#221

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.10.2012 10:07
von matti | 49 Beiträge

Moin moin, also ich kann mit Fug und Recht von mir sagen, das ich nie die Grenzlinie überschritten habe.Der Einsatz auf dem Vorgelagerten war viel zu brisant um da irgend welche Zicken zu machen. Mit einer Ausnahme - meine letzte Schicht feindwärts, da haben wir den Dienstfilm aus der Praktica gemachet und einen Privaten voll gemacht ( Fotogalerie Müssinger Höhe). Die meisten Trampelpfade an der Grenzlinie waren schon recht nah .Doch wurde auch von westl.Seite aufgepasst und diese dann korrigiert (siehe : meine Fotos ) . da war es zum Beispiel so, das der Weg sich allmälig über die Grenzlinie verschoben hatte.


zuletzt bearbeitet 25.10.2012 10:09 | nach oben springen

#222

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.10.2012 10:49
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von tkb im Beitrag #215
@Wassermann oder wer sonst Erfahrungen damit hat:
Waren die Grenzaufklärer eigentlich nur für die Sicherung des Vorfelds eingesetzt, oder auch in Friedenszeiten westwärts noch für anderes?

Ich war 1977 als Bundesbürger westlich Schwanheide an der Grenze beim Gartenschläger-Eck. Auf dem Foto unten sieht man ein Kiefergehölz mit einem BGS-Trampelpfad. Als ich dort in das Gehölz trat, sah ich westwärts eine Bewegung im Unterholz. Da versuchte sich ein einzelner BGS-Streifengänger vor mir zu verstecken. Ich rief ihn an, er kam, ich fragte ihn, warum er sich verstecke.
Er, sichtlich verängstigt (was mir damals durchaus Eindruck machte): "Die kommen hier manchmal rüber."
Ich: Rüber, im Sinne auf Bundesgebiet, westwärts der Grenzmarkierung?
Er: "Ja."
Ich: Und was tun die dann, wenn man ihnen auf Bundesgebiet begegnet?
Er wurde wortkarg, und ging von dannen.

Haben die GA entlang der Grenze auch auf dem unmittelbar angrenzenden Bundesgebiet aufgeklärt? Und haben sie BGSler dabei bedroht oder verprügelt? Weiß jemand was dazu?

Hier das Foto:


Außerdem: Wassermann schildert eine sehr umfassende Ausbildung als Einzelkämpfer. Es gibt ja manche Berichte über den im Kriegsfall vorgesehenen Einsatz der GA als mögliche Sabotage- und Störkräfte in einem Streifen bis ca 50 km westlich der Grenze.

Frage: Sind Grenzaufklärer legendiert in diese eventuelle Auftragszone eingereist, um sie in Augenschein zu nehmen? So wie die NVA-Kampfschwimmer sich die Küsten von SLH und Dänemark anschauten?

Oder lag die Aufklärung auf Bundesgebiet nur bei der Militärspionage?

Gruß, tkb



Als Grenzaufklärer war man auch zur Sicherung von Arbeiten auf dem vorgelagerten Hoheitsgebiet der DDR eingesetzt. Hauptaufgabe dort war die Präsenz, die Aufklärung gegnerischer Einheiten und die Abwehr sowie Dokumentation von Grenzprovokationen. Wobei das ein mächtig gewaltiges Wort ist für gelegentliche Grenzübertritte aus Geigel, manchmal Mutwillen und ganz selten wirklich Böswilligkeit. Solche Leute hat man dann mündlich aufgefordert, das Gebiet der DDR zu verlassen und die Situation fotografisch dokumentiert. Mehr nicht. Festnahmen waren die Ausnahme, Tätlichkeiten wenn dann immer schon zuviel des Guten (oder -Bösen) und geschossen wurde auch nicht (normalerweise).
Außerdem hat man die ordnungsgemäße Beschaffenheit der Grenzmarkierungen kontrolliert und ab und zu die Grenzsäulen neu gemalert.
Im Dienst gab es normalerweise keinerlei Verletzung des anderen Territoriums. Es sei denn, man legte die Vorschriften zu weit aus was dann aber immer illegal war und nicht herauskommen durfte.
Kontakt mit der Westseite gab es legal (mit zwei Ausnahmen, die waren die Zurückweisung und die Grenzkommission) nicht. Es war untersagt, mit "Euch" zu sprechen oder sonstwas anzustellen. Also auch keine Bedrohungen. Auf das Gebiet der Bundesrepublik durfte man nicht. Ausnahme und da wirklich eine äußerst seltene Ausnahme war die Arbeit mit der Grenzkommission. BGS, Zoll und gegebenenfalls Alliierte haben da schon sehr genau aufgepasst. Wie wir umgekehrt auch.
All die privaten Sachen, die sind freilich sicherlich passiert. Waren so gesehen aber immer illegal und durften nicht herauskommen. Wenn doch, war im günstigsten Fall die Dienststellung futsch und im ungünstigsten Fall drohten Degradierung und "Schwedt" (Militärgefängnis).
Für die Militärspionage waren Leute des MfS (HA III, die HA I/Schneewittchen zur Sicherung) und der Militärischen Aufklärung (BA) der NVA zuständig. Jedoch nicht in Uniform über die Grenze! Der GAK aus den Kompanien hatte damit höchstens am Rande zu tun. Die SIK mit der Absicherung des Abschnittes in der Tiefe und die "SIK" (Tschuldigung für die Gänse...) für die Nahbereichssicherung und Deckung.
Es gab keine militärische Gegneraufklärung im Sinne von Patrouillen auf BRD-Gebiet! Das wäre im Konfliktfall sicher anders gewesen, umgekehrt jedoch auch. Dann, nur dann, hätte es auch gescheppert. Und auf beiden Seiten Helden gegeben...

Aaaaaber: Für uns, und je neuer um so gewaltiger, war "der" da drüben natürlich der BBKF (BitterBöseKlassenFeind) mit naturgegebener Neigung zum Atomkrieg und der Knechtschaft der freiheitsliebenden Welt unter die Knute des Kapitalismus (durch Kommunismus zu ersetzen bei der Gegenseite...). Das war auf der Gegenseite naturgemäß nicht anders. Soll heißen, man hat der Gegenseite alles und freilich nur in der denkbar schlimmsten Form zugetraut. Das gab sich immer erst mit der Zeit mehr oder weniger.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2012 11:22 | nach oben springen

#223

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.10.2012 15:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von S51 im Beitrag #219
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #217
[quote=tkb|p213407]@Wassermann oder wer sonst Erfahrungen damit hat:
Waren die Grenzaufklärer eigentlich nur für die Sicherung des Vorfelds eingesetzt, oder auch in Friedenszeiten westwärts noch für anderes?
..., wenn du manche gesehen hättest würde der Begriff Einzelkämpfer neu definiert werden müssen, das die TS unter manchem dickbäuchigem nachgekohltem BU im 15 Dienstjahr nicht zusammengebrochen ist war fast ein Wunder
Als damaliger guter Sozialist hab ich mit denen paar mal im Busch gesessen und die Cam war dabei, der Busch war aber im Osten.
Gerüchte besagen das die Schneewittchenleute manchmal übern Bach gingen, sind ja paar hier, die müssten es wissen.



Also nun hau uns mal nicht so massiv in die Pfanne bitte! Was sollen die Leute denn von uns denken!
Meister Grenzwolf, wenn wir draußen waren, dann glühten die Augen (nicht die Spiritustabletten in der Kocherschublade...). Und Schneewittchen war immer sittsam und friedlich. Jedenfalls habe ich noch nie von was anderem gehört (wehe...).


Meine Augen haben auch geglüht, vor allem wenn ich am vorherigen Abend im Ausgang war


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#224

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.10.2012 16:18
von Schlutup | 4.101 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #220
Zitat von Schlutup im Beitrag #216
moin moin tkb!
bist du dir sicher das es der bgs war? dieser war eigentlich nie alleine unterwegs.
gruß schlutup

Aber vielleicht ein Zöllner?


moin moin!
kam mir auch gleich in den sinn. ich habe den bgs immer als 2 oder dreier streife im sinn. aber möglich ist alles.
aber das der angst hatte wundert mich etwas. oder angst weil er kein echter bgsler war?
schlutup



zuletzt bearbeitet 25.10.2012 16:19 | nach oben springen

#225

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.10.2012 18:57
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Schlutup im Beitrag #224
Zitat von S51 im Beitrag #220
Zitat von Schlutup im Beitrag #216
moin moin tkb!
bist du dir sicher das es der bgs war? dieser war eigentlich nie alleine unterwegs.
gruß schlutup

Aber vielleicht ein Zöllner?


moin moin!
kam mir auch gleich in den sinn. ich habe den bgs immer als 2 oder dreier streife im sinn. aber möglich ist alles.
aber das der angst hatte wundert mich etwas. oder angst weil er kein echter bgsler war?
schlutup

BGS-Streifen bestanden zu meiner Zeit mindestens immer aus 2 Mann.
Der Zoll kam öfters allein,mit Bulli,aber auch zu Fuß oder sogar mit dem Fahrrad.
Am Jeetzekreuz nahe Blütlingen/Teplingen/Wustrow z.B.,dort kam meist ein und derselbe Zöllner mit dem Rad daher,....man kannte sich schon.


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#226

RE: DDR Grenzaufklärer: Nur einen Schritt in die Freiheit

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 26.10.2012 15:04
von tkb (gelöscht)
avatar

Danke für die vielen Reaktionen! Könnte sein, dass es sich um einen Zöllner handelte. Er war zu Fuß und allein und in Uniform, ob die grün oder blau war, erinnere ich nicht mehr. Was ich erinnere, war seine Angst. Ich hatte noch nie einen uniformierten bundesdeutschen Beamten in Angst gesehen, und schon gar nicht hatte ich erlebt, dass ein Vertreter des Staates sich vor mir zu verstecken versuchte. Dies war der erste Fall.
Es kann natürlich auch sein, dass er Gerüchte gehört hatte. Oder sogar, dass andere in seinem Umfeld ihm aus Schabernack Angst gemacht und ihm die gruseligsten Geschichten erzählt haben. So etwas soll es ja auch geben.

Gruß,
tkb

Zitat von S51 im Beitrag #220
Zitat von Schlutup im Beitrag #216
moin moin tkb!

bist du dir sicher das es der bgs war? dieser war eigentlich nie alleine unterwegs.

gruß schlutup


Aber vielleicht ein Zöllner?


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