#41

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 02.11.2010 21:24
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Da frage ich mich, über welche Gegenden der Angriff im Sommer 1945 gegen die SU geführt werden sollte, wenn nicht über deutsche Landstriche incl. 100.000 Ex-Wehrmachtsoldaten in Richtung Polen?

Du hat recht, sind wir froh das die Vernunft damals siegte!


nach oben springen

#42

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 02.11.2010 21:32
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von GZB1
Da frage ich mich, über welche Gegenden der Angriff im Sommer 1945 gegen die SU geführt werden sollte, wenn nicht über deutsche Landstriche incl. 100.000 Ex-Wehrmachtsoldaten in Richtung Polen?

Du hat recht, sind wir froh das die Vernunft damals siegte!


keine ahnung GZB 1. wie ich schon gesagt habe war es ein plan der engländer.vieleicht ist er entstanden aus angst. aus angst keine weltmacht mehr zu sein. denn denn hatten sie nach dem 2 weltkrieg an die udssr verloren.



nach oben springen

#43

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 02.11.2010 21:41
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Ja, der alte Churchill soll ja in seinen letzten Jahren auch etwas starrköpfig gewesen sein, als ehemaliger Befehlshaber der engl. Flotte (rule britannia...), wohl auch dem Whiskey geschuldet.


nach oben springen

#44

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 23.06.2012 13:28
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Ggf. habe ich es nur überhört oder in der im Eingangsbeitrag gezeigten Reportage wird tatsächlich mit keinem Wort auf die westliche Gegenblockade und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung Berlins insgesamt (West und Ost) eingegangen.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 23.06.2012 13:29 | nach oben springen

#45

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 23.06.2012 19:36
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #44
Ggf. habe ich es nur überhört oder in der im Eingangsbeitrag gezeigten Reportage wird tatsächlich mit keinem Wort auf die westliche Gegenblockade und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung Berlins insgesamt (West und Ost) eingegangen.

Ari


Keine Ueberraschung hier, denn Deutschland ist seit 1945 ein Spielball unserer Kriegsgegner. Nur leider waren und sind unsere "Volksvertreter" aller Richtungen und Farben in Bonn, Ost Berlin und jetzt im vereinten Berlin zu feige um mal endlich mit der Faust auf die alliierten Tische zu schlagen und ueber deutsche Interessen zu sprechen.


nach oben springen

#46

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 26.06.2012 21:20
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von GZB1 im Beitrag #32

Zitat von Gert
Ich denke, der 1.agressive Akt im kalten Krieg war sicher nicht die Währungsreform im Juni 48 in den Westzonen. Das war schon die Grenzziehung und Kontrolle zwischen der Sowjetzone Deutschlands und den Westallierten Zonen durch die Sowjetarmee 1945/46. Ein weiterer Schritt natürlich Berlinblockade durch die Sowjets, alles Dinge die die interallierten Abkommen nicht vorsahen bzw. sogar brachen.
Weiterhin wurde durch die Sowjets und ihre deutschen Helfer in der Wirtschaft Tatsachen geschaffen, die mit der Wirtschaft in den Westzonen nicht vereinbar waren ( Verstaatlichungen, Enteignungen, Bodenreform usw.). Also zusammengefasst alles Handlungen, die klar auf Abgrenzung des sowj. Herrschaftssystems zielten.
Meine Altvorderen erzählten mir mal, dass Churchill sehr vorausschauend war und nicht nur den Begriffe iron curtain ( Eiserner Vorhang) geprägt hat, sondern auch den kalten Krieg voraussah und die Vereinbarungen mit den Sowjets brechen wollte, was die Besatzungszonen betraf. Er wollte auf die Besatzung in Berlin verzichten und dafür die anglo-amerikanischen Truppen an der Elbe stehen lassen, also die eroberten Gebiete nicht räumen für die Sowjetarmee. Die Amis wollten das aber nicht mitmachen. Ob das so stimmt weiss ich nicht es wurde mir berichtet.

Viele Grüße aus dem Rheinland[hallo]


Dann wär die Rote Armee weiter bis zum Ärmelkanal gerollt, das wußten auch die Amis und haben deshalb nicht mitgemacht!
Die Amis hatten ja damals nur wenige Atombomben. Außerdem wollten sie ja noch den Krieg im Pazifik beeenden und das hätte noch ne Weile gedauert und wäre sehr verlustreich gewesen, wenn die SU nicht mitgemacht hätte.



Zwei Atombomben reichten. Der Krieg war bereits beendet faktisch, die noch zu schmeissen war ein Verbrechen gegen die Menschheit. Und ja, 'waere verlustreich gewesen weiterer Kampf? Himmel, Arsch und Zwirn, an diesen Bomben starben hunderttausende und sterben heute noch nicht nur Japaner an den Langzeitfolgen. Ein Verbrechen wieder einmal weitab vom heimischen Herd.
Larissa


zuletzt bearbeitet 26.06.2012 21:21 | nach oben springen

#47

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 26.06.2012 21:34
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von GZB1 im Beitrag #43
Ja, der alte Churchill soll ja in seinen letzten Jahren auch etwas starrköpfig gewesen sein, als ehemaliger Befehlshaber der engl. Flotte (rule britannia...), wohl auch dem Whiskey geschuldet.



Eher Gin als Whiskey GZB1. Winston war immer starrkoepfig, eins hatte er den deutschen Politikern in Ost und West weit voraus, er war starrkoepfig wenn es um die Interessen der untergehenden Seefahrernation ging, und er blieb in seinen Entscheidungen stark, wobei es war klar, nach dem 2. Weltkrieg wuerde es sich aendern mit der Kolonialmacht, was dann auch geschah. Das frierende und hungernde englische Fussvolk hielt er durch Reden am Leben. Bis 1957 lebten wir von Rationskarten. Wo gibt es noch faehige Politiker/Staatsmaenner, wie man diese auch nennen moechte. Es kristallisiert sich in dieser heutigen Welt-Wirtschaftssituation heraus, dass die einzelnen Staatsmaenner nicht mehr unbedingt an einem Festhalten der Buendnisse gelegen ist, allenfalls an einem Aussaugen der noch auf dem Berg stehenden Kuh, naemlich Deutschland. Das passt wiederum den Amerikanern in einer Zeit, in der das outdated Amerika immer weiter in die Bredouille kommt.
Zum Thema, die ersten Schlachten wurden hinter verschlossenen Tueren geschlagen, noch vor Ende des 2. Weltkriegs, als der Mohr seine Schuldigkeit als Allierter getan hatte. Da begannen bereits die Unstimmigkeiten, die mit Sicherheit nicht nur den Sowjets anzulasten waren. Selbstverstaendlich versuchte auch die Sowjetunion die Fruechte einzubringen. Die Entscheidung zur Teilung Deutschlands war ohne Zweifel noch einer der gemeinsamen agreements. Danach erst konnte die groesste Aufruestung der Menschheit vollends vom Stapel gelassen werden. Verlogene, dreckige und bis heute unueberschaubare Politik, die sich nicht im Geringsten veraendert hat.


zuletzt bearbeitet 26.06.2012 21:46 | nach oben springen

#48

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 09:57
von damals wars | 12.113 Beiträge

Verstaatlichungen, Enteignungen, Bodenreform waren im Westen genauso vorgesehen. Und sogar Sozialismus!
Aber woher soll ... das Wissen?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#49

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 10:09
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #48
Verstaatlichungen, Enteignungen, Bodenreform waren im Westen genauso vorgesehen. Und sogar Sozialismus!
Aber woher soll ... das Wissen?


Kannst du das näher ausführen??
Theo


nach oben springen

#50

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 10:55
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

die Programme sämtlicher in den Westzonen zugelassenen Parteien (auch der CDU!) enthielten entsprechende Passagen. Nach der Erfahrung des WKII bestand in D Konsens darüber, die Strukturen den Großkapitals zu beseitigen. Die Westalliierten, v.a. die USA, hatten andere Pläne...

Gruß aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


nach oben springen

#51

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 11:28
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Der christliche Sozialismus (der CDU und vielen anderen Parteien weltweit) ist nicht der Sozialismus von Marx' und Engels, welcher atheistisch orientiert ist.
http://www.grundsatzprogramm.cdu.de/doc/...-Leitsaetze.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Religi%C3%B6ser_Sozialismus
In Europa und Lateinamerika ist die Gesellschaft christlich gebunden. Will eine Partei sozialistische Ideen populär machen und den Sozialismus anstreben, muss sie sich mit christlichen Parteien "kurzschliessen".
Theo


nach oben springen

#52

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 11:44
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #49
Zitat von damals wars im Beitrag #48
Verstaatlichungen, Enteignungen, Bodenreform waren im Westen genauso vorgesehen. Und sogar Sozialismus!
Aber woher soll ... das Wissen?


Kannst du das näher ausführen??
Theo


@Theo,

das ist in den entsprechenden Beschlüssen des Alliierten Kontrollrates nachzulesen, in Gesetzen einzelner Länder und vielem mehr.
Allerdings mit einer Einschränkung was den Sozialismus betrifft, da würde ich für die westlichen Besatzungszonen nicht so weit gehen.

Nur wirst Du es schwer haben in der heutigen Zeit solche Dinge publiziert zu finden, passen sie doch nicht in den vorherrschenden Zeitgeist.

Auch in der SBZ war nie, zumindest Offiziell in den 40er Jahren, die Rede vom Aufbau oder überhaupt vom Sozialismus.
Es wurde immer vom Aufbau einer antifaschistisch/demokratischen Ordnung gesprochen.
Der "Startschuß" zum Aufbau fiel erst auf der zweiten Parteikonferenz 1952 und die daraus resultierenden Schwerpunkte und deren Umsetzung führten bekanntermaßen zu den Erhebungen im Juni 1953.....

Das die in den Westzonen begonnenen Enteignungen der Kriegsverbrecher und in den Krieg involvierte Konzerne gegen Ende der 40er mehr oder minder zurückgenommen wurden bzw. nicht weiter verfolgt wurden liegt auch an den sich herausbildenden internationalen Machtstrukturen.

So wie im Juni 1946 in Sachsen ein Volksentscheid die entschädigungslose Enteignung von Großgrundbesitzern, Kriegsverbrechern und aktiven Nationalsozialisten zum Inhalt hatte, fand solch ein Volksentscheid ebenfalls in Hessen statt..
Die Bevölkerung des Landes Sachsen stimmte in dem Volksentscheid für das Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- und Naziverbrechern in das Eigentum des Volkes.
Das Ergebnis in Hessen war genauso, nur verhinderte die dortige Besatzungsmacht die Umsetzung des bekundeten Volkswillens.
Einzig und allein wurde das IG Farben Kartell pro Forma in den Westzonen aufgelöst und die Einzelbetriebe weitergeführt.....

Auch die Frage der Bodenreform, Enteignung von Großgrundbesitz (Junkerland in Bauernhand), stand in den Westzonen nicht so im Fokus weil es diese Form der landwirtschaftlichen Betriebe wie sie in Mecklenburg, Pommern und Teilen von Preussen in Form von großen, adligen Gütern vorherrschend waren in dieser Dichte und Größenordnungen nicht gab.
Deren Besitzer; ostelbische Junker wie sie genannt wurden, waren wiederum sehr stark mit und im Militär involviert und bereits in der Weimarer Republik als reaktionär und republikfeindlich bekannt.
Im diesem Zusammenhang sollte der Osthilfeskandal zwischen 1931-1933 nicht unerwähnt bleiben welcher mittelbar die Ernennung von A. Hitler am 30. Januar 1945 zum Reichskanzler zur Folge hatte.
Auch unter diesem Aspekt wurde die Gruppierung der ostelbischen Junker als permanente Gefahr für eine Republik gesehen deren Auflösung eine Notwendigkeit darstellte.

Das Entstehen dieser Güter ist geschichtlich bedingt, in den westlichen Teilen Deutschland waren Groß- und Mittelbauernbetriebe vorherrschend.
Waren solche Güter auch dort vorhanden wurden sie von den Alliierten ebenfalls im Zuge einer Bodenreform enteignet.
Wobei auch mit der Enteignung von Betrieben über 100 Hektar begonnen wurde welche aber ab dem Zeitpunkt der Gründung der Bundesrepublik nicht weiter verfolgt wurde.

Hoffe das reicht als erste Information.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen

#53

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 11:52
von damals wars | 12.113 Beiträge

Ahlener Programm der CDU 1947

Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen
des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen
und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik
kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.

Jeder hat nach seinen Fähigkeiten ein Recht auf Arbeit und, unbeschadet seiner persönlichen Freiheit, die sittliche Pflicht zur Arbeit.

Artikel 41. Mit Inkrafttreten dieser Verfassung werden
1. in Gemeineigentum überführt: der Bergbau (Kohlen, Kali, Erze), die Betriebe der Eisen- und Stahlerzeugung, die Betriebe der Energiewirtschaft und das an Schienen oder Oberleitungen gebundene Verkehrswesen,
2. vom Staate beaufsichtigt oder verwaltet, die Großbanken und Versicherungsunternehmen und diejenigen in Ziffer 1 genannten Betriebe, deren Sitz nicht in Hessen liegt.


http://www.verfassungen.de/de/he/hessen46.htm


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 27.06.2012 11:55 | nach oben springen

#54

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 12:05
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Ja @damals wars, das Ahlender Programm hat schon was.

Hier für Interessierte das Ahlender Programm der CDU

viel Spass beim lesen

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen

#55

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 15:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #52
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #49
Zitat von damals wars im Beitrag #48
Verstaatlichungen, Enteignungen, Bodenreform waren im Westen genauso vorgesehen. Und sogar Sozialismus!
Aber woher soll ... das Wissen?


Kannst du das näher ausführen??
Theo


@Theo,

das ist in den entsprechenden Beschlüssen des Alliierten Kontrollrates nachzulesen, in Gesetzen einzelner Länder und vielem mehr.
Allerdings mit einer Einschränkung was den Sozialismus betrifft, da würde ich für die westlichen Besatzungszonen nicht so weit gehen.

Nur wirst Du es schwer haben in der heutigen Zeit solche Dinge publiziert zu finden, passen sie doch nicht in den vorherrschenden Zeitgeist.

Auch in der SBZ war nie, zumindest Offiziell in den 40er Jahren, die Rede vom Aufbau oder überhaupt vom Sozialismus.
Es wurde immer vom Aufbau einer antifaschistisch/demokratischen Ordnung gesprochen.
Der "Startschuß" zum Aufbau fiel erst auf der zweiten Parteikonferenz 1952 und die daraus resultierenden Schwerpunkte und deren Umsetzung führten bekanntermaßen zu den Erhebungen im Juni 1953.....

Das die in den Westzonen begonnenen Enteignungen der Kriegsverbrecher und in den Krieg involvierte Konzerne gegen Ende der 40er mehr oder minder zurückgenommen wurden bzw. nicht weiter verfolgt wurden liegt auch an den sich herausbildenden internationalen Machtstrukturen.

So wie im Juni 1946 in Sachsen ein Volksentscheid die entschädigungslose Enteignung von Großgrundbesitzern, Kriegsverbrechern und aktiven Nationalsozialisten zum Inhalt hatte, fand solch ein Volksentscheid ebenfalls in Hessen statt..
Die Bevölkerung des Landes Sachsen stimmte in dem Volksentscheid für das Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- und Naziverbrechern in das Eigentum des Volkes.
Das Ergebnis in Hessen war genauso, nur verhinderte die dortige Besatzungsmacht die Umsetzung des bekundeten Volkswillens.
Einzig und allein wurde das IG Farben Kartell pro Forma in den Westzonen aufgelöst und die Einzelbetriebe weitergeführt.....

Auch die Frage der Bodenreform, Enteignung von Großgrundbesitz (Junkerland in Bauernhand), stand in den Westzonen nicht so im Fokus weil es diese Form der landwirtschaftlichen Betriebe wie sie in Mecklenburg, Pommern und Teilen von Preussen in Form von großen, adligen Gütern vorherrschend waren in dieser Dichte und Größenordnungen nicht gab.
Deren Besitzer; ostelbische Junker wie sie genannt wurden, waren wiederum sehr stark mit und im Militär involviert und bereits in der Weimarer Republik als reaktionär und republikfeindlich bekannt.
Im diesem Zusammenhang sollte der Osthilfeskandal zwischen 1931-1933 nicht unerwähnt bleiben welcher mittelbar die Ernennung von A. Hitler am 30. Januar 1945 zum Reichskanzler zur Folge hatte.
Auch unter diesem Aspekt wurde die Gruppierung der ostelbischen Junker als permanente Gefahr für eine Republik gesehen deren Auflösung eine Notwendigkeit darstellte.

Das Entstehen dieser Güter ist geschichtlich bedingt, in den westlichen Teilen Deutschland waren Groß- und Mittelbauernbetriebe vorherrschend.
Waren solche Güter auch dort vorhanden wurden sie von den Alliierten ebenfalls im Zuge einer Bodenreform enteignet.
Wobei auch mit der Enteignung von Betrieben über 100 Hektar begonnen wurde welche aber ab dem Zeitpunkt der Gründung der Bundesrepublik nicht weiter verfolgt wurde.

Hoffe das reicht als erste Information.

Gruß
Nostalgiker




Alles gut und richtig dargestellt bis auf eine Jahreszahl. Ernennung A.H zum Reichskanzler 30. Januar 1933


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#56

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 15:27
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Gert, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Mehr hast Du nicht zu bemängeln ?



nach oben springen

#57

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 15:42
von Gert | 12.354 Beiträge

Dann wär die Rote Armee weiter bis zum Ärmelkanal gerollt, das wußten auch die Amis und haben deshalb nicht mitgemacht!
Die Amis hatten ja damals nur wenige Atombomben. Außerdem wollten sie ja noch den Krieg im Pazifik beeenden und das hätte noch ne Weile gedauert und wäre sehr verlustreich gewesen, wenn die SU nicht mitgemacht hätte.
[/quote]

Zitat


Zwei Atombomben reichten. Der Krieg war bereits beendet faktisch, die noch zu schmeissen war ein Verbrechen gegen die Menschheit. Und ja, 'waere verlustreich gewesen weiterer Kampf? Himmel, Arsch und Zwirn, an diesen Bomben starben hunderttausende und sterben heute noch nicht nur Japaner an den Langzeitfolgen. Ein Verbrechen wieder einmal weitab vom heimischen Herd.
Larissa[/quote]

@Larissa
Im Prinzip hast du Recht. Wenn ich mich aber gedanklich auf den Stuhl der Amerikaner setze, würde ich den Abwurf der A Bombe gutheissen.
Aus 2 Gründen :
1. Grund war der überaus feige und hinterhältige Angriff der japanischen Flotte und Luftwaffe auf die US Base Pearl Harbour im Jahre 1941. Das hat in der Psyche der Amis festgesessen und schrie nach Vergeltung, kann ich verstehen. Aber das allein rechfertigt den Abwurf noch nicht.
2.Grund. Im Sommer 1945 kämpften sich die US Truppen von Insel zu Insel auf das japanische Festland vor. Die japanische Armee hatte eine extrem hohe Kampfmoral, Gefangenschaft wurde von jedem Kämpfer ausgeschlossen, man schoss bis zur letzten Patrone.( so ungefähr wie es die Waffen SS hielt ) Das hätte für die US Truppen weitere, hohe Verluste bis zum Endsieg/Kapitulation bedeutet, man sprach von bis zu 1 Mio Tote Soldaten. Dieser Grund war sicher ausschlaggebend, da man eine solche Opferzahl vor dem US Volk nicht mehr vertreten konnte.
So habe ich es in verschiedenen Veröffentlichungen und Doku's mitbekommen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 27.06.2012 15:44 | nach oben springen

#58

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 15:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von DoreHolm
Gert, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Mehr hast Du nicht zu bemängeln ?


Das macht er threadübergreifend, so macht trollen mehr her, odär?

@Gert haste dich ma mit der Person Schellenberg und besonders seinem 'Labyrinth' nach ´45 beschäftigt?
Rein rethorisch die Frage, rein rhetorisch ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#59

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 16:22
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #58

Zitat von DoreHolm
Gert, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Mehr hast Du nicht zu bemängeln ?

Das macht er threadübergreifend, so macht trollen mehr her, odär?

@Gert haste dich ma mit der Person Schellenberg und besonders seinem 'Labyrinth' nach ´45 beschäftigt?
Rein rethorisch die Frage, rein rhetorisch ...



@94 rein rethorisch darfst du alles, hast aber wohl keine Antwort von mir erwartet ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#60

RE: Die 1.Schlacht im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 27.06.2012 17:31
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #55

Alles gut und richtig dargestellt bis auf eine Jahreszahl. Ernennung A.H zum Reichskanzler 30. Januar 1933




@Gert, wahrscheinlich hatte ich beim schreiben bereits seinen Suizid welchen er im Jahr '45 verübte, allerdings drei Monate später, vor'm geistigen Auge.... die Vorsehung sag ich nur......

Wie neuere Forschungen belegen, bzw. Funde in Archiven es nahelegen wußte die Roosevelt Administration über einen bevorstehenden Angriff auf den Flottenstützpunkt Pearl Harbour, nur den genauen Zeitpunkt kannte man nicht.
War der dann tatsächlich erfolgte Angriff doch der offizielle Grund das die USA in den Krieg eingriff und das Volk dafür mobilisieren konnte.
Denn bis zum Dezember 1941 spielte sich der zweite Weltkrieg fern von den USA ab und das Land wurde durch keinerlei militärische Handlung bedroht. Die Lieferung von Militärtechnik und Lebensmitteln an die kriegsführenden Parteien der Antihitlerkoalition reichte doch vollkommen........

Nach dem Tode von Roosevelt und der Amtsübernahme durch Truman änderte sich auch die Haltung der Bündnispartner zu einander und es zeichnete sich bereits im Umfeld der Potsdamer Konferenz ab das aus den Zweckverbündeten zur Niederschlagung des 3. Reiches einmal Gegner werden würden.

Nicht Umsonst drängten die entsprechenden Kreise zum Zwecke der Machtdemonstration gegenüber der SU auf den Abwurf der Atombombe auf Japan.
Die entsprechenden Rechtfertigungslegenden über die damit erfolgte Verkürzung des Krieges stammt aus den Propagandaabteilungen in Washington. Irgendwie mußte der eigenen Bevölkerung und dem Rest der Welt dieser Akt der Barbarei schmackhaft gemacht werden und wie man sieht haben die Jungs in dieser Hinsicht (Propaganda!) sehr gute Arbeit geleistet.

Die im Februar und März erfolgten Luftangriffe auf Tokio mit konventionellen Mitteln, wobei hier erstmals Napalm zum Einsatz kam, waren die schwersten des ganzen Krieges und zerstörten ungefähr 45 km² des Stadtgebietes vollständig.
Über weitere 82 km² Stadtgebiet von Tokio, Ōsaka, Kōbe und Nagoya wurden in den letzten Kriegswochen durch die Amerikanische Luftwaffe in Schutt und Asche gelegt.
Es bedurfte nicht der Atombombenabwürfe um die Japaner zur Kapitulation zu bewegen!
Die japanische Regierung hatte bereits im Februar 1945! über Regierungen von sechs europäischen Ländern den Waffenstillstand angeboten........

Nicht nur die Waffen SS kämpfte teilweise bis zur letzten Patrone, auch die Wehrmacht und Marine "verbrauchte" was noch da war um den Feind vernichtend zu schlagen........

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von berlin3321
107 23.08.2016 16:40goto
von berlin3321 • Zugriffe: 3790
Amerikas geheimer Krieg in Deutschland
Erstellt im Forum Themen vom Tage von Moskwitschka
34 14.03.2014 14:58goto
von suentaler • Zugriffe: 1944
Phoenix Doku heute 21 Uhr: Die Stasi in West Berlin
Erstellt im Forum Reste des Kalten Krieges in Deutschland von berlin3321
4 05.07.2013 10:41goto
von West_Tourist • Zugriffe: 881
Kindheit im geteilten Berlin
Erstellt im Forum Leben an der Berliner Mauer von seaman
95 08.10.2014 14:22goto
von WernerHolt • Zugriffe: 8263
Kalter Krieg Ende ?- Russisches Agentenpaar festgenommen
Erstellt im Forum Spionage Spione DDR und BRD von Angelo
31 02.07.2013 18:50goto
von turtle • Zugriffe: 3216
50 Jahre Berliner Mauer und die Schlacht am Nebelberg
Erstellt im Forum DDR Zeiten von grenzsoldat
0 08.08.2011 05:47goto
von grenzsoldat • Zugriffe: 1469
Freies Schussfeld mitten in Berlin
Erstellt im Forum Leben an der Berliner Mauer von Angelo
22 29.10.2013 18:46goto
von andyman • Zugriffe: 3528
Heiße Flucht im Kalten Krieg-Magdeburger in US-Zug
Erstellt im Forum Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer von
12 12.06.2010 03:39goto
von X-X-X • Zugriffe: 1322
Unterwegs auf der A115 am Checkpoint Bravo in Berlin
Erstellt im Forum Leben an der Berliner Mauer von Angelo
1 12.08.2009 17:06goto
von FSK-Veteran • Zugriffe: 786

Besucher
5 Mitglieder und 29 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: anton24
Besucherzähler
Heute waren 476 Gäste und 31 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556922 Beiträge.

Heute waren 31 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen