Spaß,Sport und Gaudi dabei . Wie bei allem gings hier doch auch darum ,was hattest du für Leher und was wurde wie veranstaltet. Nicht zu vergessen, daß ein Haufen Mädels zur Sani-Ausbildung waren.

Die ideologische Infiltration die damals wie heute da war/ist...diente/dient doch nur einem Ziel ..."wem nützt es..."

Armee zur Verteidigung....? hallo .....na die Zeiten sind doch vorbei ...oder? ...was meinstt du warum man jetzt in die Schulen geht ?
Bitte strapazier nicht das Wort ..glauben.... Ich achte zwar die 10 Gebote , habe aber mit der Institution Kirche nichts zu tun.


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#23

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 20.01.2011 21:27
von Pauker | 37 Beiträge

Hallo!

Mit viel Interesse hab ich diese Diskussion verfolgt. Auch ich gehörte zu den Neuntklässlern, die 1978 mit dem Wehrunterricht begannen.
In unserer POS wurde dieses Fach seitens der Eltern und Schüler nicht mit Hurra begrüßt.
Mein Vater, selbst ehemaliger Berufssoldat, verglich im extra angesetzten Elternabend, Wehrkundeunterricht mit dem Militärdrill Friedrich des Großen.
Wir Schüler haben uns eingefügt. Die Eltern auch.

Die Arbeit der heutigen Jugendoffiziere mit dem, was in der DDR ablief zu vergleichen, ist als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht.
Die Klasse meines Sohnes hat sich im vergangenen Jahr ungeniert über das Auftreten des Jugendoffiziers lustig gemacht und dem Herrn unmissverständlich klar gemacht, dass er wegtreten kann.

Das haben sich zu Zeiten des Wehrkundeunterrichtes nur ganz wenige Leute erlaubt und sicher noch seltener ganze Schulklassen.
Ich denke, dass mein Vater mit dem Wort Drill nahe an der Wahrheit dran war.
Als Student durfte ich jedes Vierteljahr an der Agitationssäule unseres Institutes eine Rechtfertigung aushängen, warum ich mich immer noch nicht für einen dreijährigen Wehrdienst verpflichtet habe. Das grenzte an Psychoterror.

Natürlich hatte das Kriegspielen auch aus meiner Sicht positive Nebeneffekte. Dazu gehören zweifelsohne die erzieherischen Aspekte.

Ich glaube nicht, dass es Offiziersanwärtern auf der "Wilhelm Pieck" in den Sinn gekommen wäre, das Erklettern der Rahen zu verweigern.
Das passiert natürlich in einer von antiautoritärer Erziehung geprägten und auf der 68er- Bewegung fußenden BRD des Jahres 2010 eher als es in der DDR der 80iger vorgekommen wäre.



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#24

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 20.01.2011 22:24
von SEG15D | 1.121 Beiträge

Ihr habt aber eins vergessen:

Schon ab der 6. oder 7.Klasse wurde im Jahr mindestes 2 Mal zum Gespräch mit den Angehörigen der bewaffneten Organe gebeten.
Achwas , befohlen!
Du hattest dich als Schüler einfach für diese Zeit freizuhalten.
Worum es in diesen Gesprächen ging war klar: Anwerbung und Verpflichtung für Längerdienende....
Nun versetzt Euch mal in die Haut eines Siebtklässlers und sagt mir, was Ihr Euch dabei gedacht hättet.
Das war schon wie Suggestivzwang. Sie wollten immer eine Unterschrift zur längeren Dienstverpflichtung bei den bewaffneten Organen..
Absoluter Stuß, im Endeffekt wäre die Unterschrift eines 13jährigen von rechts wegen ungültig...
Aber der Psychische Streß dabei, davon redet keiner...
Ich hab in meinem Elternhaus gelernt, das Lüge der falsche Weg ist ....hätte ja unterschreiben können...um Ruhe zu haben...
Tat ich aber nicht! Hab denen gesagt, daß ich nicht die Katze im Sack kaufe!
Und so geschah es, daß man mir meine angestrebte Ausbildung ( Elektronikfacharbeiter mit Abitur) zur Sau gemacht hat ....
Als Ersatz wurde mir damals Nähmaschinenmechaniker mit Abi angeboten..hab dankend abgelehnt.
Und wurde Funkmechaniker...
Wißt Ihr, was paradox ist? Man hat mich während meines GWD meiner Qualifizierung entsprechend eingesetzt, zur Instandsetzung von KW-Funktechnik....Konnten die A...l...r nicht warten bis ich dazu gedanklich reif war solche Entscheidungen zu treffen???

Hat mir sehr gefallen, modernste Meßtechnik, geregelte Arbeit...hab echt überlegt weiterzumachen.
Nun gut , hab ich nicht, Abi gestrichen, Studium gestrichen.....trotz 1,2 Notendurchschnitt nach der POS, was will man mehr?!
Das WEL in Friedrichroda hab ich nur drei Tage mitgemacht, war zu doof! Zahnpasta gefressen, Fieber bekommen und flotten Otto, dann mit Offizierskutsche am Wochenende vor der Haustür abesetzt..Ende Alliende....

Man wollte damals wohl schon irgendwie die "Kinderarmee"......Schade!

Gruß SEG15D



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#25

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2011 07:57
von sentry | 1.098 Beiträge

Zitat von wosch
Hallo sentry, Du brauchst , wenn Du auf einen Beitrag von mir antwortest nicht unbedingt jedes Mal zu begrüden versuchen, wieso Du dieses tust. Daß mit dem "Smili"hat übrigens nur damit zu tun, weil genau der Gleiche hinter der "Fragefesttstellung "Hat uns das geschadet"? von meinem Vorschreiber angebracht wurde und ich ihen mit meiner Gegenfrage im gleichen Stil antworten wollte. Hatte ansonsten absolut keine Bedeutung!!



Das hat nicht explizit mit Dir tun. Manchmal habe ich das Bedürfnis, zu begründen, warum ich etwas schreibe. Ich denke, das ist in einer Diskussion in Ordnung.
Du musst (musst Du natürlich nicht) immer daran denken, dass der Rest der Welt keine Ahnung hat, warum Du irgendwelche Smileys setzt oder warum nicht. Einen Tag machst Du ein nicht ernstgemeintes statement und setzt keinen Smiley. Am nächsten Tag setzt Du einen, hast Deine Frage aber durchaus ernst gemeint.
Da können dann solche Begründungen statistisch gesehen bei Antworten auf Deine Beiträge schon mal häufiger auftauchen.

Zitat von wosch
"Weil die Frage so dumm nicht ist." ?? Kennst Du das Sprichwort "Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten"?



Da täuscht Du Dich. Mir fallen eine Menge dummer Fragen ein. Eine der sicher häufigsten dummen Fragen, sehr beliebt unter Jugendlichen, ist: "Wozu brauch' ich das?"


Zitat von wosch
Da muß ich allerdings ein kleines Veto einlegen, denn ich sehe auch die persönlichen Voteile, die man als "freiwillig" oder später auch als grunddienstleistender Wehrpflichtige hatte. Dazu gehören natürlich bestimmte bei der NVA erworbene "Fachkenntnisse" die ja im weiteren Leben sich nicht als nachteilig ausgewiesen haben werden, aber ganz besonders gab es nach "Verbüssung" der Dienstzeit für einen großen Teil der "Absolventen" nur auf diesem Wege die Möglichkeit zum Besuch der ABF, der Hochschulen oder zum Einstieg in , sagen wir mal so, Traumberufe



Das ist so nicht verallgemeinerungsfähig. Außerdem rückt es ganz weit vom eigentlichen Thema (Nutzen der VMA) ab.
Als Grundwehrdienstler hatte man weder von der VMA noch vom Wehrdienst Vorteile. Es dürfte eher selten gewesen sein, dass man dort "Fachkenntnisse" erworben hat, die beim Studium nützlich waren. Und selbst wenn dem so wäre, ist es fraglich ob diese Art von "Bildungsweg" dann wirklich der optimale oder einzige zum Erwerb dieser Kenntnisse war. Vielmehr war die Chance gut, dass ein Großteil der vorherigen Bildungsergebnisse währennd des Wehrdienstes wieder verblasst sind und bei Studienbeginn nicht mehr zur Verfügung standen. In der DDR (zumindest zu meiner Zeit) war die Ableistung des Wehrdienstes vor dem Studium Pflicht. Von Vorteilen kann also keine Rede sein, weil diese Regel für alle galt. Ob eine Längerverpflichtung für die Zuteilung eines Studienplatzes tatsächlich Wert hatte, ist ein anderes Thema und hier (Nutzen der VMA) off topic.

Zitat von wosch
Ich denke mal nicht, daß man damit dem "Kind! damit für später etwas erleichtern wollte, nein ich glaube die vma war schon im Vorfeld der GST nichts weiter als eine "Vormilitärische Kaderschmiede" aus der dann später die späteren Kader für die militärischen Laufbahnen gezogen erden sollten!



Da hast Du sicher recht. "Wer die Kinder kontrolliert, kontrolliert die Zukunuft!" Das gilt wahrscheinlich in allen Gesellschaften, wird aber in totalitäre Regimes besonders stark ausgelebt. Die möglichst weitreichende Organisation auch des außerschulischen Lebens der Kinder tritt dort besonders zu Tage. Und das geht eben bis hin zu obligatorischen vormilitärischen Programmen.
Meine Parallele zur Vorschule bezog sich mehr auf Deine Frage "Hat es Euch genützt?", also den "Nutzen" der VMA für den Einzelnen und nicht auf das Motiv, dass das Regime mit der Einrichtung der VMA verfolgt hat.


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#26

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2011 17:59
von Boelleronkel (gelöscht)
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Danke Wosch,
aber ich muss Dich enttäuschen,mit einer steilen politisch ausgerichteten Karriere kann ich Dir nicht dienen.
Gruss BO


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#27

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 23.01.2011 21:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von SEG15D
Ihr habt aber eins vergessen:

Schon ab der 6. oder 7.Klasse wurde im Jahr mindestes 2 Mal zum Gespräch mit den Angehörigen der bewaffneten Organe gebeten.
Achwas , befohlen!
Du hattest dich als Schüler einfach für diese Zeit freizuhalten.
Worum es in diesen Gesprächen ging war klar: Anwerbung und Verpflichtung für Längerdienende....
Nun versetzt Euch mal in die Haut eines Siebtklässlers und sagt mir, was Ihr Euch dabei gedacht hättet.
Das war schon wie Suggestivzwang. Sie wollten immer eine Unterschrift zur längeren Dienstverpflichtung bei den bewaffneten Organen..
Absoluter Stuß, im Endeffekt wäre die Unterschrift eines 13jährigen von rechts wegen ungültig...
Aber der Psychische Streß dabei, davon redet keiner...
Ich hab in meinem Elternhaus gelernt, das Lüge der falsche Weg ist ....hätte ja unterschreiben können...um Ruhe zu haben...
Tat ich aber nicht! Hab denen gesagt, daß ich nicht die Katze im Sack kaufe!
Und so geschah es, daß man mir meine angestrebte Ausbildung ( Elektronikfacharbeiter mit Abitur) zur Sau gemacht hat ....
Als Ersatz wurde mir damals Nähmaschinenmechaniker mit Abi angeboten..hab dankend abgelehnt.
Und wurde Funkmechaniker...
Wißt Ihr, was paradox ist? Man hat mich während meines GWD meiner Qualifizierung entsprechend eingesetzt, zur Instandsetzung von KW-Funktechnik....Konnten die A...l...r nicht warten bis ich dazu gedanklich reif war solche Entscheidungen zu treffen???

Hat mir sehr gefallen, modernste Meßtechnik, geregelte Arbeit...hab echt überlegt weiterzumachen.
Nun gut , hab ich nicht, Abi gestrichen, Studium gestrichen.....trotz 1,2 Notendurchschnitt nach der POS, was will man mehr?!
Das WEL in Friedrichroda hab ich nur drei Tage mitgemacht, war zu doof! Zahnpasta gefressen, Fieber bekommen und flotten Otto, dann mit Offizierskutsche am Wochenende vor der Haustür abesetzt..Ende Alliende....

Man wollte damals wohl schon irgendwie die "Kinderarmee"......Schade!

Gruß SEG15D




Diese Werbekampagnen habe ich ebenfalls noch recht gut in Erinnerung nur muß ich im Gegensatz zu Dir sagen, daß ich das irgendwie überhaupt nicht ernst genommen habe.
Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zu aktuellen persönlichen Krisen familiärer und schulischer Art, die Minderjährige dazu gebracht haben, sich auf Grund von externen Druckmitteln zu einer militärischen Laufbahn bereits in diesem Alter zu entscheiden ?
Kann es sein, daß andere Schüler vor solchen Attacken Ruhe hatten, sobald man genügend Freiwillige in einer Klasse gefunden hatte und daß ich es genau deshalb nicht so erlebt habe wie Du ?
Ich erinnere mich daran, daß es damals zwei Interessenten aus meiner Klasse gab, die immer irgendwie auf der Kippe standen und vielleicht meinten, irgendwelche Vorteile für ihr Einverständnis zu erhaschen, ich vermag das nicht zu sagen.
Für alle Zeit ist aber der Wehrkundeunterricht in mein Schulzeitgedächtnis als absoluter Tiefpunkt eingebucht, was wohl auch an einem Lehrer lag, der diesen Job vollkommen überbewertet hatte.
Immerhin gab es bereits am Ende der 9. Klasse ein zweiwöchiges GST- Lager mit auswärtiger Unterkunft, ob so etwas allgemein üblich war, weiß ich heute nicht mehr, ich weiß aber, daß ich an dem anderen "Lehrgang" Zivilverteidigung mit täglicher Heimkehr und einer Überzahl Mädchen teigenommen hatte, vielleicht sollte das ja meine Strafe sein.
Gruß Hackel.



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#28

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 12:00
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Mit Interesse habe ich mir in diesem Thread die Berichte und Gedanken von Zeitzeugen zur VMA und teilweise GST durchgelesen.

In den meisten Berichten konnte ich mich nicht wiederfinden.

Offensichtlich ging ich zu einer Zeit zur Schule als das "Militärische" dort nicht gelitten war.

An der POS gab es eine GST Gruppe, mir ist allerdings nicht mehr in Erinnerung das dort Werbung für einen Eintritt gemacht wurde.
Irgendeinen "Wehrkundeunterricht" gab es in der Zeit, 1965 bis 67 (beziehe mich auf Klasse 9 und 10), ebenfalls nicht.

In der Lehre, Berufsausbildung mit Abitur, sah es ein wenig anders aus.
In der ersten Woche wurde uns klar gemacht das man als Lehrling in der GST und DSF sein muß. Der tiefere Sinn wurde nicht mitgeliefert aber die Aufnahmeanträge für alle Lehrlinge der Klasse (17 Mann) auf dem Lehrertisch mit der Bemerkung. "nach der Pause sind die ausgefüllt!!!!" abgelegt.
Die GST "lockte" zusätzlich mit dem Erwerb der Fahrerlaubnis, seltsamerweise nicht LKW, sondern Motorrad und PKW. Das war schon ein Grund die Mitgliedsanträge auszufüllen.

Pro Lehrjahr gab es im Frühjahr jeweils eine einwöchige VMA für alle Lehrlinge des Kombinates.
Dazu fuhren wir in ein Betriebsheim nach Thüringen.

Unsere Ausbilder waren meistens ehemalige Soldaten die damit ihren Reservistendienst ableisteten.

Zweimal hatten wir als Klasse Glück mit unserem Ausbilder.
Entsprechend zackig marschierten wir am Morgen zur Ausbildung ins Gelände und kaum waren wir außer Sichtweise gaben wir uns dem Müßiggang hin.
Einzig die "Pflichtveranstaltungen" wie Schießen, Ablegen eines Sportabzeichens, längerer Geländemarsch und die Abschlussübung boten Abwechslung im Tagesablauf an.

Insgesamt ist sind mir diese Veranstaltungen als recht locker in Erinnerung.
Gespräche über Wehrdienst, längere Dienstzeit gab es nicht.
Selbst das hören von "Westsendern" wurde nicht verboten.
Kofferradios waren mitgenommen worden und jeden Tag hörten wir die entsprechenden Musiksendungen.
Die schuleigene Band probte in der Freizeit im Speisesaal und sie studierten auch nicht gerade sowjetische und deutsche Volkslieder ein.

In den Zeiten zwischen dieser Einwöchigen VMA gab es an der BBS keinerlei Aktivitäten von Seiten der GST oder der Schule zwecks wehrpolitischer Veranstaltungen.

Für diejenigen Lehrlinge welche sich bei der Musterung für 3 Jahre verpflichteten, Berufssoldat oder Offizier werden wollten gab von der GST ab und an besondere Veranstaltungen in der BBS.
Wie oft und welchen Inhaltes; vergessen.

Übrigens gehörte der 3.000 Meter Lauf bei mir zum regulären Sportunterricht ab 12. Klasse.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#29

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 15:32
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Cool, hier kann man auch leere Postings abschicken.....?
Falsche Taste gedrückt ->schwupps, Posting abgeschickt ohne Inhalt.

An eine "echte" vormilitärische Ausbildung kann ich mich zu Schulzeiten nicht wirklich erinnern.
Außer daß Klimmziehen und 3tsd-Meterlauf sowie Schlagball-Weitwurf zum Schulsportrepertoire gehörten.
Und das Antreten zum Appell zu irgendwelchen Feiertagen.
Gab es sowas eigentlich auch in "west"deutschen Schulen?

In der Lehre bin ich um das GST-Lager prima drumrum gekommen. So hatte mein abgefahrener kleiner Finger auch mal was Gutes. Mitglied in irgendeinem GST-Verein war ich ebenfalls nicht, kann mich auch nicht mehr erinnern, darauf angesprochen worden zu sein. Nachteil: Motorradpappe und später PKW-Führerschein teurer bezahlt und länger gewartet ( gab ja nur die eine zivile Institution - Kraftverkehr ).

Zu den Fragen nach dem "was hat es euch gebracht" btw. "was hat es euch genützt":

Diese Fragen stellten sich IMHO für einen Großteil der "Mitläufer" bei der VMA nicht wirklich. Unbedarfte Jugend der DDR? Hier fehlte vermutlich das Gen, um bei Allem und Jedem die markwirtschaftlich geprägte Frage nach dem "was bringt es mir für einen sozialen Vorteil" zu stellen.
Anders sah das aus mit den Verpflichtungen zu längerem Wehrdienst, aber das war hier nicht die Frage. Oder?



zuletzt bearbeitet 22.07.2011 15:59 | nach oben springen

#30

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 16:58
von Zermatt | 5.293 Beiträge

[quote="uffz_nachrichten"]Cool, hier kann man auch leere Postings abschicken.....?
Falsche Taste gedrückt ->schwupps, Posting abgeschickt ohne Inhalt.

An eine "echte" vormilitärische Ausbildung kann ich mich zu Schulzeiten nicht wirklich erinnern.
Außer daß Klimmziehen und 3tsd-Meterlauf sowie Schlagball-Weitwurf zum Schulsportrepertoire gehörten.
Und das Antreten zum Appell zu irgendwelchen Feiertagen.
Gab es sowas eigentlich auch in "west"deutschen Schulen?

Antwort
Nein



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#31

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 17:41
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von uffz_nachrichten
( gab ja nur die eine zivile Institution - Kraftverkehr ).


Achtung, Sultaninenka**er und oT Modus ein *grins*
Nicht ganz, Fahrschule Voigt aus Burgstädt behauptet hier, ich zitiere die erste und vielleicht einzige private Fahrschule gewesen zu sein.
In Dresden aber gab es seit 1955 schon die Heinz Melkus KG.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#32

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 17:43
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Zermatt
[quote="uffz_nachrichten"]Cool, hier kann man auch leere Postings abschicken.....?
Falsche Taste gedrückt ->schwupps, Posting abgeschickt ohne Inhalt.

An eine "echte" vormilitärische Ausbildung kann ich mich zu Schulzeiten nicht wirklich erinnern.
Außer daß Klimmziehen und 3tsd-Meterlauf sowie Schlagball-Weitwurf zum Schulsportrepertoire gehörten.
Und das Antreten zum Appell zu irgendwelchen Feiertagen.
Gab es sowas eigentlich auch in "west"deutschen Schulen?

Antwort
Nein



Hmm, dann frag ich mal weiter: Was gab´s denn dann im "west"deutschen Schulsport?



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#33

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 17:46
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von uffz_nachrichten
( gab ja nur die eine zivile Institution - Kraftverkehr ).


Achtung, Sultaninenka**er und oT Modus ein *grins*
Nicht ganz, Fahrschule Voigt aus Burgstädt behauptet hier, ich zitiere die erste und vielleicht einzige private Fahrschule gewesen zu sein.
In Dresden aber gab es seit 1955 schon die Heinz Melkus KG.




OT bleib:
Ja, nee is klar. Mit´m Star ma schnell zur Fahrstunde nach DD gegondelt

Noch mehr OT: Kribbelt das eigentlich beim Krümelkacken oder klackerts nur in der Porzellanschüssel



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#34

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 18:21
von wosch (gelöscht)
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War schon richtig, 1961 wurden wir in weiser Vorraussicht dessen daß man uns nach Abschluß der Lehre zur "Fahne" schicken wollte von der GST zu Kraftfahrern ausgebildet. LKW-und Motorradführerschein war angesagt, LKW-Schein wurde auf H3A gemacht. Ausgehändigt bekam ich ihn bis zu meiner Flucht nicht und hinterhergeschickt ham´se ihn mir auch nicht.
In der Berufsschule gab man sich auch "redliche" Mühe" und bis auf zwei Klassenkameraden zeigte Keiner Interesse. Die beiden Interessierten landeten beim Wachregiment und wußten im Prinzip überhaupt nicht was das war, sie fanden die Uniformen besonders ansprechend und wollten auf diesem Wege nur nicht wie die "Normalos" rumlaufen, daß sie später um den Wehrdienst nicht rumgekommen wären war ihnen eh klar. Diejenigen aber die damals im 3. Lehrjahr kein Interesse zum "freiwilligen Wehrdienst zeigten, wurden Ende 61-Anfang 62 fast alle "überzeugt", so wie ich eine "freiwillige" Verpflichtung zu unterschreiben. FDJ-und GST-Funktionär gaben sich bei der "Werbeveranstaltung" ganz besondere Mühe. So wie die FDJ die "Kampfreserve" der SED war, funktionierte die GST akls das Element daß die Jugend auf den Dienst mit der Waffe vorbereiten sollte. Auch wenn Manche es gerne so sehen möchten, mit den Pfadfindern hatte es nichts zu tun, Sinn und Zweck der GST war die "Wehrertüchtigung".
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 22.07.2011 18:22 | nach oben springen

#35

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 18:29
von Major Tom | 853 Beiträge

Zitat von Sachsendreier
@wosch............es geht hier doch um die politische Frage der vormilitärischen "Erziehung"

Richtig !!!!
Deshalb gehen j e t z t Jugendoffiziere der Bundeswehr in die Schulen und setzen die "guten Traditionen" fort.
So beschlossen vom sächs. Landtag und praktiziert ab 2011.




Na denn werden die Kinder von heute wahrscheinlich bald auch wie damals in der DDR mit Handgranaten im Sportunterricht Weitwurf üben.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
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#36

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 20:48
von gmei | 44 Beiträge

@ Major Tom

Na denn werden die Kinder von heute wahrscheinlich bald auch wie damals in der DDR mit Handgranaten im Sportunterricht Weitwurf üben

Sei doch bitte so freundlich und belege einmal Deine völlig haltlose Mutmassung.
Trotz aller Recherchen habe ich nichts gefunden, daß so etwas geplant ist. So etwas hat es an den Schulen vor der Wiedervereinigung und auch nachher noch nie gegeben.


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#37

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 21:56
von Hans55 | 763 Beiträge

Was ist interressanter für einen jungen Menschen VMA,oder Religionsunterricht?


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#38

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 22:09
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Hans55
Was ist interressanter für einen jungen Menschen VMA,oder Religionsunterricht?



Seltsame Frage für mich.
Beides gab es zu meiner Schulzeit nicht.
Zumindest war ich in der Grundschule außerschulisch in der "Bibelstunde". Mitgenommen von einer Schulfreundin.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#39

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 22.07.2011 22:09
von Rostocker | 7.721 Beiträge

[quote="Hans55"]Was ist interressanter für einen jungen Menschen VMA,oder Religionsunterricht?[/quote
Da würde ich sagen,mir bringt das Praktische mehr--wie der Glaube,den man nicht sieht.


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#40

RE: Vormilitärische Erziehung in der DDR

in DDR Zeiten 23.07.2011 10:55
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von uffz_nachrichten


Hmm, dann frag ich mal weiter: Was gab´s denn dann im "west"deutschen Schulsport?



Wie Zermatt schon schrieb, gibt und gab es an Schulen weder vormilitärische Ausbildung noch irgendwelche Appelle. Nach dem zweiten Weltkrieg war Orientierungslauf wegen seines paramilitärischen Hintergrunds nicht besonders beliebt. Dennoch wurde es in den Schulen irgendwann eingeführt - in der Regel ab der Oberstufe als Wahlkurs, den die wenigsten freiwillig wählen und dann per Losverfahren zwangsweise zugeteilt werden. Was vormilitärische Ausbildung, Jugendorganisationen, gesellschaftliche Organisationen, Appelle, Militärparaden, Flaggen- und Ordensfetisch, gesellschaftliche Anerkennung des Militärs u.s.w. betrifft, war die BRD vom dritten Reich weiter entfernt als die DDR.

Zitat
(...)In der Schweiz erfuhr der OL während des Zweiten Weltkriegs einen großen Aufschwung, wobei hier wieder der Gedanke der körperlichen Ertüchtigung im Zuge des Vorunterrichts in den Vordergrund zu treten begann und der Orientierungslauf als Teil der militärischen Ausbildung aufgefasst wurde. Auch die Nationalsozialisten in Deutschland förderten den Orientierungslauf. Die schleppende Verbreitung des Sports in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wird auf die Assoziation des OL mit diesem paramilitärischen Hintergrund zurückgeführt.


zuletzt bearbeitet 23.07.2011 11:11 | nach oben springen


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