#1

Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 17:42
von Augenzeuge (gelöscht)
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Habe hier etwas gefunden, was für mich unglaublich klingt:

http://dirkvermisst.blog.de/tags/stasi-entf%FChrung/


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#2

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 18:20
von S51 | 3.733 Beiträge

Es gab und gibt Statistiken, demzufolge in solchen Fällen in über 70 % der Fälle die Lösung im Familienverband bzw. unter Bekannten der Familie gesucht werden muss. Oft endet so etwas dann so banal, dass es schon wieder keiner glaubt.
Aber in dieser Sache werden Behauptungen aufgestellt, die einfach falsch, wohl eher der verzweifelten Suche nach auch unwahrscheinlichen Antworten geschuldet sind:
- ein Moskwitsch war keineswegs nur hohen Funktionären, MfS oder ähnlichen Personenkreisen vorbehalten. Er war aber nicht billig und man kam oft nur über Kontingente heran. Zum Beispiel im Bereich Bergbau, Kultur, Energiewirtschaft. Oder, weil man einfach so "frech bzw frei" war und sich einen bestellt hat.
- Mit Fontanellen wird jeder Mensch geboren. Das sind die "Nähte" die man auf Schädelknochen sehen kann. Im Laufe der Zeit verwachsen sie meist.
- Mit Todesfällen ist es so eine Sache. Theoretisch werden sie untersucht aber praktisch ist Gevatter Sense so wenig berechenbar wie Gevatter Zufall.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#3

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 18:44
von S51 | 3.733 Beiträge

Sowjetische Staatsbürger, die in der DDR private, ihnen gehörende Pkw fuhren, waren nicht sehr häufig. Bei Offizieren kenne ich das gar nicht. Dieser Staat hielt seine Leute sehr kurz und stellte ihnen bei den andauernden Umzügen nur einen relativ kleinen Container zur Verfügung. Da passte nicht mal ein normaler Haushalt hinein, geschweige denn ein Pkw. Was dort aber nicht reinging, musste zurückbleiben...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 18:48
von Alfred | 6.861 Beiträge

S51,

ich kannte auch viele "normale" Bürger der DDR die in die UdSSR reisten und einen roten Dienstausweis des MfS kenne ich auch nicht.


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#5

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 20:42
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Was mich so skeptisch an der Aussage macht ist.Das mit der Tropfsteinhöhle,sicher gibt es 2 Tropfsteinhöhlen im Ostharz.
Und zwar die Baumanns und die Herrmannshöhle in Rübeland,aber sicher gibt es da am Parkplatz kein Feld.


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#6

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 21:24
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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Da ging den Autoren des Beitrages J. Ellsworth und H.Stein wohl ein bischen die Fantasie durch.
Da findet sich niemand, der für das verschwinden des Kindes zur Verantwortung gezogen werden kann, also kann ja nur wieder die Staatssicherheit ihre Finger im Spiel haben.

Räuberspistole 1:

In Antwort auf:
Ein merkwürdiger Zufall ist wohl auch die Tatsache, dass es sich bei dem Wagen um einen russischen Mittelklassewagen, Modell Moskwitsch, handelte, der in der DDR nur höhergestellten Mitarbeitern der SED oder Stasi zur Verfügung stand.



Völliger Schwachsinn Nr.1:
Der Moskwitsch war in der DDR ein durchaus häufig privat zugelasserner PKW, wie jeder andere auch. Er war typisch für das Straßenbild der DDR.
Mitarbeiter der SED-Kreisleitungen und -bezirksleitungen genau wie die Staatsicherheit fuhren überwiegend Lada oder Wartburg.
Ich habe im Fuhrpark unserer BV nicht einen einzigen Moskwitsch in Erinnerung, und glaubt mir, der wäre aufgefallen.
Da standen Ladas, Wartburgs, selbst Trabbis, Barkas, 2 Volvos, 1 Golf, 1 Citröen, aber kein Moskwitsch.


In Antwort auf:
Auch dieser Fremde identifizierte sich durch seinen roten Ausweis als Mitarbeiter des Staatssicherheitsdiensts.



Völliger Schwachsinn Nr.2: Einen roten Ausweis der Staatssicherheit gab es schlicht und einfach nicht. Wer sich die Mühe machen will, in irgendeinem Thread liegt mein alter Dienstausweis als Foto rum. Der war Standard, hellgrün, dann gab es noch helle (eher weiße) für die Kuriere. KEIN roter Ausweis!

So schlimm, wie es der Familie ergangen sein mag (was mir unendlich leid tut, wenn es denn so passiert ist), so schlimm ist das von diesen beiden Autoren dazu erfundene Drumherum.

Wir lesen uns,
Thomas.


zuletzt bearbeitet 06.09.2009 21:27 | nach oben springen

#7

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.09.2009 21:39
von Peter F. (gelöscht)
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Einfache Frage: Wurde damals nicht auch gründlich untersucht und der Frage nachgegangen, ob der kleine Junge einem Unfall zum Opfer fiel - beispielsweise ertrunken in einem nahen Gewässer? Gruß Peter


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#8

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.09.2009 15:14
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rostocker
Was mich so skeptisch an der Aussage macht ist.Das mit der Tropfsteinhöhle,sicher gibt es 2 Tropfsteinhöhlen im Ostharz.
Und zwar die Baumanns und die Herrmannshöhle in Rübeland,aber sicher gibt es da am Parkplatz kein Feld.




Misteriös- tragisch und mit Ungereimtheiten gespickt ist die ganze Sache schon. Vor allem tragisch für Eltern und Angehörige. Natürlich sind solche Vorfälle für manche Zeitgenossen Objekte wilder Spekulationen bis hin zu Tatsachenverfälschungen. Wie Rostocker schon schreibt, in Rübeland gibt es zwei Höhlen. Die heutigen Besucherbergwerke waren damals noch in Betrieb. An ein in der Nähegelegenes Feld kann ich mich auch nicht erinnern bzw. kenne nur Felder in Richtung Hüttenrode, und das ist einige km von Rübeland weg, sonst nur Wiesen, die in der Nähe sind. Meines Wissens gibt es von dieser Sache auch eine Verfilmung.
Erschwerend für die heutigen Ermittlungen und Nachforschungen kommt noch der unwarscheinliche Zeitvorlauf und die garantierte Traumatisierung von Vater und Mutter hinzu. Ein Umstand, den nur die Betroffenen empfinden können und denen gegenüber man nur sein Mitgefühl bekunden kann!
Wie würde es uns in solch einer Situation ergehen??? Ich mag da gar nicht dran denken.... Weiß nur eines genau, wenn es mein Kind wär, ich würde nichts unversucht lassen, andersherum vergißt man soetwas bis an sein Lebensende nicht und manch einer zerbricht da schon sehr früh dran.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#9

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.09.2009 15:31
von Affi976 (gelöscht)
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hier mal rasch ein paar Links zu solchen Vorfällen.
http://www.suchpool-ddrbuerger.de
http://www.personen-suche-ddr.de
http://www.zwangsadoptierte-kinder.de
Ich glaube wenn einem so etwas passiert ist man für immer traumatisiert, da gibts gar keine Frage.
Auf die Ungereimtheiten wurde ja schon eingegangen. Ich kenne aber selbst mehrere solcher Fälle, wo die Kinder einfach aus irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Gründen weggenommen wurden. In aller Regel sind die Mütter zu 2 Jahren Haft ( Assiparagraph ) verurteilt worden und sie durften keinen Kontakt zu ihrem Kind aufnehmen. Viele dieser Fälle haben sich nach der Wende gelöst, aber viele liegen weiterhin im Dunkeln.
VG Affi


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#10

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.09.2009 16:10
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Hier einige Bemerkungen hier zu diesem Fall:
1.Ich stimme dem Bunkerkommandanten zu, der Moskwitsch war ein ganz
geläufiger Mittelklassewagen, kein Privileg der Stasi oder der SED-
Leitungen, diese nutzten wie gesagt Ladas oder ließen sich mit
einem Wolga chauffieren. Höhere mit einem Tschaika oder Volvo.
2.Ich kenne die Höhlen in Rübeland auch, wegen des engen Tales ist
da gar kein Platz für freies Feld. Verwechselt man das ganze mit der
Heimkehle im Südharz, wo es durchaus freies Feld gibt oder der Barbarossa-
höhle im Kyffhäusergebirge?
3.Diese Geschichte ist verfilmt worden. Mit Thekla-Carola Wied als Mutter
und Heinz Hönig als Stasi-Mitarbeiter in den Hauptrollen. Den Titel kenne
ich leider nicht mehr. Die Auflösung des Falles ergab im Film folgendes:
Ein besoffener SED-Bonze fuhr das Kind mit dem Auto an und verletzte es schwer.
Die Stasi "übernahm" von der Polizei die Ermittlungen und tat alles, um das ganze
zu vertuschen. Das Kind kam schwerbehindert in ein Heim. Erst nach der Wende
konnte die Mutter es wieder finden. Sie hatte zuvor mit einer Waffe den nun
Ex-Stasi Mitarbeiter alias H.Hönig gekidnappt und ihn gezwungen, sie über
den Verbleib des Kindes aufzukläre. Soweit meine Erinnerungen an diesen Film,
ist schon ein paar Jahre her. Inwieweit das ganze authentisch ist oder
der künstlerischen Freiheit der Folmemacher entspricht, vermag ich nicht zu
beurteilen.

Abschließend noch eine Bemerkung zu dem hier gelinkten Bericht: Eine dürftige
journalistische Arbeit. Dieses BLÖD-Zeitungsniveau hat in der Berichterstattung
und vor allem bei einem so ernsten Thema nichts zu suchen. Wenn sich Informationslücken
auftun, dann recherchiert man weiter und lässt nicht die Phantasie spielen.

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#11

Der Fall Dirk Schiller , vermisst seit 31 Jahren

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 08:35
von Angelo | 12.397 Beiträge

Heidi Stein, die Isenbüttelerin, die seit 31 Jahren nach ihrem Sohn sucht, hat am gestrigen Dienstag eine Petition an den Bundestag geschickt. Ihre Forderung: Nicht die Wieder-, sondern eine komplette Neuaufnahme der Ermittlungen zum möglichen Entführungsfall im Jahr 1979. Das heißt: Dabei sollen nicht die Polizei-Akten aus DDR-Zeiten verwendet werden, wohl aber die alten Stasi-Akten.

Darin gebe es nachweislich Hinweise auf mögliche Zeugen, die Stein schon seit Jahrzehnten versucht, ausfindig zu machen - doch sie sind geschwärzt und die Behörde der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) weigere sich, die Namen kenntlich zu machen. Der Fall sei auch heute nicht verjährt, schließlich könne es sich auch um Mord handeln - ihr Sohn blieb während eines Urlaubs im Ostharz spurlos verschwunden. Quelle Youtube




Weitere Informationen zum dem vorgelesenen Blog findet man unter

http://dirkvermisst.blog.de/


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#12

RE: Der Fall Dirk Schiller , vermisst seit 31 Jahren

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 08:37
von Angelo | 12.397 Beiträge

Komische Sache vor allem sollte man auch mal einen Blick in den Blog werfen....


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#13

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 08:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Angelo
Komische Sache vor allem sollte man auch mal einen Blick in den Blog werfen....


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#14

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 08:47
von Angelo | 12.397 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von Angelo
Komische Sache vor allem sollte man auch mal einen Blick in den Blog werfen....





Habe die 2 Themen jetzt zusammen gefügt ich kannte den Fall noch nicht vielleicht gibt es ja neue Meinungen darüber


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#15

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 09:34
von fire-wr | 138 Beiträge

die heimkehle ist eine kalksteinhöhle.... rottleberode liegt ca 20km von norhausen weg und hat nix mit rübeland zu tun.... in dem relativ flachen land ses südharzes gibt es felder;-)



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#16

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 12:44
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von S51
Es gab und gibt Statistiken, demzufolge in solchen Fällen in über 70 % der Fälle die Lösung im Familienverband bzw. unter Bekannten der Familie gesucht werden muss. Oft endet so etwas dann so banal, dass es schon wieder keiner glaubt.
Aber in dieser Sache werden Behauptungen aufgestellt, die einfach falsch, wohl eher der verzweifelten Suche nach auch unwahrscheinlichen Antworten geschuldet sind:
- ein Moskwitsch war keineswegs nur hohen Funktionären, MfS oder ähnlichen Personenkreisen vorbehalten. Er war aber nicht billig und man kam oft nur über Kontingente heran. Zum Beispiel im Bereich Bergbau, Kultur, Energiewirtschaft. Oder, weil man einfach so "frech bzw frei" war und sich einen bestellt hat.
- Mit Fontanellen wird jeder Mensch geboren. Das sind die "Nähte" die man auf Schädelknochen sehen kann. Im Laufe der Zeit verwachsen sie meist.
- Mit Todesfällen ist es so eine Sache. Theoretisch werden sie untersucht aber praktisch ist Gevatter Sense so wenig berechenbar wie Gevatter Zufall.




at S51

Fakt ist,ein Kind ist verschwunden,logischer Schritt die Eltern suchen es und wollen wissen was Sache ist und war.
Statistiken helfen da eher wenig und mit Verlaub,das Eltern sich nicht mit dem ungeklärten Verbleib Ihres Kindes abfinden wollen,dürfte mehr als absolut normal sein.
Wenn ich es richtig sehe, kennst Du etwas die Arbeit der Polizei und würdest Du dich mit den Antworten die die Frau bekommen hat zufrieden geben?...sicher nicht!
Ich mag mich ja irren,verbessere mich wenn ich falsch gelesen habe...in den Ausführungen der Mutter wird ein Vermerk aus einer Akte oder Aktenteilen bei der BSTU benannt und für mich klingt das wie folgt.
Ein MA eines Dienstes verfügte gegenüber einem Untersuchungsorgan,in dem Falle die Polizei,bestimmte Dinge nicht weiter zu erörtern.
Kann ja sein,das ich nicht lesen kann,aber genau an der Stelle würde spätestens auch für mich im Falle eines Falles die "Schei..."anfangen zu brodeln.
Kurzum,an der ganzen Sache ist Einiges "faul".
Erinnere Dich mal,ein Kind in einem Land DDR verschwindet und keiner hat auch nur eine Ahnung was gelaufen ist,ist absolut nicht glaubwürdig und auch nicht akzeptabel.
Wenns die Unterlagen gibt,gehöhren sie auf den Tisch,ohne wenn und aber und dies gilt für alle Eltern,die Ihre Kinder vermissen.

Zur Info,gefunden habe ich die Äusserungen auf dieser Seite.
http://www.stasiopfer-selbsthilfe.de/pag...e-nach-dirk.php


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#17

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 15:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von TOMMI
3.Diese Geschichte ist verfilmt worden. Mit Thekla-Carola Wied als Mutter und Heinz Hönig als Stasi-Mitarbeiter in den Hauptrollen. Den Titel kenne ich leider nicht mehr.



Film: 'Ich klage an' von SAT.1 1995 (1)
Buch: 'Wo ist Dirk, Herr Honecker?' von Ines Veith (2)

(1) http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/fil...ationMovie.html
(2) http://www.buecher.de/shop/kind/wo-ist-d...od_id/09727852/


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#18

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 16:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Statistiken helfen wenig, stimmt. Sie sind, wenn man manche Antworten nicht geben mag, aber ein Hilfsmittel, schlimme Dinge durch die Blume zu sagen.
- Wenn ein Kind in diesem Alter nicht innerhalb von 24 Stunden gefunden wird, sind positive Erfolgsaussichten minimal....
- Während sich anfänglich der Bereich, in dem das Kind verschwunden sein könnte, rund um Drei Annen Hohne bezog, wurde dann später Rübeland und noch später (siehe den Petitionstext) sogar um die Heimkehle in Betracht gezogen. Das ist nahezu der gesamte östliche Harz plus Harzvorland! Hier stellt sich einfach die Frage, wie das Kind in der fraglichen Zeit dort hätte hinkommen sollen? Immer, wenn eine Beschreibung auf den jeweiligen Ort gar nicht zutreffen konnte, wurde ein anderer Ort der Entscheidende und so war es nicht nur einmal.
- Wenn wir in diesem Bereich alle Personen und Fahrzeuge mit, sagen wir mal, geheimdienstlichen Hintergrund in irgendeiner Form als Zeugen in Betracht ziehen, kommen wir vermutlich in den 1000-er Bereich. Berücksichtigen wir Urlauber mit, sogar in den von mehreren 10.000! Davon mindesten 10 %, die über ihren Grund des Dortseins aus ganz anderen Gründen keine Auskunft erteilten und erteilen werden. Und nicht wenige können es gar nicht mehr. Wer damals um 50/60 Jahre alt war, ist heute über 80 ....
- Wenn es um eine Entführung geht, kommt aber prinzipiell jede Person erst einmal in Frage. Das würde die angegebene Zahl noch mal multiplizieren. Mit so etwas hätte man kein Problem, wenn der Sachverhalt eine Woche zurückläge. Bei über 30 Jahren aber vermischen sich auch beim Gutwilligsten Fakten, Vermutungen, Gehörtes und Geglaubtes nahezu unlösbar.
- Ich persönlich wäre auch nicht zufrieden aber ich fürchte, dass das Kind immer noch irgendwo in der Nähe des letzten Sichtungsortes ist. Aus meiner Dienstzeit an der Grenze weis ich, dass es im Oberharz viele Spalten, Löcher und Ähnliches gibt. Ich weiß nicht, warum man die Suche mit Fährtenhunden nicht intensiver durchgeführt hat. Wenn aber jemand zum Beispiel durch eine wasserführende Rinne wegrutscht, haben auch Hunde ihre Probleme. Nach so langer Zeit kann nur noch der Zufall helfen.
- Erfahrungsgemäß sind es immer wieder die einfachen Antworten, die richtig aber leider meist auch grausam sind...
- Die Angaben der Suchenden sind sehr grob gesammelt, eigentlich stimmt möglicherweise da gar nichts.
- Fontanellen sind keine Deformation oder seltene Ausnahme der Natur. Die hat jeder Mensch und bis zu einem Alter von 14 bis 20 Jahren kann man an ihnen das Alter halbwegs erkennen, da sie normalerweise in diesem Zeitraum verknöchern. Der beschriebende Defekt wäre schon selten aber nicht auffällig.
- Vor allem hellhörig werde ich bei der Erwähnung sinngemäß "am zugefrorenen Bachrand gespielt". Die Eisdecke an fließenden Gewässern mag stabil aussehen, ist es aber eben selten. Da es in dieser Zeit auch noch Schneefall gegeben haben soll, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Körper durch das Eis eben doch gebrochen ist und dann unter dem Eis fortgeschwemmt wurde. Eisreste und Schnee hätten das Loch schnell wieder scheinbar geschlossen. Der Körper hätte dann bachabwärts irgendwo auftauchen müssen, es sei denn, er verhakte sich irgendwo.
- Meine Erfahrungen habe ich aus drei Jahren Schutzpolizeidienst in der DDR mit ca. 6 Todesfällen, aus zwei Jahren Kripo mit etwa 4 Todesfällen und aus vier Jahren Dienst als "Zivilfahnder" (Streifendienst Verbrechensbekämpfung) bei der Berliner Polizei, in deren Verlauf auch einige erledigte Vermisstenfälle auf mein Konto kamen. Üblicherweise haben die Dienststellen mich geschickt, weil ich mit dem, was man da sieht, etwas besser klarkomme als die meisten Kollegen. Nicht alle Sachverhalte hatten ein gutes Ende.
- So sehr ich die Familie zu verstehen glaube, so wenig glaube ich an ein auch nur noch halbwegs zufriedenstellendes Ende in diesem Fall.
- Es ist eine traurige Tatsache, dass jedes Jahr Kinder spurlos verschwinden. Nicht jeder Vermisste wird gefunden.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 27.10.2010 16:54 | nach oben springen

#19

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 17:09
von S51 | 3.733 Beiträge

Nachtrag:
Es war nicht unnormal, dass immer dann, wenn sich Dinge ereignet hatten, die für besonders viel Aufmerksamkeit in der Bevölkerung sorgten, auch das MfS unabhängig von der Polizei eingeschaltet hat. Sie haben dann unabhängig von der Polizei ermittelt und, wenn sich etwas ergab, diese Informationen über die K I an die zuständige Abteilung / Kommissariat weiter geleitet.
Manchmal brachte das etwas, manchmal nicht. Wir konnten solche Informationen aber nie bis zur Quelle zurückverfolgen, mussten mit dem zufrieden sein, was wir bekamen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#20

RE: Der unglaubliche und mysteriöse Fall des Dirk Schiller

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2010 17:15
von 94 | 10.792 Beiträge

Kurze Frage, war das K I nicht sowas wie die V2000 bei den GT?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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