#1

Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 07.11.2010 16:15
von Angelo | 12.396 Beiträge

Es ist einer der seltsamsten Orte an der Küste und er steckt voller Geschichte. In Prora auf Rügen spazieren Urlauber an riesigen, verfallenden, gelben Sandsteinbauten vorbei zum Strand.Die Nazis errichteten den Komplex einst, 20.000 Menschen sollten hier gleichzeitig ihren Urlaub verbringen.Zu DDR-Zeiten zog die Nationale Volksarmee ein, an die jetzt ein Museum erinnert. Und dort wird die Vergangenheit zuweilen auf ganz eigene Weise verklärt. Quelle Youtube



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#2

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 07.11.2010 17:03
von Jameson | 759 Beiträge

Ich habe mir das Museum angeschaut und finde es ganz gut. Ich war ja 1989 ein paar Wochen dort zum Lehrgang und hatte das alles etwas kleiner in Erinnerung. Der gesamte Komplex war für mich auch sehens- und erlaufenswert. Schade das das in der Gesamtheit sehr schwer zu erhalten und sinnvoll zu nutzen ist, ist es doch ein kolossales deutsches Jahrhundertdenkmal.

Ahoi Jameson



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#3

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 07.11.2010 17:37
von Theo85/2 | 1.201 Beiträge

Ich bin bei jedem Ostseeurlaub 1 bis 2- mal in Prora.
Es gibt da ja auch die Ausstellungen über die DDR- Zweiräder, oder über Prora selbst.
Nicht zuletzt einen schönen Hochseilgarten, bei dem sich mein Junior austoben kann,
Die Grundidee des Urlaub für den "kleinen Mann" finde ich eigentlich gut und ich finde es bedauerlich, das immer gleich Alles politisiert wird.

Theo 85/2


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#4

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 07.11.2010 17:53
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Nicht zu vergessen die Unterbringung der Bausoldaten, denen auch eine (wenn auch sehr kleine) Ausstellung gewittmet ist.
Zur Zeit wird ein sehr großer Teil des Gebäudes zur Jugendherberge umgebaut.
Ich finde das Gebäude mehr als Imposant und fände es nicht schön, wenn es immer mehr verfällt.
Alles wird man sowiso nicht retten können.

Im Anhang ein Bild des Abschnittes, wo die Jugendherberge entsteht.

Oss`n

Angefügte Bilder:
DSCF2439.JPG

Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#5

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 07.11.2010 17:57
von Peter1960HH | 125 Beiträge

tja, ist schon immer wieder bezeichnend, wie sich Medien mit DDR-Erinnerungen beschäftigen.

Wird etwas nicht negativ betrachtet, dann ist das unkritisch und und der Verzicht auf Verdammnis ist Verklärung.

Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, etwas kritisch zu beleuchten, ohne nur das Negative sehen zu wollen und der Verzicht auf Verdammnis ist für mich eher ein Zeichen von sensiblen Umgang mit Befindlichkeiten (übrigens aller Seiten).

Man muss einen touristischen Besuchermagneten (und Militaria ist nunmal einer, viel mehr haben die doch dort nicht) nicht mit Ideologie beladen - dafür gibt es besser Möglichkeiten.



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#6

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 11.11.2010 21:11
von Andy69 (gelöscht)
avatar

Ich war diesen Sommerurlaub auch wieder auf Rügen in Binz.Da wir Wettermäßig einen richtigen Griff ins Klo gelandet hatten,sind wir mit dem Auto unterwegs gewesen und natürlich auch wieder in diesem Museum gelandet.
Unten war ja die DDR Motorradausstellung und KdF,darüber war wohl die BW und dann erst NVA und noch einige andere Ausstellungen.
Es war auch eine Münzausstellung da,aber die hatte mich nicht sonderlich interessiert.Ich finde das Museum sehr sehenswert.Wir waren jetzt das zweite mal da und der Eintrittspreis,möchte behaupten das es 6 Euro waren,war ganz moderat.

Andy69


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#7

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 11.11.2010 23:11
von küchenbulle | 196 Beiträge

guten abend!

in Prora hab ich 1987 wie schon mal erwähnt als Resi eine Gastrolle gegeben.Ja die Gebäude waren schon recht beeindruckend und erst
die ellenlange Regimentsstraße.Ich war in der Stabskompanie untergebracht,von dort bis zum Regimentsgebäude ist man bald eine viertel
Stunde gelatscht.Die Dokumentation lässt in mir einige ungute gefühle hochkommen.Dieser ehemalige OSL mit seinem Süffisanten
Lächeln machts nicht leichter.Das er im Westen keinen Urlaub machen konnte ist ja klar,aber für Reisen ins Soz. Ausland war ja auch keine
Kunst bei dem Verdienst den er hatte.Ich kann mir schon vorstellen wie er sich als Gralshüter von Prora vorkommt.Also Rhetorisch geschult war der so schön glatt.

vg
der küchenbulle


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#8

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 12.11.2010 09:44
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@küchenbulle, ich verstehe kein wort bzw. den sinn nicht...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#9

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 12.11.2010 10:22
von Alfred | 6.853 Beiträge

Gewaltiges Video,

der Oberstleutnant ist "Aufseher" und das in Prora viele tausend Menschen einen angenehmen ,preiswerten Urlaub verbracht haben wird auch ausgeblendet.


zuletzt bearbeitet 12.11.2010 10:36 | nach oben springen

#10

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 12.11.2010 10:33
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow
@küchenbulle, ich verstehe kein wort bzw. den sinn nicht...




Gilbert, ich denke mal wenn ich das geschrieben hätte, hättest due es schon verstanden! Kann mich natürlich auch irren. Bei uns scheint die Sonne, wünsche die ebenso einen schönen Tag.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#11

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 12.11.2010 11:04
von werner | 1.591 Beiträge

Das Video ist genauso vordergründig und flach, wie ich es aus dem Hause Augstein erwarte.

Ein Mensch mit Haltung ist ein Verklärer. Die Nationale Volksarmee (der Kommentator würde diese Bezeichnung nicht mal mit der Kneifzange anfassen, er nennt sie Armee der DDR oder höchstens NVA) war Stabilisator der DDR - soso, und ich dachte, nur die Sowjetunion mit Ihren Panzern hätte die DDR am Leben erhalten. Das war doch immer das Getöse auch dieser Journaille. Dieser Mensch, der sich Journalist nennt, hat noch nicht gemerkt, dass der Kalte Krieg vorüber ist. Und merkt noch nicht einmal, wie sehr er das ist, was er am andern kritisiert, nämliche "auf Linie". Ist wahrscheinlich im Hort des unabhängigen Journalismus Einstellungsvoraussetzung.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#12

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 12.11.2010 11:08
von werner | 1.591 Beiträge

@küchenbulle, wenn man "latscht", kann das schnell ne 1/4 Stunde werden. Die im 1. DHJ haben das mit angewinkelten Armen besimmt schneller geschafft.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#13

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 12.11.2010 16:42
von küchenbulle | 196 Beiträge

@ werner
ja im laufschritt wärs wohl zügiger gegangen.
aber als resi brauchste deine ruhe ! höchstens wenn die mho gleich ladenschluss gehabt hätte.
also ansichten sind das?

vg
der küchenbulle


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#14

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 13.11.2010 00:24
von Eumel | 139 Beiträge

Im Rückblick ist es eher lustig. Bis auf die "im Tal der Ahnungslosen" lebenden hat wohl jeder aus den Medien vom Leben jenseits des "Eisernen Vorhangs" erfahren. Bei mir kam ja noch der direkte Kontakt dazu. Zur damaligen Zeit hat wohl im Osten nur jeder das positive gesehen und die Schattenseiten ausgeblendet. Dem Westen war das Leben in der DDR wohl eher egal (dem normalen Bürger). Es war schon fast skurril, wenn die Schülergruppen aus dem Ostteil von Berlin zurück kamen und man sie nach ihren Eindrücken fragte. Bei vielen hatte man den Eindruck, die hatten ihre Bildung aus alten Heimatfilmen.

Um mir Vorurteilen auszuräumen:

Es gab Jeans in der DDR. Die Frauen rannten nicht nur mit Kopftüchern rum sondern sie trugen auch kurze Röcke. Es gab in der DDR Alkohol ohne Bezugsschein und man konnte dort sogar richtige Gerichte in Gaststätten bestellen (auch als DDR-Bürger). Von diesen Meinungen gab es noch einige mehr.


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#15

RE: Besuch beim Ewiggestrigen

in Leben in der DDR 13.11.2010 10:02
von Harsberg | 3.248 Beiträge

An Prora habe ich eigentlich nur gute Erinnerungen, Offizierslehrgang im FJB 5 , Feldlager mit meiner KP am Strand hinter dem FJB 5 und 4 Wochen REHA im Armeeerholungsheim


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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