#141

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.11.2009 20:07
von Alpha4550 (gelöscht)
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Hallo zusammen,

ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Grenzaufklärer von Zoll oder BGS ununterbrochen beobachtet werden mußten.Besonders ärgerlich war, wenn kurz vor Streifenende GAK gesichtet wurden.Dann mußte der Dienst verlängert werden, bis die nächste Streife von Zoll oder BGS eintraf.

Ich kann mir gut vorstellen, dass manche Streife vor Meldung der GAK erst auf die Uhr geschaut hat.

Gruß an alle
Alpha4550


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#142

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 15:05
von Wassermann (gelöscht)
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Hallo, - uns wurde damals in der Ausbildungskompanie in Blankenstein gesagt das wir als Grenzaufklärer ausgebildet werden. Wenn ich mich allerding an die Ausbildung zurückerinnere, glaube ich nicht das wir nur für die Grenze ausgebildet wurden. Wir hatten eine intensive Einzelkämpferausbildung mit Ausbildung im Sprengen von Brücken, Vermienen, Überleben Aufklären von Anlagen, Waldkampf usw. Das hätte man für das bischen Grenze nicht gebraucht. Im Übrigen - zur Frage Zuverlässigkeit muss ich sagen, - ja das war so - wir waren eine ausgesuchte Truppe - und wir wurden körperlich wie geistig zur absoluten Zuverlässigkeit erzogen - und so waren wir auch. Diese ( für Aussenstehende sicher verständliche Frage nach dem Schritt in die Freiheit) stand für uns nicht. Wir waren absolut Linientreu.


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#143

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 15:40
von S51 | 3.733 Beiträge

Ja, die eigentliche Grenzausbildung kam da manchmal sogar ein bischen zu kurz. Ich hätte zwar rein theoretisch am Anfang Sprengfallen und ähnliches verteilen können aber habe mich bei meiner ersten KS gnadenlos blamiert, weil ich nicht wusste, wie man einen GSZ testet.
Immerhin hatten wir während der gesamten Ausbildung einmal für einige Stunden die Lehrgrenze gesehen. Doch da ging es um Spurenlesen und nicht so etwas profanes, wie Drähte zusammendrücken...
Die erste Woche, damals noch als GF, war so etwas wie ein Grenzercrashkurs. Alles, oder doch fast alles, was man uns beigebracht hat, wäre zwar im Konfliktfall nicht von schlechten Eltern gewesen. Für die Praxis am Kanten jedoch war es zu 90 % unnötig, aus der Sicht behördenmäßiger Bedenkenträger vielleicht sogar nicht ganz ungefährlich. Aber das schliff sich schnell ab und wenigstens Spurenlesen oder auch Festnahmepraxis konnte ich nachher noch gut gebrauchen.
Trotzdem, man, war das peinlich.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#144

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 21:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von S51
... und nicht so etwas profanes, wie Drähte zusammendrücken...



Die gute alte 55er-Anlage mit der Probeauslösung bei der K2-Streife, jaja ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#145

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 21:48
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von S51
... und nicht so etwas profanes, wie Drähte zusammendrücken...



Die gute alte 55er-Anlage mit der Probeauslösung bei der K2-Streife, jaja ...



-------------
Täusche dich da mal nicht,

den Scheiß gab es bei uns mit der GSSZ Anlage bis zum Schluss - und jede Auslösung musste dokumentiert werden. Was für eine Scheiße.
Mike59


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#146

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 21:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Schon klar, aber bei der 55er halt täglich.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#147

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 22:07
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von 94
Schon klar, aber bei der 55er halt täglich.


-------------
genau, bei uns auch GSSZ täglich. Besonderes Mikroklima im Raum zwischen Unterbreitzbach und Merkers machte es notwendig. Heute würden wir das "Kontamination durch Umweltverschmutzung" nennen. Der Zaun löste wegen Oberflächenkorrosion kaum aus. und das bei NiCr Drähten.

Mike59


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#148

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 22:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Hmm, da bin ich auf einmal verunsichert. IMHO war tägliche Probeauslösung nur bei der 55er angesagt. Ab Mitte '88 hatten wir dann auch die 80er-Anlage und da war 'K2 mit Probeauslösung' eine beliebte Belobigungsart für heiße Flitzer, so einmal die Woche nach Abstimmung mit der 21, also dem GSZ-Truppführer.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#149

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 22:27
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Den 55'er kenne ich eigentlich nur noch aus der Batt. Sicherung. Das war doch das Monster auf der Füst welche arbeitete wie ein Metronom ? Made in USSR "grübel" Davon gab es in unseren Batt. nach meiner Erinnerung nur einen Abschnitt der Rest hatte nur den UHU - natürlich später nicht mehr.
Mike59


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#150

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.06.2010 23:37
von fire-wr | 138 Beiträge

mal ne bescheidene frage.... ab welchem dienstgrad hatte man das previleg GAK? liefen normale soldaten auch zwischen GSZ1 und GSZ2 oder nur am GSZ2?



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#151

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.06.2010 00:08
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von fire-wr
mal ne bescheidene frage.... ab welchem dienstgrad hatte man das previleg GAK? liefen normale soldaten auch zwischen GSZ1 und GSZ2 oder nur am GSZ2?



na klar.da liefen überwiegend normale soldaten.die gak'les waren entweder ganz vorne oder im hinterland eingesetzt


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#152

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.06.2010 00:10
von fire-wr | 138 Beiträge

hinterland.... sperrzone? oder schon klassenfeind?



zuletzt bearbeitet 16.06.2010 00:12 | nach oben springen

#153

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.06.2010 02:51
von student | 89 Beiträge

Hinterland heißt in der Tiefe des eigenen Grenzgebietes. Dann in der Regel als Einzelposten, mit Diensthund oder mit TS bzw. S51. Der Begriff „Tiefe des eigenen Grenzgebietes" war nicht genau definiert, es konnte in Abschnitten mit einer relativ geringen Tiefe der Sperrzone auch weiter ins eigene Hinterland gehen. Hing auch von der konkreten Lage ab. (Wenn z.B. durch andere „Organe“ ein geplanter Grenzdurchbruch avisiert wurde). Ansonsten wurden die Grenzaufklärer feindwärts des vorderen Sperrelements entweder als Grenzposten nur aus Grenzaufklärern eingesetzt, wir sind aber auch öfter mit GWD’s vorne gewesen. Besonders der OGak hatte oft einen Soldaten im GWD dabei oder wenn die große Kontrolle der Grenzmarkierung erfolgte. Bei besonderen Lagen (z.B. 17.Juni) wurden ohnehin sehr viel mehr Kräfte feindwärts eingesetzt. Die GAkl durften aber auch mal eben den gesamten Abschnitt besetzen, wenn die GK z.B. zum Schießen gefahren ist. In der letzten Zeit, in der ich dabei war, so etwa 1984, waren die GAkl ohnehin willkommene Lückenbüßer für die normale Grenzsicherung. Daneben gab es noch die Einsätze in Zivil im eigenen Hinterland und die AO44. Wenn man auf das Territorium der BRD geraten WÄRE, mußte man einen Spruch aufsagen, den man auswendig kennen mußte: „Ich bin Offizier der Grenztruppen der Deutschen Demokratischen Republik. Ich bin irrtümlich auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland gelangt und verlange meine unverzügliche Rückführung mit meiner gesamten Bewaffnung und Ausrüstung auf das Territorium der Deutschen Demokratischen Republik. Weitere Angaben mache ich nicht.“ (Klappt sogar noch ...)


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#154

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.06.2010 12:30
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

GAKl waren zu meiner Zeit Fähnriche die entweder im Hinterland mit Hund unterwegs waren oder ganz vorn. Eine Feinwärts-Schicht mit einem GAK war schon etwas besonderes. Zum ersten war es mal eine willkommene Abwechslung, zum zweiten fand sie gewöhnlich bei gutem Wetter und zu menschlichen Zeiten statt. Zum berühmten "einen Schritt" wurde schon fast alles gesagt. Ich für meinen Teil kann mich nicht als "linientreu " bezeichnen, aber wer läßt schon eine Frau und ein kleines Kind im Stich? Kontaktaufnahme, d.h. mit dem "Klassenfeind" reden war natürlich streng verboten, aber ein ordnungsgemäßer militärischer Gruß wurde erwiedert.


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#155

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.06.2010 14:41
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo,zu meiner Zeit 1965-67,gab es Grenzsoldaten,Postenführer,Hundeführer und Berufssoldaten.Die Grenze war überall nur so
gesichert(Foto).Wenn hinterm Zaun was war,hatte es der Grenzsoldat gerichtet.Wir konnten Tag täglich ein Bein in den Westen stellen
und haben es nicht getan(als wehrpflichtige Soldaten).Aber mit Zöllner wurde schon mal der Wetterbericht ausgetauscht ,und Zigaretten.
Gruß Greso

Angefügte Bilder:
Grenzer Grenzschild 001.jpg

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#156

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.06.2010 16:52
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von fire-wr
mal ne bescheidene frage.... ab welchem dienstgrad hatte man das previleg GAK? liefen normale soldaten auch zwischen GSZ1 und GSZ2 oder nur am GSZ2?


--------------------------------------
Deine Frage ist ja wie ein Ü-Ei Drei Dinge auf einmal.

Ob der GAK nun ein Privileg war, na ich für meinen Teil habe da so meine Bedenken.
GAKl sein, das ganze hing definitiv nicht vom Dienstgrad ab. Ich kenne Soldaten die bei uns auf der GK als Grundwehrdienstler ihren Dienst versahen. Die hatten eine höhere Einstufung als ich . Na ja war ja auch schon immer ein Querulant. Und "normale Soldaten" waren überall mit von der Partie. Vor, hinter und zwischen den Zäunen ganz egal, Nicht alle bzw. jeder, aber die Jungens waren mit von der Partie. Waren viele sehr gute Kameraden(Genossen) darunter.
Mike59


zuletzt bearbeitet 16.06.2010 16:53 | nach oben springen

#157

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.06.2010 20:39
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von fire-wr
mal ne bescheidene frage.... ab welchem dienstgrad hatte man das previleg GAK? liefen normale soldaten auch zwischen GSZ1 und GSZ2 oder nur am GSZ2?



na klar.da liefen überwiegend normale soldaten.die gak'les waren entweder ganz vorne oder im hinterland eingesetzt




Als ich Frühjahr 1983 in den Grenzdienst versetzt wurde, waren GAK in den Kompanien Fähnriche und schon seltener langjährige BU. Sie hatten eine extra Ausbildung hinter sich, keine direkten Unterstellten, waren in allen Bereichen zwischen der Grenzlinie und dem Sperrzonenschild (Grenzgebiet) unterwegs. Damals gab es pro Kompanie nur 3 bis 5 GAK. In den SIK waren es Züge, bestehend aus UaZ und BU, die allerdings nicht im normalen Grenzdienst, sondern bei Sondereinsätzen (Absicherungen auch vorne und andere Sachen) dienten.
Ab dem Schutzstreifen hatten wir auch Posten dabei. Das konnten auch einfache Soldaten sein, auch auf dem vorgelagerten Gebiet. Im Hinterland (Sperrzone) war der GAK alleine unterwegs, im Schutzstreifen zu zweit wie jeder andere Posten auch und auf dem vorgelagerten Gebiet zu dritt (Postenführer GAK, Dokumentierer GAK und ein Soldat als Posten, aber da waren alle denkbaren Variationen möglich).
Aber ich, wie auch ganze Züge von UaZ wurden ab 1982 mit der Zielrichtung GAK ausgebildet. Ab 1983 sollten in den Kompanien GAK-Züge aufgestellt werden. Das geschah auch und natürlich reichten die paar BU und Fähnriche wenigstens am Anfang nicht mal ansatzweise für die Besetzung aus. Als Lückenfüller waren solche wie ich bestimmt, wobei es bei uns viele gab, die dann "aufgekohlt" haben, sich also länger verpflichteten. Schon, um den Status "GAKl" zu behalten, denn dass Berufssoldaten bei entsprechender Eignung Vorrang vor uns UaZ hatten, war uns schon klar.
Seit dem konnte ein Unteroffizier auf Zeit auch GAK sein. Er hatte wie die BU und Fähnriche mit gleicher Aufgabe die Dienststellung als Stabsoberfähnrich obwohl sein tatsächlicher Dienstgrad weit darunter lag. Für die Berufssoldaten waren wir so etwas wie Tatsache gewordene Unmöglichkeit, weil offiziell gleichrangig.
Ab etwa 1985 handelten wir GAK auch im Schutzstreifen manchmal allein. Etwa, wenn Jagden oder Forstarbeiten begleitet wurden. Dann mitunter sogar nur mit der Pistole bewaffnet. Auf dem vorgelagerten Gebiet waren wir dann oft nur zu zweit unterwegs. Mal mit einem zweiten GAK, mal mit einem Soldaten im Grundwehrdienst, mal sogar als Posten mit einem Offizier. Etwa bei der Kontrolle der Grenzmarkierungen. Einsätze mit der gemeinsamen Grenzkommission erfolgten dann sogar allein, nur mit Pistole ausgerüstet (offiziell sogar unbewaffnet, dem war tatsächlich aber nicht so).
Sondereinsätze der bzw. mit den SIK wichen von allen Regeln mit allen nur denkbaren Variationen ab. Zwischen Zugweise bis ganz allein auch halbe Tage ganz vorne war alles möglich.
Abhauen? Nein, kam mir tatsächlich nicht in den Sinn. Dann wäre ich mir wie ein Verräter vorgekommen, das war jenseits von allem.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#158

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.06.2010 20:56
von willie | 613 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Pitti53

Zitat von fire-wr
mal ne bescheidene frage.... ab welchem dienstgrad hatte man das previleg GAK? liefen normale soldaten auch zwischen GSZ1 und GSZ2 oder nur am GSZ2?



na klar.da liefen überwiegend normale soldaten.die gak'les waren entweder ganz vorne oder im hinterland eingesetzt




Als ich Frühjahr 1983 in den Grenzdienst versetzt wurde, waren GAK in den Kompanien Fähnriche und schon seltener langjährige BU. Sie hatten eine extra Ausbildung hinter sich, keine direkten Unterstellten, waren in allen Bereichen zwischen der Grenzlinie und dem Sperrzonenschild (Grenzgebiet) unterwegs. Damals gab es pro Kompanie nur 3 bis 5 GAK. In den SIK waren es Züge, bestehend aus UaZ und BU, die allerdings nicht im normalen Grenzdienst, sondern bei Sondereinsätzen (Absicherungen auch vorne und andere Sachen) dienten.
Ab dem Schutzstreifen hatten wir auch Posten dabei. Das konnten auch einfache Soldaten sein, auch auf dem vorgelagerten Gebiet. Im Hinterland (Sperrzone) war der GAK alleine unterwegs, im Schutzstreifen zu zweit wie jeder andere Posten auch und auf dem vorgelagerten Gebiet zu dritt (Postenführer GAK, Dokumentierer GAK und ein Soldat als Posten, aber da waren alle denkbaren Variationen möglich).
Aber ich, wie auch ganze Züge von UaZ wurden ab 1982 mit der Zielrichtung GAK ausgebildet. Ab 1983 sollten in den Kompanien GAK-Züge aufgestellt werden. Das geschah auch und natürlich reichten die paar BU und Fähnriche wenigstens am Anfang nicht mal ansatzweise für die Besetzung aus. Als Lückenfüller waren solche wie ich bestimmt, wobei es bei uns viele gab, die dann "aufgekohlt" haben, sich also länger verpflichteten. Schon, um den Status "GAKl" zu behalten, denn dass Berufssoldaten bei entsprechender Eignung Vorrang vor uns UaZ hatten, war uns schon klar.
Seit dem konnte ein Unteroffizier auf Zeit auch GAK sein. Er hatte wie die BU und Fähnriche mit gleicher Aufgabe die Dienststellung als Stabsoberfähnrich obwohl sein tatsächlicher Dienstgrad weit darunter lag. Für die Berufssoldaten waren wir so etwas wie Tatsache gewordene Unmöglichkeit, weil offiziell gleichrangig.
Ab etwa 1985 handelten wir GAK auch im Schutzstreifen manchmal allein. Etwa, wenn Jagden oder Forstarbeiten begleitet wurden. Dann mitunter sogar nur mit der Pistole bewaffnet. Auf dem vorgelagerten Gebiet waren wir dann oft nur zu zweit unterwegs. Mal mit einem zweiten GAK, mal mit einem Soldaten im Grundwehrdienst, mal sogar als Posten mit einem Offizier. Etwa bei der Kontrolle der Grenzmarkierungen. Einsätze mit der gemeinsamen Grenzkommission erfolgten dann sogar allein, nur mit Pistole ausgerüstet (offiziell sogar unbewaffnet, dem war tatsächlich aber nicht so).
Sondereinsätze der bzw. mit den SIK wichen von allen Regeln mit allen nur denkbaren Variationen ab. Zwischen Zugweise bis ganz allein auch halbe Tage ganz vorne war alles möglich.
Abhauen? Nein, kam mir tatsächlich nicht in den Sinn. Dann wäre ich mir wie ein Verräter vorgekommen, das war jenseits von allem.





Hallo S51,

kannste mir mal näher erläutern wie und vor allem warum ihr bei Tätigkeiten mit der gem. Grenzkommnission Waffen mitgeführt habt. Das interessiert mich jetzt doch einmal.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#159

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.06.2010 21:00
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von willie
[....Hallo S51,

kannste mir mal näher erläutern wie und vor allem warum ihr bei Tätigkeiten mit der gem. Grenzkommnission Waffen mitgeführt habt. Das interessiert mich jetzt doch einmal.
Gruß Willie



Selbstschutz! Die pösen Kapitalistenknechte hätten uns ja entführen oder schlimmeres können...
Auch, wenn du jetzt lachst. Das war tatsächlich der einzige Grund. Man wollte nicht wehrlos sein.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#160

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.06.2010 21:05
von willie | 613 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von willie
[....Hallo S51,

kannste mir mal näher erläutern wie und vor allem warum ihr bei Tätigkeiten mit der gem. Grenzkommnission Waffen mitgeführt habt. Das interessiert mich jetzt doch einmal.
Gruß Willie



Selbstschutz! Die pösen Kapitalistenknechte hätten uns ja entführen oder schlimmeres können...
Auch, wenn du jetzt lachst. Das war tatsächlich der einzige Grund. Man wollte nicht wehrlos sein.





Ich kann eigentlich nicht darüber lachen. Ich bin eher ein wenig fassungslos über soviel Mißtrauen.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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